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Ur. 275 Erster Matt

177. Jahrgang

Donnerstag, 24. November (927

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Iwkfcrr't t*r Drel>me* n*im le)rt<cr <ie*ta.

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Orttf tTibDfriee: vrßhl'lch« Uitotrf.tat».Bi*- iiö Striiöridtrtt H. tanjt li «lt|tn. rchrMItltii, id «tfchä»,ttl^ ;»,INa,e T.

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co» <0 im Vr«'f 5b «e chepk"»,-, L)' . matzr.

Cbrhtbabiret Dr 3n«b< tDiU) Dong«. BeroRteonh^ lir Del 1*1 Dr 3r Will) Cangr. I&{ 3«m0rte» l> A Iboriet; t»r b«n übrig«» I«d vr-JI Bl»»*«ie; fir .-«* In- |«ig«attil Hart A'.Bma««, läeibd» in Ti«tz«K.

Der rumänische Ministerpräsident Bratianu t-

Bukarest, 24. Rov. (T. U. Drahtmrldung.) Der rumänische Ministerpräsident Bratianu ist heute früh in Bukarest gestorben.

Bv Rachricht oom lobt bei rumänischen aHnlUctpcdlibmien komm- überralchcnd. wenn auch fett einigen Tagen Rachnch'.en vvrlagrn. bof, Bratta nu crfrüiUi sei Aach dem Bulletin ber Xct*i< schien es sich um eine Or!ä[:ung IndXer Xd zu banZkln. So umgibt voriäusig bai Hin- scheiden dieses vtclg bibt.-n Tlann?* ein etwas mysteriös Ihm (ei. denn man ist immerhin aus bem Balkan, wo mehr noch als Im übrige., Gurvpa MJiholeBombe. ®ih unmtlxbrl Handwerkszeug der Poltlik sind. Und der Iunsere BraNanu Pa le wadr.ich Cbrunh. die Rache seiner politischen Gegner zu fürchten. die ^ukiI Ut>* einen grofwn Teil fr:» rumänischen Boltes hinter sich baren, wenn sie In schärfster Jwt zur tot- rupien Diktatur b*r ö.iquc um die Brüder Bra» tlonu (lanbeiv Co würde es nicht üdermäfug überraschen, wenn man später hörte, bah der rumänische Ministerpräsident aus n.chl ganz natürlichem Wege von der politischen Bühne ab­getreten ist.

Der Familie Drat^nu txrbjnlt Rumänien unendlich viel in Ieiner (latoidlung vom türfi- schen Xnlnildthon: zur Großmacht des Btllans Der Bat er des Berstorb.men, wie er selbst Haupt der r\gKr.*nbcn üb raten Partei, ist e uer üt bebcuivnbihn C aatsmänner a w sm. tie das rumäm'chc Bott herv^rge.racht hat. S.in: polt- tilche Vaulbabn Ist aus» engste verknüpft mit bem Kampf Rumäniens für kt e tinabbäng'.gTdt. m t her Erlangung der Königswürde für b.-n ersten Hohenzollernherrich i und den grrstm wirtschaft­lichen Ausichwimg, den bas der Sürfentctldn lebige Land in den siebziger und achtziger Bahnen des vergangenen Jahrhunderts gmommen hat

Der tüngere Ioan Bratianu ist von Hau'> aus Ingenieur. Mit 31 Jahren wurde er Xbgc- nrbnetfT 1807 zum erstenmal Minister. 1010 als Ehef der liberalen Varl 4 M.nisterprüsibk'U Seiner gcl<ti<ftrn Politik grlang es im zweiten Baikn,-frirjr von bem aus brn ersten schwer erkchöpit bertmrrii-gannenen Bulgarien Mr ®n- drudscha zu enix-rbtri Bratianu* Rolle bri Ausbruch des Weltkrieges i't befamu Or zwang den König Carol. Rumäniens Bünbntsverpslichtuiigen gegenüber den Mittel- «nächten nicht nachzukonnnen 3m August 1916 führte er bas rumänische Volk aus der blsher^i.-n t«n In lun.-r g' rietbem F4 zug trmr^e das rumünt che > eer vo> den Deut'chen ver i tt:nb »richlagen N* i? belegt un) die Regierung bratianu im Arüd,ahr 1917 zum Ar eben von Bukarest gezwungem Jedoch der Ausgang des Weltkrieges zeigt.- bah Bratianu schli.'cich doch auf die richt ge Karte gef.tzt hatte Dem gef tibla- eenen Brüt wurden Ländergewinne aus Rosien der Rachbarn Ungarn. Ruhland. Oesterreich in unerhörtem21uömühc zuget Ut. Siebenbür­gen. ein XeU des Banat, die Bukowina und Bfharabien wurden rumänisch Bra- nanu erfchieaen die Orfoifl: nicht grost genug. Als es ihm in Par « nicht gelang den ganzen Banat für Rumäiüen zu erux-rb.-n v igerte er sich, den Zriebensverteag zu uni.^zeichnen und trat im September 1919 zuruL

