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Zur

Höfling aus

Chmosol

verhütet Katarrhe und Entzündungen,

Fouquieres seit langer 3dt, Diktator £>cr Weltmode werden, und ihm ist es zweifellos zuzuschrnlen. daß der elegante Pa­rlier Klubmann seine Wäsche nicht mehr zum ^einigen nach London schickt, und auch darauf verzichtet, Mr. Poole aid den Gott dec Mole, dec keine Aevsngötter duldet, ehrfürchtig zu verehren. Mr. Poole, der seinen Wellruhm dem Hmstand verdankt, daß Eduard VII. sich clß Thronfolger von ihm bekleiden ließ und ihm gern gestattete, den englischen Kronprinzen als freiwilligen, unbesoldeten Mannequin zu benutzen, nahm allerdings niemals einen jeden unter seine Kundschaft auf; doch verleugnete er nirgends, tue er als Gentleman unter Ge.it- lemen verlehrte, das Metermaß, die Radel und oas T-ügeleisen, durch Ja ec reich und berühmt wurde. Soeben hat ein ' " tsr Umgebung Eduaro

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Frankfurter Theater.

Das Schauspielhaus beendet seine Spielzeit mit Georg Büchners LustspielLe- once und Lena". Es ist etwas Eigenartiges um dieses Lustspiel, zu welchem ein Preisaus­schreiben der Coktaschen Buchhandlung Anlaß >,c, und das durch verhängnisvolle Hrnstände erst ..ach dem Tode Büchners seinen Weg zur Bühne sand. In Gärten, sonnenbeglänzten und mond­beschienenen, spielen viele Szenen, und die pa­rodistisch-satirischen Borstöße des Dichters zum -ustspicl werden mit den Schleiern der Senti­mentalitäten (die trotzdem dichterisch sind), längst verllungener Zellen verhängt. Es teilt sich das LMspiel in spöttisches Scherzen über Klein­

lebensgefährlichen inneren Ber, le Hungen konnte der Unglückliche aus seiner schrecklichen Lage befreit werden. Man verbracht« ihn in das Krankenhaus, wo es der Kunst der Aerzte nicht gelang, den Verletzten zu retten. Nach etwa zweistündigem Lüden verstarb et an den schweren Quetschungen.

WS2i. Mainz, 21.3uii. Ein französisches Auto mit sechs Personen erlitt an der Heber, sühruug bei Riederolm einen schweren H n. fall. Es fuhr mit aller Wucht gegen dir Brückenrampe und erlitt schweren Schaden. Vor, den Insassen wurden vier schwer verletzt Gtoei befinden sich in lebensgefährlichem Zu« stände im Mainzer Krankenhaus.

Preußen.

ä»rets LSetzlar.

WSN. Wetzlar, 21. Juli. Wohin Brief, tauben oft verschlagen werden, beweist eii Fall, der sich im Kreise Wetzlar zugetragen ha!. Am Abend des 14. Juli griff ein Schmied in Erda, Kreis Wetzlar, eine flügellahme, blutend Brieftaube auf, die nach einem in französische Sprache gehaltenen Zettel am Fuße om gleiche Tage mittags in Lomme, Departement Bord. Arrondissement Lille, aufgelassen war. T^s Sier. eben hat die mehrere hundert Kilometer weil? Strecke in wenigen Stunden zurückgelegt.

- o. Wetzlar, 21. Juli. Die Altenber ger Straße wird gegenwärtig auf einer mehre! c hundert Meter langen Teilstrecke neu aus- g e b a u t. Durch größere Ausfüllungsarbri.rn sucht man das dort sehr niedrig» Stvaßennideau nach Möglichkeit zu heben, so daß auch bei Hoch, wasser kein Hebersluten der Straße durch dir am unteren Ende vorbeifließendr Dill zu befürchten ist. Der Straßenzug wird jetzt auf beiden Seiten Fußsteige erhalten. Auch die Braunfelfet Straße wird augenblicklich neu instand gesetzt Diese für den Autodurchgancpzverkehr sehr wichtig! Straße erhält jetzt Kleinpflasterung. Die Fuß. steige werden auf beiden Seiten der Fahrbahn angelegt.

