m. 274 Srodtes Blatt
Gietzener Lnzeiqer (General-Anzeiger für GderlMn)
Mittwoch. 25. November 1927
NsaßLothrmsen 1918 -1927.
tM< IwtwtfluM der eben ablaufrabra »dWn neun ^hr« ber |*«iira Brftnp|mi<tt J®14* nagen» täfel rera etgen-icngm «egrala, in Er Einung trtira 3m gleichen »ah* nsoütch. al» ilräntff dj bemüh« «#. de« tWgrift ringen" ui einen» Schemen werben zu loßen. wi- härt! ftch bc» Bteubiktn dee -desreiira runo rau nolktzafr, (Zirbel »In Seit, zu Inn. unh brr «ille. buk Bott»gemt.nichasi vor dem Untergang tm frrnibm. franzofischen Solt«um zu reiten
ja e darf kein Slfaß'Lothrlngen mehr geb endest der Leitgedanke brr französi fd^n Paliiik gegenüber den neuaeroonnenen Ok bifun am Dberrpcui und an der Iti'hl unter allen M/gUrungrn de» HotienalbM». de» L'inMIod» wie nui?) der „eationulni dmigtra' Toincar*» oe:vi-',u Unb die IraiuofO* Drifenl1id)?eit Hai diele» Ziri keinra Augenblick cu» bem «uge verloren.
Temenlfprechrad Ist ou| jtaa,»rechllichem »eblei die Serwallungeelnheit bi» auf grnngr Mefte ra|ch ;er|chlagen worben: nur bk In Von» aufredjierbaUene „(Brnrtalbirrhlon für Ir liefe Lothringen- unb einige Heinere Eonberverwaltun qra im L*anbr IclMf erinnern an ble in deuticher 3rit dufgrbauk oerfafl'mgenwhige Staate»! n • b r 11 br« L'onbr» Richt »iri ander» Hl e* auf den, (Brbin br» bürgerlichen unb de» f)anbri»re<tit». wo nur noch für gruHflr Cinrichmngen (im Gefellfchafl» rfd)! etwa) Abweichungen rom gelamtfranzösilchrn Jtaftt für kurze Uebergang»|ahre gelten, wätzrrad ho» französische Strafrecht bald nach bem Ciiyufl ber tiroinofra in Kraft geirrten ift. Toe freihei.- Iidx (Rfm»inbrD»rmaltungerrd)l au» deutscher Zelt unb bir in ,1 rank reich fehlenbr So. ztolgeseßgedung, «nblich bir tirchen - rechtliche € e n b r r ft r 11 u n g gegenüber In- nrrfranfrrid» flnb drei weiter, bebe tenbe Kebiete. auf denen flch der „AffimiNerunge"brang noch nicht bot durchsetzen können Am enlfcheibenbften ist bl, B,f e ll I g u ngjeber b,fonb,ren Man- b,»»,rfr,tung. dein tionblag mehr, frii Oer» riet» Reaieruna»zeil auch nicht einmal mehr ein „coawil coneullitif* (beratender Wal"», wie er unter WiUrranb» (Leneralkammiflariat al» schwäch lirtx SoltwofriTrinng eingesetzt worben war Die elfaß-lothringlschen gorberungen können heule nicht mehr Im vanbe Irlbfl zur Sprache Q.bradn werben, fandern nur in der Kammer zu Pari» unb im Iranzöstfchen Senat, in brn gesamt isanuMfchen Volkeoertretungen durch bir an Zahl unbedeutend, n Abgrorbneten unb Senatoren au» dra drei oftfranzöflichen «renzbepartement»
Unb mit diesem Abbau auf arganisotonschem Gebt« ging Aanb in f)anb der Ramos gegen die kulturell, Gigcnart (Flfab-VcMhringrn». der Ramos gegen bw «uttersprache de» Satte», da» Deutsche. Bom rrftre Tag, an wurde bi, Üandeofgrach, in Verwaltung. Gericht unb Schule ersetzt burd) die französisch, ..Rationulsprach,": die unoenneibliche herobbrüdjRg be» geistigen Niveau» der heranamchsenben 3ua,nb oerttdie man in der oetfenkllchkeit durch lüulchenbe Erfolge an einzelnen. Bekannt Ht |a. daß auf dem örbiri der Äunft bi» vor 2Jahren kein hochbeulfche» Theater (Schauspi«. Oper usw) geduldet wurde, unb das, auch heule nur de> tlchfprachige Gastsplrie arbulbrt fmb wäferrnb die städtisch,» Bühnen In diesem fast rein deutschsprachigen Lande au»fchliefzlich die Iran- znsisch. Sprache benutzen, selbst bot Wagneropern oder bei Niozart» ^aubrrlletr“.
