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Stadttheakr

We! m htutt (NOtiüii) .spiel in 3 Wg

llr. 259 Zweiter Blatt

Siebener Anzeiger sSeneral-Anzeiger fflr Gderhessen)

Dienstag, 25. ©ftobcr 1927

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(Englands innerpolitische Lage. , itodjbcud, auch mit Quellenangabe Deibote^!) Dem eifer em l-Berichserstatter

(London. 19. Obober 192Z

Vie *6«ilfimhdjfcit heft cngkschen Dahl- lufbrnti brin»: ** «ml 'ich. da- bk r Attischen Dattel en lerne stEeolllche Ruhepause kennen. Der auf betr Konti mmt wohlbekannte Zustand bat jll 3a6tr vor den Neuwahlen ein pavtischen jsHanb entert. in dem jede Handlung des Parlaments immer nur unter bem ® e- s rcht spunkt den Wahlkampfes aetehen wirb, tritt <omü inngUmb nutzt erst gelegent- lichem, rr<nn das jeweilig« Parlament ein gnojie» Alter erreicht Hal. fonberr. ift immer und »u je der Ze 11 gcgrixm. Unter diesem Gesichtspunkte allein tfr es verständlich. nh das enallsche Unterhaus vclatlv lanofam arbeite* unb he.kle fragen, wie z B die der Liquidation kes Generalstreik» unb bie Fraae der 1a xperte ^ch falt ^irei wahren erfl teiltpetfe ,yc.oh hat Das cnjiilbc 'Parlament bearbeitet somit alb rnicht!gen Dinge mit einer Dorsicht unb AüS- fichenchuie wie sie bei uns selten ift Au« der andren Heike bringt diese Erscheinung aber auch enroB mit »ich was Qänbig beunruhigen! und dis zu einem gewissen Grobe störend wirkt nämlich die ewige Erwartung, bad es aus bei­rr em Himmel plötzlich Reuwahlen regnen fann wenn die Regierungsmehrheit eine günstige Wahlparole gesunden zu haben glaubt.

Diese beiden Tatsachen sind der Grund dafür da- man ten imiervoluischen Ereignissen in England eigentlich ständig eine gewisse Aus- ntrffainktt schenken muh, selbst ttxixn. wie in jegeniDämgcn Augenblick. Reuwahlen noch b weiter Licht sind und formal bk Regterungs parket n*»ch über zwei Jahre Zeit dis zu Den Neuwahlen hat Die im Auslände viels ach ge ui fierte Ansicht, die englischen Konfervativei 'uchten nur n ich einer Wahlparole, um 2leu- na dien ausschreiben zu können, muh somit an- lesichts der bestehenden Verhältnisse als irrig ezeichnet werden. Man verwechselt in diesem Salle das geschildert. 6 oft em. bas immer übei ler gel imten politischen Lage schwebt, mit Sv mptomen, die bei aeniuer vetrachtung zu dem gegenteiligen Urteil führen muffen.

Die englischen Konservativen hoben im 2üiftcnblt(f nicht ben mindesten 2nlah. auf ihre sichere Herr'chast Im Parlament au nergitteen. bevor es .h ten nicht gelungen ist hie Abs.chten durchaus uhien. Der Kongrest der 'X(.nkrt>.'tihen In »ardisk sDurchführung der 1?bcrb^u4rcform zum Sllnitz ber Ration vor revolutionäre. Sipctimenlen) hat auf das deut- ..chfte bewiesen, dost die Rücksichten aus bi?

ausschlaggebend sind 3n England gibt es kaum fttt.il Unpopuläreres als bie Erneuerung der Vormacht des Oberhauses, die seine.zeit der emokratlschc Lloyd George gebrochen hotte. Auch Mt von Baldwin stet» vertretene These. - erst Arbeitsfriede zwischen Unter» aehmern und Arbeitern und dann QTcu- efragung der leiZchast spr cht nicht ge­rate sür Aeuwahlen Am ausschlag,en ften Virf man aber Wehl die erneute jorberung der <Xcnfcrt>atlixn auf Tkrmcbrung Der S chu h- lölle al» wahlteindUch be -chuen. da die un- ^nneidlichc Ixneucrung fer Lebenshaltung ' arch die rgeschagenen Schutzzölle geeignet st. die Wählerschaft der Konservativen avzu- ch recken.

