Ausgabe 
23.2.1927
 
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der Hauptgestalt des Romans öxir leine letzte Rolle. Es ist eine exotische Atmosphäre um ein Paar von Herrenmenschen und ihren Liebes- roman, die Schwüle morgenländischen Zaubers, Gift, Dolch und Frauenraub, dann wieder die freie Luft Europas. Sport, Spleen und Ritter­lichkeit, kühne Kontraste, absurde Gegensätze, aber das alles glaubwürdig. Exzentrisch, sehr, sehr abenteuerlich, aber Wirklichkeit, spannende, unter­haltsame Wirklichkeit. Eine freche Mischung aus Romantik und Rüchternheit, viel Phantasie, viel Farbe und ein handfestes Talent zu schildern. 43 Philosophische Schriften.

Jnahat Khan: Der SeeleWoher und Wohin. Zürich, Rotapfel-Verlag. Meister Jnayat Khan begleitet die Seele, die Trägerin unserer Empfindungen und unserer Willenshandlungen, auf ihrer Fahrt über die Erde bis hinauf in die himmlischen Gefilde. Die Seele ist eine die physische Bedingtheit durch­brechende Kraft. Cs ist nicht leicht, sich in die Gedankenwelt Jnayat Khans zu versetzen. Die Seele wirft am Ende ihrer irdischen RÄse ihre Hülle ab, erlebt durch die Anziehungskraft des göttlichen Geistes ihrDaka", ihre Auferstehung. Die Freude wird so groß sein, das; nichts, was die Seele in ihrem Leben je erfahren hat, sie ihres eigenen Selbst so unbewußt »nacht, tote dieser Geistesfrieden es tut. Aber dieses Un- bewuhtsein des Selbst wird in Wirklichkeit zu wahrem Selbstbewuhtsein erweckt. Die Seele manifestiert sich als die Quelle, der Wanderer, das Ziel des ganzen Lebens. Drei Abschnitte umfaßt das Werk:Der Offenbarung entgegen", Offenbarwerdung",Dem Endziel entgegen". 3m Grunde stellt 3nahat Khans Betrachtung der menschlichen und göttlichen Dinge die absolute Polarität der Weltanschauung Lao-Tses dar, er ist sich voll bewußt, daß er an die letzten Dinge rührt und seinem Philosophen! nach Pfor­ten öffnet, die sonst den Sterblichen, so oft sie auch daran pochen, verschlossen bleiben. 669

Bedeutende Männer. Charaktero­logische Studien. Bon Professor Dr. R. Michels. 3n Leinenband Mk. 6,60. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Es mehrt sich erfreulicher­weise die Zahl biographischer Darstellungen, die uns durch das unmittelbare Medium starker Per­sönlichkeiten in ein Wissensgebiet mit all feiner Vielgestaltigkeit einführen. So macht uns diese Sammlung sprachlich erlesener, inhaltlich unge­mein fesselnder Essays mit den hervorragenden Theoretikern und Praktikern der Politik des 19. Jahrhunderts bekannt. Den Verfasser hat offenbar an diesen großen Gestalten vor allem die psychologisch-soziologische Seite ihres Wesens, das charakterologische Element, angezogen. Er ging von der Erkenntnis aus, daß in mehr als einer Hinsicht das Eindringen in den Charakter wichtiger sei als die Darstellung des Lebenslaufes und selbst dessen theoretische Verbrämung. Amicis, der große italienische Volksschriftsteller, dessen politischer Weg vom Offizier zum überzeugten Sozialisten führte, Vilfredo Pareto, der bedeu­tende Rationalökonom, zu dessen Füßen ein Mus­solini saß, wichtige Anregungen von ihm empfan­gend, Max Wärer, der tiefschürfende Heidel­berger Gelehrte, dessen früher Tod ein unersetz­licher Verlust für die deutsche Wissenschaft bedeu­tet: mit tiefem Verständnis und feinster Einfüh­lungsgabe weiß Michels den Kern ihres Wesens blohzulegen. Wir sind heute gewiß nicht überreich an solchen meisterhaften Charakterbildern, um so dankbarer wollen wir für diese Gabe sein, die, ihrem Inhalt entsprechend, in ein so ansprechendes Gewand gekleidet ist. 747