Frankreich» Verbienft Hl e» demnach nicht, bah ,« deute noch ein kbrnrfrflhlg»» Elsah-Lothringra gibt
Die Gegenllnl» nun zeichnet sich darin ab. doh in brn gleichen Jahren da» Bewuhtsein. gegen- über Frankreich etwa» B,sonder,». eine ..nationale Minderheit" zu sein, immer mächtiger geworden ifi. Di» -efmatrechtrbewegung die autonom!» stlsche Bewegung ist dafür brr slnnsällige poli tische fluebn d geworden. Elfah Lothrlnaen Hal kein Vertrauen mehr in bi, Fähigkeit brr französischen Nation, dra besondere Leden «dedmgrmara feiner ..wi^ergesundenen Brüder" cherechtigknt widerfahren zu lasten Daher färben e» unter Berufung auf da» audi von Bari» anerkannte Seldstdestim munge- unb Mlnberheitenrechl Im Nahmen de» französischen Staate» leine Geschlckr selbst zu lenken. Ober bir besonderen Lonbeeangelegenheiten zu ver- fBgen wie einst in bratlfrrr ^'l ..unter dem deut-
Weihnachts-Oratorium und „Maqnisicat".
jn br»orfirbrnhrn Bnssührting dc4 Ko»zen-Ekrei»4.
Dom Gießener Äo n e< r t -3 «re in
wird und «schrieben , . _
Das erste der beiden Hauptwerke des Pro- grcmm» b<* Weihnachts-Oratorium von Heinrich Schütz, ist Im Sohr, lt>54 rat- standen. Schlicht und herzlich rurkündet es die .Htstvria von der I.tubrn- und gnadenrrichen Geburt Jesu Ehrlstl“.
3tt Schütz, indem er für seine Tert, fast aus- »chiiehllch auf das Bibriwori aurüdjvHf:. mchts toraiarr als ein □teuerer. Io ist er btngegrr. von rein muikaltichem Otanbpunftt aus. geradezu ein AevolutLnär zu nennen. Ttraotulionär ist die feldstün.zge Derwendung des Orchesters tn «einen .stomvcHitionen. ebenso die Witfübrung der regttalimschen Sologei ünge. Um zu tterftebra. was dtes für eine Steuerung bedeutete, muh man sich oergegrawsnwei das» die probefian- tikbe Nirchramu tt zur Dieder gab, des Schrift- Wons durch einen ei-Meinen, nur Me Ptalmod« kannte, d h die au4> in der kaiholitchen Kirche übliche, noch nicht in Safte gej;-.ebene, monotone □ttAitienmg. Don dem Äugräbl an. tro Schütz träfe r mb seines Aufenthaltes tn JtaiÄn mit Dontererkes r-zttativilchem Arioso befanrn wrrd. verwendet er die«es $He«e neue Form. Io über- ratchend Ile auch ist, und so groh die Umgestaltung war. die He hervor gebracht hat. ist nur Diraerin des neuen Geistes. Auch Schützens Äunft -.st primitive Kunst, aber eine solche. t>t< von keiner kommenden überholt werden kan-t, eben weil sie Getst und nicht 5t>nn ist. Für solche Vrimitive Kunst ist das kommende Dolttommeuere nicht ein Lukheden e:nes Llnvollkommenerert. sondern es bient zuletzt nur dazu, alle*, was m jenem Vrimitivismus lag. offenbar zu machen.
