Siebener Anzeiger iGeneral-Anzeiger für Gderheffen)
Mittwoch, 25. November 1922
Nr. 274 Dritter Matt
Aus Natur und Technik.
Wie ein Elektrizitätszähler entsteht.
Ben Da« g i I * t r
«Ruchdruck twrtoicn!)
G, Bitt B><*1 nichts in der JMl brr- grtcUt, Da* nicht gelegentlich auch einmal — oenriben Sie das harre Won gellaut wird So darre ti auch tn den Ktndhe flagen bce v-ortitroato einer lüi WMdmibig, jebre-aii» aber für leftr dlllia «rLaltee. sich elettn'che» Vt*l da?- r^ zu re.scha |tn. tast er eil fach riua Da), I ab »w o.’i.rUau'mt« v In. anfchioh Da» Nettrtzitätswerk t>«rCagU den Mann der sein« La, nicht belr.lt und auch nich» be.trtken konnte, en» glaub e natürlich. der 14.er werde ebne Wt ttt< wegen D-«bUahls verune.U r. i.bcn. Dal war aber < m 3crtum Di» Sachverständiaen ton« ui auf die 5ra.;i ob «lettrizitst eine beweg lche Lache e und ob Ile jemand gehören Ihn • nach tem bomo.i ,<n C a de ter ®r^nnti.il eui Uken obwohl J.rhu-. id: eine sehr fch-nc SnS» lel. lei fto doch eigen,l.ch kein, Sache, lonbem ein riuftanb Da» »tuet war trotz der Moren ®rfeimmU. batz f.ch Mr Iä:cr Aura Schaden tinrl anderen einen unurechtialen Vermögens- hereil verlcha'fi Harle daraufhin genölig', ihn «ch f-nn Eu^hdben des Ge etz s Ircizulprc den und HL te ihn sogar daim »reifprechen mul rx. wenn «r die •telirmUät auf eimm gefchlolienen ®tfcälter. etwa aus eine« Kabel unser Verletzung der Isolation allo durch Einbruch entwendet hätte Wenn Sie verehrter ßelet, nun aller- htngs auf Orunb diefes Freilrruchs zu der An- Kcht getdnfltn tollten hab Sie sich auch heute Aach auf fo billige Werfe Ihre Wohnung elektrisch beleuchten ton.wn fo geben Sie sich leider einem bedauerlichen Jrr:.im hin. denn der erwähnte Gall IW IVru' ’..i' jr.j zu einem Cbelee über den Otebftohl eleltr fcher Energie geworden, nach dem Obnen heutzutage ganz energi'ch auf die Finger gettopft wird wenn Vie Elektrizität entfchädi- gungslos enteignen zweifellos mit Recht. Unb doch ist h eine ganz merkwürdige Frage, wofür man e-.'entlich an fern Elektrizitätswerk bezahlen mutz Bekanntlich flieht einem die Elekir ^ität dorn Werk her auf einem Draht zu und auf einem andern — bei DicbWrom auf zwei andern — wieder zum 3lr?m<JäwtD..-r! zurück: unb zwar Flieh! genau biefelbe Glekin^ ätsmeng« wieder zurück die man vom eiehdAiiäl*a>rt< empfangen Hot Das Werk bekommt alle genau soviel Elek- trizil.n wieder, toic es od<n geben hat. unb trotzdem toll men bezahlen7 Wofür alto «inrntlichst Für welche Qdflung des Glektriz>tätOverkes mutz man bezah'en?
