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früh

späteren

sprachliche

Oberhessen.

Landkreis Giessen

Die Spieler durften sich mehrfach -eigen und den Beifall des Hauses «ntgegennehmen. Dr. Th.

betrag alter Sparguthaben, auch Derjenigen der Inflationszeit. VS ist ferner beschlossen worden, den Einlegern über 65 3 a ß r e Abschlags­zahlungen au) den Auswertungsbetrag schon

Giessener Stadttheater.

Hebbel:Judith".

Denn diese Tragödie wiederum vor uns auf* steigt, wenn man sie abermals liest und abermals im Innersten bewegt aus der Hand gibt, dann kann man sich vorstellen, was die Welt in jener Zeit nach Goethes Tode empfunden haben mag, die noch bestrahlt und verklärt war vom Glanze deutscher Klassik und Romantik, und die dennoch schon nach neuen Propheten eifrig zu suchen begann als dieser sehr unbekannte, arme Mensch niederer Her- ku-nft aus dem Norden Deuffchlands erschien und das Wunder seines ersten Werkes aufrichtete groß. edel, tief menschlich und ohne Nachvarschaft unter den Lebenden, soweit man zu schauen und Namen zu nennen vermochte.

Das Wunder: denn mit seinem Judith-Drama

Während Hankes Ephraim und L c n a u S Achtor reichlich deklamatorisch wi-kten. (Bei hrn hohen Aufgaben des Werl«s. von denen oben die Rebe war. hatten wir nicht zuletzt an die

Auch Geffers als Holofernes befriedigte nur teilweise, obwohl er in einer ausgezeich­neten MaSkr erschien und eine imposante, äusser­lich sehr angemessene Erscheinung zur Schau stellte. Aber eben auch hier eine äusserliche, theatermässige Wirkung. Die Dämonie des Bar­barenfürsten Holofernes wurzelt keineswegs in der Gewalt der Stimme, in der Pracht der Muskeln und in den berserker^aften Gebärden eines gemalten Wüterichs. (Daran hat drr selige Aeftroy mit dürftigen Scherzen seinen paro­distischen Witz zu üben versucht.) Sondern in der unheimlichen, in Menschengestalt verkörper­ten Kreuzung zwischen Tier und Halbgott. Dergleichen war im Sinne des Dichters hier nur spärlich, in ein paar halben, gedämpften Tönen und verhaltenen Gesten au spüren. Inner­licher, leiser und geistiger muss der Holofernes gegeben werden, als es hier gffchah- denn auch er trägt wie fast alle Gestalten Hebbels ein Teil vom grüblerischen Vermächtnis seines Schöpfers, der Zeitlebens an den grossen Rätseln der Welt geraten hat.

Ueberhoupt war die Aufführung, die Je» leky leitete, merkwürdig lau und nüchtern und stimmungslos. Grosse Teile des Dramas ge­rieten zu geräuschvoll, zu eilig und äusserlich. Man wollte offenbar die Entfaltung eines grossen Theaters und spielte mehr als einmal (im 3. und 5. Akt) am Dichterischen vorbei. Glück­licher wirkten die ersten Bilder und der vierte Akt. Die szenische Gestaltung (Löffler und Keim) war im ganzen lobenswert. Doch war das Spielfeld in Dethulien erheblich zu klein und gestattete wenig Enthaltung und Gliederung der Bolksmasfe. 3m <rit des Holofernes sollte man minder gebrechlichen HauSrat aufstellen, der der Umgebung und dem OtU des Ganzen sich anpasst.

Einer Anzahl guter Leistungen im Ensemble ist mit Anerkennung zu gedenken; wir nennen; Eisig (Doppelrolle), Scherer (Mirza), 2t» lekh (Daniel), Schubert (Samuel), Gehre (Samaja), Heym (Delia), Bold (Aeltester).

die anschliessende Besprechung, an der sich fast alle Anwesenden betcil.gten, waren vom Be­streben, eine freundschaftliche Lösung dieses für Kirche und Gerne nschaft gleich bedeutsamen Fra­genkomplexes zu finden, getragen. Zum Schlüsse wurden noch einige aktuttlr Fragen der Kirche im Anschluss an einen Brief an dcn Schriftführer behandelt.

