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vjevelltschenhetzevorMedenrfreunden

Gute Zurückwei>ung durch Prof. Schücking.

Paris, 26. Aug. (WTB.) Die heutige Dor- mittagssitzung der Interparlamentarischen Union erhielt einen besonderen Auftakt durch die Rede des

belgischen Senats Maunette.

Maunette, Großmeister der Freimaurerlogen Belgiens, der während des Krieges eine gewisse Rolle gespielt hat, erklärte, Reichstagspräsident Lobe habe gesagt, daß man es vermeiden müsse, die eben geschlossenen Wunden wieder aufzureißcn. Er habe recht. Es sei zu hoffen, daß Lobe seinen starken Einfluß dazu benutzen werde, um die Wiederholung derartiger Zwischenfälle zu vermeiden, wie sie jüngst durch die ebenso ungezügelten, wie unbegründeten Konklu­sionen betreffend die Neutralität Belgiens und die Deportierung belgischer Arbeiter nach Deutschland hervorgerufen worden seien. Man müsse sich fragen, ob die Interparlamentarische Union in der Vergangenheit alles getan habe, um der artige Vorkommnisse zu verhindern. Gewiß dürfe man von ihr nicht mehr fordern, als sie wirklich geben könne. Wenn sie nicht vermacht habe, sich der Entfesselung des Weltkrieges zu widersetzen, so könne man ihr doch vorwerfen, nicht alles getan zu haben, um deren Schrecken zu mildern. Könne man sie nicht verantwortlich machen dafür, daß sie kein Wort und f ine Geste gefunden Hot, als ein neu­trales und loyales Land von einer Nation über­fallen, geplündert und gequält worden sei, die selbst Belgiens Neutralität und Unabhängigkeit garantiert habe? Bisher habe man Stillschweigen bewahrt. Es scheine, daß niemand während des Krieges im Namen der Interparlamentarischen Union das Ver­brechen der verletzten Humanität habe verkünden können, das in der Deportierung belgischer Arbeiter bestanden habe, die gemartert und gezwungen wor­den seien, gegen ihr Land zu wirken. Dieses Schwei­gen müsse man jedoch brechen.

Die belgische Delegation erwarte, daß man das oeraüscheuungswürdige, vom Reichskanzler von Vethmann hollweg ausgesprochene Wort miß­billige.

Wenn man aufrichtig den Frieden wolle, müsse man das Vertrauen wieder schaffen und der ^.leberzeugung Ausdruck geben, daß diesmal das Derspre'en gehalten werden würde. Diejenigen, die am härteren in ihren heiligsten Gefühlen ge­troffen worden seien, seien bereit, nicht zu Der gessen, denn das sei kaum möglich, aber nicht mehr daran denken zu wollen. Aber wohlverstanden dürfe ein solches Opfer nicht ein­seitig sein. 3n diesem Geiste schlage er der Voll­versammlung eine Resolution zur An­nahme vor.

Die Resolution, die dann verlesen wurde, und die dem Vorstand zur weiteren Regelung über­mittelt worden ist, spricht sich dafür aus, tue Kon­ferenz der Interparlamentarischen Friedensunion möge feierlichst erklären, daß der F r i e d e zwi­schen den Völkern das hoch st e G u t sei, und das Ideal, dem alle Staaten und Regierungen zustreben müßten. Die Interparlamentarische Frie­densunion mißbillige und brandmarke von vornherein jeden kriegerischen Angriff, jeden Revanchekrieg, jede Zuflucht zur brutalen Gewalt. Sie sei der Ansicht, daß die Pa­zifizierung der Geister und die moralische Abrüstung das wesentlichste Element und die Vorbedingung jeder Versöhnung, jeder Annäherung und jeder Zu­sammenarbeit seien, daß ferner die erst« Bedingung dieser Pazifizierung und Annäherung sich ergebe aus der loyalen Anerkennung des verursachten Un­rechtes und der Ungerechtigkeit eines Angviffes.

In diesem Sinne erkläre die Interparlamen­tarische Friedensunion einmülm, daß die Ver­letzung der belgischen Neutralität im August 1914 ein höchst bedauerlicher und zu verwerfen­der Akt gewesen sei.

Sie gebe der Hoffnung Ausdruck, daß die Respek­tierung der Verträge künftig die Regel für das Verhalten der Völker sein werde, und gehe zur Ta­gesordnung über.

