Einzelbild herunterladen

britischen Regierung, daß es wesentlich ist, daß das Desatzungsheer seinen internationalen Lharakter behält." Das Blatt betont, daß die Erörterungen weitergeführt werdenin jenem Geist« freundschaftlicher Intimität, der glücklicherweise die Beziehungen zwischen Frankreich und Großbritannien kennzeichne." Aber leider sei ein neuer Faktor hineingrbracht wor­den, der das Problem sehr verwickelt ge­stalte. Die französische Ansicht, daß das De- satzungsheer eine Gewähr gegen einen mög­lichen deutschen Angriff bilde, stehe, wie dieTimes" hervorhebt, vollkommen im Gegen- s a tz zu dem ZweckdesRheinlandheeres, der ihm von dem Bersailler Vertrag bestimmt worden ist. Die Frage der französischen Sicherheit wurde besonders auf der L o c a r - nvkonferenz geregelt.

London wünscht Besprechung mit Slresemann?

Paris, 25. Aug. (WB.) Heber den Stand der französisch-englischen Verhand­lungen über die Verminderung der Besat­zungstruppen im Rheinland schreibt das Journal des D6bats", die englisch-fran­zösische Besprechung hierüber habe k e i n e Fort­schritte gemacht. Da der Völkerbunds- r a t vier Tage früher als die Vollversammlung zusammentritt, sich also am 1. September ver­sammeln muß, ist es sehr Wohl möglich, daß die Frage nicht vor diesem Zeitpunkt gelöst wird. Man hat den Eindruck, daß das englische Kabinett die Lösung lieber vertagt, weil es wünscht, daß die Angelegenheit zu einer Besprechung Anlaß gibt, an der auch Reichs­minister Stresemann teilnimmt.

Deutschland denkt nicht an Krieg".

London, 25. Aug. (WTB.) Die Zeitschrift Spectator" wird in ihrer morgigen Rümmer mit einer Reihe Artikel ihres Chefredakteurs Wrench überRordeuropa nach 15 Jahren" beginnen. Der morgige Artikel befaßt sich mit Deutschland. Er beginnt mit den Worten: .,Ob man es liebt oder haßt Deutschland bleibt einer der Hauptfaktoren in der europäischen Politik. Man fann nicht eine hochgebildete und industrialisierte Ration von über 60 Millionen Seelen ignorieren." Was Wrench hauptsächlich aufgefallen ist, ist dieAb­wesenheit äußerer Zeichen von Militarismus".

Deutschland denke nickt an Krieg, sondern an wirtschaftliche Entwicklung.

Deutschland könne England viel in sozialer Or­ganisation lehren. Man sehe in Deutschland viel weniger Zeichen der Armut als in England, es herrsch? jedoch zweifellos viel Armut in den Mittelklassen und den Berufszweigen. Wrench schildert eingehend die in Deutschland herrschende Stimmung gegen die Anwesenheit von 7 0 000 alliierten Truppen auf deutschem Boden neun Jahre nach dem Waffen­stillstände.

Die deutsche Delegation für Genf

Berlin, 25. Ackg. (Wolff.) Zu deutschen Delegierten zu der am 5. September beginnen­den achten Völkerbundsversammlung sind, wie im Vorjahre, Reichsaußenminister Dr. S t r e s e m a n n , Staatssekretär im Auswärtigen Amt Dr. v. Schu­bert und Ministerialdirektor Dr. Gaus ernannt worden: außerdem werden als Delegierte wiederum Vertreter der großen Parteien des Reichstages an der Bundesversammlung teilnehmen, und zwar die Abgeordneten Gras Bernstorfs, Dr. Breit­scheid, Professor Dr. H o e tz s ch, Prälat Dr. Kaas und Freiherr von Rheinbaben. Der Delegation werden ferner Staatssekretär der Reichs­kanzlei Dr. P ü n d e r und Staatssekretär im preu- ßisäxsn Staatsministerium Dr. Weismann an­gehören sowie eine Reihe von Sachverständigen die Delegation begleiten, darunter Frau L a n g - B r u - mann, M. d. R., der Chef der Presseabteilung der Reichsregienina Ministerialdirektor Zechlin und vortragender Legationsrat v. Bülow.

Der Berliner Aaggenstreit.