Kimmerische Krankheit. Phantasti­scher Roman von Alexander Amfiteatrow. Einzige . autorisierte Uebersetzung aus dem Russischen von Karl Richter. Leipzig, Hesse & Becker Verlag. (Ro­tt mone der Weltliteratur.) 264 S. 8°. In Leinen geb. 4 Mk. Die erste und einzige Uebersetzung eines V fesselnden Romans aus der Feder des in Rußland sehr geschätzten Erzählers Amfiteatrow, der noch unter den Lebenden weilt. In das Buch spielen die Probleme des Okkultismus hinein, doch ist der Der- sasser, der in der einschlägigen Literatur gut Be­scheid weiß, kein Anhänger der Geheimlehren: er |t alle Verwicklungen auf rein menschliche Weise. Die kimmerische Krankheit (genannt nach dem sagen­haften Volke der Kimmerier, in deren Londe immer - währende Finsternis herrschte) ist die Schwermut, die den Nordländer, der einen großen Teil des Jahres naßkalte Nebel einatmen muß, so leicht überfällt. Wie ein zur Grübelei neigender Russe auf- dem herrlichen Korfu an dieser Krankheit dahin­sieht, schildert Amfiteatrow mit einer Eindringlich­keit, der sich der Leser nicht entziehen kann. Die Uebersetzung ist sehr gut, die Ausstattung des Buches gediegen und geschmackvoll. 79

Verschi denes.

Forstlicher Jahresbericht f ü r das Jahr 192 5. Reue Folge des Jahres­berichts Über die Fortschritte, Veröfsentlichungen und wichtigeren Ereignisse im Gebiete des Forst-, Jagd- und Fischereiwesens. Herausgegeben von Dr. Heinrich Weber, o. Professor der Forst­wissenschaft an der Universität Freiburg i. B. 20 Mk., in Ganzleinen 23 Mk. Rascher als erwartet, konnte derJahresbericht" wieder wie vor dem Kriege international gestaltet werden, indem acht ausländische Beiträge ausgenommen wurden. Bedauerlicherweise lehnten aber die Ver­

treter einiger Länder, die früher am Jahresbericht mitgearbeitet hatten und die zur Wiederaufnahme ihrer Mitarbeit aufgefordert worden waren, diese ab. Es ist jedoch zu hoffen, daß für den nächsten Jahrgang auch Berichterstatter für die noch feh­lenden Staaten Europas gewonnen werden kön­nen. Von den vorjährigen Mitarbeitern ist Prof. Dr. Cieslar-Wien auf seinen Wunsch ausge­schieden. Die Berichterstattung über den Waldbau tdeutsches Sprachgebiet) hat an seiner Stelle Prof. Dr. Hausrath-Freiburg i. Dr. übernommen. Die ausländischen Beiträge wurden geliefert von: Forstmeister Dr. C. A. Schenck-Darmstadt für das englische Sprachgebiet, Professor Anton Te We- chel-Wageningen für das holländische Sprachge­biet, Forstrat Jng. Jos. Klimesch-St. Pölten (Rie­derösterreich) für Jugoslavien, Erling Eide, Di­rektor der forstl. Versuchsanstalt Rorwegens in Aas für Rorwegen, Jägmästare O. Eneroth- Stockholm für Schweden. Jng. Eduardo Herbella, Professor an der spanischen forstlichen Hochschule in Madrid für Spanien, Jng. Rud. Friese, Pro­fessor an der höheren Forstlehranstalt in Pisek, Böhmen, für die Tschechoslowakei, Professor Ju­lius Roth in Sopron für Ungarn (Verlag I. C. B. Mohr in Tübingen. 860