Rach diesen Erklärungen des belgischen Se­nators ergriff Im Ramen der deutschen De­legation

Prof. Dr. Schücking.

das Wort zu einer Erklärung, in der er u. a. ausführte:

Die deutsche Gruppe sieht sich genötigt, in dieser Debatte über die Weltpolitik noch einen Redner sprechen zu lassen, da gewisse Ausfüh­rungen de Iouvenels über die deutsche Po­litik bei unserer Gruppe starke Befrem­dung erregt haben, ich glaube sogar, sagen zu müssen, daß diese Ausführungen dem großen Ziele der inte r nativ noalen Verständig ung nicht gedient haben. Zunächst war in diesen Ausführungen ein tatsächlicher Irrtum. Niemals hmt der deutsche Reichstagsausschuh den Vorwurf gegen Belgien erhoben, daß es selbst die Reutralilät verletzt habe. Es findet sich lediglich in dem Gutachten eines einzelnen Parlamentariers eine beiläufige Bemerkung über die Verwirkung der belgischen Reutralilät durch Belgien. Weiter hat Senator de Iouvenel gegen den Gedanken einer Untersuchung der Schuld cm Weltkriege ausgeführt, die Richter seien noch nicht geboren, die über dieses Problem urteilen könnten. Man könnte sich dieser Auf­fassung vollständig anschliehen, wenn man nicht vor der historischen Tatsache stände, daß i n der Vergangenheit s i ch Richter g e - funden haben, die dieses Urteil gegen uns ausgesprochen haben, und zwar waren diese Richter die der anderen Partei.

Durch den vorwurs der alleinigen Kriegsschuld fühlt sich das ganze deutsche Volk in seiner Ehre getroffen. Ls ist bedauerlich, daß zwei Jahre, nachdem die ganze Welt den Cocarnoocrtrag als ein Werk der Befreiung begrüßt hat, die Be­deutung dieses Vertrages an dieser bedeutsamen

Stelle in Frage gestellt worden ist.

De Iouvenel hat zwei Einwände gegeit den Wert des Locamovertrages geltend gemacht, inmal die Zusicherung, die Deutschland gegeben worden ist für den Fall, daß auf Grund des Ar­tikels 16 des Völkerbundspaktes der Völkerbund eine internationale Exekution ver­hängen sollte, zum anderen den Abschluh des Berliner Vertrags zwischen Deutsch- land und Ruh land. Was die erste Bean­standung anlangt, so handelt es sich um nichts weiter als um eine Anerkennung der besonderen Situation, in der sich das deutsche Volk durch seine Abrüstung befindet. Wie kann

man es dem deutschen Volke verübeln, wenn es bestrebt war, ohne die grohen Kampfmittel der Gegenwart im Zustand der einseitigen Ent­waffn u n g das Elend von seinem Lande fernzu- halten, die die Verwirklichung der kriegerischen Aktion für uns mit sich bringen muhte? Was den Berliner Vertrag anbetrifft, so ist dieser der Ausfluß des Bestrebens gewesen, gewisse Befürchtungen zu zerstreuen, die der Abschluß des Dertragswerkes von Locarno und der Ein­tritt Deutschlands in den Völlerbund hervor­gerufen hatte. Befürchtungen in dem Sinne, dah Deutschland durch seine Vereinbarungen mit den Westmächten und den Eintritt in den Völkerbund sich auf eine planmäßige antirussische Politik festgelegt habe.

Diesem Ziele entsprechend enthält der Berliner vertrag sowohl in seinen vier Paragraphen wie in dem darauffolgenden Notenwechsel nichts, was den durch Deutschland in Genf und Lo­carno übernommenen Verpflichtungen wider­spricht.

Besonders befremdet hat uns aber die Tatsache, daß Herr de Iouvenel die Beanstandung unserer Politik zum Anlaß genommen hat, um die Fort­dauer der Besetzung im Rh ein lande nicht nur zu begründen, sondern die Rheinland­besetzung als einzig wirksame Friedensgarantie nach dem O st e n hinzustellen.

Wir sind der Ansicht, dah sowohl die Bestim­mungen des Versailler Vertrages uns das Recht Geben, die Räumung des Rheintandes zu for­dern, als auch, daß die veränderten Umstände, die durch Locarno und den (Eintritt Deutsch­lands in den Völkerbund geschaffen sind, für die Gegenseite die Verpflichtung begründen, Deutschland von den Lasten der fremden Rkili- tärokkupation zu befreien.

