Ausgabe 
23.3.1927
 
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Aus der Provlnzialhauptftadt.

Sieben, den 23 Mär- 1927

gur Krüppelheim-Baulotterie.

(2km Pros. Dr. B n i ng » Gießen.)

3m nächsten Monat fintet die vorn Hefte- scheu Verein für Krüpvclfürforge ocranftaltctc Lotterie statt, wodurch die Geldmittel aufgebracht »werden sollen, in Gisßen ein Heim für txr- krüppelte Kinder zu erbauen, vokche Heime gibt et Ichon in den nreisten auberdeutschen Ländern, besonder« Oesterreich ist damit gut ausgeftattet. in Oslo in Bnrtocgen ist ein großes in Dor- bereitunq. Bei uni lag die Krüppellürsorge lunae Zeil in den Händen von Laren lLehrer. Geistliche usw > und war vollständig der privaten WohllahrtSpfteg. überleiten, «fctft 1920 schritt teuften als erster deutscher Staat zu einer ge- I 'sichen Regelung der ganzen Frage 8t legte i 'n Gemeinden und Kreisen die Pflicht auf. für l d)? Behandlung und DerufSerzichung Der- i i' yklter zu sorgen Da- Gesetz entlvrang aus D:" Ecicnntnis, Last e-, rein materiell betrachtet, d:l ?,cr ist. einen Verkrüppelten zu betten oder 1 isteno lc well zu bessern, bah er sich einen b !aj' enen Lebensunterhalt lelbst erwerben kann c. wenn er als arbettSunfähig dem Staate zur Last fallt. Auch die ethische Veite ist nicht zu gering anzuschlagen, denn durch Milderung de» irour.gen Lose- der Krüppel toirb ihre Un- »usriedenheit und Erbitterung beseitigt, die 'chon oft sie m die Arme de- Verbrechen- geführt hat. Durch die Geldentwertung tour Je der groiizügig angelegte Plan der preußischen Regierung leider sehr eingeschränkt. Die private Fürsorge muhte wieder eingreifen. So steht es auch in Hessen. Dir sind auf private Mittel angewiesen, zu be­reit Aufbringung jetzt da- ganze Land ausgerufen wrrd.

Wer soziales Empfanden Hal, wer religiöses denkt, wird das kleine Opfer nicht scheuen, das so vieles Elend lindern und so manchen Unglück­lichen ausrichten kann.

Vielfach herrschen falsche Vorstellungen über die Ausgaben und die Tätigkeit eines Krüppel­heimes. Es ist dies nicht eine Art chirurgischer Klinik, in der nur Operationen au-geführt wer­den. Allerding- ist dies eine ihrer Hauptauf­gaben. es erwachsen aber daneben noch andere nicht minder wichtige. Da die Behandlung und damit der Aufenthalt im Heime lange Zeit in Anspruch nimmt, so muß auch für entsprechenden Schulunterricht gesorgt werdens denn sehr wichtig ift die Bildung des Geiste- und Gemütes. Spä­ter müssen die Heranwachsenden in einem Hand­werk au-gebildet werden, damit sie die Gesellen­prüfung oblegen können. Alles diese- müst in be­ständiger Fühlungnahme mit dem Arzt geschehen. Auch nach Abschlust der Ausbildung w.rd die Leitung des Heimes in Verbindung mit den verschiedenen Fürsovgestellen sich bemühen, für die Gesellen Stellung bei einem Meister zu ver­mitteln. Jederzeit wird vom Heime aus die Ueberwachung des körperlichen Zustande- des ehemaligen Zöglings weitergesuhrt werden Im Krüppelheim mutz ein Ort geschaffen werden, wo der im Kampf ums Dasein bedrängte und gestobene Verkrüppelte jederzeit Rat finden kann.

Aus dieser kurzen Darstellung ist ersichtlich, welch vielseitige Aufgaben an da- zu errichtende Kiüppelheim herantreten. Ratürlich kann die- nicht sofort aie Danzes hingestellt werden, es must sich organisch enttoidcln, langsam daS eine aus dem anderen hervorwachsen. Je mehr Mit­helfer aber jetzt am Werke tätia sind, dadurch, daß sie Lose kaufen, desto schneller und erfolg­reicher kann die Arbeit an den Verkrsivpclten einsetzen. Jeder, der sich deS Glückes gesunder Kinder erfreut, sollte seinem Dank dafür Aus­druck geben, daß er unser Werk unterstützt

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater 7j Uhr ..Jugend" (Ende gegen 10 Uhr). Lichtspielhau.. Bahnhofstraße: .Unsere Emden". Ästoria Lichtspiele:Die Gespensterfarm'.