2tun ble Sache ist eigenUich ganz e.nfcch. es »ft nämlich genau 1o wie beim Waller Die Elektrizität an 'ich kotzet nichts, ebenfowenig wie das Watt r etwas tollet — unb doch müf'en wir ja auch für Wallerleltungswaller in den Städten bezahlen. Wir bezahlen eben dafür, batz uns das Wasserwerk das Watter hochpumpt. es auf einen Druck bringt, kor es i» unsere Wohnungen boeb- treibt und mit der erforderlichen Stärke aus- Wrbmen lätzt So müllen wir auch an das Elektrizitätswerk dafür bezahlen, datz es ble Elektrizität auf ein« Spannung bringt, di« die 3'.r!ir zität mit der rum Hellen Glühen «rsorterlichen Strom- stärke durch uniert Lampen drückt. 3m Grund« f rommen befahlen wir für ble Kohlen, hic da» leklrtzitätswerk verbraucht, um ber Elektrizität ble erforderliche Spannung au verleihen, unb vir müfei natürlich um fo mehr bezahlen, je mehr Elektrizität wir durch untere Lampen oder auch Maschinen von biefer Spannung fletoiHermatten Eedallm lallen. H.benbel mutz fekbstver- ch in diel« Preis« auch Derzin'ung unb 2tb- ung für die Maschinen, ble Kabel, Arb.-.ts- tbbue ufw enthalten lein — hin gesagt, die bem tvetbtaucher »ufltestende Elektrizität muh genau fo gemeßen. gezählt werden, wie etwa Gas und Was et
Man braucht alto EtekrrtzuätLzähler und zwar viele, da eben jeder Verbrauchet fchlredlich rtnrn haben muh Es ist daher kern Wunder datz sich ber Bedarf an Wählern mit der 3ul- brei.uvg ber •ldir*Al:ät.DeJoreung ständig geheimen hat. So bat g B bie X.gemein« Elet- trizrtätsgetollschaft. dl« vor 33 Jahren mit bem Bau von v? e.!r.y.:äi»5äbltrn begonnen Hot im September 1667 den ersten Zähler senigaestellt. 3m 2lovrm.ee ltzü7 wurde ber taufenNw. im Mal 1002 ter bundentou'endfr im Juni 1011 btt tnulionfte Wähler ge.iefert £«u:« ist bereits der achtmllllonste . ahler aus der .-Zählerfabrik ber Mlgemelren Elektrizltätsgefelltcha! t hervorgegangen
Liefe Zahlen braucht man nut zu nennen, um au zeigen datz es sich bei der Zähler- bcrls< -.u.. > um Maflenerzeugung handel, Do» Won Masfenerzeugung löst aber heut« ohne weiten» N» Wort Mietzar?«tl aus. und to bat denn bie Bilger e ne Elet.r.z>tä:^g« » lfcha t ihre x ählerladrik von Anfang bis zu End« für Die Fi e ,-toeit einjerijjtet. S « ist zur 3eii die
Mtbrik der Feinmechanik, tn der ru^illon-appara« vom -Hrbfio l an gefangen LU Aum Verland del lettl-*,en Erzeugnisses durch Fite arbeit hergestellt »eiben.
Die auf tem Habnkhos anlommenben Rsh- fti"' Elfe»-, Aluminium- unb Meff.ngblech, ge- lan-en zuerst in das Erdgefchosr wo sie durch Stanzen In Streifen unb S'.ücke geschnitten unb durch Pre sen zu Grundp'atten und Kappen der ä ler ersetzt i nb kurh die Warle t 'chanla» e daS berühmte lausende Band, weiter befördert werden. 3n elr.er gleichlautenden Reben strahe werden ble sie.neren Te le. Aufhängeösen unb kergfeichcn. hergestellt: sie werden dann rn die Taupistrahen uusgenommcn und durch bie am ‘TDanberbanb aufoehellten «lekiri'chen Punkt- k-mdbrnalAlnen das sind Maschinen, bi« Ellentelle. statt fle mit einem Faden jutommen- iurä'-en durch elektrischen Strom punktweise zum Müfcen bringen unb hc so an den gluhcndv.i C eilen zufammenschmekzen - mit den Haupt- teilen pere.niat.
Die un Lrdgeschotz gefertigten Xeile werben dann in Auszü^ien ht den Plenen Stock gebracht.
