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in der »erlebten Sitzung wegen bet spott» Heften Veranstaltungen aus dem ftädft- lchen Sportplatz onöenn-unb Feiertagen wurde nach de n Vorschlag der Finanzkommrlsion gegen die Stimmen der Linken beschlossen, baß am -tottnionntag der städtische Sportplatz für sportliche Teranüoltungen nicht zur Verfügung gestellt Wird. Während der iSot.esdi nfte an Sonn- lag-Xormittagen sollen die sport ichen Vrranstal- tungen unterbleiben. — Zu den kosten der Drucklegung der Gemeindearchive im iXteie Alsfeld wurde ein Beitrag von 100 TEIL bewilligt, da die Stadt mit ihrem großen Archiv hieran in hervorragender Weise beteiligt ist. — Der Landwirtschaftlichen Winter- schule in Alsfeld, welche in di.'em Winter ihr SOjähriges Jubiläum feiert, wurde zu der heraus;ugebendrn Festschrift ein Bel.rag von 103 Wt. bewilligt — Ä taf tftoft AIß - seld-MeicheS. Die von der Oberdostdirek- tion genehmigte Linie soll am 1. Februar in Betrieb g.srtzt tocr'en. Die Bedingungen der Obrrpo'tdlreltion vom 9. Juli 1223 für die'e Linie mit einem DewährleislungSsatz von 83 Pf. sür jeden gefahren:» JtUomc er wurden angenommen. — Sin vorgelrgter Vertrag mit der Ol er -Gesellschaft tce; n Errichtung einer Strahen-Bcnzin-Tankstelle vor dem Hause des Fahrradhändlers Oesterreich in d r Volkmerstrabe wurde genehmigt. — Die jährliche Anerkew- nungsgcbühr wird auf 330 Ml. festgesetzt.
Arcie Lauterbach.
O Mus dem Schlitzerlanb, 26.Jon. Hier herrscht augenblicklich sehr stark die Maul, und Klauenseuche. In Schlitz selbst scheint sie langsam nadHulaffen, aber sie ging ihren Weg in mmer rncyr Dörfer. Zum Teil richtete sie groben 2 chadenan. So fielen einem Landwirt in Hutz - )o rf vier Stück Vieh.
(^Hartershausen, 26. Jan. Die hiesige ü^farrstelle war seit Anfang November vakant. Sie wurde von Psarroerwalter Schm i d t in Schlitz ifo Soezialvikar seitdem versehen. Nun ist auf Prä. entatlon Sr. Erlaucht des Grafen von Schlitz gen. >on Görtz Psarroerwalter Lantbelme, bisher in Albig in Rheinhessen, hierher versetzt und ihm Die Pfarrstelle übertragen worden. An einem der nächsten Sonntage wird er in seinen neuen Dienst durch den Dekan des Dekanats Laurerbach, Orkan Schlösser, eingeführt werden.
Wirtschaft.
Die neue Reichsauleihe.
Seit der Befestigung der Währung hat daS Kelch den inneren Anleihemarkt noch nicht wieder in Anspruch genommen. Während der Ins la - tion-zelt kam eine solche Anleihe überhaupt nicht in Frage, da die Äotenpresse den Bedarf deckte. Der Versailler Vertrag hat Deutschland Überdies die finanzpolitische Handlungsfreiheit genommen, insbesondere hinsichtlich der Begebung von An- leiben, llnö eS wird eine der nächsten Aufgaben der deutschen Politik sein, diese Handlungsfreiheit zurückzugewinnen, weil ohne sie eine gesunde und ausgeglichene Finanzpolitik des Reiches nicht möglich ist. Wenn der Generalagent Parker Gilbert in seinem zweiten LlahreSverichl Über den Dawesplan kritische Be- merlungen über die Finanzierung der Erwerbs- losenfürforge machte, so hätte er eben auch nicht außer acht lassen dürfen, baß Versailler Vertrag und Dawesplan das Keich dazu zwingen, zur notwendigen Deckung außerordentlicher Ausgaben sich aubergewbhnl cher Mittel zu bedienen. Auf die Dauer kann daS Reich nicht auf den Anleihe- markt verzichten, da es sonst große und werbende Anlagen gar nicht ausführen könnte. Der Betrag von 500 Millionen Mar!, der nun durch die neue Anleihe aufgebracht werden soll, ist Verhältnis- mäßig hoch. Indessen ift er durch die Derweir- hung begründet, die Im wesentlichen im Ausbau des KanalneheS besieht, waS unbedingt als werbende wirtschaftl.che Anlage anzusprechen ist. ES ist aber auch ein Beweis für die Produktionskraft Deutschlands, baß drei Jahre nach der Inflation, also nach dem Zusammenbruch der Währung, der Kapitalmarkt stark genug ist, die An- leihe glatt auszunehmen. Der (linsfust von 5 v. H. wird kein Hindernis sein, im Gegenteil, er ist der Beweis dafür, daß die Verhältnisse auf dem Geldmarkt wieder normal sich cinzurenken beginnen. Die volkswir.schriftliche Bedeutung der Anleihe liegt darin, daß sie mit der bisher gc-
OerFrofch mit derMaske
Roman von Edgar Wallace.
