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L'orb Ulof)b (oü buchstodl ' - >«e' br :e nuftcr |idt f. raten (ein. er b- .. r"\ a; «u röchen, in t er Wefe. die man > Gerade \ilr rerr.rn
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.'er enaujchen Armee, con rx'i^m er tr.ixr > i ofH»
2r 'Heil' ng erhaNen *”?tc ir Cerar'.flO. rg, eine Drs!--.»le - n die o - .»nn: .Sc «. :• • tu
ten und hdi gleich',ei: de ; fmonltrnimn engti ( chfr k r ic g* f 4)H t e in den ägy, nfche«
• nv chen Ourope r dedtodt feit.
Die 21n:ieleocnheil ist jo gilt wie denn
vicht. 'len engtifchen Argumente ?hir d e Leid, te» nn i der legnpicr oeqenuder En, land dm Id<r- fh. 'iqerweije neue ?' hrung acfunlxn. Der anc* karnjche (Relanbte in Äairn. J'r. 3. Martan >) o • ip c 11 oder lieft e* (ich nicht nehmen, dem Lord in einem Interview. axlcher er c.nem Redakteur br* „flbram* gewahrte, eine hörbare Maulschelle tu perletten. Er erklärte bdfi er die Würde und die Fäh.gkeit de* ägyptischen Parlament* schätze und dast er keinerlei (Befahr für die rrem» den, deren Interessen und Eia. nium fede. Tj* mar brau von dem alten Munn. Wenn er paf ir and) b;c Bcichimpfi'nnen der englisd-n Lokalpre'ie einftetken mi'fjte.
;eiiungsia)ct
Die „Leipziger Reueften tachrich«
•
tionalllberalrn zuzöhlen kann, schreiben im Anschluß an ba' Memoirendi ch de* l rinzrn M • von $a\ n über die große A e r t r a u e n r k r i f e. die mH. rei'd des Äricac» in Fmnlreich einen ganz anderen, glücklicheren Verlauf nahm als ein 3 ihr Ipäter In Deutschland. Das Blatt schildert bann die ©entlang des Generals Oroentr nach Berlin in den ersten Rnoembertagen 1918 und schreibt: ..Die den Geist des alten Heere» erblich gepachtet zu haben glauben, find von Nroener in der i^olqe abgerutft. Die einen haben'* Ihm mehr verdacht, haft er als Erster dem fiaifer in Spa die Wahrheit zu sagen gewagt Hof, die anderen h-nnen'* ihm nicht vergeben, dast .r, als es um die Unterzeichnung des lkr|aiUer Diktats ging, seine ftameraben bestimmt hat. der Republik lieber nicht den Dienst auszusagen. lieber das eine wie über dos andere zu urteilen ist nicht befugt, wer nicht die Schilderung des Prinzen Max von den zwei Tagen, die Groener damals in Berlin verbracht hat, vorurteilsfrei auf sich hat wirken lasten. Groener ist am 5. November nach Berlin gekommen, ganz Mann der alten Schule ein General, für den die Frage der Abdankung des Kaisers außerhalb feder Erörterung stand. Man hat ihn am folgenden Tage mit den Führern der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften zusammengebracht, mit denen er al* Leiter br* Kriegsamts vertrauensvoll zusammengearbeitet hatte. Das alte Vertrauen ist auch gleich wieder da- gewesen, aber es reichte nur, um zu erkennen, bah man nicht weiter gemeinsam zusammengehen könne. Auch die ehrlichen Sozialdemokraten wie Ebert, David, Südekum Hütten es oorgezogen, die Man- archie zu erholten — der helldunkle Scheibemann spielt wie immer eine zweifelhafte Rolle. (Ebert verlangte die Mithilfe de* General* dazu, den Kaiser zur Abdankung zu bewegen und einen der jüngeren Prinzen mit der Regentschaft zu betrauen Groener hat da* schroff abgelehnt, und man ging ohne Ber- stondigung auseinander. WovonMder General ,etzt allein noch Retttmq vor der drohenden Revollition erwartete, daran läßt Prinz Max keinen Zweifel: von einer freiwilligen Opfertet des Obersten Ärieav- Herrn, wobei er fein Leben wenigstens einmal so
Ur. ',44 5n):ites Blatt
Gietziner Anzeiger (2enrra!-Anzeiger für Gderhefseni ■ — » ■ - . i i- — ~ am ■ in ——i ' mi ■ ar iwxi ■■■ ■■■■ in i-u». E
Kanonen
aus die Brust ae e^t ....