Aus dem Stadtiyeaterbureau wird unS geschrieben: Fräulein Adele Kern vom Frankfurter Opernhaus, die ja bei Publikum wie Presse außerordentliche Anerkennung für ihre Leistung als Rose Friquet am vergangenen Sonn­tag gefunden hat. wurde bei einem kürzlich er­folgten Gastspiel an der Wiener StacttSoper in der österreichischen Hauptstadt ebenfalls in außer- gewöhnlicher Weise gefeiert. Die Dame wird auch in der xtocilen und tote nochmals beton', sei - letzten Aufführung des .Glöckchen des Ere­miten" am kommenden Freitag wiederum als Gast mitwirken. Für alle diejenigen, die an den Abenden am Theaterbesuch verhindert sind, ist für nächsten Sonntagnachmittag eine Aus­führung der überaus luftigen Lokalposse ,®ieftcn wird Großstadt" angeseht worden Die Posse bietet so viel für Auge und Ohr, fo viel des Amüsanten für den Lokalkundigen, daß kein Gießener versäumen sollte, sich das Stück einmal anzusehen.

Dom Turnverein 18 46 Gießen. Ende März wird der Turnverein von 1846 für feine Mitglieder und alle Freunde der Tum- und Sport fache den großen FilmKampf und Spiel" in den Paiastiichtfpieicn zeigen. Der Film hat bei fünf Akten eine Lange von 1650 Meier. Besonders soll er der I igend die Leistungsfähigkeit der Deut- j*en Turnerschait auf allen Gebieten der Leibes- Übungen darstellen.

Raturheilverein Gießen. Der Men ch und seine ScAtld an Krankheit und Glend . Heis t daS Thema, über das Herr Hein Kröver aus Frankfurt a. M. morgen im Hotel Schütz spricht Näheres in der heutigen Anzeige

* Personalien Ernannt wurden: am 3. Möe; der.-obrer Friedrich Kaufmann an der T olks' u ? zu Merkenfritz Kreis Büdingen, zum haup . FortbildungSschullehrer an der Fortbildungsschule zu Ortenberg und Um- gegen 0, Kreis Büdingen: am 15. März der Lehrer Ferdinand Fischer zu Heldenbergen. Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volks­schule zu Sponsheim, Kreis 'Bingen; am 16. März der Prnvatdozent an der Landesunivrrfität Gießen Dr. Wilhelm P e p v I e r in Gießen zum außerplanmäßigen austererdentüchen Profe'or. am 17. März der Diplom-Jng. Dr rer. nat. August Thum in Mannheim mit Wirkung vom 1. April 1927 an zum ordentlichen Protektor für Werkstoffkunde an der Technischen Hoch'chme in Darmstadt 3n den Ruhestand verteyt wurde: am 17 März der ordentliche Proseftor an der Technischen Hochschule in Darmstadt Geh. Baurat Dr.-Jng. h c. Otto Berndt zu

Darmstadt, auf fein Rachluchen mn Wirkung vom 1. April 1927 ab

Spareinlagen bei den hessi­schen Sparkassen. Der Monat Februar hat den hessischen Sparkassen wiederum einen erheblichen Zuwachs an Spareinlagen gebracht Der Bestand der Einlagen stieg um rund 4 . Millionen Mark (im 3anuar 1927 5* Mil­lionen Mark» auf 84' « Millionen Mark. Die sonstigen Guthaben aus Giro-. Scheck- und Konto­korrent-Konten betrugen Ende Februar 1927 rund 18'/, Millionen Mark. Die Gesamtsumme der bei den hessischen Sparkassen eingezahlten Gelder belief sich also am Monatsende auf über ISO M:l Uoncn Mar! 'ungerechnet dte auS der im Gang befindlichen Auswertung sich allmählich antom- me Inden Mittel» Damit ist mnerhald c:nes Zeitraums von etwa mehr als drei Jahren w eder annähernd der vierte Teil der Vorkriegs- bestände erre .ch:. war dem wiedererwachten Spar­sinn der Bevölkerung ein glänzender Zeugnis ausstellt.

