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lungert ves ReichSratS die Wünsche und Anträge ihrer Regierungen persönlich zu vertreten. (Ent­gegen anderslautenden Meldungen darf man an­nehmen können, daß das preußische Kabinett vorläufig die Frage, ob der Reichsschulgesehent- wurf verfassungsändernd ist, offen lassen will. Die Gntscheidung über diese Frage dürfte erst bei den Beratungen im Reichsrat erfolgen.

Der Neichselternbund für die christliche Volksschule.

B e r l i n, 22. Sept. (WB.) Unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Radtke fand heute in Berlin ein aus allen Teilen des Reiches besuchter Führer­tag des Reichsbundes der evangeli­schen Eltern - und Dolksbünde statt, auf dem einstimmig die Entschließung gefaßt wurde, in der es u. a. heißt, die Tagung sehe nach wie vor in dem Regierungsentwurf die Grundlage, auf der jetzt endlich das R e i ch s s ch u l g e s e tz Zu­standekommen muß. Rur so kann unserer Schule die unbedingt notwendige Rechtssicherheit wiedergegeben und die Lösung der Schulfrage durch Konkordate vermieden werden. Wir verwahren uns geaen eine planmäßige Irreführung der öffentlichen Meinung, die die Tatsache verhüllt, daß die rechtlich mögliche einzige deutsche Volksschule bisher die ch r i st l i ch e war. Unsere evangelische Schule muß erhalten bleiben, wenn das Grundrecht, das die Reichsver­fassung den deutschen Eltern gibt, ihnen nicht wieder entrissen werden soll

Aus den öandtaysausschüffen.

Don unserer Darmstädter Redaktion.

Darmstadt, 22. Sept. Der Gesetzge- bungsausschuß des Hessischen Land­tages beriet eine Regierungsvorlage, die sich mit einer Strafanzeige gegen den Landtagsabge­ordneten Wilhelm Weber aus Offenbach be­faßt. Die Abstimmung darüber wurde zurückge­stellt. Ebenso wurde ein Gesetzentwurf über das Aufsuchen und Gewinnen von Schwerspat zurückgestellt. Ein Antrag des Abgeordneten Schreiber und Gen., eine Reusammlung der gültigen hessischen Gesetze zu ver­anlassen, wurde angenommen. Anträge der Ab­geordneten Haurh und Gen., Dr. Werner und Gen., Dr. Büchner, Dr. von Helmolt und Gen. und Lautenbacher auf Lockerung der Woh­nungszwangswirtschaft wurden a b ge­lehnt, weil dieselbe Materie bereits vom Land­tag beraten worden und eine nochmalige Be­handlung nach der Geschäftsordnung nicht zu­lässig ist. Ein Antrag des Abg. Houry und Gen. zur Berdingungsordnung für Bau­leistungen wurde mit einem An­trag des Abgeordneten Mann auf Abänderung dieser Ordnung der Regierung zur Berücksichtigung empfohlen. Ein Gesetzentwurf zur Abänderung des Gesetzes über die Umle­gung von Bauland vom 6.Rovember 1920 wurde mit einigen Abänderungsvorschlägen des Abgeordneten Dr. Riepoth angenommen. 3m Pe­titionsausschuh wurde ein Antrag Dr. Werner, daß die hessische Regierung sich darum bemühe, eine Reichswasser st raßendirektion nach Mainz zu bekommen, angenommen, ferner 'ein Antrag Ritzel, daß die Regierung für eine Verbesserung der Postverbindung zwischen Ber­lin und dem östlichen Odenwald eintritt. Die Regierung bat dies bereits zugesagt.

Engländer über die Unterdrückung Tirols. Die Schule als Mittel zur Entdeutschung.