Berlin, 25. Aug. (WB.) Wie dasDerl. Tageblatt" zu dem Flaggenkonflikt zwi­schen Magistrat und Hotels erfahrt, hat sich auch das Berliner Messeamt dem Stand­punkt des Magistrats angeschlossen. Es wird bis auf weiteres keine Veranstaltung in den in Frage kommenden Hotels mehr abhalten, und es hat bereits einen Pressetee, der heute imEspla­nade" stattfinden sollte, abgesagt und nach dem Funkhausrestaurant verlegt. Es schweben auch Verhandlungen darüber, den Pressetee und das große Bankett, das am 2. Ses>. mber im Esplanade" airläßlich der Funkausstellung statt- finden soll, in ein anderes Hotel zu verlegen. Morgen findet in Berlin eine Sitzung des Reichsverbandes der Hotelbesitzer Deutschlands statt, in der über den gestrigen Beschluß der Hotelbesitzer, nicht in den Reichs» färben zu flaggen, verhandelt werden soll. Der "Berliner Magi st r a t, der sich erneut mit der Angelegenheit beschäftigt hat, hat beschlossen, seine Stellungnahme in vollem Umfange auf­recht zu erfyalten.

Wie eine Korrespondenz erfährt, wird die für Freitag angesetzte Zusammenkunft des Vorstandes und Beirates des Vereins der Berliner Hotelbesitzer von nicht zu unterschätzender Be­deutung sein, da die Auseinandersetzungen in den 'ctzten Tagen auch im Reich eine starke Kampf­stimmung erzeugt haben. Seitens der Berliner f)otelbetricbe wird der Antrag gestellt werden, die von Berlin ausgehende Bewegung nicht nur auf das ganze Reich auszudehnen, sondern es soll auch an die im Auslande beste- yenden deutschen Hotels die Aufforderung er­gehen, die Reichsflagge künftig nicht mehr zu hissen. Weiter wollen die in gemeinsamer Front stehenden Berliner Hotels in dieser Zusammenkunft den Antrag stellen, daß in den Berliner Betrieben und in den Betrieben im Reich diejenigen Zei­tungen nicht mehr ausgelegt werden, die zum Boykott der Gaststätten ausgefordert haben. Darüber hinaus sollen noch weitere Be­schlüße wirtschaftlicher Natur gefaßt werden. Ferner sollen mehrere Berliner Großrestaurants uni) Hotelbetriebe beabsichtigen, sich dem Vorgehen ihrer Kollegen anzuschließen und die Reichsflaggen nicht mehr zu hissen, obwohl einige von ihnen bis­her die schwarz-rot-goldene Fahne gezeigt haben. Die Hotelbesitzer erklären erneut, daß ihr bis­heriger Beschluß, keine Flagge zu setzen, un­widerruflich sei, und daß sie auch fest entschlos­sen seien, die Konsequenzen zu ziehen.

Walker in Berlin.

Berlin, 25. Aug. (WTB.) Der American Club of Berlin gab heute abend zu Ehren des Oberbürgermeisters von Reuyork, James Walker, und seiner Gattin imKaiser- hvf' ein Essen. Der Festsaal war mit dem Sternenbanner, der schwarz-rot-goldenen Reichs­flagge und den Farben der Stadt Reuhork ge­schmückt. An dem Empfang nahmen zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten, Vertreter der amerikanischen und der deutschen Presse, Mit­glieder des Klubs und Freunde Amerikas teil, so außer dem Ehrengast der amerikanische Botschafter Sh urm an, der Staatssekretär des Auswärtigen Amts Dr. v. Schubert, von der Presseabteilung der Reichsregierung der Dirigent Geheimrat v. B a l i g a n d, Geheimrat Dr. F u e h r und Legationsrat Dr. Thomsen. Ferner sah man den früheren Reichskanzler Dr. Cuno, Dr. Bertling vom Amerikainstitut uni) Direktor Merkel von der Lufthansa.

Botschafter S h u r m a n begrüßte Ober­bürgermeister Walker mit herzlichen Worten in einem Lande, das so viele Beziehungen mit Amerika verbänden und das mit die t ü ch - tigsten unter den Staatsbürgern Amerikas gestellt habe. Der Botschafter hob sein Glas auf das Wohl des Reichspräsidenten v. Hindenburg und des deutschen Volkes. Im Ramen der Reichs regierung hieß Staatssekretär v. Schubert Herrn Walker herzlich willkommen. Er schloß daran ein Hoch auf Präsident C o o l i d g e und das amerika­nische Volk. Als persönlicher Freund richtete Geheimrat Cuno einige herzliche Begrüßungs­worte an Mr. Walker. Er erinnerte daran, daß eines der größten Schiffe der Hapag den Ramen der Stadt trägt, deren Geschicke von Herrn Walker geleitet werden. Das sei ein Symbol der deutsch-amerikanischen Freundschaft, die wir aufrecht erhalten wollen. Geheimrat Cuno schloß mit einem Hoch auf Mr. Walker und seine Gattin.

