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Nr. 275 Drittes Statt

Stetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhejsen)

Donnerstag, 24. November 1927

Evangelischer LandeSkirchentag.

(Ton tndfTft ®ar«Mb«t TebetiieiM

tumhOt. ö.T»pemberl827.

frttiboii D. Dr. Freiherr Hstzl |* er» In« - bi« « «n 940 ^Lach Nm «c» |nuaeba«bc:. M* Ohme D Malier «c-r.» wurste der neu 1» den Laodeslirche» ag euUtatcnbe 'Xbgtotbr.tx JLnti- gertchtsdtrettor Schmäht. »«dbigt.

Luf ter ragesoedRung Hand oll erlitt Ounft hi< IbinorreM der tireftpragmotit ßß (torMtbang

N« l*"Melre fut bet Pierre*!).

Prton Guhmaan. Klrchderg-LoUar ertotteie hm gUto1*uftb.rlj,: -»nach <mp,ietztt der Aaslchuh die Adänsteeung des ß 8 stet Stnxft- przgma.ik m den, Montau' der Vorlage an»u* nehmen Wei.er umerltettete der T ebner der Tettammluna «Ine A«i^e von Msnjchen. die tin Auelchuh flfluhrr. joibe.x waren Diese Wüniche Web in mehreren Prämien lonnuluii 3n*btfon- dere soll tu Takt ung des Kandtdaim durch den tMarrrr ir. zn-isbrüderttche» Meise erfolgen: die innere Frecheil und 6 thoidelung bei Äanbtbotn sott nicht aagetaüet werden. Aomeniltch finb die 2- ergangen. dir Abg D. Schmidt, ®Ub*n eitet, In einet chn.fchiiebung n edergelcgt holte, ne* Ansschuh beriirf(L»agt morden

Ldch Bro» D. Schmidt,irften. machte darauf aufmerftam. dov fUH eiaea g<4>ldn;cn etnjatrtuen Kur ei beim Lehrvilariat nun eine kürzere Ausbibungsztit Heien soll Gegenwätttg Mw« das Studium der Theologie an allen Hakuliar« i zu. auch b G ehen und zwar wegen des Platte rmangels Der Aednet sprach sich gegen eine zu lange Ausdehnung der pädagogi- schen 2Tiab: ubmrn zur Ausbi.dung der Psatr- anitslandiduten aus. dum Schluffe lein, r Aus­führungen zog ter Redner feinen Antrag »urüd.

Geh. Oberfonhftorialrat D. Dr. FlÜtin p legte nochmal» den Standpunkt der Kirchenregierung zur Hbonö/rumi der Tnltpragmotit dar: statt be» luebruite .Aufsicht" fallBeratung" in den Text eingefugt werden Rach weiterer «»»spräche wurde die Diskussion geichlossen, die Abstimmung soll |» Ur uorgrnommrn werden

Die Versammlung trat hierauf in bte Beratung eine» Gesetzentwurses über die

Errichtung einer pjarrtüch ter koste

eb. vieler Gesetzentwurs besteht au» 7 Artikeln Die »ichtigsten Bestimmungen lauten. Zur Unter Nutzung binterblkbrntr Tochter von Geistlichen brr Vanbe»lird.f wird eine PfarrtSchterkaffe errichtet Die Einnahmen der Raste bestehen 1. au» regel mShigen Beitrügen 'amtlicher definitiv ongefteUUr Geistlichen der l'unbrtrirrfir, 2. einem von der Kirchen regitrung im Kähmen de« voranfchlap» jr weih festzufetzenden Truro« der ^'ande»kieche. der mmMUn» die Ot^amthibe der von den Geistlichen bezahlten Beitrüge erreichen |od; 3. brlonberrn Zu- rombungen. 4 den Ertragen eine» anzulammelnbeu Permsgen». Diefe «aste übernimmt die Prülal- KdhIer'Schniiii Nubicht Dalz-Hstilung. deren Auf. gaben sie erfüllt und deren Vermögen fie verwaltet. Such die unter der B-teichnuna vfarrwitwenkorn der Landeskirche zuf^?senden Einnahmen können nach Veschluft der / henregierung dieser Raste zugewenbet werden Jlj#,r^tarn>«ihur.fl brr Roste lire.t tn den chünben eine» ^.a»ichuste, Hu» der Kaste «rhalten bi» Hinterbliebenen Töchter von Geiftlichcn der Landeskitchr die rin gewisses Mmdefteinkommen n,cht haben eine gleichmüstige ralenweif« auszu- zahlend« Beihilfe.