Q Grüningen, 26. 3an. Der hiesige GesangvereinEintracht" hielt am Samstag feine Generalversammlung ab. Die Rech.'.ungSablage für da- verflossene 3ahr ergab einen ansehnlichen eberschuss. Elnslim- mtg wurde der seitherige Borstand toieterge» wählt. Kaufmann Dapper - Mainz, der eine grössere Spende zur Anschaffung einer 'BercinS- sahnc gemacht hat, wurde zum Ehrenmit­glied ernannt.

ersten Vortrag hielt hierauf Pfarrer Döll- Wirberg über den Bau vonWohnhäusern für in den Ruhestand tretende Pfarrer und Pfarrwitwen. Ausgehend von der Rot und Schwierigkeit der alten Pfarrer und Witwen, eine Wohnung zu finden, und der Rotwendigkett, im 3nteresse der Gemeinden und der Kirche das Pfarrhaus möglichst bald zu räumen, stellte der Borträgende die Pflicht des Pfarrstandes, hier den Brüdern zu helfen, klar. Andere Hilfe ist bei der finanziellen Rotlage der Landesurche und der einzelnen Kirchengemeinden, wesentlich be­dingt durch die bekannte Stellung des hessischen Staates gegenüber der Kirche, unmöglich. Auch der Anschluss der demnächst in Ruhestand treten# den Pfarrer an eine Baugenossenschaft ist keine Hilfe, weil der Eintritt der Baumöglichleit u. 11. In weite Ferne rückt und baldige Hilfe nötig ist. 3n einzelnen Landeskirchen ist man der Lösung der schwierigen Aufgabe schon nahe getreten; so in der Provinz Sachsen, wo die Landeskirche unter Unterstützung der Einzelgemeinden in Raumburg a.Saale Pfarremeritenhäu- s e r baut. Dieser Weg ist für uns in Hessen aus den angegebenen Gründen ungangbar. 3n der Landeskirche der Pfalz will man die Ausgabe durch eine Baugenossenschaft der Pfar­rer lösen. Ein völlig ausgearbeiteter Plan liegt vor mit Beiträgen in zwei Klassen und einem Bauprogramm für zunächst 6 Jahre mit zwölf Wohnungen. Da in Hessen ungefähr die gleiche Anzahl Pfarrer in Frage kommt, lassen sich sichere Schlüsse aus die Möglichkeit eines ähnlichen Planes in Hessen ziehen. Als Ort für die Bauten käme nur Giessen In Betracht, lieber die Daumögllchkekten und Preise der Lauser wurden ungefähre Angaben gemacht. D. pritsch dankte dem Bortragenden und eröffnete die Besprechung mit dem Antrag, die Frage auf die Tagesord­nung der Hauptversammlung in Frankfurt zu sehen und als Referenten Pfarrer Doll zu be­stimmen. Die Aussprache war eine gründliche', von Oberkirchenrat Wagner wurde angeregt, die Frage durch Bildung einer besonderen Bau­gruppe in der Siedlungsgenossen­schaft deS Zentral-Verbandes der Inneren Mission zu lösen. Beschlossen wurde nach dem Antrag D. Fritsch, den Vortrag von Pfarrer Döll auf die Tagesordnung der Hauptversammlung zu fetzen mit einem Korreferat eines Vertreters der Siedlungsgenossenschaft. Hierauf sprach D. Fritsch über das Thema: »Kirche und Gemeinschaft". Der Vortrag und auch

da» Uederfahren von Haltesignalen unmöglich ge­macht werden muss. Die Versuche im lebte» Jaure haben gute Erfolge gezeitigt, deren Wirkung -.ich hoffenttich auch bald in der Anwendung im Schieb zeigen wird. Bis heute ist die automatische Zug­bremsung vor geschlossenen Signal int Schieb noch nicht eingeführt.

