Mus der provWalhauptftadt.
® i e ft e n, den 22. September 1927.
Wie man Flieger wird.
Bei dem Aufschwung, den die deutsche Flie- aevei genommen, und im Hinblick darauf, dah die Entwicklung des Flugwesens immer weiter fortschreitet, ist es selbstverständlich. daß die toten» frohe Jugend an der Eroberung der Luft den stärksten Anteil nimmt. Wenn je ein Beruf vom Schimmer der Romantik umgeben war, so ist es der des Flieger-, der auf seinem Riesenvogel der Sonne entgegenfliegt, der hoch oben im blauen Aether schwebend über Zeit und Raum erhaben seinen fernen Zielen pfeilschnell zu- strebt. Der Wunsch, Flieger zu werden, hatte weite Kreise unserer Jungmannschaft schon erfaßt. als noch der Weltkrieg besonders auch aus dec Zahl der Flieger zahlreiche Opfer forderte. Es mochte wenig Umstände, während des Krieges zum Flieger ausgebildet zu werden, viel schwieriger ist es aber jetzt, in diese Laufbahn hineinzukommen.
In den Jahren nach dem Kriege und zum Teil auch heute noch stehen aus den Reihen unserer früheren Militärflieger zahlreiche Männer zur Verfügung, die als Flugzeugführer erprobt sind. Trotz der in den letzten Jahren stark vermehrten Verkehrsfluglinien hat sich ein Mangel an Flugzeugführern noch nicht bemerkbar gemacht. Auch die Lücken, die durch die unvermeidlichen Unglücksfälle in den Reihen der Flugzeugführer entstanden sind, haben sich rasch geschlossen. Da aber das Flugwesen immer weitere Ausdehnung gewinnen wird so mutz auch weiteres Führerpersonal ausgebildet werden.
Heber die Anforderungen die an einen Flugschüler zu stellen sind, die Bedingungen, die er zu erfüllen hat, und über die Dauer der Ausbildung bestehen reichsgesehliche Vorschriften. Die Ausbildung ist kostspielig, die Lehrzeit ist lang. Die Begeisterung manches Jünglings wird einen kleinen Dämpfer bekommen, wenn er die Schwierigkeiten erfährt, die sich seinem Traum, Ikarus gleich über Me Wolken Hinwegzuschweben, ent» gegenstellem
DaS Reichsverkehrsminifteriums hat bindende Bestimmungen herausgegeben, nach denen die Ausbildung von Fliegern sich regelt Die „Rach- richten für Luftfahrer^ Rr. 8 von 192Ö enthalten Richtlinien für in der Luftfahrt Beschäftigung Suchende. Die Prüfungsbestimmungen für Flugzeugführer sind aus dem Heft Rr. 49 der „Rachrichten für Luftfahrer" vom 10. Dezember 1925 zu entnehmen.
Die Flieger als solche sind in zwei Gruppen geschiedene in Sportflieger und Ver- kehrSflieger. Der Sportflieger, der die Absicht hat, lediglich Sportflugzeuge zu steuern, erwirbt den Flugzeugführerschein A, der auf jeder Fliegerschule erworben werden kann. Die Ausbildungszeit erstreckt sich je nach Befähigung auf 5—6 Monate. Sie erfordert einen Aufwand von 3000.— bis 4000.— Mark. Die Ausbildung der Verkehrsflieger erfolgt lediglich auf der Deutschen Derkehrsflieger-Schule Berlin-Staaken. Zugelassen werden nur junge Leute von guter Führung, die eine zehnklassige Schule mit Erfolg durchlaufen, oder ein Technikum, oder eine staatliche Maschinenbauschule besucht haben. Sie müssen auf einer Fliegerschule bereits den Flugzeugführerschein A erworben haben. Die Ausbildung erfordert 2—3 Jahre. Der Flugzeugschüler muh die nötigen Mittel besitzen, um sich während der Dauer der Ausbildungszeit erhalten zu können. Die Ausbildung erfolgt am besten vom 18. bis zum 22. Lebensjahr.