Jn den nächsten zwei Jahren reorganisierte er seine Haupt tütz«. dir Lberule Parier, er zwang im Januar 1922 den Rücktritt des Ro­binetts Take Jontf cu und gewann durch Reu- prahlen zum Parlament eite übenvültig.'nde Mehrheit aas Grund derer er selbst das Äa bi nett bildete. Tw, h.s.iger paria nentar.scher Kämpf« gelang es ihm e.ne umsaileadr Reugestaltung der 6lüai*jr4n'ge eae durchzusühren Die be­rüchtigte Agrarreform wurde getchal en, um die deutichm und ungar^chcn Minderheiten zu unterdrücken 3n Lltrumän.en macht, sich r.ne RorruptionsHerrschaft der regierenden Partei breit, die tei l.rchai esten Di2erfpruch zahl­reicher namhafter Politikrr aus anderen L'agem. namentlich aus dem Ärrie ter rumäni'chm BauernIT»,!'- hervorries Dir Der'uchr des <be» rerdU 2 verescu and des Piiczen Sttr- de v, das La:r> '.'on diesem Rrgt.ae zu bdwc.i und in mxbetinflufucn Mahlen die parlamen- taritche Mach, stclluna Bratianu» zu brechrn, scheilcNen kläg.ich Äönig Jerdinand war genötigt, wenig.- Dochrn vor feitwet Tode Bra- tianu erneut zur Reg.erung zu berufen.

Die unvarcn De.t.-i in die Rumänen durch den Thronverzicht des Äoonrrinje.i Sarol und Me daraus folgende Thronl-estetgung des kiebenjährigen Röri-.gs Michael unter der Bor- mundlchatt eines Reg.-nt'cha'tsrates gelangte, machten Bratianu zum tai'äch.lche:, ^err^tiber Rumäniens. Ader di« Oppo'ttto.i rührte 'ich in den leyten Dochrn immer mehr Die Partei Rveretcus und die nationale Bauernpartei rück­

ten aneinanbet. Ruch t<r Trkroapri,z Sarol machte von Pari» her seine Lakprüche cuf die Regentschaft für rcin?n Sohn Michael geltend. In einem grohen Monstreprrze-, 'uch:r "Bro- tianu die Opposition vor dem La Oe mundet S machen. Jedoch das Rri:gsgrr.cht sprach den ngeklagten, ei icn Srvunb Sarol» und Drmriu- ler ztri'chen dem Äronprirnrn und den Ort»- siiionsparreien, von der Änklagr des Hcxk- verratü frei: für Bra ianu eine errp indliche Schlappe, zumal er bislang i t d.r 2Irm*e c ne krr 8ärff;c, Stäben seiner Herr*chi't erblicken konnte. . k Tag: nach di: cm Au>gang drs Prozesses ge-angteu die Rachrichicn rrn e r.er Erkrankung des Mi- iste.prä ileinen noch S-^rvpo.

Bleiche Wirkung in dlefem Rugeichlick bas Der» |<te iiben kes zwe.'.ellos her.vrro fe-Bsten rumä- ni'tibni Staatsmannes non der politischen Buhne zur Folge haben wird, läfw sich bei brn ver­worrenen ^-erhält it'ten im Lande nicht über­schauen Q-» besteh durchaus die M.>g!i.ch.'etl. bah her Sfkrvnprtns Sarol den Tod feines

echittersten tDcgners als Signal für feine Rück­kehr in bi« Heimat de:rächtet. Ruch die Ein­stellung der Röntgin-Ditwe Maria, die in der letzten 3eit sich rau ihrem alter .Hreurd Bratianu überworfen hatte wird auf dir Ge­staltung der poli-ischrn drcigniHe des Landes nicht rchne Bedeutung sein.