Der neue Oberbau der Reichsbahn ist das Ergebnis einer hundertjährigen Betriebserfahrung und als in jeder Weise hervorragend zu bezeichnen. Lurch seine erhöhte Festigkeit unj Schwere gestattet er ein schnelleres und ruhigere- Fahren der Züge, was auch den beschleunigten Güterzügen sehr zu statten kommt. Der Umbau der den Anforderungen nicht mtfjt ge­nügenden Brücken ist weiter durchgeführt worden. Im hohen Masse kommen hierbei Edelstcible zur An Wendung, wodurch eS in den meisten Fällen möglich ist, die vorhandenen Pfeiler und Widerlagec auch weiterhin zu benutzen. Auf gefälliges Aussehen und Anpassung an die Landschaft wird mit Recht be-

. sonderer Wert gelegt.

Die Elektrisierimg der Reichsbahn wird als roc-it- gestecktes Ziel Im Auge behalten. DiS Ende des Jah­res 1926 wurden insgesamt schon 1000 km elektrisch betrieben. Zur Zeit sind von giöjcren Strecken die Berliner Stadtbahn und die Vettbewerbsstrecke SalzburgMünchenStuttgartKarlsruhe Kehl

war. hatten wir nicht zuletzt an die

Bewältigung der HebkÄschen Prosa gedacht.)

war etwas geschaffen, in dem der feurige lieber- schwang, der heisse Obern einer schon vergessenen Generation von Stürmern und Drängern n3d) ein­mal lebendige Kraft bekommen hatte, ein Werk gleichwohl, das über Klassik und Romantik hinweg in der f*kf|aty(äuülgen, strengen Kunst der Allen zu wurzeln schien, und das dennoch In jeder Szene, in jedem Wort ein neues war, ein eigenes, von feinem Schöpfer gezeichnetes und Ihm allein zu­gehöriges.

Der Stoff ist ltterortfch sehr alt. Schon im Jahr­hundert der Reformation zur Blütezeit bet bibli­schen Dramas, empfahl Luther die Judith-Legende der Apokrnphen als einen guten Tragödienstoff (während Ihm der Tobias für eine Komödie sehr brauchbar schien). Das Motiv ist denn auch ost genug aufgegriffen worden, selbst nach Hebbel noch, der übrigens In späteren Jahren wieder au ihm zurückgekehri ist und eine Umarbeitung feines Iu» gendwerkes geplant hat. Aber die gültige und blei­bende Gestaltung des altteftamentarisä^n Mythos, feine menschliche Würdigung und dichterische Ver- flärung hat allein der Dlthmarser geschaffen.

Was würde uns heute noch bewegen und Anteil- nahrne abringen können von den Greignlffen, die uns In den 16 Kaoiteln des Buches Judith berichtet werden? Nichts oder etwa so wenig, wie jene ge« schlchtllchen Dinge an sich es vermögen, die um die Gestalt der 9eanne b'arc ausgebreitet liegen. Und Judith bei Hebbel, nicht die überlieferte erlebt ein ähnliches Schicksal in sich, wie jenes Mädchen von Orleans bei Schiller (nicht in der Geschichte und auch nicht bei Shaw).

im Umbau zur Elektrisierung begriffen. Für den weiteren Fortgang dieser Arbeiten ist mehr als bei allen anderen Projekten die finanzielle Lage der Reichsbahn massgebend. Strecken mit starken Stei­gungen und dichter Stationsfolge, wo die Elektri- fteiung eine wesentliche Verkürzung der Fahrzeit mit sich bringt, werden vorzugsweise in Angriff ge­nommen.

