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wird ihm wohl auch heute, da die Rheinland-Frage das Problem des Tages ist, nichts anderes übrig bleiben, als nach dem treffenden Ausdruck eines Schweizer Kollegen während der Beratungen der europäischen MinisterFriedenspalme bei Fuß" Wache zu halten, eine Funktion, die sich aber unter Umstünden als von allergrößtem Segen erweisen kann... '

London, 23. Aug (WTB. Funkspruch.) Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" schreibt: Obgleich die Pariser und Londoner B e - 'prech ungen über die Frage der Rheinland- i truppen fortdauern, wird anscheinend in offi- j zielten britischen Kreisen keine sofortige L ö s u n g in den a u s e i n a n d e r g e h e n d e n An­sichten der englischen und der französischen Regie­rung erwartet. Paris scheint^ heute geneigt, die britische Garantie für Frankreich und Bel­gien im Locarno-Bertrag für geringfügig an­zusehen, wenn sie nicht durch

andere Garantien von französischer Wahl ver- skärkk wird, die nicht einmal alle im Versailler

Vertrag vorgesehen

sind. London andererseits findet es etwas schwer, diese veränderte Auffassung der französischen Regie­rung zu verstehen und ihr zuzustimmen.

W e st m i n st e r Gazette" veröffentlicht . einen Leitartikel 3. A. Spencers über die 'Rheinlandfrage, worin es heißt:Es wurde zwi­schen den Unterzeichnern des Locarno-Paktes vorausgesetzt, daß in einem angemessenen Zeit- raum eine wesentliche D e r m inderung des Besayungsheeres im Rhein­lande stattfinden soll. Wenn dies verschoben wird oder die Verminderung nicht wesentlich ist, wird die Stellung Stresemanns in Deutschland ernstlich gefährdet werden und die Politik der Versöhnung einen äußerst ernsten Schlag erhalten. Es be° stehen zweifellos schwere Einwände dagegen, daß die Besatzung sich ganz in französischen Händen befindet, aber es bestehen noch größere Einwäirde gegen die Vichterfüllung der in Locarno gegebenen Zusage." Spencer bemerkt weiter: Wir sollten klar zum Ausdruck bringen, daß, wenn die Franzosen unnachgiebig sind, wir unseren Teil der gegebenen Zusage erfüllen werden

und dann bis zur Zurückziehung so gut wie unserer gesamten Streickraft, es sei denn, daß die Deutschen selbst den Wunsch äußern, daß wir bleiben. Wir form en wenigstens auf diese Weise d^rtun, daß die britische Meinung gegen die Besetzung deutschen Gebietes durch große, vormals feindliche Truppen neun Jahre nach dem Ende des Kriege ist, und wünscht, daß sie so rasch wie möglich beendet wird.

Fochs Nachepolitik.

Paris, 22. Aug. (Wolfs.) DerPetit Parisien" berichtet über eine Unterredung, die Marschall Foch mit einem Vertreter des eng­lischen SonntagsblattesVeferee" hatte hin­sichtlich der deutsch-französischen Be­ziehungen. Marschall F v ch wünschte eine Besserung dieser Beziehungen, erklärte aber, daß dieses Ergebnis nur im Rahmen der be­stehenden Verträge ongeftrebt werden dürfe, und daß Deutschland, das immer nodj von un­ruhigen Element en gestört werde, sich entschlossen auf den Friedensweg begeben müsse.3ch sehe tonen Grund dafür", so führte Marschall Foch aus,doß die Dezi^unyen zwischen Frankreich und Deutschland sich nicht freundschaftlicher gestalten könnten, und wir sind die letzten, die dies nicht wünschen. Aber ich sehe nicht, wie die Gefühle der Beunruhigung in Frankreich beseitigt und wie die Annäherung zwischen den beiden Völkern vollzogen werden kann, solange der Geist der Versöhnung in Deutschland sich nicht bemerkbar macht und solange dieses Deutschland es ab lehnt, die militärischen Verbände aufzulösen, seine Arsenale zu zerstören, die es in Verletzung des Ver­trages beibehält und solange die Zerstörung seiner verbotenen Befestigungen nicht beendet ist."