- 5- Garbenheim, 21. Juli. Dieser Tage wurde einer der letzten Altveteranen unfern Gemeinde, Ludwig Bamberger, im Alter vor 82 Jahren zur letzten Ruhe bestattet. Der Ber- storbene hatte den Feldzug 1870/71 als Garde- grenadier mitgemacht.

- & Groß-Rechtenbach, 21. Juli. Qlr der Straßenabzweigung Groß-Rechtenbach der Straße HörnsheimLützellinden, der für unsere Einwohner in Frage fommeuben Haltestelle ber Kraftpost GießenHochelheim, hat man endlich eine kleine Wartehalle errichtet, die den don wartenden Fahrgästen Schutz vor unfreundlich-! Witterung gewäyrt.

Dillkreis.

bl. Dillenburg, 21. Juli. Es sind Besin- bungen im Gange, den sogen.Hickegrund" mit ber Gemeinden Lützeln, Holzhausen, Ober- und Rieder dresselndors, die bislang noch bem Landkreis Siegen angehören, dem Dillkreis anzugliedern da man der Ansicht ist, daß die territoriale Lage bei Gemeinden eher dem Dillkreis zustrebe, und anderer feits die Bevölkerung auch eher unserem Kreise zu- neige. Der Kreis Siegen ist zwar anderer Ansich: und bleibt bemüht, das Gebiet für sich zu behalten. Eine Kommission wurde nunmehr eingesetzt, die i,m Einvernehmen mit dem Siegener Kreis die Frorp einwandfrei prüfen soll. Bei Ausbesserungs- arbejten am Hessen-Nassauischen Landgestüt stürzte ein Maurer vom Gerüst ab und war sofort tot Es handelt sich um den 51 Jahre alten Maurer Fritz Würtz von Ulm (Kreis Wetzlar). Der Tote hinter­läßt Frau und Kind.

bl. Dillenburg, 21.Juli. Im Regierungs­bezirk Wiesbaden wurden zwei Landjägerei- Inspektionen gebildet, von benen eine bt.i Sitz in unserer Stadt erhalten hat. Der Inspektion

Kosten, die das Kostüm verursachte, und dann weil manche Leute befürchten mußten, mit ihren zu dick oder zu dünn geratenen Gehwerkzeugen Heiterkeit bei den Beschauern zu erregen. Gegen zu dicke Waden war nichts zu machen; man mun­kelte aber, daß die Besitzer dünner Beine häufig in den Berliner Geschäften für Maskengarderobe nach falschen Waden nachfragten. Falsche Waden haben aber die heimtückische Reigung, in den feierlichsten Augenblicken auf die Wanderschaft zu gehen und von dec ihnen angewiesenen hin­teren Seite des Beines auf das Schenbnin zu rutschen.

Wenn unsere Hrgroßvätec sagten, daß sie zu einem Festin Schuhen und Strümpfen" ge­gangen seien, so bezeichneten sie damit den feier­täglichen Charakter ihrer Gewandung; die 2111* tagskleidung bestand nämlich aus enganschließen­den, unter der Fußsohle mit Bändern befestigten Beinkleidern und hohen Stulpenstiefeln, die bei dem Hnrat in den ungepslasterten Straßen un­entbehrlich waren. Auch Goethe, ber sich sehr sorg- fältig kleidete, Hal den Ausdruckin Schuhen und Strümpfen" verwendet. Sicherlich waren die Kavaliere des Rokoko in ihren bunten, be­stickten Röcken, mit ihren Halskrausen und Man- schetten, ihren Schnallenschuhen und Eskarpins wohlgefälliger anzusehen als die schwarz be­frackten Herren unserer Tage. Sollte sich jedoch der moderne Mann zur Abkehr vom schwarzen ürack und vom langen Beinkleid entschließen, so wird weniger die wiedererstandene Freude an krassen Farben dazu beitragen, als der Sport, der schon lange heftige Angriffe gegen die un- prackische Männerkleidung richtet. Keine zarte Erinnerung an die Zeil der Gavotte und des Me- nuetto, sondern Bedürfnisse des praktischen Le­bens werden auch auf diesem Gebiet sich durch­setzen.