Wenn trotz allem rine gewisse Unsicherheit iaber der inncrpolitischo' L.tuat.vn Englands legt, so ist dies nicht aus das eigentliche, qe'.ti- ,hL<iifdx Pregr imin Der Kon' rv^tiven zuriill- usühr n Heran stad einige I hier der Rcgic- ung Baldwin schuld, Fehler die in ben Auaei, be» Landes eine strenge Kritik an diesem SU» .lnetl recht fertigen. auch soweit man lonfcr-

Brahms, (Schumann, Weber,

juin Vevorstcftendcn Lympstouiclonzcrk.

Brahms hatte das 40. Lebensiahr schon überschritten, als er m. k ner 1. Symphonie ORloll) an die Oes'entlichkeit trat. Schon über ein Jahrzehnt srüher lästt h4> der erste Satz nachwei'en. 3n einem Br.ese an 3 o a d) i m 'prich: «ich Klara Schumann über diesen ihr non Brahms zugesch.^ten Satz sehr beifällig aus. Aber Brahms schien d-a» Werl doch noch nicht für votlrn.et zu holten, unb trotz mancher- lei Drängen seiner Freunde vertröstete er sie auf spätere Zeiten. Denn angesichts der Sriolge mit seinen anderen Werken wollte er nur mit einer in allen Te len reifen Schöpfung heraus­treten. (54 scheint Io. dost auch hier wie bei der Vollendung Seo Aequierns em Au'enthaU in der Heimat seine Schaffenskraft beflügelte 3m September 1S76 Tonnte er bat fertige Werk 'einer Freundin Klara Schumann vvrfp den. unb m Aorestider desselben 3ah«s wurde bas Werk in Karlsruhe zum ersten Male auf geführt.

Denn Brahms zu den für ihn austerordent- ichcn Mitteln de« Orchesters griff, 'o mußten 'chon tiefgehende Ereignisse zugrunde liegen: Das Erleben des Schicksals.

Dem ersten Satze geht eine S.nle tung vor­aus mit getvaltiger. innerer Spannung. Heber einem oochenden Orgelpunkt der BÜs'e. des Kontrafagotts und der Pauke erheben sich die Streicher zu einer leidenschaftlichen Melodie unb infen wieder zurück. Schmerzlichen Seu'zem ent­ringt sich ein Diolinmotio. Zxw nachher un Allegra dem Kampf thema als Kontra punli gegenübertritt, vorerst wieder von dem Schick- alsrnotiv beaiuoortet wird. time tröstende Dbocnfantücne. vom ticllo modifiziert wieder- yoU. vermag nicht zu beruhigen- Der Kamps- Gedanke bricht mit voller Macht im Allegro- Heina durch tis entfallet sich kvlostha't mit tarier rnodulatorischer Kraft, besänftigt durch >as in der Einleitung geborene Biolinmoriv als tontrapunkn'cheS (Segenthema. DaS zweite Thema virb durch die Oboe getragen. Der Satz beruhigt ich scheint verhallen ju wollen, bndk aber im Io gigantischer wieder hervor und gipfelt m Ls-Moll-Unisono und sühn so noch einmal >urch diese Spannung zur Wiederholung Der rchemenäuf stell ung.

Die Durchführung erwachst aus H-Dur her­aus und bring, wohl eine der macht.gsten Auf- 'chliestungen symphonischer Gedanken seit Beel- roven. mit groben OraclpunÖentfalhr-gen unb hromarisch drängenden Bälfen. Die Soda van tert

oatth gesinnt ist vor allen Dingen h c* bet Dvrwurs der Ueberalterung. iKn man bem Äabincti in jeder Hinlicht machen zu können glaubt Diese Regierung ist in der Tat un Kabinett der allen Männer aib der veralteten Anschauungen Shamberlain. «nes der lüng^.m Äabinef.imf.glkber ist btr.-.t* cl. Bal­four nahe an bte 90 Der vor lurym zurück- getretene titell war i.ich« sehr viel länger ur.b Da» aktivste tillmen: irr ÄdLnnttl, der Schttz- kanzler Churchill, .das Kind" ist immerh.n bereits 53 Jahre unb kann mit feinen modern.n 3deen gegen Die der .ältrrenT Kollegen im Ka­binett nicht durchdringen

