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Verkauf von Speifeei an Jugendliche.
wigshasen), Dr.-Ing. e. 'n. Karl K l i na s p o i (Dffenbad)), Kommerzienrat Bernhardt Maye« (Mainz), Dr. Karl Merck (Darmstadt) und Kam merzienrat Albert Zimmermann (Mainz) wie dergewählt und an Stelle des Dir. Prechtel
geworden, denn er liebt noch immer dieses Leben, um der Kämpfe und Leiden willen, die eS ihn gekostet: denn auS dem Schmerz gebiert sich ihm die Freude."
Bekker macht uns den Deelhoven zu eigen, den die kommenden Jahrhunderte sehen werden: den Künstler Beethoven, tief im geheimnisreichen Mutterboden des Transzendentalen wurzelnd unb hoch im Transzendentalen sich verlierend — mit dem Scheitel die Sterne berührend —, ein riesenhaftes Monument der kün'tleriichen Persönlichkeit in ihrer letzten und höchsten Potenz. — d.e vollendetste Offenbarung des ewig Göttlichen im Menschen!
Mittelrheinischer zabrikanten- verein
Ahl ist hören. Er promovierte bestand im
42 Jahre alt und in Mainz ge- studiertc in Gießen und Jena, 1911 in Gießen zum Dr. jur. und Frühjahr 1912 die Staatsprüfung.
Bach längerer Tätigkeit im Dienste der Land- wirtfchastskammcr für Hessen und als Siegle- rungsafsesfor in Darmstadt erfolgte 1919 feine Ernennung zum Kreisamtmann und im Januar 1921 seine Versetzung i' das Polizeiamt Darmstadt. Dom Mai 1921 ab bis jetzt war er als Hilfsarbeiter im Hessischen Innenministerium tätig.
aus zu.
Ein Frühlingsgewitter tobt über Wien, als er im Todeskampf ringt; ein heftiger Donner- schlag cr'chüftert das Haus bis in d.e Grundfesten I Da richtet Beethoven sich auf, ballt drohend die Faust. - und sinkt dann sterbend zurückI „So fuhr Beethoven wie im feurigen Wagen gen HimmelI" schreibt Bekker.
Mit mancher landläufigen und idealisierten Vorstellung von Beethoven wird man nach Belker brechen müsfen, z. B. mit der Vorstellung von einem lebens- und weltunklugen, unerfahrenen Mann. Vekler beweist, daß Beethoven, ehe
in Gießen find die ambulanten Speis everkäufer mit ihren leicht transportablen Wagen bekannte Straßenerscheinungen. Weniger bekännt dürste aber sein, daß deren Gewerbebetrieb, soweit Der Verlauf an Jugend-
Düraermeisterwahl in Bad-Nau'e m.
Rcg.-Rat Dr. Ahl (Darmstadt) gewählt.
Z. Dad - Nauycim, 25. März. In öffentlicher Sitzung sand heute die Bürger mei- t erwähl statt. Sämtliche S.adtverordnete mit Ausnahme von Dr. U r b a h n waren anwesend. Der Zulchauerraum war überfüllt. 'Bürgermeister Dr. Kayser eröffnet nach kurzen Mitteilungen den Wahlalt, dabei der Hoffnung Ausdruck gebend, daß fein Nachfolger möglichst alle Stimmen aus sich vereinige. Stadtverordneter Rößler schlug daraus im Auftrage der sozial- dcmolratischen Stadtverordne''nsraltion den Beigeordneten Kling für die Wahl vor, der bisher dem Bürgermeister eine sehr wertvolle Hilfe gewesen sei und reiche lokalkommunale Erfahrungen gesammelt habe. Im Auftrage der Rechten, der Arbeitsgemeinschaft der Mitte und der übrigen bürgerlichen Fraktionen empfahl der demokratische Stadtverordnete Heß ohne nähere Begründung Regieru^gsrat Dr. Ahl (Sarm- tadt) als ' m geeigneten Kandidaten, während der kommunistisch Stadtverordnete I. Schäfer in langen Ausführungen, in denen er an dem angeblich arbeiterf-'i-idlichen Verhalten des Beigeordneten Äi.tii übte, den Landtagsabgeordneten Galm (Offenbach) in Vorschlag brachte. Die hierauf folgende geheime Wahl hatte olgendcs Ergebnis: Dr. Ahl 14, Beigeordneter Kling 8, Galm 1, neutral 1 Stimme. Bürgermeister Dr. Kayser gab sodann bekannt, daß Rcgierungsrat Dr. Ahl mit absoluter Mehrheit als ’en Nachfolger gewählt worden fei. Der neue Bürgermeister unserer Stadt, der seither im Ministerium des Innern tätig war, wird fein Amt Anfang Juni antreten, zu welchem Zeitpunkt Bürgermeister Dr. Kayser genau 24 Jahre (2 Wahlperioden) hier tätig
hciwrücklage 265 000 Mi. zufließcn, welche ‘ 600 000 Mk. anwächst.
