aufs Spiel oe'etzt hätte, rot- Tlintonrn beuHdjer Soldaten bas seit Jahr und log täglich loten JJnru Mar bemerkt dazu ,xsih war überzeugt davon, bafl die Umgebung seiner Majestät noch «her der 8b- dankunq zustimmen mürbe.' Der General aber sah im Obersten stneqrherrn eben immer noch die Figur, die der alte Lilhelrn. mit Bismarck» Beistand, bar- ius gemacht hatte. In dieser Täuschung, das» wir noch n den Verhältnissen der Bismarckzeil lebten, waren die Militärs p mehr oder minder alle befangen. So dubenborif, wenn er es im Grunde für iclbltver- itändlich hielt, bah der Reichskanzler em uberlraener Staatsmann fein müsse, dem auch er sich mit gutem Gewissen hatte unterorbnen können. So alle andern, wenn sie in der Befürchtung lebten, bte Abdankung des Rotier» könne zur isolge haben, bah das tetr auseinanbertaufe. 2he hohen Militärs, die da dicht oorm Feinde standen, ihr oollgemessenes Tagewerk iu erledigen und ihre ganze ’JhrDen'rar: aufzubieten palten, um sich von der wachsenden Sarge um die Front nicht unierfneflen zu lallen, die halten kaum bemerkt, wie der Begriff de» ..Obersten Kriegsherrn" m bieiem Kriege von Anfang an nicht den Inhalt gehabt hatte rote in der Bismarck-Zeit. Sie dachten immer noch in den überlieferten Farmen weiter und suhlten kaum, rote sich auch im Heere die Vorstellungen gewandelt hatten, wie da», was dies abgekämpfte Heer zufammenhielt. nicht da» formale Ber- . hältnis zu einem Obersten Kriegsherrn war. zu dem die überwiegende Mehrheit ein inneres Verhältnis nie gehabt hatte, «andern die gemeinfame. schier übermenichlichc Üeiflung, die da» Heer vier Jahre lang vollbracht halte und täglich von neuem voll- i bringen muhte das Vaterland vor dem Einbruch * des Uanbesfeinbes zu bewahren Luch (Broener hat. ; als er am Abend des 6. Novembers von Berlin ms | Grahr Hauptguartier zuruckreiste. den Obersten Kriegsherrn wohl nach so gesehen, wie Bismarck ihn gewollt hatte als den Inhaber de» ehrenvollsten ’/lertrauensamle». bas da» deutsche Volk zu vergeben hatte, bereit, wenn e» not täte, „mit dem Degen in der Faust auf den Stufen de» Thron» für sein gutes Recht zu fallen " In Spa muh bann (Broener irgendwie tun Damaskus erlebt und unter Schmerzen — die em Mann nicht auf den Markt trägt, sondern mit sich selbst abmacht — erkannt haben dah die Zeit der Frieder,che. die stets bereit waren, auch das eigne Leben für den Staat in die Schanze au schlagen, vorbei lei. Cr h.il kurz entschlossen die Folgerungen aus der neu gewonnenen Erkenntnis gezogen und — rote Hindenburg — dem Staate, der von der Monarchie im Stiche gelassen wurde, seine Kraft zur Ber« fügung gestellt. Die im Schmosswinkel verharren und ihren Lebensberuf darin erblicken, dem neuen Staate au grollen, hatten roobl kaum da» Recht, deshalb oen ersten Stern aus ihn zu werfen."
Da» Blatt fragt bann, warum eine Rrieg»politi( unmöglich war, die den Zusammenbruch hatte ab« wenden und einen erträglichen Frieden der Verständigung Herbeisuhren können E» kommt zu dem Schluh, so wie wir in den Krieg hmeingegangen sind.