- Viftor Bibl: D i e Wiener Poli­zei. Eine kulturhistorische Studie. 337 Seiten 8° mit zahlreichen Tafeln. Stein-Derlag. Leipzig, Wien, Reuyork. Brosch. 9,50 Gin. Das Werk gibt zuerst einen kurzen Aufriß über das Probleni und den Gegenstand, der zum Vorwurf diente. So führt der Verfasser von den Uranfängen der städtischen Entwicklung durch das Mittelalter, in dem sich der Begriff und die Cinrichtungerl der bürgerlichen Freiheit erweitert und deshalb einen erhöhten Schuh des bürgerlichen Eigen­tums und der städtischen Rechte erfordert. Man liest, wie sich die Verwaltungs» und Wohl­fahrtspolizei entwickelt, die Bettler undfreie Töchter" ebenso unter ihren Schuh nimmt, wie sie Straßen-, Bau- und Verkehrswesen überwacht und regelt und die öffentliche Sicherheit nor­miert. Wir verfolgen die Tätigkeit der glau­bensstrengen Habsburger Ferdinand L, Ferdi­nand II., Ferdinand HL, die das Leben der Bürger sozusagen inspanische Stiefel" schnürten. Es wird die Aufstellung der verschiedenen Wa­chen: Tag- und Rachtwachen, Stadtguardia, Ru­morwache und der Rachtwächter geschildert. Das ganze Buch, aus dessen vielseitigem Inhalt wir hier nur einige Einzelheiten herausheben können, ist sehr interessant geschrieben und stellt eins Fundgrube wenig bekannten kulturhistorischen Materials dar. 76

Eierhändlerschicksale im Vogelsberg.

Jeder Stand und Beruf hat seine Tragik, sagen wir besser, seine Tragikomik. In ganz be­sonderem Maß gilt dies von den Eierhänd­lern im Vogelsberg. Wer lennt sie nicht, die Männer mit ihren großen Kiezen auf dem Rücken! Die einen machen ihre Touren zu Fuß, keuchend unter der Last des schweren Korbes auf dem Rücken, rechts und links noch einen Henkel­korb am Anne tragend: die anderen sitzen eben­so beladen auf ihrem Stahlroß schwankend, balancierend. Denn sehr empfindlich ist d'ele Ware. Ein Butterweck kann ja schon mal eine x Puff vertragen aber diese Eier! Richts ist so zerbrechlich, nichts ist so empfindlich, nichts so unangenehm als zerbrochene Eier. Dazu kom­men in einem Cxtrakorb lebende Hühner und Hähne. Frech streckt manchmal so'nGickeler" seinen Kopf aus demkaputnen" Korb: er ahnt nicht, was ihm blüht.

Aber es soll ja von der Tragikomik dieses Standes die Rede fein! Jeder Eierhändler könnte da manches Geschichtchen erzählen, teils heiterer, teils ernster Ratur. Wer Gelegenheit hat, mit mehreren Eierhändlern öfter eine Eisenbahnstrecke nach der Stadt zu fahren, der wird schon einen Vorgeschmack von dieser Tragikomik bekommen haben.

Sehr bekannt in den Dörfern des Vogels­berges war ein Cierhändler aus F. Einmal kam er zu Fuß, ein 'andermal per Rad, wieder ein andermal per Wagen. Stets hatte er guten Humor, und dieser ließ ihn manches Mißgeschick leicht überwinden. So kam dieser Händler einst die steile Straße von Z. her zu Fuß, schwer be­laden. Die Straße war gefroren und deshalb Vorsicht am Platze. Dochmit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten und das Unglück schreitet schnell." Pardauz?, da lagen Mann und Korb inmitten der zerbrochenen Eier! Alle Donnerwetter und Flüche helfen nichts. Hier heißt's retten, was zu retten ist! Rasch hat er sich vom ersten Schreck erholt. Die wunderbarerweise noch ganz gebliebenen Eier werden in einen Henkelkorb gelesen, die angesto­ßenen in den anderen. Die große Masse liegt auf der Straße ein Bild des Jammers, den Vögeln zum Fraß. Ich sehe ihn noch ins Dorf­wirtshaus kommen, schimpfend, räsonierend.Lis­beth, back' uns einen Eierpfannkuchen, Es gab einen recht ansehnlichen Cierpfannkuchen, denn vierzig Eier kann sich nicht jeder auf ein­mal leisten. Ein andermal kommt derselbe Händ­ler schwerbeladen auf seinem Fahrrad angefahren, ganz langsam und vorsichtig: denn die schlüpfrige Straße ist voller Tücke. Da, an einer scharfen Kurve passiert das Unvermeidliche. Kopfüber geht's mitten auf die Straße. Da liegt nun die