Pan unferm J. 8 -Korrespondenten
Kairo Juni 1VZ7.
dt sind nun wieder einmal englische ! Kriegsich,'te vor Bleganbrien erdyte- nen. Grone „Äampfrinbeitrn*. imt RiesenkLnonen. | scheinbar nur au« ein eichen awrterb am to*pi- brüllen Ma i schw gi. die Loge <et ernst, biesmol komme e* sicherlich • j einem V r u ch' zwt'chen England und Aegripten zumal l»e englilche Regie runfi schwerlich tuu r rrrrin über die lo*geiasienen r werde- könne ?
dedrchten Kastens 'ten. wir auch In R-tro b:merl man md)is von Grre.'tbrlt und Unruhe. Alle» ist ruhig und geht >;.:-ohnt r. „erncy (einen Weg. Rur . die encl Idxn colbozen sind e*. die die neuerschie- I -lenen tElutter r.;t - chtlicher Neugierde aus der Straf',r lesen 3n Alexandrien betrachtet da* sich am Meererstrand badende Publikum die engst chen Rie- senschiste mit unerhörter Ruhe und firaiHc Wie wenn da* Erschemcn der Koloste zum Tagespro- . qramm geboren würde, und bie Leute eher^ ubrr- nfdjt waren wenn jte morgen*, durch do* Fenster guckend, zu ihrem Frühstück keine englischen Mord- nftrumentr \um Hintergrund serviert bekämen
Alfa rnglisch« st eg-ichisfe im Hosen Hieran- brien* und 4 ort Saids Lsro Lloyd, der Ober» tonunificr ha: einen Konflikt — nicht mit der agyp- uschen Regierung, sondern mit dem ägyptischen — Parlament Run wird zum allen, vewährten Rezept pegrislen Kriegsschiffe, Aeeoplonparade usw. Und da 5e\epl wirkt wie immer, auch diesmal. Roch merunbiuaatiM Stunden kann man schon in I den 3eitun,jen leien: ..Die ägyptische Regierung nahm , die rmchtipfr.n /orderungen der Lngtonder an...' i
Wie bei einem wirklichen Krieg mub man in diesem st. 'stikt zwischen Ursachen und Veranlassung untersck/eiden. Lu den Ursachen gehören bas stark gefiinlenr Vertrauen der agypstschen Rattonalisten iu ihrem greifen Aphrer. 3a gl ul Pascha, welches m legier Zeit wieder durch einen Presseprozesz, der .Saglul von schwere-, Sntlaper, insbesondere de» Doppelspiels m englisch ägyptischen Fragen, nicht gerade reimgte. erschüttert wurde. Zu den Ursachen U hör. n serner das gesunkene vertrauen der ägnp- tuchen Bevölkerung zum Parlament, welche* ,5ofllul Paicho in allen Dingen blindling* folgte. Mr-< ■ Vertrauen wieder zu gewinnen, haben sich die üZofbifien mit ihrem Führer an der Spitze, tn jüngster Zeit entschlossen, den Engländern gegenüber in ben zahlreichen streisrogen. an welchen kein Man- ael ist. mehr Widerfocnstigkeit, al* bisher, xu xeigen Die Fra en der Bisetzung der DiirgermeistclltcÜen. '.er Nationalbank, de* Oberkommandos der ägypti- chen Armee usw. waren und sind alle* Dinge, bezüglich weicher die ägyptischen Politiker, tue Umnogstch- kett ernlien Widerstande* erkennend, von vornherein zu einer weitgehenden Resignation bereit waren, wenn diese Fragen auch gelegentlich von voreiligen ertrcniistijchcn Ihbgeorbnckn gegen den Willen ihres Führer* unzeitg.müfz oufgrroorftn worden sind. Fitzt aber, ton die bekanni-m Angrisse gegen ben toofd und 3aglut Pascha der Stellung denetbon gesährlich schien, erschien e* notwendig, sich nicht allzu widerst.,ndslo* dem englischen Diktat zu beugen. Fn dieser Io grschastcnen «tmofphare sind die ur- sachlichen Von.u setzungen dc» neuen Konslikte» zu sehen.