- . H-, Percy Army -

9 c. amüsante Erinnerungen an Hof und llte^lschafi veröffentlicht, die in London unter StielKlänge aus den St. James Palast" ecichicnen sind. In diesen Erinnerungen, die sich U 4 Jahrhundert erstrecken, kommt

auch Mr. Pome vor, und Percy Armytage be­richtet, wie Poole einmal bei Freunden in einem Landhaus mit einem Jüngling unter eurem Dach weilte, dec zu der nie aussterben- ben Gattung dec Snobs gehörte. Als man nach uv Billardzimmer beisammen war, ckagte der Jüngling darüber, daß der neue, bei Poole angefertigte Frack, den er gerade trug, völlig verpfu.cht sei. Ohne ein Wort zu ver- äs W $ooLe die Kreide vom Billard, un8?f1 am Aufschlag seines Fracks

K fbn mit breiten, festen, verbessery- ließ ec ihn los u.id --Ge^n Sie so in mein Londoner Ge- Ichast, Dann wird man den Frack ändern'" Der beschämte Jüngling hatte nun die Wahl, sich auf nni Äm,ner öurückzuziehrn oder den Rest des Abenos einen lächerlichen Anblick zu bieten.

Eur.öe.i Kniehofen und die langen «TwrSZP °xd) 621 m den Salon und den Ballsaak Lindringen sollten, so wird man sich an öen Ausspruch Den Akibas erinnern, daß alles einmal dagew'ese.i ist. Hat doch Wilhelm II bald nach feiner Thronbesteigung eine Ordre erlassen, in der er anordnete, die schönen Trach­ten der Decgangenheit wieder zur Geltung zu bulngen. Für die unbeamtetenHerren ^vom fchcieb die Ordre ein schwarzse.dcnes Gala- kletd, seidene Weste, Kavalierdegen mit Perl- muttergr'ff, Spitzeniabo', 5^niehosen, Seiden- strump.e und Schnallenschuhe tut. Diese Anord­nung erweckte keineswegs Beifall und Entzücken bei denHerren vom CivÜch einmal wegen der

Hof vorhanden ist. Um sich in den Dausen ergehen $u können, müssen die Schüler die Straße und den lenseits der Straße gelegenen kleinen Gemeindeplatz benutzen. Der schnelle und häufige Autoverkehr der Ohmtalstraße macht deren Betreten für die Kleinen fast unmöglich. Um diese Gefahr herabzumindern, hat Lehrer B u t t e r 0 n Warnungswfeln aufhängen lassen

(!) Köddingen, 21. Juli. D.r hiesige Männergesangv erein hat einstimmig be­schlossen, ein: Bereinssahne aazuso-affen. Er ge­hört der Schwalm-Antrift-F:lda-S ingenweceini- gung an und ist bei dieser Bereinigung schon um das Dundessest für kvin.'inndes Jahr eingekvmmen. Dirigent des Bereins ist Lehrer S ch m a n b t.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 21. Juli. Am vergangenen Mittwoch fand hier bie Feier des 25jüh- rigen Jubiläums des Kreisziegen­zuchtvereins Alsfeld statt. Mit dieser war eine Ziegenschau verbunden, welche ein Bild über den Stand der Ziegenzucht des Kreises Alsfeld, sowie einen Heberblick über die vom Verein geleistete Arbeit geben sollte, und mit welcher eine Prämiierung von Zpegen verbunden war, für welche zahlreiche Ehrenpreise gestiftet waren. Es wa^en im ganzen etwa 150 Tiere zur Prämiierung aufgetrieben. Diese fand auf dem städtischen Festplatz und in der neuen Unter» stellhalle statt. Rach deren Beendigung und der Vorführung der prämiierten Tiere fand in der Turnhalle ein gemeinsames Festessen statt, woran sich die Hauptversammlung des Vereins anschloß, w.lche von dem Vorsitzenden, Oekonomierat K 0 r e l l - Angenrod, mit einer Begrüßungs­ansprache eröffnet wurde, worin dieser einen Heberblick über die im Verein während seines 25jährigen Bestehens geleistete Arbeit gab. Die Vertreter des Kreisamls, der Landwirtschafts- kanimec, der Stadt Alsfeld, des Reichsverbandes der deutschen Ziegenzuchtvereinigangen, sowie der anderen oberhessischen Kreisziegenzuchtvereine Überbrachten die Glückwünsche zu dem Jubiläum. Alsdann folgte die Verleihung von Auszeich- nuugen, wobei der Vorsitzende des Vereins, Oelonomierat K 0 r e l l - Angenrod, mit der gol­denen Medaille der Landwirtschaftsrammec aus­gezeichnet wurde. Ehrenurlmwen und Medaillen des Reichsverbandes erhielten eine Anzahl Mit­glieder des Vereins für langjährige Mitglied­schaft, darunter der Gcschäfissührec und Zucht- Wart des Vereins, Joha.ines Martin in An­genrod. Die Feier wurde beendigt mit einer Vorführung des Films über die deutsche Ziegen­zucht, welcher von dem Reichsverband der deut­schen Ziegenzuchtvereinigung hergestellt worden ist., Gleic^eitig fand am selben Tage der gu: = besuchte sogenannte Alsfelder Kicschenmarkt statt, ber, wie immer, auf die Landbevölkerung * eine große Anziehungskraft ausübte.

