sich AU erreichen, und zwar ohne deutsche Konzessionen (Lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit.)
Denn der Grift in der Rede P oincar^s tum beherrschenden Agens der sranzö'ilchen Po- 'urk werden sollte, dann arürde allerdnrgs di« Hoffnung auf eine vertrauensvolle Zusammen- rrbeit der beiden Rachbarmächte und «int dauernde Befriedung Europas auf gegeben Derben müssen, barm würde das Derk von Locarno -usammenbrechtn. nicht durch deutsche Schuld i Lebhafte 3uflinur jna bei der Mehrheit.) Die bedeutungslosen Beftbe^^änb‘, der Abrüstung können keinen Grund dafür abgeben. Deutschland in Verzug zu erklären
Dir geben der Erwartung Ausdruck, datz bte Reichs reg'.erung sich auch weiter neben der traft- rollen Geltendmachung deutscher Recht' von dem ''rur.fcjebonfen der Bert ragst tue. e'-r sichern Ver- 'ländiaungs willen und loyaler Mitarbe k in den Einrichtungen der Völkerfolibarttät leiten läht. Trotz herber EnttäuschunTen ist Deutschland bereit. biete Politik tatkräftig fortzu letzen. Aur trenn dem guten Dillen Deutschlands b i e ® e- flnnung der übrigen Locarnonatio- nen entspricht, nur wenn auf dem innerlichen Festhalten an dem Locarriogedanken ohne längeren Verzug die Taten erwachsen. wrlche die übrigen Vertragspartner uns schulden, nur dann wird die zur Zeit bestehende Spannung, .die Är;f 6 des Locarnogedankens". bald Über- trunden und der Deg für die europäischen 'Bölter frei fein zu gemeinsamer und aufrichtiger Aufbauarbeit. (Lebhafter 'Beifall)
Abg. Dr. Breltscheid (S03.).
Als einzigen Erfolg haben wir in Gens die Beteiligung Deutschland» and er Mandatskommission erzielt Dir lehnen aber ganz entschieden ein Hineinziehen Deutschlands in die internationale Kolonlalpolitik ab. die gerade jetzt, wo die Böller der Kolonien erwachen, grofp Gefahren in sich bergen kann. Demi die deutschnatlonale Presse über bie 6r- folglosiakeit der letzten Genfer Tagung spottet, lo muh einmal gesagt werden, bah wir von dieser Genfer Tagung nicht mehr für Deutschland erwartet haben. Wir Sozialdemokraten brauchen nicht zu wiederholen, dah । ir den Anspruch aus die vollständige Räumung des Rheinlandes für ein Recht Deutschland« halten, bas mit der Frage der Ostfestungen nichts zu tun hat. Die Rede Poin- cares unterschied sich vorteilhaft von feinen ota- torilchcn Leistungen von vor drei Jahren, wenngleich fie höchst unklug war und den Gegnern der Verständigung Wasser auf die Mühle lieferte. Ein Staatsmann muh die Fähigkeit haben. Au vergessen. Diese Fähigkeit hat Poincare nicht, während unser Minister. Dr. 5ire|cmann doch feine Reden so gründlich ver- tesfen hat. iHclterte.t.) (Zu den Deutschnatio- ■lalcn). Sie lind als Regierungspartei Dort ver- .ntwortlich für die Auhenvolitik. für die Zer- lörung der Oftfeftungen. für die Verzögerung der Ryeinlandräumung. (Lauter Widerspruch bet den Deutschnationalen. Zuruf: VersaillesI). Warum zerreitzen Sie den Versailler Vertrag nicht? Weil Sie dazu nicht stark genug sind, machen Sie bie Locarno-Politik mit. Sie reden brausten anders al» im Reichstag. Die Austenpolitik Stresemanns verfolgt sicher andere Ziele alS bte der Sozialdemokratie. Aber wir unterstützen sie. weil wir von ihr einen möglichst langen Waffenstillstand erwarten. (Beifall bei den Sozialdemokraten.)
Die Fortsetzung der austenpolitischen Debatte wird auf Freitag vertagt.