Die deutsche Delegation bekennt sich aus vollem Herzen zu dem Grundsatz des Rechts anstatt der Gewalt und erhofft von der Verwirklichung dieses Grundsatzes die endgültige Versöhnung des deut­schen und französischen Volkes, in der wir den Schlüssel erblicken zur dauernden Befriedung Eurovas.

®iefe Ausführungen wurden an verschie­denen Sollen von fast drei Viertel ter Ver­sammlung mit großem Beifall au genom­men. Professor Schücking betonte, dah man eine Initiative, wie die Vanderveldes, eine internationale, unparteii'che Enquete-Kommis­sion arbeiten zu lassen, nur begrüßen könne, dah die deutsche Dstezation es aber ab- lehnen müsse, die Interparlamenta­rische Friedensunion durch Annahme einer Tage5vrdnung. w c die belgische, zum Schiedsrichter zu machen über Dinge, die sich auf die Vergangenheit bezögen.

Auf die Ausführungen Professor Schückings antwortete

Senator de Iouvenel in kurzer Erklärung. Er beglückwünschte sich, dah durch seine gestrige Rede die Erklärung Schückings hervvrgerufen worden sei. Jeder habe nun seinen Standpunkt dargelegt. Deutsch­land vertrete die Ansicht, daß Locarno genüge, Frankreich den Standpunkt, dah Locarno nicht genüge. Diese Verschieden­heit in der Auffassung dürfe jedoch keine Ursache zu einem Zwist sein. Man wolle vielmehr weiter arbeiten, aber nicht in den Wolken, sondern durch Realitäten.

Hierauf wurde vom Vorstand mitgeteilt, daß der Rat der Interparlamentarischen Union mor­gen um 12 Tlhr zusammentreten wird, um Stel­lung zur belgischen Tagesordnung zu nehmen, und dah vielleicht schon morgen abend um 18 Uhr die Vollversammlung sich hierzu werde äuhern können.

In der heutigen Rachmittagssitzung wurde die Frage der A a u s ch g i f t e behandelt. Rach längerer Diskussion, an der sich auch Reichs- tagsabgeordnete Frau Schröder beteiligte, wurde eine vom Berichterstatter, dem tschecho­slowakischen Senator B r a b e c , vorgeschlagene Resolution angenommen. Diese Resolution for­dert: 1. Verringerung der Zahl der Personen, die von Rauschgiften Gebrauch machen, 2. Bekämp­fung des Vertriebs von Rauschgiften durch Kauf­leute, 3. Organisierung eines Rachrichtendienstes über die Entwicklung des Rauschgiftkonsums. 4. Abschluh von internationalen Abkommen zur Einschränkung der Produktion von Rauschgiften.

In der morgigen Vormittagssitzung des Kon­gresses wird die Z o l l f r a g e in Angriff ge­nommen.

Empfänge.

Im Anschluh an die Rachmittagssitzung wur­den die Delegierten der Union im Völkerbunds- amt für geistige Zusammenarbeit vom Kriegs­minister P a i n I e D £ in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Verwaltungsrates dieses Insti­tutes in Anwesenheit von Unterrichtsminister H e r r i o t empfangen und begrüßt. P a i n l e v e wies in feiner Ansprache auf die Bedeutung des Kongresses hin. zollte den Bemühungen um die Ausgestaltung des Friedens Beifall und auch den tatkräftigen Bemühungen der ver­schiedensten Redner des Kongresses, wobei er besonders Reichstagspräsident Lobe erwähnte. Im Ramen des Kongresses dankte Professor Schücking. der mit Genugtuung feststellte, dah derartige friedliche Worte aus dem Munde eines Kriegsministers kämen. Professor Schücking gab in seinen Ausführungen einen ge­schichtlichen Ueberblick über die Entwicklung des Völkerbundsgedankens, der bereits im frühen Mittelalter aufgetreten und trotz vieler Hinder- nifie nunmehr doch Wirklichkeit geworden sei.

Der Präsident der Republik hat heute nachmittag etwa 500 Mitglieder der Interparlamen­tarischen Friedensunion empfangen.

Der deutsche Botschafter von Hösch gab heute abend zu Ehren der deutschen Teil­nehmer an dem Kongreß der Interparlamenta­rischen Friedensunion ein Abendessen mit anschlie­ßendem Empfang.

Pariser Presfekommentare.