n Gc irnjäiicn kreuz und q-.cr «ei Hüftetee Volk, das unfähig gewesen war — in oen Tiefen sowohl wie in den hohen —, den Willen zur zeilgemahen Reform seiner staatlichen Berbaltnijte aufzubringenso waren wir eben untauglich. die furchtbare Kraftprobe biefe» Kriege» mit Ehren zu bestehen Dav soll man nicht verschleiern, denn da» könnte iur die Zukunft noch einmal verhängnisvoll werden'
Die erwählten Vertreter dieses Volkes sind Im Grunde herzlich zufrieden mit dem Zuslande. d.-r dem .Dberlten Kriegsherrn" der Form nach die letzte Entscheidung und damit der Obersten Heeresleitung fachlich die alleinige Verantwortung zuschiebt. Der Generalstab ist im wohlgeordneten Deutschland die Behörde, die dasür angestellt ist, daß wir siegen. Die sie da» macht, ist ihre toodjc, eine ehrwürdige lieber« liefrrunq verlangt jedenfalls, dah man ihr in das Geschäft nicht brrlnrebe, auch wenn man zufällig Reichskanzler ist. Als bann die Widerstandskraft des Generalltabv vor der übermenschlichen Ausgabe versagte, brach der Staat mit reihender Geschwindigkeit nulten entzwei. Und nun schieden sich auch die erwählten Volfeoertreler in zwei Gruppen: die eine
vom Tppu» Friedrich Ebert, dachte immer noch zuerst an das bedrohte Vaterland, roenn auch mit einem Seitenblick auf die ..Massen" der Partei: Sie andere, vom Typus Philipp Scheidemann. dachte nur mehr an die Äcclut'feiten. d,e der Parte, aus einer Niederlage de» Staates erwachsen mühten — wenn sie e» nicht, wie Hugo Haase, von Ln'ang an getan hatte Zwischen beiden tänzelte Matthias Arzberger hin und her. der noch dicht vor der Rataftropbe im Verhandlungswege" Lo.ngwy und Brie zu oeanr.nen hoffte und den Matrolenaulruhr in Kiel mit Gewalt mederlchlogen wollte — und der bann leichten Herzens alles unterschrieb oder zur Annahme empfahl, was der oerr.id) hingt nriinat Feind von uns verlangte Typen dieser Sri entstehen nicht über Rächt, die werden gezüchtet. Bei uns lind sie in den Jahrzehnten vor dem Kriege gezüchtet worden. Daran wallen wir denken, wenn wir daran gehen — beispielsweise durch ein Reichsschulgesetz — Da» Verhältnis des Volke» zu feinem Staat auf neue Grundlagen zu stellen, hier die Lehren der Vergangenheit mihachten. heiht. künftige Vertrauen»« friien mit sehenden Luaen oorbettiten.
Oderhesien.
fatiDfrcte Wiefcrn
O Rutter»hausen. 22. Juni. Ende des Vorzahre« haben 'Beamte te« Kulturbauamte* Dietzen m.t Vertretern unserer Gemeinde auf der Suche nach Quellen für die Wasser - Versorgung unserer Gemeinde ün Gebiet de« Toten Mann'. 3> - Kilometer vom Orte entfernt. Quellen gefunden, von denen man erwartete, dah sie ausreichend Wasser liefern würden 3m Austrage ber Gemeindevertretung arbeitete daraufhin da« Ku.turbauamt Dietzen Entwurf mit Kostenvoranschlag für die Anla^ au« Eine Vüraerversammlung. die sich mit der Frage befaßte, deschlvft mit g roher Mehrheit de Durchführu na der Wasserleitung s- anlag e. 2m Montag hat nun da« Kuüur- bauamt durch einen Beamten zusammen mit Bürgermeister Schwarz und Beigeordneten Erdmann Messungen an den Quellen vorgenommen hierbei stellte e« sich allerbing« heraus dah die beiden Quellen zusammen bei der heutigen Witterung täglich nur 33 Kubikmeter 'Wasser spenden, währen!) der tägliche Bedarf für unsere Gemeinde auf 40 bi« 45 Kubikmeter geschäht wird. Da weiterhin Da nut zu rechnen ist. datz die Wassermenge bei einer längere Zeit anhaltenden Trvckenperiote noch geringer sein wird, kann dieses Projekt nicht zur Ausführung kommen. Um jedoch dem dringenden 'Bedürfnis zu Entsprechen, soll die Frage dadurch gelöst werden, datz in der Aähe des Dorfrandes, hinter den Hosgärten. ein Brunnen mit Pumpstation errichtet wird
8 2lten-Bu|ed. 22. 3uni. Die Stelle ÖH hiesigen Orts- und Polizeidiener«, die infolge Ab'.ebenS de« seitherigen Inhaber« längere Zeit unbesetzt war. wurde durch Ge- meinderatsbelchlutz dem Arbeiter Heinrich Schmidt dahier übertragen. Hm die Stelle hatten sich 10 Einwohner beworben.