stücke, auf denen sich Jugendliche in großer Anzahl aufzuhalten pflegten, verbiete, um ihnen sede Gelegenheit zum Slafchen zu nehmen, das oft in einem Maße und zu einer Zeit (Erhitzung) erfolge. daß es gesundheitsschädlich wirken müsse. Der Angeklagte lieh auch durch feinen Verteidiger die Gültigkeit der ganzen Verordnung in Zweifel ziehen. Aber es war ihm auch in dieser Richtung der Erfolg versagt, da nach Ansicht des Oberlandesgerichts der Inhalt der Verordnung sich durchaus im Rahmen des Ausgabenkreifes der Polizei bewegt, und in diesem Rahmen »die Vorbeugung. Abwehr und Beseitigung gefahrbringender, rechts- ober ordnungswidriger und zugleich dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen- ber Zustande" gehört.
Am 21 d. M. hielt der Herein unter Dem Vor- von Geh. Regierungsrat Dr. b. c. H a e u f c r in ainz seine diesjährige Hauptoersamm- g ab. Nach der Begrüßungsansprache des Vor.
Gründung der Basallunion.
WTD. Einer Meldung aus Linz zufolge ist nach langen Verhandlungen in der westdeutschen Basalt-Schotter-Jndustrie unter Beteiligung von mindestens 90 Prozent dieser Industrie ein Verband zustande gekommen. der ausgesprochenerweise die Regelung der Produktion und' engste Zusammenarbeit mit den in Frage kommenden Ab- nehmerkreisen zum Gegenstand hat. Zu diesem Zweck ist es gelungen, den Mitgliedern der Vereinigung Produkrionsquoten zuzuweisen, irgendwelche Bestimmungen über die Preisbildung find in dem abgeschlossenen Jndustrievertrag nickt enthalten. Der Inhalt des Vertrages ist in enger Fühlungnahme mit den maßgebenden Vertretern der Abnehmer und der Abnehrnerorgani- fationen zustande gekommen. Dre mit den Abnehmerkreisen geführten Verhandlungen haben dazu geführt, daß die an den Verhandlungen beteiligten Abnehmervertreter ihren Verwaltungen und Organisationen empfohlen haben, in enger Fühlung und in enger Arbeitsgemeinschaft mit der Bafaltunion zu arbeiten. Gegenstand dieser Gemeinschaftsarbeit wird auch die nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten wichtige Preisbildung für die in Frage kommenden Jndustrieprodukte fein. Den Vorsitz in der Basalt- Union hat Dr. Barth auser, stellvertretender Vorsitzender ist Dir. Klein.
sein Gehör ihn ifoLerte, durchaus praktisch war, daß wenige Musiker eine so klare und sachliche Vorstellung von der Außenwelt hatten wie er, Beethoven ist in feinen Mannesjahren durchaus kein idealistischer Träumer. Er ist scharfblickend und nüchtern ur e lend; seine Lebenssüh- rung beweist es. Seine Korrespondenz zeigt ihn als fingen Rechner, er ist alfo nicht von allen Seiten übervorteilt, wie ihn äl ere Biographen, bezugnehmend auf feine häuftgen Klagen, hin- stellen wollen. — Sein Freund zu sein, war nicht leicht. Rur die Familie des Hofrats von Brcuning. und Wegeier - Bekanntschaften, die noch aus seiner Vaterstadt Bonn sich Ijerlei’eten — sind ihm durch sein ganzes Leben — und er ihnen, treu geblieben. Aus die Wiener Freunde sah er, ohne Ausnahme, herab. Und das ist kein Wunder; das Niveau um Beethoven ist erschreckend niedrig! Die Interessen sind seichtester Art! Aber, - je kleiner seine Umgebung, desto mehr wächst er! Mit wem hätte er sich auch restlos verbrüdern sollen? Gr sand keinen Ebenbürtigen, und hätte er ihn gesunden, zu einem Gedankenaustausch, wie er z. B. zwischen Schiller und Goethe durch ein Jahrzehnt in einziger Weise bestand, war er zu eigenwillig. Er war zum Alleinherrscher geboren. Seine Korrespondenz, seine Tagebücher nennt Bekker „Nach- richtendienst"; sie bedeuten keine Aussprache über inneres Erleben. Der ältere Beethoven hängt in der Tat mit dem äußeren Geben nur noch lose zusammen, seine schweren Seelenstürme ficht er, einzig auf seinen Mannestroh gestellt, ganz allein auS; was um ihn her vorgeht, berührt kaum die Peripherie seines Wesens!