Paris, 26. Aug. (WB.) Zu der gestrigen Rede de I o u v e ne l s aus der Konferenz der Inlerpar- lamentarischen Friedensunion schreibt derSoir": So lange ein Teil Deutschlands besetzt bleibt, wird die Pazifizierung nur eine Chimäre sein. Wollen die franzöjisci/en General­stäbler und die französischen Politiker den deutschen Nationalisten Waffen in die Hand geben, in einer

Absicht, die nicht schwer zu durchschauen ist? Suchen sie den K r i e g s g e i st zu verewigen und suchen sie ihre Revanche, nachdem sie die Ruhr aufgege­ben haben, weiter südlich zu nehmen? Es ist erlaubt, das zu glauben. Die R e d e de Iouoe- n e l s wird denen die Binde von den Augen reißen, die sich bisher mit Worten haben ab- fpeisen lassen. Nichts rechtfertigt die Rheinlandbesetzung, wenn nicht bas Fort­bestehen einer imperialistischen Menta­lität und der Wille, brutal auf den Bevölkerun­gen zu lasten, sowie der Wunsch, die Zwietracht zu verewigen und damit eine Verewigung des Mili­tarismus zu rechtfertigen. Das Blatt lehnt die Zu­rückziehung einiger hundert Mann ab. Man müsse b i 5 a u f d i e letzten Spuren die Ge­waltpolitik vom linken Rheinufer beseiti- ge n. Die Volksmassen, beunruhigt um den wahren Frieden, würden die Generalstäbler und die Po­litiker schon zwingen, diese notwendige Handlung zu vollziehen.

Zur heutigen Rede des Reichstags abgeord­neten Professor Dr. Schücking vor i>er Inter­parlamentarischen Friedensunion schreibt das Iournal des D eb a t s": Wir glauben nicht, daß diese Erklärung in irgendeiner Weise die Ausführungen des Senators de Iouvenel abschwächt. Iedermann in Frankreich wünscht eine loyale Verständigung mit Deutschland, aber Deutschland muß begreifen, daß bloße Worte nicht an die Stelle der Tatsachen treten können. Wenn Professor Schücking we­nigstens hätte betonen wollen, daß seine Kollegen und er nicht so wie viele feiner Landsleute davon träumen, Polen z u zerstückeln, Oester­reich zu annektieren und den Daves- plan zurückzucheisen, dann hätte seine Rede eine gewisse Tragweite haben können. Aber er hat sich gehütet, irgend etwas hierüber zu sagen, und diese Feststellung ist nicht ermutigend.

preußischer Eingreifen in den Berliner Kaggenftreit.

Berlin, 26. Aug. (WTB.) Der preußische Mi- nisterpräsident Braun hat, wie der Amtliche Preuß. Pressedienst mitteilt, am 25. August an die Staatsminister folgendes Schreiben gerichtet: Am Verfassungstage haben die HotelsKai­serhof",Bristol",Continental" (die sog. Hotelbe­triebsgesellschaft), das HotelEsplanade" undAd­lon" trotz der Aufforderung, die Reichsflagge an diesem Tage zu zeigen, nicht geflaggt. Bei dem HotelAdlon" ist diese Tatsache um so mehr ins Auge gefallen, als das genannte Hotel am 4. Juli, dein amerikanischen Nationalfeiertag, die amerikanische Flagge gehißt hatte. Die genannten Hotels haben auch an ihrem Beschlüsse, die Reichsflagge nicht zu zeigen, fest gehalten, trotz der Vorstellungen, die das Auswärtige Amt bet ihnen erhoben hat. Das HotelKaiserhof" hat sogar gestern, als es zu Ehren der Anwesenheit dem Neuyorker Bürgermeister Walker die amerika­nische Flagge hißte, ausdrücklich das gleichzeitige Aufziehen der deutschen Flagge abgelehnt. Ich halte es für dringend erforderlich, daß die republi­kanische preußische Regierung diese Stellungnahme gegen den heutigen Staat damit beantwortet, daß die Herren Staatsmini st er weder selber in den genannten Hotels Veran st al- tungen veranlassen, noch sich an solchen be­teiligen, die in diesen Hotels stattfinden. Ich bitte auch die Herren Staatsminister eine Anordnung zu erlassen, daß für die ihnen unterstellten Beamten in ihrer Eigenschaft als Behörden- Vertreter das gleiche gilt. Es bedarf einer so durchgreifenden Maßnahme, um der Oeffentlichkeit zu zeigen, dah die republikanische Regierung nicht gewillt ist, irgendeine Mißachtung der bestehenden Staatsform zu dulden."

