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können, und wir haben die Lieberzeugung, daß sie etwas leisten werden, trotz der vielen Miß­geschicke. Die Ausstellung soll auch zeigen, daß die Landwirtschaft in technischer Beziehung Fort­schritte gemacht hat, und daß darin Hessen keinem anderen Lande nachsteht.

Der Generaldirektor der Landwirtschafts­kammer, Dr. Hamann, der auch geschäftsftihven- der Direktor der Landesausstellung ist, bemerkte /in längeren Ausführungen, die er über den Auf­bau der Ausstellung im einzelne,! machte, u. a. daß die Landwirtschaft der großen Wettbewerbe bedürfe als Ergänzung der kleineren Schauen auf dem Lande. Mehr als andere Maßnahmen können sie, wie der Redner erklärte, das Streben fördern, es im Wirtschaften den anderen gleich zu tun. Ferner dienen die größeren Ausstellungen der Förderung geschäftlicher Beziehungen zwischen der Landwirtschaft und den Berufszweigen, die mit Der Landwirtschaft zu tun haben.

Die Stadt Darmstadt ist in weitestgehendem Maße dem Liniernehmen entgegengekommen durch Die Errichtung einer Festhallr, die auf einem der idealsten Ausstellungsplähe in Deutschland steht. Die Grundlage unseres Unternehmens ist die große Tierausstellung, die in einzelnen Abtei­lungen größer als selbst die der Deutschen Land­wirtschaftsgesellschaft ist. Es ist zu hoffen, daß die Bewohner des besetzten Gebietes ihre landwirt­schaftlichen Erzeugnisse in großer Zahl ausstellen werden und auch so die Zusammengehörigkeit des besetzten und des unbesetzten Gebietes zum Aus­druck bringen. Die Standardisierung landwirt­schaftlicher Erzeugnisse wird u. a. gezeigt wer­den, d. h. deren Vorbereitung und Sortierung für den Verbrauch. Die Verpackung des Obstes wird praktisch vorgeführt. Weiter machte der Redner Ausführungen über die wissenschaftliche Abtei­lung, in der besonders der Staat und die Behör­den ausstellen. Eine Prämiierung landwirtschaft­licher Maschinen findet, hauptsächllch auf Wunsch Der Industrie selost, nicht statt, dg in der kurzen Zeit eine wirtlich zuverlässige Prüfung nicht mög­lich ist. Ein Clektrohof zeigt die verschiedensten Durch Elektrizität angetriebenen landwirtschaft­lichen Maschinen.

Baurat Th al er von der Landwirtschaftskam­mer Mächte darauf aufmerksam, daß das Ausstel­lungsgelände eine Reihe von Vorzügen hat, daß GaS-, Wasser-, Kanalisations- und Elektrizitäts­anschlüsse vorhanden sind.

Generaldirektor Dr. Hamann machte Mit­teilungen von Verhandlungen zur Errichtung einer Verladerampe für Vieh; es sei besonders zu begrüßen, wenn sie sich schaffen ließe und nicht technische Gründe dies verhinderten. Gegen die Viehseuchen würden besondere Maßnahmen er­griffen, um jede Gefahr zu beseitigen; so würden Impfungen vorgenommen, und Schafe dürften einige Wochen vor Beginn der Ausstellung nicht mehr in der Umgebung Darmstadts weiden.

Ministerialdirektor Liebel erklärte in einer Rede, daß die Regierung es für ihre Aufgabe an- sche, die landwirtschaftliche Ausstellung zu fördern. Jeder hessische Bauer müßte Gelegenheit nehmen, die Landwirtschaftsausstellung zu besuchen.

Der Präsident der Landwirtschastskammer, Oekonomierat Hensel, dankte für die Förde­rung und bat die Anwesenden, in fhren Kreisen für die Ausstellung Stimmung zu machen. Alle dtei hessischen Provinzen sollten zusammenstehen und als Einheit erscheinen.

Bürgermeister Müller-Darmstadt begrüßte den Ausstellungsgedanken auf das lebhafteste. Die Stadt Darmstadt, die die Festhalle errichtet habe, werde alles tun, um das Unternehmen zu fördern.