Bei Betrachtung bei zwetten Hauptwerkes b«s Abends, des .TL a g n l f i c a t“ von 3ofe. 'Seb. Dach bUereffiert und die Frage, tn wel
sch, o Joch" ..Bir wollen mindesten» f• ölet Freiheiten haben w i e vor 191b."
Die Anerkennung ÖHafe t'oibnngen» al» -nationale Blinderh^t", verweigert Frankreich Em gefondene» eisah-lothnngilche» Volk erfran: r» nicht an. Selbstverwaltung Autonomie erscheint ihm
• r. rr • t- jr mit de
finfenihthen fronzösiIchen Nation von der bi, Ül'ast- Uotbnrgfr n-ch lewer Austastung nur einen unlö» baren BeflandtcU bilden Stakt Selbstverwaltung zu gewähren, forben Frankreich Verzicht aus lebe SonderstrNung. alle statt Autonomie Assimilation restlose verschmei-ung Da» würde den un« entnrnnbaten Uniergang Elia'» Lo.hnngcn» de- deuten. Die Bereitschasl dazu, die nur au» der An rifennung einer weit überlegenen Kulturh-he besten kommen fonnir. wo» man für ble aufgegebene eigene reich Vergangenheit emta ischen würde, diese Bereitschait darf niemand heute von dem eltast- iothringischn Volke verlangen, da» in diesen Jahren allzu nahe mit Frankreich in Berührung g^ kommen ist. um seine Schwächen (al» Staatswesen unb al» Volk» zu kennen.
Eine Lösung diele» Zwiespalte» ist alle nur in doppelter Form möglich (stewöhrung der Autonomie oder gewaltsame verwelschung. Die Üirig- niste der letzten Wochen (Diktatur über die deutsch- sprachige Londe»preste. B"lach-Broz^s und ihr W brrball m der Iranznsilchra Vestentlichkeit be- weisen, dast Frankreich stch für den Weg ber (Hewatt rnstchiedra hat Am Vorabend be» 9. Be- fieiung»toge»’
Litauen.
Politisch» »cdifrltvirfuMflcn
Um di, Zusammenhänge her drei Probleme Memel, Vitavcn und Polen klaruistellen. scheint es doch anqcbra4)t. noch einmal die Lage Litauens zu charaklertsieren. Alan darf dabei nie berg eilen, bah dieses Land von einer Min- derhett regiert wird, die al» die lau- tininfats politisch in 'BXrflamfdt treten. Diese Panei hat vormehmltch völkilchen Cha- raher und Huld gt einem Aalionalisrnu». der eher pr.mitiD als kulturell w-Nvoll „ngelchätzr werden kann. Dolde maras, der Minislsr- prüsident des Landes, vertritt unter ihnen eigentlich mehr eine gemäßigtere Richtung, kamt davon aber [einen (Gebrauch machen, da seine Macht in der litauischen Armee beruht, deren Offiziere zum wesentlichen Teil aus Anhängern der Daul.nlnkais bestehen. So ist drr Sachverhalt. Man darf sich dabei nicht darüber hinw^stau- scheu, dost 6.der Zustand keineswegs fv labtl ist, wie er vielfach angenommen wird Trotzdem bestehen selbstverständlich in LUauen starb, Strö- immgm, d.e daraus h-.nausgefeen. die Regierung m.t ihren autokratischen Regterungsmastnahmen zu stürzen und dafür wieder eine ocpudlikonische Regierung zu setzen. Diese Strömungen haben sich tn letzter Zeit wesentlich verstärkt, fv dah die Regierung Doldemaral nunmehr allra daran setzt, durch auhenpolitische Alastnahmen im CTrmern den nöligen Diderhall zu finden. Aus diesem Grunde erfiären sich auch die zahlreichen Warnen Handlungsweisen de litauischen Regierung. 