Samstag, 26. November (927
(77. Jahrgang
Nr. 277 Erstes Blatt
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wesen. sondern hat fett Benoten e u di inrttr anderer Länder bewegt.
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Ruboll Kirchers, eine« gew.st unpordngeTwm- menen Kenners der beiderseitigen Dertzältniste in brn zweifellos viel re-.cheren England heute rod) nichi tu finden find, nicht einmal an Lucus- Hotels In ftüdtt'cher Regie. Vie der ,Duis- purger Hof in Duisburg und ähnliche Prachtbauten. nicht einmal an Me vielen Planetarien, die feil der Dül'eldorser Gelotet in fast allen deutschen Großstädten wie Pilze aus der Erde tchofsen: nicht einmal an die einander abldlenden Liefen und Ausstellungen, die bei aller Wertung ihrer wrrberi'chen 6e-.:e doch jedesmal e.n ganz erh^chllch^r Opfer für den Stadtsäckel bedeuten, um auch in uns näher liegenden Dertzältnllten au sehen, auf welche (Bcbictt eine alllju «per.-1 «iye Komm ur.a Ivo link abirren kann Besonders in den rhemilchen Großstädten hat man den Eindruck, das, ein cn sich lobenswerter Wetteifer zwrchen den Oberbürgermeistern die Städte- verwalrunqcn in Ausgaben für Dinge gestürzt hat. die 'ich n unserer gegenwärtigen Lage 'chwer rechckerrigen lassen, wenn man auch mit einem erheblich milderen 2Ha Viab an sie her- anfrin. wie es der Reutzsoankvräkdent als ver- antworrl.tzer Hüter un'erer Währung glaubt nm zu müssen
Dr. Schacht hat in seiner Bochumer Rede den Städten oorgewrrien. dast sie für viele Millionen unnötige Dinge beschatt hüt'.en, um im selben Atemzuge zu erflären. man könne keine Wohnungen bauen, weil die Reichsbani sich einer Ausl andanleihe widrrl.^2. Der Präsident des Deutschen S.ädtetaz-s hat sich mit der Behauptung verteidigt, dah für Dotstandsarbeiten
Kriegsgefahr in Osteuropa.
Sine russische Aktion im polnisch-litauischen Konflikt um Wilna
„„ÄÄ'iuum. Cnrf n»Dtrlog: «rShl lchr llKtptrftäU.B«<b ,,d StrtiOmdtrti K taugt >i rchnftlrlkii, °»d 5»-I»ra»e I-
Der Streit um den Dollar.
•int Unterhaltung über finanzpolitische Fea- gen. wie sie heute leider an der Tagesordnung sind ist nicht nach irixrmaHn» Geschmack. Auch ttrtr würden lieber über romantischere Ding« vlaudern. über Morgenland und Abendland, über Milteimeer und Pazifik, wenn wir Deutschen »icht immer wieder mit der Aale auf das 2 und 0 unserer gegenwärtigen politischen Lage und aller sich aus ihr ergebenden Möglichkeiten und Hof'nungen gestoßen würden: auf bas A e - parationsproblem nämlich und alles was mit ihm Ausammenhäiigl. Und da bei Gell-sach.i, beßauntlich die Gemütlichkeit aushört, so wird sich ein jeder Staatsbürger in seiner ihm gewiß Ache unsympathischen Aebeneigenfcha't als Steuerzahler mit diesem trockenen aber in unfern prekären Lage eben unvermeidlichen Thema Miseinandersesten müssen. Daran ändert auch Vie Feststellung nichts, dah die für untere 5t- aanzen verankvort lichen Stellen seit einiger Zeil bi der Erörterung dieser Dinge etwas des Outen zu viel tun. Gewiß können die durch bas Memorandum des Aeparaii. > sagen!en angeschnittenen Fragen an sich nicht fchneil und nicht gründlich genug llargestellt werden. Ader es liegt sicher nicht im Gesamtinteresse d.s deutschen Dol- kes wenn die Debatte über unsere Finanzgebarung zu einem Streit der Instanzen ausartel. aus dem fchliestlich einzig und allein unsere Herren ®läubtgcr jenseits des groben Wasser» schünwAelnb die ihnen zweckmähig dünkenden Konsequenzen ziehen. iM ist nun wirklich auch für uns an der Zeit, aus den theoretisierenden Reden zur praktischen Dal überzugehen, und einmal einen Snllchlust zu fassen, nach welcher Richtung hin die deutsche Finanzpolitik einer Aenderung bedari. um den Antpr, chen zu genügen. die die Erfüllung der Repa rat ionsver- pflichtungen und die innerpoliti'chen Erfordernisse des Staates und der Wirtschaft an sie stellen.
