anderen Betrieben, insbesondere bei DHeidHaner und Gießing in Mainzlar, Arbeit gesunden. Das Bauhandwerk ist leidlich gut beschäftigt. Beben einem größeren Qln» und Umbau eines hiesigen Geschäftsmannes wurden drei Wohn- häuser im Rohbau erstellt. Ein weiteres ist noch in Aussicht genommen. Arbeitslose sind zur Zeit hier fast nicht mehr vorhanden.
8 Grünberg, 25. Aug. Auf dem heutigen F e r k e l m a r k t waren 402 Ferkel aufgetrieben. Der Markt verlief bei günstigeren Preisen gut. Der Ueberstand war diesmal gering. Die Preise waren folgende: 6 bis 8 Wochen alte Ferkel kosteten 15 bis 18 Mk., 8 bis 10 Wochen alte Ferkel 18 bis 22 Mk. und Läuferschweine entsprechend dem Alter bis zu 30 Mk.
~ Grünberg, 25. August. 3m Gasthaus zum Taunus trat dieser Sage die Gallu s - markt kommissivn zu einer ordentlichen Sitzung zusammen. Der Vorsitzende der Kommission, Schreinermeister G e h r i n g e r. be
grüßte die erschienenen Mitglieder tnti> gab die Tagesordnung bekannt. Zur Bevatung stand hauptsächlich die Werbetätigkeit, Ausgestaltung und Hebrrng des Gallusmarktes. Der Vorschlag des Vorsitzenden, Werbeplakate wie im Vorjahre drucken zu lassen, fand Annahme. Die Versammlung bildete aus ihrer Mitte einen Werbeausschuß, der sich aus den Herren Diehl, Dr. Selzer, Robert. Allmendinger jun., Gehringer, Pfeffer und Schweißguth zusammenseht. Der Juxplah wird in diesem . Jahre, nach dem Bericht des Marktmeisters Frank, gut beschickt fein Der Reit- und Fahrverein Grünberg wird am zweite,' Gallusmarkttag nachmittags ein größeres Turnier veranstalten, an dem sich die Rachbarvereine Rabenau, Lich. Büßsrid u. a. voraussichtlich beteiligen werden Der Vorsitzende des Reitervereins gab einen kurzen Tleberblick über die beabsichtigten Veranstaltungen Es werden recht interessante Konkurrenzen zum Aus trag kommen, so u. a. ein Jagdspringen Galopprennen, Trabrennen und ein Geschicklichkeitsreiten Der auch in diesem 3ahve wieder stattfindende Pferde markt toirb auf der sogenannten „Lehmekaute' abgehalten werden Der Platz ist für derartige Veranstaltungen sehr geeignet. Der Vorsitzende regte an, daß das »Antrommeln und Pfeifen" am ersten Gallusmarkttag. wie es andernorts althergebrachte Sitte ist und früher auch in | Grünberg üblich war, wieder ins Leben gerufen würden Der Vorschlag wurde sehr begrüßt. Die Verlosung der Gallusmarktlvtterie wird am zweiten Gallusmarkttag vormittags abgehalten Die ersten fünf Preise sind: 1. Preis ein Rind, 2. Preis ein Fohlen, 3. Preis eine Nähmaschine, 4. Preis ein Fahrrad, 5. Preis ein Läuferschwein Der Vorsitzende regte ferner an, den dritten Pfingst- feiertag, an dem in früheren Vahren Markt in Gründerg abgehalten wurde, wieder zu einem Markttag auszubauen Dr. Selzer schlug vor, den dritten Pfingstfeiertag als Sommermarkt mit einer Dullenauktion oder Prämiierung von Vieh wieder zu beleben
Kreis Büdingen.
rl. Bleichenbach, 25. Aug. Ein sehr bebauen licher Unglückssall traf einen hiesigen Landwirt beim Getreideholen Sein sechsjähriger Enkel sollte ihm die Fruchtgabel bringen. In kindlichem Mutwillen warf er sie dem Großvater zu, der, darüber jäh erbost, die Gabel dem davonlaufenden Kinde nachwarf. Im unglücklichsten Augenblick drehte sich der Junge um, die Ga b e l f u h r i h m i n s A u g e, und er fiel bewußtlos zu Boden Da wahrscheinlich auch eine erhebliche Gehirnverletzung vorliegt, mußte das bedauernswerte Kind sofort nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Dort hofft man, das bedauernswerte Kind trotz feiner bedenklichen Verletzungen am Leben erhalten zu können.
