Frankreichs Truppen bleiben im Saargebiet
DölkerbundSrates war. Gegen die jetzt geplante gierung Umwandlung der französischen De- Vorvcrt
Der englisch-russische Konflikt
-umroanoiung Der französischen Be- Ja tz un g i n einen Eisenbahnschutz hat sichre deutsche Regierung schon früher grundsätzlich gewandt, da sie nichts weiter alS die bauernde Anwesenheit französischer
wechsel schon zu einer Zeit nieder, ist, al- Deutschland iwch nicht
Truppen im Saargebiet nur unter an Metern Damen bedeute. Die deutsche Re- J wird jetzt versuchen, in diplomatischen Vorverhandlungen ihren Rechtsstandpunkt zu vertreten. damit diesmal in Gens eine endgültige Entscheidung in der Frage getroffen wer- den kann.
London. 25. Jebr. (IDIB. Funkfpruch.) Ein um Mitternacht abgesandtes Telegramm des Son- derbenchterslatter» der „Chifago Tribüne" in Schanghai besagt: Die Sdjantungtruppcn unter dem Befehl des Generals Tschangtsungtschang haben das Hennen nach Schanghai gewonnen. 2000 von ihnen find heule abend mit der Bahn aus Nanking eingcfroffen. Die Truppen wurden sofort nach Sungfiang, 20 Kilometer von Schanghai, gebracht, um Marschall Sunschuangfangs bemorali- flertes Heer, das sich vor den Kantonheeren zurück- ,ieht. )u verstärken. Rach Berichten aus Nanking hat General Tschangtsungtschang endgültig den Befehl über die nördlichen alliierten Streitkräfte übernommen und wird hier mehr als 30 000 Mann innerhalb der allernächsten Tage zusammen haben. Ls ist so gut wie sicher, daß Marschall Sunlschung- sang jetzt tatsächlich ausgeschaltet ist. Die 2ln- kunst des Generals Tschangtsungtschang in Schanghai kennzeichnet seine Absicht, die Stadt zu halten. In Schanghai herrschte gestern abend grotze Spannung. Die Ausländer, die außerhalb der Niederlassungen leben, wurden um 6 Uhr nachmittags durch Boten aufgefordert. sich bereitzuhalten, um sich unverzüglich in die Niederlassungen ,u- rückzlehen zu können. Vorkehrungen für ihre
Erscheint täglich,anbei Sonntage und Feiertage Beilagen:
Metz euer FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholle
Monat», vezugsprelß:
2 Reichsmark und 20 Reichepfennig ftr Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 61, 64 und 112.
Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Lietzen.
Poßschcckkonto: 5ra»ksutt am Mal« liest.
vor den Toren Schanghais
2n (Erwartung der Entscheidungsschlacht.
ihrer Guthaben aus britischen Danken in Höhe von schätzungsweise 2.5 Millionen Pfund Sterling hervor.
Litauisch-polnische AerftändLgung?
De r l i n . 25. Febr. Wie die Morgenblätter aus Riga melden, sollen die durch England vermittelten litauisch-polnischen Geheimver- han'oluogen bereits zu einem Abschluß ge- fuhrt haben. Für die Wilna frage soll eine provisorische Lösung gefunden worden sein. Danach soll Polen theoretisch auf die Souveränität über Wilna verzichten, während Litauen in die Fortdauer der militärischen Dcsetzung Wilnas durch Polen einwillige, solange sich die Der- hältnisse in Rußland nicht entscheidend geändert haben.
Ein Wahlerfolg der Labour Party.
London. 25. Febr. <WTD. Junkspruch.) Die Riederlagc der Konservativen in der Ersatzwahl in Stourbridge (der sechste Ersaywahlcrfolg der Arbeiterpartei) wird in der Presse viel bc- achtet. Das Arbeiterblatt »Daily Hcrald" schreibt: „Man will von Balfour und feinen Freunden nicht mehr viel wissen." Die hochkonservative „Morning Post" führt die Riederlage in der Hauptsache auf die wirtschaftliche Anzu- friedenheit zurück und schreibt: „Das Drei- partciensystem arbeite den Sozialisten in die Hände." — »Daily Mail", die seit langer Zeit für den völligen Abbruch der diploina.ischen De- ziehungen zu Sowjet-Rutzland cintriit, führt den Zuwachs der Sozialisten darauf zurück, daß die konservative Regierung keine Fühlung mit ihrer eigenen Partei und dem britischcm Dolke habe, was in der .verächtlich schwachen" Rote an die Sowjetregierung zum Ausdruck komme.