DeamlenKundgebrmgen in Berlin
Berlin. 23. Juni. (WTV.) Heute abend fand im Lustgarten eine Kundgebung statt, an der etwa 50 000 Mitglieder des Deutschen Be- amlenbunbes teilnahmen. um gegen die Verschiebung der Vesoldungserhöhung au protestieren. Rach den Reden wurde eine (3nt- fchliestung einstimmig angenommen, in der u. a. qcforb ri wird, dah die Besoldungserhöhung bie B< imten in d.m unteren Gruppen sofort erfolgt. Die Versammlung, die einen ruhigen Verlaus nahm.' wurde vielfach durch Kommunisten gestört. Auch der Bund der höheren Beamten plant eine Kundgebung, in der er darauf Hinweisen wird, bah die unhaltbar gewordene wirtschaftliche Lage aller Beamten eine weitere Hinausschiebung der Besol- bung-reform nicht zulasfe. Die höheren Beamten sind der Ansicht, dast sich parlamentarisch ein Weg finden lassen müsse, um die Besoldungs- refoun. die seit mehr aiS zweieinhalb Jahren versprochen sei. sofort durchzuführen. Jede Zwischenlösung müsse die höher? Beamtenschaft ablehnen.
(Einigung in der Aufwertungsfrage.
Berlin, 24. Juni Die Regierungsparteien haben sich mit der Regierung In der Frage der gestern in ist
nbereingekommen, dah bei der Einsetzung in den vorigen Stand Erleichterungen Platz greifen teilen, dah ferner in der Frage der Anleiheauswertung ne Heraufsetzung der Bedürftig- citSgrenze von 800 auf 1000 Mark erfolgen. >"ah drittens die Verzinsung der ausge- rieten Hypotheken nicht am 1. Juli (. sondern am 1 April 1926 beginnen soll und . st viertens bei Restkaufgeldern aus dein Jahre 1921. soweit die ersten drciviertel Jahre in Frage kommen, eine Aufwertung im Höchstsätze von 400 v. H. und sobald tki< letzte V ierteljahr in Frage kommt, eine Aufwertung im Höchstsatz von 600 v. H erfolgen soll In Goldwert umgerechnet ergibt diese Aufwertung einen Satz von 25 v. H.
Keine Verlängerung des Sperrgesehes.
Berlin. 24. Juni. Die Regierung hat befchteffen. daS Sperrgesetz nicht zu verlän- -Ktn. Sie ist zu diesem Entfchlutz gekommen, nachdem sämtliche ehemalige Fürstenhäuser durch bre Bevollmächtigten haben erklären lassen, dah he bis zum 1. Dezember laufende Prozesse -licht aufnehmen und neue Proiesse nicht anhängig machen werden. Man nimmt an. dah Xe bis zu diesem Termin noch ausstehenden Streit:gleiten zwischen Ländern und Fürstenhäusern — es handelt sch um die Länder Thüringen und Württemberg - auf dem Wege des Vergleichs bei gelegt fe n wer- vn Die Regierungsparteien werden sch mit ' der Regelung wohl einverstanden erklären.
Hindenburg und die Schweizer Sozialisten.
Bern. 23. 3uni iDB> Ar.lätzlich der Beendigung des deutschen Hfl's wertes hatte im vergangenen Dimer der deutsche Gesandte Dr Müller einen Empfang vrran stallet. Hierbei gedachte Bundespräsident Motta les deur'cher Reichspräsidenten, in besten Barnen rertfciebencn IchIeizerischrn Persönlichkeiten zum Aufdruck des Dankes künstlerisch: VlaSlenster übergeben wurden. Bundespräsident Mo:ta verglich habet Hindenburg mit den allen germanischen He den und zollte ihm seine Verehrung. Diese Rede wurde von Sozial» demokraten kritisiert. »anenl.ich der Aufdruck .Verehrung'". Bei der Beratung deS Ge'chäsislxrichtes kamen mehrere Svzlakven o- traten auf diese Red? zurück Bun des Präsiden! Motta antwortete, Hinde.rburg habe den Fr r- den unterschrieben etn schönes Beispiel von Opferbereitschaft- Er let in 6teg und Biebttiy bei 'einem Heere gestanden und verdiene die gleiche Achtung wie andere Heerführer. z. B Aoffte und Foch. Er habe sich bann in schönem Eifer dem Vaterlande zur Verfügung geftellt. als bie Republik ihm die Prüsidentscha t an trug und fei auch hier seiner Pflicht getreu r.achge- kommen. Der an einer AchtungSbezrugung einen deutschen Manne gegenüber Anstoh nehme müsse von Feindschaft verblendet sein. Der deutsche Gesandte, auch Sozialdemokrat, habe nach der Rede dem Bunt es Präsidenten warm gedankt. Der Bundespräsident Motta habe seine Pflicht getan und weise bte Vorwürfe zurück.