Kreis Schotten.
# Schotten, 25.Aug. Zu Ehren der zurzeit hier weilenden 1. und 2. Präsidenten des Schot- teuer Männerchors Neuyork, der Herren Charles Weitz und Jos. B e i s l e r fand gestern abend im „Darmstädter Hof" unter Mitwirkung des Turn- und Gesangvereins ein wohlgelungener B e - grühunasabend statt. Herzliche Worte der Freundschaft wurden zwischen den beiderseitigen Sprechern der Vereine gewechselt. Aus den Reden der amerikanischen Gäste klang Liebe und Sehnsucht nach der alten deutschen Heimat, lieber 40 Jahre gehören die beiden Herren schon dem Schottener Männerchor Neunork an. Die Vorsitzenden tauschten gegenseitig besonoere Ehrennadeln aus. In herzlichen Worten begrüßte und feierte Bürgermeister Menget die Gäste. Der hiesige Männerchor trug herrliche Gesänge vor.
§ Schotten, 25. Aug. Aus dem Gemeinde- rat: Ein den neuzeitlichen Verhältnissen angepaß- tesO rtsbauftatut wurde für die Stadt in der vorgelegten Fassung vom Gemeinderat angenommen. Das Statut enthält eingehende Vorschriften über die Kostenverteilung bei Neuanlage von Stra- ßen, Fußsteigen u. dgl. Besonderer Wert ist darauf gelegt, daß der altertümliche Charakter der Stadl und besonders schöner Häuser, Fachwerkbauten usw. gewahrt bleibt; Vorschriften über das Schilder- und Reklamewesen sind ausgenommen; ausführliche Bestimmungen sind für die offene Bauweise getroffen. — Für den im Schulgebäude völlig neu geschaffenen Zeichensaal wird vom Gemeinderat das nötige Schulmvbiliar, Zeichentische, Schemel, Defen usw. bewilligt. Die Stadt trägt sich mit dem Gedanken, die beiden Schulhäuser mit Zentralheizung (Warmwasserheizung) zu versehen. Zunächst soll ein Voranschlag über die Höhe der Kosten eingeholt werden. — Für das in der Rathaushalle einzurichtende Heimatmuseum wird eine besondere Kommission bestimmt. — Die Stadt wechselt zurzeit den Wasserleitungsstrang vom städtischen Hochbehälter bis nach Götzen, gegen 120 Millimeter- Rohre aus. Die freiwerdenden alten gußeisernen Rohre sollen bestmöglich verwertet werden. — Die Schuldienerfrage wird vom Gemeinderat neu geregelt, die Vergütung und eine Pauschale für Reinigungsmaterial wird neu bestimmt. — Die Baufluchtlinie für einen Neubau in der Hauptstraße wird vom Gemeinderat festgelegt. — Für die Erweiterung des Hohenwiesen- m e g e s und für Bauzwecke wird eine kleine Parzelle von der Stadt erworben.
Gedern, 25. Aug. Im letzten Bericht über den August markt ist ein Jrrium unterlaufen, der folgendermaßen zu berichtigen ist: Für Ferkel wurden 8 bi? 12 Mark bezahlt, für Läufer 38 bis 50 Mart. Aufgetrieben waren 629 Schweine.
Kreis?1lsfelÄ.
L_ Mücke. 25. Aug. Am Sonntag fanb hier ein Dirigententag des Ohmtal-Lumda- tal-Sängerbundes statt. Herr Becker, Kesselbach begrüßte als Vorsitzender des Blindes die erschienenen Dirigenten. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war die Besprechung der Kritiken vom Wertungssingen in Atzenhain am 10. Juli. Jedem Verein wurden bereits die Kritiken sämtlicher Bundesvereine zugesandt, so <daß sich Dirigenten und Vereine ein Bild davon machen können, was gut war und was noch besser zu machen ist. Allgemein wurde der Wunsch geäußert, daß im nächsten Jahre zwei Wertungsrichter für das Singen gewonnen werden sollen. Ein reger Meinungsaustausch entstand über die Frage, ob in jedem Jahre ein Wertung ssingen stattfinden soll und ob dies, wie seither, mit dem Bundesfest zusammen abgefyalten werden soll.