= Ober-Ohmen, 21/ Juli. Der hiesige Turnverein beabsichtigt, im Septemln r ein Werde- und Schauturnen abzuhalten, das den Cha­rakter eines Schülerfestes tragen soll.

(!) Groß-Felda, 21. Juli. In ber letzten Generalversammlung der hiesigen Molkerei- Genossenschaft hielten der hiesig» Molk.rei- Derwalter und Käse ober meister je einen Docicag überpraktische Winke zur sachgemäßen Behand­lung ber zuv Molkerei bestimmten Milch zwecks Butter» bzw. Käsebereitung", welche den Erfolg hat!en, daß die Versammlung einstimmig beschloß, eine Kalk.pritze anzuschaffen, um sämtliche Ställe öer Milchlieferanten sachgemäß zu desinfizieren. Gestern wurde nun dieser Apparat für 80 Mk. angeschafft und wird gegen eine kleine Be­nutzungsgebühr jedermann zur Verfügung gestellt.

(I) Zeilbach, 21. Juli. Die hiesige Ge­meindevertretung ließ in diesem Jahr: dreimal das Heu gras ber Gemeindewiesen zur Vec - st ei gern ng bringen. Wenn der jrw.il^g Erlös mit jeder B.csteigerung auch immer etwas fti:g, |o l leibt der Gesamterlös gegenüber dem letzten 0'thre weit hinier der Hälfte zurück, eine Er­scheinung, welche Heuer vielerorts gemacht wirv.

Kirschenversteigerung dageg.n

3 ve lchenvlaue ' FraÄ.

Von Renate Fels.

Als die Saison in Paris mit dem Rennen um ken Grand Prix ihren Höhepunkt und zu- gleia- ihren Abschluß erreichte, hatte man sich osn sa-warzen Frack als Gesellschaftsckeid des Herrn endlich ubergesehrn und verlangte seine Verbannung aus dem Salon, dem Tanzsaal, dem Theater. Die Hrheber dieser Fehde gegen den Frack brachten und bringen diesmal den aaitunggcbletenben Mut auf, es nicht bei einer Propaganda durch Wort und Schrift bewenden zu lassen, sondern gehen tapfer mit eigenem Beispiel voran. Sie erscheinen bei festlichen Ge­legenheiten im farbigen veilchenblauen, gras- grünen, weinroten, teerosengelben, kafseebiaunen Frack, den glänzende Metallknöpfe zieren. Statt mit einem steifen Kragen und einem kleinen Schlips aus gestärktem Weißen Getuen umwinden fie ihren Hals mit einem Spitzenjabot, das infKS nicht |o umfangreich zu sein braucht und auch weniger kunstvoll geknotet sein darf, als es George Brummel, der klassische Dandy, einst in London zur Mrde erhoben hat. George Brummel, zu dessen Morgentoilette !ich die vor­nehmsten jungen Stutzer, mitunter sogar der P"nz von Wales und spätere König Georg IV. vvn England, als stumme, lernbegierige Bewun­derer einfanden, brauchte ja häufig eine ge» fcolagene Stunde, bis die Schleife seiner Kra- watte seinen Ansprüchen an Elegwiz genügte. e)ie Beine des modernen Herrn sollen zum farbigen Frack nicht wie bisher in röhrenför­migen langen Pantalons stecken, sondern in J;t;i:$°'en . yu8 schwarzem Atlas und in Weißen .nsminipfen erscheinen, während die Fuße mit ckledemen Halbschuhen bekleidet weci. en