Polizeipräsident Dr. U f i n g e r gab gleich­falls die Versicherung ab, daß die Polizeiverwal- tung, die auf der Ausstellung in erster Linie als Verkehrspolizei in die Erscheinung trete, allen Wünschen gern entsprechen werde.

Geheimer Regierungsrat von Hahn gab als Vorsitzender des Verbandes der Hessischen Obst- und Gartenbauvereine die Crllärung ab, daß der Verband alles tun werde, um die Ausstel­lung zu fördern und den Einzelvereinen Mittel hierfür zur Verfügung stellen werde.

Oderheffen.

Landkreis Vietze».

* Klein - Linden, 22. Juli. Dieser Tage hielt der hiesige Gesangverein Arionseine diesjährige Generalversammlung ab. Vor Beginn der Tagesordnung, welche sich aus Kassenbericht und Vorstandswahl zusammensetzte, wurde wie üblich von den Sängern ein Chor vorgetragen. Aus dem Kassenbericht, der von dem Recker Karl Weigel erteilt wurde, war zu ersehen, Daß sich die sinanzielle Lage des Vereins gegen­über den Vorjahren gehoben hat. Der Vorstand wurde unter dem Vorsitz von Ludwig Wei­nandt wiedergewählt. Da Herr Konrad R i - colai aus Grckßen-Buseck am 3. Juli auf seine 15jährige Tätigkeit als Dirigent in dem Verein zurückblickte, wurde beschlossen, im kommenden Herbst ein Jubiliäumskonzert zu veranstalten und ihn als Dirigenten in entsprechender Weise zu ehren. Die Sängerzahl steigerte sich in letzter Zeit von 45 auf über 70. Am kommenden Sonntag be­teiligt sich der Verein an dem Sängertag in Grohen-Buseck.

ED Dollar, 22. Juli. Bei der Beratung des Gemein deooranschlags für das Rech- nungsjohr 1927 durch den Gemeinderat in der Sitzung vom 12. Mai wurde beanstandet, daß die Gehälter für die hiesigen Gemeindebeamten noch in alter Höhe eingesetzt waren. Der Voranschlag fand daher auch nur mit einem vom dem Gemeinderat Wissemann gestellten Antrag auf Revidierung der Gehälter Annahme. Nachdem in der Zwischenzeit sich die Finanzkommission mit dieser Angelegenheit besaßt hatte, stand dieser Punkt auf der Tagesord­nung der letzten Sitzung des Gemeinderats. Die mit rückwirkender Kraft ab 1. April 1927 gültigen Ge­haltssätze sind wie folgt, festgesetzt worden, wobei wir die seitherigen Beträge in Klammern beifügen: Bürgermeister 4600 (5238); Gemeinderechner 3600 (4356); Schutzmann (Polizeidiener) 2400 (2550); Faselhalter und Nachtwächter (eine Person) 2310 (2310); Feldschütze 2024 (2024), Schuldiencr 2220 (2257) Mark; dazu frei Licht und Brand; Leitungs-

aufseber für die elektrische Lichtanlage 1296 (1296); Burgermeisterschreibgehilse 1600 (1458); Schreibhilfe für den Rechner 600 (600) Mark. Die Bersicherungs- prämicn für die Gemeindebeamtenoersicherung in Höhe von 18 Prozent der Gchaltsbeträge trägt wie seither die Gemeinde. Die neu festgesetzten Gehälter sind als feststehend zu betrachten, d.h., die auto­matische Anpassung der Gehälter bei allgemeinen Besoldungsneuregelungen infolge Zugehörigkeit zu bestimmten Besoldungsgruppen kommt in Wegfall, Aenderungen können nur durch Gemeinderats­beschluß erfolgen.