L Flensungen, 25. Aug. Der ober - hessische Eisenerzbergbau, der infolge der vor einigen Jahren über ihn hereingebrochenen Krise lange Zeit vollständig still lag, hat sich wieder erholt, so daß die weitaus meisten Schächte und Gruben wieder im Betrieb sind. Ueberall sieht man ein Bild reger Arbeit, Drahtseilbahnen im Betrieb, deren beladene Kdri»e die eisenhalttge Erde zur Wäsche und dann zu den Verladestationen befördern. Vor kurzer 3eit wurde auch hier wieder mit der Arbeit begonnen. Es wurde noch ein neuer Bagger aufgestellt. Auf den benachbarten Feldern wurden Bohrungen vorgenommen, um weitere Gebiete für den Bergbau zu erschließen. Rechts der Straße nach Ruppertenrod wurde in einer alten Baugrube, die schon mehrere Jahre still lag, die Arbeit ausgenommen, da das vorhandene Erz abbauwürdig ist. Zahlreiche Arbeiter und Kleinbauern, die z. T. früher schon viele Jahre hier arbeiteten, haben wieder lohnenden Erwerb.
Kreis Lauterbach.
O* Lauterbach, 25. Aug. Der Stadtvor- stand beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung u. a. mit einem Gesuch des Finanzbeamten D a h- mer um Qtbgabe von Mauersteinen für sein zu errichtendes Wohnhaus zu verbilligtem Preise. Das Gesuch wurde genehmigt. — Das Hessische Ministerium des Qimem hat im Einvernehmen mit dem Ministerium der Finanzen eine Muster- sahung über die Erhebung einer allgemeinen Wertzuwachs st euer heraus- gegeben. Diese Mustersahung schließt die Bestimmungen über die seither zur Erhebung ge- kommene Inflationswertzuwachssteuer vollkommen in sich ein, und stimmt auch im großen und ganzen mit dieser Satzung überein. Der Hauptunterschied liegt in den zu erhebenden Steuersätzen. Die Finanzkommisftvn empfahl die Erhebung dieser Steuer. Der Stadtvorstand erhob
man sich von Fedor Draguteff, der nach einer von Abenteuern und Gefahren erfüllten Flucht in£ westliche Europa gelangt war und seitdem von Ort zu Ort zog, ein Entwurzelter, ein Vagant! Sein fabelhaftes Tennisspiel allein öffnete ihm die Türen, hinter denen die vornehme Gesellschaft dieses westlichen Europas lebte. Einmal muhte doch der Tag kommen, wo er sich den Hals brach. Und dann stand Marga allein in dieser ihr fremden Welt. Allein und fern dem einzigen Menschen, der sie halten konnte.
Rudolf Kayser irrt ziellos durch den Wald, der an der Rückseite der Klubplähe seinen Anfang nimmt. Er merkt, wie der Sommerabend zu Ende geht. Es wird kühler, die übermächttge Hitze des Tages weicht endlich dem Winde. Von irgendwo her kommt er, wo es vielleicht erquickend geregnet hat. Dringt mit sich etwas von der Frische eines Regenwetters.
Der Mann ohne Ziel und Plan weih nur, daß er die beiden nicht stören wird. 3n einer Stunde mag der Zug gehen, mit dem sie fliehen. Gut so, wenn Marga es nicht anders will. Eine Frau kann man nur so lange halten, wie sie nicht fortstrebt. Rudolf Kayser tröstet sich mit allerlei Philosophie, die ihm neben dem Berus unb dem Tennissport so angeslogen ist. Aber es mag ein schlechter Trost sein. Er ist dem Weinen nahe; er seht sich an das Ufer eines Kanals. Der den Wald durchzieh», und dort bettet er das glühende Gesicht in beide Hände. So traurig, 'o unendlich traurig ist dies alles. Rein, durch rgenbeine Tat ist es nicht zu ändern. Denn was ist Rache gegenüber diesem Unglück?
Uebrigens ... Draguteff muhte sich zu der Brüskierung stellen, die er, Rudolf Kayser, ihm angetan hatte. Der Russe, einstiger Offizier, konnte sie nicht hinnehmen. Vielleicht suchten jetzt seine Vertreter den Beleidiger, vielleicht verschob er deshalb die Flucht, die Entführung!
