Ausgabe 
22.11.1927
 
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yäj/K ötxyrtSräfcm dem KrteoAgericht einen LH!« Dia! gegeben, von einer 'BeurrUÜJmq abju« sehen. 5he Freisprechung soll ein Zeichen |einer Derföbnlichteit unb feine» Dill«» fern, mit den Oppositionsparteien, vor allem aber mit den Zara nisten i Bauernpartei), die bekanntlich heute noch die (beetmaf) afeü der Verfassung. t*t Parlament (Dahlschwmdel) und der gegen- toä tilgen Regierung bestreiten, eine Brrhanv- lungsbasis zu schassen. Gewiß besitzt Sorol in der Armee, bc'onber» unter dem niederen Ossizierkorv«. grobe Sympathien Dennoch er­scheint es undenkbar, daß ein aus Offizieren be­stehendes Kriegsgericht ei gewagt hätte, die von der Regierung erhobene Anklage als unbegründet zurückzuwettcm, wenn eme Freisprechung den Ab­sichten Ionel Bratianus zuwider gelaufen wäre.

Darum er den Wünschen des Ossizierkorps

entgegenkam, wird erst verstLndl ch. wenn man hört, bah er sich jetzt mit der Absicht trägt, die Stelle eines Höchstko m m andlerenb«n der rumänischen Armee zu schassen. Laut Verfassung haben der KrieaSm mftet unb der Generalstabschef - dessen Stelle zur Zeit un­belebt ist unb auster diesen bet Oberste Lan- desvT-rteidigungsrat für den Schutz deS Landes zu sorgen. 9in Generalinspektor der Arnwe würde sich notgedrungen in die Befugnisse des Kriegsm Nisters unb des Veneralstabes ein« mischen und. wie bie OppositionSpreffe betont, bei der hierzulande herrschenden Mentalität die Entstehung e ner Kamarilla begün fügen. Ge­rade dies liegt aber in den Intentionen des Ml- niherfral Renten Durch einen Höchst komm an­drer en den. der selbstverständlich nur e in libe­raler Parteigänger sein bad. Will die Regierung die politisch ein wenig gespaltene Armee fest in ihre Hand bekommen unb nach und nach alle unsicheren Elemente aus dem Ofsi-ierkorps ausschalten. Bratianu macht also ein Zugeständnis, um spater die Zügel desto lester anzusaslen. Seine staatsmännische Klugheit steht jedensalls auster Zweifel.

Im Schatten des letzt in Straft getretenen .Gesetzes zum Schutz der össentlichen Orbmmg und der monarchistischen Einrichtung". nngesichts des aus das ganze Land ausgedehnten, stän­digen Lelngcrung^ufiant-es und der 'charsen Preisezensur kann 'Bratianu ruhig den Kamps gegen seine Widersacher aufncfrncit ®r hat heute das Recht, Beamte und Geistliche, sobald sie nur im geringsten gegen die Regierung auf» muefen oder ein unzufriedenes Wort zu äußern wagen, sofort zu entlassen, er verfügt über eine willenlos gehorchende Deputier­tenkammer denn die paar, die bei dem letzten Wahlterror gnädigst bewilligten Abgeord­neten der völkischen Minderheiten dürfen nur gelegentliche, fruchtlose Proteste einbringen. nun sucht er auch die Armee fester in die Hand zu bekonnnen. Es bleibt abzuwarten, ob es den Gegnern der liberalen Partei gelingt, die ganze, aber immer wieder auseinanderfallende Oppo­sition unter einen Hut zu bringen und die Dikta­tur des Mannes, der heute der ungekrönte Äonifl Rumäniens ist, zu brechen. Dorläufig bestehen noch wenig Hoffnungen dafür.

Oberheffen.