# L i ch, 22. Juli. Der hiesige Prä­miierungsmarkt mit Tierzuchtauktion hatte folgendes Ergebnis: A. Vogelsberger Vieh, Klasse 1, Bullen: 1. Preis Gemeinde Hatten­rod; 2. Preis Stadt Lich; 3. Preise: Prinz Ludwig zu Solms-Lich auf Mühlsachsen und Heinrich Münster in Hattenrod. Klasse 2, Rinder: 1. Preis Karl Merle, Lich; 2. Preis K. R e u s ch l i n g, Steinbach. Klasse 3, jüngere Kühe: 1. Preis Heinrich Scheid?., Großen- Buseck; 2. Preis Prinz Ludwig zu Mühl­sachsen. Klasse 4, älteres Vieh: 1. Preise Hch. Scheid?., Großen-Buseck, und Konrad Heinrich Walz, Lich; 2. Preise Heinrich Kutscher, Hattenrod, Konrad Textor und Konr. Hch. Walz, Lich. Klasse5, Familien: 1.Preis K. R e b l o s e r, Rieder-Bessingen. B. 6 im men» thaler Vieh. Klasse 1. Bullen: 1. Preise Ge­meinde Langsdorf, Johannes Heß 21., Leih­gestern; 2. Preise Adam Koch 2., Ronnenroth; Karl Vogt 1., Lich; Wilhelm Bausch, Rei­chelsheim; Heinrich Wilhelm Walther, Trais- Münzenberg, und Gemeinde Lich. Klasse 2, äl­tere Kühe: 1. Preise Heinrich Holler, Ober- Hörgern ; Hermann Wedemann, Eberstadt. 2. Preise Georg Christian Fischer und Philipp Keck, Lich. Klasse 3, Kalbinnen: 1. Preis Gust. Weber, Ober-Hörgern; 2. Preise Ernst Fauer­bach, Eberstadt; Heinrich Köhler 3., Langs­dorf. Klasse 4, jüngere Kühe: 1. Preise Wilhelm Weisel, Birklar; K. Zimmer, Lich. Klasse 5, Familien: l. Preis Wilhelm Weisel, Birklar; sührung der ausgezeichneten Tiere sprach Bürger- 2. Preis Philipp Keck, Lich. Bei der Vor­meister Völker seine Freude aus über das gute Ergebnis des Marktes, und der als Re­gierungsvertreter anwesende Regierungsrat Braun von Gießen wies auf den Aufstieg der oberhessischen Viehzucht hin. Für die Land­wirtschaftskammer sprach Landwirtschaftskammer- nritglied Häuser von Rieder-Weisel. Die Zuchtviehversteigerung, zu der 16 hessische Fleck­viehbullen, 2 Kühe und 2 Rinder der gleichen Rasse, eine Vogelsberger Kuh, drei ältere SchcH- böcke und 31 Bocklämmer aufgetrieben waren, zeitigte für die Bullen Kaufpreise von 630 bis 1110 Mk. Den letztgenannten Höchstpreis erhielt Johannes Heß 21. aus Leihgestern für das beste Tier.

Kreis Büdingen.

R i d d a, 22. Juli. Gestern vormittag fand hier im Rathaussaale im Beisein des Stadt­vorstandes und zwei Vertreter des Hochbau­amts Büdingen die Vergebung der Arbeiten zu dem Rohbgu für öie neue Real­schule statt. Für die Erd- und Maurerarbeiten waren nur zwei Angebote eingegangen, eines von den Bauunternehmern Drott und L u p p gemeinsam und ein weiteres von auswärts. Den beiden Erstgenannten wurden die Arbeiten übertragen. Für die Zimmerarbeiten lagen meh­rere Offerten vor. Zimmermeister Ll l l r i ch von Llnter-Schmittsn erhielt Den Zuschlag. Lieber die Vergebung der Dachdecker- und Spenglerarbeiten wurde noch kein endgültiger Beschluß gefaßt, weil die geforderten Preise dieser Angebote noch­mals geprüft werden sollen. Mit den Bau­arbeiten wird bald begonnen. Der erst vor 2? Jahren errichtete schöne ehemalige Kraftsche Saal- bau ist abgerissen worden und hat, dem Rea(- schulneubau Platz gemacht. Weiter soll noch in diesem Jahre mit dem Reubaueines Zws^I- familienwohnhauses, das die Stadt in der Rähe des Karlshofs errichten lassen will, begonnen werden. Ferner erwarb die Stadt­verwaltung von Landwirt Bähr hier einen 1700 Quadratmeter großen Bauplatz, auf dem eine Feldscheuer steht, im Johanniterhof für 6000 Ml. Dieses Grundstück soll in vier Bau­plätze cingeteilt werden. Die Feldscheuer soll vorerst als Schafstall für die Gemeindeschafherde bei schlechtem Wetter Verwendung finden, bis sie dem Reubau eines Wohnhauses weichen muß.