Dieser Einfall lieh Rudolf emporfahren. Wenn Draguteff wollte, so staird er ihm zur Verfügung, zu jeder Stunde, zu beliebiger Austragung der Angelegenheit. Gar heute nacht noch ...?
Er schlug Staub und Kiefernnadeln aus seinem Anzug, glättete sein Haar, lief zurück zum Klubhaus. Dort ging die Preisverteilung vor sich. Ball. Man hörte auf weite Entfernung den Klang der Geige, die dem Tanz Rhythmus gab. Als Rudolf Kayser die Terrasse betrat, war man schpn zum Champagner übergegangen. Erhobene Gläser grüßten ihn. Man rief ihn an; aber er schritt mit erkünsteltem Lächeln zwischen den Tischen dahin, nickte dem einen oder bem anderen zu, suchte Draguteff, suchte seine Frau.
Reinhold von Osbeck saß mit der Mellwitz zusammen. Seine neueste Verbindung. Man sprach sogar davon, er wolle sich scheiden lassen, um die Schauspielerin zu heiraten. Arme Dora, arme, kleine, blonde Frau! Sie mied gewiß den Kreis, in dem sie ihr Unglück stets vor Augen hatte. Aber von Reinhold glaubte Rudolf am ehesten etwas Horen zu können. Er trat zu ihm. Der Vierschrötige war nicht mehr nüchtern. Unter dem Tisch griff er nach den schönen weihen Händen der Mellwih. Sie wich ihm aus und lachte.
„Deine Frau ... habe sie wirklich nicht gesehen, lieber Junge," antwortete et imfkfcer. „öie meine auch nicht ... sind Wohl zu Bett gegangen, haben nicht viel übrig für Lustigkeit."
„War schon die Preisverteilung?" lenkte Rudolf über.
„Natürlich. Draguteff hatte es so eilig muhte weg ... nach Hamburg. Fahrt doch nach Amerika, der Glückliche! Will spielen ... immer nur Tennisspielen."
Da glaubte Rudolf Kayser genug zu wissen.
Dis Mitternacht blieb er mit ein paar Freunden zusammen, trank wie sie, lachte wie sie. Doch nicht wie sonst gab er den fröhlichen Ton an.
Vach Mitternacht warf er sich in sein Auto, fuhr nach Hause. Wenigstens den Abschiedsbrief wollte er leien, den Marga zurückgelassen hatte. Eigentlich eine unnötige Erregung, aber... er hing doch an ihr, er hatte sie lieb, er wollte wissen, was fte ihm noch zu sagen hatte.
diesen Vorschlag zu seinem Beschluß. — In der Sitzung des Stadworstandes am 28. Juni d. 2. war eine Kommission bestimmt und beauftragt worden, _ verschiedene Badeanstalten anderer Städte zu besichtigen. Jetzt gab der Bürgermeister einen ausführlichen Bericht über die besichtigten Freibäder in Alsfeld, Reu-Isenburg, Pfungstadt, Michelstadt und Lichtenfels i. O. Die Baukosten dieser Anstalten sind enorm und bewegen sich zwischen 70 000 Mk. und etwa 210 000 Mark. Die zuständigen Kommissionen haben sich bereits mit dieser Angelegenheit beschäftigt und sind der Ansicht, derart hohe Ausgaben für ein Freibad nicht zu machen. Die Finanz- und Bau- iommission empfahl deshalb ein Freibad nach dem vom städtischen Baubureau ausgearbeiteten und vorgelegten Projekt zu errichten. Als geeignetster Platz wurde der Steiningsgrund dem ehern. Skinnerschen Haus gegenüber vorgeschlagen. Man beschloß, die Freibadeanstalt nach den vorliegenden Plänen im Steiningsgrund zu errichten und den erforderlichen Kostenaufwand von 37 000 bis 38 000 Mk. zu bewilligen. — Die Lauterbacher Vvlksbank beabsichtigt das städtische Haus Bahnhofstraße 10 zu erwerben und hat ein diesbezügliches Gesuch an die Stadt gerichtet. Die Versammlung lehnte das Gesuch der Volksbank ab. — Die Landwirtschaftskammer für Hessen ist an die Stadt heran- getreten um Stiftung eines Ehrenpreises für die Landesausstellung in Darmstadt. Es wurde beschlossen, für die Veranstaltung zwei Ehrenpreise im Gesamtwert von 100 Mk. zu stiften. — J3er Bürgermeister gab ferner davon Kenntnis, daß für die hier zu errichtende Rebenstelle des Kulturbauamts Gießen die Bureauräume im Hause des Maurermeisters Stöpler in der Linder Straße sichergestellt sind. Auch für den Amtsvvrstand kann eine Wohnung zur Verfügung gestellt werden. — Einer Anregung des Handelsvereins und der Geschäftswelt entsprechend wurde beschlossen, beim P o st a m t Lauterbach die Erweiterung der Dienst- stunden im Fernsprechverkehr zu beantragen und zwar an Werktagen von 21 bis 24 tthr und an Sonntagen von 9 LIHr vormittags bis ll1/? Ubr und von 121/2 bis 13 Tkhr. — Der Reiter- verein bat um Tkebernahme eines Teiles des anläßlich des Prämienmarktes durch die Veranstaltung eines Reitturniers entstandenen Defizits. Es wurde beschlossen, den (Betrag von 125 Mk. zu übernehmen.