Zusammenfassend darf gesagt werben, daß bic ieAusche Leitung der Reichsbahn in jeder Weise auf ihrem Posten ist und sich bemüht, alle Hilfsmittel einer modernen Technik sich zu nutze zu machen. Ebenso stehen natürlich auch die technisch-wirtschaft­lichen Lrganisationömaßnahmen wie Rationalisier- und insbesondere Fliessarbeit auf ihrem Programm. So wirb glles g$tan, um die Leistungsfähigkeit der Reichsbahn, ÄT fa mit in erster Linie die Repara­tionslasten tragen muß, weiterhin technisch zu heben, damit sie dem VvrkehrsbedürfniS der deutschen Wirtschaft immer besser gerecht werden kann. Wie gewaltig die Betriebsleistungen der Reichsbahn in den Herbstmvnaten des vergangenen Jahres waren, geht aus der Angabe hervor, daß im August v. I. über 2% Milliarden Wagenachskilometer aeleistet wurden gegenüber einem Monatsdurchschnitt der Jahre 1913 und 1925 von 2,37 bzw. 2,09 Milliarden. Zur Erläuterung des Begriffes Wagenachskilometer möge gesagt fein, daß ein zweiachsiger Güterwagen nach Ablauf einer Strecke von einem Kilometer zwei Wagenachskilometer zurücklegt. Zur Bewältigung dieser ungeheuren Leistungen waren im Jahre 1926 bei der Reichsbahn rund 331700 Beamte und 401300 Arbeiter, zusammen also 733000 Personen beschäftigt. Die Bstriebslänge betrug 53428 km. Unter Berück­sichtigung der zwei- und mehrgleisigen Strecken ergibt sich eine Äesamtgleislange von rund 120800 km. Auf dieser Strecke laufen insgesamt 26800 Lokomotiven, 21500 Gepäckwagen, 63200 Personen­wagen und 671600 Güterwagen, also insgesamt beinahe 800000 Fahrzeuge einfchl. der Lokomotiven.

Der Kohlenbedarf beträgt bis zu 40000 Tonnen täglich, wofür allein ein jährlicher Aufwand von rund 250 Millionen Mark erforderlich ist. Der Gesamt- ahresumsatz der Reichsbahn schwankt zwischen 4 und 6 Milliarden Mark.

jetzt (ftatt 1932) zu leisten. Auch die Spar­und Borkchusstasse I. die 1922 in Liqui­dation gelte.e.i ist, beabiich.iat. ihren Elnlage- g.äubirern Auswertu-g zu zah en.

t Grünberg, 26. Jan, Am Sonntagabend gab der Gesa noverein3 ä n g e r f r a n 5* ein sehr zahlreich besuchtes und glänzend verlaufenes Konzert. Die Ehöre der Sänger unter der Lei­tung ihres bewährten Dirigenten K. Nicolai zeigten, daß der Verein über hervorragendes ge- längliches Können und ausgezeichnetes, trefflich ge­schultes Stlmmaterial oerfügl. Die Darbietungen der Sängerschar fanden verdienten reichen Beifall. Die Lieder der Sängerin Frl. Wanner, Gießen die Pistonsoli des Herrn Schwarzlose, Gießen, und die Klavierbegleitung des Herrn K r e n g e l. Glessen, standen gleichfalls auf großer künstlerischer Höhe und fanden den starken Beifall der Zuhörer. Ein flott gespieltes Theaterstück beschloß den genuß­reichen Abend, auf den der Verein mit Befriedigung zmrückbllcken lann.

Hungen. 26. Jan. Die erste Deka­natskonferenz des Dekanates Hun­gen fand am Dienstag unter Leitung des De­kans Engel-Obbornhofen hier statt. Da der Referent erkrankt war. wurden nur geschäftliche Dinge behandelt. Am Rachm'ttag fand eine Psarrvereinsversammlung statt, d'.e auch von Pfarrern des Rachbardekanats besucht war. Der Leiter, Pfarrer D. 3. Fritsch- Ruppertsburg. eröffnete die Versammlung mit Schriftlesung und Gebet. Er begrüßte hierauf die Amksbrüder und Oberk'.rchenrat Wagner- Giessen, gedachte in herzlichen Worten des am 23. ds. Mts. heimgerufenen Amtsbruders Scri - ba - Detterfell), der allezeit ein eifriger Be­sucher der Pfarrvereinszusammenkünfte in Hun­gen war; fein Andenken wurde in üblicher Weise geehrt. Die Sterbekasse, fein ureigenstes Werk, hat in ihm ihren Hauptleiter verloren. Den