Englands Stellung zur Abrüstung.
London, 25. Febr. lWTD. Funkspruch., Rach .Westminster Gazette" wird die Antwort der britischen Regierung, auf die Abrüstungsnote des Präsidenten Eoolidgc die Bereitf^ft auszudrücken, in die vorgeschlagenen Erörterungen einzutreten. Sie vertrete jedoch den Stand- punkt, daß kein so starres Verhältnis, w,e das früher in Washington erörterte, für die Kreuzer bestehen dürfe, die Großbritannien verwende. um seine Reichslinie zu schüt- zen. die weit größer seien, als die der anderen Lmrder. Kreuzer, die zur Unterstützung von Schlachtschiffen verwendet würden könnten leichter in ein Derhältnis gebracht werden. — Die liberale Parlamentspartei beschloß, die Ab- rüftimgäfrage im Zusammenhang mit der Rote Eoolidges im Hinterhaus am nächsten Donnerstag aufzuwerfen.
England in Nicaragua.
Reuhvrk. 24. Febr. (XU.) 3n der Ant- Wortnote an die englische Regierung, die der amerikanischen Regierung von der Entsendung ernes englischen Kriegsschiffes nach Ricaragua
L o n d o n, 24. Febr. (Wolfs.) Die Rachricht, daß die Regierung eine Protestnote an die Sowjetregierung abgesandt hat. verursachte in öen Wandelgängen des Unterhauses großes Aussehen und wurde lebhaft erörtert. Raturgemäß bestanden große Meinungsverschiedenheit k" über die Klugheit des unternommenen Schrittes. Die Auffassung der Konservativen schien daraus hinauszugehen, daß die Regierung getan habe, was sic f ch o n l ä n g st hätte tun sollen. Die Ansicht der Opposition fand ihren Ausdruck in der Bemerkung eines hervorragenden Mitgliedes der Arbeiterpartei, daß die Regierung es für ihre Aufgabe zu halten scheine, alle Märkte, die England besitze, f ü r den englischen Handel zu schließen. Zahlreiche konservative Mitglieder Untren der 2ln- ficht. daß die Rote in ihrem Ton nicht stark genug sei. und sprachen die Meinung aus, die Regierung hätte der Sowjetregierung erklären sollen, daß das Handelsabkommen keine Gültigkeit mehr haben werde, wenn die Propaganda nicht sofort ihr Ende finde. Er ver- laute, daß eine derartige Warnung während einiger Zeit von verschiedenen Ministern erwogen worden sei, daß aber im Hinblick auf die Schwie- rigkeit, die direkte Deteiligung der Sowjetregierung an der Propaganda zu beweisen, ein solches Verfahren schließlich nicht als emp- sehlenswert erachtet würde.
3m Unterhaus bezeichnete der Arbeiterführer C l y n e s die britische Rote als bedauerlich. Er sagte, der Zeitpunkt sei dafür nicht geeignet gewesen. Es wäre besser gewesen, wenn der britische Minister mit den russischen Vertretern, die britischen Deschwerden erörtert hätte. Die Politik der Regierung sei zu bedauern vorn Standpunkt des sich bessernden englisch- russischen Handels. Macdonald sagte, die britische Rote gleiche mehr einem Leitartikel. als einem Dokument des Foreign Office. Es handele sich in Wirklichkeit um die Frage, ob dies der erste Schritt zur Regelung der Schwierigkeiten oder zum Abbruch der diplomatischen De Ziehungen sei. Wenn letzteres der Fall sei, so warne er die Regierung und das Land in der feierlichsten Weise, da dies nur zu immer größeren Schwierigkeiten führen werde. Der konservative Ab- geordnete Locker Lampson, der bekanntlich der Führer der Bewegung für den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit der Sowjetregierung ist. erklärte, eine solche Rote fordere nur du neuen Beleidigungen auf. Der Bergarbeiter- juljrer Cook sagte, eS fei tlar. daß die britische Regierung die russische Arbeiterregierung zu vernichten suche.
Dor dem Bruch.