Die Veranlagung des Auie,nanderpraUens der Gegensätze ,edoch liegt vorzüglich in der Person de* englischen l')ifb Eommissionär* Lord George Lloyds und feiner CH?rn(d>af1en. Man muh den Mann gesehen haben. Uebergroh, mager, eckig, mit einem Gesicht, au* welchem als auffallendste Eigen- .chast masilojer 5)ochrnut sorichl. Keiner seiner Vorgänger Hot sich eine der (einen ähnlichen Art de* Auftreten :■ in der VeffenUichkeit ongemaht. Wenn her Äonifl durch die Ströhen von Kairo in rafenb dohinschief endem Auto aus dem Schloß fahrt, werden die Strafzen polizeilich abgefperrl und vor wie nach dem kuniglidien Auto sichern Motorfahrer und von Polizisten besetzte Autos den Weg. Dac-ielbe
Recht r.-.mrr.: der <ngL<^< Äaufmetir. prößlmg J Uorb Vlunb *ur sich ,n Anipr.ich. trenn er durch die c'.r-t m der f)auptftabt de* .unobhüns pfn l*ar । de*' rast Bei finein Emp ong, »ddx: ihn' zu Ehre» < n d.: ch Inne perverse . -‘terb^Migfeit übel beleumur d,:el t stkicher Pasch in M-n,e. einer od-rrägyptlschfi Stadt, got. hielt Lord Lioyd r.r< Rede, in we' -er er die Aellahen. die Untenanen^de* apypti '<ii -o.iv> -än* der wohl wollenden Zu: •orge te* — rna* 'cher. 8c ng* oeriichen. Und der
ngelchüchterte '. orsteh.r von M:n,e lieh »ch oer- | leiten, d e lehk't Rede in* Arabische |u . t rriegtn
Senr nun die Fragen von grund-usicher Bedeut ng. die w-r oben brr nrte ■ nur gel crrstch und mit dem sichtbaren Bewußttein de* norwend, ; qtn KapllMleren» ar her Gem-st im Parlament, | berührt wurden, so hatte mc-n hier eine mehr alt gut funb.frte Bi reck :>gun Prinz p.enfragen ous- zuwer'ei' in wr'chem udi Lord Lloyd -weis,No: in» Unreck: a,letzt h-tte Em br’cnnter ägyptischer Journal,fl charakter rte mir d'e Lage kurz und
ire ld. ß w r pt stnch n.chl unabhang sind, ’onber- unter der Diktatur einer item den Militärmacht fieber, wisien wir. Wen, | man unt d, llr.a>bär.gtal,i( nur d, r For n, i n gegeben l. *? soll man nbehrn* dl, Form und menr auch nicht- al* die Forrr^ u ä t , n. aram hat d,r ftiat Eoin-ust-oi-.ar dr. ä ließlich nur der . iplomausch, venreer der DHu ?ativnvnachi ist. niemc!* t: ''önig lern Begiaubi- ..ng- ichr, b,n überreich', r. . andere Diplc ater Warum reist e.n Mann, von dem wir formell n,cht -visi,:,. wer er tst im L'-nbe umh: nub b lt An- jprachen cn unsere 2R;rt*argrr. c'* ob sie Ilntf-ianer.