Vertreter der deutschen Auhenhandelskammern beim Reichspräsidenten.
Berlin. 23 Juni. tWolff.) Der Reichs- Präs t d e n t empfing heute im Anschluß an die Hamburger Tagung des Deutschen Industrie- und HandelStages die Vertreter der deutschen Auhenhandelskammern. darunter bie Präsidenten der deutschen Handelskammer in Spanien, der deutschen Wirt- schastskarnmer für Oesterreich, der deutsch- italienischen Handelskammer in Mailand, den Delegierten deS deutschen Bundes in Batavia, der deutschen Handelskammern in Buenos Aires. Valparaiso und Rio de Janeiro und bie Vertreter der deutschen Handelskammern in China und Japan T>:r delegierte der deut'chen Handelskammer In Buenos Aires gab dem Reichspräsidenten gegenüber der besonderen Verehrung Ausdruck, die daS AuSlanddeutlchtum ihm entgegenbringt, der ein Vorbild dafür fei. wie man Vergangenheit und Gegenwart des Vaterlandes in der Arbeit und Im Staat ohne Rücksicht auf bie parteipolitische Einstellung vereinigen kann. Der Reichs- präsident erwiderte mit Worten deS DankeS und der Anerkennung für bie unter solch schwierigen Verhältnissen geleistete Aufbauarbeit be r beuts chen AuSlandkaufleute und der Auslanddeutschen überhaupt. Er gab der Hosfnung Ausdruck, dah die Tagung In Hamburg mit dazu beitragen möge, die Verbindung zwischen den AuSlandhandelskammern und dem wirtschaftlichen Band bet Heimat zu festigen unb dah der Arbeit der AuSlanddeutschen die verständnisvolle Mitarbeit der Heimat nicht fehlen werde. Er bat bie Vertreter, allen Deutschen brausten seine herzlichen Grütze unb den AuSbruck treuen Gedenkens zu übermitteln.
Die Deutschen in Neuseeland.
London, 24. 3unt (WTB. Funkspruch) .Daily Mail" zufolge hat bie Regierung von Reufeeland beschlossen, eine Gesetzesvorlage einzubringen, bie bie während deS Krieges gegen Angehörige feindlicher Staaten crlaffenen G' setze bezüglich Beschästigung in der Industr?. Erwerbung von Land. Einwanderung ufw. auf- hebt. Auch daS Ehescheidungsgesetz. wonach eine britische Staatsangehörige, bie mit einem feindlichen Ausländer verheiratet ist, sofortige Ehescheidung einleiten konnte, teil wieder abgeändert werben.
Cosgrave wieder irischer Ministerpräsident
Dublin, 2 Anlählich der Heu-
tigen Parlamentseröffnung herrschte in der Stadt grobe Bewegung. Die Anhänger de Da- lerne trafen aus allen Teilen Irland» in Automobilen ein, die die Aufschrift truaen: Schafft den E i d ab!" (den Eid auf den König). De Da- iera und die anderen republikanischen Abgeordneten wurden alsbald nach ihrem (Eintreffen im Parlament in ein Kommissionsberatungszimmer geführt. Da sie die Ablesung des Eides verweigerten, gab der oberste Beamte des Parlamentsgebäude» Befehl, alle Türen zum Sitzungssaal zu fchliehen und zu bewachen. Um 3 Uhr begann die Sitzung des Parlaments. Cosgrave wurde zum Präsidenten der vollziehenden Gewalt w i e berge w ü h 11. Kurz nach 4 Uhr verliehen de Dalera und leine nächsten Anhänger da» Parlaments- gebäube.
Der Balkankonflikt.
Dir Demarche der Grossmächte in Belgrad und Tirana.