Kreis Schotten.

Laubach, 22. Juli. Am Samstag vollendet der hiesige Oberamtsrichter Friedrich Zimmer­mann sein 60. Lebensjahr. Er wurde geboren in Grünberg als Sohn des Großh. Landgerichtsassessors Z. in Grünberg. Zimmermann besuchte zuekst das von Pfarrer Koch geleiteteInstitut" in Grünberg. Frühzeitig verlor er seinen Vater. Seine Mutter verzog nach Gießen, wo der Sohn das Gymnasium und die Universität besuchte. Seine erste Verwen­dung fand er als Amtsanwalt in Friedberg. 1896 wurde er zum Amtsrichter in Laubach, 1905 zum Oberamtsrichter ernannt. Nachdem er schon längere Jahre Vorstandsmitglied der Laubacher Bezirksspar­kasse gewesen war, wurde er 1910 zum Direktor dieser Kasse gewählt. Im Kriege leitete Oberamtsrichter Z. die amtliche Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene mit größter Gewissen­haftigkeit. Zimmermann erfreut sich allseitiger Be­liebtheit. Einen ehrenvollen Ruf an das Landgericht hatte er seinerzeit ausgeschlagen, da er in seinem hiesigen Wirkungskreise volle Befriedigung findet.

- Lilrichstein, 22. Juli. Mft Besorgnis erfüllt Die Landwirte die unbeständige Witte­rung, die sich hier besonders auswirkt, weil sie die Haupternte des Jahres, die Heuernte, stark beeinträchtigt. Sie müßte normalerweise jetzt schon beendet sein, aber rund die Hälfte des Grases ist noch einzubringen. Auf vielen Wiesen liegt das Heu schon wochenlang an der Breite", alle darauf verwandte Zeit und Mühe war viel­fach vergebens. Die Güte des Futters leidet naturgemäß stark unter der Witterungsunbill Die Oberwaldwiesen am Geiselstein und Sieben Ahvrn harren zum größten Teil noch des Schnittes. Da ihre Zeit eigentlich schon um ist, ist auch auf

ihnen das Futter zum Teil bereits entwertet. Die diesjährige Heuernte im Vogelsberg zeigt so recht wieder, wie mühsam und entsagungsvoll die Arbeit und der Kampf des Gebirglers um seine Existenz ist. Auch die Frucht wird von der kalten und nassen Witterung ungünstig beein­flußt. Sie steht zwar durchweg gut, ist in den höheren Lagen aber im Verhältnis zu normalen Jahren in ihrer Entwicklung noch zurück und von der Reife noch weit entfernt, wenn nicht bald die sehnlichst erwarteten sonnigen Hochsommer­tage kommen.

Kreis Alsfeld.

* Groß-Felda, 22. Juli. Seit Dienstag, 19. Juli, morgens 7 Llhr, ist der Landwirt und Wagnermeister I. R o h r g a ß , der im Alter von 78 Jahren steht, verschwunden. Die hie­sige Bürgerschaft ist seit einigen Tagen auf der Suche nach dem Vermißten, bisher aber leider ohne Erfolg.

Kreis Lauterbach.

ä Schlitz, 22. Juli. Am 30. und 31. Juli bekommt unser sangesfrohes Städtchen Sän­ge r b e s u ch, für dessen würdigen und gast­lichen Empfang man sich hier gern rüstet. Es ist der GesangvereinCäcilia" in Lich, einer der stärksten oberhessischen Männerchöre, der hier als Gast desHarmonischen Kränzchens" eintrifft. Ein Begrüßungsabend mit reichhaltigem Kon­zertprogramm ist vorgesehen. Voraussichtlich wir­ken die Licher Gäste auch beim Gottesdienst in unserer altehrwürdigen Kirche mit. Der jetzige Dirigent derCäcilia" Lich, Lehrer Stein, stand früher an der Spitze unseresHarmonischen Kränzchens".