-1 .r.b Entstaubung werden btc Grundplatten mit einer Ketienförderanlag« durch
ein Dauchlockbecken Hindurchge ührk und wandern weiter durch Mc Irodenden Durch eir.en Hebei- kruck auf die Spr.tzgutzr-Errichtung wird bei Schauglas ml! ler tzappe durch einen 21ahm« au« Spritzputz verbunden. Di« Kapp»» w«rd< ' zwn Teil selbst.äria in einer Irammet, zum Xe.l auch von Hand durch Au'ipritzen von flarlv lädier: Di« ählwerksbock« werben durch em Sjrä»i'ipi\eljufH'«rl«br»n he:getz«i!t bei dem bie Mr.en Löcher nach dem bflamiien 2l«zept für ble Anfer.iaung einer Kano « — hierzu nimmt man bela- ntlid) ein Loch unb gietzt Metall herum — gleich mit eingegolfen werden. Di« <lab'.en- trommeln Ach en, . ahn.äder ^cnsterlchiidchen ufw. werden am Wnndertifch mit Hilt« von Lohrn zusammengebaut.
2öesond«rs iiitere, atti ist bie Herstellung Der Spannungsspulen 9int Maschine mit XXX) Umläufen in der 2H.na!« Wickel, toich« Spulen mit mehreren tau'enb Windungen tn v-enigen Mi- nu.c.i. wobei jede Laa« g«gen bie benachbart« durch «:n selbsttätig eingelegtes getränktes Pa- pierdtotl ito'.iert wird Besonders bemerkenswert ist auch b e Wandergalvanik in ber täglich Xau- ’enb« von Stahlmaaneten eleltdfd) verlupserk und vernickel! w.rden. indem he an Kelten hängend allmählich durch das Bad dtndurchlau'en.
Die teilweise Ausammrngebauten Teile unb alle Einzelteile werden im zweiten Stcck ,eilig au- fammenjebaut. In bem getrennte WandeNisch« Sir , ähker aller Stromartett laufen An den Eich- ftattonen ist da» Flletzverlahrcr. so burchaeführt. datz ble Äicherinnen von Tas«! au Tafel gehen unb jeweilig nur eite bestimmte Einstellung vornehmen 2ton dort kommen ble Zähler zum L‘acer unb zur 2)erpackung ble auch auf Wander- tlfien vorgenommen wird.
221an hat bei ber Besichtigung ber Wähler- fabnl nich, t-ae GefähL das, bi« Fltetzarbrit gleichbrdeutend mit Hetzarbeit ist. man erhält im Gegenteil den Eindruck einer ruhig fast gemächlich forischie,t«nden Arbeit. Dir Flies»- arbeit bedeutet nicht nur einen schnelleren Umsatz des JTapl als unb eine Besckl uriiung ter Arbeit, fonkem auch bie Herstellung von Erzeugnis en besonderer Güte, weil sich eben bie Telle in ber Flirtzardeit mir zufammenpassen las'en. wenn sie dur^aus g'.eichmätzig unb einwandfrei find
Das erste GanWetMischiff unb sein Erfinder.
Bon Ingenieur K Paul Lerche
« Buchdruck txrboivnij
In ber Geschichte ber Technik ist bet Fall nicht selten, datz man Den zuerst einaeschiagenen Weg verlädt, um schlietzlich doch weder den ursprünglichen Gedar7ten zur Lösung einer Aufgabe aufzugrciten Wenn tmr dah.r jetzt lesen, datz man sich in den 2krc u.flten Staaten dem Bau von Ganzmeiakkuftschifsen zuwendet von Luftfchiflen also, bei denen auch bie Hülle aus
Metall besteht, so wird man Daran erinnert datz ber erst- Erfinder eines an sich brauchbaren Luftschiffs, David Schwarz, m t Unterstützung des Alumi. iunnnhustriellen Kart Berg ein solche« Luftschiff schon vor X) Jahren gebaut hat. Der Sohn dieses Karl Der* Dr. Karl Berg, hat kürzlich über dieses Luftschiff unb feinen Er- sinder sowie über den Anteil seines Vat.T« an ber Verwirklichung der Gedanken de» David
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Schwarz eine Veiarrgveiche Schrift verdk*enl1ich' der wir tw lachitchen Angaben unseres Autzatz«« entnehmen.