51. Fortsetzung. Nachdruck verboten
Sie bereitete den Tee und begann einen langen, glücklichen Brief an Dick zu schreiben. Etwa hundert Meter von der Straße entfernt war ein Postkasten angebracht. Ella entschloß sich, den Brief sogleich aufzugeben. Es war eine schöne Nacht und die Leute standen vor ihren Haustüren und schwatzten, als sic oorüberging. Sie warf den Brief in den Kasten, kam in das Haus zurück, versperrte und verriegelte das Tor und fej^te sich mit ihrem Arbeitskorbe nieder, um die Stunde bis zum Schla« fengeften auszusüllen.
Während sie nähte, kehrten ihre Gedanken immer wieder ju Nay zurück.
Die einzige Beleuchtung des gemütlüfttn Speisezimmers war eine mit einem Lampenschirm bedeckte Petroleumlampe, die auf dem Tisch neben ihr stand und ihr genügendes Licht zur Arbeit gab. Außerhalb ihres Lichtkreises lag alles im Dunkeln. Ella hatte soeben die Socken ihres Vaters fertla- gestopft und stach mit einem glücklichen Seufzer die Nadel in das Polster, als ihr Blick die Tür streifte, die in die Küche führte.
Sie hatte sie vorhin aelchlosien. Aber nun öffnete sie sich langsam, Zoll für Zoll.
Einen Augenblick sah Ella starr vor Schrecken da, ehe sie auf die Füße sprang.
„Wer ist da?" rief sie.
Da erschien im dunklen Türrahmen eine Gestatt, deren bloßer Anblick den Schrei In ihrer Kehle erstickte. Sie schien riesengroß in dem engen schwär- ’.cn Mantel, den^-sie trug. Gesicht und Kopf waren hinter einer scheußlichen Maske von Gummi und Glimmer verborgen. Das Lampenlicht reflektierte auf den großen Augengläsern und erfüllte sie mit unheimlichem Feuer.
„Schrei nicht und rühr' dich nicht!" sagte der Maskierte, und die Stimme klang hohl unb weit entfernt. „Ich werde dir nichts tun."
„Wer find Sie?" ftammclie Ella.
„Ich bin der Frosch", sagte der Fremde. Für die Dauer einer Ewigkeit stand sie hilflos, jeder Bewegung unfähig. Er begann von neuem zu sprechen.