Bettina v. Arnim, dies Genie der Anpassung, ? ist wohl die Einzige gewesen, der er fein Inneres erschloß, weil sie es verstand, sich restlos in seinen Gemütszustand, seine Seelenstimmung hineinzu- sühlen. — Sonst haben die Frauen in seinem Leben wohl eine Rolle, aber keine durchgreifende, gespielt; das Verhältnis zu ihnen erwuchs in erster Linie auf dem Boden der Freundschaft. Zwar meint fein Freund Amenda: „Beethoven war nie ohne eine Liebe, und meist von ihr in hohem Grade ergriffen!" Aber die Erlebnisse dieser Art. die meist mit Entsagung endeten, trugen doch mehr den Charakter der Episode, und konnten nur Resignation in ihm auslösen. Sie waren ihm kein tiefer Lebensschmerz! Ein Beethoven konnte an Frauen nicht zugrunde gehen, „denn die Deethovensche Erotik spannt sich — weit über das persönliche Verhältnis hinaus — nach den höchsten Zielen: es ist die Sehnsucht nach der Liebe einer Welt, die ihn erfüllt". Für andere Interessen war nicht viel Raum mehr: einzig das. was ..das Höhere, Bessere" nannte. — feine Mission als schaffender Künstler, konnte ihn erfüllen.
Sucht man den inneren Rhythmus, den Pulsschlag in Beethovens Leben und Schaffen auf, so ergeben sich drei Strömungen, die nebeneinander herlaufen und die führende poetische Idee in drei Stilarten aufweisen: im improvisierenden Sonatenstil, im abstrahierenden Kammermusikstil, und im monumentalifierenhen Symphoniestil. Hinter diesem allen steht das dichterische Problem; so konnte Beethoven mit Recht über seine Arbeiten schreiben: „Gedichtet, nicht komponiert, von Ludwig van Beethoven."
Mit Problemen ringt er durch sein ganzes Leben hindurch, und über kein anderes Geben eines Schassenden möchte man so eindringlich das Goethewort schreiben: „Denn ich bin ein Mensch gewesen, und das heißt ein Kämpfer fein."
Die starken Wurzeln Beethovenfchen Schaffens ruhen ursprünglich in der Klaviermusik. Hier ist keine Anpassung an das Instrument, wie z. B. später bei Chopin; — im Gegenteil: die Persönlichkeit macht sich das Instrument dienstbar. Das dichterische Element ist die Seele seiner Kunst auch als Ausübender. Sein Geben hat Beethoven in den Sonaten niedergelegt. Mit zunehmender Schwerhörigkeit und dem damit verbundenen Aushören seiner Tätigkeit als Pianist mag auch da« Interesse am Klavier erloschen sein. Unwillig schlägt Beethoven den Flügel zu: ,.Es ist und bleibt ein ungenügendes Instrument". Ganz in die Welt des Inneren versunken, irrt er in Feld und Wald umher — hellhörig geworden — empfängt er Im Verkehr mit der Natur die unerhörtesten Eingebungen, tief in Mystik versinkend. letzten Geheimnissen nachspürend. Der Klang ist „übersinnlich" geworden — Formen dämmernder Traum. So in seinen letzten Sonaten. die Heine ..die tönende Agonie der Er- scheinungswelt" nennt, — so in seiner neunten Symphonie, die nur noch eine verklärte Spiegelung aller Ereignisse bedeutet. „Er hat den Schleier des Lebens gelüstet", sagt Bekker. „und furchtlos das wahre Bild des Daseins dahinter erschaut. er ist nicht zum Büßer, zum Propheten darüber
s u n ß .... . ...... . „ „