Mr. Walker sprach dann allen Stellen, die ihn so freundlich empfangen hätten, seinen herzlichen Dank aus, natnentlich auch dem Präsidenten des American Club. Auf Botschafter Sh urman sei das amerikanische Volk stolz. Er sei der richtige Mann am richtigen Platz. Der Redner sprach sich dann des näheren über die deutsch-ameri­kanischen Beziehungen aus und betonte dabei, daß beide Völker über die Mißverständnisse der Vergangenheit die Hand zur Zusammen­arbeit und Freundschaft reichen müßten. Senator Wagner, der ebenfalls in diesen Tagen in Berlin weilt, sei Deutscher von Geburt. Wie sehr das Deutschtum in Amerika geschätzt werde, ginge auch aus der Wahl dieses Mannes hervor. Mr. Walker sckstoß mit einem Appell an die Vertreter der amerikanischen Presse, ihre Arbeit im Sinne der Verständigung zwischen Amerika und Deutsch­land meiterzuführen.

Im übrigen wurde der Abend noch verschönt durch den stimmungsvollen Vortrag von Volks­liedern durch einen Berliner Kinder- ch o r unter der Leitung des Herrn Klaut. Die Lieder wurden mit großem Beifall aufgenommen, Oberbürgermeister Walker bedankte sich besonders und ließ es sich nicht nehmen, die Kinder für den Abend zu bewirten.

Der Krach im Minderheitenkongreß

Genf. 25. Aug. (Wolff.) Die Minder­heitengruppen, welche sich von dem in Genf stattfindenden europäischen Min­derheitenkongreß zurückgezogen haben, veröffentlichen eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Angesichts des scharf ausgeprägten ein­seitigen politischen Charakters des Kongresses sieht sich der Verband der nationalen Minderheiten in Deutschland gezwun­gen, aus dem Kongreß auszuscheiden und eine abwartende Haltung einzunehmen. Sämtliche polnischen Gruppen haben sich mit dem Verband der Minderheiten in Deutschland solidarisch erklärt. Dem Beispiel der däni­schen und polnischen Minderheiten folgend, haben auch die übrigen slawischen Gruppen den Sit­zungssaal verlassen. Sämtliche obenerwähnten Gruppen haben festgestellt, daß sich ihre Haltung in feiner Weise gegen die Person des Kongreß- Vorsitzenden richtet, der nach wie vor das volle Vertrauen genießt. Diese Gruppen haben ein­stimmig beschlossen, sich auch in Zukunft von den­selben Ideen leiten zu lassen, die sie seit dem ersten Kongreß verbindet, und die Aufgaben der Verteidigung der Rechte der Minderheiten mutig zu verfolgen.

Beschwerde über die Manöver in Rheinhessen.

Berlin, 26. Aug. (Priv.-Tel. des WB.) In einem Schreiben an das Reichs Ministerium für die besetzten Gebiete führt Abgeordneter K o - r eil, derVoss. Ztg." zufolge, Beschwerde über die Manöver der englischen De - sahungstruppen, die dieser Tage im süd­westlichen Rhein Hessen stattfinden. Durch sie werde das Einbringen der durch das schlechte Wetter verzögerten Ernte und die Wein­bauarbeiten der bäuerlichen Bevölkerung, vor allem des Dorfes Ferfelden und der benach­barten Gemeinden auf das empfindlichste ge­hört. DieVoss. Ztg." weist ergänzend darauf hin, daß es überall in zivilisierten Ländern üblich ist, die Manöver nach der Ernte abzu­halten.

Die Besoldungsreform.