Bei dem ziemlich bedeutenden Andrang von jungen Leuten zum Flugzeugführerberuf empfiehlt es sich, ehe man etwas anderes unternimmt, bei der Direktion der Deutschen Verkehrsflieger- Schule in Berlin-Staaken anzufragen, ob nach Ablauf der Ausbildungszeit Aussicht auf An- stellung zu erwarten ist. Es muh auch gewarnlt werden, um unnützen Aufwand an Zeit und Geld zu sparen, eine Fliegerschule zwecks Erwerbung des Fliegerfcheins A zu besuchen, ehe man von Berlin-Staaken Auskunft über die spätere An-- stellungsmöglichkeit erhalten hat. Der Beruf als Verkehrsflieger erfordert besonders ausgeprägte Eigenschaften in moralischer, geistiger und körperlicher Hinsicht. Bei der Anstellung wird eine strenge Auswahl unter den Anwärtern getroffen.
F. E. M.
Der Tierschutzverein für Hessen hielt in Erbach i. O. seine 46. Hauptversammlung ab. In seiner Eröffnungsansprache führte der Vorsitzende, Oberschulrat Jung- Darmstadt, aus, bah der Tierschuhverein, der zwar schon viel Gutes stiftete, noch große Aufgaben vor sich habe, da mit der Zeit immer neue Anforderungen <m ihn gestellt würden. Die Jugend müsse in dem Tierschuhgedanken erzogen werden, damit sie später für ihn wirke. Erfreulicherweise hätten die Tierschutzbestrebungen in der Lehrerschaft chre beste Stütze. Rach einer Degrühungsansprache des Kreisdirektors von Werner, Erbach, erstattete der erste Schriftführer des Vereins Prof. D 5 l s i n g , Darmstadt, den Jahresbericht. Hiernach betrug die Mitgliederzahl am Ende des Jahres 1926 6775. 100 000 Tierschutz-Kalender des Deutschen Tierschutzverbandes wurden durch den Verein in den hessischen Schulen verteilt. 253 Anzeigen von Polizeibeamten sind wegen Tierquälerei erhoben toorben; in fast allen Fällen ist eine Bestrafung erfolgt. Auch der Tier-
schutzvevein hat eine Reihe von Arteigen an die zuständigen Polizeiämter weitergeleitet. Rach dem Rechenschaftsbericht für 1926, den Oberrechnungsrat Kratz, Darmstadt, erstattete, erhielten 28 Polizeibeamte und 51 treue Tierpfleger Diplome und Geldgeschenke im Betrage von zusammen über 1000 Mark. DaS Vermögen des Vereins beträgt 12 568 Matt. Die Rechnung schlieht mit 24 633 Mark in Einnahme und 24 089 Mark in Ausgabe ab, so daß ein Rest von 544 Mark verbleibt. Der Voranschlag gleicht sich in Einnahme unb Ausgabe mit 24 500 Mark aus. Rach ©rlebigung des geschäftlichen Teiles hielt Lehrer Falter, Lauterbach, einen Vortrag übet das Thema: „Veränderungen in der Dogelwelt und Verhütung eines weiteren Rückganges."
Einstimmige Annahme fand ein Antrag des Ausschusses, an 39 um den Tierschutz verdiente Polizeibeamte und 54 weitere Personen, die sich durch besonders treue Tierpflege bewährt, Diplome und ein Geldgeschenk als Auszeichnung zu überreichen. Davon wohnen in der Provinz Oberhessen folgende Personen: Gend.-Wacht- meistet W e i h e r t (Homberg a. d. O.), Hahn (Kirtorf), Fischer (Vilbel); Polizeioberwacht- meister Stöhr (Bad-Rauheim); die Polizeihauptwachtmeister Böcher, Löffler, Wolf und Korell in Dietzen. Bender (Friedberg), Polizeiwachtmeister Rudolf (Friedberg), sowie folgende von den Ortsvertretern vorgeschlagene Privatpersonen: Heinrich Faust (Engelrod), Wilhelm Winn (Berstadt), Johannes Spicherinann (Groh-Karben), Hrch. Peter Kern (Rieder-Florstadt), P. Jamteck (Groh-Karben), Friedrich Kreutzer (Heuchelheim), Wilh. Stein (Schotten), Ehristine Spamer (Schotten), Wilh. Görnert (Schotten), Wilh. Schweitzer, Wilh. Lerch und Karl Böcher (Dad-Rauhenn).