Rheinhessen.

WER. Mainz. 22. Juli. Gestern abend kam Der Hilfsweichensteller ©räberrnarm, der auf den Gleisen zum Gaswerk in Dobenheim beschäftigt war, als er die Gleise verlassen wollte, zu Fall und wurde von einer he r a n n ah e n de n Lokomotive erfaßt, die ihn überfuhr und feinen Körper in zwei Teile trennte. Der Verunglückte hinterläßt Frau und Kind.

* Mainz, 22. Juli. Die neue hessische Beamten-Sterbekasse hielt dieser Tage hier ihre dritte Mitgliederversammlung ab. Der Jahresbericht und die Bilanz zeigten wie seither eine sehr günstige Aufwärtsbewegung; die Kasse erzielte in 1926 einen Retto-Lleb^schuß von rund 48 000 Mark, der Der Reserve zuging. Der Mit­gliederbestand zu Ende 1926 beträgt 1490. Rach der Bilanz beträgt die Prämienreserve am 31. Dezember 1926 320 160,20 Mark und die Sicher­heitsreserve 32 100 Mark. Der seitherige Vorstand, bestehend aus den Herren Ministerialrat Braun, Darmstadt, 1. Vorsitzender, Oberlandesgerichts- rat Weicker, Darmstadt, 2. Vorsitzender, Ver­messungsrat Bergauer, Darmstadt, Direktor Burk, Darmstadt, Direktor Göbel, Offenbach, Förster K l i p st e i n , Darmstadt, Regierungsrat Schneider, Darmstadt, Stadtkassedirektor Vo­gel, Mainz, Beisitzer, wurde einstimmig wieder- gewählt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

ZI Wetzlar, 22. Juli. Der Beschluß der Gie­ßener Stadtverordneten auf Bewilligung von zwei Millionen Mark für Schulneubauten hat auch in hiesigen Schulkreisen lebhaftes Interesse her­vorgerufen. Die Bestrebungen der Wetzlarer Lehrerschaft zur Verbesserung Der Sch ul- verhältnisse sindin den letzten Monaten mit verstärktem Rachdruck betrieben worden. Es ist an« zuerkennen, daß Die Stadt in den neuen Ge­bäuden der früheren Llnteroffizierschule durch große .Umbauten eine erstklassige Schulstadt hat erstehen lassen, die mustergültig genannt werden kann. In dieser Schulstadt hat jedoch nur eine Volksschule untergebracht werden können, die übrigen Räume sind für Aufbauschule. Lyzeum und Berufsschule gebraucht toorben. Auch das staatliche Gymnasium drängt, wie wir b'ören, auf eine Verbesserung seiner Raumverhältnisse, die für die Größe der Anstalt zu eng geworden sind. Hier sollen nun Verhandlungen schweben, die eine Verlegung der Anstalt voraussichtlich nach der Spilburg, also der neuen Schulstadt, zum Zwecke haben.

ns» Dutenhofen, 22 Juli. In der letzten Gemeinderatsfitzung wurde neben einigen sonstigen Geschästssachen der Haushaltsplan für 1927 durchberaten und in Einnahme und Aus­gabe auf 100 700 Mk. festgesetzt. Die Schulausgaben haben sich gegenüber dem Vorjahr infolge der Er­höhung der Beiträge zur Landesschulkaffe und der Verringerung des Beschulungsgeldes um 2100 Mk. erhöht. Für die Erfüllung der von der Gemeinde auf Widerruf übernommenen Kirchenlasten mußten 700 Mark mehr eingestellt werden. Da in diesem Jahr Gelegenheit geboten ist, durch billiges Material einige Wege gründlich instand zu setzen, mußte der Kredit für die Unterhaltung der Wege um 2000 Mk. erhöht werden. Die Zinsaufwendung für die Gemeinde­schulen erfordert eine Erhöhung von 600 Mk. und die Steuern vom Gemeindebesitz 500 Mk. mehr. Diese zum Teil vorübergehenden Mehrlasten konnten aus den übrigen Etatposten nicht ganz erspart wer­den, so daß die Geineindesteuerumlage, die 1926 300 Proz. betrug, für 1927 auf 350 Proz. erhöht werden mußte.

