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fleckenlos werde!

Dgdn.

Bornotizen.

für Sonntag.

feine Dienste empfiehlt, oderFuspflege ausgeübt wird. ..Frisir-Salon ist in der Mhe des Theaters

auf den Wagen zu. Während einer von ihnen wird.

Aus gemeldet, d a r r a,

und Mazedonien.

Obcritalien werden weitere Schneefälle besonders aus dem Gebiet der R o- wo die Schneefälle 40 Stunden lang

Lag es kalen der Lichtspielhaus Bahnhofstraße: des Kapitän Frank". Hoot der Teufclsreiter".

Lageskalender

Aus aller Welt.

Schwere Schnecstürmc in Italien

für Sam-tag, .Die letzte Schlacht Astori a-2ichts piele:

lassen hat!)

Sie Deutsche Reichsbahn A. G. empfängt uns am Bahnhof mit der OrtsangabeGiessen . Auch diese Schreibweise ist nicht einwandfrei, da die la­teinische Druck schriit den Buchstaben ß sehr wohl kennt. Oder ist zwischenMaßen" und ..Massen" wirklich kein Unterschied? Wir stehen auf unseren Füßen";Füssen" hingegen ist ein Städtchen im Allgäu. Wenn die Zerlegung des ß in ss trotzdem in Schriftstücken immer mehr um sich greift, so mag das mit der überhandnehmenden Verwendung der Schreibmaschine notgHrungen entschuldigt werden; den Fehler aber auch in öffentliche Auffchriften zu übertragen liegt kein Grund vor.

Wesentlich geringeres Dertrautsein mit den Regeln der Rechtschreibung verrät es allerdings, wenn einSchumacher im nordöstlichen Stadtteil

Regierungskommission des Saargebietes der Ka­nadier Sir Herbert A m e s fein werde, der Finanz­sekretär des Völkerbundes bis Ende Juni war.

Die Erkrankung

des Reichstagsprästdenten.

Berlin, 25. Febr. Der Reichspräsi­dent hat sich heute früh durch Staatssekretär Meißner nach dem Befinden des Reichstags­präsidenten Loebe erkundigen und die besten Wünsche für seine Genesung aussprechen lassen. Der Reichskanzler hat Reichstagspräsident Loebe in einem besonderen Schreiben sein und der Reichsregierung größtes Bedauern zu der schweren Erkrankung ausgesprochen und kxw Hoff­nung Ausdruck gegeben, daß der Präsident bald wieder in Gesundheit und Frische seines wichtigen Amtes walten könne. Der Abg. Dr. Moses besuchte den ihm befreundeten Patienten und stellte fest, daß die Temperatur sich nicht erhöht, das Allgemeinbefinden sich nicht verschlechtert hat, die Herztätigkeit sogar etwas belebt ist. Wenn keine Komplikationen eintreten, ist auf eine Wiederherstellung des Patienten zu hoffen. Die Erkrankung wird in parlamentarischen Krei­sen nicht nur aus persönlichen, sondern auch aus sachlichen Gründen tief be­dauert. Selbst beim günstigen Derlauf der Krankheit rechnet man mit einer längeren Rekonvaleszens, die den Präsidenten auf sechs bis acht Wochen den parlamentarischen Arbeiten fernhalten würde. Unter diesen Um­ständen sind die Aussichten für eine recht­zeitige Verabschiedung des Etats bis zum 1. April recht gering geworden.

den Pferden in die Zügel siel, erkletterten zwei den Führersitz und überwältigten den Wagen­lenker. einen Landbriefträger auS Struth. Als sich dieser zur Wehr setzte, wurde er durch Pisto­lenschüsse an Arm und Brust schwer verletzt. Dann führten die Räuber den Wagen in einen Rebenweg und raubten einen Deutel mit 1200 Mark und flohen. Der schwerverletzte Wagen- ührer schleppte sich zur Landstraße, wo er von Radfahrern aufgefunden und in das Krankenhaus überführt wurde. Der leere Geldbeutel wurde später aufgefunden, von den Räubern fehlt noch jede Spur.

Ein Pfarrer von Einbrechern verletzt.