London, 22. Sept. (Wolff.)Manchester Guardian" veröffentlicht einen Artikel eines Mit­glieds der Quäker-Gesellschaft über die erneuten Versuche der faszistischen Regierung, Südtirol zu italienisieren und über die Verfolgung, der die dortige Bevölkerung seitens des faszisttschen Regimes ausgesetzt ist. Die Schule in Südtirol ist, wie es darin heißt, das Werkzeug zur Zerstörung der Muttersprache gewor­den. Kinder, die in einer Sprache unterrichten werden, die sie nicht verstehen, lernen über­haupt nichts. Außerdem werden Kinder von ihren italienischen Lehrern als Spione benutzt, um Belastungsmaterial gegen die Lehrer Tiroler Ursprungs oder gegen ihre eigenen Eltern zu erhalten. Ein aufmerk­samer Beobachter erklärte: Von allen Ergeb­nissen der italienischen Besetzung Südtirols ist das Schlimmste die Demoralisierung des Charakters der Kinder. Sie werden be­stocken, um Lügen zu sagen. Eine Ration von Lügnern wächst auf. Unseren Kindern wird ge­lehrt zu betrügen; sie werden schamlos für Zwecke der Verfolgung benutzt. Der Verfasser des Artikels bemerkt, Prä seit Ricci setze mit ungeschwächter Rücksichtslosigkeit die ganze blinde, brutale Politik des faszistischen Italiens gegen seine deutschsprechenden Untertanen fort.

Der belgische Vasall.

Erweiterung des französisch-belqischen Militärbündnisses.

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers'

Berlin, 23. Sept. Das belgisch-französische Militärbündnis ist in den letzten Tagen erheblich e r wei tert worden. Belgien hat sich verpflichtet, sein Festungssystem beschleunigt auszubauen, es hat einem gemeinsamen Mov.tmachungsplan zugestimmt, das belgische Aufmarschgebiet ist wei­ter nach dem Osten verlegt worden, alles in allem ist es dem französischen Generalstab gelungen, die belgische Landesverteidigung so in dos eigene System einzubauen, daß Belgien eigentlich für Frankreich nur noch eine Flan­kendeckung und einen Schuh für die fran­zösischen Rordprovinzen darstellt. Ueberhaupt muß man nach dem neuesten Abkommen den Eindruck gewinnen, als sei Belgien heute mehr denn je ein Vasall der Franzosen. Daß die Abhängigkeit vom französifchen Rachbarn in der Rachkriegszeit von Jahr zu Jahr größer geworden ist, ist längst fein Geheimnis mehr. Das Fallenlossen des Eupen-Malmedy-Projckts und des Vorschlages einer deutsch-belgiichen Un­tersuchung auf Einspruch von Paris her ist der beste Beweis für die Ausgabe jeder pol tischen Selbständigkeit, der zur Seite die militärische Bevormundung Belgiens durch Frankreich steht. Die Belgier dürfen sich unter diesen Umständen allerdings nicht Wundern, wenn ihr Ansehen in den Augen der anderen Rationen immer m:hr sinkt und wenn man nicht zuletzt aus des em Grunde sich veranlaßt sah. Belgien nicht wieder

Pilfudsltts Kampf gegen das polnische Parlament.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 23. Sept. Herr Pilsudski, der sich mit Hilfe eines halben Staatsstreiches zum Gewalt­herrscher Polens machte, aber gleich wegen seiner sozialistischen Antezedenzien bemüht war, seinem Vorgehen ein demokratisch-parlamentarisches Män­telchen umzuhängen, sieht sich, je länger er an der Macht ist, desto mehr gezwungen, seine ganze Ver­gangenheit zu verleugnen und die Allüren Mussolinis nachzuahmen. Die Volksvettretung ist ihm unbequem, also hat er sie nach Hause geschickt. Er kann sie vorläufig aber noch nicht ganz entbehren, weil er schließlich noch ein Budget haben muß. Er hat deshalb vor einigen Tagen ver­sucht, den Sejm wieder zusammentreten zu lassen, hat aber dabei die Erfahrung gemacht, daß die Mißstimmung der Abgeordneten gegen ihn, eben weil er sie mundtot machen will, in bedenk­lichem Maße gewachsen ist. Das erste, was der Sejm tat, war, daß er einen Beschluß annahm, worin die Beseitigung der Presse-Dekrete Pilsudskis gefordert wurde; jener Presse-Dekrete, die erfunden und ver­faßt worden waren zu dem Zweck, den letzten Rest von öffentlicher Meinungsfreiheit zu beseitigen. Darüber hinaus lagen noch ein halbes Dutzend mehr oder minder bedrohlicher Interpellationen und Mißtrauensanträge vor, die ihm angesichts der Verschiebung der Mehrheitsverhaltniste unbequem waren. Er hat also wieder kurzen Prozeß gemacht und bereits nach der ersten Sitzung den Sejm nach Hause geschickt, um tags darauf auch den Senat den gleichen Weg zu schicken. Ver­fassungsmäßig hat er die Möglichkeit dazu, da der Staatspräsident das Recht besitzt, den Sejm einzu- berufen, aufzulösen und zusistieren"; sistieren, d. h. vertagen, und bis Ende Oktober ist Herr Pil- sudski nun jeder parlamentarischen Kontrolle frei. Er könnte das Spiel beliebig oft wiederholen, wenn nicht Ende Rovember die Legislaturperiode über­haupt zu Ende wäre und wenn nicht außerdem die erforderlichen Etatsmittel- bewilligt werden müßten. Aber er ist ein findiger Mann und vielleicht hilft er sich damit, daß er nach nochmaligerSistierung" den Sejm auf löst und dann die Neuwahlen wie auch die (Einberufung des neuen Parlaments mög­lichst lange hinausschiebt, um aus diese Weise wie­der einige Monate Zeit zu gewinnen.