Velarab, 23 Juni. <DV) Die Kollek- tivdernarche der Gesandten Englands, Deutschlands. Frankreichs und Italiens zwecks Beilegung des slawisch-albanischen Konflikts ist bei der südslawischen Regierung heute erfolgt. Die Mächte haben durch den italienischenGe- sandten dem südslawischen Austenminister eine Rote überreichen lassen, in der Vorschläge für die Regelung des Konflikts mit Albanien gemacht werden. Es wird darin angeregt, entsprechende Aufklärungen zu der Rote des sudflawifchen Geschäftsträgers in Tirana durch die sich die südflawi'che Regierung beleidigt fühlte, au geben. Gleichzeitig mit der Abgabe dieser Erklärungen soll leitens Albaniens die Freilassung DiuraskowitlchS erfolgen, womit der Konflikt bei gelegt wäre Der füd- slawisch« Autzenminister pat erklärt, dast er formen keine Schwierigkeiten sehe, auf der vorgeschlagenen Grundlage zu einer Einigungsbalis -u gelangen. E.ne endgültig« Antwort der südslawischen R gierung erfolgt voraussichtlich morgen. Die Unterredung wurde tn freundschaitltch- 'i.-m Tone ge'ührt. Jn hiesigen drvlomattfchen Kreisen fleht man die Lage optimistisch an. —
In einem amtlichen Kommunique dcs Autzen- nrin.nenunt» wird getagt, der Auvenm.n.ster habe ken Vertretern der Mächte mitgeteül. dah die 'ü^lawilche Regierung, um einen Beweis mehr ‘ür chren durchaus au«richtigen Wunsch für eine ruhige unb ra'che Bttkgang des Konflikt» zu geben, den Vorschlag der Mächte an- nehme. Sie werde dem franzZsila>m Gefärbten in Tirana bevollmächtigen, die vorgeschtagrnen Abänderungen in der von dec albanischen Regierung beanstandeten südslawischen Rote zur gleiche» Zeit vorzunehmen, wo D'arallrwllsch in Freiheit gesetzt wird. Von bie*em Auge: blicke an könne bte südslawische Regierung a«nehmen, dah bte Beziehungen »wischen den beiden Staaten wieberhergestellt sind Vertreter Englands. Deutschlands. Frankreichs und Italiens haben auch bei der albanische» Regierung eine Demarche unternommen, welche der am Rachmittag in Belgrad er*ob’, en entspricht.
Hessischer Landtag.
Darmstadt. 23. Juni Huf der Taaesordnung stehl ab erster Punkt eine Anfrage des ubg. Kindt aber bte Organ: all on der ft «frag (die oon Hessen unb Frankfurt in» Leben grrutene AktiengelelUchaft uir DerweNuna der Doller»hrnner Braunkohte). Ldg. Kindt (Dn.) erklärt, er balle bie grohe Anfrage stellen müßen, weil er au» »eine Fragen keine Antwort erholten habe. Der Redner verliest bann nochmal» teilte Anfrage, die im weientlichen eine Kritik Der Ernennung de» Ministerialrates Bin* disch 5um Leiter der ftefrag und der 8«rurur.a de» 2lbg. Lux zum Sufsichterottmitglied ist. Die schrist- lich- Antwort de» Finanzministkr» gehe gar nicht aus ferne Fragen ein. E» sei schon länaft ooraur- bestimmt g«wesen, dost D.. der bre Derhandlungen ftesien» mit Frankfurt tehrte. ben Poften erhalten werbe. Er (der Redner) habe erst einaegriflen. al» Hetzen benachteiligt wurde Jetzt sei Ministerialrat W. ganz von dem Frankt'uNer Oberbürgermeister abhängig; daß er hessische Interessen allein wahrnehmen wird, könne man doch nicht behaupten Abg. Kindt geht bann näher auf die Pertraasbestrm- mungen ein unb sucht nachzuwetfen. daß ftetzen durch W. aus Ko st en oon Frankfurt geschädigt worden sei. Absichtlich zwar hatte D. nicht gegen bie hessischen Interessen gehandelt, aber man hätte ihn nicht mit dem Abschluß der Verträge betrauen dürfen, da» sei unsauber. Der Finanz- Minister trage bie Verantwortung dafür Er (der Redner) wiße schon leit Dezember, daß W. Leiter des Unternehmen, arerden sollte. Es sei bekannt daß Ministerialrut W. al» Porteisreund de» Ministers in da» Ministerium berufen worden sei. jetzt habe er aus demselben Grunde die neue Stellung erhallen.