Doch 'chlimmer steht es mit den Mahnahmen k^r Aegierung auf austenpolitischem Ge­biete. Zwar hat btc engli'dy Polllik grobe und überzeugende Grioige aufzuw Üm, unb Gnglands Ontcn- 'm werden von dcrn Kabinett aus baS lorgsältigste gewahrt. Das geschieht aber aus die .veraltete" bureaukvatilche Man er durch bie Be­amter des Sorrign Office, meist ohne Presselärm unb sehr häufig, ohne hab die breitere Oeffent- lichkeii etwas von ben Angel genheit n erfährt. Der Dorwurf der Geheimdiplvmatie, den die liberale Preise den Konservattven macht, ift fomii mehr als beroch:igt. Bleiben doch selbst Derhandlungsergebnisse mitunier gchrim Dazu kommt, das» dnglanb agileren S aaten gegen­über scheinbar ständig in bie Defensive gerät 5aft nie hört man davon, bah au die englische Initiative hin irgenbein großes Programm be­

gonnen worden träte Akit anderen Worten man hat allgemein das Gesutz!. bah Ongl^nb b ; < moralische Zidrerschast S - c . pas verloren und an Frankreich abgetreten hat. odwehl eine genauere Lnallstc zweifellos zu an bereu tirgctmilfen kommen würbe

. Aber fei bem, w c es immer sei. Wenn L»o.- rale und Arbe »rpar.eiler jetzt glauben, da st ?r Weizen blühe, so : -die dies v er 11 ü b t fei:. Die kürzlich owi lit^-raler Seile angelund g e gröbere Beta igu g der L-berolen ist somit ebenso wie bie Jjal.unj der Arbeitcrführ r aut be n Parteitag tk-r 3tba:et in B.u kpoel noch immer farm vor t r Schlacht S>vc»H Arbeiter wie Liberale befinden üch i i-ncr noch in ber Ber­te i d i g u ng qege- die Anllag der Konser­vativen, daß sie emw< >er den Bel'chewismus, das SchreZgelpenst des enali'chcr. L.lehdürgers. hegten ober Nicht genügend b kämpft.n Gl.ich- tpobl darf man ber LnNcht sein, dast sich bi.ler Zustand ber Desen-ive ber Oppositionsparteien feinem Onbe nähert, die Konseroaiiven beginnen jent :at ächlich bie ersten großen innerpv. : fchen 5estler zu machen. Das ist, was man hinter dem Geschrei brr liberalen Preise, hinter der Heye ber Diehurds und bem vorläufig noch orfichl g zurückhaltenden Benehmen der Arbe.: riuhr.r zu 'uchen bat Mehr ist darü-er nicht zu sag^n. Denn der Kamps der Opposition wird erst mögllch, wenn die Konservativen bie Oberbauir-lorm und die Grhehung bet Zölle burchgefühn haben.

Der Mikado

8Uw Studie von Titel K a

Der Mikado? Der Kaiser von Japan? 3n ter Borstellungswel, ter meisten Europäer muh , r sich mit den bunten Garden ber Operetten- jxrfonni auf eine Stufe stellen laffen. Gewist. dah es im Lande der auf gehenden Sonne, dem über Hokkaido. Kiuschiu, Zeddv verstreuten Reich der untersetzten Infulaner nicht nur wie in Sidney Jones melodiöser .Geisha" zugebt, das tt>eifl inan nachgerade Die illustrierten unb fach­lichen Beiträge aus dem jenen Osten haben es uns erkennen lassen, bah Dort mobtr.ic Mil­lionenstädte entstanden sind, bah man mit ber bühlaubeten .Waffe Japans", der Kriegsmarine eines Admirals Logo unb Kamimu zu rechnen hat. Wir hören viel von der aeheinnisvollen. innrer jedoch zielbewuhten vspanfie --Politik 3a- pans. unb auch Barnen grober Staatsmänner, nie Ito Okuma, sind uns meistens nicht un­bekannt Aber der Mikabo. der Herr dieses Lande-, ist uns herzlich unbclaimt.

Kaum einer der europäischen 5enwft/Xci1ai- den Hit bei einem Besuch der blumigen Inseln jemals ben Kaiser zu Gesicht bei .men. 3m Höchstfälle eine flüchtige Audienz, die sich not- gebrungen bei dem Aus ein ändert ressen zweier so entgegengesetzter Kräfte in steifen, durch das Hofzeremoniell noch unerträglich böUemen for­men abspielen muhte. Selbst während des Krie­ges b-ftanb trotz ber engen Ontentt mit ®ng- lanb keine nähere 'Serbin'ung der beiden Höfe. Kein Diplomat drang sehr nahe zu ber foifer- lid'en Familie vor Die entfernten Benvandten keS Monarchen beteiligten sich zwar oft unb ungezwungen an ben Festen ber Diplomaten, aber zwischen ihnen unb bem allerengften Klan bestand doch noch immer eine weite Kluft.