eines König* wa.en
6* sträubt sich da* Rechtem,- - Cum len emen d.e echt oeeidenfle Un- s ', :• luge. Ein arabischer Journalist erwtder.e auf die : Frage eine* aurlandisihen Kollegen, wer in Argr ten regier, der Ä*n.>a* Parlame"!. vd : Lord Lloyd ..Der en alifche (font* Das geh: dem ‘ . m*n m the Street* ir.rbr in die Nerven als in:r ,
Geschichten aus aller Melt.
Lachdruck auch mit Quellenangabe, verboten!
Nachruhm.
(—) Pari».
.Luhrn ft A gcnbogenlicht.
Sonne, d.e sich in Tränen bricht". —
lo singt Tllctandcr Petö'i. Ungarns bedeutendster ^»et. der wohl ir.e kein anderer mit sc -em Lasern tie Wahrheit feiner Verse belegt bat. Die meisten Men'chen haben nichts von ihrem Rrihm. da er. das ist eine alte D.nscllwahrhe.l. erst dann zu erstrahlen beginnt, wenn ihre Augen sich für immer die Eriche.nang.-n dieser Welt geschlossen haben. G.n guter Teil von ihnen geht verbittert und mit der ganzen Menschheit ver- Ic.ndet zu Grabe, ohne auch nur entfernt zu ahnen, daß um Ijren Äamen nach Jahrhunderten einmal die Gloriole der Unsterblichkeit schimmern wird. Die Lach'ahren der undankbaren und nerstLndniSlosen Mifwelt suchen die vergangenen Unterlasiung-sünden durch Denkmäler ir cOer gut zu machen, und so kommt mancher zu einem Monument, den zu seinen Lebzeiten von den Großen der TDelt eine Unendlichkeit trennte, wie etwa kürzlich erst wieder in Frankreich die brave Madame tz a r c I. die Erfinderin des tbft- iichen Camembert-Ääfe#. Aber wohl noch niemand ist in der ganzen Menschheitsgeschichte Io e.genartig zu einem Denkmal gekommen, Vie Larcisle Quellten, dellen Harne jetzt plötzlich durch d.e ganze französische Preise geht und dem die tiesstempfundenen E>edenkartikel geweiht werden.
Der war Aarcisse Quell.cn, was hat er für die Menschheit getan, welche Tat hat seinen Hamen unsterblich tn die Geschichte des Geisteslebens eingegraben, welche Entdeckung, Erfindung. Theorie oder dergleichen oerdanlt ihm die W:ll? Da ist vor allem einmal feslzuftel- len. daß Aarcisse Quellien von Beruf Dichter gewesen ist. ein vertrauter Freund Ernest Hö- n a n S. des Versassers des ..LebenS Jesu" und der „Apostel", ein halber Dohämien, der einen guten Trunk und die Mädchen liebte, dessen Talent aber der Nachwelt gerade keine großen dichterischen Qfsenbarungen hinterlassen hat. zu- mindesten- nicht solche, die daS heute so auffällig laute W.cderaufwachen frned Gedächt- nisieS auch nur annähernd verständlich machen tbnntcn. Hein, als-r Harrifse QutHlenl Verdienst liegt auf einem ganz anderen Gebiet: er war daS--erste T ode So pfer eine»
Automobils in Frankreich: vor gerade 25 Iahrcn wurde er beim Uebetquercn einer Straße von einem dieser allerersten, unS heute schon prähistorisch enmutenben Benzin-Deh.kel überfahren und getötet. D a S ist sein unbestreitbarer HuhrneStitel, dafür soll ihm jetzt durch ein soeben begründetes Komitee in Pari- ein Denkmal gesetzt werden--
Und so haben w.r denn, e.n ur.er chopfl.cher i Trost für d.e Ehrget-igen unter un«. eine ! neue A r t von Ruhm neben dem akt-ven. - u dem mmerhin irgend etwas Vie Geist. Gen.e. Denkkralt ulw gehört den p a f s . v e n. den man dadurch erringt, daß man im günstigen Augenblick sich von einem neuen, de Welt erobernden "Verkehrs nstrumen: die Knochen zermalmen läßt ...