Wird ich diese Mode wirklich durchsetzen? ^nt>. 'JKoben zunächst auf den zähen Widerstand der alteren Generation gestoßen, die gern vergißt, daß auch ihre eigene Mode bei ihrem Entstehen revolutionär wirrte und von den unentwegte Lobrednecn der Vergangen- ^itcn gegeben hat, miß- acht«t und verschmäht wurde Auch mag es den ergraute Herren der Schöpfung widerstreben bunt wie exotische Papageien im Salon oder aus ^rm Tanzparkett zu erscheinen. Ein schwerer ^d<nk ble JW Mode mag es auch daß die Hecrenlleidung nock) niemals von Paris dagegen lange Zeit vom Themsestrand rhce Gesetze empfangen hat Allerdings bemüht , von seiner Pariser Gemeinde zum Arbiter elegantiarum erkorene Herr Andrde

Zuschuß beträgt rund 21 000 Mk. Für Erteilung des laiholisch^n Hntecrichts e.jchemen erstmalig rund 420 Mk. in Ausgabe. Die Schule wird zur Zeit von 117 Schülern und Schülerinnen be­sucht. Hiervon sind 83 aus Lauterbach. Das Diakonissenhaus Elisabethenstist in Darmstadt ist an die Stadt herangetreten mit dem Er­suchen, die monatliche Vergütung für die Stadtschwester von 60 auf 75 Mk. zu erhöhen. Dem Gesuch wird zugestimmt. Auf Antrag des Dürgermchstecs werden zur Unter» stützung der durch das furchtbare Unwetter in Sachsen und i in Erzgebirge Betroffe­nen einstimmig 200 Mk. bewilligt. - Bezüglich ber Langholzsuhrwerke wird befchlossen, daß derartige Transporte künftig nur 18 Meter ang sein dürfen. Beim Krcisamt ist zu bean­tragen, daß die diesbezügliche Polizeive.ordnung .iitfprecheiw uageänbert wird. Am Schlüsse der Sitzung gibt der Bürgermeister davon Kennt­nis, daß ihm von Herrn Gerhard Schad, Ame­rika, Der zur Zeit hier besuchsweise weilt, für Wohlfahriszwecke 400 Mk. ausgchändigt worden feien. Der Bürgermeister spricht dem Spender hierfür den Dank der Stadt aus. -

