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ebenfalls vertraglich eine ÄifWIerunq erfahren muhten ferner feien aber auch d:e Kosten für Dekorationen bedeutend höher geworden, als im Skat vorgesehen.

Kunst und Wissenschaft.

Derlhelot-Feier in Paris.

In diesen Tagen begeht man in Frankreich den 100. Geburtstag deS bedeutenden Chemikers Marcellin Bert he lot, der am 25 Oktober 1827 in Paris geboren wurde, 1860 eine Pro­fessur für Chemie an der Lcole de nharmaac erhielt und von 1865 ab in gleicher Eigenschaft am College de France wirkte Derk Helot wurde «Väter General in «pektor de- höheren Unterrichts- wesens. Unlerrich'.Srninister und zuletzt Minister de- Auswärtigen: außerdem war er lebensläng­liche« SenatSmitglied und Angehöriger der Aka­demie, er starb 1907 in Paris Derthelots zahl­reiche, teils rein chemische, teil- chemisch-physikali­sche Arbeiten beziehen sich vornehmlich auf di« Theorie der mehratomigen Alkohole, auf die Zu­sammensetzung der Explosivstoffe und auf die Synthese der organischen Körper, wo er Bahn^ brechende- geleistet hat: grundlegende Arbeiten lieferte er endlich auch auf dem Gebiete der Thermochemie.

Die Feier de- 100. Geburtstages von Der- thelot begann, wie aus Paris gemeldet wird, am Montag mit der Eröffnung einer Ausstellung von Erinnerungen an den groben Gelehrten rn bet pharmazeutischen Abteilung der med zimschen Fakultät der Sorbonne. Hierauf fand im College di France eine Srinnerungsfeier statt, in deren Verlauf der offizielle Delegierte der XeichSregierung, Prof. Wtlh. Schlenk, Direktor des Chemischen Institutes tn Berlin, eine Ansprache hielt, in der er, nachdem er dem Hamen Dort Helot gehuldigt und seine Verdienste um die Entwicklung der Chemie hervorgehoben hatte, folgende- erklärte:

Das Genie geht seine eigenen Wege. Ob es indessen die Wege des Aaturforschers oder des Philosophen sind, ist einerlei; sie führen alle dem gleichen Ziele zu: der V e r e d e l u n g der Menschheit. Diese Gleichheit d«S Zieles einer leben WlNenschast macht die Gelehrten aller Ra» Honen zu Priestern in dem gleichen Tempel. Deshalb «ehe ich in der Wissenschaft eine Dasis, die eine besonders gute Möglichkeit bietet zu einem gegenseitigen Kennen lernen, zu einem wah­ren Verständnis der besonderen seelischen Ver­anlagung einer Nation. Menschliches Ver­st e h e n aber ist die beste Grundlage, um das zu erreichen, was der Welt in unserer Zeit nottut, eine gerechte Würdigung des Nächsten, die die wichtigste Voraussetzung für ein friedliches Zusammenwirken aller Nationen bil­det. Daß Derthelots Größe auch in diesem Sinne unverkennbare Wirkungen gezeitigt hat, ist der deutschen Delegation ein ganz besonderer Grund, ihn zu ehren

Am Abend fand für ein geladenes Publi­kum in der Großen Aula der Sorbonne in An­wesenheit des Präsidenten der Republik und unter dem Vorsitz des Ministers Painlevö, der als Vorsitzender des Festkomitees der Ver­anstaltung der Jahrhundertfeier fungiert, die akademische offizielle Erinnerung^- feier für Derthelot statt. Die'er Ver­anstaltung wohnten fast sämtliche Mitglieder des .diplomatischen'Korp^. darunter Dotschafter von Hoesch, sowie sämtliche in Paris eingetroffenen offiziellen und offiziösen Delegierten der Regie­rungen, der Hniocrlitäten und der chemischen Institute aus Amerika und Europa bei. Sämt­liche chemischen Institute von irgendwelcher De- deutung in Europa und Amerika waren auf der Feier vertreten. Die Festrede hielt Minister P a i n l e v ö.