t Grünberg. 22. Juni. Der Gemeinde- r a t beschloß in seiner jüngsten Sitzung die Erhebung einer Gemeindebier st euer in Höhe von 7 Prozent nach der vom hessischen Ministerium bcrau«gtgebenen Wustersatzung. 3n dieser Sitzung dankte Bürgermeister Jäckel dem anwesenden Deutsch-Amerikaner Härle, eirem Sohne unserer Stadt, für feine Spende von 300 Dollar zur Anschaffung einer neuen Kirchenglocke in herzlichen Worten. Herr Härle erwiderte, bah er auch in Zukunft gerne an seine Vaterstadt Grünberg denken werde. — Aus Veranlassung de« Feuerwehrkommandanten Sei- s a r t h ist jetzt der ehemalige Musikverein, der wegen Hnstimmigleiten längere Zeit dem öffentlichen Wirken entzogen war. wieder neu in« Leben gerufen worden. Den finanziellen Rückhalt hat der neue Verein an der
Freiwilligen Feuerwehr beten musik treibende M tglieber und e.n grober Teil ber Angehtr.gen trt früheren B-rein« de Haupcktütze der neuen Ctgom’anon find.
Mrcte ,'fricbbcrg
«s Friedberg. 2L 3 um. Aus der jüngsten Stadtverorbnetensitzung Zweck« Be- ebung der Bauwirt chaft werden Neubauten für te'chränkte Zeit von der Grundsteuer befreit bleiben Zur Anbr.ngung de« Friedberger Doppeladler« a m neuen ID a I- ’ er türm wurden 2530 Mk. genehmigt. Durch die Asphaltierung der Kalserstrahe enrb r.rx we.rere Häher legung de« Fuhsteige« notwendig, cdc« ca. 5OÖ.' bi« 6OX Mk Mehrkosten verursacht Drohe« Bc-remten erregte die Pre :tr.ur.g von der beabftcht rten Gründung einer Oberhessischen 3 u t o l i n i e n 2L-W da zu der Besprechung m G.ehen weder die Stadt, noch ber Zuvckve rband Wetter au m- geladen waren Hierauf trat die Bcrlimmlung in he Beratung des Voranschlag« für 192 7 ein Bürgermeister Dr Send führte hierzu au«, weite Kreise litten wirtschaftlich 'chwere Hot. roorau« der Stadt dauernd neue Ausgaben erwüch'en lei deshalb äuherfte Sparsamkeit geboten 3mmerhin mutzten gewisse kulturelle Aufgaben erfüllt werden Der Vor- an'chlag de« städtischen Armenfond« wurde mit 430 COO Dk. genehmigt An Einkommen- und Kärperfcha'tSsteuer werden in b’.e'cm 3ahre vom Reich 33 000 Mk mehr übertxden werden, im ganzen etwa 114 000 Mk. Dieter Mel?rbetrag soll nach den Au« uhrungen von Dr. Leucht- g e n« eigentlich zur Senkung der Aealsteuern verwandt werden. Die Umsatzsteuer beträgt wieder 30000 Mk. Die vom hessischen Staat über- toiekne Son der st euer im Betrage von 38 000 Mk. wird zu Zinsen für da« zu Baudarlehen aufgenommene Kapital verwandt werden Sine au«- Gedehnte AuS'prache entspann sich über Mc Ernährung einer Biersteuer. Während die Vertreter der V echten sie fchon um deswillen forderten. weil fönst der Krei« die Hand darauf legen wird, sprach sich Stabtv 3hl für die Sozialdemokratie dagegen au«, da sie eine einseitige