Oberstrchenial Dag ne r begründete als Vertreter der Krrchrnveaierung die Vorlage, die au! eine Anregung des verstorbenen O\h OberfpnlUt rtalraiel D. Dr. Ternbed zutüd- geht Abg Dekan Gust mann erfiatteie den Aus'chustdericht. er begrüstle die Gn'indung bet Pfornöchterkalte all einm kvzialen ^jrribiiti Abg Best Finanzrat Stroh gab zu der Tor- tage finanzielle Erläuterungen Adg. Pfarrer D. Dali e r-Dvrms bat auch die in Aot ge­ratenen Psarrcrslöhne zu berücksichtigen Ober' strchenro! Dagner bemerkte dazu, doh dem der Mvrtiaui he» ^enmttrurlel mtgegrnUtbe: für solche Salle habe bte Kirchenkasse einen fre- lonheren Honda 3n der weiteren Ausl brache

wurde rrtUrt dah der gerrnge Beitrag zu Mer Kaste gleich vom GechaU dboeyarn werden tolle man setz« das 'i.ll'chr^.inende Elnverständnts der Pfarrer damit voraus itr Tartage wurde dann In der So Jung des Aus chustontvagas ein- ßimmig angenommen.

Zur Teratuna stand nunmehr derntrurt zu nnrm neuen Kitcheng.stetz betr die

sttnlerbl^de... nverforguna der Geistlichen bet evangeUfchen Ceebrwir* in steifen

Dieter Entwurf bestimmt den Kreil der Ter- forgungsberechtig en den Beginn und dal Ende der Berechtigung u;ib die An der Tetforgung Dem Entwurf ist nnr T.grtnbung bei gegeben in der u a erklär! wird Es war nvewenNg geworden dos allmählich in die tvddxebcnWm . cht wieder tn ein r »he.t'.iches Gesetz zulammenzufasten. 2ta einer kirchlichen Semderr a Ung glaubte man .nach den gemachten guten Erfahrungen fest halten zu folleit Gewih lühl sich auch sür den staatlichen Grundsatz manches anfühern. der das Ditwrn- geid und da» di.riach zu berechnende Dalsen' gelb ausschllestlich nach der geleisteten Dienstzeit des Beamten berechn.l. Di kirchlich A g.lunfl hat ober den Tonra. daß bereit» die junge Diiwe eine so ausreichend' Di'wenpenfion er­hält. dost fie «ich voll der Erziehung ihrer Kinder widmen kann und nicht einem Beruf nachzugchen braucht Unterstützt wird bei bet kirchlich» !, Argeiunq die Kindererz ehuna weiter durch da» länger gewährte Dolle,laeib «11 Jahne statt 18 Joftre). Dabei ist daraus hinzuweifen. dost nach der staatlichen Tcjeiung eine Hinter- Mi ebenen - Terf orgung tvon gewisten Ausnahmen abgelehrn» überhaupt erst nach zehnführlger Dienstzeit der Beamten g.-wädrt wird, wahr nb die kirchliche Berforgung bereits mit brni Aus­tritt des Amtes bzw. mit dem Ablauf des fünften Anwänerdienstjahres g-g den ist

vberkirchenral D. Buchter begründete im Flamen der Rirchenregierung die Vorlage. Ada. Ged. Sinanzrat Stroh besprach einige linanuelk CmzeiHellen dr» Entwürfe», der ein (ovaler jSorl- Idjntt fei Trog der schwierigen Finanzlage sei die Vorlage sertiogestellt worden, die einen finanrieUen Mehraufwand von hOOOO Mk. ersordere. Dekan Saubt trat für ftärtere Berücksichtigung der äUe- rtn Psarrwitwen ein. Ibg. Mauser Darmstadt brachte einen Antrag ein, der eine -leihe von Gin- Öiwunichen bei Bemessung de» Dikwengelde» ent-