Lonvkrcitz Wiegen

Klein-Linden. 21. Rov Seine or­dentliche Generalversammlung hielt nm Samstagabend der hiesige Spar- und DariehnSkassenverein Raiffeisen bei zahlreicher Beteiligung im Saale der Wirtschast (jur Burg" ab. Der DereinSvorsteher. Loko­motivführer K. Lotz eröffnete die Tagung unb sprach insbesondere dem Landwirtschastsiehrer Ha a cf und dem Verbandsrevisor (Soll, Giesten, Dank für ihr Erscheinen aus. Alsdann erstattete er den Geschäftsbericht über das laufende Iahr. Die Darenums itz^ bet ugen in den 2a ren 1925 und 1926 rund je 70 000 Ml. Diese Zahl wurde aber lchon End>' Oktober dieses Geschäftsjahres erreicht, und wird bei Iahresschlust über 25 Pro­zent höher sein. Die Mitgliederzahl stieg in diesem Sabre um 3d und beträgt nunmehr 238. Der Mitglieberzuwachs dürfte in erster Lin e der hohen DividendenauSzahlung von 7 Prozent im vorigen und auch in diesem Jahre »uzuschreiben sein. Den Aechnungsbericht legte hieraus Derbandsrevisor I o l k ab. Gr berichtete, dast er Anstände bei der Kaffen- und Warenrevision, sowie im übrigen Geschäftsverkehr nicht vor-

Das Gnmdfieuerrahmengesetz nach dem Entwurf -es Steuervereinheitlichungsgesetzes.

2km Regretungsral Do Ploch. Schotten.

»benfo wie bw Gewerbesteuer, soll nach dem Gnrwud des S teuervereinh<llllchungsgef«tzes auch die Gchebxmg der Grundsteuer den Län­dern bzw Gemeinden überlassen bleiben. Das Reich beschränkt frch lediglich darauf, be­züglich der Steuetpflicht. der Besteuerungsgrund- lagen. der Veranlagung und Erhebung allgemein gültige Bestimmungen zu erlassen. Im Gegensätze zu -r 4 des VeichsbewerTungsgeicches. der sehr flüssige Bestimmungen trifft, ist in dem S-Mwurs des Steuerverc in^itlichungsgrsetzes die Aus- lchließlichkeit der Besteuerung der einzelnen Ge­genstände entweder nach dem Gewerbe- oder dem Grundsteuergesetz streng durchgeführt. In sämtlichen Ländern kann mithin ein und derselbe Gegenstand nunmehr nur noch en t we der zur @nmMteuer. oder zur Gewerbesteuer, nie­mals aber gleichzeitig zu beiden Steuer- arten herangezogen werden.

A.

Die Steuerpfndjt

Steuerpflichtig ist jeder landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und gärtner'.sche Betrieb, jedes Grundstück, auch jedes Betriebsgrundstück im Sinne deS Re chsbewertungsgefetzes für sich. Die Steuerhoheit eine- Landes bzw. einer Ge­meinde erstreckt sich jedoch nur auf die Grund­stücke. die sich im Bereich feiner bzw. ihrer Ge­bietshoheit bef.nben. Der Grundbesitz der öffent­lichen Hand soll steuerfrei bleiben. Außerdem bleibt es der Gesetzgebung der Länder überlassen, noch weitere Steuerbefreiungen zuzulassen.

Steuerschuldner ist auf alle Fälle der Gigern» tümer des Grundstücks.

B Die Befleuerung&flrunbtogea

Als Besteuerungsgrundlage wird der Ein­heit s w e r t erklärt, welcher nach den Vor­schriften des ReichsbewertungSgesetzeS ermittelt worden ist. Damit wird endlich mit dem auf die Dauer unhaltbaren Zustand gebrochen, dah dasselbe Grundstück von demselben Finanzamt für verschiedene Äteuerarten mit nerfd) ebenen Werten veranlagt ist. eine Tatsache, die mit Recht dem Steuerpflichtigen unDerftänbUcb ist. Die Höhe der Steuer, also der ®nmbfteuertarif. wird dem Landesrecht überlassen. DaS Reich beschränkt sich darauf, einen Hauptsteuersatz von 9 v. T. des Einheitswertes als Meßzahl auszustellen. Der hiernach sich ergebende Metz betrag heißt Haupt­

steuer betrag. Wenn also ein kmötoirtfdxJi- l-cher Betrieb einen Sinheitswert von 20000 M. besitzt, so ist der fo^ Hauptsteuerbetrag für diesen Betrieb 180 M. Der hundertste Teil dieses HauprsteuerbetrageS heiht Steuereinheit, also hier 1,80 M. Die Erhebung der Grund­steuer gelchieht nun tn einem Vielfachen der Zteuereinhell, dem sog. Limlagesatz. Der Um« lagrfatz wird, wie schon angeführt, durch di« Lcnxdesgefetzgebung sestgestellt

Der Entwurf sieht weiter noch die Mögllch- fett vor. bat) die Länder den llmlagesatz für ae- wisse Arten von Grundstücken verichtedei. be­messen können Es kann allo z. B. befturnn* wer­den, dah städtische Grundstücke oder etwa Be- trxebsgrundstücke mit einem höheren Umlagefah herangezogen werden, als etwa landwirtschaftlich genutzte Grundstücke.

