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Roman von Sven Elve st ad.

Copyright bei Georg Müller, München.

37 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Warum?"

Es besteht eine Möglichkeit, daß ich mich irre," sagte Krag,und diese Möglichkeit ist sehr gefähr­lich. Ich kann erst zur Verhaftung schreiten, wenn ich meiner Sache vollkommen sicher bin. Aber ich kann den Herrn, um den es sich handelt, jeden Augenblick wieder treffen. Er kann keinen Schritt tun, ohne daß ich Nachricht davon erhielte."

Nun trat ein langes, peinliches Schweitzer, ein. Alle hatten das Gefühl, daß die Situation sich stark dem Punkt näherte, wo sie anfing, komisch zu werden.

Schließlich sagte der Polizeichef:Es ist, als befänden wir uns Leuten gegenüber, die uns fort­während in den April schickten. Ich habe das be­stimmte, widerwärtige Gefühl, daß wir keine wirk­lichen Verbrecher vor uns haben."

Da sind wir der Wahrheit gewiß einen Schritt nähergekommen", entgegnete Krag.Auch ich habe die Ueberzeugung, daß mir es nicht mit wirklichen Verbrechern zu tun haben."

Wieder folgte eine lange Pause.

Was sollen wir mit dem rothaarigen Kellner und Thollon anfangen?" fragte der Polizeichef plötzlich.

Da wandte Krag sich lächelnd nach ihm um: Lassen Sie sie frei!"

Freilassen! Was sagen Sie? Dann haben wir ja keinen von der Bande mehr in unseren Händen."

Ich meine," erwiderte Krag,wenn wir sie freilassen, so haben wir die Möglichkeit, dasjenige zu erreichen, was wir doch nicht erreichen, indem wir sie gefangenhalten."

Nun?"

Den wirklichen Zufluchtsort der Bande kennen­zulernen. Laßen Sie die beiden frei, so bürge ich dafür, daß wir sie nicht wieder aus den Augen ver­lieren werden. Von dem Augenblick ort, wenn sie die Treppe dieses Gebäudes hinuntersteigen, soll jeder ihrer Schritte beobachtet werden. Und ich werde sie nicht in Unruhe versetzen. Sie sollen eingelullt wer­den und sich schließlich so sicher fühlen, daß sie die

Höhle der Bande aufsuchen. Sie geben mir zu, es ist sehr wahrscheinlich, daß dieser Plan gelingt. Jedenfalls bringen wir nichts aus diesen Men­schen heraus, solange sie eingesperrt sind."

Der Polizeichef schüttelte bedenklich den Kopf über diesen Plan. Er war der Ansicht, daß die Polizei in dieser Sache schon so viel verloren haste, daß er nicht das letzte riskieren wollte.

Aber gerate während man dies erörterte, meldete der Diensthabende, ein ausländischer Herr wünsche den Herrn Polizeichef zu sprechen, und zwar in einer sehr eiligen Angelegenheit.

Es war der Mann im Reisekostüm, ter vor wenigen Augenblicken in so großer Hast die Treppe erstiegen hatte.

Was will er denn von mir?" fragte der Chef.

Er spricht Französisch", meldete der Dienst­habende.Soweit ich ihn verstehe, will er eine Mit­teilung in der Sache machen, die augenblicklich die Polizei am stärksten interessiert."

Die Herren im Zimmer sahen einander an.

Lassen Sie ihn eintreten", sagte der Polizeichef. Der Diensttuende ging hinaus.

Die immer noch weinende Scheuerfrau wurde von Schutzleuten aus dem Bureau gevracht. Der Polizeichef und Krag blieben allein.

Krag erhob sich. Beide blickten gespannt zur Tür. Nichts wundert mich mchr", iagte Krag eifrig. Was meinen Sie?"

Es würde mich nicht wundern, wenn wir jetzt gleich Äug' in Auge dem Führer der Bande gegen- überstehen würden."

Der Polizeichef fuhr zusammen:Sollte er wirk­lich die Verwegenheit haben . .

Da ging die Tür auf. Der fremde Herr erschien auf der Schwelle. Es war eine hohe, hagere Gestalt von typisch südländischem Aussehen.

Nein, der ist es nicht", sagte Krag.

Habe ich die Ehre, den Herrn Ches der Krimi­nalpolizei von Christiania vor mir zu haben?" fragte der Fremde.

Der Polizeichef gab sich zu erkennen.

Der Fremde verbeugte sich vor Asbjörn Krag. Und vielleicht ist dies der Herr, der ein Telegramm an die Fünfte Abteilung der Pariser Polizei ab- gesandt hat, wegen eines Aegyptologen d'Albert?"

Krag sperrte die Augen auf.Das bin ich", sagte er.

Da verbeugte der höfliche Fremde sich wieder. Das freut mich", sagte er.Mein Name ist Che- oillard, und ich bin der Rechtsanwalt des Aegyp­tologen."

Er existiert in Wirklichkeit?" fragte Krag.

Ja, und er, hält sich gegenwärtig in Christiania auf."