Ernte des Tages zerbrochen ein Bild zum Heulen! Doch der Mann hat nie seinen Humor dabei verloren, wenn auch der Verlust mitunter ein sehr großer war.

Richt ohne Tragik ist auch das Mißgeschick, das einer wohlbeleibten Händlersfrau passierte. Sie ging zum Frühzug mit ihrem Eierkorbe auf dem Kops. Es war gefährlich, denn Glatt­eis bedeckte die Dorfstraße. Doch es ging gut bis an die Stelle, wo die Straße ziemlich steil bergab geht. Da hieß es nun, den Korb vom Kops herunternehmen und ihn vorsichtig vor sich herschieben. Doch ehe man sich's versah, drehten sich Cierfrau und Korb im Kreise herum, immer schneller, immer schneller bergab. Auf einmal war's geschehen: die dicke Frau saß mitten in dem Korbe. Ob der Eierbrei noch zu einem Pfannkuchen zu verwenden war?

In R. kaufte ein Händler drei Gänse. Er bezahlt sie gut, wie s recht war und verstaut sie in einem Sacke. In der Dorfwirtschaft werden ob des gelungenen Geschäftes noch einige hinter die Binde gegossen, dann geht's schwankend, den Gänsesack auf dem Rücken, auf den Heimweg. Doch die Last drückt, der Alkohol macht sich be­merkbar, und bald findet sich unser Händler am Straßenrain in tiefem Schlummer. Erst der an- brechende Morden weckt ihn. Sein erster Griff ist nach den (9än|en; doch, o Schreck! Der Sack ist leer. Links der Straße, etwa 500 Meter seldein, liegt ein Teich. Dort schwimmen vergnügt die drei Gänse, sich der goldenen Freiheit freuend. Wie nun die Tiere einfangen? Kurz entschlossen eilt der Mann heim, holt die Flinte und erlegt die drei Gänse mit wohlgezielten Schüssen. Das war die Gänsejagd auf derBlauen Pfütze", die noch lange nachher oben im Vogelsberg viel belacht wurde.

Manches Mißgeschick verfolgt diese Leute: aber sie lassen sich dadurch nicht irre machen in ihrem Be­rufe. Allwöchentlich sieht man sie an bestimmten Tagen ihre Touren machen, um am Abend schwer beladen zurückzukehren. Auch das Postauto weiß manches Geschichtchen zu erzählen. Wurde doch einem Händler die große Krage durch einen Baumast vom Auto gerissen. Da die Post nicyt schadenersatzpflichtig für derartiges Gepäck ist, bedeutete das einen großen Verlust für den Händler.

Ein rechtes Vogelsberger Original ist eine Eier Händlerin aus O. Schon über 70 Jahre alt, macht die rüstige Alte jede Woche ihre viele Kilometer weite Tour. Auf einem alten Kinderwagen fährt sie ihre Ware zusammen und verpackt sie bann in Körbe, um bann abenbs mit bem Auto nach Mücke und von ba nach G. zu fahren. Manche Leute behaupten, bie rüstige Frau würbe 100 Jahre alt. Wir wollen's ihr gönnen und wünschen.