Durch diese Abgefchlvfsenheit der Dynastie- btc übrigens durchaus dem japa­nischen Empfinden für bie Heiligkeit der ältesten Herrschersamilie ber Welt entspricht lassen st.ch oft europäische Beurteiler der >apa- nischen Dinge dazu verleiten, ben EinsIust ier Kaisersarnllie auf die Politik des Insel- reiches au unterschätzen ober überhaupt zu ver­gessens Erst ein paar deutsche Professoren,

per.

lange Jahre an der kaiserltchen Kader tenanstall unb anderen Lokivter Einrichtungen wirkten unb sich dadurch Vertrauen bei em'luhreichcn 3apa- nem erwarben, tonnten aus Grund ihrer Be­obachtungen diese leichtsinnige Beurteilung un­bekannter Dinge zurückweisen. Sie hoben ein­mal ben in ber Politik wie auch im kulturellen Beben recht suhll aoen religiösen Einflust der gd>cilig*cn Persönlichkeit des Mikado hervor Aber auch politisch unb militärisch betrachtet ist ber Einflust des Kaisers aus bie Verchällmlse im Lande recht grob, obwohl Japan angeblich nach europäischem Vorbild kottstiiuttonell regiert wird.

Wieviel Bücher sind über das Wunder bet V erwandlung Japans aus einem in mittel­alterlicher Partetherrschäft befangenen Lenb in eine Weltmacht allerersten Ranges geschrieben worden? Unzählige sicher. Aber kaum eine» würdigt dabei ben fördernden E.nslust der aus bem Karttpf mit ben Aebenkaifern, den .Lhogu- nen, gelösten Kaiser. 3m Anfang des heutigen Japans war M u t s u h i t o, der 3unje. ein ungemein bescheidener, dabei sehr^i.qct Kaiserjüngling, ber auf dem Thron zum Dre.s werden ftüllc. ®r war der erste Mikado, der bic europäische Felbmarfchallunisorm trug unb in Prachtkarossen im Stil Aikolaus I. durch feine Aefi!-enz ?,u den Tempeln fuhr. Or räumte wie ein japanischer Pcter der Dros>e mit den Vor­urteilen in einer Weise auf, bah ben Stockkonler- valiven die Haare zu Berge standen. Sr schuf bie Flotte, bie einst Aippons Stolz werben sollte. Auch er machte bie .Spielerei der Perserschal-s mit, sich europäische Dinge in Hülle und .julle anzu chofsett, aber er war klüger in ihrer Der» wenbun,. Er lehrte feine Ratgeber, den Euro­päern ihre Künste und Dortelle abzufehen, unb diese wieder lehrten das Volk in ber gleichen itunft, die einz g unb allein verhütete, bah Ja­pan zu einem toilUommcncn Kolon alland Ruh­la nds oder Englands ober bet Bereinigten Staa­ten wurde. Aber darum war er nicht so töricht wie bie Grvhsultane unb Schahs, trotz dieser Steuerungen erivas von feiner alten Macht herzu-

get*-'.. Der greite Ka ter.cv ben modern ge­wordenen Iapaoem so Verehrungrwürdig wie iuir einer f ratet Dori ahnen. Unb als er sich -u-. Sterbe lederlegte, da zogen wie ernst un ~b der Kraniche unb des filbr g.n Schi ' » bte beä.gcn Tempelt.ere den Totciikarre: der .n

echs 5 wn fi ucn te. D e Genera.« gingen aj^ur dem l?<.<^,rapdeiidräd!en der n^ucn Zell.

de Galau on . n bc> neuen Staates. D.i iuir. erstenmal enu 'and Europa bie wahre Bedeutung des Ullludo

In '. den Staaten ist es so. bah ber Herr- '4Mr deutlich hervortritt, m der Geschichir des- -iigen ori natüriich bie Virbevren seiner genialen Diener mit empfangt In Japan ist es lns beult umgekehrt Man hat hinter Jio Soap unb Ba- mamalo nicht den 111 er n e n Kaiser benutft jebcnfcl « das Ausland nicht. Das ist Io fern- ost. che Sitte. Auch bte tib.-'et. ha!» n ihre tüchtigsten Monarchen nie zu Gesicht tx-fonunen.