RiiMillsabsichien des Slaaispräsidciilcn illrich.

Jranksnrt 0.2N. 23. Hoe. (Wolfs.» «ine Beniner Zeitung bringt die Meldung, bah der hes siiche S I aa tsp r äs i den t Ulrich seine» poli- tischen Jreunben den Lntschtufz mitgetrill habe, sich nicht roleter jum Siaat'Präsidenten der hessischen Republik ma kn zu taffen und aof weitere aktive I e 11 n a h m r an der Regier »ng i u verzichten. 6c begründet diese feine ttb- (id)kn mit |einem hohen Alter. Ulrich wird Im Januar 75 Jahre alt Da» Berllrer Blatt nennt bereit* al» 71 achsvIger Ulrich» den fozlaldemo- kraiifchen Itbgcorbnetrn und bisherigen Canbtag»- Präsidenten Adelung. Auch der bisberiqr Jlnanj- mlnlller 6 e n r I <h . der b*r demokratischen Partei angehört, soü der gleichen Duelle zasolge die Absicht haben, sich , u r ü ck \ u j 11 b e n. Av seiner Stelle würde al» demokratischer Minister der Reich»- vnd f anbtageabfleorbretr hör eil In da» hessische sto binett elntrrtcn. <t würde allerding» nicht da» Ji­nan jminiHertum. sondern ein andere» Reffort über­nehmen.

Rach Informationen au» anderer Quelle eilt diese Meldung mindesten» den latsachen vvrau». 6* sollen Im Gegenteil Bestrebungen im Gang!» fern, den Staat»prasidenten ja bewegen, die 71 e a b I Ib o n g de» ftabinelt» wieder ja übernehmen Heber die Regierung»blfbung leibst fann Im Augenbstck noch nicht» nähere» ge- liifli werden, da öle Verhandlungen hierüber noch in der Schwebe sind BI» fehl sicht lediglich fcfl, dost der Jinan jminlUrr k) e if r I ch bem neuen fta- binell nicht wieder anaehören wird Ob der dcmo- Irailfchr Ubgeorbnete ftorell, wie die» oor län­gerer Zeil oerlaulete. den Posten de» Jlnxmjmlnl- fkr» übernehmen wird, Ist glelchsall» noch nicht eut- schieben, da die Verteilung ort Regierungssitze unter den Parteien und die aus sie entsallende Zahl da­von abbungi. ob die Deutsche Vvlk»parlei lidi an der Regterungtbllbunfl beteiligt. Wie ver lautet, wc.den Donnerstag die bitherlgen Regie rungrparteien vertrauliche Besprechun­gen über bk Regieruna»bilbung In hesfen ausneh­men 6, soll sich zunächst nur um eine unver­bindliche Jützlungnahme handeln

Oie Hesrag.

frankfurter Zeugen vor dein Nuierftichnnqcausschttß.

Darmstadt. 23 Roo. 3n brr heutigen äiljung bei Au-lchusif» zur Unterludiung brr rxtrag Angelegenheit lfesten Frankfurter Braun- tohlenlchwelwerk A. ttz > wurde zunächst Oberbür­

germeister Dr. Landmann - Frankfurt a. TI. ver­nommen. Dem Zeugen wurde die Frag« vorgelegt, ob er den Eindruck gehabt halte, das, hessische Interessen vernachlässigt worden seien. Oberbürgermeister Dr. Landmann sagte au», bafj er erst im letzten Stadium der iverhandlungen ein- gegrissen habe. Äimlkriakat Winbisch hätte riete für Hessen günstige Ergebnisse au» den Verhandlungen erzielt Da» fei sein persönliche», ob­jektive, Urteil Da» Urteil fine» Sachverständigen werde sich wohl kaum von dem Innigen unterschei­den können. Windisch hab« sich der hessischen 3mer- essen in einer Weise angenommen wie f» nicht besser gesch,h«n konnte. Er hätte nie den ümbrurf gehabt, dost Windisch Sonberinleressen verfolgt«: tr habe olelinchr bi« B«rhandlung«n ab­solut neutral geführt ohne Rücksicht auf Zukunst»- cr Wartungen.