übten Methode der Srwerbsloienfurkorge Schluß zu machen sucht. Deutschland ist doch nicht reich genug, um aut laufenden 6f1cntV(ft<m JÜ ttcln die für d e EewerbSloscnfürforgc erforderlichen Mittel auUubcngen' SS ist keine produktive Sr- werbSloseniürforge. wenn diese Mittel aus dem Steucrertrag genommen werden, weil gerade dadurch die Gefahr entsteht, dir Produktionskosten im Inland hochzufchrauben Erst die Anleihe schafft das nottrenftipe Bete ebStapital. daS fn feiner Verw.ndung selbst Produkt.v ift. indem ei neue volläwirllcbastl.che Werte von Dauer und von dauernder Autzung Herst eilt. Vrn den 503 Mül onen Mark, die aufgelegt werden, find 203 Mill onen Marl fch ? endgültig unterg'bracht. Der Best von 330 Mill.onen. der b»S zu 120 Mark gestückelt wird, wird sicher bereilwtllig ausgenommen werden. Zumal heute, wo noch Dckdung einer Aeg.eruno der Arbeit und des Wiederaufbau» keine Gefahr sozialistifcher Wir'.schastsver- fuche droht, die sonst daS Vertrauen der Sparer in die Festigkeit und Sicherheit der Anleihe unbedingt erschüttern müssen. Da der Auigabelurs auf 92 v. H festgesetzt ist. macht der eigentliche Zinsertrag 5.43 v. H aus was den Geldmarkt- verbäf.ni'lcn durchaus entspricht.
Don der Frankfurter Dörle. Die Votierung der V ,proz. Anleihe von 1919 der Rheinischen Stahlwerke A. G. wird vom 27. Januar ab eingestellt. Zugela'i -> wurden zur Frankfurter Börse 8 Mill. Mark 7proz. zum Venn- toert biS 1961 rückzahlbare, hnpothekarisch ficher- gestellte retlschuldverlchreibungen von 1926 der Main-Kraftwerke A. G. in Höchst a. M
• Starke Heber zeichnung der ersten Tranche der 6proz. Deutschen Kom- munalanleihe von 1 927. Wie der DHD. erfährt, ist der erste Teilbetrag der insgesamt aus 50 Mill. Marl sich belaufenden bproz. Deutschen Koinrnunal-Goldanleibe von 1927. der gestern vormittag in Höhe von 10 Mill. Mark zum Kurse von 96* 7 Pro-, zuzüglich 6 Droz. Stückzin'en ab 1. Januar 1927 bis zum Zaylungötage aufgelegt worden war. rakt) überzeichnet worden, fo daß die Zeichnungslisten geschlossen werden mußten. ES ist eine etwa sünsfachc Lieberzeichnung sest- zustellen.
'Verwoltungs.at ber Veichsbahn- g e s e l l s ch a f t. Vorn 24. biß 26. 3an. hielt in ’ .crUn der Verwaltung-»«: d«e Deutschen VeichS- bahngesellschast seine regelmäßige Sitzung ab. Der vorläufige Lleberblick über Einnahmen und Ausgaben des Lahres 1926 läßt einen befriedigenden Abschluß erhoffen. Alle Au; träge, die eine Io- fotlig? 13elcju,.g des Arbeit sm arlt es herbeisüh« ren lönnen, follen baldigst ausgegeben werden. Die neu zur Verfügung gestellten Mittel ermöglichen die Bestellung von weiteren 200 Lokomotiven. zirka 1000 Personenwagen und 2000 Güterwagen. Der Derwaltungsrat nahm davon Kenntnis, daß es nicht mehr nötig fei, den PerfonaIsland der Reichsbahn allge.nein weiter zu senken. 3n den Werkstätten wird jedoch noch eine Derrinycrung um etwa 5000 Kopse nach dem 1. Aprrl 1927 notwendig werden.
" Veuer Auftrag an die AEG. Die Stadt Altona hat den Dau einer Elekirizi'.äks- zentrale im Werte von 15 Mill. Mark an die Allgemeine SlettrizitälS-Gesellschaft in Berlin vergeben. Die AEG. liefert Maschinen und berät die Stadt bei der Errichtung des Werks gegen ein Entgelt.
Berliner Börse.
Berlin, 27. Jan. Die Hauffewelle der Spezialwerte nahm an der heutigen Börse ihren Fortgang. Die führenden Papiere des Mon- tanmarftes, ferner Elektrowerte. Deutsche Erdöl, Oskmerke, Dessauer Gas und einige andere Papiere wurden bei sprunghaft steigenden Kurse n in großen Beträgen umgesetzt. Die Interessen- läuft in Mannesmanil und die anhaltenden Käufe in Hamburg-Süd und Hanla-Dampsjcksisfahrt, ferner die großen Projekte her Kohlenindustrie, die optimistische Beurteilung der Wirtschaftslage und die große Fliifsigr^it be» offenen Geldmarktes, die neuen Aufträge der Reichsbahn ufw. gaben dem Börsenverkehr einen beträchtlichen Aufschwung. Die 23er- Täufer der letzten Tage nahmen Deckungen vor, da man zur Ultimo-Liquidation Ueberralchungen kaum befürchtet. Heimische Anleihen lagen ruhig. Kriegsanleihe 0,901. 3m Devisenverkehr loa der Dollar International lehr fest. London-Kabel 4,8502. Paris gegen London etwas schwächer mit 122,90. Madrid befestigt auf 29,58 gegen das Pfund.