1', Schlitz, 21. Juli. Es war ohne Zweifel schon allein im Hinblick auf die bisherige un­beständige Witterung ein Wagnis, dem Ge­danken eines T r a ch t e n f e st e s in unserer Stadt näherzutletm. Aber es darf vocaus- genommen werden, daß dec mühevollen, Geduld und Ausdauer erfordernden Arbeit, die vom Verkehrsverein unter zielbewußter Leitung von Bürgermeister Dr. R i e p 0 t h geleistet wurde, am gestrigen Tag auch ein voller Erfolg be- schieden gewesen ist. Ein warmer Sommertag leuchtete über der allen Stadt, als in Den Mit­tagsstunden überfüllte Eisenbahnzüge einige tau­send Fesdgäste herbeiführten, von allen Seiten die Dorsleute hecaufzogen, und zahllose Autos unserem Burgstädtchen zustrebten. Der Festzug, welcher nachmittags durch die reichbeslaggten, von Zuschauermassen dicht besetzten Straßen sich bewegte, bot ein außerordentlich eindrucksvolles, farbenfrohes Bild echt Schliher- länder Lebens: Schlitzerländer Reiter mit prachtvollem Pserdematerial, niedliche Dorfschul- mädchen, dralle Bauernmädels in ihrer bunten, glitzernden, kleidsamen Rationaltcacht, als Alt- schliherländec Hochzeitszug, die Burschen mit blauen Kitteln, in Leinenhosen, Dreimaster oder auch hohen Pelzmützen auf den Köpfen; aber es gab auch einen heutigen Schlitzerländer Hoch­zeitszug zu sehen, voll frohen, dörflichen Eigen­lebens. Dann sah man zahlreiche geschmückte Wagen, die wunvervolle Eindrücke boten vom Dorfleben, von Handel und Wandel in unseres Stadt. Man bekam einen Einblick in eine Spinn­stube, in eine Dorfschenke, in eine Backstube, in die verschiedenen Werkstätten der Bauhand- wecier. Ein sehr schöner Erntewagen des gräf­lichen Hofguts, der von Knechten in alte; Tracht geleitet wurde, ein wunderbarer Blamenwagen, allerlei Erzeugnisse der rühmlichst bekannten Schlitzerländer Leinenindustriie und Färberei leg­ten beredtes Zeugnis ab vom hohen Stand unserer Landwirtschast und einheimischen Indu­strie, wozu auch noch der fein geschmückte Wagen der weithin bekannten hiesigen gräflichen Braue­rei zu rechnen ist. In und bei der Turnhalle spielte sich dann ein rechtes Volksfest ab, nachdem cs vorher Reiterfestspicle zu sehen gegeben hatte. Die abends veranstaltete Burgbeleuchtung bot ein zauberhaftes Bild einer mittelalterlichen Berg- und Burgstadt, und einen glänzenden Ab­schluß ber ganzen wohlgelungenen Veranstaltung.

Rheinhessen.

LPD. M a i n z, 21. Juii, Beim Anluppeln eines Wagens an einen Materialzug innerhalb ber Portland,Zementfabrik vpn Dyckerhoff & Söhne in Mainz Amöneburg geriet der 58fäh- rige Arbeiter Ferdinand Goerke aus Wies^ bader. Biebrich zwischen die Rampe und den Zug. In diesem Augenblick zog der Zug an und der Arbeite; wurde in den engen Raum zwischen Zug und Rampe eingequetscht. Rur mit

ftaaterei, Sereniss irnus-Herclichkeit, Dem aui Langeweile geborenen Pessimismus eines Prinz- lichen Müßiggängers und dichterischem Mär­chenspiel um zwei Königskinder, die füreinander bestimmt, einander fliehen und auf der Fluchl einander für immer finden. Oft erscheinen Dir Lustspiclpässe nur Rahmenwerk zu einer zarten, bitter-süßen Dichtung sehnsüchtiger junger Her­zen. Der Raisonneur des Stückes, der der Liebe wie dem Sport gerecht wird, ist der wort­spielerische Philosoph Valerio, auch eine Ar! Posc, ber seinem Don Earlos schützend zur Seite steht, der realistische Mittler zwischen dem Dua­lismus der Handlung. Dieses Lustspiel zu inszenieren, ist eine Aufgabe, die jeden

Spielleiter reizen wird. 2Nan kann dir

parodistisch-humoristische Seite in den Spiel­vordergrund rücken, man kann das mär«