Die deutsche Delegation unter Führung von Professor Schlenk besteht aus den Professoren Dodenstein, Haber. Marckwald, Neu­berg und Nernst aus Derlin, Stock aus Karlsruhe, Wieland und Willstätter aus München.

Internationale Tagung für kulturelle Zusammenarbeit.

Der Kongreß des Verbandes s ü r kul­turelle Zusammenarbeit, der bereits in Heidelberg eine Leihe hervorragender Per- sönlichkcit.m des europäischen Geisteslebens zu erkprießllcher Aussprache zusammengeführt hatte, beschloß feine Tagung im Saale des Städelfchen Mu'eums in F r a n t f u r t a. W. Nach der De- grüßung durch Professor Lwar - enskt forberte Professor Ludwig Curtius die Versammlung aut. Goethe als den wahren Geistespräsidenten des' Kongreßes zu ehren. Hieraus ergriff Professor Albert Thibaud« t. der bekannte französische Kritiker und Literaturhistoriker, das Wort ->um Thema Die Geschichte im heutigen französischen Bewußtsein". Auch er gedachte zu­erst Goethes, des universellen Deutschen im euro­päischen Panthenon und zeigte hierauf, daß im Frankreich der Nachkriegszeit eine wachsende Kri­tik an der Gültigkeit der geschichlltchen Heber­lieferung einsehe. Professor Hans Eibl von der Universität Wien verlangte eine reichere, sozusagen symbiotische Auffassung der Geschtchte, als die modernen Nationalismen es ermöglichen. Für Oesterreich sprach ferner Gtaf Thun- Hohenstein noch einige Worte. Darauf wurde die Diskussion durch Exzellenz D ö d r e r o (Ita­lien) eingeleitet. Nach Professor H a l e d i «Warschau), Dr. Berg st räßer und Vien- n o t führte Proffessor H e 11 p a ch (Heidelberg) in längerer Rede aus, wie er kurz nach dem Kriege als badischer Kultusminister selbst vor dem schweren Problem gestanden habe, ob man den Geschichtsunterricht in dem früheren Sinne weiter­führen sollte, oder ob man nicht vielmehr bie Ge­schichte als einen bösen MythoS aus der Seele der Kinder sernhalten solle. Er verneinte jedoch diese Möglichkeit wie die andere, ein Volk nur seine nationale Geschichte fern e i zu lof en, sondern betonte die Wichtigkeit, bei der Dislrepanz zwi­schen dem Kulturbegrisf Europa und der politi­schen Wirklichkeit, auf die ideellen geistigen Zu­sammenhänge europäischer Art hinzuweisen und damit den Politikern einen Sinn für die tieferen Realitäten des politischen Lebens zu geben. Zum Abschluß des Kongresses gab die Stadt Frank­furt im Römer ein D a n I e 11, zu dessen Beginn Bürgermeister Graes die Anwesenden, vor allem die ausländischen Gäste, mit herzlichen Worten willkommen hieß; beim Bankett ergriffen unter lebhafter Spannung der Anwesenden Prinz Karl Anton Rohan, der Generalsekretär des Verbandes und Gründer der Bewegung, ferner der englische Kolonialminister Lord Birken­head. Professor Zielinski (Warschau) und schließlich Staatssekretär a. D. Kühlmann das Wort zu längeren Ansprachen.

Born Deutschen Akademischen Assisfenlenverbande.