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Frankfurt, 27. Jan. Tendenz fest. Die freund^ liche Haltung der geftriaen Abendbörfe hielt weiter an, da dcr Äeldmark 1 auch durch die Auflegung der neuen SOO-Millionen-Reichs-An leihe kaum wesentlich angespannt werben dürfte. Daneben sind es die bekannten Interessen- und Sicherungskäufe in Montanaklen, besonders Rheinstahl und Mannesmann, öoau noch einlae Schissahrtsaktien kamen, die der Börse eine Anregung gaben. Die Möglichkeit der Zulassung erster deutscher Aktien an der Reuyorker Börsss sowie neue Aufträge der Reichsbahn beaun- stigten weiterhin den heutigen Börsenverkehr. Lebhaft Im Handel waren wieder die bekannten Spezi a l w e r t e bcs Montan-, Banken- und Elektro- Marktes. Bon Montanaktien zogen an: Mannesmann 3,75, Rheinische Braunkohlen 7,5, Buderus 2,5, Gelsenkirchen 2 Prozent, ffalla ttien 2 bis 4 Prozent höher. Am Bankenmarkt zogen Deutsche und Commerzbank weiter an. Schiss- fahrtsaktien bis 2 Prozent befestigt. Die Werte der Metallbankgru^pe lagen ebenfalls bis zu 1,75 Prozent fester. Auf höhere Dioidendenau*» sichteu Deutsche Erdöl erneut gesucht, plus 2 Proz. Am Chemtemarkt zogen J.-G.-Farben um 2 Prozent an. Bon Elektroaklen besserten sich Licht und Kraft um 2,5, Bergmann um 1 Prozent. Zellstossaktien weiter anziehend. Waidhof
plu* 8, Aschofsenbura plu» 1 Prozent. 6ou- flliiin gleichfalls vöher. Holzmann plus 38, Dank-, &. Frentag plus 3 Prozent. Süddeutsche Zuckeraktien erneut kräftig oebefferi. Ter ©eitere Börienverlauf blieb zunächst fest. Am heimischen Anleihemarkt traten keine nennenswerten Veränderungen ein. Kriegsanleihe 0,915. cdii.pgebiet 17,95. Von fremden Renten lagen Mexikaner fest. Sproz. Goldme^ikoner 47,75 Prozent. Am Geldmarkt war weiterhin überreichliches Bngrboi porbanben. Die Sätze find un- oeranbni. Im Devisenverkehr stellte sich die Reichrmark ergen Kabel auf 4 22, gegen das Pfund auf 20,4740. Paris gegen London etwas fckwöcher mh 122M
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Frankfurt a. M., 27. Jan. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,75 bis 30 Mark: Roggen, inländischer, 20,50 bis 27; Sommergerste für Brauzwecke 26 bis 27,50; Hafer, inländischer, 21,25 bis 22; Mais (gelb) 18,75 bis 19; Weizenmehl, inländisches (Spesial 0) 40,25 bis 40,75: Roggeamehl 38 bis 38,50; Weizentleie 13 25 bis 18,50; Roggenkleie 13,25 bis 13,50 Mark. Tendenz: stetig.
urontfurtcr Lchlachtvichmarkt.