3 o f b i b 11 o Uxit der twelle M kabo Ja­pans. ei i seitfamer Mann. Man hat ihn oft als > ..idende.i Deutschen ind hinstelle" wollen, alec uenn wir gerecht fein wotl.n so wüsten wir zwei Ramon erwähn, n. bie alles zu erklären vetrndnen: Z b i m o n o f e t i unb X11 n g t a u. Die deutsche Intervention beim Frieden zwischen I^pan **b ebino wiriie wie eine glühen! e Welle auf b e tiionalstolzen Insulaner Das vergaben sie den Äeutsa-e-, nicht. Auch die 'Vetehung von Äiaut- schau empsand man in Tokio als eine Anmabung

sichert. mit Unrecht Aber gerade dieser Fleck war seit ,eher von den Japanern als Aus- ^a -c-spunkt für eine tiroberungspolitik auf dem Festland betrachtet worben. Schantung unb .'eorea wollte man haben. Mutsuhllo eroberte roch Korea sein Sohn sollte in S^antung den Siege.-ug sortfetzen. Erinnert sei an die große Denktchritt' die im Auftrag Japans wahrend des Krieges den Chinesen übergeben wurde. Japan wollte China erobern, wollte Aachfoiger

Mächte hin mißlang der Plan. China hätte sich nicht da»,, gen wehren lönnui!

3o'tibito hatte die stllle Autur eines Lyrlleis und die Energie eines gewiegten Politikers. In den letzten Jahren seiner Aegieiung cdtanke er unheilbar. Seine Gedichte, bie er in seinem prächtigen Soi.imerschlofi verfahte. befangen in buntesten Farben fein Arich. Acch einmal tauch e er auf. I^as Aiesenerbbeben fräst eine I albe Million Iap,nier, legte die Acichehaupt- ftaht mit zwei Millionen Einwohnern in krüm­mer. D e Ollinlftcr verzagten, die Abgeordneten ergriff stumpfe Gleichgültigkeit. Da tauchte ber Trnno «Solin bcS Htmmeis) au'. Kaller Joshi- hiio ordnete die Dinge mit fabelhafter Umsicht, rist bic Japaner au» ihrer gebullten Ergebung in da- llnsahbare auf Damals fbürten auch bic Europäer, bic bisher wenig von dem Mikado gehört hatten, welch .ine innere Macht diel en e-errschc. zur Verfügung stanb. Unb Japan l u lv . An.erikantscher Zenient wurde Ins Land gcidiailt. Selbst wenn Iofhihito Irin sapaNischer Kaiser gewesen wäre, so hatte ihn bas 'Volk vergöttert, unb wir hätten ihn auch dann für den mächtigsten Mann des Aeiche» erklären müssen. Der Traum von ber Eroberung tihinas burJ) bic Truppen des Mikado erfüllte flch nicht Hier standen bie Westmächte im W<ge. Das ries die Japaner immer rechtzeitig zur allen Feindseligkeit gegenüber bleien Konkurrenten zu­rück. Furchtbar wirkte auch ber Hieb ber Aus­wanderungssperren seitens ber Vereinig­ten Staaten unb verschiedener Teilgebiete. Ja­pan kochte innerlich. Die Minister vermieden

- steckten mit g.

Lächeln die Hiebe ein. Japan ha i 3 e 111 S>e sahen im Deist Mutsuhllos Werk, trotz ber tausenbsachen Bedrohung war ilapan zur Droh- mad)t geworden Auch her junge Kronprinz- r gent H i r o h i t o, ber in den letzten 3obren tut seinen Vater 3ofhihllo die Aegierung sühne, verstand sich zu meistern. Er lächelte, schwieg

bas Thema ber Einleitung unb schliesst mit bejahendem Dur ab, einem Ausblill auf die günstige Wendung des Schillsals

Do» erste Thema des Andante sostenuto lasst ben herben Sch-llsalsschmerz burchllingen. der Trvftgefang ber Oboe irlrb mit Wendungen des ersten Themas verflochten. Der Mittetfah des Andante kann mehr als eine Improvisation über die thematischen Vestanbtelle angesehen werden, bei ber Wieder lehr des Haupllatzes erscheint dieser verklärt, dem Trost gesang der Oboe eint llch daS Hom. und bic Solovioime schwebt über bem Orchester