Vavtb Schwartz, ein Ungar, war H-:»ha- unb batte i ch dis zu fernem 40 Lebimsjahr nur Mit (»?lAbe j : '.‘ei r .ir.g»m.;' 7X-. veschäf.lgt und an diesen dank einer guter, techn'.fchen Begabung auch Berbekferungen erfunden aber um Luft- schitzroaen hatte er sich nie gefümmert. Hur durch einen Zufall feine Frau p tte hm nach autzer- halb technische Schriften gesch'.ckt. als 'ich bie Abwicklung geschäftlicher Angels nheiten länger hinausaog. unb er sich laitotne.lt« — Lun er da- tu. sich mit bem Gedanken des Baiees eines lenkbaren Luf^chit'es zu desa'fen und tpur'-e von diesem Gekanken so b.herrscht datz fein Geschäft zurückging.
Schwarz kam bet feinen Ueb rlcgungen Darauf. sein Luft'chift aus OQurnatium zu bauen dellen Eigenlchafteii er eiirgehenb stud eete Be> seiner Suche nach «ine« H.-r'tcll«e deses Metall». das damals bi« ersten Stuken Linet Entwicklung durchlief, sand er den Fabr kanten Kart Berg In Evektito in Westfalen. d.t M« B deutung des lenkbaren Luftschi f* für das Ttotciianb er könnt, unb Schwatz mit 2iat und Tat und nve bie Hauptsache ist . mit G.-l) unterstützt. Et tot bto- obwohl .in gewisses Mitzttauen gegen Schwarz nicht ganz unberechtigt Dar. da dieser in Petersburg, wo er vocher e.n Luitlchl" zu baue begonnen hatte, b.-i 2lacht unb liebel .ausgerückt" und über die Grenze nach Deutschland geflohen mar. Berg tour.*t auch dadurch auf ein« harte Proit gestellt, datz sich Schwarz nicht «nügenb um den Bau unb ble Erprobung des Schills fummertc unb seine G-fun che't durch unsolides Leden untergrub So erlitt Schwarz am 13 3anuar 1897 In Dien auf der Strotz« einen 'Blutsturz. konnte sich noch In e n Haustor Ichletz'- pen unb brach dort tot zusammen Kuq vorder hatte er die Meldung erhalten, bah sein Lu'llchll' in Berlin zur .tjüllting bereit frl. Di« letzten ;1abrc seines Ledens hatte er viel Spott und Hohn ertragen müllen, von bem auch Kart Berg ein reicht ches Teil zu spüren bekam — man htett eben Luftschiff erfindet damals alltcmr.n für Phantasten Es gehört ein grotzer moralischer Mut dazu, unter solchen Verhall nisten an dem für richtig Erkannten unbe.rrt festzuhalten.
2kach bem Tode von Schwarz nahm sich fein# überaus energ sche Krau. M.lanie Schwarz, des Üebenswerkes itzr.s Mannes an. Sie gewann in bem früheren Lufstchillerunterosfitz'-sr Dagels einen Führer für das Schiff, das am 2. Aovemd. > 1897 unter Leitung des leider zu früh verun- fllüdhen Luftschiff r-Dberll-utnanra Barkfch von Vlgsfelb, des Erfinders des Drach.-r dallons. auf Dem damals am Tempel dos er Felde gelegenen Gelände der Luftichlsierabteilung ge- füllt wurde
Dieses Luflschist hatte eine Gesamtlänge von etwas über 88 Meter und bestand aus einem Wal- zenförmiaen Xetl von 12 Met.r Durchmesser unb rund 24 Bieter Länge unb einer 11 Meter langen kegelförmigen Spitze. Das b niete Walzenendr war durch eine Halbkugel adgcfchlosten. Vie äubere Hülle des Schiffs bestand aus langer. Aluminiumblechen von zwei ckbnt.4 Millimeter Stärke, die auf ein inneres Aluminiumgetüst aufgenietet waten. Die Gondel bestand ebenfalls aus Aluminiumblech und h'.ng 4,40 Tüder unterhalb bes tragenden Gasdchait.-rs an vier Gitterträgern: fle enthirtt einen Daimler.notor von 16 Pfeevestärken Diefer Motor trieb über A'.emen drei Luftschrauben zur Vorwärtsbewegung des Schiffs: zwei davon mären rechts und l nks am ^Ilmr.luiiimlxinon etwas unterhalb ber M tt« an- gerrbnet unb hatten 2 Mct.r Durchmesser: die dritte Schraube von 2.6 Tlleter Durchm. ffer be fand sich am Hinteren Gondelendr. etwa 3 Meter über dem Gondel do den.