Starkenburg.
WER. D a r m st a d t, 25. Aug. Groß- feuer entstand heute nachmittag im Hause Dleichstrahe 15. Der Dachstuhl einer Lackiererwerkstatt war in Brand geraten und stand bei Ankunft der Feuerwehr in Hellen Flammen. Durch lagernde Oele, Lacke, Seegras und Hvlzvorräte fand das Feuer reiche Rahrung. Mit drei Schlauchleitungen gelang es nach einstündiger anstrengender Tätigkeit, den Brand zu lokalisieren. Die stark bedrängten Sattler- und Wagnerwerkstätten konnten gerettet werden. Die Ursache des Brandes ist noch nicht aufgeklärt.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
ZL W e tz l a r, 25. Aug. Interessante Stra ßen- ausbauarbeiten werden zur Zeit an einer alten historischen Stätte unserer Stadt, dem Goethebrunnen, vorgenommen. Dieser war, je mehr sich der Wagenverkehr in der Haarbach- fhrafje und dem Philosophenweg entwickelte, zu einem Verkehrshindernis geworden. Da jedoch von der Altertumsbehörde eine Beseitigung des tiefgelegenen Brunnens und auch eine Heber» brüefung nicht zugestanden wurde, so muhten andere Wege zur Verbesserung des Straßenverkehrs gesucht werden. So wird nunmehr die Straße, die bisher in einer scharfen Kurve um den Brunnen lief, in gerader Linie auf der rechten Seite vom Tal aus um diesen geführt. Die bisher an dieser Stelle vorhandenen Anlagen sind beseitigt und sollen an die Stelle des bisherigen Straßendammes kommen. Dem Fremden wird sich nach Vollendung des Straßenumbaues ein vollkommen anderes und hoffentlich besseres Bild des Goethebrunnens zeigen als seither. Die idyllische Lage des Brunnens war bereits durch den Bau von Häusern in seiner nächsten Rahe stark beeinträchtigt worden, auch die gärtnerischen Anlagen waren in den letzten Jahren nicht mehr auf der Höhe. Durch die Verlegung _ am Goethebrunnen wird auch eine andere Führung der Wöllbachertorstrahe er*
Er betrat seine Villa. Niemand war wach. Wo würde er Mar gas Brief finden? Gewiß in ihrem Zimmer.
Er öffnete die Tür zu dem Raum, in dem sie zu schlafen pflegte... und prallte zurück. Hier war es hell, die Ampel leuchtete hinter dem dunklen Lila der Seide. Und Marga sprang vom Diwan empor, auf dem sie angekleidet geruht hatte.
„Du... du bist noch...?“ Dann schwieg er.
Rechtzeitig merkte er, daß er im Begriff war, eine Dummheit zu begehen.
