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llr. 276 Erster Blatt

177. Jahrgang

Srettag, 25. November,927

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvck und Verlag: vrühl'sche Uiioerstläkr v»ch' mb Steinbmderel R. £anae in Gietzen. bchrifsieiillng unb ÄffdfäftsWeBr S^iIWraM 7.

IbmNbi ww leutgee sitt bi« b<»

!« tzlochmttiag rorbet

Preu far |» HSl»« tii l*j«N<" von 27 mm Brette crtli* 8, aeemitt» IO Keichapfenrrrg, fir Xe. kUmtanirtge* voe 70 mm Brette 3S Xe«*»pfcnnig, plntzvorichnft 20'.br.

<T betret aftteer

Dr. Jnetr. Dich. Lange. veraniVonIrch lär DoLnb Dr Je. IDilb Vong», fit ?reuiCrton Di h Tbonot; t*r b«n übrigen le.l Ernst Blumlch«,,- tlt bf* An. pngenicil Muri H'Hmemn, lämiU* rn Lietzen.

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Auf dem Wege zum Wirtschasissrieden mit Polen, »rflfbnie der Berliner Vorbesprechungen

Durch di« UntrtÄ<l4>ttuna eines d orlä u H- gen Abkommen» mit 'Polen zur B?endlgung bH Handelskrieges Ift viel!eich« ein Dendepui.k, ' m brr amud dl ung .es bisher recht unerfreu- lichen Verhältni les »w ichen Deutschland und Pc^ ch» erreiche warben M Hot wahrlich lange ge- tua erbauen bi» wir so weil gekommen sind Ss sei nur daran erinnert, bah tm Frühjahr 1925 nach Ablauf der vom Friedensverirag von Seriaillc» vor geschrieben en Frist, in brr Deuts ch- lanb allen Ikrtrageländern die JHciflbe- « u n fl I o u n g und Polen auherN-m nach dem I TLaub Oberichlesien» ein bestimmtes Äoblen- kontingent bewilUgrn muhte, wirilchqitliche I Berchandlungen ausgencemnen wurden IhJe er­fuhren ihre erst« Uitfcrbrtd>ung. als die Polen | eit AlkassenauANxt'ungen gegen bie Deutschen I »»«gingen, woraus Deutschland die Derhandiungen I «in ft eilte. Die Antw^N der Polen bestand m dem Beginn des Zollkrieges. Heber en , 3ab« lang ruhten die Verhandlungen. Aach > ihrer Wiederaufnahme setzten die Polen tbre I deutsch.ein U<tK Politik fort, indem d.esmal die I deutschen Zndustrieführer in Oftoberschle- | Hen vertrieben wurden.

Für beide Teile erwies sich der lang dauernde frniMti- und Zollkrieg al# wenig vorteilhaft - tnb schließlich sührte Aeichsauheninmister Dr. ' chlresemann Im Juni b. 3. bei der Aats- mgung des IPsserbundes in Gens eine Un er» i rröung mit dem polnischen Qluftr.untnifier Za - I leski herbei wodurch von neuem die Anknüp- I sung von Verhandlungen angebahnt wurde. I Deutschland verlangte, dah zunächst eine Rege­ln na des Aiederlassungs» unb Lin» | rets« rechts für Deutsche in Pole«« erfolgen | müsse, ehe an eigentliche Handel-vertragsv.r» Vinblunoen g»-ganger, werden könne, da sich bis­her herausgestellt hatte, bah ein Verquicken beibet nur Ünzulräglichkeiten im Desolge gehabt hatte Obwohl eine zweite für die Tagung un Leptember geplante Aussprache der beiden Hüftenmintfter nicht zustande kam, weil Minister j ZtUesfi schwer erkrankte, machten doch die Der» Handlungen nunmchr solche Fori'chritte, tki6 zu» nächst die Aiederlalsungs- und Linreisesrage als <d6ft beiseite gelassen werden konnte. Diese Der» Handlungen waren im wesentlichen vom Desand- lm Aauscher in Warschau gesühri worden. : *2lun schickte Polen den Leiter der Handelsabtci» i long im Auswärtigen Amt. Minineriald.rcktor I ton Jackowski, nach Berlin zu dem Zubeck, I nlt Dr Ctrefcmann und den zuständigen Person» I I chkeiten die Grundlagen für den 2lbichlust ein?s endgültigen Handelsvertrages zu vereinbaren. tTa# ist setzt erfolgt.