Ät

Um 11 Uhr trat eine Pause ein. -lach Wieder aufnohme der Verhandlungen verlas der vräsi- b e n t nachstehende

DnterpeOalien an die Rirchenregierung

Durch weite Kreise der eDangelifdien Bevölkerung geht ein Gefühl schwerer Beunruhigung über die finanzielle Lag« der Landeskirche, die sich auewirkt in dem fortgesetzt austerordenl- lich hohen Ausschlag der Rtrchen- steuern. Auch di« Glieder der Kirche, die ein namhafte» Opfer für die kirchlichen Belange nicht icheuen. sehen an vielen Orten mit grobem Be dauern, wie infolge der hohen Lande»kirthenst«uer die Ort»fir(benfteuer, die für die Aufrechterhaltung dcv Eoitcsdiensles, für die Erhaltung und pflegliche Behandlung der Kirchen und Pfarrhäuser, für fo. ziale Betätigung ber evanaelsichen Gemeinde u.a. m. ersorderlichen Betrüge nicht mehr erbringen kann und die Gemeinden sich zum Teil fori(je|»ht mit schulden belasten müssen. E» wird habe, mit Be frembenbeodachtet. dast in anderen benachbarten Gebieten die Xiug. der t.'ande»kirchen weilau» besser ist. da dort die Verpflichtungen d r Staa­te» gegenüber der Kirche längst in einer be­friedigenden Weise festgestellt sind und erfüllt werden

Bei der tiefen Beunruhigung der »vangel,schen Bevölkerung wird oft in stürmischer Weise die nragi aufgeworfen, ob denn die die aufoerorbentlid)» Hohe der Kirchensteuer bedingenden Umstände noch immer nicht xu beseitigen feien, warum die Kirchenregie rung in der A u Ie t n a n d e r s e tz« n a mit der Staatsbehörde noch nicht zum Schlust gekoin ii,en sei, welche Hindernisse einer endlichen Erledi­gung dieser da» kirchlirhe lieben schwer schädigenden Angelegenheit noch immer im Wege- stehen

Bon dieser bedrohlichen Lage der Dinge der Rirchenregierung Kenntnis zu geben, fühlen mir uns verpflichtet und erlauben uns daher die Anfrage

ßu Hefen 3fr He Kirchenretzierung In der Lage und bereit, ubn Mr Lage der Divge Auskunft Zu geben''

Prälat D. Dr vtetzl erhärte dazu, dast Mc Kirchen regte rung morgen bte Inter peüanon brant- »orten werde

Abg Bürgermeister Krapp- Sickenhofen ts- gründete die Jntet»eUation und betonte dabei u. a Die Steuern rbemen nicht mehr erhöh« werden, die Ausgaben nehmen immer mehr zu der Staat must einen gröberen Zufchust leisten Aba 3rbeitertefrrt4t Lauser etfUrte her Delli'che Staat stabe nicht wie die anderen deul- fchen V-mbrr dem geschwundenen Geldwert en!» 'pr.chend der Landeskirche einen erstöstlen Zu- schuf' übertpieiert Die Landesdrll-enst.-uer In Dessen fet die stichst, in ganz Deutschland, Schuld daran srt der >>stllche Slaa:. der seinen fiaan- xlefien Terp lut: an gen nicht nachtomme. Der Aedner erhob, unter dem Beifall der Terlamm- lung. ledhast Einspruch gegen das bitter vom Staat geübte Berhalten Präsident D Dr. Jrei» berr von Hehl xu -errussteirn bemerkte dazu, die Tertammlung sei auf Ne Antwort der Klrchenregierung gespannt.