Frankfurt a. M., 27. Jan. Auftrieb: 80 Rinder, 988 Kälber, 550 Schafe, 432 Schweine. Es notierten : Kälber: beste Mast- und Saugkälber 72 bis 77 Mark; mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 71; geringe Kälber 52 bis 61. — Schafe Mastlämmer und jüngere Maskhämmel (Weidemast) 44 bi* 48; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmef und gut genährte Schafe 37 bis 43; fleischige» Schafvieh 32 bis 36. — Schweine: Fettschweme über 300 Pfund Lebendgewicht 66 bis 69; voll» fleischige Schweine van ca. 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 66 bis 60; von ca. 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 67 bis 69; von ca. 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 67 bis 69; fleischige Schweine von 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 64 bis 68. Marktverkauf: Bei schleppendem Handel ausverkauft.
Sprechflunden der Ncdaktiou.
12 bis 1 Ahr mittag», 5 bi» 7 Ahr nachmittag». Samstag nachmittag geschloßen.
Jtir unverlangt ringe,anbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr ßbrmommen.
Anzeigenaufträge find lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.
„Wie viele Männer lieben dich, Ella Bennett?" fragte er. „(Borbon und Johnson und der Frosch, und der liebt dich am meisten von allen."
Er machte eine Pause, als erwarte er ihre Antwort. Aber sie war nicht imstande, zu sprechen.
„Die Männer arbeiten für das Weib, und sie morden für das Weib, und hinter allem, was sie tun, ob es ehrlich oder unehrlich fein mag, steht ein Weib", sagte der Frosch. „Das Weib bist du sür mich, Ella."
„Aber wer sind Sie?" versuchte sie zu sagen.
,^)d) bin der Frosch," wiederholte er, „und du wirst meinen Namen erfahren, wenn du felbst ihn von mir empfangen hast. Ich will dich besitzen." Er hob die Hand, als er das Entsetzen in ihrem Antlitz aufsteigen sah. „Und du wirst freiwillig zu mir komnien!"
„Sie sind wahnsinnig!" rief sie. ,Hch kenne Sie nicht. Die kann ist — ach, ach, es ist zu arg, nur daran au denken--, bitte, gehen Sie!"
„3d) werde sofort gehen", sagte her Frosch, „willst du mich heiraten, Ella?"
Sie schüttelte den Kops.
„Willst du mein Weib werden, Ella?" fragte er nochmals.
„Nein!" Sie hatte ihre Ruhe und auch ein wenig Selbstbeherrschung wiedergewonnen.
,^ch will dir alles schenken, was du--"
„Und wenn Sie mir alles Gold der Erde geben würben, ich würde Sie nicht heiraten!" sagte sie.
,Lch miü_bir noch etwas viel Kostbareres schenken", seine -stimme wurde sanfter, fast unhörbar. nwill dir ein Menschenleben schenken."
ie dachte, daß er von Dick Gordon spräche.
„Ich will dir das Leben deine* Bruders schenken."
Eine Sekunde lang dreht« sich das ganze Zimmer im Kreise um fk und ihre Hand tastete nach einem Stuhl.
„Was meinen Sie?" fragte sie.
„Ich will dir tae Leben deines Bruders geben, der im Gefängnis von (Slouccfter zum Tode ver- urteilt sitzt", sagte der Frosch.
Mit äußerster Anstrengung klammerte sie sich an den Sessel an. „Mein Bruder?" fragte sie stammelnd.
„Heute ist Montag", sagte der Frosch. „Und am Mittwoch stirbt er! Gib mir dein Wort, dah du
kommst, wenn ich dich rufe, und ich werbe ihn retten/
„Was hat er verbrochen?"
„Er hat Lcw Bradi; getötet"
„Brady?" keuchie sie.
Der Frosch nickte.
„Das ist nicht wahr!" brachte sie hervor. „Sie sagen das nur, um mich zu erschrecken."
„Willst du mein Weib werden?" fragte er
„Nie! Nie!" schrie sie. „Eher sterben! Sie haben gelogen!"
„Wenn du meiner bedarfst, so rufe mich", sagte der Frosch. „Stelle eine weiße Karte in dein Fenster, und ich werde deinen Bruder retten."
Sir lag auf den Tisch geworfen, den Kops auf ihren versthränkten Armen.
„Es ist nicht wahr, es ist nicht wahr!" schluchzte sie verzweifelt.