6tabtrat Schmud « - Frankfurt a M schilderte al» Zeug« Einzelheiten der !Ü«rhandlungen zwif<hen Frankfurt und Hessen über den Hesrag «ertrag. Windisch wäre immer mit neuen Forde­rungen für hessische Belang« yfommrn. 3n keiner Weise hat,« er. her Zeuge, den Eindruck afhnbt bah die Verhandlungen von Windisch nicht richtig gesudrt worden wären. Windisch habe er- Hört, das, er all« Verhandlungen vorbehaltlich brr Zustimmung he» F l n a nz ml n Ister» führ«. Von der Absicht de» Finanzminfster«, Mi- nifterialrat Windisch zum Keneeold,erklär br» Un­ternehmen» zu rmrnnrn. bobr er. der Zeuge, nicht» gemuht.

Der Direktor der Franks»:rte.- Elrktrizilätswerke, H a d e r s a ck . äuherte sich al» Berge dahin, das, Hellen sich bei dem Hesrog Vertrag sinanstell bester gestanden habe al» Rranffiirt. <r,n gewaltiger Vor­teil für Hellen sei e» bah sich nun da» hessis-*. Verpwerkiinternehmen rentieren werbe 3n bezug auf den ctromprei» habe er. der Zeuge, nicht er­reicht. mas er wollt,. Aus Ersuchen de» Ministerial­rat» Dinbilch. ben Zeugen zu befragen, ob er sich geäußert habe, bah er mit Winbifch nicht mehr ver- handeln könne, weil dieser nur hessisch denke, bestätigt der Zeuge da». Da» sei bam.il« (eine Slim- m nq gewesen, weil er mit windisch unzufrie­den war

Der Aueschusi zog sich sodann zu einer geheimen Beratung ,uruck. E» wurde beschlosten. and, noch Direktor Ii11metz - Frankfurt a M al» Zeugen zu vernehmen. Wie brr «orfitzenbe mltlellle. foü die nächste Sitzung noch bekanntgegeben werben. 6k fmbft vorau»sichllich am 2. Dezember statt.

Die Auslaiidverschutduiig der deutschen Städte.

Oie Antwort der Kommunen an den ^eichsbankpräsidenten.

Berlin. 23 Rov tTL.f Der Prälibent des Deutschen Siädtetages. Dr Mulert. hrr- ösf ent licht in Der neueren Ausgabe b.*d ,C äbte- tage* (Tii tfklungen des Deutschen Städt:tagest »inen 21rt:!el. in b:m et cingeh.nd g g.n d c Be­schuldigungen Stellung nimmt, dre teils vorn Reparalionsagen:en Parker Gilbert, teils oder auch vom Reichshanlpräsidenten Dr. Schacht gegen die Finanzvetwal ung der deut­schen Städte erhoben worden sind Dr Mulert stellt fest hast btc getarnte langfristige Berschuldung der Ge.nernden und Gemeinde- verbände im 3n- und Ausland« bis Heute eine Summe von rund 2L Milliarden R.-ch^.-nark erreicht Hade. 3m Durchschnitt jedes Jab red wären also nur ungefähr je 626 Ultimen Re.chs- mart langfristige Schulden g^j.-nüber 7W bis 850 Millionen Mar.' in den leiten Jahren vor dem Kriege aufgenommen morbm. und dies, obgleich zehn 3ahr« hindurch die deutschen- ädt« oon seglicher Anlcibeausnadme ausgctchlo"en ge­wesen »awren. Keine Gelder, keinerlei 6m- nehmen aus den Ausland^nleihen feien f ü r sogenannte unproduktive Zwecke aus- gegeben worden. Di: au l genommen en Rußland- gelber feien aus'chlieHIich Produkt ven Zwecken (ClrftriM.ät. Gas. Das er Haknanlagen. Bet» kebrSm ::eln ul» - zügel eitet und vorzagsveile für die Modernisierung und Aus­stattung der Bcrforgung»betriebe verwandt worden. Ties habt nicht zu einer Belastung, 'ondern za einer Entlastung der Steuerzahler gn'ühr , da mit Hill: brr Ruslandanleche r.ne Rational, .-rang ui? 2t i- gcrung der RtmcriM-ie d:r lormnu.ialwirl'chaft- lichcn Betriebe err icht »orbtr.. Bon den 42 t-eut chcn Großstädten !:hn« die Hansestadt«- häll«n überhaupt nur 21 Stift« Aaslandanleihen im Gesamtbetrag: von 606 Millionen Reichs",ark au'flenonur.cn. Hiervon sein, mir zirka 1 9 Pro­zent für nicht dringliche Beu inlagen (Stadien. Sponaulagen ufw.) ausgegeben werden.