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin, 26. Aug. Trotz der Ferien und trotzdem sich der Reichsfinanzminister Dr. Köh­ler gegenwärtig in Marien bad zur Kur auf­hält, sind jetzt die Besoldungsreform, oder besser deren Vorarbeiten soweit gediehen, daß man sie als fertiggestellt ansehen kann. Im Reichsfinanzministerium ist sehr eifrig ge­arbeitet worden, und zwischen dem Finanz­minister und seiner Behörde haben in den letzten Tagen eine Reihe sehr wichtiger Konferenzen stattgefunden, in denen der Entwurf endgültig festgelegt worden ist. Der Entwurf ist jetzt Gegenstand eingehender Erörterungen zwi­schen der Regierungsparteien, deren Spezialisten für Beamtenfragen nacheinander in Marienbad beim Finanzminister eintreffen. Wie es heißt, soll der Entwurf bereits in der September­tagung dem Reichstag zur endgültigen Be­schlußfassung vorgelegt werden. Einzelheiten über 1 den Entwurf sind bisher noch nicht bekannt ge­

worden. So viel aber steht fest, daß die Desol- dungsreform für die unteren Gehalts- klassen eine beträchtl ich? Auf bess e- rung bringen wird. Es ist daher zu hoffen, daß die großen Deamtenverbände, die natur­gemäß an dem Entwurf das größte Interesse haben, ihm ihre Zustimmung nicht versagen werden

Branker

über die deutsche Fliegerei.

Berlin, 25. Aug. (WTB.) Der seit gestern in Berlin weilende englische Luftmarschall Sir Sefton Branker begibt sich morgen im Flug­zeug gemeinsam mit Ministerialrat Branden­burg nach Kopenhagen. Dort werden beide Herren als Vertreter ihrer Länder an der Internatio-» n a len Luftfahrtaus stellung teilnehmen. In einer Unterredung mit einem Vertreter desB. T." betonte der englische Luftmarschall, daß die deutsche Fliegerei auf außerordentlich ge­sunder Basis aufgebaut sei.Ihre Piloten und die Konstruktion Ihrer Flugzeuge ist außerordent­lich gut." Sir Sefton Branker erwähnte dann die Möglichkeit eines ständigen transatlanti­schen Luftverkehrs. ,Lch halte die Ozeanflüge doch für sehr wertvoll, falls sie gelingen. Außerdem tragen Ozeanflüge, wenn sie gelingen, sehr zur Popularisierung des Luftfahrtgedankens bei. Ich bin fest überzeugt, daß ein ständiger transatlantischer Luftverkehr, allerdings mit Zwischenlandungen, nur noch eine Frage der Zeit ist." Die deutsch-eng­lischen Luftbeziehungen bezeichnete Sir Sefton Branker als außerordentlich gut. Aus die Frage, ob der deutsch-englische Luftverkehr oder der Verkehr mit Kontinental- e u r o p a weiter ausgebaut würde, erklärte Sir Senfton Branker:Nein. Ich muh auch ganz offen sagen, daß in dieser Beziehung das Interesse Eng- lands an Kontinentaleuropa ziemlich gering ist. Die britische Luftpolitik geht dahin, alles verfügbare Geld für den Ausbau unferes Reichsluftoerkehrs, also unserer Dienste nach Indien, Australien, den Straits usw. zu verwenden." Zum Schluß erklärte Sir Sefton Branker, daß das englische Luftamt genau wie das deutsche die projektierten Ozeanslüge unterstütze.

Dem Berliner Berichterstatter derM o r n i n g P o st" gab Branker eine begeisterte Schilderung seiner Eindrücke. Die ganze deutsche Na­tion sei patriotisch an der Fliegerei interessiert. Er sprach über das über Deutsch­land ausgebreitete Netz von Fluglinien und die Sommerlinien nach den Seebädern. Er'sprach weiter seine Befriedigung über das freundschaft­liche Zusammenwirken der Zivilluftfahrt Deutschlands und Englands aus.

Wüste Ausschreitungen in Hamburg.

Hamburg. 25. Aug. (Wolff.) Im Anschluß an die bereits gestern gemeldeten Demonstra­tionen der Kommunisten für Saeco und Vanzetti setzten bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Groß-Reumarkt, dem Zeughausmarkt und Umgebung die Angriffe auf Polizei­patrouillen ein. Die Beamten wurden mit Steinen und Schlacken beworfen. Auf dem Zeug- hausmarkt wurde ein Straßenbahnwagen ange­halten. Als der nicht im Dienst befindliche Po­lizeiunterwachtmeister Gvdbersen in einem Straßenbahnwagen von den Demonstranten bemerkt wurde, stürzten sie sich auf- ihn, holten ihn aus dem Wagen und mißhandelten ihn in unmenschlicher Weise. Es gelang ihm dann, sich loszureitzen und bis zu den Anlagen am Holstenwall zu kommen. Dort brach er zu­sammen. Auf den völlig erschöpften Beamten stürzte sich nun eine Rotte von fünfzig bis sechzig Mann mit den Rufen: Schlagt ihn tot!" Einer der Angreifer stteh Gvdbersen ein Messer in di« Brust und verletzte ihn tödlich. Der Mörder entkam. Die Polizeibeamten waren bei dieser Sachlage ge­zwungen, von ihren Pi st ölen Gebrauch zu machen, zumal auch aus einem Hause auf sie geschossen wurde. Verletzt wurden bei diesen Kämpfen ein Polizeibeamter durch Flaschenwürfe und ein 21jähriger Demonstrant durch einen Kniefchuß. Mehrere völlig unbeteiligte Privat­personen wurden von den Demonstranten gleich­falls schwer mißhandelt. Wegen dieser Zusam­menstöße hat die Polizeibehörde in Hianburg Demonstrationen der K. P. D. bis auf weiteres verboten.