3<bc Widergäb« des Werkes steht und fällt mit der Besetzung der beiden Hauptrollen. Der Spielleiter, der eine Inszenierung derJudith" unternimmt, muss sich von vornherein über die ihm zu Gebote stehenden Mittel ebenso im klaren sein, wie darüber, dass das) Drama keiner­lei Experimente verträgt und hohe und strenge Anforderungen an Splelwart und Schauspieler stellt. Die Aufführung, die wir gestern fassen, machte nicht den Eindruck, als ob man sich des vollen Ilmsanges der Aufgabe bewusst gewefen wäre.

Die Judith hatte man Marysla Bau­mann übertragen. Sie ist, wie wir schon früher festzustellen Gelegenheit hatten, eine gewiegte und sehr routinierte Schauspielerin. Sie kann, unter anderem, auch die Judith spielen; sie ver­fügt über eine Erscheinung, wie man sie bet dieser Gestalt erwartet. Aber mitspielen" und mit der Htgur allein ist es bei Hebbel niemals getan. Diese Rolle muh erlebt und von innen heraus gestaltet werden; hier steht ein Geschöpf mit einem heissen Herzen, ein Weib, das die letzten Geheimnisse seiner Seele schmerzlich offen­bart; hier soll eine tiefe Wandlung erlitten werden, ein Menschenuntergang vor unfern Augen sich begeben. Statt dessen sah man an den entscheidenden Stellen nur ein effektvolles Theaterspiri. das seine Steigerungen mit äusse­ren Mitteln erreichte. Wit einer zwischen Scbre und Deslüster schwankenden Sttmmskala und mit einer ungerechtfertigten lieber-itzung teS Sprech­tempos. Rur ganz zu Anfang und ganz am Ende waren ein paar gedämpfte Töne zu ver­nehmen. die des Dichters waren. 3m weit­aus grössten Teil des AbendS blieb man kühl und ungerührt.

zu. Und dieses Ende ist nicht wie früher oft Abgesang, Läuterung, Verklärung, sondern die grausame, schlcksalbesttmmte Steigerung, die die Tra­gödie noch Über die letzte Szene hinausschwingen lässt; sehr anders freilich, als die letzten Abschnitte der Ueberlteferung, wonach die siegreiche Witwe in hohen Ehren, eine Volksheldin, mehr als hundert Jahre alt geworden ist. Hebbel endet mit jener Tragik des ungewissen Ausgangs, von der man beimTasto" oft gesprochen hot, mit dem erschut- ternden und verzweifelten Stossgebet eines hilflosen Weibes, das zuvor fein Menschlichstes übermensch­lich 5um Opfer gebracht hat.

Kreis Schotten.

* Schotten, 26. 3an. Die Stadt beab­sichtigt, in Gemeinschaft mit den Gemeinden ihres Bezirks einen weiteren Personen­kraftomnibus einzu stellen, der die Verbindung der umliegenden Orte mit der Kreis­stadt herstellen soll. Unter Berücksichtigung der Amtsstunden und besonderer Anlässe sollen täg­lich wechselnde Autolinien geschaffen werden, so bass die Bewohner der angeschlossenen Orte wenigsten- einmal in der Woche bequem nadj und von ihrer Kreisstadt kommen können. Das Auto des Zweckverbandes bleibt bto auf weiteres in Eichelsdors Rationiert, um den Leerlauf SchottenEichrlsdorf auszu- 6onte sich später die Möglichkeit bieten, blc Linie über Stornfel« und Einarts - i) a u f« n weilerzuführen. so wird Schotten End­station.