Abg. Cut (Soz ) bemerkt, es let doch nicht zu beanftanben. hast ein früherer Minliterrvlboamter seine Kenntnisse »um Besten bes Wirtfchastslebens verwerte. Worin liege denn da eine Unsauberkeit? Richt Ministerialrat Winbisch. ionbern bet F i - nanzminister sei bem Landtag für bie Vorlage verantwortlich gewesen. Die Akten mühten einmal geöffnet toerben, um bas Vorgehen bes Abg. Kindt gegen Ministerialrat W flatzustellen. Abg. Kindt wolle im Lande ben Eindruck erwecken, «lS hätte W. die Verhandlungen nut gefördert, um Generaldirektor zu werden. Die Sache sei durchaus sauber und er (der Redner) fühle sich durch die Beschuldigungen durchaus nicht betroffen.
Finanzminister Henrich erwidert, die Erklärungen des Abg. Kindt laufen darauf hinaus, dah Ministerialrat Wtndifch nicht mehr geeignet gewesen sei. ben Vertrag abzuschlietzen. Der Minister weist bie Anschuldigungen nachdrücklich zurück. Abg. Kindt habe auch noch nach dem Dezember mit W verhandelt, und zwar in dessen Eigenschaft als Ministerialrat: das lasse sich doch schwer in Einklang mit den gegen W. erhobenen Beschuldigungen bringen. Daß der Vertrag Rachteile für Hessen gebracht habe, sei doch nur die Meinung des Wg. Kindt, die Mehrheit des Hauses sei anderer Meinung. und das sei für ihn als Minister matz- gebenb. Der Vertrag sei von Sachverständigen fieprüft worben, denen man doch keine ,Un- auberteit“ vorwerfen könne Es stehe etwas andere - hinter diesen Angriffen; der Minister deutet in diesem Zusammenhang auf ein Schreiben hin, daS ein Bekannter des Abg. Kindt an ihn wegen Kessellieferungen gerichtet hat, er bebaute heute, nicht ben otaat^mtnalt deswegen an gerufen zu haben. Et müsse ben Landtag bitten, batz eine Kommission diese Akren prüfe. Zum Schluß seiner Ausführungen weist der Minister nochmals das Bestreben zurück, die Ehre des Ministerialrats Wtndifch anzu- greifen.
Abg. Kindt (Dn.) stellt ben Antrag, batz eine Kommission die Akten prüft. St weist bie Unterstellung zurück, batz er persönlich an den Äeffellieferungen interessiert gewesen sei; er verliest bann Briefe, die sich auf diese Angelegenheit Lxveben. In der Debatte wirb öfters der Äame Eimer genannt — Es liegen zwei Anträge (Kindt unb Kaul) vor. die Angelegenheit der Lieferungen durch einen parlamentarischen Ausschutz prüfen zu lassen. Der Antrag Kaul, der ben Zweiten Ausschutz mit der Prüfung beauftragt, wird angenommen.
Das Haus nimmt hierauf einen 3 bä n be • rungs antrag der Abg Kaul. Lenhart. Dr. von Helmolt. Scholz. Reiber unb Kindt »um Landtag-Wahlgesetz an. wonach Wahlvorschläge von mindestetts 7000 Wählern unter» zeichnet und 5000 Mk. beim Lanbeswahlleiter hinterlegt sein müssen. Eingaben des Htzpvthek.m- gläubiger- und Sparerschunverbanbes sowie bet Volksrechtspartei die dagegen Stellung nehmen. Herben für erledigt erklärt.
Zu einem Antrag des Abg Schott zum Getetz über das Liegenfchaftskataster (Katastergesetz) vom 9. Januar 1926 hat der Aus- schütz Ablehnung empfohlen.
Abg. Schott (D. Vp.) empfiehlt bie Annahme feines Antrages, der auf eine Aufhebung der Kataster adziell unb der verlangt datz der €lein,ao. wie bisher, durch die Feldgefchwv^men vorgenommen wirb.