Am 3. Novemder nachmittag» >. 3 116r wurde das Luftschiff von 2Lannfchaften der Luftfchlffer- abtelluno auf das TernprtHofer Feld gebracht. Don wollte Gagels zunächst bie von Schwarz
Vie mechanisielleLotterieziehung Gan DelmtanÄ»ali Depl.-Ing Paul Goldstein. «Nachdruck Dcrbotenl)
Oie Betrügereien, b« bet btt 28. Ziehung &S. Klaffe b*r Prcutz^-chSudd.utfchen allen- T.< non zwei ungetreuen Beamten verübt, wb bie for kurzem aufgedeckt wurden, haben hie Preutzllche EineraÜottrriedirrktton einer
beruh gendrn Kunbgebanfl an bie Lotteriefpieler Deranlaftf Rach Au'ulb'ung einer 2Utbc von Vicherungsmastnahmen. die fofoN tn Kräh tre:«n tollen, wird ovsichert, datz darüber hinaus dne mngedcnde Prüfu.g der frage ftattHnben werde, wie m 3uhinft beim siehungsvorgang bie menfchttchc Tätigktt! durch ma'dxmUe Etnrnch- amgrn ersttil werden könne. Diese Ausgaben- NOeül wird sicherlich einen förmlichen Dell- lauf der ErtInder zum Patentamt zur Fol« habet, die rielleicht una .genehm überrascht sein werben, zu erfahren, datz bie keineswegs neue Ausgabe bereits eine 2toche mehr oder weniger brauchbarer Lösungen gefunden hat. Es ertdv; daher nützlich, einen kurzen HeberNid darüber zu geben. Die ältere Erfinder bie Aufgabe angesaht haben.
Di« älteste ber in kn« Klaff« 43 j, Gruppe 40 <tng«orbn«len Pa tenrf chri't«n biet es Gebietes führt bk Aumrner 5719o und stammt bereits aus bem Aahre IM?. Dei Anmelder ist ein Holländer nam«m» F. A GnNoar van Guericke aus DfotjoEaria auf Iava. unb. wie bie Vatenllchrift verrät. |4bt;m ba* .confer b fortune schon damals mit Bezug auf die Staats- totoerk geübt worden ju fein. Der Grtinder tal-elt das gebräuchlich« Verfahren, bet dem von zwei dazu bet immun Perfvne aus zwei trommeln, von Denen Ne eine die Gewinn- und die andere die Losnummern enthält, gteichzertig f« eine Gewinn- unb eine Losnummer gezogen wird, tl« Hann ausgerufen und vermerkt werden. Er nennt dirtes Verfahren umständlich und zett- raubend, vor allem aber wirft er ihm vor. datz es bi? Möglichkeit des Betrug« tn sich birgt, womit er wie wir nun auch willen, nicht ganz unrecht hat. Mynheer txm Guericke schlägt daher vor Ne Gewinrummem durch farbige Kugeln zu ertonen. wobei jeder Gewiim- stufe eine andere Farbe e.it'prrch:: bte Rre en, bi« auch durch Kugefn vertreten fein müllen.
erhalten «Ine von den Gewinn kugeln möglichst abweichende Färbung, z. B. schwarz. Die .schwarzen und Ne he:tern Lose" ruhen m einer höchst linnrt.dxm /7)l,d)trDinmcl. und nachdem fit n bieier gehörig durcheinander geschüttelt sind, lässt man sie durch eine fletne Lstf'nung bn Tövdeii der Trommel einzeln nacheinander. Vie «S der Zufall fügt, in eine geneigt« Rinne laufen. Di« Rinne trägt am Bande eine Teilung, und Me Zwischenräume zwischen je zwei Teilstrichen tragen tortlaufenb btc Losnummern, und da der Abstand der Xeilftridw dem Kugeldurch- meikr genau gleich Ist, fo stellt frch jede, £to*- nurnmer eine Kugel gegenüber, bie durch ibte Farbe erkennen lässt, oo unb wieviel Ne betreffend« Losnummer gewonnen 6at Weru'. Ne Rinnen mi: Glas abgedeckt find, fo datz die Kugeln nicht berührt werden können, fo ist ein Betrug eigentlich ausgeschlossen.