Die VeuhorkWorld" bringt einen län­geren Artikel von Marschall F o ch, der in R u ß- land und Deutschland nach wie vor die Gefahren für den europäischen Frieden sieht. Foch schreibt: Deutschland wird sich demnächst entscheiden müssen, ob es sich östlich oder w e st l i ch orientieren will. England und Frank­reich müßten in ihrer Entente cordiale darauf achten, daß Rußland nicht den Frieden störe, und daß Deutschland den Versailler Ver­trag, der trotz Locarno das oberste Gesetz bei den deutschen Beziehungen zum Ausland bleiben müsse, genau befolge.

Danziger Fragen auf der Ratstagung.

Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers'.

Danzig, 23. Aug. Bei der am 1. Septem­ber in Genf beginnenden Ratstagung stehen eine ganze Anzahl Danziger Fra­gen auf der Tagesordnung, die sich im einzelnen in zwei große Gruppen einteilen lassen, einmal Fragen, die die polnischen Machtwünsche betreffen, und schließlich Fragen, die sich im speziellen mit dem Schicksal Danziger Staatsangehöriger beschäftigen. Die erste Fragengruppe beschäftigt sich zunächst mit der Exterritorialität der W e st e r p l a t t e , auf der bekanntlich Polen ein großzügiges Muni­tionslager angelegt hat, zu dessen Errichtung die Danziger Bevölkerung auf Beschluß des Völkerbundes noch drei Millionen Gulden bei­tragen mußte. Zu diesem Punkt kommt noch der sog. Port d'attache d. h. die Frage, die sich mit dem Einlaufen polnischer Kriegsschiffe in Danzig beschäftigt. Bekanntlich hat Polen die Erlaubnis, seine Kriegsschiffe solange nach Danzig zu führen, bis der polnische Kriegshafen Gdingen fertig ist. Da dies aber nunmehr der Fall ist, besteht für Polen keinerlei Be­rechtigung, feine Schiffe im Danziger Hafen einlaufen zu taffen. Der dritte Punkt bezieht sich auf die Verlegung des Munitions­lagers vonDanzig nach Gdingen über­haupt. Eine weitere Frage, die den Völkerbunds- rat beschäftigen wird, ist die der Herstellung von Flugzeugen in Danzig. Die Danziger Regierung steht auf dem Standpunkt, daß sie durch Einführung dieses Industriezweiges in Danzig in der Lage sein wird, der außerordent­lich großen wirtschaftlichen Rot deS Frei­staates zu steuern. Eine Tlntersuchungskommiffion des Völkerbundes hat sich bereits mit dieser Frage befaßt, und der VölkerbundSrat hat nun­

mehr dazu Stellung zu nehmen. Polen wendet sich dagegen, weil es die Danziger Konkur­renz befürchtet.

Die zweite Fragengruppe beschäftigt sich also mit der Behandlung Danziger Staatsangehöriger. Da ist einmal die Frage der Liquidation des in Polen gelegenen Gutes K v s i h k a u, das dem Danziger Staatsangehörigen Herrn von Rühen gehört. Die Polen halten sich zur Liquidation für berechtigt, weil sie behaupten, Herr v. Rühen sei deutscher Staatsangehöriger. 3n dieser Frage dürfte sich der Dölkerbundsrctt am besten an die Beschlüsse des Hohen Inter­nationalen Gerichtshofes im Haag halten. Ferner stehen auf der Tagesordnung der Völkerbunds­ratstagung die Frage des Klagerechtes der Danziger Eisenbahner, die auf Grund des Versailler Vertrages in polnischen Diensten stehen und nach polnischer Ansicht ihre Klage in Ansprüchen an den polnischen Staat nur noch bei polnischen Gerichtshöfen anbringen können. Dieser Punkt steht seit längerer Zeit schon in der Schwebe, dürfte aber eigentlich für besonders schwerwiegende juristische Auslegun­gen keinen Anlaß geben. Der letzte Punkt, der in Genf zur Verhandlung kommen wird, ist die Aenderung des im Artikel 6 des Danzig-pol­nischen Vertrages vom 9. Vovember 1920 vor­gesehenen Verfahrens, betr. die Mitwirkung des Völkerbundsrats bei Abschluß von interna­tionalen Verträgen. In diesem Falle hat man in den Verhandlungen mit dem Dölker- bundskommisfar van Hamel bereits eine Eini­gung finden können, so daß es hierbei in Genf wohl kaum zu besonders schwerwiegenden Ver­handlungen kommen dürfte.