sitzenden behandelte Professor (Eberle von Technischen Hochschule Darmstadt in einem großem Beifall aufgenommenen Dortrag gegenwärtigen Stand der Gass Versorgung. Der Vortragende führte zunächst aus, daß in der Zukunft das Bestreben daraus gerichtet sein müsse, die Kohle nicht unmittelbar zu verbrennen, sondern ihr zunächst In einem |og. Sohlen« oeredelunasversahren ihre Wertstoffe, wie flüssige Brennstoffe, Schmieröle, Fette usw., zu entziehen und die zurückbleibenden Produkte, insbesondere Gas und Koks, zu Heizzwecken zu benützen. Die Durchführung dieses Gedankens führe dazu, daß in Zukunft in wesentlich größerem Umfange Gas als Heizmittel dienen müsse, als dies bisher der Fall ist. Die Gasversorgung wird sonach nicht auf die Städte beschränkt bleiben können, sondern sich über das ganze Land ausdehnen mühen; außerdem werden neben dem Haushalt auch Gewerbe und Industrie in viel größerem Umfange als bisher von der Gasheizung Gebrauch machen. Diese weitgehende Verbreitung des Gases und die Tatsache, daß mit Rück- icht auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes große Erzeugeranlagen geschaffen werden müssen, die an dem Kohlengewinnungsort, an größeren schiffbaren Flüssen und in Großstädten liegen, führt zur Schaf-
(Mannheim), der aus der Industrie ausgeschieden ist, Kommerzienrat Schröder (Niederlahnstein) neugewählt.
Dom Hess. Sparkassen- und Giroverband.
Der Hessische Sparkassen- und Giro, verband und seine Bankanstalt, die Hessische Girozentrale, haben für das verslossene Kalenderjahr einen ausführlichen Bericht erstattet. SDlit» glieber des Verbandes sind bekanntlich in erster Linie die hessischen öffentlichen Sparkassen. Daneben gehören dem Verband aber auch hessische Gemeinden und Gemeindeverbände an. Die Derbandsmitglieder umfassen etwa 95 Prozent der hessischen Gesamtbevölkerung. Der Derbandsoor« sitzende und ein Derbandsreoisor, dem die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Sparkassen obliegt, sind im Hauptamt tätig. Die Giroverbände der einzelnen Landesteile sind in dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband zusammengeschlossen, dem auch der Hessische Sparkassen- und Giroverband als Mitglied angehört.
Den hessischen Sparkassen hat das Jahr 19 2 6 einen recht ansehnlichen Zuwachs an Spa nlagen gebracht; sie stiegen von 39 auf 74 M. tonen Mark. Die Vermehrung um 35 Millionen Mark entspricht ungefähr dem Zuwachs in dem Jahrfünft 1890 95. Auch bei der H e s s i s ch e n Girozentrale war eine recht befriedigende Vorwärtsentwicklung festzustellen. Die Bilanzsumme stieg von 17 auf 51 Millionen Mark, der 11 in (a b von 560 auf 887 Millionen Mark. Don den der Bank neu zugeflossenen Mitteln wurde der größte Teil zur Befriedigung des öffentlichen Kredits verwendet. Ende 1926 waren 13 Millionen Mark in kurzfristigen und 12 Millionen Mark in langfristigen Darlehen an öffentliche Verbände ausgezahlt. Auf das Prioatkreditgeschäft entfielen dagegen nur 982 000 Mk. Der Bericht bemerkt, daß Verluste an Prioatkredlten bis jetzt nicht entstanden eien. Aus dem Gewinn der Bank sollen der Sicher-
liche. insbesondere an Kinder unter 14 Jahren, in Betracht kommt, aus naheliegenden Gründen wesentlichen Einschränkungen unterworfen ist. In 8 1 der Verordnung vom 7. Mai 1923 über den Verkauf von Speiseeis in der Stadt Gießen heißt es, daß solches an Kinder unter 14 Jahren auf öffentlichen Straßen nicht verkauft werden darf und in § 2 daß die Speiseeis- Verkäufer sich Schulgebäuden und Spielplätzen in einem Umkreis von 200 Meter während der Dauer der Spiele und während des Ganges der Schulpflichtigen zu und aus den Schulen nicht nähern dürfen. Auf Grund deS § 2 erging gegen einen Speiseeisvertäufer Strafbefehl, well er eines Tags vormittags von 11 Uhr ab feinen Wagen in der Reustadt aufgestellt hatte und die Stelle, wo der Wagen hielt, weniger als 200 Meter von