Die pröbten Schwierigkeiten batte bisher der Streit Darüber gebracht, ob und in welchrm "Aafie lebende SchweineundSchweine» Heisch aus Pole:, eingeführt werden könnten, xnb die Höhe eines Polen zu bew liegenden .Xohlenkontingents. Dancber. spi.l'.e de i Linsuhr polnischen Holzes eine toefent» liche Volle. 3n den Derhandlungen Hal es sich richt darum gehandelt, wie vielfach b-baübtet Torben ist. einen vollstünd gen Handelsoertrag vu entwerten, sondern nur darum, g.wistermahcn rinen Aabmen auszustcllen. innerhalb dessen »ie sich ergebenden L.nzelsragen später zu regeln i -ind. 3n dem getroffenen Ad.'ommcn wird grund­sätzlich festgelegt. In welch r Dichtung sich die »inzelverhandlungen über Ne Behandlung poi- I bischer Schweine und Schwe 'usle.sches \u be- Degen haben und wie hoch das Xohl.nkontingent allenfalls sein darf. Man £aubt am beiten da­durch zum Ziele zu kommen, oah über die Fragen, »ie abschluhreif sind, wie die o.♦nannten. «S i n gelabkommen getroffen werden, währen) die rbrigen in allgeme.nen Derhandkungen geregelt Derben sollen Heber das bereits erzielte grund- ritzltche Linv.^bändnis ist eine von b.nXm Sei­len unterzeichnete Atederichrift vorhanden. Die Dir gestern in ihrer offiziellen Fassung »er- tss ent lichten

Die Erhöhung der Einfuhr von polni» Ich em Holz wird aus starken Widerstand bei den tzeutschen Walddef,^ ern ftohen Das «rgument. das, )<r Baumarkt cnw wesentliche Erleichtenrng er- i^bren werde, erscheint kaum stichhaltig, wenn man >ed»nkt, das, Vauhol; bei einem Neubau höchsten- j irei dis fünf Prozent der Gesamtbaukosten bedingt. Wahrscheinlich noch stärker wird der Widerftond i landwirtschaftliche, streife, namentlich in i Dftpreufjen. gegen die Einfuhr polnischer I«5 ch w c i n e sein. Demgegenüber muß tedoch betont werden, daß besonder» au» Schlesien der.Huf »ach Beendigung dr» Zollkricstes immer stör- I Irr geworden ist. weil tatsächlich br» Gefahr besteht. I l.-.fj Schlesien durch Berlangerunq de- Zollkriege ' sein natürliche» Bbsatzgediet in Po

le n ganz e i n b ü h L Eine gerechte Äbwäaung i «Iler Interessen bet Abschluß de- endgültiqen Han- j tzeisvenrage- muß für unsere Unterhändler die I BichN'chnur (ein.

»Strasbourg, Aibeauvitte, Aouffach''.

Zu den franzölischcn Dcriuchrn. da# Aus- bnb über Die cllan-lothringi'che Sckchichtc und Vegenloart in Die 3rre zu führen, gehöri nicht WUT Die Unterhaltung von Propaganda-Zeitun- <en und -Zeitschriften, nicht nur die Denven- iung willfähriger Elemente i Lchtocizer wie ^»aenggi oder DaUown, Deutsche (!) wie F.

Kieffer 3. A. Jaeger oder auch FriedrichSil­be! m Foerfter und leinen Mitarbeiter Carl Mer- ter^i. sondern auch die Ueberictzung der Stra­ßennomen der «liaß-lothringifchen Orischastsn ins Franzö'ischr und die Derwelschung Der Ortsnamen selbst DieDirkung des kon­sequenten Gebrauchs dieser oft höchst wider­sinnigen neuen Formen darf nicht unterschätz« werdens es wird dadurch die Legende vvm .franzö'ischen- ltzlsaß-Lothringen unauffäl­lig verstärkt.