Der diesjährige Vertreter tag des Deut­schen Akademischen Assistentenverbandes. der.Ge­samtvertretung der wi^senscha,tiichen Assistenten des deutschen Sprachgebietes sand unter reger Beteiligung in Danzig statt. Aus den Refe­raten der verschiedenen Landesverbände ist her- vorzuheden, daß die Lage der wissenschaftlichen Assistenten an den deutschen Hoch'chulen noch durchaus uneinheitlich geregelt und teil­weise noch weit entfernt ist von der erstrebten Angleichung an die preußische Regelung. De- sonders ungünstig liegen die Verhältnisse in den süddeutschen Staaten und namentlich in Braun­schweig und Danzig: die Besoldung der Assisten­ten bleibt hier weit hinter den preußischen «De- haltssähen zurück. Der Vertretertag beauftragte die Derbandsleitung, sich mit allen Mitteln dafür einzusehen, daß bei der jetzigen allgemeinen Neuregelung der Beamlenbesol- d u n g auch die wissenschaftlichen Afsistenten aller Länder in die für die höheren Beamten vor­gesehene Eingang^gruppe eingegliedert werden. Eine solche Einstufung der wissenschaftlichen Assistenten in das System der Beamtenbesoldung ist bereits in dem neuen preußischen Regierungs- enttourf vorgesehen. Wie Preußen seine bis­herige angemessene Regelung in die Neuordnung grundsätzlich über.-ommen hat, so muß auch in den anderen Hochschulländern die Gleichstellung mit den anderen höheren Staatsbeamten erreicht werden.

Schach-(?cke.

Bearbeitet von W. Orb ach.

Alle für in« Redaktion bestimmten Mit­teilungen. Lösungen usw. find zu richten an die Schack^edaknon oesGteßener Anzeigers".

Endspiel Rr. 42.

Ben Freiherr von Holzhausen.

Schwarz.

a b c d c t g h

8

z'astät

a b c d e i g b Weiß.

Weih am Zuge erzwingt das Remis.

Weiß : 4 Steine. Kfl; Te4; IJ)7, Sc3.

Schwärz: 11 Steine. Khl; Dh8; Tg7; Lhö, g8; Sf7, h7; Be3, f3 g6, hZ

Problem Nr. 132.

Von P. A. OrHment.

Schwarz.

b c d e 1 ß h

3

2

8

7

6

5

4

3

2

8

7

6

5

W///Z

__ d e Weih.

Weiß zieht und setzt in vier Zügen matt. Weiß: 5 Steine. Kg8; Dg7; Tb5, b6; Lb2. Schwarz: 7 Steine. Ka4; Ta2, d3; Ba3, d4, d5, e7

Lösung des Problems Nr. 129. Don E. Wintec-Wood.

1. Kal-bl .', b5-b4 2. Dh7-h6ü ufw.

1......Kd4xc5 2. Dh7-a7+ ufw.

1......Kd4xe5 2. Dh7 - e7 + usw.

1..... Kd4xc3 2. Dh7-e4! usw

Aus dcr Sckachwclt.

Ostseebad Niendorf. Der Echluhstand im internationalen Meisterturnier war folgender: Nirnzowitsch und Dr. Tartakower je 5 Punkte 1. und 2. Preis, 3. Preisträger Colle 4 Punkte, Ahnes 3'/, Punkte. Kostitsch 3'/z Punkte, Drinck- mann 3 Punkte, Km och 2 Punkte und Steiner 1 Punkt.

Der Länderkampf zu London ergab folgendes Schlußrefultat: Ungarn 40 Punkte und

Sieger, jeder der vier Kämpfer Mardczv. Dr. Nagy, Dr Vogeler und L Steiner erhielten bl« goldene Medaille des Brtttfchen Schachbunde-: es folgen Dänemark 38 Großbritannien 37V» Holland 3-5. Tschechoslowakei 34 Deutschland 34 Schweiz 32. Jugoslawien 30. Italien 28 ., Schwe­den 28. Argentinien 27. Frankreich 24'/,. Belgien und Finnland je 21' -. Spanien 14 Punkte

Sowjet-Rußland. Im Ultainifdyn Meisterturnier in Poltawa siegte Selesniest 11 Punkten.

Asien. Sin Schachwettkampf mit levenden Figuren fand in Afien am Ufer de- Ladschorc- Sees statt. Cs kämpfte China gegen England und gewann nach 4* .. Stunden. Dem mtereffanien Kampfe wohnten 1000 Zuschauer bei.