11 nb in dieser Hinsicht dürfte ihr vielleicht auch bk jetzt« Spannung mit Polen, die zum grofyen Teil auf anscheinend polnische liebergriffe zurückzusühren ist. gelegen sein. Alan kann nur nicht umhin, bei »•.der Gelegenheit den Litauern eins In Gr- amenmg zu rufen, dah es sich nämlich bei beim potnitch-litauischen Streitfall doch um eine litaui'che Minderheit hankett. eme Minderheitsfrage also, für die Litauen, was Memel anbei r.fh. sonst nicht recht grvszes Cfr-refle gehe gt hat Alan kann deshalb nur b.ffnx dah die litaui'ch.' Regierung doch einmal tt; .ferer parteivolUitchen Nnbungen. Lernt das ist das Ddentlichste, zur Einsicht kommen wird und kee Memelsrag^ endlich ein für allemal aus der Welt schasst, damit der Weg tret wird zu der Aerständigung mit Deutschland.
AuS dem Amlsver-lündigungsblatt.
• Da» Amtsverkündigungsblatt Ur. 8 4 vom 22- Aovernber enthält: Anleiheablösung. — Strahentperre — ötnfcnbung der Tage- und Handbuchsauszüge — Ausstellung von Dandergewer bescher neu. — Gewrrbelegit i- mationskarten. — Dtenstnachrtchten.
chem Sinne ist Schütz als Dorläufer Dachs arv zusehen?
Schützens Derhältnis zu ihm kann nur ideell begriffen werden, sagt Spitta. Er steht nicht auf seinen Schultern, sondern zehrt von seinen Errungenschaft en, ohne es zu wissen, wie in der 2atut eine neue Vegetation ihr Leben aus den Dtn ihr verlunkenen zieht, die sichtbarlich nicht mehr eit fiteren und doch da sintd, als wirkende Kraft.
Dach hat sein Magnisicat wahrscheinlich für die Deihnachtsvesper K23 komponiert. Da dä, r das Magnisicat Im De^pergottesdirast ziemlich kurz beme«en war. muhte Dach feine Malik danach ein richten. Zhr Scha >e ist es mcht gewelen. Die herrsche Knappheit iäht ihre Schdn- fecit in der vollendetsten D«se zur Geltung kommen. Trotz lern drei Trompeten munxrk-n. wobei die erste m einer so „votiert hohen Lage aeMxneben ist, wie fk heute Nicht mehr r-ortcmmi. ist die 3r.ftrament?erung nie .bitf*. da Dach die Diäfer mi: äuhe:ster Dor"ich: verwendet. Eine grandiole Ausgabe wird in diesem Werke dem fu.stimmigen Ehor gestellt.
Zwischen diesen beiden Werken gelangt Dachs Solo-Kantate .34) habe genug* (Ferto Pun- ficationrs Mariae) zur Aufführung. Unter den von Rezitativer. durchbrochenen Arien dieses Werkes leuchtet in hoher Schönheit .Schlummert ein. ihr müden Augen". Wer diese Art, hört, der fühlt, datz hier kein Musiker redet, der sich in die Ideen sei.res Tert^ h-neingelebt hat, um ihn zu vertonen, sondern einer, der diese Worte an fich gerJIen hat, um ife-nen etwas von dem einzuhauchen. so» er in sich trug und offenbaren muhte
Hessisches Londestbeater.
Etwa einen Monat nat der Derliner Hr- aullührung hat jetzt das Hessische Landes- tfecater Zu^mayer» .Schin derhannes" in den Spiclplan auf genommen und in kurzer Folge mehrere Ausführungen herausgebracht. Zuchnayer, der bekanntlich Hefe ist und im vergangenen Jahre für feinen .Fröhlichen Wein-
Evangelischer LandeSlirchenlag.