DM Beratung des Ge'e^nUvurtes übet

bk Versorgung der Hinterbliebenen der Geifkllchen wurde dann wieder ausgenommen Adg Slu- Menrat Dr. Avemarie- Darmstadt möchte, dast Me längeren Ditwen nicht schoch'er geftellt werden als Ne älteren. Dk frühere Art der Tertorguna. wonach alle Ditwen gleich viel erstatten hälfen, wäre beifei gewesen Abg Slarrcr I). Da11er » Darms will statt der stimmten Lochien der Tortage Bro^ntzadien Abg. Stau Dr Lambert - Aleder-Ingeiheim sprach für die Torlage der Kirchenregterung^ eine jüngevr Ditwe könne iich auch noch nach Erwerbs möglichketten umiehen Adg Dekan L e h n - Offenbach trat ebenfalls für die Tortage der KirchenvegiTrung ein. Abg Archivrat t». Herrmann- Darmstadt forderte die gleiche finanzielle TestanNuna aller Ditwen. Die staat­lichen Beamten sähen in der bisherigen Ditwen- vertoraung der Lan^-eskirch? einen grossen Tor- zug Abg Frau Heräus stimmte den Aus- 'ubrungen des BortednerS zu Abg. artet D. Daltz - Darmstadt sprach 'ich gegen Ne Gleich­stellung aus: der Grundsatz bei der Tedormma müsse fein: nicht festem das Gleiche. Itmbenw jedem stas Seine Abg. Lauser- Darmstads trat für Ne Gleichstellung der Dttwen ein.

Die TcrtxinNungen über diesen Beratunas- ae gen st and wurk-en iodann abgebrochen und Mr Abstimmung über Die Abänderung der Dien st Pragmatik vorgenommen. Geh Kvnfistorialrat D. FlSring stellte iwchmals den Standpunkt der Kirchenr.-aierung gegenüber den Vänderungen und den Anträaen zu DMer Totlage sest Der Terichl ces Ausschus­ses wurste dann mit den vorgeschlagenm for­mellen Ab.mderu.ngen angenommen.

Um 1 Ubr wurden Me Terstmidttingen auf heute nachmittag vertagt

Ilachmittagssihung

Der Landeskirchentag trat heute nachmittag um 4' t Uhr wieder ,uknmnen. Aach Eröffnung der Sitzung wurden als stellvertretende Mitglie­der des Landeskivchentages Hrau Pfr. G u h v t Ditwe- cheppenhei m und Dekan Ä e i ch e r t» Lengfeld t. O. vereidigt.

Die Beratungen über die Berforgung der Hinterbliebenen ber Geistlichen wurde fortgesetzt Aach längerer Aussprache wurde über di« fünf ersten Paragraphen des Ge­setzentwurfes adg,stimmt und birte angenommen. Der entscheidende 8 fand mit 2d gegen 25 Stimmen Zustimmung: er enthalt die Bestimmungen über bas Ditwengeld. das bei einem Dienstaiter des verstorbeneii Geistllchen ins 20 Jahren 2000 Ml bis zu 40 Zahven 2500 Mk.. über 40 Jahre 3000 Mk. beträgt Es erhöht sich alle t Jahre um 100 IRt. und zwar be. einem Ditwengeld von 2000 Mk. bis zu 2300 Mk von 2500 Mk. bis zu 2700 Mk.. von 3000 Mk. bU zu 3100 Mk. Ditwer. die bitter ein höheres TDitttKnödb erhalten haben begehen es weiter, bis erhöhte Satze in Xraft treten.

Mit der Annahme des 8 5 ist ein Antrag Läufer, iunsere und ältere Ditwen gleich­zustellen avgeühnt worden 3n den weiteren

Bertzaudlungrn wursten dann Ne übrigen Gara- graphen bei Gesetzes t* erster vrtimg angenom­men^

<*egtn - Uhr »eg fi* bte Tertawunlwg m geheimen Tera,ungen zurück Auch etwa einer halben S künde gab bet Dorfttzendc Ne Lages- ordnuna der morgigen Sitzung bekannt, bk als »ichngstrn Punk« die Dahl des Ttzeprü- f ibente* der K i r ch « n r « g ie r « n g eul- hält

preuhcn.