Die Reichsverdingungsordnung für Bauleistungen in Hessen.
In den Kreisen des hesiischen Handwerks und der Industrie ist schon längst die Einführung der Reichsverdingungsordnung für Dauleistun- aen gewünscht worden. Die hessische Regierung hatte zunächst die Absicht, diese Verdingungsordnung, ohne Aenderung des Wortlauts der Deftimmungen, zu übernehmen, dann aber glaubte man einige Vorschriften ändern und den besonderen hessischen Bestimmungen anpassen zu müssen. Die Verhandlungen hierüber zogen sich längere Zeit hin, weil sich die beteiligten Instanzen nicht einigen konnten: schließlich kehrte man doch zu der ursprünglichen Ansicht zurück, die Reichsverdingungsordnung in unoeränberter Form in Hessen einzuführen. Inzwischen toareix schon die in Betracht kommenden hessischen Behörden angewiesen worden, sich mit dem Inhalt der Verdingungsordnung vertraut zu machen, auch war ihnen der Bezug der neuen Vorschriften zum Dienstgebrauch empfohlen worden. Jetzt hat nun das Gesamtministerium angeordnet, dah die vom Reichsverdingungsausschuh aufgestellte Verdingungsordnung für Bauleistun- gen (V.O.B.) probeweise in Hessen als Dienstvorschrift eingeführt wird.
Die Ordnung befreit aus drei Teilen. Teil A enthält die allgemeinen Bestimmungen für die Vergebung von Dauleistungen. (Diese entsprechen dem hessischen Erlah übet das Verdingungswesen von 1893 und den Rachträgen hierzu sowie den Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten unb Lieferungen in Anlage A zum 1893er Erlah. Teil B handelt von den allgemein nenDertragsbedingungen für die Ausführung von Dauleistungen. Diese entsprechen den allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Staatsbauten in Anlage B zum 1893er Erlaß. Teil C umschreibt die technischen Vorschriften für Dauleistungen. Diese entsprechen den bei den Dauämtern üblichen, den Ausschreibungen zugrunde gelegten und nach Gewerken getrennten „Besonderen Bedingungen", für die allgemein gültige Rormen amtlich nicht festgelegt waren.
Die neue Verdingungsordnung ist allen Veranschlagungen. Ausschreibungen und Vergebungen grundsätzlich unverändert zugrunde zu legen; Abweichungen und Ergänzungen sind zu vermeiden. Sollte auf Grund der Anforderungen des Einzelfalles eine oder die andere Abänderung unvermeidbar fein, so ist dies in den Leistungsverzeichniisen (Ver)ingungsansch ä:en) ausdrücklich kenntlich zu machen. Zur Verminderung der Schreibarbeit ist auf Bestimmungen der Verdingungsordnung in Kostenanschlägen und Leistungsverzeichnissen (Verdingungsanschlägen) nur hinzuweisen; ihre Wiedergabe ist grundsätzlich zu unterlassen.