Die polnische Linke schäumt vor Entrüstung über wegen dieses diktatorischen Verhaltens und droht Herrn Pilsudski, daß die Amerikaner ihn schon dafür strafen würden, indem sie nun seine Anleihe nicht bewilligen, die sie sicher nur einer ordnungsmäßig parlamentarischen Re­gierung zur Verfügung stellen wurden. Das ist ein holder Traum; den Dankmännern von Wall­street ist es völlig gleichgültig, wie die Regie­rungsform des Landes aufgezogen ist, wenn sie ihnen nur hinreichende Sicherheit für Verzinsung und Amortisation ihres Kapitals verspricht. Und da seht allerdings der Hebel ein. Wäre es Pilsudski gelungen, in Polen wirklich Ordnung zu schaffen, dann könnte er über die Volksvertretung zur Tagesordnung übergehen, tatsächlich aber hat er in der inneren Politik völlig versagt. Es stagniert alles, die Unzufriedenheit greift unterirdisch weiter um sich und die Wirtschaft erlahmt langsam. Das, möchten wir annehmen, wird für die Geldgeber jenseits des großen Teiches hinreichend Anlaß fein, ihr Portemonnaie zuzuhalten und den Polen die Anleihe ebenso zu verweigern, wie im vorigen Jahre. Ohne die Anleihe aber kann Polen sich aus die Dauer finanziell gar nicht halten. Auch Herr Pilsudski dreht sich also im Kreise. Und mit ihm versagt so ziemlich das letzte Mittel, das die Polen überhaupt noch befaßen, um ihren bankerotten Staat politisch, finanziell und wirt­schaftlich lebensfähig zu erhalten.

Die Unterdrückung der deutschen Schule in Obersch!esien.

Deu 1 hen, 22. Sept. (WB.) Die deutsche Minderheitsschule in Riewiadom (Oft ober- schlesien) ist am Montag auf Anordnung der Woywodschaft geschlossen worden, angeblich weil gegen den Minderheitsschullehrer Pyttel aus politischen Gründen ein Disziplinarver­fahren eingeleitet worden ist mit der Begrün­dung, daß er den Kindern ein deutsch­sprachiges Kinderblatt zu lesen gab und daß er dem Verein Deutscher Lehrer in Polen angehörte.

in den Rat des Völkerbundes hineinzuwählen. Aber die Mehrzahl des belgischen Volles fühlt sich in der Abhängigkeit von Frankreich an­scheinend sehr Wohl, so daß es auch alle Un­bequemlichkeiten, die damit verbunden sind, wird in Kauf nehmen müssen.

Neue Unruhen in hankau.

Japan landet Truppen zum Schutz seiner Konzession.