(Don unserer Darmstädter Redaktion >
• Darmstadt. 22 Roo
Der Evangelische Landeskirchen- taa trat heute norm.rag tat Oe.xi.;bf des Lan- deskirchentags zu ammen. Prä tben1 l >. Dr Freiherr von He »I zu Herrnsheim er. ’tncic um 91 4 Uhr die Tagung Das Orr'l-iur.aigebet sprach im Anschluß an den tzd. P'alm Pfarrer L). Df Wattz
Prä ident D. Freiherr von Hetz! wies tn einer Anlproa darau« fern, dast di, XM cht bestanden hätte den Kandeslirchrntag lur« nach den Cotmncrlenrn ernzuberuf-n ab.-r durch den Tod dos Skt. Oberfrnhfcpttalrai» U Dern - bed habe tich bi, tonberuhmg t*ec*6gti Der Dorfitvende IchildeNe dng.'b nb di, autvplernde Tät>gkcti Dernl'ed» im D enne b.*r Landeskirche, sein Leben»werk sei das Odra zur Derb flerung der Pfarrstellen gern s.n. grofi.* Derdi-nste habe er fich auch um di, stnaniielle Aus - nandev- setzung zwischen Staat und Kirche erworben. Rach einem Htmve.» auf die w cht gr«en Punkte der vorliegenden Tagesordnung teilte d r Redner mit. Adg. Dr von Helmol: habe sein Mandat niedergefegt, sein? S Ile habe Dr Werner (Friedberg- eingenommen. Dra verstarb nen Abgeordneten Dietzel und 1111 m a n n wurde ein ehrender Rachrus gewidmet Weiler erwähnte der Dorfitzende. das» Oberkirchenrat Wagner 25 Jahre dem Landeskirchen ag angehör-. Dür- germeifier Krapp 'Sidenhosra! lein 25jäh- riges Amtsjubiläum als Dürgerneister. Pfarrer 1). Dr. Waitz (Darmstadt) sein 25ia6r.gra Amtsjubiläum als Plärrer und 'Dürgenneitter Sl eiert lHradach- lein äOiäferigra Jubiläum als Dürger.neirer geseiert habe. Den 3ubilarcn wurderi berdidx- Glückwünsche im Ramon der Dersammlung ausgesprochen. Hieraus erfolgte die Deveidigung d.-r neu.'n ANtgl. Der d.s Lan- devlirchratages. Fritz Deifer. Landtvir! in St Johann. Studienrat Dr. Werner in Flicdberg und Altburgermeister Fauerbach in Cf arbeit
Die Dersammlung trat sodann in die Beratung der Dorlage über die
Abänderung der vicnst Pragmatik ein. Liese Abänderung bezieht sich aus die Dorbildung der Kandidaten für da« Pfarramt Die ■Jiraftpragmalil soll künftig bestimmen, daß der Psarramislandi'al während kincr weiterDor- bildungszeit aus mindestens zwei Zatzrc neben der Aullicht des 6upetintrabraten und des Dekans in der Regel der besonderen C.itung eines vom Landeskirchenamk zu bestimmenden Pfarrers der auch Dekan fein kann, unterstellt wird. 3n der Lusfprache ergriffen Dekan D. 3aubt» Plantg. Öcbeimcr Oberkonfistonalrat D. Dr. $1 bring, Pfarrer Georgi- Ermenrod. Pfarrer Lenz- Diesten. Prosellor D. Han- Sch m i d t-Diesten. Pfarrer S ch u st e r - Aler- stein, Psarrer Schrimpf- Dieburg und nochmals Dekan D. 3 a u b I das Wort. 3m groben unb ganzen stimmt en die Redner der Tk>riajje zu. doch wurden auch viele Ernzelbedenken vorgebracht. Lurch die neuen Bestimmungen soll nämlich tn Stadl- und Landgemeinden rin Lebr- vikoriat eingerichtet werden, als Ergänzung des Seminarbefiuhs zur weiteren Ausollbung der Kandidaten. Lie Kritik in der Aussprache richtete lich insbesondere gegen die Aussicht von drei Instanzen über den Kandidaten, auch gegen die zu lange Dauer ter Ausbildungszeit, für die rin 3ahr vorgesehen ist.