Der MlionalMenkongreh in Eens.

Genf, 22. Aug. (WB.)Heute nachmittag wurde hier der Dritte Europäische Nationali­tätenkongreß eröffnet, an dem 35 verschiedene Minderheitsgruppen aus allen Teilen Europas be­teiligt find/die zusammen eine Bevölkerung von über 40 Millionen vertreten. In der Eröffnungs­rede wies der Präsident der Konferenz, Dr. Wil - f a n , slowenischer Abgeordneter im italienischen Parlament, auf die wachsende Bedeutung der Be­wegung der nationalen Minderheiten hin. Als die Hauptgegenstände der bisherigen Arbeiten erwähnte er die Gefährdung des europäischen Friedens durch die nationale Unduldsamkeit, die innen- und zwischenstaatliche Zusammenarbeit der Na­tionalitäten, das Sprachenproblem, die Frage der Nationalitätenkunde, sowie die Aufstellung von Statuten des Verbandes der Na­tionalen Minderheiten. W i l f a n teilte mit, daß nach der Aufstellung dieser Statuten neue Gruppen nicht mehr ausgenommen werden könnten. Zum Schluß seiner mit Beifall aufgenommenen Rede er­klärte der Präsident, daß

die Lösung des 2Ninderheitenproblems für die Erhaltung und Festlegung des europäischen Friedens ausschlaggebend sei.

Hieraus ergriffen d ' übrigen Mitglieder des leiten­den Ausschusses das Wort. Der Kongreß ernannte odann oter Kommissionen, die sich mit der Zu- ammenarbeit der Minderheiten in der Sprachen- rage, der Organisierung des Berbandes und mit )er Ausarbeitung der Statuten befassen werden.

Der Bericht der Saarfommiffion

Genf, 22. Aug. (Wolff.) Die Regierungs- kommission des Saargebietes hat dem V ö l ke r b u nd s se k r e t a r ia t den zweiten Bierteljahresbericht für 1927 überreicht. In dem Bericht wird zunächst an die bekannten mili­tärischen Umwandlungen im Saargebiet erinnert Gegenwär! g verfüge die Kommission erstens über einen Bahnschutz von insgesamt etwa 800 Mann und über eine Ne tz k o m m i s s i o n, deren Bestand 100 Man nicht übersteige. In dem Bericht heißt es dann weiter, ivas die wirtschaftliche und soziale Lage anlange, habe die Kommission sich damit besaßt, eine Verlängerung des beut sch-französischen Abkommens über die Handelsbeziehun­gen im Saarbecken zu erreichen. Die Kommis­sion habe ferner bei der deutscben und französischen Regierung angeregt, die Interessen des Saargebietes bei den Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich zu berücksichtigen. Die finanzielle Lage ergebe für 1927 an Einnahmen 403 232 037 Franken gegenüber Ausgaben in Höhe von 403 034 456 Franken. Es ergebe sich also ein lieber- schuß von 197 581 Franken. Der Arbeitsmarkt habe sich auch i-m zweiten Vierteljahr 1927 gebessert. In der Kohlenindustrie seien in der Berichtszeit eine gewisse Zahl arbeitsloser Taae zu verzeichnen ge­wesen. Die Zahl der Arbeitslosen habe Anfang April 3582, Ende Juni 2000 betragen. Der Bericht enthält dann noch sehr eingehende Einzelheiten über die all­gemeine Reorganisation des öffentlichen Unterrichts.

Der deulsch-belgifche Ausschutz.