" Hinrichtungen inHes je n. Zum ersten Male wird letzt amtlich eine Statistik über die Hin­richtungen in Hessen in den Jahren 190.3 bis 1926 veröffentlicht. Es wurden hmgerichtet in den Jahren 1903, 1905, 1910, 1911, 1914. 1917. 1922. 1924, 1925, 1926 je eine männliche Person und im Jahre 1921 zwei männliche Personen.

' Die Einreise in das besetzte W e biet. Eine Anfrage aus einer sächsischen Stadt, ob Mainz noch besetzt fei. gibt Veranlassung, daraus hinzuweifen, daß die Einreise in das besetzte Gebiet ohne alle Formalitäten möglich ist, als Ausweis ge­nügt jede von einer deutschen Polizeibehörde aus- cüftellic Bescheinigung, wie Po.izeiaufenthaitsbeschei- nigungen. Jaqdwastenscheine. Führerscheine für Auto und ftraftrab.

WER. Amtliche Wanderkarten mit Angabe der Jugendherbergen. Aus Anregung deS Verbandes für Deutsche Jugend­herbergen hat das AeichSamt für Landesauf- nähme sich bereit erklärt, die Orte, in denen sich Jugendberbergen befinden, besonders kennt­lich zu machen. Die Hamen dieser Orte werden in Zukunft bei allen neu herauskommenden, min­destens zweifarbigen Karten rot ober grün unter­strichen fein. Von den fünffarbigen Ginheits- blättern sind bereits 23 mit ein gezeichneten Ju­gendherbergen erschienen. Außerdem find auch auf 16 einfarbigen Sonderkarten, beispielsweise von der Lüneburger Heide, vom Erzgebirge, vom Thüringer Wald und dem Werratal. die in den betretenden Gebieten bereits vorhandenen Ju­gendherbergen verzeichnet. Wenn auch durch die Weiterentwicklung deS deutschen Jugendherberge- vcrlehrS hier und da neue Orte mit besonderen Herbergen ständig zu den schon vorhandenen hinzukommen und dadurch die Angaben oft über­holt sein werden, fo kann man doch diese Neue­rung im Interesse der wandernden Jugend nur begrüßen.

" D. H. E. Der DogeiSberger Höhenclub, Zweigverein Gießen, unteruaym am Eonn'ag seine Märzwandemng bis an den Eingang der Hinterländer Schweiz. DaS Überaufe günstige Wetter hatte eine stattliche Wanderschar von 113 Teilnehmern auf die Beine gebracht. Don Bieber, bis wohin der Frühzug benutzt wurde, führte der Weg durch dos liebliche DünSbachtal am Fuße deS Dünstergs her und hieraus über eine Anhöhe mit schönen Blicken auf die Lahn­berge zur Frühstücksrast nach Frankenbach, wo in zwei Gasthäusern eingekehrt wurde. Aus guter Landstraße mit hübschen Ausblicken, namentlich aus Hohensolms, ging eS an der anmutig am Waldrand gelegenen Eisernen Hand, sowie an der Zigeunereiche. einem uralten, mächtigen Daum, vorbei, nach dem am Fuße des Hommerichs ge­legenen Rodenhausen, wo der Kassee eingenom­men wurde. Auch hier konnte das einzige Gast- haus die Wanderer nicht alle aufneijmen. und ein nicht geringer Teil mutzte im Freien rasten. An den Hängen des He.nmerichs, item ein kleiner Teil der Wanderer einen Besuch abftatrcle, um die prächtige Aussicht von oben zu gemeßen, und später am Fuße der Koppe entlang führte der Weilcrmarfch auf manchmal recht weichen Wegen durch Wald und Feld nach Erdhaufen. Beim Austritt aus dem Wald bot sich ein bcrrliajcr Blick auf die Berge heb Hinterlandes, vor allem den unS vertrauten Rimberg. Dis zum Endziel Gladenbach, dem vom Bergen eingeschlossenen, lieblich gelegenen Städtchen wurde die Land­straße benutzt. Das schmucke Städtchen hatte an diesem Tage noch mehrfachen Besuch erhalten, denn Wandervereine von Marburg. Detter und Biedenkopf hatten sich hier ein Stelldichein ge­geben, so daß in dem sonst so stillen Orte leb­hafter Verkehr herrschte, Uniert Wanderer nah­men in der _Post" bei fröhlicher Stimmung Aufenthalt bis zur Heimfahrt

Oberheßen.