Marga kam ihm entgegen. Sie sah ihm unbefangen, nur mit einem seltsamen Erstaunen m£ gerötete Gesicht. „Ich bin wach geblieben, weil ich mit dir sprechen muh, Rudolf," begann sie, ..du hast dich heute abend so schnell aus dem Klubhaus entfernt und warst nicht mehr aufzufinden. Du weiht, daß ich sonst nicht zu fragen gewohnt bin, wenn du Launen hast. Abei diesmal muh ich es: Was ist mit dir? Warum wrichst du mir seit ein paar Stunden aus? Auch habe ich einen Brief... von Draguteff an dich... er mußte Hals über Kopf abreifen... weil —
Sie stockte und wurde verlegen.
..Herr Fedor Draguteff hat es also vorgezogen, ohne dich abzureisen? Ist das wahr?"
Er sagte es schari und schneidend. Beinahe höhnisch.
„Ohne mich? Was soll das heißen?"
Er trat dicht vor sie hin und bohrte feiner Blick in ihre Augen. Wie merkwürdig standhaft hielt sie es au£:
,.3ch weih. Marga, was hinter meinem Rücken vorgehl Ich weih auch, daß ich dich verloren habe..."
„Rudolf", schrie sie auf.
., Fürchte dich nicht. Ich habe mich mit allem abgefunden. Ich lege dir kein Hindernis in den Weg. Meinetwegen... wenn du ihm folgen willst, soll es mir recht fein.**
„Rudolfs" And plötzlich hing sie an seinem Hals, hielt ihn mit einem Arm umklammert, fegte ihre Recht« auf feinen Mund und hinderte ihn am Sprechen.
forderlich. Umfängliche Erdarbeiten an den Gärten der Dergseite lassen auch hier eine andere Strahenflucht erkennen.
-S- Atzba ch, 25. Aug. Die in Unterhaltung des Kreises stehende Verbindungsstrahe von hier nach Heuchelheim, die sich seither in einem sehr schlechten Zustand befand, hat jetzt eine neue Kleinschlagdecke erhalten. Die Straße wird in letzter Zeit von dem Autoverkehr immer mehr in Anspruch genommen. — Die Wiesen gründe des Lahntals haben in fruchtbaren Lagen einen sehr schönen Grummetgras- bestand aufzuweisen, während sich in höheren Lagen die anhaltende Trockenheit während der Hauptwachstumsveriode empfindlich bemerkbar macht. Mit der ©rummeiernte wird man bereits in der nächsten Woche beginnen können.
3 Groß-Rechtenbach, 25. Autz. In der dieser Tage stattgehabten Bürgermeisterei- versammlung beschäftigten sich die Bürgermeistereiverordneten in der Hauptsache mit der Beratung des Haushaltsplanes der Bürgermeisterei für das Rechnungsjahr 1927. In Verbindung damit wurde beschlossen, die Bureauräume des Bürgermeisteramtes instandsetzen zu lassen und die Registratur nett einzurichten. — Den an den Reichsjugendwettkämpfen in Lützellinden teilnehmenden Schülern der Bürgermeisterei soll auf Kosten der Gemeinden eine Erfrischung verabreicht werden. — Die Einführung der Schulzahnpflege wurde abgeiebnt. — Ferner wurde beschlossen, für den Umfang der Bürgermeisterei einen Ziegenbockhaltungsverband zu errichten. Bockhaltungsstationen sollen eingerichtet werden in Dornholzhausen für die Gemeinden Dornholzhausen, Riederkleen, Oberkleen, ®berd* göns und Hochelheim; in Hörnsheim für die Gemeinde Hörnsheim, in Lützellinden für die Gemeinde Lützellinden, in Münchholzhausen für die Gemeinde Münchholzhausen, in Groß-Rechtenbach für die Gemeinden Groh-Rechtenbach und Klein-Rechtenbach und in Volpertshausen für die Gemeinden Volpertshausen, Weidenhausen, Vollnkirchen und Reiskirchen. Zum Beginne der Einrichtung hat jeder der genannten Bezirke einen bzw. zwei züchterisch brauchbare Bocke zu beschaffen, die dann in das Eigentum der Bürgermeisterei übergehen. Die Bezahlung der Bockhalter ist Sache der Bürgermeisterei. Die Gemeinden, in denen Bocke aufgestellt sind, stellen kostenlos je eine Wiese zur Rutzung zur Verfügung. Die Kosten des Bockhaltungsverbandes werden durch die Erhebung von Sprunggeld aufgebracht, dessen Hohe sich nach den gemachten Aufwendungen richtet. — Den Platz des Beigeordneten B 0 r ck, Hörnsheim, zierte aus Anlaß der Feier seines achtzigsten Geburtstages ein Blumenstrauß. Im Februar dieses Jahres konnte Beigeordneter Bocck auf seine 40jährige Zugehörigkeit zur Bürgermeistereiversammlung zurückblicken.