Die Stäbter, bie bann auf dem Markte ihre Eier und Butter einkaufen, ahnen nicht, weich' mühselige Arbeit der Beruf eines Eierhändlers ist. Gar man­cher hat in der Inflation einenEierhandel" ange­fangen. Aber wie in vielen anderen Geschäftszweigen ist auch hier nur der gute, alte Stamm übrig ge­blieben, der mit Gewissenhaftigkeit sein gar nicht leich­tes Gewerbe betreibt. Der Stand der Eierhändler ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Stadt und Land, und er wird auch so rasch nicht verschwinden.

Noch vor 50 bis 60 Jahren fuhren Butterhänd- ler auf Schubkarren 150 bis 200 Pfund Butter jede Woche nach Frankfurt und machten denselben Weg zu Fuß wieder zurück. Wahrlich, eine gewaltige Leistung, jede Woche, 150 bis 160 Kilometer zu Fuß zurückzulegen, und den einen Weg noch dazu schwer beloben! Das war auch die gute, alte Zeit!

S.

Buntes Allerlei.

Do Agnes Sorma starb.

Agnes Sorma, die unvergessene und unver­geßliche Königin der Bühne, deren Anmuts­zauber in so vielen Rachrufen gepriesen wird, ist fern von den Schauplätzen ihrer einstigen Triumphe in Amerika gestorben, im Staate Ari­zona, da wo noch dertoilöe Westen" herrscht. Aus Prescott kam die Rachricht von ihrem Hin­scheiden. Das ist eine Stadt hoch oben im Gebirge, der Mittelpunkt des Bergwerksbezirkes, durch ben das sonst noch vielfach unberührte Arizona zumKupferstaat" geworden ist. Sie selbst aber hat nicht in Prescott gewohnt, sondern noch viel höher oben in den Bergen, in der einsamen Minenstadt Crown King, wo sie sich vor noch nicht einem Jahr ihr Heim erbaut hatte. Die viel Umhergetriebene war endlich in der weltabgeschie­denen Stille einer jungfräulichen Ratur zur Ruhe gekommen, als fie der Tod zum ewigen Schlum­mer rief. In dieser Gebirgswelt Arizonas gibt es noch keine Eisenbahn. Die Verbindung mit der großen Welt hält nur diePost" aufrecht, ein alter Kraftwagen, der in lebensgefährlicher Hast die steilen und engen Gebirgspfade hinauf und hinunter rast. Die Bewohner sind mit ihren Pfer­den verwachsen, auf denen sie über Stock und Stein jagen: es sind Cowboys und Goldgräber, romantische Gestalten in malerischer Tracht, Weiße und Indianer, Mexikaner und Mestizen durch­einander. Agnes Sorma, die mit ihrem Sohn hierher kam. als er Chicago verließ und sich in Arizona ansiedelte, hatte sich in ihrer Erscheinung und in ihrer Lebenshaltung den Wilden Westen ganz angepaßt. Den wenigen Besuchern, die sie in ihrem neuen Heim in Crown King empfangen hat, trat sie in Reithosen entgegen, in hoben Stiefeln, grünem Hemd und Buntem Halstuch, aber frisch und fröhlich und noch immer strahlend in dem alten Liebreiz. Das verlassene Oerleben in

der großartigen Gebirgswelt. das einst ein aben­teuerliches Leben gesehen, als die Bergwerke noch in Betrieb waren, beherbergt heute nur noch wenige Familien, die als Viehzüchter und Bergarbeiter leben. Aber Agnes Sorma fand hier die Ruhe und den Frieden, die sie ersehnte, fünf Stunöen zu Pferde entrernt von der Ranch ihres Sohnes, den sie oft besuchte. Unter großen Mühen mußte sie sich ihr Häuschen erbauen; ihre Möbel wurden auf einem Karren von Pfer­den auf den verlassenen Gleisen der Eisenbahn aus dem Tal heraufgezogen: jede Anordnung traf sie selbst und lebte mit den Arbeitern, bis der Bau fertig war. ..Alles, was ihrem Leben Freude und Inhalt gibt, ist ihr Sohn und find ihre Enkelkinder," fo schilderte Ricolas vanTaack, der sie besuchte, ihr Leben.Mit ihnen zog sie mutig aus in den Wilden Westen, und mit ihrer bewundernswerten Energie hat sie ihn bezwun­gen. Sie hat reiten gelernt und erschloß sich damit das Land und die Menschen."