Landkreis (Bietzen

al. A l l e n d o r f a. d. Lahn, 21. März. Heute, am Frühlingsanfang, nachmittags 4 Uhr, ist der Allendörscr Storch wieder angefommen zur Freude von jung und all. Er hat sich gegen voriges Jahr um acht Tage verspätet.

S. Trohe, 22. März. Ein hiesiger braver junger Mann, der am letzten Sonntag fein: Braut in Wieseck befucht hatte, wurde auf dem Rückweg kurz vor Trohe von zwei Raufbolden aus Vetzberg, die in Drost en-Duseck und hier ge­kneipt hatten, überfallen, vom Rade gc- riffen und in gemeinster Weite mißhandelt Anzeige ist bereits erstattet.

Bg. Großen 8ufed. 22. März. Auf An trag des Turnvereins ..Gut Heil" hat sich der hiesige Gemeindevorstand entschlossen, demselben ein etwa 3: Morgen großes Gelände, die sog. Festmorgen, als sporiplatz zu überweisen. Der Platz soll, da er auch als Festplatz dient und an zwei Straßen gelegen ist, eingezäunt werden.

g. B e u e r n , 22. März. In bieten Tagen wurde von Landwirt Waller und Frau Konrad Som- merlad Ww. hier Land verpachtet. Der Pachlpreis. der sich nach Güte des Bodens und Ent­fernung vom Ort richtet, schwankte zwischen 30 und 60 Mark für den Morgen. Don Viehhändler E d e l - m u t wurden einige Morgen Land verkauft. Der Preis betrug durch'chnitlich 1800 Mart, ein Bcrrag, der als hoch bezeichnet werden muß. Bekanntlich wollte ein hiesiger Drtsbürgcr, der Arbeiter Dann, bei Miihilfe der Gemeinde eine Autolinie nach Großen-Lufeck emrichicn Die Äurohalle ist schon gebaut. Nunmehr ichcinl cs aber doch wieder iehr rr-iglid). ob die Sache zur Dmch'ührunq kommt, da dieRentabilität nicht gewährleiste ist.

T Cid). 21. Märt Mit einem großen Preisabschlag erfreuten in d. letzten Tagen die hiesigen Metzger ihre Kru'umenien. Infolge der berunterqeqarqcncn P reite für Fetl'chweine

bieten untere Metzger Schwentesletsch afler Art auch Dealen» und Äotcletttnfiide. baS Ptenck) für eine Mark an. Daß natürsich der Konsum unter diesen Umständen steigen muh. ist erklärlich, und so tonn man jetzt die Beobachtung machen, daß viele Auswärtige nach Lich kommen, um hier ihren Dedars an Fletichwareu zu decken. Im ®egvnfah zu diesen Preisen stehen die Butter- Preise weit über den Preisen in benaibarten Gemeinden So wurden noch b.s in die letzten Tage für das Dfund Landbutter bis 1.90 Mark gefordert und nur ganz langsam scheinen sich die Preife den viel niedrigeren Gießener Wochen- markipreisen an,zugleichen. Dahingegen kann man in den Landgemeinden in der Umgegend von Lich die Butter styon für 1.40 Mark taufen.

' Aus der Rabenau, 22 März. Im .Ländlichen Reit - und Fabr-Berein Rabenau" hielt Oberveterinärrat Pros. Dr Knell. Gießen, einen Vortrag über .Das Pferd in feinen gesunden und kranken Tagen". Der Vortrag fand dieser Tage in Geil-Hausen statt und erfreute sich reger Beteiligung