M war notwendig, diesen Wunsch vorauszuschicken. bevor wir darangehen, den hoffentlich letzten Akt einer rechi unerquicklichen Debatte zu erörtern. Parker Gilbert, der Reparationsagent. hat bekanntlich in seinem g roh en Memorandum auch die Sraac der Auslandsverschuldung an^rtchnltlen und daraus hingewie- sen. dast namentlich die deutschen Städte Auslandsanlechen in einem Maste ausgenommen hätten, das für den Bestand der deut'chen Wäh- rung und damit auch für die Sdüllung der im Dawesabkvmmen übernommenen Reparations- Verpflichtungen gefährlich werden könnte. Der Reparationsagent hat in dem Präsiden- ten der deutschen Reichsbank einen Sekundanten aetunben. der b.e gewist nicht ohne weiteres von 5er Hand zu wei ende These Parker Gilberts mit austervrdentltcher Schürfe und Leidenschaftlichkeit verteidigt. S-owohl in rtrrn Au'- fall wie auch in einer Rede vor der Rheinisch- Westfälischen Berwaltungsakademie in Bochum gab Dr Schach t an Hand von Zahlen, die sich unserer Nachprüfung ent i hen. der Ansicht 21uS- druck. dast die von den deutschen Kommunen verausgabten Summen für Ausgaben nicht wirt- schal über Art einen Gefamtbetraq ergäben, der nicht weit hinter dem Gesamtbetrag für die Ausländsanleihen zurückbleibe, die dre Städte ausgenommen hätten. Mit anderen Worten. Wenn die Städte ihre n chtdringkichen Ruralen, die der Reichsbankpräsident mit dem vern.ch- ftnben Ausdruck .Lurusausgaben" l'ezi.tz- net unterlassen hätten, hätte man wahr-chem- sich nicht eine einzige kommunale Ausländsanleihe auf unehmen brauchen.
Die Städte sind die Antwort nicht lange schuldig geblieben. Der Präsident des D.utschen Städtetages Dr. Mulert bat sich in einem Ausfah vor feine ihm anoertnuten Schunlinge aettfnt und gegen die v’.anmj v r P'?pa,anda gegen die deutschen Sädte und ihr- Finanz- gevarung" Stellung gekommen. Sr erllärt wörtlich Kein Dollar, fern Gulde-a, kein Pfund der Auslandanleihen ist für sogenannte unproduk ive Zwecke ausgegeben worden. Dir au'genomme- nen Auslandgelder llnd auSfchliestlich produktiven Zwecken ,Siektri,ität. Gas-. Waffer- Hafenanl..gen. Berk-strSrnittel ufw.) zu- gefettet und vorzugsweise für Mrd rnillerung Tmb Ausgestaltung der Betriebe verTvendtt wor- den." Immerhin gibt auch er In -inen Rachsatz» S, dast von den 21 deutschen Grvststädtem die uslandanleihen au’omommen haben insgesamt über 77 Millionen fürnichtdrin gli 4>e Jini- snlagen lStabien. Sportanlagen. Schwimmbäder. Grünanlagen. 'Hütern Planetarien. Thea er-. Aotfßxm en) aufflrtrrnbet w r>m llnd B t dnrr Gefamtauslandv r'chuldung der deutschen Gros" ftädte von *06 Millionen Mark ist das immerh n cm recht.beträchtlicher Anteil der auf unproduktive Ausgaben entfällt. Dr M'ilert ha: ja gewist recht, wenn er d-rn Reichsbankpra ideitten vvrwirft. dast er in feinen Be racht-.mgen über die Produktivität von AuSiandanlrtben trnen sehr weltlichen Faktor nicht in Rechnimg stelle, nämllch den Menschen. Di? Arbe-tskraft de» deutschen Arbeiters biete die tncrtvc': : iJninN läge unk-ttr wirt'chaftlichen wtu.-. ‘-rc