Das Thema bc» dritten Satzes (Un po<o AUe- greito t grazioso) ift aus ber Improvisation de» Anbarte entwickelt unb ineiner Fvritetzung burch feine eigene Degenbewegung or»fanisch ge­fügt. Auch das zweite Thema ist durch thych.ni- tche Ttobriifation au- dem erften entstanden und verbindet sich als Vegleitmotiv mit dem Gesang des ersten Thema- in der Klarinette Ein Trio in H-Tur ift voller Anmut unb Steige­rung. ber gante Satz klingt in feiner Figuration ber terzenweile oerbunbenen Holzbläser unb arpegairrenden Streicher unb mit einer Wieder­aufnahme des Triogedankens aus.

Das Finale führt das Sch.Malsrhe-,.a te ner Lösung zu. Eine tniftere Einleitung lässt im Pizzicato der Streicher Schauer vorüberhufchen. ein Aufw'.llen in Zerrillenhrit Da künde: em .Forti" ? jtntt'irbd bte Wendung an. Das Hom über dem gedämpften Tremolo der Strei­cher fich erhebend, wird Träger be» Orlöangi- gebankens. Potaunen verstärken ben wieder er- r.xrchenden Willen, und das Thema des einsetzen­de--. Allegros kündet den Sieg Ein ähnliches C rieben wie in dem Finale ?on Beethovens 2leunlcr lässt dieses Thema fich dem .Freuden- thema" stark annäh em. eine Tallache, die auch von Boa hm» nicht bestritten wurde. Hatte fich Brahms im ersten Satz als Me-.fter ber strengen Durchführung etlriricn so entwickelt er diesen Satz als rin gross angelegtes Rondo in bem die Srunbmotive ber F nalrinleiUmg wiederkehren daS Drohen des Prizicato, ber S^egesgefang des Hor es und ber Triumphchoml der Posaunen gibt dem Piu Allegro machtvolle Verklarung.

Dem gewaltigen Werke war nicht ein fo» roaiger durchgrrifenber Erfolg überall beschie­ßen. Srst allmählich har es fich buvchgc'etzt. fo dass es sogar als ..Zehnte" bezeichnet werden konnte Am treffendsten ist viellei^t bas Ur­teil Klara Schumanns, bie nach der Aufführung im Januar 1877 in Leipzig in ihr Tagebuch schreibt: Die Zymphonie wunderbar gronernq ganz überwältigend. Besonders ber letzte Satz

mit feiner genialen Introbuktion packte mich ganz merkwürdige die Introduktion so düster wahrhaft er'chüttemd. klärt sich dann so nach und nach bis zu bem sonnigen Motiv des letzten Satzes bei bem sich daS Herz imm r sörmllch er­weitert, wie Frühiingslutt nach langen, trüben Tagen erquickt.'

Robert Schumanns Klavierkonzert mit Orchester (op. 54. A-Woll) weist als ältesten Be­standteil ben erften Satz auf. Schon 1839 war er als Phantasie für Klavier unb Orchester ent­standen. Da fich aber bie Verleger weigerten, dieses Allegro affduoso in Berfag zu nehmen, ergänzte Schumann sechs Jahre später dieses Werk durch zwei hinzugcfügre Satze Intermezzo unb Allegro vivace. Die beiden neuen Teile hängen mit bem erften Satz durch motivische Ver­wandtschaft zusammen, unb fo wirb die innere Einheit des Wertes gesichert. Klavierpart unb Orchester finb völlig symphonisch mitr.nanber ver­woben btc ctelegende.r für ben Spteler, als Virtuose zu glänzen, wurde sor- t genommen. Der erste Satz ift. enllprechenb ber Ursprung- lichen ?eze chr.ung ..Phantafie^, freier gestaltet und i (haltet einem langsamen Lost (Andante espre>»ivo) mit tppefd) Schumannscher Kantilcne ein. Auch ;m Imermezp kommt daS Desttng- l.che zur Deltung briorüxre im Eellopart. Das Anfangsmonv bes erften Satze» leitet über vom Intermezzo zum britten Satze, ber dem Haupt rherna emr neue, heitere Seile abgewinnt. unb das Werk zum knriatenbetonten Schrillte führt