3n ihrem Aovemberhest macht die Berliner Monatslchrilt .Slf a h - L o t h r i n gen" .Hel­ma t ft i m m e n" Darauf au merksam daß in der letzten Zeit einzelne dieser verwelschten Formen

sich sogar schon in reichsdeutsche Blätter ver­irrt haben, z. B. im Zusammenhang mit dem Straßburger Schulsall die Bezeichnung Ribeau- viN^ füi Aappoltsweiler Die genannte Zeit- chust hat dies zum Anlaß genommen, rund SO bekanntere Damen elfaß Irthringüch r Orte in Der verwelsch:en Form der altüberiielerten deutschen .Form gegenüber zu stellen. Es zeigt sich dabei, daß manchmal die Dersvanzöste» rung Der franz^ltlchcn Schreibweise anavpaht worden Ist. Io bei D-usfach für Dufach. bei Büsche für Bit'ch, Gue-mar für Gemar Strasbrurg i f' f .r Straßburg. 3n andern ^Fällen hat man sich an Den mundartlichen D>ortklang geha'ten, so bei Riquwihr für Deichenweier «das im ober-

elfäßischen Alemannisch Dichewijr heißt! oder bei Sarreguemines für Saargemünd 'in Anleh­nung an Die deuttchlothringische Z^ilettform). Dieder in andern Fällen ist auf Bez.ichiunoen zurüelgegriffen worden, die Die Franzosen selbst erst ganz kurze Zeit vor 1870 einaelubrt hatten. Die» gilt für Fontov für Fent ch (Lothrinzeni und für das schon erwähnte Ribeauville für das altbcrübmte oberelfäffische Städtchen Dappvlts- Weiler «beide erst IStiD umbenannt!|.

Ss liegt natürlich kein Anlaß vor. diese .Uebersetzungen' zu verwenden. Die auch Die elfaß-lothringische Poesie nicht gebraucht, soweit sie nicht einsach im Dienst der sranzöfischen Pro­paganda steht

3m Tode Braiianus.

Bukarest, 25. 71ov. (1DIB.) wie schon in einem Teil der gestrigen Auflage berichtet, ist Mi­nisterpräsident Ioan Brallanu Donnerstag morgen gegen 7 Uhr gestorben. Da» Kabinett ist sofort )urü<fgetreten. Der Regentschaftsrat hat den Jinanjmlnlflet Dintlla Brallanu beauf­tragt. ein neue» Kabinett ju bilden, da» die gleiche Ausammensetzung wie da» bic-herige hat. Die Minister sind bereit» vereidigt worden.

Da» Exekutivkomitee der Liberalen Partei Ist lufaminengetre.en. Wie versichert wird, wird die Führung der Partei einem leitenden Komitee au» drei Mitgliedern übertragen. AI» voraussicht­licher Führer der Partei wird entweder v In Illa Brallanu oder Duca genannt werden. Rach Ansicht der Oppositionsblätter soll Dlulila Bratianu ernannt worden sein, doch werde et zugunsten Duca» verzichten. Die neugebildete Regierung soll, wie angenommen wird, nur vorläufigen Cha­rakter haben. Lin ncugebilbete» Kabinett werde sich aus chie Mitarbeit von Maniu stützen den Führer der nationalen Bauernpartei, Maniu. wurde bereit» vorn Ministerpräsidenten empfangen Dinlila Bra­tianu forderte Maniu zu einer Zusammen­arbeit auf, ohne jedoch konkrete Vorschläge zu machen. Maniu antwortete, daß er zunächst den Exekuttvau*schuß der Partei um seine Meinung be­fragen müsse. Dem Regentschaftsral erklärte Maniu, die Rationale Bauernpartei sei unter folgenden Be­dingungen geneigt, einer Koalition beizutrcten: 1. Rückkehr zu ordnungsmöß.gen Verhältnissen. 2. Freie Wahlen. 3. Bildung einer Regierung, die da» vertrauen de» neugewählten Parlament» be­sitze. Anschließend sand eine Zusammenkunst zwi­schen Bratianu unb ttverefeu statt. 3n maß­gebenden politischen Kreisen wird angenommen, daß Averescu dem Miniflerpräfidenten die Unterftühung der Volkspartei unter bestimmten Bedingungen in Aussicht gestellt habe.