Oie Narrenkappe.

Splitter and Sparren vom Rebattlvfistisch

Der Reingewinn.

Strod) und Mick« hatten kein Geld. Micke wollte tvas flauen, aber ctrod) war bagtgrn. dr nannte sogar Gründe. Aber er hotte auch eine Idee:

Wir werden einen Sock voll <Bdb verdienen, ohne Gesetze zu verletzen!"

Micke batte lange nicht mehr io gelacht!

Nicht doch!" sprach Stroch.

Kurz: Am nächsten Tage hatte Stroch einen Saal gemietet und Plakate au-hangen lassen:

Uebermorgen!

Einmaliges Konzert der drei besten Sanger der Welt. Feodor Schaljapin Benjamin Gigli imb Michael Bohnen!!!

Korten von 5 bis 30 Mark bei der Sonyriöireftion.

Stroch und Micke!

Betrug!" sagte Micke.Woher willst du die drei nehmen??? Die Leute werden uns lynchenl'

Stroch lächelte mitleidig und schwor, keinen Mer,- schen zu betrügen. Er eröffnete den Vorverkauf und nahm sich an die hundert Korten beiseite. In einer Stunde war bas Konzert au-verkauft, und die Leute flehten einen Mann an, der vor dem Konzerthaus stand und Billets gegen Änstchlag verkaufte. Der Mann mar ctrod). Und Stroch verkochte bte Zwan­zigmarkbillett» für fünfzig und hundert.

Zwei Stunden vor Beginn wurde bat Konzert mangels Eintreffen der drei Stimm Phänomene ab­gesagt. Mit der Ankündigung, daß die Karten selbst­verständlich zum aufgebrurften Preise 3uhhfgenom­men würden.

Model Stroch bare dreitausend Reichseier ver­diente!. . (Lust. BI.)

Kindliche Spiele.

Kurt spielt im Sandhaufen: formt andächtig einen Kloß au- Sand und Wasser. legt ihn vor sich hin und bläst aus Leibeskräften Plötzlich tritt er zornig ins Kunstwerk und "ruft ..Xante Ria. kannst du Menschen machen? Ich krieg s und krteg's nicht fertig -- den Erdenk loh schon, aber der Odem geht nicht rein!"

«Berliner Dunge.

Unter den Linden steht ein Mann mit einer Waage.

Einmal wiegen §ehn Pfennig!"

Wiejen Se mir mal' nähert sich ein Stöppke.

..Du hast ja aber bloß einen Sechser!" lagt der Mann

No. denn sagen Se mir eben bloß die Hälfte von meinem «Gewicht!" beharrt da- kleine Barfch- chen.

1937.

Bernm ist Buchhalter. Anno 1937. Bei Dleichröder in Berlin. Kommt eine» Morgens zu spät zum Dienst.

Wenn Sie auch in Neuyork wohnen." schimpft da der Ehes,könnten Sie trotzdem pünktlicher fein."

Der Flugvmnibus war überfüllt entschul­digt sich Bemm.

Da nimmt man eben iud>t den letzten. Fah­ren Sie gefälligst zehn Minuten früher!"

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Greßen, den 24. Oktober 1927 Stadtbauamt Braubach

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In unser Handelsregister Abteilung B wurde heute bezüglich der Firma virec- llon der VIsconto-GcseUschaft, Zweigstelle Gießen, eingetragen: Direktor Otta Hell mann in Frankfurt am Main ist Gesamt Prokura für die Zweigniederlassung der Gesellschaft in Gießen erteilt worden dcr gestalt, daß er gemäß Artikel 11 der Sat­zung die Finna der Zweigniedcrlai'ung in Gemeinschaft mit einem Geschäftsinhaber oder mit einem anderen Prokuristen zu zeichnen berechtigt ist ')699C

Gießen, den 20. Oktober 1927

Hessische» Amtsgericht.__

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