Ein Sowjet-Gesängnisdirektor.
(ui Higa.
Ganz verlchömi und versteckt melbcn die Moökaue, Sev'jctblätter einen Vorgang, der wieder einmal ein bezeichnende« Lichi aus 1 den gegenwärtig in Rußland gradiere nden .H o v l i g a n i S m u S". d. h. da« gewerv -mäßige Verbrecher- und Strahenräubertum. wirst.
Seit Jahren schon wird die ziemlich abgelegene Gegend von Seraw-Aschamk, von einem unbekannten Haubgefellen heim icfucht und unsicher gemacht auf bes'CN Konto unzählige
. Qtaubübcrlülk -.mb .
zen find. Stets gelang eS dem Uebeltäter. unerkannt mit einer belrächllichcn Beute zu entkommen. und die Polizei verzweifelte fchier ob ihrer Ausgabe, des Derbreä'erS hadhast zu werden. Aber der Krug geht Io lange zu Wasser. biS er brich!, und kürzlich gelang «s durch Zusall. dem gesährlichen Räuber, als er eben wieder ein Bauernhaus auSgcplündert und in "Brand gesteckt hatte, einen H"verhalt zu legen, in den er auch schnurstracks hincinlies. Zum Erstaunen der Polizisten entpuppte er sich al« ein focinalter, eisgrauer Marm mit langem ©reifcnbartc. der feiner Festnahme keinerlei Widerstand entgegen- feyte und sich willig abführen ließ.
AIS man ben "Beibrcdx:.- inS GesängniS von Serawtfchamki tinlleferte. lieft man ange'ichiS der "Bebeutung beS Festgenommeiien den G e s ä n g - niSblrektor. Herrn Kobschajin. rufen, et war aber nirgends zu finben, trotzbem eS mitten in der Hach! war. Auch am Morgen war Herr Kobfchajin noch nicht eingetroffen, ebensowenig am Mittag. Man würbe stutzig, man begann ihn überall zu suchen, er wat imb blieb spurkoS Der- fchwunben. Da machte plötzlich einer bet Polizisten in ber Wachstube be« GesängnisscS. wo auch ber Räuber sich biS zur Drlcbigung ber vom Direktor vorzunehmenden Ausnahmesormalitülen aushielt, bie Entdeckung. Baft sich der Bart unter bem rechten Ohr beS Verbrechet- eigenartig gelockert hatte, mit einer jähen Bewegung rift er ihn unb bie weifte Perücke ab. und — ber GesängniS- b i r c f t o r . Herr Kvdschajin, ber so schmerzlich Dermiftte, in höchst eigener Person präsentierte sich ben in Schreck unb Überraschung erftarrten Polizisten.
Die nun baS Ausnahmezcremoniell geregelt würbe, verschweigt schämig die Sowjetpresse. auf jeden Fall. Herr Kobschajin sitzt sest.
Veethovens „Neunte".
Zur Ausführung
br« «icßrncr Konzert-Hrrrinh.