. 0 Laubach, 26. Jan. Gestern fand im Gast- Hos .^Zur Traube" die dritte Holzoer st eige- rung des Gräflichen Iorstamts statt. Es kam der Raummeter Buchenscheit auf 11 bis 12 Mark; Buchenknüppel 7 bis 8; ®ud)enft:'rfc auf 6 bis 7; Scbichtreiser (Schlagreiser) 2; Astreiser auf 1 bis 1H0 Mark. Die Holzhauerarbelten in den gräflichen Waldungen gehen noch in dieser Woche zu Ende. Die Witterung war in diesem Aahr für diese Arbeiten besonders günstig, ba keine Unterbrechung nötig wurde. In den gräflichen Wal- düngen sind 190 Arbeiter beschäftigt, in *ojt ä d t l. schen 33 Mann. Hier wird die Holzhauerei erst gegen Mitte Februar beendet fein.

Mreie Alsfeld.

>4 Alsfeld, 26. 3an. Aus bet Stadt- Vorstands)ttzung: 3n der gestern stattge­habten Sitzung, welche eine umfangreiche Tages­ordnung aufwies, wurde zunächst über dir Auf­wertung, der Markanleihen und Schuldscheindarlehen der S'adr ver­handelt. Es wurde entsprechend den Vorschlägen der Finanzkommission beschlossen, die Schulden der Stadt nach dem Vorgehen anderer Städte mit 121 's Proz. des Goldmarkbetrags aufzuwerten, und Atoar gleichmässig sür Alt- und Reubesih. Die Golhmarkbetrage unter 303 OHL sollen gleich­falls mit 12*/, Proz. ohne Anerkennung eines Rechtsanspruches aufgewertet und bar abgelöst werden. Die Verzinsung und Tilgung der Ab- lösungsfchuld erfolgt nach den Bestimmungen des Anleiheablösungsgesetzes unter Beteiligung an der Ko:nmunal-Sammel"ablösungsanlethe deS deutschen Sparkassen" und Giroverband.'s mit dreissigjähriger Laufzeit. Errichtung einer Badeanstalt. Hierzu wurden von dem Stadt­baumeister die Pläne für die Ausbauien vorgelegt. Diese wurden nach Erläuterung durch den Stadt­baumeister wie vorgefchlrgm angenommen. Es sind 40 Dinzelkabinen und 4 Sammelkabinen als An- und Auskleideräume vorgesehen. Die Anlage soll bis zum 1. April fertiggestellt fein. Die Angelegenheit betr. Bauten einer Unter- stellhalle für Vieh wurde auf Antrag des Vorsitzenden von der Tagesordnung abgrietzt. da noch Angebote eingelaufen sind. Für Öen 6 aal bau n$um Deutschen Haus" wurde die Anschaffung eines weiteren Klaviers be­schlossen, welches von der Stadt Den Vereinen und sonstigen Interessenten gegen eine Abgabe von 5 Mk. für jede Veranstaltung zur Verfügung gestellt wird. Der vorhandene STflget soll nut für Konzertzwecke Verwendung finden. Ver­schiedene Einsprüche von Anliegern wegen Heranziehung zu Stratzen- b a u k o st e n in der Wallgasfe. am Dalkmühlen- Weg und in der Siedlung Rambach wurden als unbegründet zurückgewiesen. Den Schuldnern soll jedoch auf Antrag gestattet werden, die Betrüge ratenweise mit angemessener Verzinsung abzu­tragen. Die Herstellung deS fettner noch nicht benutzten Teile- des jüdischen Fried­hofes soll entsprechend dem Voranschlag des StaÖtbauamtS vorgenommen werden unter Tei­lung der entstehenden Kosten zwischen Stadi und jüdischer Gemeinde. Der erforderliche Kredit wurde bewilligt. Eine von dem Vorsitzenden gegebene Anregung wegen Verlegung des Krämer Marktes vom Marktplatz aus den Lindenplah wurde abgelehnt, nachdem sich von feilen der Kaufleute hiergegen ein starker Wider­stand geltend gemacht hatte. Aus Anlass einer Beschwerde eines Mitgliedes der Rechten

Äreis Friedberg.