8 Dutenhofen, 22. Juli. Rachdem kürz­lich für die hiesige Gemeinde eine Polizei- Verordnung erlassen ist, die das Befahren der steilen Dorfstraße mit Fahrrädern verbietet, hat die Polizeiverwaltung nunmehr im Einvernehmen mit den Gemeindevertretungen von Dutenhofen und Ahbach eine weitere Polizei- Verordnung erlassen, nach der der W i e s e n w e g von Atzbach nach Dutenhofen für Kraft­fahrzeuge aller Art und für Lastfuhrwerke im Durchgangsverkehr gesperrt wird. Auch der Erlaß dieser' Verordnung war notwendig, well die Lahnbrücke und noch weniger die Wiesen- straße, die nur auf dem Barme der Gemeinde Atzbach leicht gedeckt ist,, dem schweren Auto- und sonstigen Verkehr nicht gewachsen ist. Bei nassem Wetter kam es häufig vor, daß die

Wagen im Schlamme des Weges stecken blieben. Die angrenzenden Wiesen wurden dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen und total zerfahren.

§ Kinzenbach, 22. Juli. In der letzten Sitzung des Gemeinderats wurde der Haushaltsplan für 1927 durchberaten und verabschiedet. Er gibt im allgemeinen ein günstiges Bild von der Finanzlage der Gemeinde. Obgleich für die Vorarbeiten für den Bau einer Wasserleitung erstmalig 1000 Mark, für den Umbau des Stromnetzes 4000 Mk. und für die Erweiterung und Verbesserung des Friedhofs 3000 Mk. ein-, gefetzt find, und die Schulkosten um rd. 900 Mk. gestiegen find, kann es bei der Umlage von 200 Proz. bleiben, während die Gewerbesteuer mit 400 Prozent belastet werden mußte. Der Haushaltsplan schließt im übrigen mit 70 500 Mk. ab gegenüber 68 7Ö0 Mark im Vorjahre. In der gleichen Sitzung des Gemeinderates wurde nachträglich für das O ch s e n f e ft in Wetzlar ein Beitrag von 20 Mk. bewilligt.

CO Atzb ach, 22. Juli. In der- letzten G e - meinderatssitzung wurde der Gemeinde Haushaltsplan für 1927 durchberaten unb auf 91100 Mk. festgesetzt. Der Plan für 192C schloß mit 82 700 Mk. ab. Die Erhöhung ist in der Hauptsache auf die Erwerbslosenfürsorge zurück zuführen, an der die Gemeinde aber nur mit \r beteiligt ist. Zur Deckung des Fehlbetrages so!' die Grundvermögenssteuer mit 300 Prozent un> die Gewerbesteuer mit 200 Prozent belastet roerhfr. Im Vorjahr waren beide Steuerarten mit 300 Pro;, belastet.

§ Dorlar, 22. Juli. Der letzten Sitzung des Gemeinderats ging die Iagbvcr - Pachtung voraus. Cs gelangte zur Verpach­tung der rechts der Lahn gelegene Teil der Ge­meinde; der links der Lahn gelegene Tell ist dem seitherigen Pächter freihändig weiterver­pachtet worden. Das Höchstgebot für den rechts der Lahn gelegenen Gemeindeteil wurde von Duisburger Jagdherren mit 870 Mk. abgegeben. Der Gemeinderat beschloß indessen, den Zuschlag nicht zu erteilen, weil dies Angebot zu gering erschien. Ob es zur öffentlichen Reuverpachtung kommt oder ob die Gemeinde unter der Hand ein höheres Angebot erstreben soll, wird noch erwogen werden. Die Endung der Blitz« ableiteranlage an der Schule soll ge­ändert werden und an die Wasserleitung er­folgen. Auf den Antrag des Müllers A m e n d erklärte sich der Gemeinderat bereit, demselben den anstoßenden Berg nebst einem Stückchen Weg zum Preise von 600 Mk. zu veräußern, wenn das Lieberwandlungsrecht der Angrenzenden er­halten bleibt und der Antragsteller sämtliche Kosten übernimmt. Sodann wurde der H a u s- haltsplan für 1 9 2 7 durchberaten. Es er­gab sich dabei, daß die Finanzlage der Gemeinde noch recht angespannt ist. Immerhin war es möglich, den Ausbau des Ortsnetzes nach Block Dorlar mit den Zuschüssen der Interessenten sicherzustellen, für den Ausbau der Siedlungs­straßen die Zinsen und Tilgungsraten in den Haushaltsplan hineinzubringen, die Kosten für einen Lichtbildapparat aufzunehmen, einen kleinen Beitrag für die Erhaltung der Klostermauer bereitzustellen, ohne daß eine Erhöhung der Um­lagen gegenüber dem Vorjahre notwendig war Der Haushaltsplan wurde daher auf 103 600 Mk. gegenüber 134 600 Mk. im Vorjahr festgesetzt. Die höhere Summe des Vorjahres erllärt sich aus dem Wasserleitungsbau. An Umlagen ge­langen daher wiederum 300 Prozent der Grund - Vermögenssteuer und Gewerbesteuer zur Er­hebung.