örbaltung und Förder-anl sei » gleich bx Brr- auifetnmg für die LeistungSfähigke-.t D-eul'ch- landS^ feinen Reparationsverpflichtungen na»- zukommen. _ . _
Man wird aber do» fagen mu'fcn. ban m einer Reihe von Großstädten Dinge eiitstanben find in einem Ausmast und in einer <xarm. die in keiner Wei'e mit der tatfächllchen B r '-rz — läge des deut'chen Volkes übercir.'ri.nmer. W:r brauchen nicht einmal an die Anlage pompe'er Stadien zu denken, wie sie nach dem Zeugnis
und mit Entschiedenheit widmen sollten. Datz Sowietrustland auf demselben Stand punkt steht, ist als eine Verstärkung dieser (Hn. mütiflfeit zu buchen. Wenn sich LUtauen entschlosie auch Icmerieit» einen Schritt zu tun. um Ne vollkommene Sperrung der Grenze, die jetzt zwl- schen Litauen und Polen besieht, einer Neuregelung zuzusührcn so wurde biet die Aussicht au' eine puilutH Regelung sicherlich verstärken Denn aber selbst im Augenblick eine Ctteichlenmg der Cpann mfl zwischen Polen und Litauen nicht erfolge, so würde da» auch niemandem da» Recht geben, die Souveränität Litauen» anzutafien. deren Ausrechterhaltunaln jeder Veziehimg lm Interesse de» europäischen Frieden» geboten tfL
(Srreflung in flotvnr.
Ä 0 ro 11 o, 25. Tod. (XU.) 2n (Hauildfen Regle- rungskreisen herrscht weaen der polnischen M l l n a k o n s e r e n z größte «ufregung Man erwartet, dast die Wilnaer dmlaranlen unter polnisch!r jjilfe eine eigene litauische Regierung schassen wollen, die in Konkurrenz zu jkowno treten solle Doldemaro» bat sich mit ben obersten militärischen Stellen über vorbereitende Schun in astnahmen geaen einen (Unfall beraten. In der oerflangenen Nacht wurden In stowno Proklamationen verbreitet, die In Vilno gedruckt worden sind In den Aufrufen wird zum b e - maff neten ti u f ft a n b gegen da» Wokdemara»- '.fleglme aufgefordert.
Sine Seqenregiei-ung in Wilna qeplant.
London. 26. Jloo. (TIB ^unkspruch j Die Tlachrichten über dir Möglichkeit drohender ver- ivickelungen Im Osteuropa nehmen in einem Teil der Brrlk grasten Raum ein. Die Zusammenkunft Vtiiidxn Sfrrlemann und Cltroinore wird viel be achtet. „Dallp Mail" meldet au» Riga, von mast- --eben der polilischer Seile verlaute. dast Polen feine Aktion in dem Streif mit Litauen vor her De jemberfagung de» Völker- bu n Gerate» erwäge. 6» werde erwartet, dast DilsudskI bann darum ersuchen werde, dast der Bölfrrbunb mbgülllge varsteff »ngeo In ft o w n o erhebe. Mu» derselben Quelle verfaule, .dast die Bildung einer litauischen Se- •lenrcglerung In Wilna mit voller Autonomie unter dem Schutze Polen» nur eine trage von lagen lst. und dast Polen hoffe, dast die ZBolbrmara»-Regierung in ftonrao bann j u I a m - menbredten werde." Live Meldung au» ftonmo besagt, dast woldemara» beim Dälfrrbunb gegen polnische Lingrlile Linspruch erhoben habe.