Der ablehnende Antrag des Au-schufles wird mit geringer Mehrheit angenommen.
Ein Antrag des Abg. H e t n st a d t zum Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der Canbgemelrbeorbnung Will verhindern, datz Personen, die gtrichtsich wegen ehrenrühriger Vergehen bestraft Und. den Posten eines Bürgermeisters oder Beigeordneten bedeiben lönnm. Es liegen hierzu auch noch Anträge anderer Parteien vor. sie nx.ben alle brr Regierung als Material überwiesen.
Eine Regierungsvorlage zur Vereinfachung der Verwaltung der Landesabgaben wirb angenommen.
Eine Anträge des Abg Dr. von Helmolt über bte ReichSzuwendungen an Hesse» unb wie fie verwendet worden sind, wird von Ministerialrat Schäfer dahin beanttvcNet, dah bie Anfrage ben einzelnen Ministerien unter- brütet worden sei. deren 2InWDrte» sedoch nrch ar-sstände». Die Regierung lei bereit dcm 3inan.fr- auL chutz 3i 6fur.f: jy geben.
Ilm 12 30 11$r r<b*.ejt b?r Präsident die Beratungen und teilt mit. datz der Landtag vvr- c-S'ichflich Ende September Wieder zu- •ammen: ritt
Aus aller Well.
fcinc berliner tiebrruiaHw-Äuäitflluwg.
Donnerstag mittag ist de Dar-Lieder- mann-Ausstellung bi der preussischen Akademie der Künste durch einen Festakt feierlich eröffnet worden. Unter bei zahlre.a en Cbrengäften waren u a. Reichskanzler Dr. Marr. Reichsmi.-uster Dr. Köhler. Munster H i r t f i e s e r Staatssekretär W e i tz m a n n. die Botfchaster Frankreichs. Italiens. Rutz- lands und der Türkei, der dänische, schweb.fche und tschechoslowakische Gesandte, der Berliner Obrrbürgerme.ster Dr. Bötz u v. a. hervorragende Vertreter der Staatsbehörden, ter Kunst unj der W.fienschast D e Ausstellung der 100 L.ebermann-Werle ist als eine Ehru n g der Kollegen der Akademie der Künste für ihren Vräs wem en. der an der Schwell« des SO. Le- IxmSjahrss steht, gedacht. Der preutz'.fche Minister für Kunst und W-ffenscha'i. Dr. Be-cke r. brachte in einer Ansprache dem Jubilar bte hersi.chsten Glückwünsche der vreutzsichen Ciaattregterung dar und feierte mit warmen Worten das veben#- werk Liebermanns. Er sprach Wa§ Liebermann den Dank für sein grotzrs Scha sen aus und bezeichnete ihn als km Sch. pfer der fetzigen Generation, der nicht mir als ein :rstzer dienender Künstler, sondern durch leine Arbeit auch ein Geich chtsschreiber von höchste» Qualitäten geworben sei. Rach dem 'N nistee feierte bet Vorsitzende der Mission für bildende Künste. Prof Franck, ebenfalls mit warme» Worten das Cebenfwctf des Jubilars
Tas internationale Schachturnier in Bad Homburg.
Da» am 12. Ium eröffnie 3ntemihonale Schachturnier in Vad Nomdurg fand seinen ao'chtutz. Da» Turnier beftanö au» einen internationale» Reisterturnier, an bem er BogoQubeei,
Reti. Tanakomer. Orbad>. Sämisch und ®)aiee teilnahmen. Ferner au» einem ftaupttumier. an dem sich eine bedeutende Anzahl oon Amateuren beteiligte. Da» internationale Meisterturnier zeitigte <ol- gende Ergebnisse: Bogolsubon» 7 Pimtte. Heh 6i, Tattakoroer fi. Drbad) 4| oarr.tfd) 4. Pate» 2 Punkte. Bernerkenrrven hierbei ist. datz Drbad) zum ersten Maie mit int.-mationoten Meistern ju- fammenlptrlte. Da» ftaupltumier hatte sofaendes Ergebnis: Weitzgerber 5i Punkte, 'JMornlon 5. Bieutgen 4. Brech 3t. ftarr 3|. Stern 3. erringe 2|, Riemann 1 Punkt
Die ftindenburgspende In Säbtoeflafrlfa.