Friedberg, 26 3an. Die diesige Aufbouschule wurde, ta ü e: die HLlstr b.r Schüler (im ganzen 65) a.t Dr ipp< edrantt tft, für vor äusig acht Tage geschlossen.

7" V a d - R a uh e i m, 26. 3un.' Zu einem gut besuchten Steuervortrag hatten die In­dustrie- und Handelskammer Friedb rg und die HanÖwerkskammer-Rebenst.lle Friedbe.-g ringe- laben. Dr. Göbel (Friedberg) behandelte das zeitgemässe Thema .Einheits-Bewer- tun g". Er besprach insbesondere die Einheits- betoertung zwangSbewirtschafteter und nicht- zwangsbewirtschafteter Grundstücke, wobei ec nach­wies, dass Der zum Ausgangspunkt der Bewer­tung gemachte Wehrbelltagswert mttun er zu recht unglücklichen Ergebnissen führe. Die Han­delskammern Hessens und Hrssen-OTassaus hätten deshalb eine Eingabe an das Reichs - sinanzministerium gerichtet und gefordert, dass bei der Bewertung von Grundstücken neben Der allgemeinen B.schafsenheil auch dir Ver­kehrslage berücksichtigt werde. Es sei dies auch in Den Richtlinien Des Landesfinanzamts Berlin gestattet worden, während c.genariiger» weife Das Landessinanzamt Darmstadt sich bisher dieser Einsicht verschlossen habe. Die interessanten Ausführungen fanden Ergänzung in Der recht regen Aussprache, an der sich u. a. Beigeordneter und Olotar Stahl, Kaufmann Gustav Wolf, Kaufmann R i ck e l. Oberstenerinspektor P l a a g und die Stadtverordneten Kraus, Etzel und Rosenthal beteiligten. Einzelne Unklarheiten konnten durch Die Diskussion noch geklärt werden. 3n seinem Schlusswort legte Dr. Göbel noch­mals die Vor- und Rachteile einer zu hohen und einer au niedrigen Bewertung Dar, empfahl aber, int allgemeinen gegen zu hohe Bewertung Ein­spruch zu ergeben. Um Den Ausbau der neuen Kläranlage, D. h. um Die Odeton- arbeiten und Öen Damit verbundenen ErDaushub, haben sich insgesamt 10 hiesige und auswärtige Firmen beworben. Bei Der Eröffnung Der An­gebote zeigte sich zwischen dem höchsten und niedrigsten Voranschlag eine Differenz von rund 80 Prozentt Das höchste Angebot hat hie Firma Dickerhof L Widmann A. G. für Betonbau in Biebrich a. Rh. mit 133 911 ML, während eine Friedberger Firma mit 73 586 Mk. Die niedrigste Forderung stellt. Auch zwei Gie­ßener Daufirmen befinden sich unter den Be­werbern. Trotzdem zahlreiche Erwerbs­lose zur Zett bri den großen Kanalisa­tionsarbeiten in der Stadt Beschäftigung ffnben, ist die Zahl der Arbeitslosen noch ver­hältnismässig gross. Die Zahl Der Unterstützungs­empfänger Betrug EnÖe voriger Woche nahezu 2 0 0.

K Steinfurth, 26. Jan. Dem hiesigen sehr rührigen Turnverein wurde eine Schüler» a b t e l l u n g angegliedert, deren Leitung Lehrer Hirsch übernommen hat.

0 Bodenrod, 26. Jan. Zur Zeit finden in den großen Waldungen des hessischen Tau» nus die Holzoersteigerungen statt. Die Preise sind dabei schwankend. Bei der hiesigen Der- stelgerung paßten sie sich dem staallichen Tarifprels an. Es können folgende Durchschnittspreise für den Raummeter mitgeteilt werden: Buchenscheit 12 bis 13 Mark; Eichenscheit 7 bis 8; Duchenknüppel 10 bis 11; Eichenknüppel 5 bis 7; Fichtenstockholz 2 Mark. Durchweg niedrig waren die Preise für Reisig.