Der außerordentliche Ministerrat, der heute mit­tag zusammentrat, hat beschlossen, im ganzen Canbe Irauerseierllchkrilen für Brallanu zu veranstalten. Dec Leichnam wird in einem Festsaal de» Athe- ncum» au gebohrt Arn Sonntag wird et nach Flo- rica überführt. Die Irauerfitzung der Kammer wurde unter dem Vorsitz von Saoeaao» eröffnet. Die Tribünen waren voll besetzt. Alle Abgeordne­ten. Ciberale wie die Mitglieder der Opposition, standen auf. al» Duca den Erlaß zur Ernennung der neuen Regierung vorta». Der Vorsitzende teilte da» Ableben Bratianu» mit und hielt eine Rede aus den verstorbenen. Desgleichen taten Duca und Lupu namen» der Mitarbeiter Bratianu» iro Kabinett. Maniu namen» der Bauernpartei, papacostea für die Partei Averesru». B e r I h I e n für die magyarische Partei und F i I d e r m a n n für die Israeliten sprachen Werte der Anerkennung Rach einer Rebe im Ramen der Mehrheit wurde die Sitzung zum Zeichen der Trauer aufgehoben.

Oie Krankheit Drananus.

Bukarest 24 Dov. (IDolff.) Der 5ob des J}ltn,hcn>räkDentcr. Bratianu ist lehr uberrafchenD gekommen. Dach riner Hals­entzündung. der vorerst mch ellzugrotze Be­deutung bngc nrilcn wurde, muht, sich Bratianu gestern vormittag einem kleinen oprrativcn O.n- grisf unterzikhen. Dach vorübergrh nDrr Bdle- rung traten nachmittags Srnickungsan- fälle auf. nach Denen eine neuerliche Ope­ration vorgenonmen unb eine Kanüle einge- fuhrt wurde. Als Die anschließende Blutanalyle das Drrhandenlein von Skreptvlolen ergab, wurden kämtliche hervorragenden Lh,rurgcn der Stad: an Das Äranfcnlaflcr berufen. Die nach r.netn Aonliliuci Den Zustand Brat.anuo als hoffnungslos bezeichneten. Das letzte um Ättternacht abge'-altene Acrztekonfii.um ge­langtezu der Anlich. daß Bratianu kaum bis Vd*n Margen am Leben blriben werd.. Sämt­liche Mini.er hat en sich im Hause des ^Jat.en­ten. der bereits das Bewuhlfein verloren hatte. cir.KfunDen üm im Haufe des Patienten ab- gehaltener Mimsterra: hat Be chlüste für Die rest- la'e Aufrechterhal.ung Der besteh end en Ordnung gefaßt. Dvnners:ag miitag wurde das Testa­ment Brairanus geöffnet Ss betril't nur <ja- inisienangelegenheiien. Bratianu vermachte Die Dutznießung feine» Vermögenseiner ®attin, während fein Sohn Georges BraUanu das Besitz- recht an (einen; Vermögen erbt Aus Anlaß Des Todes Bratianus veröffentlichen sämtliche

Zeitungen örtccau^gabcn. Unter Der Bevöl!-- rung hat Die Rachricht von Dem Hinsche den liefe Erregung ausgelöst. Auch Dte ^feifangen der Opposition weisen einstimm g auf Den großen Verlust hin. Den "Rumänien durch Den plötzlichen Tod Bratianu- erlitten hat

Das macht Carol?