Belastung de« neinen Manne« sei. Während in anderen Städten die Linke für die Bierftmer eingetreten ist. wurde sie hier gegen ihre Stimmen ml 17 gegen 7 angenommen. Äe städtische Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz wird 135000 Mk ein- bringen. Die Gewerbesteuer wird von 70 auf 100 000 Mk. erhöht. Stabtt» Ferber erklärte diele Erhöhung für da« schon so schwer leidende Handwerk nicht tragbar. Die Steuer fand jedoch, trotzdem die Vertreter de« Gewerbe« ge'chlvsien dagegen stimmten. Annahme. Da« städtische Licht - und Wasserwerk wird einen Gewinn von etwa 120000 Mk. abwerfen. dabei ur.rb im Herbst eine Senkung de« Strompreise« -urch^eführt werden können. Für Erweiterung bet §riedhvf«anlage wurden 7000 Mark bewilligt. Ein kommunistischer Antrag auf allgemeine kostenlose Bestattung wurde abgelehnt, ebenso der A-.trag auf to'tenl* Überlassung. Die Anlage einer Zentralheizung in der Volksschule wurde vorläufig ^urückgestellt. da eine Erweiterung der Schule durch die Räume be« frei werdenden Polytechnikum« erfolgen wird. Der Voranschlag de« Polytechnikum« schlieht mit einem Betrag von 170 000 Mk. in Einnahme und Au«oabe. An die Freiwillige Feuerwehr wird im lausenden 3abre ein Mehr bei trag von 4000 Mk. geleistet. An den Feuermcldestellen werden besondere örfen- mmg«latenten angebracht werden. Die Summe für Wohlfahrtspflege wurde bei einem Mehraufwand von 42000 Mk. mit 212 000 Mk. insgesamt genehmigt. Die Kosten für allgemeine Verwaltung betragen 138 030 Mk die benötigten 5ti4?ital3 n'en etwa 80 000 Mk. 3n der Ber» mäqeniredmung tourte ein Betrag von 2000 Mk. bewilligt für Pläne zu einem etwaigen Heu•
Jähn Rotz.
Zur Erinnerung an feinen 150 Geburtstag am 24. Juni.
Bon Dr Eberhard B i r f b a u «.
Der Mime des Aordpolfahrer« John Boft ist unL*h?bar verknüpft mit dein Kampfe um die nordwestliche Durchfahrt, und es ist sein Schicksal, dah sie ihm In dem hinsichtlich der Eisverhältnisse übermt« günstigen Sommer 1918 wahrscheinlich gelungen wäre, wenn er nicht, wie von einem dunklen Fatum beherrscht, im Lancestersund plötzlich Kehrt gemacht hätte, obwohl er freie« Meer vor sich hatte imb seine Offiziere, vor allem W. 3. Parrv. der später so erfolgreiche Forscher, bringend für die Weitersahrt eintraten. Umsonst, 3ohn ob behauptete, eine Landbarriere zu sehen imb kehrte um. Weshalb, ist eigentlich niemals ganz ausgeklärl. denn es wäre doch leicht gewesen, den Wünschen seiner Of'iziere zu folgen und wenigsten« bl« an die Gi-drucke heranzusegeln. Auch in feiner Selbstbiographie klärt sich b.cfer feltfame plötzliche Rückgang nicht auf, man gewinnt im Gegenlc'I den Eindruck, als ob der alt erprobte Seekapitän einem blinden übermächtigen Gefühl gefolgt sei.