Der preußische Ministerpräsident hat am gleichen Tage dieses Schreiben dem Herrn Reichskanz­ler zur Kenntnis gebracht und an ihn die Bitte ge­richtet, daß auch die Reichsregierung sich dem preu- ßischen Vorgehen anschließen möge.

gwei Erklärungen der Hoteliers

Berlin. 26. Aug. (WB.) Der Verein Berliner Hotelsund verwandterDe- triebe hat heute abend in einer fünfstündigen Sitzung seines Vorstandes und Beirates zu dem Flaggenkonflikt eine Entschließung ange­nommen, in der er zunächst ausführlich klarlegk, daß der Verein niemals den Beschluß ge­faßt habe, seine Mitglieder zu verpflich­ten, am Derfassungstage nicht zu flaggen oder die verfassungsmäßige Reichsfahne nicht zu zeigen. Alle der- artigen Presfenachrichten seien unzutreffend. Als rein wirtschaftliche Organisation könne der Ver­ein einen solchen Beschluß nicht fassen und müsse es ablehnen, sich in politische Dinge einzulassen.Der Versuch des Berliner Magi­strats". heißt es weiter,uill^ des preußischen Ministerpräsidenten, mit wirtschaftlichen Mittel n politische Gesinnungskund­gebungen zu erzwingen, muß um so schärfer zurückgewiesen werden, als dieser verfassungs­widrige Zwang sich nur gegen einzelne Hotels richtet, während gegen andere wirtschaftliche Un= ternehmungen, wie Banken und Warenhäuser, die am Verfassungstage ebenfalls nicht geflaggt haben, nichts unternommen wird." Weiterhin sagt die Entschließung den von dem Boykott be­troffenen Mitgliedern jede Unterstützung zur Abwehr der ihnen zugedachten wirtschaft­lichen Schädigungen zu und stellt fest, daß die Stellungnahme der Berliner Hoteliers Dom Reichsverband der Deutschen Hotels. Restaurants und verwandter Betriebe in Düsseldorf geteilt werbe.

In einer weiteren, ebenfalls einstimmig an­genommenen (Srfläning wird die Behauptung mit Entrüst ung zurückgewiesen, daß die Betriebe die Reichsflagge nicht ach- t e n oder verfassungsfeindlich einge­stellt wären. Hotels und Gaststätten zählten alle Bevölkerungskreise zu ihren Gästen und müßten es nach Möglichkeit allen recht machen. Da die alte Reichsflagge, wie die neue, zum Symbol politischerRichtungen geworden sei, habe man bei festlichen Gelegenheiten, um den Wirt­schaftsfrieden zu wahren, zunächst die Han­delsflagge und die städtische Flagge gehißt, da dies bei einer Reihe von Zeitungen übelgenom* men wurde, sich dann aber entschlossen, gar nicht zu flaggen.Wir werden an unserem politischen Standpunkt," heißt es in der Erklärung weiter, weder die alte noch die neue Reichs- fla gge z u hissen, solange festhalten, bis uns von berufener Seite ein Weg gezeigt wird, wie wir die Verärgerung eines erheblichen Telles I unserer Gäste vermeiden können." Don den Unter­zeichnern dieser Erklärung seien die folgenden

führenden Hotels genannt: Adlon, Bristol, Espla­nade, Kaiserhof, Continental, Zentral, Fürsten­hof, Palasthotel, von Restaurationsbetrieben u. a. Hiller, Dressci, Huth, Sonnborfbetriebe. An die Kollegenschaft im Reiche ist im Anschluh an die obige Erklärung herangetreten worden.

llus aller Welt.