Die Landesgesetzgebung soll weiter bestim­men können, daß. wenn etwa eine Gemeinde eine Grundsteuer beschließt, die zusammen mit der­jenigen des Landes 100 Steuereinheiten über- steigt, die zuständige amtliche Vertretung der Landwirtschaft, des Gewerbes, des Handel» und des S)ar.MdcH» zuvor gutachtlich gehört wird. Will 'die Gemeinde über 125 Steuereinheiten lzu­sammen mit dem Land) gehen, so kann angeordnet werden, daß die Genehmigung der Landesregie­rung vorher einzuholen tft

C.

Vie Veranlagung.

Für die Veranlagung der Grundsteuer soll das Rechnui.g»jcchr maßgebend fein. Länder und Ge­meinden können für jedes Jahr einen neuen Um- lagesatz bestimmen Dis zur Zustellung eines Eteue^>escheides sind, wie bei der Einkommen­steuer. Vorauszahlungen zu leisten.

Die Veranlagung der Steuern, also insbe­sondere die Festsetzung der Hauptstcuerbefräge. Steueraufsicht. R^ht-<mii:-l den ReichsNTranzbehörden allgemein übertragen. Stundung und Erlaß bleiben zunächst noch in der Verfügungsmacht der betreffenden Öteucrgläu- Mger.

D.

Schließlich sei noch erwähnt, daß mx Interesse der Forderung des W li*: - v*

bäude, die innerhalb der Zeit nach dem Inkraft­treten des Gesetzes bis Ende 1933 bezugsfertig werden, steuerlich begünstigt werden sollen.

gesunden hätte. Alle Verwaltungsorgane. Vor­stand, AussichtSrat. Rechner uixd Lagerhalter hätten ihre Pflicht gewissenhaft erfüllt. Zu Puntt ..Wintervergnügen" entspann sich eine lebhafte Aussprache. SS wurde einstimmig beschlossen, einen Familienabend im Lause deS Win­ters. und zwar im Ianuar oder Februar, abzu­halten. Hiermit soll ein Lichtbildervor­trag über eine Reise noch Amerika ober Indien, sowie humoristische Vorträge unb Konzert ver­bunden werden. Da sich die jetzigen LagerhauS- verhältnisse alS völlig unzulänglich erweisen, wurde der Vorstand beauftragt, wegen Er­richtung eines neuen Deschäftsge- bäube« die notwenbigen Schritte zu unter­nehmen. Rach einem Vortrag b«S Landwirt- schastSlehrers Haack über die allgemeine Ge­schäftslage schloß der Vorsitzende die Versamm­lung.

X Aliendorf (Lahn), 21. Rov. Tladjöem der Mühlgraben mit seinen vielen Krümmungen ein gerades Bett erhalten hat. ist auch der bar- übersührende alte Steg für Fußgänger beseitigt trorbciL An seiner Stelle wird jetzt aus 'Beton eine seste Brücke für Fuhrwerke her­gestellt. wodurch gleichzeitig eine kürzere Ver- binbung zwischen bem Wiesengrund unb dem Oit erreicht wirb. Aus der entgegengesetzten Delle wird exnmassiverStegfür Fußgänger über den K leebach errichtet, durch dessen Herstellung ebensalls den Einwohnern weite Alm» Wege erspart werben. Als großer Mangel ist es noch zu betrachten, baß der Verbindung S- w e g nach benx benachbarten Dutenhofen keinen festen Unterbau hat, so baß bei schlechtem

Wetter der Bahnhof Dutenhofen nur unter gro­ßen Schwierigkeiten zu erreichen ist.

z Rödgen. 21. Rod. Wie gefährlich eS ist, Kleidungsstücke in die nächst« Rähe des OfenS zum Trocknen aufzuhängen. be­weist ein Vorfall in unserem Orte. Hier hatte eine Frau- e.nen Rock zxun Trocknen dicht an den Oien der Stube gehängt. Während sie dann im Freien ihrer Arbeit nachging, fing der R o «k Feuer, wodurch im ganzen Hause starker Qualm entstand. Aus daS Geschrei zweier kleiner Kin­der, die in der Stube wellten, wurde man auf die Gefahr aufmerksam unb konnte noch recht­zeitig größeres Unheil verhütet werben.