Ärcii stLctzlar.

Metzlar. 23. Aov Der Bezirksausschuß zu Koblenz bat den Beginn brr Schonzeit für Btrk-, Bafel - und Rdlantn- kennen auf den 18. Januar 1928 festgrtetzt. so datz der 17. Januar !®28 der letzt- Trägst- tag ist.

A Wißmar. 23. Sou Jn der |ungH<n G e - meinberaksNtzung sand eine <-ngehende Aus'prachc über die T e r g n ü g un q s st e ue r- Veranlagung ber Lanzlustbarkeiten «legentlich der kl.-esährgen Kirmes statt. Die etruerflrile bat sich bei der Festsetzung der Steuer an die auf Ne Aeichsvatsbestttmnirng.ii beruhende TetflnügungifteuetTrbnung ter G.meinde gehal­ten. dabei muh es sein Bewenden haben Dio OrtNvuernldjaft D ^vwr bat im fiiüfnabr b die Errichtung e nes schlichten Ehrenmals für die auf dem Selbe der ckhre ge­fallenen Türgerber OtmeinN In An- rcaunq gebrächt Der Torsitzende gab letzt Äeimt- nis von den TerbanMunoen. Der Genu in berat war sich darüber fiar, daß die Anregung nur ver­wirk >cht werden kann. Wenn fie van ber gesamter. TcvNfmina getragen wirst und die M tici durch freiwillltze Spe'.den aufg.bracht ttxvben. junächft soll sich deshalb der Tolksblidun^s.iusschuh. dem alle Terrine ang?b6ren, mit der Sache beschäf­tigen Der Gemeinderat legt Dert daraus, bei der Terhandlung Im Tk-lkslnldungzaus'chust zu- gezogen zu werden. Durch Me dritte Terorst- nung über MeLockerungderDohnungs- zwanaewirtf cha f 1 galten Me Gerne unter 4000 i!niw<chnern nicht mehr als der Doh- nunsszw^ngswirtichast unterstellt, wenn nicht b:e Aufsichtöl'«Hörste eine graeille lige Atwe^nunp erläßt Der Torsitzende hat diese Anordnung beantragt, ber Gemeinde rat stimmte d esem An­trag zu - Hrau Aouptlebrcr ® örnert hat sich bereit erllärt d i e Terwaltung des Sanitätsschrankes zu übernehmen Der Ofmeinberat nahm das Anerbirten dankbar an Der Inhalt bei» Schrankes soll wieder aufgr- krischt werden, damit er der Bevölkerung bei llngluckslüilen und Krankheiten nutzbar gemacht werden kann. Auch soll eine Tragbahre bekchaktt ux-rben. Die Ta b e a c l e fl e n b e 11 an der Labn soll im nächsten Jabtc besser auMeliaut werben. Erstrebt wird ein öfterer Ladeplatz nestst Umflet beraum Degen Genehmi­gung der Autoltnie TMÜm arle­be n wirb ber Torsitzende beauftragt, durch eine pertönliche Rücksprache bei der Aeg eruna in Koblenz auf eine baldige Genehmigung der Linie hinzuwirten. - Die Gemeinbesagb wirst zum 1. April 1928 frei Die AeuVerpachtung soll am 14. Ganuar nächsten Jahves unter Auf­rechterhaltung der best-st. n.'>- Tejlrffeintcilima erfolgen Die näheren BeNngungeii tmitien von dem Gemeinde rat festgesetzt. Die Gemeinde- obstbaumanpflanzungen sollen entspre­chend dem öutadp'cn der KreisoMrtmulehrr^ in Ordnung gebracht ©erben.