Die neue Reichsverdingungsordnung ist auf alle durch Staatsbehörden zu vergebende Dauleistungen anzuwenden. Ihre Bestimmungen beschränken sich vorläufig nur aus Dauleistungen und auf Lieferungen in Verbindung mit Dauleistungen. Für alle anderen Staatslieferungen verbleibt es bei den seitherigen Vorschriften. ..Die Anwendung der Reichsverdingungsordnung wird aber erst dann," so heiht es in dem Ausschreiben des Ministeriums, „die allseits erhoffte Wirkung haben, wenn außer den Staatsbehörden auch die Provinzen, Kreise. Städte, Gemeinden, Kirchen und öffentlichen Stiftungen, sowie alle sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts sie alsbald übernehmen und sie für die Ausschreibung und Vergebung der in ihrem Geschäftsbereich erfolgenden Dauleistungen als maßgebend erklären. Ebenso liegt es im allgemeinen Interesse, daß die Reichsverdingungsordnung auch von den Privatbetrieben, den Privatarchitekten und
Privatingenieuren sowie chren Auftraggebern cm- gewandt wird. Auf diese Weise nur wird die erwünschte Einheitlichkeit der Dergebungsgrund- satze im Reich und in den Cänbern erreicht werden. Außer an die Staatsbehött>en ergeht daher an alle sonstigen Dehörden des Landes und die als Bauherrn und deren Devollmächtigte oder Der- trauendberfonen mit der Vergebung von Dauleistungen befaßten Stellen und Personen gleichzeitig Die dringende Aufforderung, sich die Grundsätze der Reichsverdingungsordnung bei ihren DauauSführungen zu eigen zu machen und ihre Anwendung vorzuschreiben."
Gictzenc. T^ochcrimarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 200 bis 210, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 130, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10, Spinat 25 bis 35, Römischkohl 15, Dohnen, grüne 15 bis 25, gelbe 20 bis 25, Pinter-Kohlrabi 5 bis 8, Feldsalat 100, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 100, Kürbis 8, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln 4 bis 5, Frühäpfel 10 bis 20, Falläpfel 4 bis 6, Dirnen 8 bts 15, Zwetschen 10 bis 15, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 120 bis 130, Brombeeren 50; das Stück: Eier 15 bis 16, Blumenkohl 20 bis 130, Salat 10, Salatgurken 10 bis 70, Einmachgurken 4 bis 6, Endivien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 5 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40; das Bund: Radieschen 15 Pfennig.
Bornotizen.
— Tages kalender für Donnerstag. Palast-Lichtspiele: „Valencia". — Astoria-Lichtspiele :„Heiraten ist kein Kinderspiel".
•* Hmtauschfrist für die Anleihen der Länder und Gemeinden. Die Regierungen der Länder haben übereinstimmende Verordnungen erlassen, durch die die Frist für den Hm tausch der Markanleihen neuen Besitzes der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände und der diesen gleichgestellten öffentlich-rechtlichen Körperschaften auf die Zeit vom 1. Oktober 1927 bis zum 14. Januar 1928 festgesetzt wird. Die Anleihen sind bei einer Vermittlungsstelle (Bank. Sparkasse, Genossenschaft) zum Hmtausch etnzureichen. Markanleihen, die innerhalb der Hmtauschsrist nicht zum Hmtausch angemeldet werden, werden wertlos.
** D i e Bewerbungen um den Po st en unseres Stad11heater»Intenda n t en belaufen sich, nachdem die Meldefrist am Dienstag abgelaufen ist, auf annähernd 200. Eine abschließende Information, auch über die bisherigen Stellungen der Bewerber, durfte in den nächsten Tagen zu ermatten fein.
** Die Strahenbefestigungsarbei- tc n des diesjährigen Strahenbauprogramms, für die der Voranschlag die erforderlichen Mittel vorgesehen hat, a>erden in diesem Jahve jedenfalls nur zu einem geringen Teil zur Ausführung kommen. In zahlreichen Sttahen müssen nämlich in der nächsten Zeit von ber_ Tele- graphen-Dauverwaltung, vom Elektrizitätswerk und vom Gaswerk zu Kabel- und Roh-rlegungs- zwecken Aufbruchsarbeiten vor genommen werden. Die Stadtbauverwaltung steht deshalb auf dem sehr ttchtigen Standpunkt, daß man nicht erst die Straßen Herrichten und sie dann wieder auf» brechen lassen soll, sondern dah die Befestigungsarbeiten zweckmähigerweise erst nach dem Ein» bringen der Kabel und Rohre vorzunehmen sind. Die Arbeiten der genannten drei Betriebsverwaltungen werden aber voraussichtlich so lange Zeit in Anspruch nehmen, dah für die Straßenbefestigungen in diesem Jahre kaum noch Gelegenheit sein wird.