Kreis Biedenkopf.
Holzhausen b. Gladenbach, 25. August. Ein bedauerlicher Unglücks fall ereignete sich heute morgen. Die bei dem Kaufmann 91 a u t e r IV. beschäftigte Strickerin K. Achenbach, wollte dessen ausgedroschene Frucht auf einem unbespannten Kastenwagen nach Hause fahren. Sie war an der Deichsel, während die Frau des Dreschmaschinen, besitzers die Bremse zuschrauben wollte. Durch ein Mißverständnis fuhr das Mädchen mit dem Wagen ab, ohne daß er gebremst war. Nach etwa hundert Meter Fahrt hatte siedieHerrfchaftüber den immer schneller fahrenden Wagen, auf dem mehrere Zentner Frucht lagen, verloren, sie stürmte, und das eine Hinterrad ging ihr über beide Unterschenkel, während der Wagen in den Graben fuhr. Die Aerzte, Dr. K a l t e r n s ck a r n und Dr. H a u n I. von Gladenbach stellten oei der Bedauernswerten, die man bewußtlos ins Elternhaus geschafft hatte, einen Nervenschock, Gehirnerschütterung, und schwere Quetschungen fest.
Unterlahnkreis.
WSN. Dausenau, 25. Aug. Gestern nachmit- tag fiel die Dampframme, durch deren Umkippen am 6. Dezember v. I. sechs Arbeiter den Tod in den hochgehenden Fluten der Lahn fanden, wieder um; diesmal wurde jedoch dank der getroffenen Vorsichtsmaßregeln ein größeres Unglück verhütet und die in die Lahn gefallenen Arbeiter konnten sofort wieder das Ufer gewinnen.
Kreis Ziegenhain.
sch. Ziegenhain, 25. Aug. Beim Reubau eines Weges bei Reukirchen fiel dem Waldav» beiter Reumann ein Brecheisen auf den
„Du hast den Brief in meiner Jacke gefunden", stammelte sie.
„3a!"
„Qlber es war doch nicht meine Jacke I Ich hatte sie doch nur mit Dora Osbecks Klubjacke vertauscht... für Minuten vor der Schlußrunde. Gleich darauf merkten wir den Irrtum und wechselten die Jacken. Tlnd in dieser kurzen Zeit hast du...?"
„Habe ich... habe ich den Brief gefunden, den an dich..."
„Rein doch," und nun lachte sie auf, wie von einer schweren Last befreit, „der Bries galt doch der Dora. Tlnd mit Dora ist Draguteff soeben nach Hamburg abgereist; das heißt, nicht nach Hamburg, wie wir überall verbreitet haben, sondern nach Marseille. Von dort gehen die beiden nach den Vereinigten Staaten, wo Dragu- teff auf eine Anstellung bei den Brabanwerien rechnet. Der junge Braban war sein Partner beim Tournier in Rizza und hat es ihm ver- sprc^en. Denk dir nur, ich habe das alles miterlebt; die beiden. Dora unb Fedor, kannten sich schon seit Jahren, und nun hatte er sie in dieser entsetzlichen Ehe wiedergefunden. Da habe ich chnen selbst geraten, einfach durchzubrennen."
Rudolf Kayser starrte entgeistert auf die Srrau an feiner Brust, auf dieselbe Foau. die er w>ch vor Augenblicken zu Deriieren geglaubt hatte. 3et)t hätte er sie am liebsten hochgehoben und nicht mehr zur Erde niedergelassen.
.Ganz gut... aber der Brief Dvaguteffs cm mich?"
»3st nichts weiter, als die Bitte, ihm zu er- klären, was du eigentlich gegen ihn hast. Er ist so gutmütig, und ist nur traurig, weil er dich zum Freunde haben möchte und weil du ihn vor den Kopf gestoßen hast!"
„Marga, ich bin ein schrecklicher Esel!"
Da antwortete sie ganz ernsthaft:
„Ja... das ist allerdings nicht aus der Wett zu schaffen!"