Hankau, 23. Sept. (Havas.) Ueber die Stadt wurde der Belagerungszustand verhängt. Die Straßen, in den Barrikaden errich - t e t wurden, werden von starken Patrouillen durchstreift. Diese Maßnahme wurde ergriffen, weil vorgestern abend in einer der belebtesten Straßen eine bewaffnete Bande das Feüer auf eine Militärabteilung eröffnete, die einen Ge­fangenen, einen an Bord eines japanischen Dampfers verhafteten angeblichen K v m m u - nistenführer, eskortierte. In der Verwir­rung konnte der Gefangene entkommen, meh­rere Mitglieder der Bande wurden jedoch ver­haftet. 2m Laufe eines weiteren Zwischenfalls zwischen 2apanern und Chinesen wurde eine ja­panische Schildwache mit dem Bajonett ange­griffen. Als sie mit Eewehrfeuer antwortete wurde von Maschinengewehren Gebrauch gemacht. Ein Chinese wurde getötet, mehrere andere wur­den verwundet. 3n Hankau wurden 20 0 j a - panische Matrosen gelandet und ein Zerstörer, der auf dem Wege nach Schanghai war, autTiefberufen. Der Kommandant des ja­panischen Geschwaders in den chinesischen Gewäs­sern hat seine Abreise nach Japan verschoben. 2n japanischen Kreisen erklärt man, daß für die jüngsten Schwierigkeiten Chinesen verant­wortlich gemacht werden müßten, da dies nicht das einzige Beispiel der Gewaltanwendung gegenüber Japan in Hanlau sei.

Aus iSIer Welt.

wirtschaft und Reklame.

Vom 15. bis 20. September hielt der Ver- bandDeutscher Reklamesachleute E.V. seine diesjährige Hauptversammlung in München ab. Die sachlichen Verhandlungen dienten im wesentlichen der Steigerung der Wirtschaftlich­keit in der Reklame und dem Ausbau der inter­nationalen Beziehungen im Werbewesen. Eine Reihe von fachlichen Vorträgen aus wichtigen Einzelgebieten der Reklame bot auch weiten Krei­sen des Erwerbslebens Gelegenheit, Rutzen aus der Arbeit des Verbandes zu ziehen. Durch die Gründung von Fachgruppen innerhalb des VDR. wurde die Arbeit auf den einzelnen Teilgebieten der Reklame praktisch stark gefördert; auch die wissenschaftlichen Fragen wurden in einer be­sonderen Veranstaltung behandelt. Bemerkens­wert ist, daß auch das Ausland eine Reiche von Delegierten entsandt hatte und daß wichtige Ver­handlungen über die Gründung eines europäi­schen Distrikts der internationalen Reklamever­einigungen stattgefunden hatten, die dem Ver­band Deutscher Reklamefachleute E. V. und damit dem deutschen Werbewesen eine gebührende Stel­lung auch im Wett-Reklameverband sichern.

siönnecke startet am Freitag nach Basra.

Angora, 23. Sept. (W. T. B. Funkspruch.) Könnecke hat seinen Weiterflug nach Basra auf Freitag früh 5 Ahr festgesetzt.

Dav Schicksal Nungessers.

Ein Priester in Glasgow teilte dem dortigen französischen Konsul mit, daß er während seines Urlaubs in Da useway in der irischen Grafschaft Kerry von dortigen Bewoh­nern gehört habe, daß sie denWeißen Vogel", das Flugzeug Rungesfers und Cotts, der ersten französischen Ozeanflieger, in nordwestlicher Richtung fliegend ge­sehen hätten. Am folgenden Tage sei das Flug­zeug gesehen worden, wie es von Westen zurück- tehrte und in der schweren See versank. Als ein Boot die 'Stelle erreichte, habe keine Spur mehr von dem Flugzeug gefunden werden können. Die Meeresobersläch. fei von großen Mengen von Petroleum und Oel bedeckt gewesen,

während keinerlei Flugzeugteile ge­sichtet worden wären. Der Priester erklärte weiter, daß die Bewohner des Bezirks keinerlei Zweifel hegten, daß das Flugzeug derWeiße Vogel" gewesen sei.

Folgenschwerer Flugzeugabsturz in Bad Blanienburg.

Ein Verkehrsflugzeug der Rordbayrischen Verkchrs-A.-G., das mit drei Damen und dem Piloten beseht war, geriet auf dem Wege nach Leipzig Über dem Flugplatz Saale (Schwarzatal) beim Durchfliegen einer Kurde in eine Fall- böe, wodurch der Apparat absackte und, da er sich noch in geringer Höhe befand, z u Boden schlug, wobei der Propeller zersplitterte. Die linke Tragfläche brach durch den Anprall. Der Führer des Flugzeuges, der Pilot Schnabel, war sofort t o t, ebenso eine der mitfahrenden Damen. Die beiden anderen Damen wurden so schwer verletzt, daß an ihrem Auskommen gezweifelt wird.

Zusammenstoß zweier Militärflieger.