Krcis Fricdbcrg

Bad-Rauheim. 22. März Die gut besuchte 92 ordentliche Generalversammlung der hiesigen V o l k s b a n k wurde vom Vorsihendcn des Aufsichtsrats. Rechtsanwalt und Rotar Stahl, mit einem ehrenden Gedenken an den kürzlich verstorbenen Ehrcnanwalt teS deutschen GcnossenfchaslSvkrbandcS. Juftizrat Pros. Dr. E r ü g e r. eröffnet, der auch der hiesigen Bolks- bank stets ein treuer Freund und Berater war. AuS dem vom Bankvorstand Habermehl er­statteten Jahresbericht feien folgcnte interessante Zahlen entnommen: Die Mitgliederzahl ist von 787 aus 803 gestiegen. Der Umfah betrug 1926 insgesamt 64 514 577,01 (1913 38 213 000) Mark, dos sind 4 Millionep Mark mehr als im Vor­jahre. Auch die Bilanzsumme weist eine Erhöhung von rund 400 000 Mk. gegen 1°25 auf, sic betrug Ende 1926 2 411 652.02 Mk. in Aktiva und Passiva. Diese Posten beweisen, daß die Verwaltung mit dem Erreichten zufrieden fein kann, um fo mehr als sich der Aufschwung der deutschen Wirt- schaftsverhältnifse in der Badeindustrie und damit aud) in Bad-Ranheim in 1926 noch in keiner Weife ousgewirkt hat. Die Gewinn- und 'Verlust­rechnung weift einen Reingewinn von 48 801,64 Mk. aus. Rach Verteilung von lOProz. Dividende an die Mitglieder können noch an­sehnliche Beträge für gemeinnützige Zwecke ver­wandt und den Reserven übertrieben werden. Der Bericht, den Donkvorstand S t a ni m über die Psenuigsparkasse erstattete, gab ein erfreu­liches Bild von der Belebung deS Sparsinns unter den Kleinsparern und der Jugend. Mil Aner­kennung wird hervorgehoben, daß sich die Schu­len in dankenswerter Weise in den Dienst der Sache gestellt und die Jugend durch Auflla- nmg über die vollstoirtfchaft'.iche Bedeutung der Spartätigkeit zum Sparen an» egt Von be­sonderer Wichtigkeit ist ein beachtenswerter A u f- Wertungsbeschluß. Bachtem der Auswer» tungSsonds bereits auf 90 000 Mk ongewachsen ist. sollen als vorläufige Aufwertung sofort 5 Proz. des Goldmarkbetrages an die alten Sparer ver­teilt werden. Als Goldmarkguthaben werden alle bis zum 31. Dezember 1918 eingezahlten 'Be­träge angefprochen. was nach biefeni Zeitpunkt gespart wurde, wird in Goldmark umgerechnet.

' Butzbach. 22. März. Am Sonntag sand die Hauptversammlung der Vereins- bank für Butzbach u. Umgegend e G. m. b. H., statt. Der von dem Vorstand er­stattete Bericht zeigte, daß daS Institut sich recht gut entwickelt hat. Die Bilanzsumme beträgt 460 963 Mark. Dem Vorschlag des Vorstandes und Aussichlsrats einstimmig entsprechend ge­langt eine Dividende von zehn Prozent zur Verteilung. Die sahungSgemäß auSscheiden- den Aussicptstatsmitglieder Wilh Drücke l I. - PohlgönS und Rob Schneider - Kirchgöns wurden wiedcrgewählt. Reu in den Aussichtsral treten ein: Fabrikant A. WH eil- Butzbach, Dr. Paul Küchel- Duhbach. Metzgermeister H. S t e i n h ä u f e r - Butzbach Dr. Wiih. Bern- Dutzbach, Postagcnt und Gemeinderechner Wil­helm Ebel - Münzenberg. Dürgermeister Diehl» Hochweisel.

c Duhbach. 22. März Kürzlich sand iw Anschluß an den hiesigen Faselmarlt die dies­jährige Hauptversammlung des Kreis- rinderzuchtvereins (hessisches Fleckvieh) in der Turnhalle statt. Direktor Dr. Schad, der vor zwei Jahren Den Vorsitz übernommen hatte, mußte ihn jetzt wieder niederlegen, da er durch die Aushebung des Landwirtschaftsamts Duhbach nach Ridda verseht worden ist: LaTldwirtfchastsrat Dr. Dienst, der Leiter der hiesigen lanDtoirt- fHäßlichen Außenstelle, wurde einstimmig als sein Rachsolgcr gewählt. Oberreallehrer Ri naS- Hausen (5ricDberg) erläuterte den Voranschlag, der sich mit 1120 Mark ausgleicht und für Prä­miierungen 200 Mark, für die Durchführung der mehrfach ernpfohtenen Leistungsprüfungen durch Probemellen 80 Mark und für Beihilfen zur Landesausstellung zu Darmstadt im September d. I. 600 Mark vorfieht. Prof. Dr K n e 11 (Gießen! hielt einen durch reiches Anschauungs­material unterstützten Vortrag über ^Vermeidbare Diehverluste. insbesondere durch Unfruchtbarkeits- bekämpfuny". Dabei betonte er. daß manche Ver­luste vermieden werden könnten, wenn der Tier­arzt rechtzeitig zu Rate gezogen würbe.