* • Reuherrichtung städtischer Häuser. Hm auch an ihrem Teil wieder zu der Verschönerung unseres Straßenbildes beizutragen und zugleich den Hausern die gebührende Instandhaltung angedeihen zu lassen, läßt die Stadt zur Zeit einige ihrer Gebäude einer gründlichen Renovierung unterziehen. Vor allem erhalt das Gebäude der vormaligen Gewerbeschule, Asterweg 25. in dem sich das Wohnungsamt und das Mieteinigungsamt sowie die Jugendherberge befinden, ein neues Gewand, ferner werden im Innern dieses Hauses für die Zwecke der.Jugendherberge zeitgemäße Waschgelegenheiten und ein Brausebao geschaffen. Das Haus Dammstraße 26, in dem sich die Hausmeisterwohnung des Lhceums befindet, sowie das Haus Lindenplay 11 werden im äußeren ebenfalls durchgreifend renoviett, während das Verwaltungsgebäude des Gas- und Wasserwerks mit einem neuen Anstrich versehen wird.
" Die städtische Kies-Siebanlage in der Sandgrube an der Liebigs» h ö h e, über die wir kürzlich schon in großen Zügen berichteten, ist jetzt soweit fertiggeftellt, daß sie bis Ende dieser Woche dem 'Betrieb übergeben werden kann. Das durch die Siebanlage gewonnene Material soll unter Zusatz von Teer in der Hauptsache zur Verbesserung der jetzt in sehr schlechtem Zustande befindlichen Kiesbürgersteige Verwendung finöen. Man darf also hoffen, daß nunmehr in Kürze auch die nicht gepflasterten Bürgersteige sich in annehmbarer Verfassung befinden werden.
* • Die städtische Bier steuer ist nach einer Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil mit Wirkung ab 1. Oktober vorläufig für deutsche Bieve auf 2 Mark je
Hektoliter, für ausländische Bteoe auf 7 v.H. deS Herstellerpreises festgesetzt worden. Man beachte die heutigen DeLanntmachungen,
e* Schweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 217 Ferkel auf- getrieben. Ein großer Teil davon war von Landwirten aus der Nachbarschaft zum Berkaus gestellt. Der Handel ging schlecht, es wurden mir wenige Käufe abgeschlossen. Der größte Teil des Austriebes muhte von den Verkäufern wieder mit nach Hause genommen werden. Ls wurden bezahlt: für 6 bis 8 Wochen alte Ferksl 17 bis 20 Mark; für altere Tiere je nach Stärke 20 bis 28 Matt.
• * Den Leichenwagen angefahren und in den Straßengraben geworfen. Ein peinlicher Vorfall ereignete sich gestern abend gegen 1/2I Hhr in der Frankfurter Straße zwischen den Kliniken und Klein-Linden. Dott be- sand sich em mit Grummet beladener Wagen auf der Fahrt von Klein-Linden nach Gießen. Aus der entgegengesetzten Richtung kam. von den Kliniken her, in Richtung Klein-Linden ein Leichenwagen, der eine Leiche transportierte. Als die beiden Fuhrwerke auf gleicher Höhe waren, näherte sich von Klein-Linden her mit außerordentlich großer Geschwindigkeit ein Auto, daS in schnellem Tempo zwischen den beiden Fuhrwerken hindurchfahren wollte. Dabei stteh der Kraftwagen an den Leichentransportwagen, der durch den Anprall in den Straßengraben geworfen wurde, wobei der <$arg mit der Leiche etwa zur Hälfte von dem Wagen herabrutschte. Zum Glück blieb der 6arq, der stark geschrammt wurde, intakt, so daß wemgstens die Leiche nicht noch herausgeschleudert wurde. Der Automobilist, der nach den Angaben von Augenzeugen allein für diesen peinlichen Vorgang verantwortlich ist, entzog sich der Feststellung durch rasche Abfahrt. — Am Dienstagvormittag wäre es im Wetzlarer Weg beinahe zu einem größeren Hnglück gekommen. Dort wollte ein Auto ein anderes überholen. wobei ein auf der gleichen Fahrbahn befindlicher Radfahrer so arg ins Gedränge kam, daß er sich nur noch mit knapper Rot auf dem Bürgersteig in Sicherheit bringen konnte, während von seiner Maschine das Hinterrad gefaßt und zur Seite geworfen wurde. Es erscheint notwendig, dah die Polizei der von zahlreichen Seiten geklagten Raserei mancher Autofahrer im südlichen Stadtteil stärkere Aufmerksamkeit zu- wendet, damit größeres Hnheil verhütet wird.