100 Millionen Lei unter der Leitung des Generaldirektors unterschlagen.

Wie aus Bukarest gemeldet wird, hat der Direktor des rumänischen AmtsblattesMoni- torul official", Tomescu, in seinen Arbeits­räumen durch einen Revolverschuß Selbstmord verübt. Auf seinem Tisch wurde ein an die Polizei gerichteter Brief gesunden, der Enthüllungen über große ilnterfdjiagungen enthielt. Tomescu teilt mit, daß in der rumänischen Staatsdruckerei seit Iahren Unterschlagungen größten Stils vor- kamen, die vom Generaldirektor Falcojanu per­sönlich geleitet wurden. Er hatte die Beamten durch die verschiedensten Drohungen zur Teil­nahme an den Defraudationen bewogen. Tomescu schrieb in seinem Briese, daß er sein Gewissen nicht mehr länger beschwichtigen könne und mit seinem Tode diese Enthül­lungen bezahlen müsse. Auf Grund dieser Mitteilungen wurden noch am gleichen Abend der Generaldirektor und sein Sekretär verhaftet. Ersterer versuchte zuerst zu leugnen, doch legte der Sekretär ein umfassendes Geständnis ab; schließlich gab der Generaldirektor zu, daß er in den letzten Iahren 22 Millionen Ler Staats­gelder unterschlagen habe und daß er durch an­dere Defraudationen ungefähr 70 Millionen Lei an sich gebracht habe. Indessen dürften die unter­schlagenen Gelder die Sumyre von 100 Millionen Lei überfteigen, da andere Beamte daran be­teiligt waren. Der Generaldirektor und sein Se­kretär wurden in derselben Rächt in das Ge­fängnis der Staatsanwaltschaft eingeliefert.

Zur Marinekatastrophc in Japan.

Die Katastrophe in der Rächt zum Donners-- tag, bei der der Torpedobootszerstörer »Ravabi" zum Sinken gebracht und der Torpedobootszer­störerAshi" und der KreuzerIintsu" be­schädigt wurden, wird von den japanischen Ma- rineb^örben auf den in der Rächt herrschenden dichten Rebel zurückgesührt. Aach den letzten Feftstellmrgen sind insgesamt 119 Mann, darunter 11 Offiziere, ertrunfen.

vier Todesopfer bei einem Fährbootsunglück.

In der Nähe von Stryfch bei Zakopane (Tatra) kippte infolge starken Wellenganges auf der Weichsel eine Fähre um, auf der sich 20 Personen befanden. Der Fährmann, seine Tochter, ein Fährknecht und ferner ein Kaufmann aus Zakopane ertranken. Die übrigen Personen konnten gerettet werden.

Drei Kinder in den Ferien beim Baden ertrunken.

WieMntin" berichtet, sind drei Kinder im Aller oon 12,14 und 15 Jahren, die zu einer Ferienkolonie in Sabies d'Olonne gehörten, beim Baden von einer Sturzwelle erfaßt worden und ertrunken.

Schneefall in Bad Gastein.

Der Witterungsumschlag hat für Bad Gastein Schneefall gebracht. Wie dasD. T." meldet, schneit es dort gestern seit halb 5 Uhr früh. Die Berge und das Tal finb von dichtem Rebel umhüllt. Diele Kurgäste reisen ab.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die an der Vorderseite des sich weiter süd­lich verlagernden Hochdruckgebietes fließende kühlere Rordwestluft brachte im Lause des ge­strigen Tages Bewölkungsabnahme und führte in der vergangenen Rächt vielfach zur Rebelbildung. Das isländische Tiefdruckgebiet hat sich weiter südlich ausgebreitet und weiter vertieft. Lebhafte zum Teil stürmische Südwestluft herrscht auf seiner Südseite. Der auch bei uns schon wieder aufiommende Südwest-Luftstrom führt erneut starke Bewölkung und Regen mit sich Die Wetterlage verschlechtert sich wieder und läßt den unbeständigere regnerischen Witterungs­charakter die nächsten Tage fortdauern, denn das jetzige Island-Ties ist das erste Glied der auf dem Atlantischen Ozegn liegenden Cyllonfamilie.

Unbeständig. wolkig bis bedeckt, Tempera­turen im allgemeinen wenig verändert, zellweise Regenfälle, lebhafte, zum Teil stürmische um West drehende Winde.

WitterungSaussichtc.r für Montag: Fortdauer des unbeständigen, regnerischen WitterungS- charaktecs.

Lufttemperaturen: 26. August vorm. 17,0 Grad Celsius, 26. August nachm 11.5 Grad Celsius, 27. August vorm. 11,0 Grad Celsius. Erdtem- peraturen in 10 Zentimeter Tiefe: 26. August 16,3 Grad Celsius. 27. August 12,9 Grad Celsius. Maximum: 17,0 Grad Celsius, Minimum: 9,0 Grad Celsius. Riederschläge: 0,8 Wilimeter. Sonnenscheindauer: 2V< Stunden.

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