Einbrecher drängest in das Pfarramt in Büderich bei Soest ein. Der 64 Zähre alte Pfarrer Becker, der sie dabei überraschte, wurde durch einen Schuß am Kopfe schwer verletzt. Die Einbrecher flüchteten, wurden aber bereits nach einigen Stunden bei Wickede verhaftet. Es handelt sich um bereits mehrfach vorbe­strafte Schwerverbrecher.

Beim Schlittschuhlaufen ertrunken.

Der siebenjährige Sohn und die sechsjährige Tochter der Eheleute Hetlinger brachen bei Schär­ding an der österreichischen Grenze auf einem Rebengewässer des 3nn beim Schlittschuhlaufen ein; beide ertranken. Die Leichen wurden geborgen.

Ausländerstudium an der Universität Granada.

Die Universität Granada hat Sonder­vorlesungen für ausländischc Stu­dierende eingerichtet. Außerdem hat sie die Errichtung von sechs Studienfreistellen beschlos­sen, um so den Austausch von Studenten mit den ausländischen Universitäten herbeizuführen.

dauerten und die Schneehöhe zwei bis drei Meter erreicht. Vielfach sind die Straßen gesperrt und Auws im Schnee eingeschlossen. 3n Piemont sind zahlreich? Schneelawinen niedergegan­gen, welche Diehställe verschütteten. In Mailand traf der Pari sK onstantinopel-Ex- preß ein, der in Mazedonien wegen der Schneeverwehungen umkehren mußte und nach Mailand zurücnehrte. Die Fahrgäste erzählten, daß zwei Züge vor ihnen in Mazedonien im Schnee steckengeblieben seien. Im War- dar-Tal seien die Geleise bis zu sechs Meter mit Schnee bedeckt. Die Lage der Reisenden sei sehr kritisch, da die Vorräte an Kohle und Proviant zur Reige gingen. Aus der Umgebung seien Hilfskolonnen zu ihrer Rettung aus­gesandt worden; doch sollen einige Reisende schon erfroren fein.

In den Alpen verschollen.

Der auf einer Skitour in Oetz : al weilende Ingenieur Johannes Meier aus Reu-Ruppin wird seit dem 20. Februar vermißt. Er wohnte im Gasthof »Edelweiß" In Gurgl und hat am 20. Februar allein eine Tour in die Umgegend von Gurgl unternommen. Seither hat man nichts von ihm gehört. Man befürchtet, daß er in eine Gletscherspalte gestürzt oder durch den Bruch einer Schneewächte verunglückt ist.

Drei Schüler im Moor ertrunken.

In der Rühe von Freienwalde hat sich a u f einem Schulausflug ein bedauernswerter Unglückssall ereignet. Vier Schüler wagten sich auf die dünne Eisdecke eines Moorwassers und brachen ein; während ein Schüler sowie die Frau des Lehrers, die ebenfalls das Eis Betreten hatte, gerettet werden konnten, fanden drei Schü­ler durch Ertrinken den Tod.

Raubmord an einem Kastenboten.

Aus dem Ruineyoerg bei Potsda m wurde der 17 Jahre alte Kassenbote Hammermeister aus Potsdam, der als Kaffenbote bei den Potsdamer Gaswerken beschäftigt ist, ermordet und beraubt aufgefunöen. Hammermeister war von den Städti­schen Gaswerken nach der Hauptiasse in Potsdam geschickt worden, um dort 4000 Mk. abzuvolen.

RaubübccfaQ auf einen Postwagen.

Der den Verkehr zwischen Mühlhausen (Thü­ringen) und Struth vermittelnde Postwagen wurde bei dem Dorfe Eigenrieden überfallen. Im Morgengrauen sprangen plötzlich aus dem Waldesd'.ckicht drei vermummte Männer

Gictzener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35. Käse 60 bis 140. Wirsing 20 biü 30, Weißkraut 10 bis 15. Rotkraut 20 bis 30, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 25 bis 40. Unter-Kohlrabi 8 bis 10. Grünkohl 20 bis 25. Rosenkohl 40 bis 45. Feldsalat 180 bis 200, Endivien 80 bis 100, Zwiebeln 10 bis 20. Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 35 bis 50. Aepsel 25 bis 50, Birnen 15 bis 25, Honig 50, Russe 70, junge Hahnen 110 bis 120. Suppenhühner 110 bis 130 Pf. das Pfund; Eier 11 bis 13. Blumen­kohl 60 bis 140, Salat 30 bis 35, Lauch« 5 bis 15, Rettich 11 bis 15, Sellerie 20 bis 50 Pf daS Stück.