Wohl kaum hat ein Derk ber MusiNiteratur erft so seine überragende Stellung erkämpsen müssen wie Beethoven- 2kunle Symphonie. Geht man den Okuftcrungvn bet Zeitgenossen "Bcet- hovena nach, ’o zeigt sich ohne weiteres, bah dieses Derk über sein, Mitwelt hinaus in die Zukunft weist .Es ist. als ob die Musik auf bem Kopfe gefx.i feilte unb nicht auf den Füßen. Der letzte Satz fpiclt in den unglücNeligen Doh- nungen derer die vom Himmel gestutzt find. E« tft al« ob die Geister der L efe ein jeft deS Hohne« über alles. waS Menfchenfreude heiftk. feierten." 11325. .Allgemeine Mufik-Zeitun^".i Spodt äußert fich nicht minder abfällig .Ja. ichon die vielbewundeNe neunte Lymphome tmift ich zu dielen rechnen, bereu brei erste Sätze mir trotz einzelner Gen.eblitze schlechter Vorkommen, als sämtliche der acht früheren Lymphomen, deren vierter Latz mir aber so monströs und gefchmack- lo« unb in feiner Auffassung ber Siy.Iler!4Kn Ode Io trivial erscheint, baß ich immer noch nicht .'cgreifri kann, w c ihn ein Genius wie der Veet- hvrensche nlederjchreiben konnte."
Selbst die "Begeisterung bei der Dienet Mr- auffüftrung (7.Mai 1824' hielt nicht lange an; bei der Wiederholung de« Konzerte« glaubte man. eine Rossini-Ane mit auf« Programm setzen zu müllen, um da« Publikum anzulocken. — Die Tcifau« sorgfältigste Aufführung erfuhr daS Wetk I82d in Par.S, wo Habeneck naa> zweijähr.gen Borbertilungcn c« zum Erll.ngen brachte und zum Erfolge führte. Habeneck fällte aber damit van Bahn£rodKr und Degweifer werden. Richard D a g n e r erhalt von ihm die enlfcherdende Anregung für feine mufikalifche Zukunft .Die« ge- fdwb durch meine Anhörung der Heunien Sym- vhonie "Beethovens, welche ich nun von diesem berühmten Orchester mit dem Erfolge eines beispiellos anbauemben 5tub.unt« in so vollendeter und crgrcifcnbct Weise borge tragen horte, daft, wie mit einem Schlage, bas in meiner Jugenb- schwärmerci Den mir geahnte Bilb von de<4em wunderbaren Werke, nachdem es mir durch bie Hinrichtung deSfekben burch da« Leipzzger Orchester unter be« biederen Polen- Leitung gänzlich verwi'cht worden wat. nun sonnenhell, tme mit Händen greifbar, vor mit stand. Dv tch früher nicht« als mystische Konstellationen unb
klanglose Zaubergestalten vor mir gesehen hatte, strömte jetzt, wie aus zahllosen Quellen, der Strom einer nie versiegenden, daS Herz nht namenloser Gewalt dad in reißenden Melodie entgegen." Und erst Richard Wagner verhall bem Derkb zu seiner völligen Anerkennung, in seiner Dresdener Zeit wurde die Aussühtung am Palmsonntag 1846 zu einer Dieder Geburt süt die Deltgcllung ber Hcunten. - Dte Feier der Grundsteinlegung deS "Bayreuther Festspielhauses wurde mit einer erlernen Aufführung der Hcunten gefront, und einer der Mllfpielenden im Orchester, der jugendliche Arthur Hi fisch, wurde zum Träger ber Trabition tn unsere Zeit hinein.
Die Schwierigfeiten. bie sich bem "Befannl- werden ber Heunien entgegenfledlen, lagen sowohl in ihrer Eigenart, als auch in bet Unfähigkeit bet Mitwelt, sich barauf umzustellen. Denn im Gegensatz zu ben Dorangcgangmcn Werken, bie m^>r ober minber durch irgendwelche gegebene Anschaulichkeit etwuchfen. ist die Heuntc auf dem Boden bet Reslektion erftanben. Sie kann al« bas geistige Resümee eine* Lebens voller KarTlpf gegen das Schicksal in seiner Härte unb Unetbittllchkeil angefeften werden. daS im Ausblick zu bem letzten Grunde des SeinS seine Verklärung findet, ein Rückblick des Heber- winbetS von hoher Warte mit den im Kampfe gewonnenen LebenSerkenntnifsen.