Schon 1743 batte da« englische ^Parlament für die erste Umfaorung Amerika« im Borden, von der man sich vor allem auch Handelsvorteile ver- 'prach. die grobe Summe von 200» Pfund Sterling ausgesetzt, ohne datz sie bi« in die Zeit der
’ ■ lt«friege gelungen wäre. Die Acter gung AapoleonS gab dem in den schweren Zeiten der Kontinentalsperre lehr abarflautcn 3ntereffe wieder einen neuen Anstotz. und die Summe wurde 1817 nicht nur auf« neue bestätigt, sondern auch ein Prei« von 5003 Pfund für die Erreichung de« 110. Längengrade« ausgesetzt Mitwirkend war hierbei der Umstand, datz die 'Muffen sich an der Horb- west ecke de« amerikanifchen F stlandt« einzunisten begannen und von dort au* ihre Windel-schiffe In« Eismeer vertrieben 3n 3ohn Barrvw. dem Sekretär der Admiralität, fand bic 3tee der nordwestlichen Durchfahrt einen unermüdlichen Vorkämpfer. Ai« nun beimkehrende UNalfifcbfängtr berichteten, datz buc Sommer 1815 bl« 1817 im Vor den sehr milde gewesen feien und daher die Es-verhältnisfe auf'erordentlich günstig wären, ruhte er nicht, bi« am 18. April ISIS der am 24. 3uni 1777 in Schottland geborene Kapitän 3vhn Rotz mit zwei Schiffen, der Isabella und dem Alexander die Dhem'e verlletz. um die nordwestliche Durchfahrt zu entdecken. Der Marineleutnant W. 3. Parrn befehligte den Ale, cm der. stand jedoch unter Avtz. fo datz er nicht seldständia handeln durste. Da« war da« Unglück, al« die Schiffe am 30. August in den völlig eisfreien Lancestersund segelten. Mit vollen Segeln und
unter lautem Hurra der Mannschaft toor man ein» gelaufen, plötzlich aber lieft Botz, vielleicht durch eine Luftspiegelung getäuscht, von einer Tlebel- banf wenden und segelte wieder nach England zurück. Wenn bic Ervedition auch reiche wissenschaftliche Ausbeute mit nach Haufe brachte, fo war ihr eigentlicher Zweck doch keineswegs erreicht. trotz der günstigsten Gelegenheit, und dieser Fehlschlag, dessen Verantwortung sicherlich ganz auf 3ohn Rotz fällt, hat dem Äamen deS sonst sehr verdienten Forscher« überaus geschadet. Um fo mehr, al« Parrv, ber in England unverhohlen feine Meinung äuberte, schon \m nächsten 3ahr mit zwei unteren Schissen auSfuhr. und die Hal'- losigkeit der Ao ft scheu Umkehr dadurch bewie«. dah er den Lancestersund bi» zur Barrowftrahe durchfuhr. Er erreichte die Melville-3nfel und konnte feiner Mannschaft neun Tage nach Einfahrt in den Lancestersund die Mitteilung machen, dah sie den Prei« von 5000 Pfund gewonnen habe, da der 110. Längengrad überschritten sei. Aach einer mit einfachen Mitteln musterhaft auSgeführ- ten Uebettointerung. die ba» Vorbild aller späteren geworden ist, kehrte er nach England zurück.