Es kam keine Antwort, und als sie auffah, war bas Zimmer leer. Sie wankte in die Küche hinaus. Die Tür, die in den Garten ging, stand weil offen. Sie lauschie ins Dunkel, aber sie vernahm keinen Schritt. Sie hatte noch die Kraft, die Tür zu ver- riegeln und sich in ihr Zimmer hinauf und zu ihrem Bett zu schleppen, dann fiel sie in Ohnmacht
Das Tageslicht schien durch das Fenster, als sie zur Besiinnung kam. Alle Glieder schmerzten sie, ihre Augen waren rot oom Weinen, ihr Kopf wirbelte. Aber sie fühlte sich wohler und überblickte ihr Abenteuer ruhigeren Blutes. Es war nicht wahr, konnte nicht wahr fein. Der Mann hatte fie nur erschrecken wollen.
Sie zog sich in Hast an und eitte in die Stabt, um den Frühzug zu erreichen. So viele Gedanken ihr Hlrn auch durchkreuzten, fo errooa sie doch keinen Augenblick lang die Uebergab« und nicht ein einziges Mal sah sie nach dem Fenster, in bas eine weihe Karte hätte gelegt werden mögen, um das Leben ihres Bruder* zu retten.
Dick und Elk saßen gerade beim Frühstück, als sie eintrat, und der erste Blick sagt« ihnen, baß sie schleckte Nachrichten bringe.
„Gehen 61« nicht, Herr Elk!" sagte sie, al» bet Inspektor feinen Sessel zurückschob. „Sie müßen olles erfahren."
So kurz sie es vermochte, schilderte sie die Ereignisse der vergangenen Nacht, und Dick lauschte mit aufsteigendem Zorn.
„Ray ist zum Tode verurteilt?" fragte er ungläubig.
„Das ist nicht wahr!"
„Wo sagten Sie, bah sich Ray befände?" fragte Inspektor Elk.
„3m Gefängnis von Gloucester."
In Gegenwart ihrer beiden Freunde schmolz Ellas Beherrschung dahin.
„Gloucester?" wiederholte Elk langsam. „Es sitzt dort ein zum Tode Verurteilter, ein Mann namens, — namens —" Er strengte sich an, um sich zu erinnern. „Carter", sagte er schließlich. „Richtig, Carter, ein Vagabund, er hat einen andern Stromer mit Namen Phenan ermordet."
„Natürlich hat das nichts mit Ray zu tun", sagte Dick und druckte Ellas Hand. „Dieser Unmensch hat dick nur erschrecken wollen. Wann sollte diese Hinrichtung ftaitilnben?"
„Morgen!" schluchzte Ella. Nun, ba bie Notwendigkeit der Selbstbeherrschung fehlte schien sie die lenie Grenze ihrer Krast erreicht .zu haben.
„Mein Liebling, weine doch nicht, Ray ist wahr- fcheinlich auf dem Kontinent", tröstete sie Dick. Und als die Unterredung bei bleiern Punkt angelangt war, hielt es Elk für angemessen unb zartfühlend, sich leis« hinwegzuftehlen
Elk war nicht ganz so fest wie Gorbon davon überzeugt, daß der Frosch ihnen nur einen Streich hatte spielen wollen. Er war kaum in seinem Bu- reau angelangt, als er seinem neuen Beamten klingelte.
„Rekord", besah! er kurz. „Alle Detail» über einen Mann namens (Tarter, im Gesä,.gnis zu Gloucester zum Tode verurteilt. Photogrophle, Fingerabdrucke und da» Protokoll über da» Verbrechen." Rach zehn Minuten kam btr Beamte mit einer kleinen Mappe zurück.
„Wir haben noch leine Photographie erhalten", sagte er. ,Ln Mordsällen bekommen wir die vollen Berichte der Landpolizei erst nach der Hinrichtung."
Elk verflucht« di« Landpolizei mit ungewohnter Geläufigkeit und machte sich an die Durchsicht der Papiere. Diese hatten ihm wenig ober nichts zu sagen. Die Höhe unb bas Gewicht des Mannes schätzte er beiläufig als übereinstimmend mit dem von Roy ein. Kennzeichen waren nicht angegeben, nur bi« Bemerkung „leichter Barr".
(Fortsetzung folgt)