Aus bem Militärflugplatz Eger ereignete sich ein schweres Unglüd. Zwei Flieger, ein Ober­leutnant und ein Zugführer, waren mit ihren Flugzeugen zu einem Ülebungsfluge au'geftiegen. Als der Oberleutnant eine Kurve flog, ging der Zugführer, der sich mit seinem Apparat genau über dem des Oberleutnants befand, nietet und zertrümmerte mit dem Pro­peller dem Oberleutnant den Schädel. Beide Flugzeuge wurden vollständig zertrümmert. Der Oberleutnant wurde auf der Stelle getötet. Der Zugführer erlitt schwere Derletzu-gen.

Dom BUH getötet

Ein über Mannheim hinweggegangener Ge­wittersturm erreich!« die außerordentliche Stärke von 100 Stundenkilometer. Die innerhalb fünfzehn Minuten gefallene Regenmenge betrug fünf Liter pro Quadratmeter. Bedauerlicherweise ist auch ein Todesfall zu verzeichnen. Ein Blitz schlug in die Tribüne des Phönix-Sportplatzes ein und tötete einen dort vor dem Unwetter Schutz suchenden 15- jährigen Knaben auf der Stelle. Seine beiden Spielkameraden, wurden durch den Blitzschlag zu Boden geworfen, kamen jedoch mit einigen Prellun­gen davon. Einige Meter von der Unglücksstelle war eine Schulklasse unter Führung ihres Lehrers Zeuge des Unglücks.

Großfeuer in Saarbrücken.

3n der Donnerstagvacht brach aus bisher noch unaufgeklärter Ursache im Karvss erie- Werk Krämer Feuer aus. das in kürzester Frist zu einem Großseuer sich entwickelte und das etwa 1000 Quadratmeter große Werk bis auf die Umfassungsmauern vernichtete. Als die Feuerwehr infolge Versagens des Alarmdienstes etwa 20 Minuten zu spät an der Brandstätte erschien, war das ganze Werk bereits in ein riesiges Flammenmeer eingehüllt, das die große Halle in ein gewaltiges Trüm- merfe'.d verwandelte Sämtliche Werkstätten imb auch die Bureaus brannten vollständig aus. 3m 3nnem der Halle gingen die dort befindlichen Benzintanks mit gewaltigem Getöse in die Luft. 3nsgesamt wurden 20 dort stehende Kraft- wagen völlig vernichte', darunter ein wert votier Bibliothekwagen der S adt Saarbrücken. Der Schaden beträgt weit über eine Million Franken.

Explosion in einem '(mformerroerf der Berliner Elektrizitätswerke.

Infolge Explosion eines Oelfüllschalters in dem Umformermerf der Städtischen Elektrizitätswerke am Bahnhof Reinickendorf Rosen­thal brach Großfeuer aus, das nur unter Zuhilfe­nahme sämtlicherFeuerlöscher" der Berliner Feuerwehr auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Mehrere bewußtlos gewordene Arbeiter wurden von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Die Ursache der Explosion ist noch unbekannt. Da derartige Explosionen in letzter Zeit häufiger vor- gekommen find, sollen nunmehr sämtliche Löschzüge der Berliner Feuerwehr mit solchenFeuerlöschern" ausgerüstet werden.

Starkstrom in ber Radioaniennc.

Der 27jähr'ge Sohn, des Iungmann aus Rengertshausen bei Kassel rerungti/.-tie bei einer Reparatur einer Radioantenne da­

durch, daß der Antennendraht mit der elek­trischen Lichtleitung in Berührung kam. Der junge Mann hing stundenlang an dem durch Starkstrom durchpulsten Draht und konnte erst aus seiner schrecklichen Lage befreit werden, nachdem der Strom abgesteltt war. In­zwischen war bereits der Tod einselteten.

Die Vandcrolcnfälscher.