Der Aufruf zur ftindenburgspende ist bi» Südwestafrika gedrungen. Die dort wohnenden Deutschen haben ihr Zugehorigkeittgefühl zum Mutterlande da- durch bekundet, datz sie unter dein Vorsitz de» Mit- flliebe» de» Canbeorat» von Sudwefkafrlka. Kecht»« anaxilt ftirfrtorn in Lüderttzbucht. für die deutsche ftinb#nburgf£<nbe einen Au » schutz bildeten. Dieser nimmt spenden au» dem ganzen ehemaligen Deutsch-Sübweftasrlka an.
Schwere» Unwetter über Schlesien.
Schlesien würbe von einem erneuten Unwetter heimgesucht AuherordenIsich schwer betroffen wurde der gesamte R e i tz e g a u Ja einzelnen Otten wurde durch wolkenbruchartigen Regen weites Gelänge überschwemmt. In Heinzendors schlug der Blitz in das Dachgeschoß des Getreidebodens, welcher sosort in Flammen aufaing. Unweit davon wurde eine Guls- scheune durch Blitzschlag m Brand gesetzt. 42 Masten der elektrischen Leitung Würben zertrümmert. Auch verschiedene Stallungen wurden vom Blitz getroffen; das Vieh konnte gereitet werben. Ebenso wurde das wüten- fl c b i r g e und die Reuroder G gend von dem Unwetter heimgesucht. Bei Reichen stein wurie eine Stau vorn Blitz getötet, in Raschdorf wurde ein Landwirt vom Blitz erschlagen.
Feh» lobewirteilr gegen eine Räuberbande in der Ukraine.
Das Bezirksgerichi K o r o si o n in t«r Ukraine Derurteilte heute 10 Mitglieder etn.-r Bande, bte in dem an Polen grenzenden Gebiet Plünderungen verübte und nach lebet Tat aus der Sowjetunion nach Polen flüchtete, um der Strafe zu entaehen. mm Tode. 19 weitere erhielten G^sängnisstrasim. Das Urlexl ist bereits vollstreckt Worben.
Wllbwefl in Durzbnrg.
Ein Raubüderiall aut c nrn Stratzenbahn- er Wurde D > nb nach 10 Uhr in Würzburg verübt. Buf bem Blönbof 3 i 11 e r a u sprang auf ben Wagen der elektrischen Srrasien- bahn während der Fahrt ein Mann auf. hielt dem Schafsner einen Revolver vor und verlangte die Herausgabe des Geldes Der Täter sprang mit le ner Brüte ab unb flüchtete. Der Vorfall Ihielte ich lo Ichnell ab. datz der Führer des Waqeno von brm Vorzang nichts be- merkte Als der Räuber oerlclgt wurde, gab er mehrere Revvloertchüf'e ad. Gr entkam.
Vie meutert! in Canflnfl.
Die 300 Ctrofgcfanqvnen des titaatägefäim» niflcs bie wegen der Verweigerung der Rauch- erlaubnis gemeutert unb sich In der, unter dem Slaatsaesängnis befindlichen Kohlengrube. In brr sie beschäftigt traten, verschanzt hatten befinden sich nunmehr über 40 Stunden In dem Stollen des Berawerks. Die Verständigung mit den über Tag befindlichen Gefängnis beamt en nahmen Ile zum erstenmal am Abend auf. indem fie verlangten, batz ben Frauen der Wächter, bie Ile unter Xa^ gefan-.cn halten, erlaubt werden möge, mit ihren Ehemännern zu sprechen Der Vorsteher des Grlängnisies lehnte ledoch jede Verbindung mit den Leute» ab.
Dvcttervarairüsage.
Wechleknd wolkig, ze «weife aufteiternft, für die Iahresze t mähig warm unb e. ^elne Regenfälle
Gestrige Tagestemperaturen Haj mum 22,0, Minimum 4 8 Grad Eel'ius- Cc.r.nnii<lx.nbeMer; 9‘ । Stunden. Riederschläge 3> M.Mmeter. Heutige Vkorgeniempera:ur 13.4 Grad ftetfiuA.
Wltterungsausf schien für Sonn- tag Bei »citWeikr ll^ngsabnahme in der Hauptsache trocken.