Auslösung

des irischen Parlaments.

Dublin, 25. Aug. (WB.) Der Generalgouver­neur des Freistaates unterzeichnete einen Erlaß, der die Nationalversammlung auflöst und neue Wahlen vorschreibt, die Mitte Sep­tember stattfinden werden.

Einnahme Nankings?

London, 26. Aug. (WTB. Funkspruch.) Laut Daily Telegraph" meldet der Sonderberichterstatter derChikago Tribüne" in Peking die Einnahme Nankings durch S u n s ch u a n g f a n g. Die Pe­kinger Regierung habe eine Beschleunigung des Feldzuges gegen Fengyuhsiang besohlen.

Aus -aller Welt.

Schweres Eisenbahnunglück in Frankreich. 18 Tote.

Aus Chamounix wird gemeldet: Gestern nachmittag um 17,15 Llhr begaben sich drei Züge der Linie ChamounixEismeer, wie gewöhnlich, fahrplanmäßig talwärts. Der letzte der Züge stürzte nach dem Passieren eines großen Via- duktes in einen 15 Meter tiefen Graben. All« Aerzte der Ortschaft uni) der Umgebung sind zur erften Hilfeleistung herbeigeeilt. Der Präfekt begab sich mH dem Oberingenieur an die Un­glücksstelle, um die Hilfeleistung zu organisieren und die Untersuchung einzuleiten.

Rach einem Bericht der Agentur Havas hat der Zug 250 Meter nach Abfahrt vom Bahnhof Montenvers eine ungeheure Schnelligkeit ent­faltet und ist bei der ersten Kurve an einem Viadukt entgleist. Der zweite Wagen blieb un­beschädigt, dank der Geistesgegenwart eines Tou­risten. der die Rotbremse zog. Unter den acht­zehn Toten befindet sich auch der Lokomotiv­führer. Die Zahl der Verletzten wird verschieden angegeben. Havas berichtet von 25, eine Mel­dung desPetit Dauphinois" aus Chamounix von etwa 40 Verletzten. Die Identität der Toten und Verletzten ist noch nicht festgestellt worden.

Das Eisenbahnunglück in England.

Rach den letzten amtlichen Londoner- dungen beträgt di« Zahl der Opfer des @ifem* bahnunglücks bei Sevenoaks 12 Tote und 48 Ver­letzte. Man vermutet, daß die Katastrophe durch eine Senkung des Bahnkörpers infolge des Regens verursacht wurde.

Lin gefährlicher Spion abgeurteilt.

Der frühere Reichswehrsoldat Peter Dann- Häuser aus Rieder-Ingelheim wurde gestern vom Ferienstrafsenat des Reichsgerichts in nicht­öffentlicher Verhandlung wegen militärischen Landesverrats, Verbrechens gegen das Spionage- gesetz in Tateinheit mit Landesverrat zu vier­zehn Jahren drei Monaten Zucht­haus, zehn Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Der Angeklagte ist im Juli 1923 in Griesheim in den französischen Spionagedienst eingetreten gegen ein Monatsgehalt von 1000 Franken. Im Oktober 1923 veranlaßten ihn seine französischen Auftraggeber, in die deutsche Reichs­wehr einzutreten. Im 13. Jnfanterie-Regiment in Stuttgart entfaltete nun der Angeklagte eine intensive Tätigkeit, indem er zahlreiche Kame­raden dazu verführte, ihm geheimzuhaltendes Material zu verschaffen, das er den Franzosen auslieferte. Als im Jahre 1925 ihm der Boden zu heiß wurde, desertierte der Angeklagte und betätigte sich bis zum Januar 1926 als fran* zösischer Spion in der Schweiz und in Italien. Ende 1926 erwarb er in Frankreich die fran­zösische Staatsangehörigkeit und war dann vom Elsaß aus bis zu seiner Verhaftung wieder in Deutschland als Spion tätig.