Wettervoraussage.

Wolkig mit Aufklaren, zeitweise auch stärkere Bewölkung, Temperaturen wenig verändert, vor­wiegend trocken, südliche bis westliche Winde.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 8,9, Minimum 6,6 Grad Celsius. Riederschläge: 5,8 Millimeter. Heuttge Morgentemperatur: 5 Grad Celsius.

Sie deutsch-französische Verständigung

Briand über die Auswirkung von Locarno.

übernommene Verpflichtung, namentlich die Hbcin- ?ten 3 e zu respektieren, und die formelle untr­en aung, daß Elsah-Lothringen endgültig französisches Gebiet geworden ist. 3d) weiß, daß man auf d i e polnische Grenze Hinweisen wird und dah nach dieser Seite eine Gefahr vor­handen ist. Immerhin hat sich das Deutsche Reich in Locarno verpflichtet, keine Abänderung dieser Grenzen durch Gewalt zu ver­suchen.

Deutschland habe sich jetzt entschloßen dem TBeflcn zugewandt und begriffen, daß sein wirkliches 3nter- effe darin besteht, sich mit den Alliierten, insbeson­dere mit Frankreich, zu verständigen. Diese durch­greifende Wandlung von ungeheurer Tragweite in der Geschichte Europas habe sich in Locarno voll­zogen." Brianb äußerte sich dann über die deutsche Campagne für die vorzeitige Räumung der Rhein­lande und erklärte: Was bedeutet das? 3fl das etwas Anormales, dah die Deutschen die Freiheit ihres Bodens fordern? Ans ist es nicht verständlich, dah ihre Forderungen in ihren Zeitungen und Re­den formuliert werden, ohne die Erfüllung der nicht nur in den Verträgen von Locarno, sondern im Versailler Vertrag, Artikel 431. festgelegten Be­dingungen abzuwarten. 3n Thoiry fei die Frage der vorzeitigen Räumung des Rheinlandes nicht mehr Gegenstand irgendeiner Verhandlung gewesen, sie fei ja doch in Wirklichkeit eine internatio­nale Angelegenheit. Die den am Rhein interessier­ten Mächte zu gebenden Garantien feien außerordentlich schwierig durchzuführen, also warum Polemiken über diesen Gegenstand und über das, was das neue Kabinett Marx tue? Man werfe diesem ftablnett vor, daß es reaktionäre Ele­mente, Gegner der Republik und der Annäherungs­politik, enthalte. Um es zu beurteilen, würde es das beste fein, feine Handlungen abzü­rn a r t e n.

Stadttheater: 7 UhrGießen wird Großstadt" (Ende gegen 10 Uhr). Gießener Konzert, verein: 5 Uhr nachrn., Reue Aula, Konzert Prof. Karl Friedberg. MarkuSgemeinde: 8 Uhr. Stadtkirche, Gemeindefeier mit Vortrag. Licht­spielhaus Bahnhofstraße:Sie letzte Schlacht deS Kapitän Frank". Palast-Lichtspiele: ,Men- schen-Schmuggel". Astoria-Lichtspiele .Hoot Der Teufelsreiter".

Aus Dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Zu der (Stimmung bei der morgigen Uraufführung der LokalposseGießen wird Groh st ad t" werden nicht unwesentlich di« zahlreichen Gesangnummern beitragen. Wir er* wähnen davon, das SportquarteU, das Septett Lob Gießens", die Couplets Nörgetmeiers ..Du darfst die Sache nicht so tragisch nehmen" und .Has wollt- etwas sagen", Blümchens Wettercouplet 66 Minimum, ob Maximum, da dreht sich viel hn Leben brum", Klotildens Austrittslied u. a. m.

E i n Kolonial-Dortrag. Am Sonntag. 6. Marz, spricht der bekannte Afrikas forscher HanS Schvmburgk in der Universa

Aus der Provinzialhauptstadt.