Leider bestehen gegen das Tkdobren aber doch einige Bedenken Erstens wird Die Rinne sehr lang. Jede Kugel müfuc doch mindestens einen Durchmesser von 5 Millune er haben. Das gibt für 100000 Lote schon <mt Länge von ' > Äüoetelrr. Der Erfinder schlägt daher auch vor. di« Rinne in Form einer ©ptralc anzu- nebnen ober In mehrer« Langen zu unterteilen. Ader auch bann würde ein recht <nckähnlicher Hattendau für Me Ausstellung des Apparate« erforderlich fein. Daran brauchte Me Sache aber noch nicht zu schettem. 'Beben!r.dxr erscheint folgendes Die Kugeln, z. B. grtchtttone Stahl' kugeln mit farbiaan Lacküberzug, lallen llch zwar zlernlich aenau Herstellen, to bob |« bn Durch- mrtfer hinreichend übercinftimmen. Der Durchmeller ändert sich aber mit ber Temperatur unb die Teilung der 2tinne ändert sich auch aber nut: im gle-hcn BerhLtnis Die ganze R nn« verzieht llch durch den Temper arurwechtel und andere Etnskülle. und to kann «s kommen, bah einzelne Kugeln nrckst mehr genau zwilchen zwei Teilstrichen ßegm. sondern datz ihre 2Httte mit einen Teilstrich zusammensällr Dann ist «s unbestimmt, zu welcher Losnummer die betreffend« Gewinnkuge' ackert, und ba bie'e Gefahr um so gröher wird, je länger dir 2Unnm fbib, to dürfte hieran Me praktische Derwertbartott der sonst recht geistvoll«» Erlindu^ fdKi'.ern.
Die deut'chc Patenllchrill 174 SIS au4 dem Jahre 19?5 beschreib: eine" AuSlv'ungsapparat für Lvtteriezweck«, bei bem bic gleichartigen Ge
winn- unb Ootnuinmem durch eine Kette mti- etnanber gekuppelt sind, so datz sie gleichzeitig gedreht werden können Beide Trommeln Haden an einer Stelle Ihres Umfang* Oeffnungen, die für gewöhnlich durch Schieber grtchto"m find. Die Schteber find fo eing« rügtet, haft fie jeweils nur eine Gewinn- ober Losnummer heraus fallen fallen. 3n ihver ttefsten Stellung können die beiden Schieber zugleich durch einen gemein!amen Hebel geöffnet werden. Dann fällt au# den beiden Behältern je eine Los- und eine Gewinnnummer in eine Schale, au - der brtbe 2tummem nun herausqenvmmen werden, um auf gerufen und aufgef4)rieben zu werden.
Der EBinder gibt als ItortcU der Vorrichtung an, datz der Austritt jeder Rümmer rr- solat. ohn« datz das innere der Behälter von aufien zugänglich wirb Das ist schon richtig. Das aber hindert einen ungetreuen Beamten daran. Me Losnummer beim Auf nehmen durch einen einfachen Taschenspielertrick gegen eww ihm passende zu vertauschen und so den Gewinn an 'ich zu bringen?
Hveckrr. ästiger erscheint auf den ersten Blick «in« Vorrichtung, die nicht nur völlig unabhängig vor äuHeren Entflüllen Me Gewinnlos- nummer sichtbar erscheinen lätzt. sondern M* Rümmer auch in eine Liste druckt, «Ito sofort urkundlich fest legt. Es ist das der 2tot>arat zum Ziehen von Lott «riegeVinn losen und zmn Drucken von Ziehungslisten, bie der Schwennmger Uhrmacher Aichard Bü r k am 16. Februar 1819 zürn Patent angemelbet hat und worauf das — längst erloschene — Patent 316963 erteilt worden ist.