Einer solchen 3bec beS Werkes konnte die bisherige Form ber Lymphome nicht mehr restlos zur KünbuTzg verhelfen Die Musik sollle ja nicht rndhr Realität veranschaulichen, sie muhte zum Träger gcist.ger Symbolik, eine« Denkprozelles. werben unb bamit einen neuen. refleftionÄgebun- benen Stil prägen der da- sentualiftische Moment ganz auSschalteie und nur bem abstrakten Geistigen sich zuwandle. DaS Erfassen beS zugrunde liegenden geistigen Momentes in der Ton- syrnbvlik lonnte erst das Derk völlig erfchliiften; wie es das "Beispiel Richard Wagners zeigt.
Man möchte zu "Beginn deS ersten Satze« an eine Geisterbeschwörung denken gleichsam auS dem brodelnden LhaoS der leeren Quinten zuckt ba« Thema, wie züngelnde Flammen unheimlich aus. bU es sich mit Unerb-ttllchkeir im Unisono des vollen Orchesters verdichdet. Selbst bas Seitenthema der Holzbläfer (arm sich nicht mildernd ausstrahlen, bie Streicher tragen Unruhe hinein, eine hoffnungverheißende Wendung wird von bem Bernichtungsw.il en überwacht. Die Durchführung bringt das in den aufgefteilten Themen geburtfvnc Problematische zur Aus
wirkung, ein Ringen mit bem Schicksal, daS im Gewoge des Kampfe« zwischen Hofsnung, Trostlosigkeit unb Sehnen schwankt, bestärkt burch ben unerschütterlichen Dillen zum Siege. D.e Cnt- fdx'ibung füllt; im Unisono stürzen Holzbläfer unb Streicher herab; die Pauke donnert in die Dleber- Ichr ber Themen hinein, alle« ist entfacht. Fast möchte man tn der Loba doch noch auf eine bejahende Löfung hoffen ba bricht nach zweimaligem Ritarbando um so bebrohlicher unb aus- bäumenbft bie Unerbittlichteit hervor und leer im Unisono, ohne die SchcckfalSsrage zur Lösung gebracht zu haben Hingt ber Satz starr in riesenhafter Größe au«. Der Kampf ber .nach Freude ringenden Seele gegen ben Druck jener feindlichen Macht, die fich zwifchen unS unb daS Glück ber Erde stellt" CK Wagner-, hat noch nicht zum Sieg geführt; noch heiftt e«. .Entbehren sollst du! Selbst entbehren!".
Um nicht burch die Trostlosigkeit der Verzweiflung zu Versalien stürzt sich ber nach bem Glück Strebende in ben Taumel be« Genusie«. Wild ausgepeitscht führten die EinleltungS'alte ben zweiten Satz ein. In einem Fuaato steigert sich bas Thema, ein zwc.ter ber Holzbläser wachst au« ihm heraus. Die Durchführung verkleinert die Vicrtaltigkell beS Themas ;um breileifigen Grvßtalt (Ritmo di tre battutc); immer heftiger, grotesler wirb bet bachav.tllche Wirbel, bem bie hämmernde Pauke ba« Gepräge gibt. Da löft f'ch mit plötzlichem Taktwechfel ber brei- teilige Rhythmus in einen zweiteiligen be« TnoS. bas schon eine Wendung zum Haturhaften bringt und fast einen Untergrund zeigen möchte, auf bem bie Zreube erwachsen könnte. Aber es ist mir eine Episode. — DaS Scherzo wiederholt sich — mir am Schluß ber Loba erscheint ba« Trio-Thema als kurze Reminiszenz Da wendet sich der Blick :n Hinsicht ber unüoerwinblichen Lch.ckfalsgevalten nach innen zu religiöser Einkehr Tiefer Friede unb Berüärtb: t strahlt auS ben Themen be- br.tten Satzes Möchte man nicht an bie Worte in den Konverfat.on«heften deS ertaubenden Meister« (1819 20) benkn. . Sokrates unb Iefus waren mir Muster", bam das moralische Gesetz in uns unb ber geb r te Himmel über uns. Kant!!!" — DaS Gefühl der Kraft erwächst schon eröffnen ft raffe Akzente des Orchester* die Aussicht auf einen Sieg; dre Hoffnung auf Erfüllung ist zur Gewißheit geworben.