-ei' Vetzberg, 22. Juli. Der heute vom Gemeinderat durchberatene Haushalts - p l a n für das Jahr 1927 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 38 900 Mk. ab gegenüber 38 000 M!. im Vorjahre. Da die Schullasten infolge der Er Höhung der Beiträge zur Landesschulkasse um 1000 Mark gestiegen sind, mußte die Umlage gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent steigen. Es gelangen daher 200 Prozent Umlage auf die Grundoer- mögensfteuer und die Gewerbesteuer zur Er­hebung.

)( Launsbach, 22. Juli. In der gestrigen Gemeinderatssitzung stand der Haus­haltsplan f ü r 1 9 2 7 unb die Deckung des Fehl­betrages auf der Tagesordnung. Der Haushaltsplan hält sich im vorjährigen Rahmen. Ein höherer Kredit war erforderlich für die Erhaltung ^er Schule und für die Beseitigung der Hochwasserfchäden. Für letz­teren Zweck muß die Gemeinde noch 1200 Mk. aus­geben, während für die Schule rund 1650 Mk. mehr benötigt werden. Die Gemeindebacksteinbrennerei bringt einen kleinen Ueberschuß. Es wäre möglich gewesen, mit der Umlage des Vorjahres auszukom­men. Da aber die Gemeinde vor dem Bau einer Wasserleitung steht, wurde es für richtiger gehalten, die Umlage um 50 Proz. zu steigern und mit 270 Prozent zur Erhebung zu bringen, um damit 1500 Mark für die Deckung der Vorarbeitskosten für die Wasserleitung zu gewinnen. Der Haushaltsplan schließt im übrigen mit 69 800 Mk. in Einnahme und Ausgabe ab.

§ Salzböden, 22. Jull. In der letzten G e meinderatssitzung wurde folgendes verhan­delt: Die N a ch t w ä ch t e r st e 11 e ist seit längerer Zeit frei. Um sie hat sich ein Ortseinwohner ge­meldet, dessen Forderung indessen zu hoch erscheint. Der Gemeindevorsteher soll deshalb mit dem Manne verhandeln, daß er seine Forderung er­mäßigt. Dem Ortsdiener wurde für die B c a uf fi djti gu ng des Wasenplatzes und der Lehmgrube eine zusätzliche Entschädigug bewilligt. Schließlich soll der Verbindungs­weg an dem Schreinerschen Hause ent­lang gepflastert werden, wenn der Kreis bre erfor­derlichen Steine zur Verfügung stellt. Zur Deckung ber Kosten soll bemnöchst eine Anleihe ausgenom­men werden. Wegen der schlechten finanziellen Sage soll der beabsichtigte Brückenbau in der Gansweibe bis zum nächsten Jahre zurückge- stellt werben. Die Gemeindevertretung erklärte sich mit ber Verlegung des Grabens bei dem Neubau Weber einverstanden, wenn Weber die gesamten Kosten tragen will. Schließ­lich wurde ber H a u s h a l t s p l a n für 1927 durch­beraten und in Einnahme und Ausgabe auf 37 800 Mark festgesetzt. Da für Verbesserungen an der Salzböde 250 Mk. Kosten entstehen, ferner für die