T Treis a. fr ßba., 21. Rov. Sinern hie­sigen jungen Mann, der hx der Fabrik von Scheidhauer A Giesing in Mainzlar betoäftißt ist. wurde während der Arbeitszeit aus feinem Rock, den er unbeausfichtigt abgelegt hatte, seine Lohnbü t e mit über 30 M k. Inhalt entwendet. Sofortige Meldxmg an bk Gen­darmerie führte zur Ermittlung des Täters, eines Arbeitskollegen aus Lollar.

©rüningen, 20. Rov. Der langjährige Vorsitzende deS Abam Isheimschen Ge­sangvereins, Herr Heinrich Mohn, vollendete sein 6 0. Lebensjahr. Aus diesem Anlaß wurde ihm vom Te.ein ci i Slä ibchen bar­gebracht. Der jetzige Leiter bes Vereins. Wilh. Le t b i ch. gedachte in beredten Worten der vielen Verdienste, die Mohn sich um den Verein er­worben hat. AlS besonders lobenswert be­zeichnet er die lange Zugehörigkeit deS Geleierten als aktiver Sänger und überreichte ihm als äußeres Zeichen ber Verehrung eine Ehren­

urkunde. nach welcher er zürn Ehrenvor­sitzenden ernannt wurde. Sodann ergri bet Dirigent deS Vereins. Lehrer Buß Butzbach der vo- 1913 bi« 1923 tu unserem Dorfe tätig war. bas Dort und gab in gedrängter Form «in Bilb von der Xätigk-J Mohiw als Sänger. Schrlltfübrer unb ßeitet des Vereins. Sr schll- bene Mohn als «inen Idealisten und t* Därrn er auf den Gebiet« des Gesanges. tX^m wohl- durchdachte- Handeln nut der Förderung des Gesangs dient«. Di« V«rdknst« tun den Bau der neuen Cmg- und Turnhalle wurden hierbei besonders erwähnt. Wohn dankte, sichtlich er- gelobte auch fernerhin. solange «s ihm feine Gesundheit erlaube, als Sänger mitzu­wirken und sprach die Hoffnung aus. daß bereit ft auch fein« Enkel ihre gefänglichen Talent« dem Adam Issjeimschtn Gesangverein zur Verfügung stellen möchten. Sin gemütliches Beifaimnenfein bei Mitglied Fritz Müller beschloß den schön verkauf«nen Abend

r Obbornhofen, 21 Rov. Am Sam Mag wurde hier infolge Erbfchafte'estung eine.® ütetw Versteigerung abgehalten, bei dt antehn- liche Preise erzielt ttnirtK-n Ein Aller oon KOO Quadratmeter in weiter Lage und den n -N riaften Ertragsllallen angehörenb. kam mit 630 Mark, während ein solcher von mittlerem Bvd.ni- wert bei 1600 Quadratmeter Flächeninhalt auf 1201 Mark gesteigert wurde. Den Höchstpreis von 3201 Mark hex einer Große von 2596 Qua­dratmeter erzielte ein in erstklassigem Gelände liegender Acker. GS stellt sich hier der Quadrat­meter auf über 1.30 Mark. Weitere zwei Grund­stücke von 1998 itnd 1333 Quadro tme er Größe wurden mit 2OX> bzw 1250 Mark bezahlt. Laut Kausbedincrungen bat der Käufer Mr QLif- laffungskvsten und die Gruiiderwerbssteuer zu ttag-rn, die sich insgesamt auf noch etwa 7 M 9 Prt»4. des Kaufpreiks belaufen.

Arcii Kricdbcrg

WsR. Friedberg. 21. 71oo. Da» m dem be­nachbarten Rockenberg gelegene Land«»- zuchthau» ..M a r i e n] d) l o 5* wird gegen­wärtig im Innern größeren baulichen Ver­änderungen unterzogen. Küche und Wasch küch« nKrben umgebaut, vergrößert und modern eingerichtet. Ferner wird noch eine Dampfbatfrrrt eingerichtet, von der au» auch bie ZeUenstro'anstatt 'Buhbad) mit Brok versorgt werden kann.