Ober-Mörletr, 22. März. In der Rähe deS Schieferberges brach vorgestern in einem mehrere Morgen umfassenden jungen Cichenholz- bestand ein Waldbrand aufe. der durch Be­wohner unseres Ortefe, die rasch zu der gefähr­deten Stelle eilten, noch gelöscht werden ionnte. bevor er größeren Schaden angerichtct hatte Man nimmt an. daß der Brand durch Unvorsich­tigkeit von Ausslüglern entstanden ist.

£reie Büdingen.

1. Ober-Mock ft adt. 22. Marz. Dieter Dage hielt unter Kriegerverein nach feinet Reugründung er hatte sich 1919 ausgelöst feinen ersten Farnilienabend ab. DaS abwechs­lungsreiche Programm des Abends wurde 'ehr beifällig aufgenommen.

Kreis Schotten.

2 Leubach. 22. März. Einen hohen Kunst­genuß bot gestern abend die hiesige Konzert- und Vortrags-Vereinigung imSolm- ser Hof" Es war gelungen, das in weiteren Krciten bc!ann:c treffliche ..Friedberger Männer- flefangsquürtett" lDirigent Hermann Hanftei n) zu ter-an Liederabend zu gewinnen Dieses Quarte.- das be Gelangstoe:tftreiten ober erste Preise errungen hat. bewährte wieder feine all- asnein anerlannte Meifterichatt. Slänzcird gc ftoltefe sich der Vortrag im ganzen und in

EinzekhetteL: Bar xnb ptoAitzH Btt zum Schllrß jebe musikalische Linie. Zum Vortrag kamen Lieder von Dcechoven, He^ar, Sllcher Zöllner. Sehr dankenswert war. daß auch der gemü titie fr, innige heimische Komp wich Peter Müllet (t 1877. Lehrer der Musik am Fried­berger Seminar) nrtt zwei Liebem vertreten war. Der Beifall der Zuhörer war lebhaft und herz­lich Bereits vor vier Jahrzehnten hatte man Grundzüge einer syftematischen Be­bauung und Erweiterung der Stadt feftgeitcllt, war jedoch hiervon wiederholt ab­gewichen. Sv hatte man von der Kaiserft raße auS parallel mit der Hainftrahe, beginnend zwi­schen dem Arrefthaufc und dem Karnpfradschen Aiuoefen in der Richtung auf den .Alten Hof" geplant. Hier bat man vor Atoei Jahren statt der Straße eine enge Sackgasse angelegt. Die hiesige Bau- und Siedlung-gefelllchaft bat nun- mehr Die Festsetzung eine- Ottsbaustatul- ange­regt. Der Oemeinbetat hat. dieser Anregung Folge gebend, an der Schottener Staatsstraße im Anschluß an die Vorstadt Baugelände in Aussicht genommen unter Mitwirkung von Fach­leuten.

t Stumpertenrod. K. März vor un­gefähr einem Jahre wurde hier zum erftenmnl an geregt, dte Felddereinigung. dte dringend notiD.-nbig wäre, aud) in unferer Gemeinde ditechzu führen. Mit lstiicksicht auf die fchwiengen finanziellen Verhältnisieder Landwirtschaft wurded«e Durchführung der Feldbereinigung bis zum Eintritt belferet Uter- hälniiffe. und zwar \.mad)ft bis ziirn Jahre 1926 verschoben. Da nun kürzlich non anderer Seile an­geregt worden, mit der Feldbereinigung bzw. Der Bermeffung schon in diesem Jahre zu beginnen, sand am letzten Freitag in dieser Sache Im hiesigen Schul­saale eine Gemeindeversammlung statt Wenn auch einzelne für den Antrag eintraten, so lehnte doch die große Mehrheit mit Rücksicht aus die noch bestehende Ichwieriae Lage der Landivirtschast den Beginn der Vermesfung für da» Jahr 1927 ab

Aticie -llojclv.