einem Schulgebäude entfernt war, in dem bis 12.25 Uhr nachmittags Forlbildungs- schulunterricht abgehalten wurde. Auf erhobenen Einspruch sprach das Amtsgericht den Angeklagten f r e i, da 8 1 und 2 im engen Zusammenhang miteinander ständen und die Verordnung nach § 1 nur den Schutz von Kindern unter 14 Jahren bezwecke, so daß Fortbildungsschulen und ähnliche Schulen nicht in Betracht kämen. Das hessische Obcrlandesgericht hob als Revi- sionsinstanz daS Urteil auf und verurteilte den Angeklagten — es handelte sich lediglich um die Austragung einer Prinzipienfrage — zu der geringsten Geldstrafe. In dem Urteil heißt eS. daß § 2 keinerlei Bezugnahme auf die Vorschrift des § 1 und keine Beschränkung auf Jugendliche unter 14 Jahren enthalte, vielmehr unter den erwähnten Voraussetzungen den Speise- eisverkäufern jede Annäherung an Schulgrund-
fung von Gasfern Versorgungsnetzen. In Deutschland besteht im Ruhrbezirk zur Versorgung einer Anzahl von Städten und Gemeinden mit Koksofengas ein ausgedehntes Gasfernleitungsnetz. Die Stadt Barmen wird feit 1910 lediglich von dem Werke der Zeche Deutscher Kaiser bei Hamborn mit Gas versorgt und hat nie eine wesentliche Störung in ihrer Versorgung erlitten. Bei dieser Sachlage hält der Vortragende die Frage der Gasfern- lcitung vom technischen Standpunkt aus für vollkommen geklärt. Da das Gas gegenüber den festen Brennstoffen für die Verwendung große feuerungs- technische und sehr häufig auch betriebstechnische Vorteile besitzt, die der Vortragende an einer Anzahl von Beisoielen erläuterte, so liegt die ausgedehnte Gasbelieferung auch im Interesse der Der- braucher und der Gasverbrauch kann leicht aus ein vielfaches des heutigen gesteigert werden, wenn Preise zugestanden werden können, die einen roirt- chaftlichen Wettbewerb mit der Kohle ermöglichen. Dies hält der Vortragende für unbedingt möglich, wenn Gaserzeugungs- und Derteilungsanlage In eder Hinsicht zeitgemäß und wirtschaftlich durchge- uhrt und betrieben werden. Ein solches Unternehmen wird sich um so besser entwickeln, je mehr es die berechtigten wirtschaftlichen Forderungen der Verbraucher erfüllt. — Im Anschluß daran teilte Oberbürgermeister Dr. K ü l b die Stellungnahme des Städtetags mit, die sich mit den Schlußfolgerungen des Vortragenden decke; die Lösung der Frage liege für die Städte wesentlich auf finanziellem Gebiete. — Hierauf erstattete der Geschäftsführer, Dr. Meesmann, den Jahresbericht, in welchem er naher auf die Fragen des besetzten Gebietes einging, die leider im Brichtsjahre noch keine wesentliche Förderung erfahren hätten, ferner auf die Handespolitik, deren Stand deshalb ein unbefriedigender sei, weil der wirtschaftliche Nationalismus, wie es Staatssekretär Trendelenburg genannt habe, eine wirtschaftliche Verständigung nicht aufkommen lasse. Er ging dann auf die Handelsbilanz, die trotzdem etwas günstiger geworden fei, aber mehr die Folge einer Drosselung der Einfuhr von Rohstoffen, als einer Steigerung der Ausfuhr von Fertigsabrikaten sei. In bezug auf die sozialen Abgaben sei auch kein Abbau, sondern im Gegenteil ein starkes Anwachsen festzustellen; von 1,4 Milliarden Mark im Jahre 1913 fei diese Belastung auf annähernd 4 Milliarden gestiegen. Endlich berührte der Geschäftsführer das Verhältnis der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das unbedingt einer Klärung bedürfe durch Erörterung der grundsätzlichen Fragen der Wirtschaftsverfassung und Wirtschaftsführung.