L Dross« n-Duseck, 2S 3an. Heute . . entglelste auf unserem (Lahlchof beim Ran­gieren die Maschine eines GÜterzugeS. üaeböem Der Geräle'.ug von Giessen heroeigeholl worden wax. konnte die Maschine wieder in das Geleise gehoben werden. Der Zug tonnte nach etwa einständiger Verfpäruna weltctfahren.

* Beuern. 26.3an, Die hiesige Spar- uhö Dorschusskasse e. G. m. b. H. hat Öle 2ruftoetlung her Spareinlagen nach O^aftcase der bestehenden Auswertungsvorschrff-- ten beschlossen. Aufgewertet wird der Goldrnark-

Wenn man vergleicht, so findet man, vielleicht überrascht, daß Hebbel In manchen Teilen fast wört­lich der biblischen Ueberlieserung folgt. Aber alle diese Stellen sind für die Dichtung und künstlerische Formung belanglos, sie könnten so ober anders heissen: cs bleibt gleich. An zwei Stellen aber hat Nevbel entscheidend in die Quelle eingegriffen und das Uebcrkommene umgebogen: die jüdische Witwe (die bei Georg Kaiser zur grotesken Komddienflgur wurde) war für ihn eine unmögliche Voraussetzung; er hat ausführlich bargetan, wie seine Judith ein Geschöpf sein musste, das gleichsam in der Mitte zwischen Weib und Jungfrau stand auf halbem Wege zwischen Kindheit und Mutterschaft.

Nur eine solche, nicht jene Tochter Meraris und Witwe Manasses, war reif und geschaffen dazu, die Tragödie einer Frau in sich zu fassen, die ein Schick­sal darin findet, aus der Befreierin ihres Volkes zur Rächerin ihres Weibtums zu werden. In der Ver­tauschung der Motive, von der eine Tagebuchslelle Hebbels spricht, beruht das Schwergewicht der Dich­tung, wurzelt der tragische Ausklang.Das Faitunt. das ein verschlagenes Weib vorzeiten einem Helden den Kops abschlug, liess mich gleichgültig ..." Und: ..Rur dadurch wird die Tat der Judith menschlich, dass sie sich leibst rächt, daß sie Mord gegen Mord fegt! Hätte sie nicht ihr Selbst an Holofernes ver­loren, fo würde ihre Tat durchaus abscheulich sein!" In der Bethulierin, die Hebbel bei Lulyer sand und die er aus der nationalen Begrenzung einer kriege, rischen Episode Ine Zeitlose hob, wandelt sich Aus- Sabe und Berufung, wächst Elnzelschlcksaf und igenes über die von überirdischen Stimmen gefor­derte Pflicht zur Gemeinschaft.

Selten ist eine Tragödie so stark und gerad» linig zum notwendigen Ende geführt worden, wie dieses geniale Jugendwerk, das den erbitterten Widerstreit zweier feindlicher Völker im tödlichen Zweikampf der zwischen Haß und Liede ewig schwankenden Geschlechter gipfeln lässt. Hier «cheint der spätere Hebbel desGyges" und derMari- amne schon ebenso sich anzukündigen, wie in dem vrachtooll klar gefügten dramatischen Aufbau, in der stell ansteigenden inneren Linienführung de» Gan» zen und dem Uebermaß der beiden Gegenspieler, die aus der Menge der Nebensiguren gewaltig heraus» wachsen.

Bedeutsam ist endlich noch dies: Entscheidung und Höhepunkt des Dramas liegen ganz am Ende, im fünften Akt. Das zwingt die zitternde, nach Ent» ladung drängende Spannung in die Szenen hinein und treibt bte Creignfffe fo unausweichlich dem Ende