** Ein Zusammenstoh zwischen einem Motorrad und einem Lastauto ereignete sich gestern vormittag auf der Landstraße nach Steinbach im Stadtwald in der Rähe der 9. Schneise. Dort wollten zwei Lastautos des städtischen Fuhrparks zum Abholen von Material zum städttschen Steinbruch fahren; hinter den beiden Wagen kam ein Motorradfahrer aus Gießen heran Der Motorradler hatte den Hinteren Lastwagen vorschriftsmäßig bereits' überholt, als der vordere Wagen plötzlich nach der Schneise abbog in dem Augenblick, da der Motorradler. von hinten ankommend, ebenfalls links Überholen wollte. Hierbei erfolgte der Zusammenprall zwischen den beiden Fahrzeugen Der Motorradler kam zum Sturz und fiel unter den Lastwagen, wobei der Kops des Mannes so scharf vor ein Rad des Lastautos zu liegen kam, daß das Rad ihn gerade noch am Hinterkopf streifte. Wie durch ein Wunder ging der Gestürzte knapp am Tode vorbei; außer einigen Hautabschürfungen und Prellungen blieb er zum Glück unversehrt. Das Motorrad wurde schwer beschädiget. Der Vorfall bildet zur Zett den (?< i en stand der Hntersuchung. insbesondere hinsichtlich der Schuldftage.
•’ Hohe Auszeichnung. Der Dampf- mollerei Gießen, Gebrüder Grieb, wurde auf der Landwirtschaftlichen Landesausstellung in Darmstadt für ausgestellte dauer pasteurisierte und tiefgefühlte Vollmilch der 1. Preis, große silberne Medaille und ein Ehrenpreis, zuerkannt. Rachdem die Firma erst kürzlich auf der 33. Wanderausstellung der D. L. G. in Dortmund mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde, konnte sie jetzt zum zweiten Male in diesem Jahre einen glänzenden Erfolg erzielen.
•• Auszeichnung eines Bienenzüchters. Auf der bienenwirtschaftlichen Ausstellung in Fulda wurde dem Bienenzüchter G. Bvdenbender -Gießen für fortschrittliche Leistungen in der Bienenzucht von dem Preisrichterkollegium die „Silberne Medaille" zuettannt.
•* StenographischeBezirkstagung. Am Samstag und Sonntag findet in Schotten die Bezirkstagung des Bezitts Gießen des Kurz- fchriftverbandes Gabelsberger statt. Man beachte die heutige Anzeige.
** Wieder ein Riesenapfel wurde uns heute vormittag, diesmal von Herrn L. Stern in Großen-Linden, vorgezeigt. Die Frucht hatte das anständige Gewicht von 650 Gramm, sie ist im Garten des Besitzers an einem jüngeren Zwergobstbaum gewachsen.
* Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtoiehmarkt: 1060 Kälber, 511 Schafe, 513 Schweine.
Sprechstunden der Redaktion.
12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen.
Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.
Anzeigenaufträge sind lediglich au die Geschäfts st ette zu richten.