» . . Ä e g I e r u n g. mit bet er selbst
in bezug aus memelländische Fragen roirberbolt in 3ebbe pckflfn bat Mud) bie Verhandlungen Im Völ- ferbunb»rat haben Herrn Woldemara» nicht veran- lastt, seine gegen Deulschland gerichtete ‘Polillf im Mrmeilaib elnzusleUen, wie die ttueweisung teich»- deutlcher 'Redakteure und rnonthe^ Vorgänge der lest ten 3eit beweisen. Für olle jene fragen, die zwischen L'Hauen und Polen auf dem «ebiete be» Schulwesem ober auf dem Gebiete be» noch destehenben Krieg' - zuftonbe» vorhanden sind, gibt e» für Deuischiank nur das alleinige Jntereste der W I e b e r h e r st e l - lung srieblichervezlehungen zwilchen beiden Ländern. Dieser Aufgabe wirb sich Deutsch- land widmen, von der Ueberyuflunfl ausgehend dal je he Verhinderung einer den rieben in (Europa ae kihrbenben Spannung eine Ausgabe ist. der sich dl« Im Völkerbundsrat maßgebenden Mächte euimüup
breiten Mass» des Bolles die Gleichberechtigung erkämpfte, wenn sie m«.leicht auch nicht sehr viel mehr gefchas en hat Run will das Bvlk. das in den Städten regiert für fein ®elb noch besser für das Selb der anderen, irgend etwas leben und deshalb ist jede Stadtverord- netenmehrheit ob he sozialistisch, kommunistisch oder deutlchnational ift, verpslich:et und geneigt, irgend etwas „int Schaufenster" zu legen " 3e klarer Mefe Lage erkannt wird, die sich aus der prlitifchen Snnvtcklung ergeben hat, um Io mehr erwählt hieraus den verantwortlichen Kommunalpolitikern bte Pflicht, dort zu bremsen, wo ausgabefreudige Stadiparlamimte ollzulehr ohne Rücksicht auf Haushalrun-splan. Steuerschraube und Ausland Verschuldung öf entliche Selber an- spannen
AuS der Reserve des nur an dem Besamt- ergebnis interessierten Beobachters heraus wird man 'agen mühen dah In dem Streit -w 'chen dem ReichSbankpräfidenten und den deutschen Städten in der bedauerlichen Hitze des Gefechte- beide Teile weit am Ziele vorbeiichtesten. Der Reichsbar.kprähdent hatte gewist die Pflicht, rmt aller Deutlichkeit die Mängel un'errr Finanz flebamng auf?uzeigen, die unserer Währung gefährlich werden können. Man wird ihm nur dafür Dank willen bür*en. dast et dieser Pflicht nach gekommen ist. Denn sich dab-n seine An- 'chauungen in weitem Waste mit der Anpassung des Reparationsagenten deckten, fo war es für die verantwortlichen Leiter der deutschen Fi- nanzpvlittk ein Grund mehr, feine Warnung nutzt in den Wind zu schlagen. DaS durst« jedoch
durch Erwerbslose von den Reichsinft an^en groste Mittel zur Verfügung geiteflt Iden. Dia Städte hätten wiederholt und bringend angerrgt. biete Mittd für Wohnungsbauten srdzu- geben, jedoch um'cn’t, ihre Vorschläge seren abgelehnt worden. Sv bade man die Anlage von Spiel- und Sportplätzen, von Stadien und iDrünf ächen ins Auge schfen müssen, um den OrwerbtlDten Beschädigung zu geben Hier ist ein dunkler Punkt, dellen fd>'.eumg* und re ft lote Au'kläru-g tne zuständigen 6td!m sich angel eg-n Ian lallen Ieilten: es kann ans nicht gleichgültig ian. nx-r dafür die Derantwor:ung träat. dast für mcht unbebinat notwendige D.nge erhebliche Summen auegegeben wurden in ein.t 3e;t, wo alle oedügbjrvn Wittel zur Drfe.i.^ng unserer Wohnungsnot hallen aus gewandt werden müllen.