London 25. Febr (WTD. Funkspruch.) Der diplomatische Berichterstatter des ..Daily Telegraph" schreibt, der augenblicklich in London befindliche britische Geschäftsträger in Moskau. Sir Robert H o d g s v n. werde vorläufig auf feinen Poften nicht zurückkehren ehe die Rückwirkungen der britischen Rote nicht in Erscheinung treten. Daß die Sowjet-Regierung mit der Möglichkeit eines diplomatischen Bru- ches rechne, gehe aus der Zurückziehung
der Auflösung zu bewahren. - Sie hat gegen die Stimme des deutschen Mitglicoe«, K o ß m a n n , beschlossen, dem Völkerbund vorzuschlagen, die französische Besatzung -war zurückzuziehcn. an ihre Stelle aber zur .Sicherung deS Durchgangsverkehrs- eine 800 Köpfe starke Polizcimann- fchafl zu fetzen. - die aus Angehörigen der im Saargebiet stationierten Regimenter bestehen soll. Also nach außen hin will man den Eindruck erwecken, als sei die militärische Besatzung aufgehoben worden. 3n Wirklichkeit bleibt jedoch nach Annahme dieses Planes alles beim alten: Frankreich beherrscht nach wie vor militärisch das Saargebiet. Von diesem edlen Plan muß der Präsident Stephens bc- reit-Kenntnis gehabt haben, er hat ihn wohl auch zum Anlaß genommen, um vor aller Welt sestzu- stellen, dah er mit dieser Politik der von Frankreich beherrschten Regierungskommission nichts mehr gemein haben wolle. Darum hat er auch demonstrativ sein Amt nieder gelegt, was seine Gegner allerdings sofort benutzten, um diesen Räumungsplan dem Völkerbund zur Annahme -u empfehlem Wir können uns nicht denken, daß Genf sich mit ihm einverstanden erklären sollte. Vielleicht ist aber dieser Plan von uns aus zu begrüben, weil er unseren Völkcrbundsdelegier- ten jetzt einen guten Anlaß gibt, darüber eine Debatte zu eröffnen, welche wahren Absichten und Ziele Frankreich verlolgt, Ziele, die jeder vertraglichen Abmachung Hohn sprechem Der Vorschlag öerSaorregierung.
Dens. 24. Febr. (WB.) Der Generalsekretär deS Völkerbundes hat dem Döllerbundsrat den Bericht der R c g i e r u n g s ko m m i s - sivn deS Saargebietes vom 18. Februar 1927 über die Fragen der Sicherheit des Transportes auf den saarländischen Eisenbahnen übermittelt. Der Bericht schlägt vor.
1. Beibehaltung der gegenwärtigen Eisenbahn ko m m i f f i o n. die in engem Zusammenarbeiten mit den Militärbehörden des besetzten Gebiet- die ihr bisher zufallenden Aufgaben durchführt. Die Kommission wird in der bisherigen Stärke beibehalten und nicht über hundert Personen zählen.
2. Anwesenheit von Schuhtruppen im Saargebiet für die Eisenbahn. 3hre Zusammensetzung könne international fein. Die Regicrungökonnnisfion werde sich für deren ZurverfügungssteUung mit den Besatzungsmächten dcS Rheinlandes in Verbindung setzen. Diese Streitkräfte werden organisiert mit dem einzigen . Zwecke, den Transit und die Transporte auf den saarländischen Eisen» bahnen zu sichern. Sie werden sich jedoch nicht einmischen in die Aufrechterhaltung der Ordnung und auch nicht zum Schutz von Personen und Gütern herangczogcn, sofern dies nicht notwendig ist. Die Truppen werden ein besonderes Abzeichen tragen. 3hr Bestand wird bis zu 800 Mann gehen.
3. Die Rheinlandkommission soll zur Verfügung der Rcgicrungskommission sichen, sofern diese cs als notwendig crachtct. ihre 3ntervention anzurufen, um den Schutz des saarländischen Bahnnctzes zu sichern. Von diesem Moment wird die Eifenbahnkommission, deren Tätigkeitsgebiet auf den Schutz des Dahn-, Lelo graphen- und Tclephonvcrkehrs beschränkt ist, auch den Schutz des Bahnhofs Saarbrücken und der Bahnlinie Saarbrücken- Reunkirchen Mainz übernehmen. Gs werden hierzu zwei Bataillone zur Verfügung gestellt, das eine in Vorbach, daS andere in Saargemünd. die mit Automobilen ausgerüstet werden, damit sie unverzüglich zu den Orten gebracht werden können, die beschützt werden müssen.