G i e ß en, den 26. Februar 1927.

Mit demDuden" durch Bietzen.

Gießen" wird mit ß geschrieben; so wenigstens steht es auf den amtlichen Schriftstücken seines Oberbürgermeisters. Das hindert aber die Reichs­post nicht, ihre neuen KraftwagenGiessen" zu be­schriften, dieselbe Reichspost, die auf dem Postamt 1 den richtigen StempelGießen", auf dem Post­amt 2 dagegen einen solchen mit dec falschen SchreibweiseGIESSEN verwendet.Wird das Wort in großen lateinischen Buchstaben geschrieben, dann stehen für ß die Buchstaben SZ", so sagen die ainllichen Regeln. Und doch glaube ich in der Annahme nicht zu irren, daß derGIESZENER ANZEIGER" die einzige Stelle ist, die dieser Forderung in der Aufschrift auf ihrem Geschäfts­haus Rechnung trägt. Wie unendlich groß ist da­gegen die Zahl der Firmen, Vereine und Behör­den, die in der Schreibweise des ß gegen die amt­liche deutsche Rechtschreibung verflogen. Doch sei ihnen allen verziehen, wenn sie bewußt die dem Auge gefälligere Form SS der amtlich abgestempel- ten Richtigkeit vorziehen. (Entgegenkommender­weise wollen wir annebmen, daß der Herr Reichs- kunstwart, von den gleichen Erwägungen geleitet, den Fehler auch auf der Fridericus-Marke zuge-

Deutscher Reichstag.

Ter Reichsarbeitsminister über den Stand der SozialpolitiL.

Berlin, 25. Febr. (DSZ.) Dre zweite Lesung d«S Iustizhaushalts wird fort­gesetzt.

Abg. Emminger (Dayr.Bp.): DieVer­trauenskrise" sei nur ein Schlagwort. Gewiß irre auch der Richter einmal, wie der Arzt. Der Redner erinnert an die sich überstürzenden Ge­setzesänderungen und Gelegenheitsgesetze, die den Richtern die Arbeit erschwerten. Er lehnt es ferner ab, der Schöpfer der meist nach ihm ge­nannten Strafgerichtsreform zu sein. Der Ent­wurf stamme aus dem Jahre 1923. Uebrigens habe die sogenannte tzmminaerreform allseitige Zustimmung, auch der Sozialdemokraten, gefun­den. Das alte Schwurgericht sei keineswegs ideal gewesen. Die Beschränkung der Geschworenen auf bestimmte Schuldfragen habe zu vielen Wider­sprüchen geführt. Materielle Rachprüfung des Urteils in der Revisionsinstanz sei nie möglich gewesen. Eine Aenderung der Auswertungs- gesehgebung lehnt der Redner ab. Die Verreich- lichung der Justiz würde keine Ersparnisse mit sich bringen. Zur Deutschen Dolkspartei gewendet, ruft der Redner aus:Sie wollen den Ein­heitsstaat? Da werden Die bei uns auf Granit beißen!" (Beifall bei der Bayerischen Volkspartei.)

Der Rest des Haushalts wird ohne wettere Aussprache erledigt. Die Simultanzulas­sung der Rechtsanwälte wird in zweiter und dritter Beratung nach der Fassung des Kompromihanlrages Schulte (Ztr.) angenommen. Danach unterbleibt die Zulassung der Amts- gerichtsanwälte bei den Landgerichten, wenn das Präsidium des Oberlandesgerichts der Zulassung im Interesse der Rechtspflege widerspricht. Es folgt die zweite Beratung des Haushalts des Rmchsarbertsministeriums.