2s wurde hier schon einmal daraus bin» getoic ci. dast heute die 2 o 114 d e r t r e t/i n » gen Reichetag. Lände rparlai7^n:e Stadiaer- orbnetenDcrlammLungen) es sind, die immer erheblichere Sorberunger: an die ös'entlichen Finanzen stellen, während gerade s i e srüher den Wün'chcn der Ministerien und Berwaltunzen mit gröhter Reserve gegenüberstanden, wenn «S sich darum handelte, über den Etat h naus Mllte'. zu bewilligen. Das hängt nicht zuletzt mit der unleugbaren Tatsache zusammen, dast heute eben es meist nicht die Gleichen sind, die Ausgaben bewilligen und W'ttel h.erfur aufzubringen haben. Ein. die' r Lage gewist unvoreingenommen gegenüberstehender Beobae' ter wie der Demokrat <?corg Bernhard lagt hier»u „3n Deutschland ist eine Revolution gewesen, die der
sparmten Beziehungen zwischen Polen unt) Litauen. die eine Bedrohung s u r den Frieden bedeuten, beunruhigei die Sowjetregie- ning. Ohne zum Kern des ^Zwistes vordringen zu wollen, der Polen und Litauen Dertmdnigt. legt die Sowjetregierung Gewicht daraus. tMr- zulun dast bte Au'rech erhaltung des Frieden- viel mehr von Polen als von Litauen abhängt. 3n der Tat kann Unteres Land angesichts sdnee Hillsmittel nicht die Verwirk- Üchung seiner Aspirationen in c nem bewassneten Konflikt mit Polen fachen Die Sowsetregie- rung fiat auch nicht verfehlt, pi freundschiftlicher Weife die Aufmerksamkeit der Regierung von Litauen auf die lllotWendigkeit zu lenken, jek^e Handlung zu verfiel den, die eine an sich schon zu gespannte Lage verschärfen könnte. Die Sowjetregierung ist davon fest überzeugt, dast man sämtliche strittigen Punkte zwifchen diesen beiden Staaten durch rein friedliche Mittel I6fcn kann. 3ndessen verschärft fich bie Derfttinmung Zwifchen beiden Ländern saft täglich und die Gerüchte von einem möglichen bewaffneten Konflikt alarml-rcn immer mehr die öffentliche Meinunq aller Länder Die öffentliche Meinung der Sowie:republik wirb besonders beunruhigt durch die Tatsache, dast in der ofsiztösen polnischen Presse, ohne von kompetenter Stelle d»m ntiert zu werden. Nachrichten erschienen sind, dast die potn.fche Regierung entschlossen fein solle, radikal den Knoten der polnilch-litauischen Venehungen zu zerhauen. Ohne untersuchen zu wollen, inwieweit alle diese alarmierenden Rachrichten tvvhl begründet sind, steht s,ch bie Vowjetregieruna. bie der tu nmittelbare Rachdar Pvlens unb Litauens ist und deshalb besonders an der Aufrecht erhall ung des Frieden» In Osteuropa interessiert ist. gezwungen, ganz besonders die AusmerNamkeit der polnischen Regierung aus tic ungeheuren Gesahren zu lenken, die ein eventuelles von irgendeinem Lande g-gm die Unabhängigkeit Li'.auenZ begangenes Ä tentaj bedeuten würde, In weicher Form es auch geschehe. Sie gibt der Dewibheil Ausdruck, dah die poln-sche Regierung, die noch jüngst sehr fe.erllch ihre Frte- densliebe betont hat. die drohende Knegsgesahr zu vermeiden willen wird.
Eine deutsch-russische Konferenz.
Boltokinnntissar titfvinoto besucht vcn deutschen «u^cnminisler. Berlin. 25. Roo. (TB.) Der stell vertretende DolfifommWar der Sow|ett;qicrung, Litwinow. hat heute mittaq dem RcichHauhenminislcr frtnm Besuch gemacht. Ivie wir hören, sind bei dieser ©degrnheit bie laufenden politischen Iage> f ragen b< sprachen worben. Reben der 71 b - rü|tung»frage. bie den Zweck brr Reise Lil- winow» biibet. kamen babd auch anbtre. die beiden Länder gemeinsam intercssierenbcn Jragra. wie insbesondere die Frage der I i f a u i sch - p o l n i - schen Beziehungen zur (Erörterung. Litwinow gab l*rm Reich»austenminisfer ficnntnl» von brr gefleru in Warschau überreichten Rote bet Sowjetregierung, in bet bitte ihren Be sorgniilrn über die litauisch polmjcsic Spannung unb über bte sich daran» möglicherweise ergebenden Gesahren ttu-tzruck gegeben hat. E» beffanb Urbcr- cinftimmung barübrr. dah e» im allgnnclnrn Dnler- ess, bringen*) wünschen»wert ift. jede Störung der srieblichen Lnlwicklvng zu oct meiben anb allseitig die Bemühungen auf die baldige Behebung der bdlehmSen Schwierigkeiten zu richten.