Die Rcgierungslvmmifiion glaubt mit diesen Vorschlägen die Rotwendigkeiten der Transit- und Transportfreiheit au) dem saarländischen Eisenbahnnetz, die unter allen Umständen zu sichern chr der Völkerbundsrat zur Pflicht macht, in Einklang gebracht zu haben mit ihrein Wunsch, die Lasten der Bevölkerung aus ein M i n d e st m a ß h e r a b z u s e tz c n. Die im Saargebiet stehenden Schuhtruppen sollen kaserniert werden, so daß keine Einquartierungs- schwierigkeiten entstehen. Rach 3nkraktsehung der vorgeschlagenen Organisation besticht fein H i n- derungsgrund mehr, daß die französische Regierung zu dem Abtransport der Garnisontruppen schreiten kann, den sie am 18. März 1926 angekündigt hat und der cs ermöglichen würde, eine größere Anzahl von Kasernen und anderer Lolale zur Verfügung der Bevölkerung zu stellen.
Dieser Bericht, der die Tlnterschritt des Korn- rnillionspräsidenten Stephens trägt, ist von der Regicrungskommisfion mit vier Stimmen angenommen worden. Ein Mitglied der Kommission hat nicht für die Annahme des Berichts gestimmt, weil cs ihn nicht in allen Punkten annchmcn konnte.
DieStellungder Reichsregierung
Berlin. 24. Febr. (WTD.) Zu der Lieberreichung des Berichts bemerkt die .Tägliche Rundschau", daß die R e i ch s r c g i c r u n g in dieser Frage den gleichen Standpunkt ein- nehmen werde, der in dem umfangreichen Roten-
Unfcrbringung sind getroffen worden. E» haben umfafienbe Verhaftungen von Agitatoren flaltgefnnden, während vanzcrwagcn außerhalb der Riederlassungen aus den Straßen hin und her fuhren, um Kundgebungen zu verhindern. Ein Zusammenstoß mit zurückgehenden Truppen sand bei der Südbahnsfotion, eine halbe Meile südlich der Eingeborenensladt statt. Line Schlacht um Schanghai wird unmittelbar erwartet angesichts der Tatsache, daß die geschlagenen Truppen Sun- tschuansangs und die Truppen Tschangisungtfä)angv nahe bei Schanghai zusaminenqeschoöen sind und angesichts des dauernden Vorrückens der Kanton- nefen auf Schanghai die Besetzung der militärischen Verteidigungslinie um dle internationale Rieder- lafiung und um die französische Konzession durch britische und möglicherweise auch andere Truppen wird kaum länger hinausgezögert werden. General Lipatfchang, der verteidigungskommifsar in Schanghai, hat eine Proklamation veröffentlicht, die seine Befehle zur Hinrichtung von Personen, die beim halten von Reden, Verteilung von Flugblättern und im Besitze aufreizender Schriften betroffen werden oder Personen verdächtigen Charakters a u f he b t. Lr ersucht die Arbeiter, ihre Tättg- feit wieder aufzunehmen.
Mitteilung gemacht hatte, wird crllaii, daß Amerikas Macht völlig ausreichend sei zum Schutze deS fremden Eigentums in Ricaragua. DaS Staatsdepartement nimmt lediglich Kenntnis von der Entsendung des englischen DchifseS „Eolombo". 3n amtlichen Kreisen wird jedoch nachdrücklich unterstrichen, baß Mnerika unter Berufung auf die Monrve-Doclrm a l - lerschärfftens gegen englische Marine la ndungen protestieren würde, da die amerikanischen Truppen in Stärke von 7000 Mann in Ricaragua durchaus genügten. Amerikas Haltung würde von der im 3ahrc 1913 in Veracruz eingenommenen nicht abweichen.
Frankreichs englische Schuld.
Poincarö über die Abschlagszahlungen.