Weber- Ob.'ron"-Ouvertüre stellt bie letzte grosse snmphoni'che Leistung bei Meisters dar Durch daS Dunderhom Oberons hauchte er feinen letzten Lebensatem aus" Richard Wagner.) Unb eben dieses Wunderhorn er- crinet in bet Ouvertüre nm feinen drei Tönen ein fcLriame« Märchen reich ber Elsen, bes Ritter­tums unb bet farbenprächtigen Welt des Orierai. Das Defangsrhema voller Poesie steht dem rasch pulsrerenden Hauptchema gegenüber, das n bem Ariemhema:0 Hüon mein Datte' aibfeli. Mit ihrem eigenartigen Mll.eutolorll bedeute: biefe Ouvertüre einen Merkst en in der Deich ich der deutschen Qpemnm'rt ui -

rJotmt? spielt auf" m btt frankfurter Oper

Kurz nach Wiesbaden hat nun auch Fvank- furt bte Iazzoper des in Wiesbaden wirkenden Komponisten Krenek herariSgebracht, und zwar mit fi arten Erfolg, der zunächst der ausgezeich­neten Auff-ähnmg im:er der Leitung des

Leipziger, früheren .^ranfturter Op rnbirek'vrs Brugmann zu danken ist. Kvencks Oper ift eine typische Zetterfchemung die Groteske zeigt bie boniiraetenbe Ct.Ilung der Rigger-^kkus k in ber adendlänbllchen Kunst. Wenn man will: eine Äulhnfattre in niuftkdramatischer Form: bie ttrupello'e Manlsestativn eines Mobem-m, der den Zustand unserer Zivilisation so gut kennt, bass er ihn veripotien kann Stofflich bringt ein neues Element in den Tempel der Kunst ein; bas Publikum will es so. unb Herr Krenek macht ein glänzenttes Dcschätt bab.ri. Denn er hat mit diesem Werk ben GZchmack einer Matte g-?*roffm, btc tatsächlich bem 21 gatt Jonny zujubel'. wenn er allen Völkern ber Jrbe in einem ekstcttffchen .yreubentaumel ausfptett.

Vom mulikalischen Stanbpuillt btängt sich zweierlei aus die Mufik Ktenels, ber zu den begabtesten der jüngsten Schule gehört, ift wenig« atonal als man vriurchte', unb bann erscheint ber Jazz-Rhythmus in formal gebändigter Ge­ste lt. Allo auch dieser Unu-rer ist an bae Gesetz btr Form gebunden, infolge dessen wirkt vieles unlo .. rationelf. an prschcnd und melodiös m einen sagen wir Ichr liberalen ©inne. Die Musik bJ-.jt Frische und Grs in düng, sie ift stellenweise sogar nicht einmal .modern", denn Krenek verschmäh« nicht bie Melodik unb ben Kargcgiiebcrtcn San. und das gibt dann sehr hübsche mitunter ausg.tzri iynet charalteris ei nbe unb i iinmungshakte Partien. Er ist ein guter Musiker und ein noch beferer musikalischer Illustrator

I\r szenische Eindruck tkr kraulen kmohasten Handlung wurde in Franklurt barch di brillan.e Tarftellur.g geh eigen Sh< gestohlene 2 matt, bie 'on.no Rtgrtta) behauptet b« K.mponiv. den Jonny beli ebt: und betrug. bie Sängerin, die sich Jonny nn flüchtigen Rausch erobert, bletscherhotel und Gifenbahrtod unb bic 3aMr Apv.hev'e bat alles roirädt in '»« !<-) E- amen BtUkm an dem Beschauer und Zuy^rer vorüber, blufft und saszimeri te unb güt ein mondäne- Kun Zeitbild. Kapell- nv-V er Rett ft raeter binginc ^rzugttch^ ben Haupiparttc- boten Benno Zteg ler als Irmny. Völker ate Kvmttmist, «fifabet Friedrich als Sängerin, 'crnec Rodert Doet Schridt Lena Bösniller. bie Herren von S cnk ' SchranSarets. Witta- fchc k :uegezeichnete Leistungen; der kompl^terle te±.: ikche 2ll>pcrai wurde von Walter D i nf e ani «ftaur.'.uber Präzt^wn getettri.

Krenek wurde zum Schllch jhtiorf) vor dich Raavve yiuNn L «