'S39L Bad-Rauheirn, 21. Tloa ®k bk Bade- unb Kurverwaltung nuttdlt wurde in der vergangenen Woche das 400 000Ite Bad in diesem Iahr abgegeben. Der Kurgast, den bitfe Inb iläumsziffer traf, ex ne Dame au» Schlesien, wurde Dem ber Bade unb Kurverwaltung bunt) Neberreichung ein«» üiumenftrauße» geehrt.

0 (3 a m b a d), 21. Rov. Im letzten Kirchen­jahr sind hier zwölsPersonen verstorben, fech» männliche unb sechs weibliche.

Ärci» Büdingen.

& Ridda. 21. Rov. Die Riddaeegu- lierung im Kreise Büdingen ist nach knapp zweijähriger Tätigkeit bis axrf eine fury Strelle bei Lindheim beendet Sämtliche Ar­beiten wurden mit Hilfe der produktiven Gr- werbslofensürsovge durchgeführt.

Ridda, 21. Rov. In dem vergossenen Kirchenjahr starben tn unterem er». Kirch­spiel 32 Perscmen. darunter war nur eine Perton unter 20 Iahren. Gin Alter zwischen 80 und 90 Iahren hatten 10 Personen erreicht, und zwei der Bex-storbenen waren über fK) Iahre alt Eine Frau tn Kohden war 95 Iahre alt. In Ridda starben 24. In llnter-S-chei.it len 4. in Kohden 3 und In Michelnau 1. In Bad- Sal,chausen ist kein Todesfall vorgekvmmen.

Id. Ridda, 21. Rov. Die Landwirte imkrrr Gegend klagen sehr tlber di« Schäden, bie die S ch n e ck e n auf den Kornäckern angerichtet haben. In vielen Fällen mußte zur ll m s a a t geschritten werden. Besonders groß sind die Ver­heerungen in Gemarkungen mit Feld bereinig ung. da hier die zwischen den auSgest^lten Grunb- ftxiden liegenden Kleeäcker den Schädlingen llnterschlups bieten, während sich M geschlafe­ner Drellelderwirtfchast der verursacht« Schaben in erträglichen Grenzen bewegt - Rachdem die besseren Aepselsorien vwlad u find, lagern immer noch, besonders in Orten ohne Bxhnv.r- bindung. große Mengen Tafelobst, die nur sehr schwer an dexx Mann zu bringen sind.

rf. Ortenberg. 21. Rov In der Be­zirks »Lchrerversammlu n a h'e.t Lehrer fl aucr-Obeda;» seinen dritten Vortrag über

Kameraden.

Roman von Qelij[ Mocschiln. Copyright by Carl Duncker, Berlin W 62.

19 Fortsetzung.

Nachdruck verboten.

Pcter (Brunbt lachte,ei# hat mir verboten, ihn zu besuchen, nun kommt er sewer. Führen eie ihn btrauf/

Er setzte seine schwarze Brille aus und wartete.

iiidjtr "utu lange zu roarkn. Flink« cdjrifte fliegen die Treppe hinan, und unter der Türe er- schien er. ja, der (tzeorg Lutz. Einen Augenblick stand er still und musterte den Mann, der nut dein Rucken dem Fenster zugekhrt gegen den Tisch lehnte.

Bist bu auch blind?" fragte er erschüttert, edwu komme ich von einem Blinden, eind denn alle blind?"

,.(F» hat mich nur eine Auge ^kostet " lagt« 'Peter,du kannst dich troffen. E» hätte schlimmer ausfallen können. Ich muß zufrieden sein, schön sieht'» nicht au», dr.un trug ich eine Brille Er reichte Ihm die Hand.Wie sindesf du dich zu­recht?'

,.'21 d), e» ist nicht (o leicht. Di« Maiianne bat und» aus viele» vorbereitet, aber et wird wohl noch «Ine qciuille Zeit «rgehen. bi» ich mich an alle» ge­wohnt habe Du wirst mahl noch willen, daß wir im Lchuuenaraben gelegt haben Loßi nur «rst einmal den Krieg vorbei Jein, dann ..."

^9a. bann ..Peter lächelte überlegen.