Paris. 24. Febr. (WB ) 3n der Kammer stellte der demokratisch-republikanische Abgeordnete Louis DuboiS an den Finanzimnister die Frage, welche Tragweite daS Abkommen mit der britischen Regierung, das Frankreich verpflichte, acht Mlllionen Pfund, also den Betrag der ersten 3ahreszahlungen dcS vom Parlament noch nicht ratifizierten Lall- laux-Ablommeits zu zahlen, in bezug auf die französische Kriegsschuld habe. Gr persönlich Halle dieses Abkominen für unannehmbar. Die Engländer hätten einen ungerechtfertigten G>- winn bei den Lieferungen während des Kriege- an Frankreich erzielt. Er frage, welche gebiete- rischen Gründe die Regierung veranlaßt hätten, vorzeitige ZahlungSangebotc sowohl an England, wie auch an Amerika zu machen. Die amerikanische Regierung dürfe nicht denken, daß Frankreich die Schuld anerkenne, wie sie in dem Mellon Berenger-Abkommen festgesetzt sei. 62 3ahre lang drohe Frankreich eine finanzielle Sklaverei. Man sage, daß Deutschland auf Grund des DaweSplanes mehr an Frankreich zahle, als die französischen Schulden betrügen. DieS sei aber keineswegs sicher. 3m übrigen müßten die deutschen Zahlungen r?fUoS für die KriegSschäden verwendet werden
Ministerpräsident P o i n c a r € verlas h erauf eine längere Erklärung, in der es h cß: Er habe ausdrücklich Vorbehalte gemacht, daß in keine Weise das provisorische Abkommen eine Ratifizierung präjudizieren könne. Man leiste lediglich infolge der Disponibilität, übet hie man verfüge. Vorschußzahlungen ohne dadurch die Höhe der Schuld und die Zahlung." Modalitäten anzucrkennen. Die französische Regierung habe geglaubt, daß es nicht länger würdig sei, sich mit verbundenen Augen a u f bas Wohlwollen ihrer Gäubigcr zu verlassen. Sie habe eine positive Dcrslän- b-.gung vorgeschlagen, da daS Schatzamt über genügend Pfund Sterling verfüge. Frankreich habe ein 3ntereffe daran, weitere Qlbfd)Iaqj- Zahlungen zu leisten. Es habe dank des Dawcs- planes über die notwendigen Devisen verfügen tonnen. Niemand wisse, wie Frankrelch im nächsten 3ahrc ober in 60 Fahren transferieren tonne. AIS man den amerikanischen Generalagenten für die Reparationszahlungen gefragt habe, was Deutschland im 3ahre 1929 transferieren könne, habe er geantwortet, niemand könne daS wissen. Der sozialistische Abgeordnete Vincent Auriol erklärte, er werde eine Entschließung einbringen, durch die bte Reg.erung aufgefordert Werde, sobald als möglich den: Parlament die Schuldenregelungsabkommen und alle Dokumente zu den Verhandlungen über diesen Gegenstand zu unterbreiten. Poincare wandte nch gegen diese Aeußerung und erklärte, die Reglerung werde vor dem Ausschuß die betreffenden Dokumente unterbreiten, fie könne aber nicht zulassen, daß die Frage der Cchulden- regclung aufs neue aufgerollt werde Die Regierung werde die Vertrauensfrage stellen gegen kne Diskussion dieser Entschließung.
Die Tangerdebatte.
Frankreich lehnt die spanischen Forderungen ab.
P aris, 24. Febr. (TL1.) 3n der französischen Antwort auf bai spanische Tangermemorandum, bas heute der spanischen Delegation überreicht worden ist, wird erklärt, daß die französische Regierung keinerlei Dernu n f t g rü n de fände, die für eine Aenderung der Vertrag-sowohl von Algeciras als auch von Tanger 3m übrigen sei das Tangerstatut von 192s auch von England unterzeichnet worden, so daß eine grundsätzliche 2lentenmg nur durcy eine allgemeine internationale Konferenz erfolgen könne, die ein* obereren aber zur Zett keinerlei Grund vvrliege. Die französische Regierung könne daher einer völligen Aenderung des Tangersta lutes nicht zustimmen, soweit sie sich, sei es auf die heutige Tangerzone oder auf einen Teil von t bas Hinterland der Stadt ober
auf den Hasen von Tanger bezögen. Trotzdem iei bie französische Regierung zu allen notwen- mgen Zugeständnissen bereit, soweit sieimRah-
Tantzerstatuts durchführbar seien. — Da bie französische Rote dem spanischen Ministerrat nach Madrid zur Beratung übermittelt xr toltö in den spanisch-französischen Verhandlungen eine Unterbrechung von einigen Tagen eintreten.
Don der französisch-belgisch-tschechischen Mehrheit in der ReglernnaSkommissioN deS Saarge- bietcS ist ein neuer Plan auSgeheckt worden, um die französischen Garnisonen an der Saar vor
Nk. 47 Erstes 177. Jahrgang Srettag, 25. Zebruar 1927
GietzenerAnzeigerW
w Dr. Friede. Wilh. Lange.
General-Anzeiger für Oberheffen MZZ
Dlumschkin; für den An.
OnfuniPerlofl: vrühl ,ch« U^rMU.V.ch, BWt Stetnöruderel B. lang« In 4le»en. Sdjriftklhing und S-schäftE: MWy 7.