~ Salzböden. 23. Aov 3n den jüngsten Gemeinderalssi Hungen ist brtchiollen worden, den von der Forftbehörde im Gern einbe­wald ausgewiesenen Sieindruch zu ver­pachten. Für die Ergänzung der Dander- b ü ch e r e i wurden 25 TU. bewilligt. Die Holz- hauerlöbne Wurden wie folgt festgesetzt Stammholz pro 8etmeUr 3 M. Derbholz pro Raummeter 3 TU . Reifer pro Am. »3 Gs Stan­gen 1. Klaffe 30 Pf. Stanaen 2. Klaffe 20 Gf. Stangen 3. Klaffe 10 Pf. Stangen 4 Klaffe für 100 Stück 4,50 Mk.. Dch'lerlohn pro Festmeter 1,50 Mk.. entästen aller Tuchen und Eichen pro Stück 1.20 TU Rücker lohn für Stämme pro Fest­meter 1 Mk. Dazu treten 3 Prvz. als Vergütung für den Ho!zhauermrtster

Kameraden.

Kornan eon ftelix ViaefchIin.

Corrrtfhi by dort Duncker, Terhn W 62.

II. gortfetzung. Kochdruck verboten.

19.

Georg fächelt« ..Ich kann iiidyt amicbmen, daß die Betechttg.üig deiner ütifteng in der Bmtumm. lung deine» 3nttiBc3 liegt S» mag angenehm fdn, einen Grund zu Haden, um mit Gott zu Hadem, aber mon wirst daraus doch nicht den Sinn de» Leden» machen. Senn man Nie tut I® wird man jich auf einen ganz bestimm»«, Vorwurf gefaßt nuichen müssen.'

.Huf um» für einen Vorwurf?"

.«ui den Lorw.-r» du feist wohl froh seweyen. freien Grund au erstatten, um mit i*Nt mit einem Anschein von Recht haNrn yi können."

. Weiht du. dost du scharf bist. Okorg. Und wetfü du. dast r» ft4) von nun an um einen Kampf handelt. innldKn Nr und mir? Sr änderte den Ion nst fuhr tn fast geschäftlicher Art fort: ..Qtoutii du stark genug zu jein, tun alle» ut hcrer, du. mit Ninrm Glauben an Nt hamtrobfdwt?e

Georg nid*.

.Patz auf. tll» ich aiu dem Lazarett entlassen wurste, mubte ich mich mit zwei Dingen abfinsten. All einem, wo» mich al» Ntnich btira'. mit etwa» anderem, uw» mich al» Deutschen betrat Zum ersten Man wich mir au», man ging mir au» dem Ä><ae man wollte nichts mehr von mir wisien, man Lb mich mit Abscheu ui.b iknt'even. Da» war die Ka- nxrabfdwift Zum andern: Be.egt. arünbiid) N'tegi. veronn: rcdflaot. auf ein halbes Jkbrbunbert hin- aus. men nahm uns Kolonien, Land. Kohle Schiffe. (Sold und (üp(b. iks war eine «Hand«, ein veu:icher zu fein. <>at sich was mit der Kameradfchajt m einem ialch.n Zustande, vielleicht wirst du *aper., in diesem Zolle (ogiir: der Frieden sei eine Lache her anderen und e» hänge von uns ab. was w r damit modjien d.-r Un'tnn strafe sich fnher oster fpeter seiber, es gebe eine WeltgerechngNit. Drum will ich gleich 3« dem üdergrhen, was von uns getan wor

ben ist 3dj will dir sagen, was wir mit dem Frisdkn (jemadM haben. Ls wird Nch mehr inter- ei fieren. Du, mit deinem Volk von Kameraden! Tu kannst ja zwar noch einmal jagen, warum ich nicht orrangegangen ein veifpsel gegeben gelebt hoste noch dem welobm». Du wirst mir immerhin die Untschutdigung lubdligen, das, Ich nicht gerade der pasier.de Mann gcwejen Nn. um ooranzugehen, axnn ich auch der. heften Willen gehabt hätte. Mein flntlle ist feine begeisternde ftabne*

dr schaute Georg höhnisch an.