Inzwischen war solgender Antrag des Abg. Proses or D. Hans Schmidt durch den Präsidenten mitgeteilt worden.
Der LandeLlirchrataz wolle beschliehra 1. Der Plarramtskandidat untersteht nach bet evi^erleminarzeit audj wä-rend t-er wetteren Dorbildungszeit dra von der Kirchenregierung für seine weiter, Ausbildung gegebenen 'Beifügungen: 2. die Pfarramlskandida:ra unterstehen auher ihrer llnterstellung unter ken Superintendenten und dra D.'kan auch bem ältesten Psarrer des Kirchspiels in dem sie tätig sind: 3. di, Kirchenregierung wird eine Anzahl von Psartrn. besonders von Dori« gemeinden auswähira. deren die lln.erweisung von Lehrrikarra übenr-le'ra wird: 4 die Dauer des Lehevikariais be*rä ;t mindesten« vier Wochen 3,der Psarramtskandidat hat ein
Ocbrotlcriot zu absolvieren. Die Kosten des
Sehrr-ikariats werden von ber Kirch, getragen. 5 Inhalt trab An ter Urneiwel una de» Lehr- <rfüjung der Äir/xnreglerung* geordnet"
Dede mra« S l b r I R | wandte sich gegen den Austrua .A^'rchi- in dem Antrag et soll, .ede pottze.ltche Leberwachung v,rm evra werden 3n den weiterer Aerhandlungra sprachen noch. P'aner Ausseld Ersten Psarrer Lenz. Dtesten und Pfarrer Dr Muller. RüNelsheim
Sin Antrag te» De ans D 3 a u b I wu.ischte die Zurärkverwe.sung der Borlage an den zu- ständi en Ausshust
Abg Pro^s or D Schmidt. O ef en, be- merkte, er habe den Ausdrud Aulltcht" aus
rüdverweisung derDorlage wurde einstimmig angenommen
Abg Kogel- Gernsheim bat einem Antrag zur Ein.ichtung von Stimmbilduna» kurzen am Predigersem inar in Friedberg eingebracht, der vom Präiiden:en verlesen wurde.
Lm 11 15 Uhr trat eine Paule ein Rach Dieterauinabme der Derhandlungra wurde ohne Aus'prachc und einstimmig eine Do.läge brr Kirchenregierung brtr. di, Gründung einer evang Kirchengemeinde B! d»! 4 an- genommen.
Der Deriammlung lag hieraus solgende Dorlage über di« Bildung einer Krankenkasse' gemeinschost für ble eoong. Geistlichen vor: .Der S 3 des Kirchenge'etzrs. die Bildung einer K ankenkattegemrinlcha't für die evang. Geistlichen bdr. in De.bindung mit 5 1 de» Abänderungsgesetzes vom 2k. 3 uni 1924 wird dahin abgcänden. dast die Worie etn Prozent. bzw zwei Prozent durch drei Prozent er'etzi werden Da» Gesetz tritt am 1. Rvi-ember 1925 in Ärafl.“ Rach kurzer Aussprache wurde die Dor läge angenommen.
Ein Antrag des Dorstandes der Hessischen Luther st istung, das Stipendium von 350 Mark aus 4» Mark zu erhöhen, wurde ebenfalls angenommen.