Für alle Städte tohn« bi« Hansestädte, seien für Mete nicht dringlichen Zwecke insgesamt nur 104 Millionen Rin im knien Jahre ausgegeben worden Der ordentlich.- 6iat werde QUä iahen für nicht dringliche Reua»lagen so gut w.e über­haupt nicht enthalten. 3m Durchlchnut betragt oic Belastung des ordentlichen Etat» hiermit nicht mehr als 0.5 Prozent, äleberhaupt mülle man sich dagegen wenden, bah di« Ausgaben für die sogenannten nicht dringlichen Zweck: als Luxusausgaben bezeichnet würden. Dir Be­schlüsse über bi« Errichtung non Stadien. Spiel- und Sportplätzen uiw. seien nicht auf die Ini­tiative der Gemeinden zurückzu ühren. sondern seien unternommen worden, um Bef chäsIi» ?u n g s ü 7 die ungeheuren Erwerbs- o I « n m a s I « n zu tinben. Htersür wurden sei­tens der Reichsinstanz grobe Mittel zur Ber- süguna gestellt. Leitens der Städte ist in jener Zeil wiekxrboli und dringend angeregt worden dies« Mittel für Mohnungsbauten frei- zugeden. 3hre Bor'chläge wurden abgelehnt. Meiler mülle darauf hingctpieten werden bah die grolle Mehrheit der deut'chen Bevölkerung zu lulturmibrigen Sinlchränkungen genötigt sein würden wenn nicht die Ge­meinden durch eine vorausfthend« Städtebau- Politik und durch Schaffung von Grünanlagen. Anlage von Schwimmbädern ufw. Sarg« trügen dall auch der ärmeren Bevölkerung Gelegenheit geboten werd«, zu er'chwtnglichen Preifen grunb- Erliche Äulhirbebürrr.il'e zu befnebtgm.

Der R.ichsöaukVrä'ident übe riebe somit bei vL-en Betrachtungen einen lehr wesentlichen Faktor, den Menschen. Da Deutschland arm an Rohstof en und Kapitalien lei. mülle hie Arbeitskraft des deutschen Arbei­ters durch be'onder« Maßnahmen erhalten und gefördert werten, Endlich weist Dr. Mulert darauf hin. bah durL di« Ernri.chrung einet zentralen Kontrolle eine auster- ordentlitihe Komplizierung der Finanz­

Verwaltung entstehen würde. t\t im Diker» 'peuch stünde mb der Zorderung nach Beran- lc4)ung der Berwaltung. Zum Schlup tonnt endlich daraus h».ngewlesen w.-rden. dah tn< Äul- nahm« von Ausiandsanieihen durch di« Kom­munen nach der An'icht von Prosellot 6a1 «i praktisch bedeut«, bah Luslandsgeld insolg« des hohen Kredits bet Gemeinden bilt gcr noch Dcutsthlanb bet eingenommen werden tonne al» aut dem Bkgt privater Anleihen. 8»Urtc bk RcubOl'anl ihren Kamps gegen die bcui'^n Stabte fort, würden die dssenllichen Atri. .tzcn .erfolgreich' zerschlagen, so würde dies« Mas. nahmt schwere Rückwirkungen für die ge'amt« deutsche Dirtschasl ergeben.

Deuffch-polnischer SandelSsriede

Berlin. 23. Tloo (wolssf Vie Dorbefpredtun gen zwischen bem Reldiwnlniflrr be» Au wartlqen. Dr. Sire,«mann und bem Sonderbeauftragten bet poluitji.*n Regierung. JackowkI. Aber di« Wiederau nähme der deutsch polnische« Handel,ver- trag»oeehandlungen find zu einem Adschluh ge­kommen. 6» Ist im Lause d«r Besprechungen rin« Einigung über die Grundlinien er­zielt. die für bk nunmehr auszuuelimenden De,- banblungen gelten sollen. Da» Zick der Brlrgjil»n»- veehandlungen wird |:in. so schnell wie möglich zo einer Aushebung der deiderfeillgen wlrlschaflllchtn siampsmofz nahmen zu kommen und dadtl glelchzeltlq Vereinbarungen aul den Ifllgebkten zu trrflee. die aus Geuod der ,rü­derem verhundtungen «bschluhrels sind. An dl« erste Verhandlung werden sich dann 6k Vtrhandlnngtn über einen endgültigen h a n b e I o « r I r a q an schliessen