Diete Vor Achtung arbeitet nach der 2üi btt Glücksräder, wie wir sie von 3abrmärften unb Schützenfesten her to.-men. bei denen rin Rad. t-as an 1 einem Umfang 'Summern trägt, in Drehung rfriebt und durch eine Bremsvvrrich- iunfl ungehalten wird. Die an einer bestimmten Stelle erichrinende Rumner bezeichtt das Gewinnlos. Ein solches Glücksrad kann nur ei« beträufle Anzahl von 2lummem aufnehmen. Die Maschine von Bürk kann dagegen beliebig hohe 3cMen anwigrn Ie nach ber ertorbet# sichen Steilenzahi ist eine 2nza-l von Hoden frei drehbar auf einer gemeinsamen 2tchie nebeneinander angeortmet Jede Rolle trägt auf ihrem äusteren Umfang in best b.ger Le hr.folge bft Ziffern 0 bis S Durch Drehen der Rollen tonnen
also tz B. bei sechs 2tollen alle Zahlen von 000 000 bis W9W ÄU'ammengeHdlt tret Den. 3tbc Rolle träat dn Cpcrrab mit einer Klink« unb kann In einem beliebigen Augenblick fest- gehalten werden. Die Rollen »erben dnerin und unabhängig voneinander dadurch Ui Um- drehurm nrrlcnt. datz M. fraget einer Kurbeiwelle die Raven ber Rollen berühren und um einen Teil ihres 2veges durch Rribung mit- nehmen. 'Berni Me Rrllm dann gehörig Im Schwung sind. laufen sie enw Zeit lang frei Welter, genau wie das alte Glücksrad, unb werden «chlirtürch durch Sinfchwenton ber Sperr- n infen ptoylich an geb alten Die ganze Vorrichtung ist in einem Kasten untergebracht, der vorn eine Oeffnung in ber Grohe einer Zahlenreth.' trägt 3n Meter Schauöffnung erscheint bann Me Losnummer Me als gezogen gilt. 2U1 den Zadlenrolle: tonnen auyer den Schaunummem noch entsprechende Drucktypen angebracht werden wenn man bann den Rollenträger mit ber fest- gestellten rnpenrrihe auf einen Pavierstreifen fenft. über den ein Farbband geführt ist, fo wird Me gezoge« tioe nummer abgeb^urft
Das fofortige bruckfchrfstliche fr ft leg en ber Losnummer in einer sich ’cibftänUg druckenden ßlfte lätzt bie Erfindung als äuherst simwoll er- scheinen besonders wenn man sich vorftellt. batz t-tr Gewttinummern tn dieser Äste schon vor gedruckt Unbk und bah Me L'p<nummern ganz unabhängig von äuftertn ÖlnflüHen banebenge- druckt werden. Du Sach: Hot ade- doch Ihren Haken. Es ist nämlich rnczluh, datz die gleiche Losnummer mehrfach erscheint. Der Erfinder gibt das auch ollen zu unb empfiehlt, einige Losnummern mehr auszubrehen als Gewinn, vorhanden find, um Nrie Hummern später aus
die nach Aus'^?--n der k-ovvrli gezogenen Losnummern frei wer denken Gewinne zu verteilen. 2öei Meter Qfrrtei'ung ist ber Willkür natürlich Tür und Tvr geöffnet und älnteb- liyeiten find durchaus möglich. Sehr umstand- i ch ist auch die unbedingt notwendige 2tach- prüfung auf gleiche Gervinniosnummem.
Wie man sieht, ftelli doch keines btt vorhandenen Beriahren Me tbzale üösima dar und den Herrn Erfindern bleibt noch hinrrichend Spielraum. 2Han kann ihnen alfo zu rufen wie bet Eroupier in Monte Earlo feinen Spielern „Feitts votre jeu. meisieurer — .Dachen Sie ihr Spiel, mrne Herrens