Berlin, 22. Aug. (Wolff.) Die belgischen Blät­ter beschäftigen sich eingehend mit der Einsetzung des kürzlich 'beschlossenen Untersuchungsaus- f ch u s s e s in der Frage der Verletzungen des Völ- kerrcchts während des Krieges. DerSoir" wünscht, daß der Ausschuß durch den Völkerbund ein­gesetzt werde. Zur Zeit finden, wie den Blättern mitgeteilt wird, zwischen Deutschland und Belgien diplomatische Besprechungen in der Frage der Einsetzung des Ausschusses statt.

Die Zukunft des Dawesplanes.

R e u i) o r f, 22. Aug. (Wolff.) Unter der TleberschriftDie Zukunft des Dawesplans" be­spricht dieReuhork World" in einem Leit­artikel den Vortrags den der frühere Reichs­finanzminister Dr. Reinhold über die Aus­sichten des Dawesplans im Institute of Politics gehalten hat. Rach derWorld" hängt die künftige Gewährung von Anleihen an Deutsch­land von hem Zustand seines Budgets ab. Bis­her habe Deutschland in den Ve reinigten Staaten reichlichen Kredit gefunden und werde ihn auch zweifellos dort weiter erhalten, falls die deutschen Finanzen in Ord­nung bleiben. Zur Leistung von Reparationen und zur Regelung seines Zinsendienstes für seine Auslandschuld müsse Deutschland jedoch seinen Außenhandel wesentlich erweitern.

Die brennende Frage sei daher, ob die Hebung des deutschen Außenhandels angesichts der heute bestehenden Handelsschranken möglich fei.

Ein Versuch in dieser Richtung wäre zugleich auch eine Probe auf den Dawesplan. Der deutfch-franzöf ifche Handelsver­trag fei ein hoffnungsvolles Zeichen, doch

müßten viele Handelsverträge abgeschlofsen werden, um Deutschland die Möglichkeit zu geben, seine durch seine Auhenschuld entstandenen Ver­pflichtungen durch feinen Außenhandel zu decken.

Dawes lehnt die

Präsidentfchaftskandidatur ab.

Cincinnati, 23. Aug. (WTB. Funkspruch.) Vizepräsident Dawes hat in einem Schreiben an ein Mitglied der Aoung-American-Union eine Kan­didatur für die Präsidentschaftswah­len abgelehnt.

Die Militärkontrolle in Ungarn.

Genf. 22. Aug. (WD.) Dem Völkerbunds­sekretariat ist ein Schreiben des französischen Außenministers B r i a n d. des Präsidenten der Dotschafterkonferenz. zugegangen, in welchem er zur Kenntnis bringt, daß die Bot- schafterkonferenz beschlossen hat, die Militär- kontrollkommission aufzuheben Bei dieser Gelegenheit glaubt die Dotschafterkonferenz die Aufmerksamkeit des Völkerbundsrates auf die Vorbehalte der Kontrollkommission über die Anwendung derRekrutierungsgesehe in Ungarn lenken zu müssen. Die Vorbehalte sind in einer Rote, welche dem Schreiben bei­gegeben ist, angeführt. In dieser Rote erflärt die Kommission, daß sie von Anfang der Inkraft­setzung des Militärgesetzes von 1922 an sich Rechenschaft darüber ablegte, daß die Anwerbung neuer Soldaten meistens unter Z w a n g erfolge, während das Gesetz nur freiwillige An­werbungen vorsieht. Um künftig eine ordnungs­mäßige Rekrutierung zu ermöglichen, erbittet die Kontrollkommission von der Botschafkerkonferenz die Festsetzung genauer Regeln, welche im wesent­lichen bestimmen, daß das jährliche Kon­tingent neuer Anwerbungen 3720 Mann nicht übersteigen soll. Die Botschafter- Konferenz hat sich veranlaßt gesehen, der un­garischen Regierung gewisse feste Regeln vorzu­schreiben, und diese hat die Verpflichtung über­nommen, die Regeln innezuhalten. Das Schreiben Driands wurde unvorzüglich den Mitgliedern des Völkerbundsrates und der ungarischen Re­gierung zur Kenntnis gebracht.

Die Kampfe am yangtse.