Ruhr in der Kaserne.

In der Kaserne des Reiterregiments Nr. 18 in Cannstatt ist eine Ruhrepidemie ausgebrochen, die schon einige Todesopfer gefordert hat. lieber fünfzig Soldaten sind in den letzten Tagen ruhrkrank in das Lazarett gebracht worden. Die Epidemie hat auch bereits auf die in der Nähe der Kaserne lebende Zivilbevölkerung übergegriffen. Don amtlicher Seite wird versichert, daß die Epidemie jetzt zum Still­stand gekommen und seit einigen Tagen kein Ruhr­kranker mehr gemeldet worden sei.

TDcfferflurj und Neuschnee in Tirol.

Aus ganz Tirol wird ein Wettersturz gemeldet. In der Nacht entluden sich mehrere Gewitter. Heute früh sind die Berge bis in die Täler hinab mit Neu­schnee bedeckt. Inn und Sill führen Hochwasser. Auch aus Bozen und Meran wird Wettersturz und Neu­schnee auf den Bergen gemeldet.

Furchtbare Tragik auf dem Meere.

Der seit längere Zeit vermißte schwedische DampferTrhggve" erlitt am 14. August im Finnischen Meerbusen Schiffbruch und ging unter. Dabei ertranken vier Männer und zwei Frauen. Der Kapitän und die übrige Besatzung, darunter zwei Passagiere, gingen in ein Rettungsboot. Während das Boot in den folgenden Tagen auf dem Meere trieb, wurden die beiden Passagiers wahnsinnig und sprangen über Bord. Die Be­satzung folgte ihnen nach. Zuletzt wurde der Kapitän wahnsinnig und wurde von dem noch überlebenden Matrosen über Bord geworfen. Der Matrose wurde später von einem finnischen Mo­torschoner geborgen und dem Krankenhaus zu­geführt.

Unterschlagungen auf einem Berliner Postamt.

Aus dem Postamt SW 19 wurde gestern abend ein Postaushelfer dabei überrascht, als er einen Geldbrief mit 5000 Mark Inhalt unterschlagen wollte. Der ungetreue Angestellte wurde verhaftet und dem Untersuchungsrichter ooraeführt. Er ist ae« ständig, bestreitet aber, weitere Verschlungen be­gangen zu haben.

Die Wetterlage

ML

Hipan

4/MMl

itocl

'Scan

Pans

O

Q

12

O Btrfln'

° o Owaoert-

Ujlder/uiftl **

o

k«

LZJ Oslo

'/ =3

%

(.tnr 79

Donners ta.gd.25Jluq. jz

7 4 <3 bends.______1927p

r Barfn-lns.-

0Momentes.® nerter. Q naro veaecxl. ® woixig. eoedeextRegeix # Schnee & «jraupem Neöei "R Grwuter.©Windstille. «O sehr leichter Osi massiger SudsOdwest X stürmischer «ordwest Die Pfeile fließen mit dem winde Oie Deinen Stationen stehenden zah­len gehen die Temperatur an. Die Urnen veromden Orte mit gleichem auf Meeresniveau umgcreUinelen Luftdruck

cLlervoraussage.

Das westeuropäische Hoch hat sich etwas südöstlich verlagert und zeigt in Westfrankreich einen Barometerstand von 770 Millimeter. Gleich­zeitig dringt das kräftige isländische Tiefdruck­gebiet mit einem Barometerstand von 735 Milli­meter im Kerngebiet weiter in südöstlicher Rich­tung vor. Eine starke Beeinflussung unserer Wetterlage wird es vermutlich nicht herbeiführen.

Wettervoraussage für Samstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, mäßig warm und vereinzelt Niederschläge.

Witterungsaussichten fürSonntag: Zeitweise wolkig, auch stärker aufheiternd, keine wesentliche Temperaturveränderung und strichweise Regenfälle.

Lufttemperaturen 25. August vorm. 16,5 Grad Celsius, nachm. 11,5 Grad Celsius; 26. August vorm. 11,5 Grad Celsius.

Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: 25. August 18,3 Grad Celsius; 26. August 13,5 Grad Celsius.

Maxi um 18,5 Grad Celsius, Minimum 10 Grad Celsius; Riederschläge 5,8 Millimeter; Sonnenscheindauer 6 Stunden.