* Ober-Ohmen, 22. März. Die Bib­liothek des hiesigen Volksbildungs- Vereins konnte im Lause de- letzten Jahres um eine Anzahl Werte erweitert werden. Dte Deullche Dichtergedächtmssttstung Hamburg- Grohborstel überwies Dem Verein aus Stistungs- mittcln 101 'Bäntk-, O. Jäger, hier, lüftete 42 den Raturwiffensd-asien und anderen Litera­turgebieten angehörende Werte. Die Kosmos- gefellfchaft Stuttgart überwies aus StiflungS- mitlcln 19 Bände und der VolkSverbanb der Vücherfrcuude Berlin einen Bant). Wohl fehlen in der jungen Bibliothek noch manches Werk, vor allem die deutschen Klassiker und Schriften über die Wunderwerke der Technik, aber immerhin stellen die vorhandenen Bände der Bibliothek einen ganz beachtenswerten 'Bestand dar. und die häufige Inanspruchnahme im letzten Winter beweist, daß man den VolksbildungSbestrebun- gen quch in unserem Sorte Interesse entgegen­bringt.

Mvcft Lauterbach.

XX Herbstein, 22. März. Die Umgebung der in Der Rähc Des Städtchen- gelegenen Schalksbachtciche hatte im vergangenen Jahre durch Kahltrieb großer Kiesernfchläge eine große Veränderung erfahren. Jetzt ist Die RieD- eselsche Forst Verwaltung Dabei, Die entstandenen kahlen Flächen neu auszuforst en Dabei wird sich der Umschwung In der modernen Forst­wirtschaft oud) gellend machen. Denn der neue Wald soll Mischwald werden. ES werden ver­schiedene Sorten von Radel- und Laubbäumen angepllanzt.

Stardendurg.

' Darmstadt. 22 März. Professor o. D. Dr. Friedrich S c r i b o , früher Lehrer am hiesigen Realgymnasium, feierte fein 50 jähriges Dor t o r j u b i l ä u in. Die philosophische Fakultät der Landesunivcrfitöt Gießen hat ihm ans oiesem Anlaß das Doktordiplom erneuert.

Preußen.

Mvcie Wetzlar.

*<27 Kinzenbach, 21. Mit». Der Gemeinde­rat hat beschlossen, das während des Krieges unter Benutzung von Eisendraht erbaute Elektrizi t ä l s n e tz in diesem Jahre umzubauen. Dabei wer den die Eiscnleitungen durch Kupserleitungcn ersetzt.

'Gr Krosdors, 21. Marz. Die Landwirt schostskammer für d i e Rheinprovinz, der bekanntlich infolge feiner politifchen Zuteilung zur Rhcinprovinz auch Der hiesige Kreis angehörl, erhebt für das Jahr 1927 eine Umlage von 1,9 Proz. oder 5,7 Pf. je Taler Grundsteuerreinerlrag. Die Beiträge find in einer Summe im April fällig und werden von der Gemeindekaffe erhoben.

Wißmar, 21. März. In der letzten Ge- meinberatsfinung berichtete Der Bürgermeister über feine Bemühungen auf Gewinnung einer Gemeindekrankcnfchwester. Obgleich er sich an eine ganze Reihe von Schwesternorgani- sationep gewandt und mit naher gelegener, mündlich verhandelt hat, waren bisher alle Versuche vergeb sich. In allen .tiniroorten wird über einen großen Mangel an Schwestern geklagt. Die Bemühungen sollen fortgesetzt werden. Im Anschluß an die Sitzung nahm der (Bemeinberat die Abnahme der Umzäunung um den neuen, bei der Zusammen Icqunfl der Grundstücke ausgewiesenen Friedhos vor. Im Lause des Sommers soll die Anlage der Friedhossweae ersolaen, der im Herbst die Bauman Pflanzungen folgen sollen, fo daß der neue Friedhof 192h ferner Bestimmung übergeben werden kann.

Kreis Marburg.

sch Marburg. 22. Marz. Geheimrat Pro­fessor Dr. Theodor B i r t, der nicht nur einen bedeutenden Ri^s als Wlltenschafller genießt. Ion- dern sich auch als Dichter einen Barnen geschaffen f»at beging heute feinen 7 5. Geburtstag. Sein Barne ist eng mit der Marburger Univer­sitär verknüpft, an der er 35 Jahre als orten!» I cher Professor gewirkt Hal. 3m Am.sjahr )902 03 tocr Professor Virt Rektor der Universität, seit März 1921 hat er sich von seinem Lehramt zurück- gezogen.

Die Gute!