John Aoh zog sich in die Stille zurück, staatliche Aufträge waren ihm verfchlo'fen: aber er ruhte nicht. Er richtete Eingaben an die Admiralität, aber an feinem Barnen haftete ter Makel jener ersten willlürlich unterbrochenen Beile, und feine Gesuche wurden abgelehnt. Da trat ein mit Aotz befreundeter Branntweinbrenner Felle Booth auf. bewilligte die gewaltige Summe von 17000 Pfund, und Aotz rüstete damit einen Raddampfer, die Viktory. au« und verli^ mit einer Besatzung von zweiundzwanzig Mann und feinem Helfen 3. »L Aotz al« Offizier, am 22. Mai 1829 England. Der Lancestersund wurde diesmal, obwohl die Unbrauchbarkeit ter Aaddampfer sich sogleich zeigte, glücklich durchfahren, und Aotz entdeckte westlich davon eine grobe Halbinsel, die er zu Ehren feine« Gönner« Boothia Feit» nannte. Aber auch hier verfolgte ihn wieder ein vielle cht nicht unverschuldete« ANtzgefchick. in dem er. obwohl er die Küste von Boothia absuchte, bk Bel- lotstratze die ihm den Weg nach Westen geöffnet hätte, nicht entdeckte. Zwei Winter tourte die Erpedition im Wfe fest gehalten, viele bedeutende gevgraphitche Entdeckungen gemacht, vor allem aber an ter Südweftküste von Boothia Fell ff der magr. • unlerteften zum Segelschiff umgebaute Viktory fum dritten Male vom Ei« einaeschlolfen wurde, ad der Forscher d-e Unmog.I-chbnt b; -1-r k Ueberwinterung ein. Er faftte den oeoroeifeiten Entfchlutz. datz Schift zu verlallen und den Versuch au tragen, die Mannschaft auf Schlitten noch s au retten. Am 23 2k'r I 1S 2 S-.i die Fahrt und kam nach groben Schwierigkeiten au dem 2torrat«tepot. da« Parry auf der Som« merfettnM an ter Untergangsstelle feine« Schiffe«
.Fury" hatte. Al« sie im August ihre
Boote flott machten, um nach Grönland zu gelangen. trieben Stürme und Eismasfcm sie in ihre Hütte auf ter Sornmerfetntfd zurück Ein vierter arktischer Winter mutzte ertragen werden. Endlich im 3uli 1833 trafen die Schiffbrüch-gen Im Lancestersund auf ein Schiff, da« fic als Me einst von Avh auf seiner ersten Erpedition geführte 3TabeUa erkannten. Al« ter Steuermann sich den 'Rordpolfahrem nahte, wollte er zuerst gar nicht glauben, datz John Aotz mit ihm spreche, weil er doch schon feit zwei 3ahren amtlich für tot erklärt fei. Die Auckkehr ter kühnen Forscher nach Siigland gestaltete sich zu einem Triumph, und wenn auch die nordwestliche Durchfahrt nicht entdeckt war. fo ehrte Regierung und Volk doch den Leiter der Beile.
3hn selbst aber ehrt cs am meisten, datz er sich, al« fein tapferer Mitkämpfer 3ohn Franklin im nördlichen Ei«meer verschollen war. troh feiner oienmbfiePAig Jahre im Jahre 1850 noch einmal mit zwei Schiffen aufmachte um nach dem Ver- mitzten zu suchen. Er gelangte bi« in den Wellington-Kana! nordwestlich omi tem Lancestersund und kehrte bann, ohne et ne Spur John Franklin« gefunden zu haben, nach England zurück. Die Admiralität würdigte feine opferfreudige Unverdrof- f en beit durch feine Ernennung Aum Eontreadmi- ral Er lebte bis zum 3ahre 1856 und veröffentlichte noch ein 3ahr vor feinem Tote ein wertvolle« Derk über die Franklinerpeditivnen. wie er auch fchon vorher feine eigenen Reifen in ansprechenden Darstellungen beschrieben und bemerkenswerter Weife aU Vorkämpfer für Benutzung der Dampfkraft für Seeschiffe em getreten war
Giehener Stadttheater.
Lothar Lach«: ..Lchach dem Mann".