Man bat den Fremden Platz zu nehmen, und er setzte sich, wobei er mit bedeutungsvoller Geste die Advokatenmappe vor sich auf den Tisch legte.

Ich nehme an," begann er,daß die Herren vor einer Reihe rätselhafter Verbrechen stehen."

Krag nickte:Das ist richtig/

Erkennbare Unruhe prägte sich auf dein Gesicht des fremden Mannes aus.

Bevor ich fortfahre," sagte er,möchte ich gerne wissen, worin diese Verbrechen bestehen. Natürlich handelt es sich in erster Linie um Eigentumsver­gehen."

,J3a *

Einbrüche?"

.Za."

Fälschungen?"

Auch."

Falsches Spie§?'

Möglicherweise."

Ueberfäüe auf Personen?"

3a."

Der Fremde machte eine Pause, bann fragte er leise:Mord?"

Nein", antwortete Krag.

, Der Fremde seufzte erleichtert auf.

Gott sei Dank, daß es sich im wesentlichen nur um Eigentumsvergehen handelt. Wieviel mag es sein? Hunderttausend?"

Sicher."

Nun gut."

Der Fremde Öffnete die Mappe und zog ein läng­liches Stück Papier hervor.

Ehe ich mich weiter über die Sache äußere," erklärte er,mochte ich, daß Sie dieses kleine Papier ansehen. Es wird meinen Worten gewiß mehr Ge­wicht verleihen." .

Es wckr ein Check auf den Crödit Lyonnais über zweihunterttausend Franken.

Die beiden Herren starrten zuerst äußerst verdutzt auf den Fremden, der behauptet hatte, Chevillard

zu heißen und d'Alberts Advokat zu fein, und dann starrten sie einander an.

Der Advokat schwieg. Er wollte seinen Triumph mit dem Scheck auskosten. Nachdem die beiten den Scheck geprüft hatten, legten sie ihn wieder auf den Tisch vor den Fremden. Der Sck-eck war in Ordnung- wurde er im nächsten Augenblick der norwegischen Zentralbank vorgelegt, so zahlte diese Bank zwei, hunderttausend Franken darauf aus.

Aber was sollte das ganze bedeuten?"

Der Polizeichef war vollkommen verwirrt. Dies, Angelegenheit nahm einen Umfang an, wie er ihn nicht gewohnt war. Und nun kam hier ein neuer Mann und sagte: ich bin der Advokat dieses kühnen Bandenführers. Mein Name ist foundfo. Hier ist ein Scheck über zweihunterttausend Franken. Ich habe die Absicht, mit Ihnen zu verhandeln, meine Herren/

Der Chef sah wieder zu Krag hinüber, um a« dem Gesichtsausdruck des Detektivs feine Meinu« zu erraten.

Um die Wahrheit zu sagen, auch Asbjörn fireg war in ter größten Derwirvung. ...

Sein erster Gedanke war: Ist dus Erscheinen dieses geheimnisvollen Fremden ein neues Glied m dem Feldzug? Das Signal zu einem neuen Angriff? Eine kühn? Attacke?

Aber worauf sollte dieser Angriff hinauslaufen?

Krag betrachtete den Fremden sehr genau.

Nein, es war kein Zweifel möglich. Dieser Mcnn kam wirklich von der Reise, bas konnte nicht gr: macht fein.

Krag fragte:Sind Sie eben angekommen?"

Der Fremde schien erstaunt über die Frage.Ja," erwiderte er,mit dem Zug vor einer halben Stunde. Ich habe mir in aller Eile ein Zimmer im Hotel genommen. Aber Sie entschuldigen wohl, daß ich noch nicht dazu gekommen bin, Toilette zu machen. Ich glaubte, die Sache habe Eile."

Sie haben recht," sagte Krag,bie Sache eilt sehr. Aber da Sie eben mit dem Zuge gekommen sind, Haden Sie vielleicht no chdas Fahrscheinheft?'

Der Fremde griff sofort in die Tasche und zog den Rest des Heftes ParisChristiania heraus. Krag warf einxn Blick auf die Stempel. Sie waren in Ordnung.

(Fortsetzung folgt.)

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Die Umlage zur Aufbringung der Kosten der Handwerkskammer für das Rechnungsjahr 1927 ist nunmehr feftge fetzt worden. Mit Genehmigung des Herrn Ministers für Arbeit und Wirtfchcfft rotv den außer einem Stammbeitrag uon 6 Reichsmark für jeden Handwerksbetrieb 34 Reichspfennig für je 100 Mk. Steuer wert des gewerblichen Anlage- und ®c: triebskapitals erhoben. Die Zahlung der Umlage hat in 4 Zielen zu geschehen, unt zwar: 1. Ziel sofort, 2. bis 4. Ziel jeweils bis Ende ter Monate September unb Dezember 1927 und März 1928.

Anforderungszettel werden den Um­lagepflichtigen in den nächsten Tagen zu­gestellt. 68108

Gießen, den 19. Juli 1927.

Der Oberbürgermeister. Keller.

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