Als dritter Referent sprach Assessor Dr. Meier von der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs- A.G. über die Exportkreditversicherung, die die Steigerung der Ausfuhr auf die Friedens- Höhe bezweckt. Außer der Hochschutzzollvolitik der Abnehmerstaaten und der Jndustriealisierung der Rohstoffländer hat vor allem die finanzielle lieber« legenheit Nordamerikas die europäischen Industriestaaten vom Weltmarkt verdrängt. Die deutsche Kapitalkraft ist durch die Inflation geschwächt, die hohen Steuerlasten verhindern die Bildung genügender Reserven für ein hohes Ausfuhrristko. Diese Umstände führten zu dem Verlangen der Wirt« fdiaftsoerbänbe an die deutsche Regierung auf Uebernahme des Kreditrisikos und zur Schaffung der Exportkreditoersicherung. Die Entscheidung über die Anträge liegt bei einem Ausschuß in Berlin, in dem die Vertreter der Wirtschaft und des Reichs überwiegen. Die Versicherung gibt den Firmen Entlastung ihres Gesamtengagements bei lieber« nähme ebenso langer Kreditziele wie sie die ausländische Konkurrenz gewährt. Dagegen ist es nicht Zweck der Versicherung, einen Anreiz zu leichtfertigem Export zu geben.
In der Aussprache schloß sich Dr. Iutzi im allgemeinen den Ausführungen des Referenten an, gab aber der Ansicht Ausdruck, daß es jedenfalls gesünder für die Wirtschaft sei, wenn die Betriebe wie» Der in Die Lage versetzt würden. Reserven anzusam« mein und aus ihnen selbst die Mittel zur lieber« »ahme des Risikos für ausländische Geschäfte zu tragen. In seinem Schlußworte gab Dr. Meier noch Aufschluß über die für die Ausfuhrkredite zur Verfügung gestellten Beträge und ihre bisheige In- anspruchnahme.
Bei der Ersatzwahl zum Dor st and wurden die Herren: Direktor Dr. Hans Keller (Lud«
Turnen, Sport und Spiel.
Frühjahrswaldlauf 1927.
Am morgigen Sonntag wird die diesjährige Leichtathletik-Saison mit den Zrrühjahrswaw- laufen eröffnet. Für den Bezirk Gießen-Wetzlar sind diesmal drei Gruppen vorgesehen: davon halt die Gruppe Gießen-Buhbach ihren Laus hier in Gießen ab. In entgegenkommender Weise hat die 1900er Leichtathletik-Abteilung die Durchführung des Laufes übernommen. Das Meldeergebnis ist recht günstig, und Der Lauf verspricht daher sehr interessant zu werden. Besonders die Seniorenklasse ist mit acht Mannschaften (ca. 35 Lauser) sehr stark besetzt. Als Favoriten gelten hier die starken Läufer der Sp.-Vgg. 1900 Die Jugendklassen haben nicht die starken Felder gesunden wie in den früheren Jahren. Auch hier wird es spannende Kämpfe geben, die durchaus offen find. Die Strecken führen In der Hauptfache durch den Philosophenwald und stellen keine allzu großen Anforderungen an die Läufer, dagegen sind die schönen Waldstrecken recht reizvoll und dürften dem gefunden Wald- lauffport wieder manchen Freund zuführen. Für Zuschauer ist Gelegenheit geboten, die Läufer auf dem Trieb zu beobachten. Start und Ziel liegen auf dem Platz der Spielvereinigung 1900. (Siehe heutige Anzeige.)
Kirche und Schule.
tog. Schotten, 25. März. Unter dem Vorsitz von Dekan A o l p - Gaubach sand hier die zweite diesjährige Konferenz der Geistlichen des Evangelischen Dekanats Schotten statt. Sie wurde durch Pfarrer Crull- Ulfa mit Schriftlesung und Gebet eröffnet. Der Konvertit Schultes aus Unterfranken hielt daraus einen sehr lehrreichen Vortrag über daS Thema „Der moderne Katholizismus , der eine lebhafte Aussprache auSlöste. In den weiteren Verhandlungen wurde eingehend die Frage der Sonntagsheiligung behandelt. Ferner beschloß man, anläßlich der am 10. Juli in der Dekanatsgemeinde Gedern stattfindenden 84. Jahresversammlung des Hessischen Haupt- vereins der Gustav-Abolf-Stiftung eine Festgabe in den Gemeinden des Dekanats zu sammeln. Der Antrag des Deka- nats Nidda, bei der obersten Kirchenbehörde ein Verbot der Osterkonsirmation zu erwirken und Die Konfirmation erst nach Ostern zu gestatten, wurde mit überwiegender Mehrheit abgelehnt. Am Nachmittag deS Konferenztages fand noch eine Sitzung der Dekanatskrankenpflege unter dem Vorsitz von Pfarrer Römer- Schotten statt.