Herr Lothar Sach« wird tem geehrten Publikum von G'.etzen und Umgegend auf tem Theaterzettel al« Mitverfasser von .Meine Frau, die Hoftchaufprelerrn" worgestellt. Er schenck diese aptatio benevolentiie sehr nötig zu haben, denn nach den Erfahrungen de« Dienstag zu urteilen, ist er offenbar an ter Autorschaft te« zip.erten Stücke« nur sehr bedingt beteiligt Man wird Herrn Lothar Sach« empfehle« dürfen, bei feiner künftigen literarischen Produktion lxb wieder ter tatkräftigen Mithilfe 'eine« alten Kompagnon« zu verf-chern. er könnte sonst Gefahr laufen, dah auch tetm nächsten Stück fein Publckmn mcht bei der Stange bleibt ohne dah gerate ein mulenstädtlcher Fa.kelzug der Scwnmerbfibne Kenfurrvnji zu machen braucht
Die Ehe al« Schachfp^l, bet tem — natürlich — ter m t Unrecht aU .schwache« Geschlecht" firmierende Teil den gutmütigen, leicht
bau der SchNlerfchulL Die Errichtung ctne« Licht- Luft- und Sonnenbade« mutzte au« Mange! an Mitteln «uifgegebm werter doch wird .m näch ten 3ah» bestimmt eine entsprccherte Summe em gefegt und mit den Brr arbeiten bereit« im Winter begonnen wertem Wegen eint« SchlachthauSneu baue« wird mit ter -lachdarstadt Vad-Vaute m oerbantelL Der Defamtvvranfchlag mit einer Endsumme vor. rund 2 Millionen Mark wurde wie
gestern schon terz gemutet, mit allen argen eine Stimmt genehmigt. 3m Anschluß hieran regierte Be geordnete- Dr Leuchtgen« über ein S-re den teS Zweckverbande« Wette rau. ter '«ither die Fahrplariwünsche te« Verkehrs verein« be*r.etegt habe. Jetzt verlange er zur Einstellung e ne« ©eiteren Wagen« einen Zuschuh ter Stadt ,m Betragt von 14 000 Mark H er.egen wandte fich rn Schreiben te« VerkehrSverein«. ter eine Friedberger Verkehr «gefellfchaf t unter auS- sch lag gebendem Einllutz ter Stad: jr.e^berfl grünten will. Beigeordneter Lang - horf trat in längeren Au«'ührun^e. für den Zweckterba.rd ein. da die'er ter Stadt seither nur Vorteil« gebracht habe Die Frage wurde einet Kommission zur Weiterteratung übergeben, ter In aller Kürze Bericht erstatten soll.
«f. Friedberg. 22. 3unl Auf tem heutigen Schweinemarkt war ein *rtr starker Auftrieb. Die Preise bewegten sich infolge te« Uebcr- anqcbcte* m mäßigen ®rtr.Acn. Für sechswöchige Ferkel wurden ca 15 Mark befahlt, für ältere Tiere 20 Mark.
pb Butzbach. 22. 3unL Unter dem Vorsitz von Rittmeister a. D Le t pr> ld-Mün»enberg fand hier die Gründung te« Län blichen X e t i - und Fahrverein« Butzbach und Umgebung statt Zu tem Verein gehören die Orte Ateterw^isel. Aod>tDet,eL Fauerbach v. d H. Münster Ostte'm b. Vunboch Gnetell Aocken- berfl. OpperShofer Kirchgvn« und Pohlgön«. Vach Annahme te« Sayungsentwurs« edolgte die Vor stand« wahll E« wurden gewählt al« 1 Bors Ainmeister a. D Lei pol b. 2. Bod. Landwirt Heinrich Fenchel- Griedel. Schriftführer Dr Wilhelm Vern-Butzbach Rechner Landwirt Karl M v h jun.-Butzbach, fow-.e 12 Beisitzer Ausertem gehören noch tem Vorstand an ter Reitlehrer. Pollze'kc>minissar a. D Stroh, und von jeder Beilabtr/ung ein Obmann. Dem Verein traten sogleich 22 Mllzlleter bet Seiten« ter Stadt Butzbach tourte tem Verein b c lanb- che Halle V? .i
UebungSzwecken zur Verfügung gestellt. 3n
ter Aula der Stadllchuls sand eine Velpr.'chung über die WiederherstellungbetzLNarkt- brunnen« in feiner früheren Gestalt statt. Bürgermeister Dr. Jansen begrübt» die Erschienenen. Der hessische DenkmalSp'leger Deh. Rat Prof. Dr Iba l b e entwickelte bann vom Standpunkt te« Kunsthistoriker« feine Ansichten und machte entsp-eck-ente Vorschläge für t*e Wiederherstellung te« Brunnen» Er riet, da« Brunn en decken au« Vuntfandstein t"*’ ’k und bic allen Aödr . s ■ .