Reichsarbeitsminister Dr. Brauns

gibt einen Ueberblick über die Tättgkeit des Mi­nisteriums im letzten Ic»hr. DaS Arbeits­beschaffungsprogramm habe mehreren Hunderttaufenden Erwerb gegeben. Wenn es habet auch nicht immer gelungen sei, Ueber- stunden zu verhindern, so träten doch diese Miß­stände zurück gegenüber den günstigen Wirium- gen des Programms. Tatsächlich feien vorüber­gehend in einzelnen Betrieben beträchtliche Ueber» stunden gemacht worden. Die Arbeitsbeschaffung werde fortgesetzt werden. Für die Anpassung unseres Strahensystems an moderne Derkehrs- anforberungen seien 80 Millionen einstweilig flüssig gemacht. In der unterstützenden Eriverbs- losenversicherung seien die Unterstützungssätze er­höht, die Bedürftigkeitsprüfung gemildert wor­den. Das vorliegende Erwerbslosenver- sicherungsgesetz werde den Schlußstein un­serer sozialen Gesetzgebung bilden. Eine Rovelle zur Invalidenversicherung werde ja schon im Ausschuß beraten. Bon dem jungen Kind der Erwerbslosenversicherung dürfe man zunächst nicht die Leistungen eines Erwachsenen verlangen. (§eiterfeit)

Die monatlichen Losten der Erwerbslosen- unterslühung einschließlich Lrisensürsorge be­rechnet der Minister auf 130 Millionen. Den- seloen Betrag werde auch die Versicherung auf­bringen müßen.

Die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands dürfe nicht durch Abbau der Sozialpolitik gehoben werden, sondern durch Derbesierung her Sozialpolitik auch ' im Ausland. Dafür werde Deutschland im Inter­nationalen Arbeitsamt etntreten. Vorbeugend

1 und mildernd gegen die Arbeitslosigkeit werde t auch das Berufsausbildungsgeseh wir»

fen, das das Ministerium als Rahmengesetz aus- , arbeite. Erfreulich fei der Rückgang der Kurz­

arbeiter von 23 auf 7 Pro-, der Gewerkschafts­mitglieder im letzten Jahre. Da auch der Januar eine leichte Besserung des Arbeits­marktes zeige, könne man etwas hoffnungs­voller in die Zukunft schauen, trotz der Dawes- laften. Innenmarkt und Ausfuhr müßten beide gehoben werden. Die Tariflöhne zeigten steigende 'Tendenz, ebenso allerdings die Lebenshaltungs- foften. Die Erhaltung des Lohnniveaus sei ein Erfolg in der wirtschaftliche^ Krisenzeit gewesen. Immerhin muffe der Gnnenrtiarlt durch Preis - fenfungen und endliche Siedlung gestärkt werden. Hoffentlich könnten die Mittel für die Siedlung noch vermehrt und. einheitliches Vor­gehen von Reich und Ländern herbeigeführt werden.

Besonders dringlich sei das Wohnungsproblem. Die Zwangswirtschaft lasse sich auf diesem Ein- zelqebiet nicht mehr halten. Allerdings müsse außer einer angemessenen Verzinsung auch die Miete in einem gerechten Verhältnis zum Lohn gehalten werden Reben Verwertung öffent­licher Mittel müsse man auch Privat­kapital zum Wohnungsbau gewinnen. Vas fei nur möglich durch Angleichung der alten und jetzigen Miete in neuen Wohnungen.

Hoffentlich werde der Reichstag sich diesem Ge­danken nicht verschließen und der M i e t ft e i g e - rungsverordnung zugi 1. April zustim­men. Die dadurch verursachte Verteuerung der Lebenshaltung werde durch entsprechende Er­höhung der Löhne. Gehäller und Fürsorgeunter­stützungen abgegolten werden müssen. Der Ar­beitszeitgesetzentwurf, den die Ge­werkschaften so heftig Iritifieren, bringe erhebliche Verbesserungen.

Abg. Hoch (Soz.) erstattet den Ausschuß- bend)t: Der Ausschuß wünscht eine Denkschrift über die finanzielle Lage der Sozialvcrsiche- runasträger, 50 Mk. Zuschuß für jeden Wochen- fürsorgesall. Gleichberechtigung Deutschlands beim Internationalen Arbeitsamt, Beseitigung des gewerblichen Lehrstellenzwanges für Knaben und Mädchen, S-chutz der Pächter usw. Die deutsche Industrie habe mit allen Kräften versucht, sich von Steuern und Soziallasten zu befreien. Jetzt habe sich eine Rechtsregierung gebildet. Ss werde sich zeigen, ob in ihr Herr Koch ein ernfter Arbeitervertreter oder nur eine Kulisse sei. Llber zweifellos werde die neue Koalition die Lebensrnittel verteuern. $>ic Aussichten für die Arbeiterschaft seien denkbar ungünstig. Der Redner lehnt enffchieden jede Mietsteigerung ab.