Aber die Snstern, die heil und gejunb au» dem Kriege gekommen sind, und i«ne andern die nie eine Granate gehört, noch irgend ein Tulner gerochen haben, wo» haben die getan? Weiter ging», wie es im Kriege gegangen war. während wir im Felde im Dreck lagen. Weiter ging», noch toller ab vorher, mit Eigennutz und erraffen. Ric ift in Deutschland der Spruch.Äester ift sich selbst der Äädjfle". mäch­tiger graxxn. Wenn man sich nicht wehrt« kam Trum zu kurz. 6o wehrte man iich denn und freute sich be» Leben». Man tanzt« werter. Man bitt« eine Keoolutton. aber keine neuen Männer. Man hatte finen Frieden aber nicht hie ffrfennmi», war dieser oneben eigentlich bedeute. Man 'chloh gan; einfach die Bugen zu und tanzte und «chob alle» auf Ne jbinbe. eine neue Ltgenschaft der Deutschen. Wenn einer bäte, warum soll ich noch arbcittn. der steinst- buitb nimmt doch alle», jo ift da; begrei'lich und nicht ohne Beredirigung, wo aber lag Oie vcrechti- gun^ auch noch dem Rebenmen che:. alle» zu neh­men. wenn er dumm genug war?"

,.L» war em Taumel, man laumdw mit Die Kameraden, die waren tot. Mm lief noch einen Winter In £«Hbaienröden und Saidatenmäntelli her­um. Die bu noch jetzt, aber da» war kein Schüpen- grobengeiit mehr. Äe Kot nur groh. und auf der Tot iayn die (freier und mästeten * Weil man da» Kr.egrn gewähnt war. schlug man sich noch eine Seile ietoer tot in chawburg Bremen, hier. 3n Münchtn, don kannst du setz: noch hu Kugellöcher sehen am Iufnzpalaft. Äamnunifirn. Spartakisten. Keglerung:'^:ie. Rote und Weifte. Kameraden, die sich nun mit Nm legten l>anhgrün-iien und den paar Maschinengewehren, di« uns 11 Entente übrig ge­laßen hatte gegenseif'g korichssfen. Uib da» Volk erlebte heute Nr* und morgen »en« und vergift

übermorgen wieder alles, was es erlebt hatte. Es schrie Änrw 1K16: Riester mit den ifngldnNrn. und Ämw 1918: Kauft mglifche Zigaretten. Mehr ab je hängte inan die kleinen Schelme und lieft Me graften laufen. 6» gab Schelme mit sie ölt Wett noch Me erlebt batte. Die» ist nicht nur in Deurichiand fo ge­wesen. jandern überall. Per Kamerad«ngeist wor tm Schützengraben zu Ende gegangen. Und der Mui auch. Man drückre iich, wo man konnte. Kein Wun­der daft man sich iagtt: Nicht Demokratie, sondern Diktatur. Pas Wenige, was mon lat, toi man ge­zwungen. Willst du Beweis hasten, jo fehlt e» h<cr nicht an Material. Ich studiere unsere ktze-chicht«. Seitdem ich zu Hause bin, tue ich nicht» andere». Mit Mühe und Kot Hobe ich bien dritten Teil meine» ver­mögen» gerettet. So kann Ich leben, wie ich will.

(Btorg stand stumm da.