Parts, 24. Heb. (XU.) Aach de« hier In den späten Abendstunden vorliegenden Meldun­gen aus Aumänlkn sollen die vppo.ltlonskar» feien Den früheren Kronprinzen Carol nach

de« Ableben Bratianus verständigt haben, so­fort nach Bukarest zurückzukehren. Derüchlwrl'e verlautet hier, daß ttarel Parks bereits verlassen habe. 6 ine Bestäti­gung dieses Gerüchts war allerdings bisher nicht zu erhallen. Andererseits verlautet nach weiteren Meldungen aus Bukarest, daß die rumänischen Truppen Bereilschas.s- befehl erhallen haben und daß st a r k e Mi­litärpatrouillen die rumänische Haupt­stadt durchlehen.

(Sin italienisch-albanisches Bündnis

pari». 25. Ro». (IU.) Rach einer f>aoa»mel- dung au» Rom Ist am vergangenen Dienstag zwi­schen Albanien unb Italien in Tirana ein Defen­siv b ü n d n l » abgeschlossen worden. Der Vertrag soll dem Völkerbund zur Registrierung unterbreitet werden. Der Bünbniooertrag hat al» einzigen Zweck die Stabilisierung der zwischen den beiden Staaten bestehenden natürlichen Be­ziehungen behuf» Sicherung einer Politik der friedlichen Entwicklung. Beide Parteien sollen die Interessen und den Vorteil Der anderen Partei mit dem gleichen Eifer wahrnetzmen wie Ihre eigenen. E» wirdein uoivanbelbare»Der- teiblgung»bünbnl»~ auf zwanzig Jahre abgeschlossen, da» ohne Kündigung ftilf- fchw.'igend für wettere zwanzig Jahre erneuert wird. Da» Bünönl» verp lichtet zur gegentei­ligen Verteidigung gegen jeden An­griff und im Falle einer nicht provozierten Krie­ge» zur Anwendung aller zu G bole flehenden Mit­tet für die Verhinderung der Feindseligkeiten und die Erlangung einer gerechten <Be- nugtuung der bedrohten Partei. Rach Scheitern aller Schlichtung»oersuck»e müffrn dem Verbündeten alle militärischen, finanziellen und fonftigen Mittet }ur Ueberroinbung de» Konflikte» zur Verfügung gestellt werden. Beide Parteien dürfen nur gemeinsam Frie­den oder Wassensti 11 st and schließen und ensprechendx Verhandlungen aufnehmen.

Der Anhang zum Vertrag enthüll einen Brief­wechsel zwischen dem albanischen Außenminister und dem italienisch'n G.sandten in Tirana. Darin wird sestgestellt. daß. wenn Art. 2, 3 und 4 gemäß eine der beiden Parteien die militärische fjilje der

anderen aozurusev genötigt sei. da» Oberkom­mando über die alliierten Trappen in Albanien dem albanischen, in Italien dem ita­lienischen G.meralstab übertragen wird. Die R Ab­berufung ihrer Truppen soll jede der beiden Parteien au» eigenen Mitteln tragen.

In maßgebenden römischen politischen Kreisen wird betont, daß da» Defensiobundni» feine tt n f ro o r f auf den französisch - slld- slavischen Freundschafl»verlrag bar- stelle. E» flehe vielmehr im engsten Zusammenhang mit der schon vor einiger Zeit erfolgten Mitteilung der italienischen Regierung an die Großmächte, über militärische Vorbereitungen Südsla- wlen» an der albanischen Grenre unb bedeute, baß, fall» sreundschaitllche Vorstellungen der Großmächte in B-Igraö fernen Erfolg haben, unb bie beunruhlgenben militärischen Torbetrilun­gen fortgesetzt werden, italienische Truppen in die bedrohte Zone geschickt würden.

Cfuöenfenöemonffrafiotien in Belgrad.

Belgrad, 24. Roo. (STB) (Eine gestern abend oom Verband der Studenten Der Universität Belgrad einberufene Versammlung mit dem Thema . Die Bedeutung de» franzosisch-jugoflawlichen Pak­te»", in der mehrere Unic*rfi!üt»prole||oren do» Wort , rgnffen, verwandelte sich in eine wat, Kundgebung j u Ehren Frankreich» Die Teilnehmer der Kundgebung versuchten später die Hauptstraßen zu durchziehen, stießen aber auf Die non der Polizei gezogene Absperrung. E» kam zu heftigen Turnt Iten, bei denen zahlreiche Ge schaft»au»tagen zertrümmert wurden

Rußlands außenpoliiische Lage.