Schanghai, 22. Aug. (WTB.) Wie aus R a n k i n g gemeldet wird, dauert dort die Be­schießung militärischer Objekte durch die Rordtruppen an. Von Pukau aus wird mit Gewehren und Maschinengewehren gefeuert. Da die Beschießung von Kauffahrtei­fahrzeugen von den Flußufern aus erneut einsetzte. fahren die Schiffe wieder geschlossen und unter Bedeckung. Heute wurde ein eng­lisches Schiff unterhalb von Ran.'mg be­schossen Das Feuer wurde durch ein eng­lisches Kriegsschiff zum Schweigen gebracht. Ein englischer Kreuzer hat zum Schuh des britischen Eigentums in Ranking Marine­soldaten gelandet und dann seinen Weg nach Wuku fortgesetzt.

London, 22. Aug. (WD.) Einer Agentur­meldung aus Hongkong zufolge wurde der bri­tische ZerstörerSirdar" von Maschi­nengewehren vom Südufer des QJangtfe gegen­über von Kwantschau in der Rähe Tschekiangs beschossen Er erwiderte das Feuer mit vierzölligen Geschützen und Maschinengewehren Die Chinesen sollen durch das Feuer des Zer­störers sechs Man verloren haben Der bri­tische Zerstörer Hai keine Verluste erlitten

Die Agentur Indo Pacific meldet aus Schanghai, daß keine merkliche Aen­derung in der Lage eingetreten sei. Etwa 4000 aus Ranking kommende Soldaten Die auf Hang- tschau vorrücken wollten seien an der Stelle, wo die Eisenbahn unterbrochen ist, aufgehalten worden. Trotz der erfolgten Rückgabe der Trag­flächen des englischen Flugzeuges bewachen die engl 'chen Truppen noch immer die Eis enbahn st recken. Alle in Kanten ver­fügbaren Truppen seien in Shiukwam zusammen- gezogen, um zu verhindern daß vor der mög­lichen Wiedervereinigung der einzelnen Ver­bände der Kuomintang von Ranking und Han- kau ein Einfall in die Provinz Kwanttrng un­ternommen werde.

Hebung der deutschen Milchwirtschaft.

Berlin, 22. Aug. (WB.) Reichslandwirtschafs­minister Schiele hat bei Begründung der Zoll- tarifnooelle Anfang Juli 1927 im Reichstag ange­kündigt, daß er mit den Ländern und landwirtschaft­lichen Organisationen in Verhandlungen darüber eintreten werde, was zur Hebung der deut­sche Milchwirtschaft getan werden könne. Im Verfolg dieser Ankündigung hat er soeben ein Rundschreiben an d i e Landesregie­rungen gerichtet, dem wir folgendes entnehmen Infolge der außerordentlich hohen Einfuhr an Molkereier^eugnifsen aus dem Auslande ist vielfach eine ausgesprochene Absatzkrise für deu t s ch e Molkereierzeugnisse, insbesondere Käse, heroorgerufen wordcn. Da die Milchvichhaltung vorwiegend in den Händen der landwirtschaftlichen Klein- und Mittelbetriebe ist, so bedeutet diese Ent­wicklung eine starke Gefährdung der bäu­erlichen Besitzer. Gleichzeitig stellen die hohen Einfuhren an Molkereierzeugnissen eine nicht mehr tragbare Belastung der deutschen Handels­bilanz dar. Infolge von handelsvettraglichen Bindungen kommen zurzeit zur Beseitigung dieser Umstände zollpolitische Maßnahmen nicht in Be­tracht. Um so mehr sollten wir die Mittel ergreifen, die aus eigener Kraft eine Besserung her beizvführen vermögen. Hier sollen in erster Linie die Standardisierungsbestrebungen der hierzu berufenen Stellen nach Kräften gefördert werden. Dazu soll die Qualität der gewonnenen Milch und der Milcherzeugnisse allgemein gehoben werden. Ein besonderes Augenmerk soll auf eine Rationalisierung der Molkereibe­tr i e b e zu richten sein. Soweit die Herstellung von Standardwaren und die Erreichung der sonstigen Ziele davon abhängig ist, daß die modernen tech­nischen Einrichtungen für die Milchoewinnung, den Milchtransport und die Milchoerarbeitung ergänzt ober neu beschafft werden, ist die Reichsregie­rung entschlossen, sich für eine Bereit st ellung der erforderlichen Mittel im Kreditwege einzusetzen.