, Du kannst dich btzen. Eiehft du, freies intelli­gente Batt. Ni» im stnege für alles liriaeftoff« ge- landen hatte, konnte fuh nicht auf beekn Frieden einrichren. Die einen praßen, frc anderen flüchteten, die butten machten Geschäft« mtt brm Lu »lande und liehen do» Geld drüben. Die Dummköpfe aber sahen do und perloren alle», wa» sie hotten, von Vätern und Groftoatern her, und freuten jich kindlich, daft es wieder Datteln. Zeigen, MonNIn, Rosinen und flpkIMnen gab. Man jpielte. Da» deutsche Volk war ein Volk von Spiel,m geworden. Schon die Schul- buben jpielien. Run, so *og ein »ort. ÖoH du eine Freude daran? Wa» willst du wisien? Ich hab« Be­weis genug für do», wa» ich behaupt«. Da» (Ergeb­nis hei hi: Wir find ein dumme» Volk, denn wir taffen un» immer wieder an Nr Nase herum führen. Wir stnd ein egoiftiiche» Volk. Nnn nur tun alle» um unterer selbst willen, und wenn barübtr auch dos Ganze '.ugrunbe ginge. Wir find ein oergehliche« Volk, das beute den ermordet, von dem et gestern gerettet worden ift. Wir und ein oberflächliche» Volk denn wir bitm Feste, obwohl wir anNre« zu tun hätten. Wir merken heute noch nicht wo» «» gilt! Unser« ganze Zndustn, stockt, fr« Kohlen find nicht zu verkauien. Ne Schistahrt liegt lahm. Man hätte atto allen t^rund, iich aus do» Wichiige zu besinnen, in :edem Siäfrch-en und in jeNr Stabt feiern sie ein Fest. Ist» nicht heule, fo Ht es morgen '

. Tinun eine Zeitung zur fwnb. wir wollen sehen, ob «twc- Graft«» bi rin stehl. Wenn di Deurichiandt Gröhe festen willst, fo muftt du noch Frankfurt. Dort

Ift fie gemalt ttn graften, neuen Katesttal, und du darfst st« anjchauen, wenn bu Filzpanlostc-ln antz« zogen bjft. DNr steffer noch, bu gehst noch Leipzig, dort wirst sie gezeigt am bereitwillig erklärten SM- kertchtachtdenkmot. gefdyffen mll einem Sufwand von dreistunderttausenb Zentnern Zement und fünf- zehntausend Kubikmetern Granit. Port siehst du nicht nur die 324 Vetter aus Stampfbeton, lonbrm auch die TugenNn Ns deutschen voikes, ja, die Opfer- Willigkeit, die Mannhaftlgkei:. die Glaubensstärke, jede wfrn Meter hoch. Dort steht auch die deutsche ItolMraft, ihr Mittelftnger ist einstundertunstzehn Zentimeter lang."

(Brunbt Iki in der Stube herum wie in einem Käsig, er öffnete Schranktüven. zog Rollen, Schoch kein, Mappen und Kortotheken heraus. ..Ich hab« aanz Deutschiand in diesen drei Zimmern. Wa« willst du miften?

Georg iah do ohne «ich au rühren Mehr al» da« Getagte ertistütterte ihn dieser Menfch. Und da» war fein Kamerad gewesen ...

Was willst du festen? tu doch Nn Mund auf. Ätz mcht do tm« ein Oeigöhe. f>aft du Hngft vor mrtn«n oanunlungefl. Ne mich davor bewahren, zu oergesiea? flnlmortt doch, wenn bu eine aut« Ant­wort wertzi. Erinnerst du dich noch an die ersten Krieg«ptakote. mit ihren prächtigen Sorten?"

Er rollte ein Plakat auf. ,Xa« ist da« Bioko: von Berlin 1M4. Schön rot, domo!» war do» Rot noch nicht verpönt. Wie jchön geschrieben.

Wie do» Hingt Run ift die Zeit der Prüfung auf Mark und Kern gekommen. Zurück mit ollem Den­ken an Geld und Gut. an Eitelkeit und Behagen Wer setzi in her Stund, «rnfter Bedrohung bu Reichsgebiete» feinen Grojchen aus den ostemstchcn Kasten. oNr Gewinstitaten in den eigenen Strumpf yi bringen sich obrnühl. wer bi« Erregung dazu br nützt, um «ich r.n Nn L'ebtnemittdpretfen yi be­reichern. cNr wer durch törichte Soreinfäufe den Drei« treibt Nr macht sich chwei oeranttovrAlch oor feinen ß-anbesgenoffen. Er ist schuldig, boft Deun'chc tn Den Ruf kommen können, eine grafte .feil durch Eigensucht und Kopitosigleil zu erttwür frflfn. Da» ift unsere Hn nicht."

(Fortsetzung folgt.)