Darauf werden die Beratungen auf Samstag vertagt.

Der Vorsitz in der Saarregierung.

London, 26. Febr (DTB. Funkspruch.) Daily Telegraph" meldet aus Gens, in völker- bundskreifen wird erklärt, daß der Nachfolger des Kanadiers Stephens als Präsident der

pari», 26.Febr. (WTS. Junffpnid).) Brianb hat demPetit parifien" über die französische Po­litik gegenüber Deuffchland Erklärungen abge­geben, die im wesentlichen folgendes besagen:Die Jriebenspolttif, die mit Zustimmung des Parla­ments fortgesetzt wird, wird in vollem Einver­nehmen mit unseren ehemaligen Alli­ierten und unseren Freunden fortgesetzt. Sie hat den Zweck, nicht nur zwischen Deutschland und Frankreich alle S.onsliklsgefahren zu beteiligen, fon- dern will auch durch politische und wirtschaftliche Abkommen die beiden Länder so eng und dauerhaft wie möglich einander näherbringen, am nach und nach einen Za st and der moralischen So­lidarität und der materiellen Abhän­gigkeit zu schaffen. Es handelt sich um einen na- türlichen Bau der Dinge, der den lebendigen Be­dingungen der beiden großen Rachbarstaaten, die sich ergänzen und nicht voneinander trennbar sind, eine Neuorientierung herbeizuführen. 3ch habe immer gesagt, daß es ein Werk aus lange Sicht sein wird, das viel Blut und viel Kraft von beiden Seiten erfordert und dah der zu beschreitende Weg mit Hindernissen belegt ist. 3ch bin diesen Weg gegangen, trotz der Schwierigkeiten, haben wir nicht einen guten Teil des Weges bereits zurück- ?:elcgl, und sind die erzielten Resultate nicht schon ehr beachtenswert?

Man muß zurückdenken an den Ausgangspunkt, an den Versailler Vertrag. Man muh sich daran erinnern, wieviel Schlechtes man von ihm in Deutschland noch mehr als in Frankreich gesagt hat. Dieser Vertrag ist seit Locarno eine freiwillig ;u- gestandene Abmachung geworden, denn das bedeutet doch Locarno: Freie Annahme durch das gesamte Deutschland, einschließlich des Reichspräsidenten von Hindenburg, der die Abkommen über die in Versailles festgesetzten Grenzen unterzeichnet hat. Es ist die freiwillig

zweimal zu lesen:Brot" zu schreiben verlangt untere Rechtschreibung feit mindestens 27 Jahren, und doch sind Verstöße hiergegen in jedem Stadtteil zu finden. Aber schließlich können alle diese Sün- der sich auf die Behörden berufen, die es ja auch nicht viel bester machen.Packet-Annahme" heißt es schwarz auf weih an der Hauptpost. Ein bunt­bemaltes Gußeisenichild (durch wieviel Hände muß es nicht zwischen Auftrag und 'Abnahme gegangen sein?) kennzeichnet das 11. Haus der Kirchfttaße als Polizeistation des 3. Bezircks; der gleiche Fehler findet auch in der Liebigstroße. Berzeihuna: Altebigöotraf«" heißt sie ja. Wir sind bereits so sehr Knechte der Gewohnheit geworden, daß wir gar nichts mehr dabei finden, an Dutzenden von -stellen-Strasse" lesen zu müssen. Auch dieBap. tisten-Gemeinde" verwendet ein Schluß-s mitten in ihrem Namen, und eineDirthschait" befindet sich in der Nähe der oberhessischen Bahnstrecke. Beide werden vorn Stadttheater übertroffen, das an feiner Ofrseite die ..Kassenstunden" bekanntgibt. Ihnen allen aber geht das Reich mit schlechtestem Beispiel voran, wenn es im Widerspruch zu seiner eigenen Rechtschreibung das stattlichste Gebäude des Land- gras-Philipp-Platzes mit weithin sichtbaren Lettern als .Leughauskaseme" bezeichnet.