Dorlagra der Kirchraregierung betr. die kirchliche Zugehö.ig'ett der Evangelischen m Forst Treieich (Revier Sprendlingen), d.e riuiedung der evangelischen Einwohner von Ober-Grirabach zur Pfarrei Ober-Eschbach, die Errichtuna einer Psarrstelle z u Oden Haufen (Dekanat Grundera) und die Gründung zweier neuer Pfarrsteilen in Diesten fanden ebenfalls Annabme. Abg Wahl-Schlitz hatte sich gegen die Giehener neue. Psarrsteilen gewandt, während die Abgeordneten R e u e n h a g e n-Giri^^n und A u s f e l d - Diesten die Doriag, unter» stützten.
Nächste Sitzung Mittwoch
Oberheffen.
Landkreis «letze»
r Hollar, 22. Rov. 3n einer Im Schuihaus, dahrer stattgehabtra Konserenz bc» De- zirkslehrerveretns Lollar, tzu der auch Angehörige braafebarler Bezirkeve .ine rr1d)U» nen waren, hielt Lehrer Dr Dalser aus Dau» bringen einen inl,reslan:en unb lehrreichen Dortrag über das Thema .01 ut den Spuren ber Eiszeit tnRorbdeutschland". Der Redner der im Sommer dieses 3ohre» an t ner geo- graphilchra Slud.rareile durch di, no.dneulich« ^ie eora, nach yelgclanb i«;lgenominen hat. Ichti- beric an Hand zahlr,ich,r guter 1,'ichtblldei di, in der norbbeui1a.cn T, ebene no4> nuhzuweisen- den Spuren der Xäugitil der gewalttgcn D rischer die sich in ber Eiszeit tun ÖlanbinoDicn au» bis t.ef ins Herz Deutschlands, bis an die deutschen Mittelgebirge erhrtdien und an vielen Dr en als Moränen Gletschersa.l s« und -schlämmen. erotische Blöde usw zu sinken sind. Dra Schlust bildete ein, Reihe von Lichtbildern, die eine Fahrt nach Helgoland, iowie bi, 3nf<l selbst und ihre Bewohner zeigten, wobei der Dor- irage ithr Delegenhett sand, die Düne.ibUbuna, sowie die Einwirkungen von Wind und Wasser aus diese zu schildern Der Dorsitzrad« des De» zirkslehrervereins. Lehrer Keller aus Lollar, sprach dem Redner den Dani der Zuhörer aus. Anlchliestend bertchtei« Rektor Da ab. Lollar, über die Hauptversammlung der ..Ludwig- und Alice-Stis.ung- tn Mainz Der D -ri tzende wtd-
berg“ den Klei st pr es erhielt hatte den vorbe- rtiientra Proben und der Srstau fuhrung seiner neuen Sbopfurm in Darmstadt betgewohnt: sie harte einen starken Puulikumsersolg. Der Schinderhanne»" ist feine Talratprobe kein mit tief schürsradra Dedonlra belastetes Drama, sondern. es nähert sich dem Dotts'tüd. Sein Dorzug ist eine geradlinig,, leichrorrständlich« Handluna, die nicht mtt seelischen Problemen beschwert ist. Am beltra gera:en smd bi, tritra Dilder unb der Schlust. D>, DeschmadlosigkeUen und Derbheiten des sprachlichen Ausdrucks waren bei der Darm- ftäbier Aussührung gemildert sie wären übrigens leicht ganz zu entfernen, ohne dast ‘em Drama envos Lharaktenstilches genommen würde Ais Schtnderhannes (Johann Büd'.er, gast erte Gustav von Wangenheim. der früher dem Landes- rHeater angehört hat mit schönem Erfolg — Stark besucht ist gegenwärtig eine Zyllusaufsüh- rung von Dagvers Ribclungraring Rhein- g e 16" ent) die .Walküre“, die bereits ausge- führt wurden, boten durchweg gute Leistungen der Darsteller, ebenso das Orchester unter Leitung von De K .reftor Dr. Döhm: tn,