Donnerstag haben Untersuchungsrichter, Krimi­nalpolizei und Zollfahndungsdienst einen neuen ent­scheidenden Schlag gegen die Zigaretten- und Ban­derolenfälscher geführt. Es ist gelungen, in Dres­den den Hersteller der gefälschten Banderolen, Kügler, zu verhaften und seinen Betrieb zu schließen. Ferner wurde auf Grund eines Hastbe fehl des Untersuchungsrichters und mehrerer deut­scher Gerichte der 3igarettenfabritaht Benno Bandt, der schon einmal im November o. I. festgenommen worden war und sich vorübergehend in Untersuchungshaft befand, verhaftet. Wahrend Bandt feftgenommen wurde, kam einer seiner Hauptabnehmer, der Zigarettengrobhändler Westenberger aus Westfalen, hinzu und wurde gleichfalls festgenommen. Bandt hat seit Mitte August in Berlin in einem Geheimbettieb mindestens 280 000 Mk. unversteuerte Markenziga­retten gefälscht, von denen der größere Teil sicher­gestellt werden konnte. Schließlich entschloß man sich, auch den Zigarettenfabrikanten Poscharsky, der in seiner Fabrik in der Reichenburger Straße gefälschte Zigaretten hergestellt hatte, festzunehmen.

Die spinale Kinderlähmung in Leipzig.

Die Gesamtzahl ber Erkrankungen an spinaler . Kinderlähmung ist dis zum 21. September von 84 auf 95 gestiegen, darunter 27 schulpflich­tige, 61* vorschulpflichtige Kinder und sieben Erwachsene. Die Gesamtzahl der Todes­fälle hat sich um einen, auf sechzehn erhöht.

Die Kinderlähmung ist nun auch im Baut­zener Bezirk aufgetreten. 3m Bautzener Landkreise ist ein 13jähriges Kind erkrankt. 3n der Stadt selbst ist Krankheit noch nicht ausgetreten.

Wahnsinnstat einer Mutter.

Eine Bauersfrau aus Hehbach bei Regens­burg warf in einem Anfall geistiger Umnachtung ihre vier Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren in einen mehrere Me er tiefen Brun­nen; daraus sprang sie selbst in den Brunnen. Cs gelang den herbeige eilten Leuten, die Stau sowie ein lOjähriges Kind zu retten. Die übrigen drei Kinder konnten nur noch als Lei­chen geborgen werden. Die Frau wurde in die Kreisirrenanstalt Regensburg cingcLe'ert.

Abschaffung der Sklaverei im Protektorat Sierra Leone.

Der Gesetzentwurf über die Abschaffung der Sklaverei im Protektorat Sierra ß.-one wurde in einer Sondersitzung des gesetzgebenden Rates des Protektorates Sierra Leone angenommen. Am 1. Januar 1923 werden alle Sklaven frei- gelassen werden. Die Tatsache, daß die Be­sitzer von Sklaven wegen der bisher vorhan- benen Lücken in der Gesetzgebung des Protek­torats Sierra Leone flüchtige Sklaven enthaupten lassen konnten, hatte in Eng - land scharfe Mißbilligung erregt, was zu der Annahme des erwähnten Gesetzentwurfes führte.

38 Räuber gehenkt.

Das Personal eines in Guaymas im Staate So nora angekommenen Zuges berichtete, es habe 38 Leichname von Männern gezählt, die an Bäumen und Telegraphenstangen an der Eisenbahnlinie im Staate Nayarit gehenkt waren. Es wird angenom­men, daß es sich bei den Gehenkten um kürzlich ge fangen genommene Räuber handelt.

Die Wetterlage.

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Ein kräftiges Störungsgebiet liegt heute über der Nordsee, dessen Zentrum einen Barometerstand von unter 740 Millimeter aufweist. An seiner Rück­seite dringen polare Luftmassen südwärts bis Eng­land vor. Die Kaltlustzufuhr gestaltet die Wetter­lage unbeständig. Neben veränderlicher Bewölkung, verbunden mit einzelnen Regenschauern tritt zeii weises Aufklaren ein. Die Temperaturen ändern ihre gegenwärtigen Werte wenig.

Wettervoraussage: Veränderlich, wechselnd rool kig mit Aufklaren, kühl, strichweise Schauerregen und um West drehende Winde.

Witterungsaussichten für Sonntag: Fortdauer des veränderlichen Wetters

Lufttemperaturen am 22. September: mittags 25 Grad Celsius, abends 18,8 Grad Celsius; am 23. September: morgens 13,5 Grad Celsius. Erd- temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 22. Sep­tember 18,5 Grad Celsius: am 23. September 14,4 Grad Celsius. Marimum 25,2 Grad Celsius, Mini­mum 12,5 Grad Celsius Niederschläge 1,1 Milli meter. Sonnenfcheindauer 5% Stunden.