Der Schlußsatz bringt die Entscheidung durch bi« geistige "Auseinandersetzung. Dem wilden Aus- schrei be* Orchesters treten R«itative der Kontrabässe imb Eelli gegenüber: alS Träger der Re
slektion vollen sic nicht mufikallsch an sich wirken. sondern einen bestimmten geistigen Gehalt in der Stellungnahme betonen. Die Themen ter Dotaußgeganflenen Sätze werden refobituliert und abgelehnt Die Skizzen Veethovend geben Aufschluß über ben Sinn ber Rezitative Hach b m Finaleansang; „Hein, biese Wirrnisse ermiiirn an unsern verzweislungSvollen Zustand, heut ist ein seicr'icher Tag. dieser sm gefeiert durch Gesang." Dar* Thema deS ersten SaheS Jagt nicht zu: ..O. nein, diese« ist eS nicht, etwas andere« ist eS. waS ich forbcrc." DaS Lc-xr-ochema hübet keine Billigung: ..Auch dieses ist es nicht, e« ist nur Possen, nur Geplauder." Hachdem er dem Adagiorhema nicht beipflichten kann (».... eS ist zu zärtlich, etwas Aufq wecklcS muß man suchen".) ergreift er selbst die Initiative: „Ich selbst toerte fingen. — fie muß unS trösten, Mu>if unS er- heitern." Die Melodie de- Sreubtnbexß wächst au« dem Unisono der Bälle unb Gelli zu Immer größerem Glanz heran findet aber noch nicht ihre llangliche Krönung. Hoch einmal bricht ber
strumentale Reslektion vermag nicht mehr zum entfch-.ebenen Äünber de« D.llenS zu werten, so deutlich sie auch ihren Sinn in der Gebärde ausprägt, mir allein bie menschliche Stimme lann h er bie Lösung geben. DaS Baritonfolo führt hin zum Hymnu« an bie Freude, der In seinem Jubel vom Ehor unb öoioquarteti ausgenommen wirb. Ein yeldischr« Kampsl'.cd (Tenvr- folo), vom 2Hännetd)or beantworte:, bildet baS Kampsesspiel in einem Orchester ugato ab. DaS Hochgesühl der Freude führt mit seiner feier- ..chen Erhabenheit zum Welten'töpfer: ..Seid umschlung^.i. W.llionen."; und Gotiesgedanke und Freudenhymnus binden 'iyzur Einheit in einem Doppelfugato der beiden Themen. "Roch einmal kündet sich der Frieder, m Gedanken an die Verbrüderung der Menschheit durch die Freude lSvloquartett) unb mit bllhyrembischem Rausch bricht bet Satz eistat ich ao. d:e große Variation übet ba« Freudenthema.
Schon in stützet Zeit hatte Sck/.llct« Freuden- hymmis ben Meister gesef'elt. 1793 zeugt ein Bries eine« Wieners an Schiller- Gattin Charlotte von einem bie-öezügl. großen Plane Bett» Hoven«. Und diese« Dcti ist zu einem der größten geistigen McnschheitSerlebniffe geworden: „Alle« wird zugrunde gehen, nicht- w.rd mehr ble.ben, nur eine« wird nicht vergehen und übrigbleiben, bie Hcunte Symphonie". -in-