hau« aufbewahrt werten, durch neue kunstvollere zu ersetzen, da sie Linen besonderen historischen oder Kunsiwert hätten. Stadtdauineister Scherrer legte dann im eurtzeinen den ki. -■ i Umbau te« Brunnen» klar und nahm insbv« sondere zur Platzfrage Stellung Stadffv. 3ontz wünschte möglichst Wirterberstellung in ter früheren Form wobei auch die früher vorhandenen Kettenpf vfstm wiederher --stellt werten mühten. Die Wieterherstellungjl^ten belaufen sich auf etwa 5000 Mk. wovon bi« jetjl durch eine freiwillige Sarmr ung 3500 T.lt au gebracht wurden. Seiten« der Stadtverwaltung ist tereü« im Vorjahr und auch wieder im neuen Voranschlag dn Betrag für die Wieder per sb.'llung eingesetzt worden, so duh man hofft, in eint ren Vlonaten mit tem Umbau te« önrnnen-i beginnen zu können. Butzbach« alter schv.vr Markt-
phlearnati chen Partner ständig .In Schach durch den Gedanken, er fei nur dann ferner angetreuten Frau sicher wenn er sich fortgesetzt mit ihr tes«yäflige diese Grundfemet« ist zwar nicht neu — ba« kann man heute auch nicht mehr verlangen immerhin reizvoll genug. um Stoff für einen witzigen Dalog und eine a vwechll ung«r c.che Handl ung«fuhrung au ged.m Der Bcr’a 'cr macht auch verhcisiuna«.>vlle Ansätze dazu, ater sie bieten ein’a.n und verlassen wie einzelne traurige Fettaugen auf einet im übrigen nxljt rtagcrcn Schwanktauce.
3ntoietoctt bk Regie te« Herrn Bold ihrerseik« 'ich bemüht hat. ter Ausführung einen eindeutig schwank in aftigen Tharakker zu geben, cntzieht sich der Kenntnis te« Referenten 11 fber die Berechtigung diese« 'Versuche« kann man immerhin streiten, aber e« war ein Versuch am untauglichen Objekt, wenn man tem zweiten Akt untere Rezepte verschrieben hatte, al« den beiden andern. Bei Geheimrat« in ber Provinz war alle« auf grobe« Kaliber «inaestellt. recht sinnfällig 4 b Katelburg oder Mattern-Zmpekoven: ter rothaarige RevolutionSmann Gehre« Im unmöglichen Frack, wie ihn 1927 wohl fetec sozial-frische Stadtverordnete verichmähen tourte, die adlige Spknatwacht.l Mofe van Malten« mit .Oraufeitenem" bl» *uri Halse und Lorgnon. Luise Züngling« Frau Prv4ellor. Hin« K u r fr- hof f « Portier, ter jedem Schwank Ehre gemacht hätte. 3ngcborg Scherer« Küchenfee mit ihrem köstlichen. ATcifebttvi urwüchsigen Dialekt: dazu noch kühn gef4>trungener Jugendstil, von tem auch der Herr Kommerzienrat nach tem Grundsatz .Wo» du ererbt von deinen Vätern * einige verehrung-würdige Rud mente tn seinem Berliner Äeim konservierte
Ansonsten verbucht? man jedoch bei Kon»- » mit Erfolg da» Aiveau ui beten, geistreiche Konversation au machen und die Handlung lebendig zu gestalten. Friedrich G elfer« al« geschiedener Ehegatte, »war O'-lcgerul'ch mit allzu betonter .fragbtenänte, Maryela Baumann al« .ansta d-,p- Frau, anfangs aftektiert üternervä« «Väter in flottem, au» geglichenem Spiel. Han« X a n n e r t al« grfähri'.che^ Hausfreund und — jede nabelirgente Hebert reibung geschickt vermeidend Rudolf Goll al« er
fahrener Ehrprakuler ten 2Un Krammer al« feftche« Mädel von heute mit Bubitopf und Reitgerte zu einem vierten Versuch im Oroyattei ter Ehe begeistert, nach-em fle ten streberischen Assessor au» der provinziellen Schwankatmv- sphäre Willi Hanke) ubrrrafchenb plötzlich an die Luft gesetzt har. So bleiben bei allen Schwächen de« Stück« doch eine genügende Portion Komik manch guter Einfall und witzige Seiueru, die ten Besuch ber Ausführung gu einem amüsanten Abend machen. -e.