Bi» jetzt bin ich noch nicht zu den rechten Men­sche" gekommen Schon auf dem Bahnhof fing e» an. E» ist so an und für sich feine leicht# Geschichte, sich auf einem 'Bahnhof zurecht zulinden, auch wenn inan endlich den richtigen Bahnhoi gefunden bot Wao für eine Kkal|#? fragen sie nvnn man die Fahrkarte kauft. Sind wir nicht Kameraden? fag# ich. Kein# foulen Witz«' lagt er - Ich mach# feine faulen Witze, fag# td). Dritte oder Vierte' schreit er. Vierte, läge idy. Ich will t» nicht besser haben, al« Jene, die #» am schkechtesten Haben. Gut. id) erhalte mein# Kart# und ich find# auch meinrn Zug Unb da Gibt #» nun wirklich Wagcn zweiter, dritter unb v erker ZNass# Und im

Schnellzug gegenüber gibt #» sogar Wagen erster Mlalfe. Wir sind jahrelang im Krieg gewesen. Der eine Hal'» gehabt wie der andere, und nun gibt #4 wieder vier Massen. Man sollte #» nicht glauben. Ich werde noch viel lernen müssen, denke ich. Unb ich gehe in meinen Wagen nieder Klasse.

Da e» im Wagen für Reisend# ohne Traglasten schon voll ist, steige id) in den Wagen für Reisende mit Traglasten. Ich muß flehen. Warum soll ich nicht stehen, denke ich. die anderen stehen auch. E» sind alle» Arbeiter. Einer von ihnen muß krank fein, mager unb bleich lehnt er sich an die Wand, er kann sich kaum aufrecht halten. Zwölf Männer sitzen auf öen Banken. Die meisten ichlaseii. Sie find müde, denk# ich. Man kann nicht verlang#n. daß sie auf- stehen. Bist du im Krieg gewesen? frage ich den Kranken. Bier 3ai)re. jagt #r leise. Ich khe ihm an, daß er nicht begreift, warum ich da» frage. Komm, sag# ich. ich werde dir einen besseren Platz verschaffen. Ich steige wieder au». Er kommt hinter mir drein. Er denkt wohl, daß ich einen leeren Wa­gen weiß. Am besten ist'», ich nehm ihn am Arm. denk ich. und ich tu's. Bei der dritten Rlajk halte ich an und frage die Manner, die au» den Fenstern schauen- Ist einer von euch im Krieg gewesen? Ich. fagt einer ein wenig verwunden Ich auch fagt ein anderer und kann sich wahrscheinlich auch nicht denken, wa» dos bedeuten soll. Hier ist ein kranker Kamerad, lag ich. er hat den ganzen Krieg miffltmad)!. Wer will seinen Platz mit ihm tau­schen. Kameraden! Da könnte |#bfr kommen, sagt der eine und locht Ich bin doch nicht verrückt, logt der andere. Man muß dend)affner rufen, sogt «ine Dome."

So steh# ich bi: und sag# dann, e» ist «me Schande, an einem Kameraden jo zu handekn. Wenn da.- im Felde gewesen wäre, t* * hätte sich einer wahr- hastig nicht mehr sehen losten dürfen. Sie lachen nur und bann kommt der Schaffner Der Kranke ist '«-hon meggegangen. und der Schaffner logt ich müHe eine ,-iuschiagllarte lösen, wenn ich in die dritte Klosse wollte. Vlaturlid). denke ich. ich kann mir leider helfen, ich habe |ü Geld, aber ich weiß nicht, wie weit der Arbeiter fahren will. 6o gehe ich jti seinem Wogen unb frage, wie feine Station heiße, ich wolle eine Zuschlagkarte lökr Aber er ic.gt ich solle ihm den Buckel raufsteigen oder «lwo» in btfkr Art. ich glaube er sagte e* noch gröber.

Da löste ich bloß eine Zuschlagrkarl# für mich allein, denn nun war » in brr Sieden so voll geworden, daß man keinen Hund mehr hineingebracht hätte. Ader in der dritten Mass# hatte ich auch kein Glück."