Bühnenbilder Nnd weniger befriedigend, zu eigenwillig und überbirt war di, Bühne meist zu dunkel. — 3m letz en £r, mpbor.it • ÄD i rt tes Thea erorchesters (ßti e:. Ck etalmu, tbi.efior Dr Böhm) kamer. der Hollän-er Eorneiius Döpper, der Italiener Ottorino R e s p ia h t und der Xu-fe Peter Tschaikowsky zu Dorr, die beiden erstgenannten mtt neuen Werken. Döpper war mit einer .Diaconna Dotica“ betitelten Tvndichtund vertreten di, ,ine rnbring» fide Musik von sei,rl chem säst religiö'em Eha- raher trag unb beifällig ausgenommen wurde Respiahis .Fon:an« di Roma“ sucht nach Art der Programmusik das Plätschern römischer Brannen nachzuahmen Es ist e ne Schöpfung, die stark unter dem Eirrflust von R charb Strauß steht: die Zuhorerschatt zeigte llich ihr gegenüber zurückha! erch. In einem 2Lki? c.-nic-Äcr>,ert (Lei- ter stäbti'cher Mufikdirek'or D.lhelm Schmitt) war das Theater tfcenfalL» 'chi gut f> Die Deranstalmng machte m-.t einer jungen Geigerin aus Köln, Rile O u e 11 n g, befarmt, die
ein, starke technische Begabung au'nxift. 3m Kleinen Hause tu Landesthea er» ha t, Kammersänger Karl 3 ö r n n I einem A.ien- und Lie ec- abend eine stattlich, Zahl von D,rehr,rn lemer Kunst um sich versammelt, die bei dra tf ,.leri- schen Leistungen 3örns auf chi, Rechnung kamen.
E.B.
Die Tröger des Kleist«Preises 1927.
Der Kleist-Preis ist diesmal bekannil ch in einer Höhe von 1003 unb 500 Mark den Dichtern Gerhartz Menzel und Dr Hans Melfel verkiehen worden. Betbrn Prristrägern kann man tncfe Zuwendungen burchrus gönnen da es sich um zwei oirlocr prechmde d utlche jung D chter handelt, die sich sicherlich des Presr-s durchaus würdig zeigen wenden. Gerhard Menzel ist rin Schlriier, dessen Drama .Toboggan“ zw:r noch wenig bekannt ist, dafür aber manches andere moderne Bühnrawerk durch feine Wucht unb frin atemlo*ra Tempo bei weitem üb rraat unb ein starkes und riemratarrt ßebra t> -rräl. TUrn^ri rrirmert vielfach an die Raruralistik Gerhart Hauptmanns, ohne ihn jedoch zu lopierni; er geht leine eigenen W'zr? dir zwur noch nicht geebnet, aber doch gerichtet find
Der andere Preisträger. Dr. Hans Melfel, hat die Auszeichnung für feinen Roman.Torsten- Ion“ erhalten, m dem er sich mit den großen Problemen der Zritgefchicht - bfafjt unb tn d?m er dra Ausstieg eine« Dikta ors zum Mittelpunkt der Handlung macht 3>er junge Dichter greift die Probleme der Zeit hei der Wurzel an unb durchleuchte sie mit dem Scharfblick eine» klugen unb oorilchrigen Politikers, der se.ne Zeit und ihr, Ereignille kennt. — Beide Dichter, Menzel wie Me.fri, stechen vollkomm.m in der Wirllichkrit. ste wurzeln m der Gegenwart und packen ihre Problem, mutig an, ohne an ihnen fli Ich, i' ern.
Tie Derlrihung des Kl.ist-Pc Ue6 dürfte für beide Dichter n.cfet nur eine ehrrnvolle Destäu- gung ihrer künstlerischen Bemühungen lonbm auch eine i«hr fühlbare Hilfe bei der Erschließung eineS großen Publikums bedeuten.