Spielplan der frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 27. Marz, 10 norm. Deethovenfeier. Abends 7*/t bis gegen 10'/« Der Troubadour. Montag, 28., 7 bis 9% Fidelio. Dienstag, 29., 7 bis gegen 10'/,: Carmen. Mittwoch, 30., 7 bis gegen 101/,: Die ZauberslötL Donnerstag, 31.. 7 bis nach 10: Die Jüdin. Freitag, 1. April. 7'/, bis 10'/.: Der fliegende Holländer. Samstag, 2., 7 bis 10: Don Juan. Sonntag, 3., 6 bis nach 10Vr Parsifal.
Schauspielhaus. Sonntag, 27. März, 3 bis 6: Kabale *mb Liebe. Z*/i bis nach 10V,: Florian Geyer. Montag, 28., 7 bis 10: Florian Geher. Dienstag. 29.. 7 bis 10'/,: Bonaparte. Mittwoch. 30. 6 bis 91/,: Bonaparte. 10 bis 11'/.: Tanzabend Kreuhberg. Donnerstag. 31., 8 bis 10'/,: Kilian oder die gelbe Rose. Freitag, 1. April. 7 bis 10: Florian Geyer. Samstag. 2., 7 bis 10: Florian Geyer Sonntag. 3., 3 bis 6: Kätchen von Heilbronn. 8 bis 10: Sin besserer Herr.
auf; aber waS fast schlimmer ist, der Knabe mißrät, und für seine tiefe, leidenschaftliche Liebe erntet Beethoven nur die Verachtung des Neffen, der in dem ewig ermahnenden Oheim einen langweiligen alten Narren sieht.
Der strenge, leidenschaftliche Befthoven. der einst das stolze Wort gesprochen: „Künstler sind feurig; — die meinen nicht!" — hier ist er schwächer und hilfloser, als je eine schwache Mutter gewesen, und die Sorgen um den Neffen find wohl das einzige, was er dem Tempel feiner Kunst nicht fernzuhalten verstand. — Seine Tage find dennoch durch große Arbeiten ausgefüllt. - sein Gehörle'.den nimmt stetig zu und isoliert rhn mehr und mehr. Bei der Leitung einer Fidelio-Probe im Jahre 1822 muß man ihn bereits bitten, den Taklstock niederzulegen, damit keine Verwirrung angerichtet wird, und als im Jahre 1824 gele^ent ich der Aufführung der „Neunten" der künstlerische Erfolg al.es bisher Dagewesene übersteigt, muß ihn die Sängerin Karoline Unger erst dem Publikum zudrehen, damit er den Jubel, den er nicht mehr hören kann, doch wenigstens sieht. — Fast al jährlich hat er nun einen schweren Angriff auf feine Gesundheit zu überstehen, und Im Frühjahr 1827 führt ein Geberleiden, das sich feit Jahren vorbereitet hafte, mit schnei en Schritten zum Tode. „Komme, wenn du willst — ich gehe dir mutig entgegen!“ ruft Beethoven ihm vom letzten Gager
46'/r <M*lUwvww<Wl6. billiges Baugeld zu nur 5°/o Zins wurden von der Bousparkaste der Gfcmelnfdjoft der Freunde, Luftkurort Wüstenrot, in tnopp »wei Jahren an 1022 Gausparer *um Bau von Eigenheimen und gemeinnützigen Bauten vergeben Wer nach einem Eigenheim strebt, verlange alle Unlerlogi-n. Sofortige Darlehen wer- den nicht gegeben. Tiesbe^ü-ckiche Anfragen «wcckloS. Die «cmcinidiaft der Freunl e ifl die erste, älteste, leijlunad- fähigste und kapitalkräftigste Bausparkasse Deutschlands.