Die „Tägl. Kunkschau' schrddt zu dem Besuch: Die epannung zwifchen Bolen unb Litauen iii nicht nur (»fgrnftonb der Beratungen im rulsilchen 8a-
Sinern von der Moskauer Regierung lancierten Alarmarttkd in der .3sweft ja", dsr von nah-- devorftchenden kriegerischen Sreignis- sen an der rusfifchen Westgrenz« sprach, ist nunmehr bte Ueberreichung einer aus den gleichen Ton gestimmten Rote in Warschau gelolqt. Rustland erklärt in diesem Dokument bah es bet irgendwelchen polnis chen An- grissSdlänen auf Litauen nicht neutral bleiben werde. Die Drohung, in dem Augenblick über Polen hcrzusallon. falls die polnischen Arme.ut litauische» Gebiet beirrten sollten. konnte nicht unvertzülltcr au^estosten werden. al» das in dieser Rote geschehen ist. Wan muh natürlich annehmen, dast Moskau nicht auf bloste Gerüchte hin ojxri'rt. toe sie |dt Wochen in grober 3ahl durch bie baltischen Staaten schwirren, sondern bah der russisch-! Sp.oiuige- tnenft ein gutes Mater.al zusamrnengetraaen tz.it. auf das bin sich die Vowjetrellterung entschlofsen hat. grobes Geschütz ausznsahren.
Polen wird Idbfio.rftänllid) bie russische Rote entrüstet zurückwei'en und sich als Irelfer- hgftc Ration Europas aufzuspielen vcrtuchew Die Dinge an der l.tauisch-polnischrn Grenze Regen aber, mld dafür liefert nun auch bte ruf- fifÄc Warnung einen neuen Beweis, so, dast die höchsten polnischen Behörden mit litauischen Emigranten palüeren unb sie zum Einfall in litauisches Gebiet zu bewogen suchen. Diese Litauer wollen die Diktatur Wolde- mata» breckb-n. Polen hat' jedoch unzweiscihast andere Pläne im Hintergrund, die es clNm der Sowjetregierung ratsam erscheinen l.e- hen, sich schleunigst elnzuschalten.
Moskau verfolgt mit feinem energischen Aus- ttrten In Warschau aber noch einen ganz besonderen ,3öed. Ss fürchtet zwar, vom Weiten ab- gdchnitten zu werden, deswegen übertreibt es vielleicht ziemlich stark, es w.U sich aber auch In Genf gut dnsühren unb dem aushorchenden Europa als Hort des Friedens im Osten, al» Feind jeder kriegerischen Auseinandersetzung unb damit auch als Freund einer wnsassenden Abrüstung vorstellen. Rur soll dabei nicht über- sehen werden, dast es der Moskauer Regierung nicht allzu schwer gemacht wird, sich in scharsen Redewendungen Polen gegenüber au betoegen.
Polen hat eben eine amerikanische Anleihe erhalten unb ist im Begrifs. noch mehr aus- ländi'ch.s Gelb hercinzunehmen Das kann es aber nicht, wenn seine litauischen Absichren in ein grelle» Licht gerückt werden. Gllich^<-.tiq wird dadurch der amerikanische Finanz- b i 11 ü t o r mobil gemacht, der über die Verwendung des Rnliihecrtrage» \u wachen und dafür Au ‘orgen hat. dast Polen finanziell leistungsläh-g bleibt, um feine Schulden wieder abiragen zu können. Sin Polen jedoch. daS sich mit kriege- ri chen Planen trägt unb dem rin rcd)t loft- 'fieligcr Krieg angedroht wird, must mit Rück- ‘icht auf feine Gläul'iger und seine Währung schleunigst von mancherlei Absichten zurück- treten, hie das Mtsttrauen seiner Geldgeber wachrufen Di-- Warschauer Regierung befindet «ich allo in keiner allzu angenehmen Situation, bie Moskau, soweit fitz bi« Dinge bisher über- «ehen lassen, recht gut für sich auszuwerten verstanden hat.
Moskaus Vermittlung.
Die Lowjetregierunq warnt Polen vor einem bewaffneten 3d)ritt gegen Litauen.
Pari» 25. Roo. (WTB.) Die Agentur Havas veröffentlicht den Tert der Rote der Sowjetregierung. die am 24. Roocmbcr bet polni'chen Regierung zugestellt wurde 3n der Rote bäht es Die in der letzten 3dl ge-