Die Landesregierungen sind daher aufgefordert worden, anzugeben, welche Kreditbeträge für ihr Staatsgebiet voraussichtlich erforderlich sein werden und ob eine Verbilligung des Zinssatzes dieser Kredite geboten erscheint.

Aus aller Welt.

Reuschnee im Allgäu.

Auf den Dergen des Allgäu zeigt sich fett Donnerstag Reuschnee. Im Tal halten falte Regenfälle an.

Spät aufgeklärter Doppelmord und Selbstmord.

Aus Hveringen a. d. Werra wird gemeldet: Der Sägewerksbesitzer Licht aus Herfa fand im Dickicht des sog. Seulingwaldes drei Leichen. Es handelt sich um die Leichen eines Mannes und zweier Kinder, die sämtlich schon stark in Verwesung übergegangen waren. Es handelt sich um den Lehrer Fötzing und seine beiden Kinder, einen Knaben und ein Mädchen. Fötzing war früher in Heimboldshausen tätig und ist bann nach einem Ort in bet Nähe Kassels versetzt worben. Er lebte von seiner Frau getrennt, bie auch bas dritte Kind mit sich genommen hatte. Die Tren­nung liegt schon Jahre zurück. Im Mai 1925 hatte er an seinen Bruder geschrieben, daß er sich das Leben nehmen wolle. Er wurde bann in Bebra unb zuletzt in Höhnebach gesehen. Der bortige Oberförster hat den Wald seinerzeit abgesucht, aber nichts gesunden. Wie der Befund ergab, sind die im Alter von 7 bzw. 10 Jahren befindlichen Kinder mit einem Revolver erschossen worden; darauf hat sich Fötzing selbst er­schossen.

Die eigenen Kinder verbrannt.

In Marklohlih bei Halte brach in der letzten Rächt im Hause des Rachtwächters ein Feuer aus, bei dein die beiden Kinder des Wächters, ein Mädchen von sieben und ein Knabe von neun Iahr?n, verbrannten. Der Rachtwächter wurde als vermutlicher Brandstifter verhaftet.

vor den Zug gefchleuderl.

Infolge Bremsenbruches fuhr gestern ein Motorradfahrer bei Bad Lauterberg mit großer Geschwindigkeit gegen eine geschlossene Bahn­schranke. Hierbei wurde der Mitfahrer vom So­ziussitz über die Schranke gegen einen vorüber­fahrenden Güterzug geworfen. Er wurde vorn Zuge erfaßt, eine Strecke mitgeschleift und erlitt so schwere Verletzungen, daß er im Krankenhaus verstarb. Der Führer des Motorrades, der eben­falls gegen den Zug flog, wurde wieder zurück- geworfen und trug nur leichtere Verletzungen davon.

Lustmord bei Goslar.

Gestern abend wurde im Walde bei Goslar am Rarnmelsberge die Gemeindehelferin der Marktkirchengemcinde Mia Hoda ermordet auf* gefunden. Rach dem Befund handelt es sich um einen Lustmord, dem ein heiliger Kampf zwischen dem Mörder und seinem Ovfer vorausgegangen fein muh. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur.

Schwere Bluttat beim Erntefest.

Eine schwere Bluttat ereignete sich in der Rächt zum Montag auf dem Rittergut Wettin bei Schippenbeil in der Rähe von Rastenburg (Ostpreußen). Bei einem Erntefest kam es zu Streitigkeiten, in deren Verlauf ein Instmann und dessen Bruder durch Messerstiche getötet, ein anderer Bruder sowie der Oberinspektor des Gutes durch Messerstiche schwer verletzt wurden.

Line Krankenschwester unterschlägt 80 000 lll'-rt

Die Krankenpflegerin Käthe Weber, d'.e im Verlaufe mehrerer Jahre >as St. Elisabeth- Krankenhaus in Oberhausen um 80 000 Mark betrogen hatte, wurde vom Schöffengericht Ober- Kaufen zu zwei Jahren Gc'ängnis verurteilt.

Unwetter über England.