Das Cafs ist ein Raum, in dem fc-exjtaftec als Getränk verabreicht wird.Konditorei und Kaffee" zu schreiben ist daher falsch; insbesondere bezeichnet Kaffee Schwarz" am Bahnhof ein Getränk, das man bestellt, wenn man auf die übliche Milch dazu verzichtet. Will man verdeutschen, was nicht dank­bar genug begrüßt werden kann, muß man schon Kaffeehaus" schreiben, mas sich seiner Länge wegen aber nur schwer bei uns einbürgem wird, die wir uns künftig nur noch in Anfangsbuchstaben (DHC Hairaba!) unterhalten.Caffee" oderCafe" (mehr- fad)) zu schreiben, ist natürlich allemal falsch.

und nun der Bindestrich! Mit ihm wird in der kühnsten Weste jongliert. Was unter einerUni- versitäts-Biblio!hek" zu verstehen ist, ist ohne wei« teres klar: hier steht der Bindestrich au Recht. Da- gegen wird in dieser Hinsicht in manchen Geschäfts­schildern schwer gesündigt; jedoch sei das hier mit wohlwollendem Schweigen übergangen.

Georg-Philipp-Gail-Sttaße" ist nur in dieser Form richttg.Marburger Straße" ist dagegen ohne Verbindung undMarkt-Str." richttger in einem Wort zu schreiben. Wer aber auf den Bindestrich nicht verzichten zu können glaubt, sollte nickt wenige od)ritte weiterWettergaste" schreiben. Die Ber- kehrszeile, die an ihrem EingangGöthestr " heißt, zeigt vier verschiedene Straßenschilder. DieLud- wiastr." wechselt wiederholt zwischen dieser richtigen Schreibweise und der falschenLudwigs-Strasse".

BeiDamen-Frisier^Salon" dürfen die Binde­striche auch dann nicht fehlen, wenn die Wörter untereinander stehen.Damen Friseur Salon" ist zudem auch sprachlich zu beanstanden, besonders bann, wenn er eine weibliche Inhaberin hat. Ein Farbenspezial-Geschaft" in der Mitte der Stadt hat mit bewundernswertem Geschick gerade die falscheste Schreibweise herausgefunden: jede andere der drei weiteren Möglichkeiten wäre richtiger ge­wesen. Das neue (!) LichtschildRestauration Wies- Schloss" ist eine Musterkarte von Fehlern auf kleinstem Raum. EineDamen-Herrn Schneiderei" in der Nähe der Bahnhofftraße arbeitet offenbar nur für Zwitterwesen. Wer in jener Gaste, die am AnfangDurchfahrt verboten", am Ende aber Kaplans-Gaste^ heißt,Kopfschmuck-Parfum", oder wer in einer Hauptstraße garPapier-Schreib- waren-Geschaftsbücher-Büroartikel" schreibt, der verbindet, was er doch wohl getrennt wissen will. Jedenfalls fei auf diesen Uebersluh an Bindestrichen die nahe gelegeneEmmericher Waren Expeditton" hingewiesen, bei der man sie mit Recht oennisten muß. Nicht Immer aber ist ihr Fohlen so gleichgülttg wie hier. Oder erinnert es nicht an die dunkelsten Tage der Sklaverei, wenn Frauen und Kinderkleider" feilgeboten werden? Den Damen aber, die zu ihrem Leidwesen die schlanke Linie vermissen müssen, sei eine Firma O. empfohlen, die sich zumUmpressen von Da­men und Herrenhüten nach den neuesten Formen" öffentlich empfiehlt.

Damit mag's genug sein des grausamen Spiels. Wer Gießen offenen Auges durchwandert, wird zu- qeben, daß diese wahllos aufgegrtffcncn Proben leicht um das Zehnfache vermehrt werden könnten. Mit ©errughiung dürfen aber auch Ansätze zur Besserung festgestellt werden, wie das neue Licht- schild ,Lns Lotze" neben dem unrichtigenIn's Lotze".

Der Frühling naht und mit ihm die Zett, da manches Haus und manches Finneüschild ein neues Gewand anlegt Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß das äußere Kleid unserer Stadt allmählich auch bis in die kleinsten Einzelheiten rein und