)zykow über das Verhältnis zu England.

Moskau, 25. Roo. lMTB. Funkipruch.) 3n einer ReDe auf Dein Kongreß D.*r kommuntstl- leben Parier Der Ukaine in Eharlvw be;onie Rylow. Der VoriitzenDe Des Rats Der Bolls- kommissare. tn Beantwortung Der unlängst ge­hauenen Red« Baldwin-, Daß Die Sowiri- Regierung Die Wiederaufnahme Der Di- plvmatischen und Handelsbeziehun­gen auf HrunD Der von Baldw..i ausge teilten gcgenstitigen BeD.ngung, 'ich jeder Ein­mischung in Die inneren Verhält­nisse Des anderen Landes zu enthalten, nicht ablehne. Daß t>on feiten Der Regierung Eng­lands keinerlei offizielle ober offi- ziöse Vorschläge zur Mieder auf nähme Di­plomatischer Beziehungen vorliegen. g:be jeDoch Anlaß zu Der Annahme. Daß Baldwin» Rede nur Den Interessen Der Wahlkampagne Rechnuna trüge Die 3nitiattt>e zur "D ederauf- nehme Der Beziehungen mästen von der eng- siichen Regierung ausgehen. Da ja auch Die Ini­tiative zum Abbruch von ihr ausgegangen sei.

Zu Der Abberufung Rakowskis rom Pa­riser Bcr'chafter-Posten erklärte Rylow, bei Der 'ung tieer Frage sei Die Sow,er-Regierung Dcdoh ausgegangerr. Daß Die Aufrechterhal- tuna Der tipiomatischen und der HaTidels- beziehun^en zui'chen Der Sowjet-Nn oa und Frarireich notwendig und daß Die Frage der Perivn des Botschafters t em gegen über unter- geordneter Bedeutung sei.

Ferner erklärte Rnkow. die Sntwickelung der STCTjniffe zeige, daß die englische Regierung in ihrer Politik der Isolierung der Sowjet-LInion keinen Erfolg erziele. 3n den oersiostenen zwei 3ahren habe 'ich Die in'.er.unwnale Lage wiederholt sehr stark zugespitzl. Auf Der S-rundlage einer edatir-en Stabilisierung des

Kapitalismus sei m einer aanzen Reiche von Ländern Die am weitesten rechtsstehende bürger­liche Partei zur Macht gelangt, was auch eine verstärkte Feindseligkeit gegen He CDtr;rt-Hnion zeigt«. 3n e.ner Reihe von Fällen sei «e Sowjet-Union einem Kriege nahe gewesen, doch dank ihrer konsequenten trieb- k fei es der Sowjet-Regierung gelunflen. den Frieden zu sichern. Gegenwärtig sei die Lage günstiger als vor einem halben Jahre.

Das Militärbudget der Sowjetunion.

Eine Antwort an den britischen Kriegsminister. Moskau. 24. Rov. < Telegraphen-Agentur t-er Sowjet-Union.- Anläßlich der Erklärungen des enflli chen Krieasminifters TSorthing - ton S v a n s über die Stärke der Roten Ar­mee und Die militärischen Ausgaben der Sowjet­union wird von maßgebender Sette erklärt: Die Anaaben Dvrihinglon Evans entstellen den wahren SachvTrhall. Die Stärke derRoten Armee iinschsiehlich des gesamten Perional» beftandes der Marine und Der Luft Lotte beträgt 562 000 Mann. Die militärischen Aus- gaben der Sowjetunion betrugen im Jahre 1924 25 420 Mili'.vnen Rubel, im Zahre 192t 27 634 Millwnen Rubel. Das Militärbudget für 1926 27 betrug nur 40 Prozent der mllitarilchen Ausgabe der zaristr'chen Regierung im 3ahre 1913. Dagegen 'Ind die mUilärsichen Aus- gaben Englands mit 86-3 Millionen Gold rubel aus 1115 IHilL Rubel L 3. 1926 gestiegen. 3n der von Dorthington Evans für Die englischen