Aus den meisten Teilen 'ngtanbs wirb stürmi­sches und nasses Wetter gemeldet, wie es seit fünfzig Jahren im August nicht erlebt worben ist. Im Kanal wütet nach wie vor heftiger Sturm. Alle Verarm- gungsfahrten nach ber Jsle of Wight sind eingestellt worben. In Eastbourne würbe wegen des hohen See­ganges bas Baben im Meer untersagt. Sogar in öonbon erreichte bie Winbgeschwinbigkeit über 30 Meilen bie Sttinbe.

Untergang eines Fischerbootes.

Nach einer imEcho be Paris" veröffentlichten Melbung aus Borbeaux wirb ber Untergang eines Fischerbootes berichtet. Sechs Mann ber Besatzung iDerberi vermißt. Fünf konnten sich retten.

Untergang eines schwedischen Dampfers?

Oestlich von Oeland (Ostsee- traf der Stet­tiner DampferWerner Kunstmann am 20. Aug. vormittags ein kielobentreibendes Rettungsboot, mehrere Rettungsringe, Luckendeckel und andere Schiffstrümmer an, so daß die Vermutung nahe liegt, daß ein Schiff an dieser Stelle unterge­gangen ist. Der Dampfer setzte nach fünf Stunden erfolglosen Suchens an der Unfallftelte seine Reise nach Stettin fort. Rach den geborgenen Rettungs­ringen ist zu vermuten, daß es sich um den 2000 Tonnen großen schwedischen Dampfer Rellie" handelt.

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Lchlüssel Ml Der einzige, bewohn» in fr Schlag. Unb mol Schlosser holen! gemacht. Außerb vorher noch einka usv.) 3toeili eigene Wohnung iornme, ist es fr parterre wohnen.

Soviel Zeit schleichen wie Sh ob ein Fenster c lüftet habe, ist t abend, hintenra raus auch. Hei

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Jetzt: ein K. leucbtung wert g ßifalabiergerüff W auf dem Fe taj leere Zimmr Ehrend ich fad ich mir vor, ein M stehl. Fehl 2od mit den Erstellung, das, , Meine Frau megen, wenn id bei uns gestiegen ...du werde aber gleit

Die Suche nach den vermißten ^onolulufliegcn.

Auch in den letzten 24 Stunden wurde keine Spur von den noch immer vermißten drei Hono- lulufliegem entdeckt. In dem Heimatorte ber Miß Daran würbe ein Bittgottesdienst abgehalten. In ber Methobistenkirche bortselbst hatten Freunde ihren Kirchenplatz mit Blumen geschmückt.

Wettervoraussage.

Das gestern über den britischen Inseln la­gernde Tiefdruckgebiet hat sich heute unter ge­ringer Abflachung nordöstlich verlagert. Auf seiner Rückseite dringen kühle Polarluftmassen nach dem europäischen Kontinent vor. Der kühle Witterungscharakter bleibt vorläufig noch be­stehen, so daß bei etwas fallenden Temperaturen mit Bewölkung und einzelnen Schauerregen zu rechnen ist. Der Luftdruck ist gleichzeitig über den britischen Inseln stark angestiegen, infolge­dessen wird sich später die Wetterlage etwas beruhigen. Ob sie sich weiter bessert, läßt sich heute morgen aus den eingegangenen Wetter­meldungen noch nicht ersehen.

Wettervoraussage: Weiterhin unbe­ständig, wechselnd wolkig, etwas kühler, einzelne Regenschauer, lebhafte westliche bis nordwestliche Winde.

Witterungsaussichten für Donnerstag: Wolk'.g auch zeitweise aufheiternd und vereinzelt leichte Riederschläge.

Lufttemperaturen: 22. August mittags 20,5 Grad Celsius, 22. August abends 16,7 Grad Celsius, 23. August morgens 16,9 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: 22. Aug. 19,7 Grad Celsius, 23. August 14,3 Grad Celsius-

Gestrige Tagestemperatur: Maximum 21,1 Grad Celsius, Minimum 12,5 Grad Celsius. Riederschläge: 0,4 Milimeter. Sonnenscheindauer: 8 Stunden.