(Eine liebe Familie.

Der englische Menschenfreund Lord Knuts» fort, der feit langem die Verwaltung des Lon­doner Haupttrankenhauses leitet, erzählt in einem vor kurzem veröffentlichten Erinnerungs­buche, daß er seit einiger Zeit infolge eines Reitunfalls den Geruchs- und Geschmackssinn verloren hat.Dieser Verlust fjaffeine Vor­teile und seine Rachteile," schreibt er.Ich kann es z. B. nicht riechen, wenn das Gas ausströmt oder ein Feuer ausbricht. Auch kündet mir nur eine innere Revolution an, ob das Ei, das ich gegessen habe, gut ober schlecht war. Meine Familie macht sich das zunutze. Wenn ein schlech­tes Ei im Hause ist. bann kommt sicher einer und überreicht es mir mit liebevollem Lächeln? Hier, Papa, ist etwas für dich zum Frühstück!"

Eisenbahnbeschwerden im südlichen Vogelsberg.

-s- Herchenhain, 23. Febr. Am Sonn­tag fand hier eine zahlreich besuchte Dersamim- lung von Abgesandten der Gemeinden, Dehörden- vertretern und sonstigen Interessenten an der Eisenbahn st recke LauterbachStock­heim statt. Unter dem Vorsitz des Regierungs­rates Dr. Helmreich-Schotten beschäftigt« man sich in eingehenden Verhandlungen mit der Frage der Eisenbahn«Fahrplanver- b e f f e r u n g auf der Strecke LauterbachStock­heim. Das Ergebnis der mehrstündigen Bera­tungen besteht in der Wahl einer Kommis­sion, die bei der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. die Fahrplanwünsche der Gemeinden im südlichen Vogelsberg. Vorbringen soll. Der Abordnung gehören an: Regierungsrat Dr. Helmreich - Schotten, Landtagsabgeord­neter Jost- Hirzenhain, Direktor Weber- Hirzenhain. Bürgermeister Walz- Lauterbach, Bürgermeister Müller- Gedern, Landwirt Fischer-Sichenhausen und Prof. Dender- Frankfurt, letzterer als Vertreter des VHC. Ob­wohl in der Versammlung mehrfach vor allzu großem Optimismus gewarnt und dringend emp­fohlen wurde, in Anbetracht der bisherigen Praxis der Reichsbahnverwaltung die Hoffnun­gen nicht allzu hoch zu spannen, glaubt man doch, durch die persönlichen Bemühungen der Kom­mission wenigstens ein einigermaßen befriedigen­des Ergebnis erreichen zu können.

Rundfunk-Programm

deS frankfurter ScnderS.

(Aus der .Radio-Umschau".)

Donnerstag, 24. Februar.

1.30 bis 2.30 Uhr: Ueberlragung von Kassel. Mittagskonzert der Kasseler Hauskapelle. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Reue Ope­rettenmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die ßefeftunbei 6.15 bis 6.45 Uhr: Stadtmedizinalrat Dr. Keding vom Stadtgesundheitsamt Kassel spricht über Arbeitslosigkeit und Volksgesundheit". 6.45 bis 7.15 Uhr: Vortragszklus des Bischöflichen Kom­missariats Frankfurt a.TI.:Vom Sinn des Konkordats", Vortrag von Pater Gierens. 7.15 bis 7,45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr. Russische Lieder. 9.15 bis 10.15 Uhr: Übertragung von Kassel: Heiterer Abend.AuS der Faschingszeit". Anschließend bis 12.30 Uhr: Tanzmusik.

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