Gleichzeitig mit dieser grundsätzlichem verständl Jung über die allgemeinem wlrllchastoerhcmdfunqe» mb auch die verhandtnnqen über rin Holzab­komm «m ZUM Dorläuhgrn Absthluh gebracht worden. Deutschland wird an Polen rin ftontlngent für gelchnlttene» Holz bewilligen Jnsowrll Ist als» da» gegenwärtige üinfuhroerbot sür pol­nische» Schnittholz a u h r r stur» ge­setzt worden. Polen wird zuge'tehen, datz die Er­höhung de» Au»Iuhr,oll» für Runb!;ol, gegenüber Deutschland nicht gilt. Uuheedern fallen neue Rontlagenle für einzelne deutsche Industrien bewilligt werden, so für Automo­bile. Jahrräder. Uhren

Durch diese» Abkommen wird also schon ein tln'ang mit dem Abbau der beiderseitigen staraps- mahnati.nen gemacht. Jür den lormetlen Abschlutz dies,» ttbfommen» sind noch Besprechungen mit der polnischen Regierung In Warschau notwendig, ver Gesandt« Rausch«« reist zu diesem Zweck heute nach Warschau zuruck. 6» ist damit zu rechnen, bah ba» Allkom neu noch In dieser Woche in Warschau unterzeichnet werden wird. Der Inhalt wird al »bann bekannt gegeben werden

Der

Reichcchaushaltsvoranschlog.

Tie Abstriche des Aeickrökabinett».

(Eigener Drahtberich« be»(Siebener Anzeiger»'.) Berlin. 24. Rov. Nachdem das Reichs- kabineN in der vorigen BMx. w e bereits ge­meldet. den Haushaltsplan für das kommende Rechnungsjahr nicht ohne wesentliche Abstriche zu machen, verabschiede« ho«, ist bie'ti |o wichtige Schriftstück weder an feine Re'foris zurückgegangen, dir nunmehr die Auf­gabe Haden, btt Abstrich: des Kabinetts in ihren Etat einzuarbeiten. Ss steht zu hof­fen. da st dies« Arbeiten noch in b.e'rr Woche erledigt werden, 'o dah das Reichsslman.'m.ni- sterium in der Lag« sein w.rd. dcn redig.orten 6tai nunmehr dem R «ichsrat xuxule.tm. Dort dürfte es allem Anschein nach noch zu man­cherlei Kontroverien kommen, so bah noch nicht ganz fuher ist. ob es gelingen wird, den Etat prograrnmgemäh am 10. Dezember in seinen Borbera hingen abzuschliehen und dem Reichstag zur endgültigen Erledigung zu überreichen 3m allgemeinen üderw.eg» aber b e Hoffnung, dah man auch in bie'em Jahr« die lermin* «Inhalten kann.

Das brn Slot des Reichswehrmimi- st « riums im be'onberen betr.f t. von bem be­reits b-erichtet wurde, dah aerade er stark ein­gestrichen worden fei. so erfahren wlr herüber, dah das Kabinett belchlof'rn hat. bet dem Reichs­wehretat keine Erhöhungen vor;unrhknen, ihn vielmehr auf derielben Höhe w e im Ber­ichte zu holten. Das bedeutet aber, dall da Befoidung und Wohnung saelder har» er-öht «vordentnb, starke Abstriche an den sachlichen Ausgaben gemocht wer- Nr müllen.

Die Liquidationsgeschädigten.

Berlin. 23. Roo. (Prio.-Iel) Dtr neue Fi- nonzplon für das Liquidation:ichakenpeletz ist bem Krichsrat z gegangen. Der neue «Ian holt gr nMof. sich insofern an htm früheren Finanzplan fest, als die Zinsen aus den Elfenbahnoor- ) u g » a f t i « n zur Bildung ter oorgrlell n«n Schulbbuchverichrcibungen oeroenbet werden sollen Da ober eine solche Bildung zu langsam erfolgen würde, werden auch Mittel au» dem laufen-