Armer Kerl", lochctte Peter (Brunbt

Es war auch gut besetzt, wir hatten gerade Platz, e» waren Frauen da und Kinder. Doch wie der Zug avsahren soll, zwangt sich noch ein Mann herein mit einem großen Soffer. Er setzt sich hin, wo e» ihm paßt, wir anderen tonnen sehen, wie wir uns einncbtcn. Ein Kind meint und eine Frau jagt man konnte auch ein wenig Rücksiche nehmen. Man nimmt keine Rücksicht auf mich, worum soll ich dann Rücksicht nehmen * schreit der Monn. Da» trifft mich, cs tut nur irgendwie weh. Ist dos nun unser# Weit, denke ich, und ich sage ganz ruhig zu ihm: Sind Sie im Krieg gewesen? Geht Sie do» etroos an? antwortete er. E» ist ihm nicht ganz wohl dabei, do» merk ich, denn alle sind still und schauen ihn an. Ja, ich bin auch im Krieg genxien, schreit er, brüllt er, unb wenn Sie es nicht glauben ... er streckt mir sein# linke Hand hin. cs sehlen zwei Finger .... bie gingen an ber Somme flöten. Und wenn Sie wollen, kann ich auch noch do» Hemd ousziehen. Lundenschuß. Man sieht da» Loch immer noch. Sind Sie letzt zufrieden* Ich schau ihn ganz ruhig on. Haben sie im Krieg auch keine Rücksicht genommen? frag ich. Jetzt oer- steht er, wohin ich will Er schout sich um. feiner lagt rin Wort Er scheint on etwa» zu denken, er wird rot, er schluckt etwas hinunter. Dir warten, eine Fron kichert, sie denkt wohricheinlich. enc es wäre, wenn er bo» Hemd ouszoge unb dann löge id): Haben Sie auch damals nicht gewußt, was Kameradschaft ist? Er wird noch roter. 6ic wollen mich wohl beleidigen? schreit er dann gon, aufgeregt und schlägt mir ms ^eitrf-i. Er hol mich flcheriich nur geschlagen, weil er sich geschämt hot."

.Dptimist." sagt« Peter (Brunbt,unb was haft du getan?"

..Auf der nächsten Sraiion hat er seinen Koffer genommen unb ist ausgestiegen."

Unb bo» hast du dir ganz emsoch gefallen losten?"

Das Schiimme >|t nicht, daß ich gejchloqen morden btr sondern, daß er ge* biogen hot lnb vielleicht ist do» nicht einmal so schlimm, denn es

ist doch ein Zeichen, daß er jene Kamerad,most doch nicht ganz oergcfsen hat. (fr sucht mit einem Schlag Darüber wegzukommen, gcrabe roi# es Manner gibt, die von den Frauen schlecht rebm ... au» lauter Sehnsucht."

4>.e grauen, ja ... Weißt du. daß deine Frau hier dewejen ist?"

oit hat e» ongedtittet."

Hat sie dich geschickt?"

'Rein." sagte Georg verlegen, ..nicht gerade her- geschickt."

Sie hat dir wohl abgeraten, mich zu besuchen'"

.Io. sie hat mich gebeten, dich nicht |# be­suchen."

Und dennoch bist bu gekommen Hattest du feine Angst?"

Warum sollte ich Angst haben7^ Haft bu nicht ge|d)n>oren. mein Kamerad zu jein?"

Run geschworen? Ich bxiB nicht, ob bas da» richtige Wort ist. Iedensall» weiß ich nicht, wo» bu damit meinst"

Da» meine id)!" sagte Georg öisnrle den Beutel an der Brust nahm bas Papier heraus und streckte es ihm hin.

Ikrounbtd nahm er es entgegen, faltete re aus­einander unb tos

Begreifst du nun. jag ich feine Angst holte?" jagte Georg triumphierend

Und Da» nimmst du irgendwie cmp?Ä fragte Peter, sachlich un6 kühl.

18.

Georg Ibrtz schaute ihn unsicher an. ,.Wo» hast bu arfagt?" fragte er leise

Teter (Brunbt räusperte stichRun. ich Hobe ge­tagt ob du wirklich im Sinne tjattrft. diese» Papier, das übrioens schon bedenklich b- rgentmunen ist unb stark n-railbt man merkt r» ihm cm. daß damak» Vtoeiiellohne kein beirre*» Papier mehr jur Ver­wendung gekommen Ist. ob bi btqes Papier al» eine rqendwie ernitbsH in Betracht kommenbe An­gelegenheit ai Im Sinne hättest?"

Jill» wo» fastest bu es auf? fragte Georg drängend.

Run. ol» eint menschliche Kvriosttor."

Host bu vergelten. >2* du es mit beman eige­nen Blute unterschrieben host?"

(Forstetzung folgte