chenumwobene, blumige Spiel zwischen bem Prinzen Leonce und der Prinzessin Lena zum Leitmotiv machen und so ein Lustspiel im träu­merischen Moll komponieren; auf jeden Fall kann man seine persönliche Einstellung zum Werk künstlerisch auswirken und dramatisch Mitschwin­gen lassen. Das gleiche gilt von den Bühnen­bildern, die mitträumen und rnitspotlen können und ebenso Spott und Traum malerisch zu zarten Linien verschmelzen können. Das^ Spiel hat trotz fehlender Einheitlichkeit starke Auf­führungsmöglichkeiten, denn es liegt eine ge- wisse spielerische Grazie über dem Ganzen aus« gebreitet. Leider muh aber gesagt sein, daß die Aufführung unter der Leitung Mat O p hüls enttäuschte, da er der Satire zu grim« mig zu Leibe ging, die Grazie durch Grobheit tötete, vor allem die Szenen des Königs Peter durch geschmacklose Maske der Lustigkeit beraubte unb säst etwas wie eine mißmutige Tendenz in den harmlosen Spott der Hofszenen trug. Hnt> wiederum gilt das gleiche vom Bühnenbildner; man hcktte von Ludwig Sievert andere Bilder erwartet; es fehlte je^ec Dust, jeder Stimmungi« zauber, die Szene baute sich lieblos um die Spielenden. Die Darsteller selbst ragten nicht toett über gutes Mittelmaß, außerDaneggers Prächtigem Valerio einer Gestalt aus einem Guß bpll überlegener Lustigleit. Schillers Leonce, liebenswürdig schwankend zwischen sentimentaler Altklugheit, sehnsüchtiger Jugend und philosophi­schem Selbstspott. Marcella Salzers Lena ein etwas ängstlich wirkendes, piepsendes Mond- scheinprinzeßchen. Die anderen: mehr ober weni­ger gut ausgefüllte Episoden. Der Beifall zuin Sck' zeichnete sich nicht durch übermäßige Stärke aus. L. W.

- oscer'M e n? Mcksch i beiben H p tblifyn Mkcn unb t-'.i beu,lüH t u'.Uen Cf 9 ü Ölungen Jpp, intoi SüeJitgcnoffi Plenen prneljmen kotige und b'Nvandeln. pfteHung l Wt- hat de

fingen v "sichtlich m. eint ^-n";!virtschl Ltzus zusti

brachte bedeutend mehr ein. so daß hierin nur cintz einmalige Versteigerung erfolgt .

Z Erbenhausen, 21. Juli. Der im letz.en Winter hier gegründete Sriegeroerein hat auf dem Platz neben ber Maschinenhalle an ber Straße nach Kirtorf seinen Schießstand erbaut. Dec junge Verein will am fomrnenben Sonntag sein erstes Preisscheibenschießen abhalten. Die schönen Preise bestehen in lanb- unb hauswirtschaftlichen Geräten. Infolge der günstigen Derkehcslage unseres Ortes wirb bei ber jetzigen günstigen Sommerwitterung mit guter auswärtiger Beteiligung gerechnet.

c/ Kirtorf, 21. Juli. Infolge bes Ablebens unseres oerbienten Bürgermeisters Lubwig Hahn ist in unserem Slabtchen Neuwahl nötig gewor­ben, bie am Sonntag, 24. Juli, stattsinbet. Es wur­den zwei Kanbibaten vorgeschlagen: ber seitherige Beigeordnete Gast- und Landwirt Karl Stumpf unb ber jetzige Gemeinderechn.er und Landwirt Wil­helm L a t h e r.

= Aus dem Ohmtal, 21. Juli. Gegenwärtig wird bie kurz nach bem Kriege gebaute lieber- lanbleitung von Ruppertenrod talaufwärts ber alten eisernen Leitungsdrähle enthoben. An ihre Stelle kommen nunmehr bie besseren Kupferdrähte. Die Dreschmaschine ist in Tätigkeit ge­treten, seitdem nunmehr seit einigen Tagen ber Raps eingeheimst wirb. Zwar fällt bie Zeit der Rapsernte durch bas ungünstige Wetter spater als sonst. Aber aerabe biese Erscheinung ist es, welche infolge der Zusammendrängung der Arbeiten auch diejenigen Landwirte, welche in den letzten Jahren ihren Raps noch mit den Flegeln gedroschen haben, veranlaßt, den Rops ber Dreschmaschine anzuvectraue?

Lauterbach, 21. Juli. Aus der jüngsten Stadtvorstandssitzung i,i foigenosä zu berichten: Bürgermeister Walz verlie,t zunächst ein Gesuch des Kaufmanns Heinrich Stoppler um Ausbau der neu projektierten Straße neaen dem Finanzamt. Da in dftser Straße bereits mehrere Bauplätze erworben wurden, und der Antragsteller noch im Herbst mit seinem Wohn­hausbau beginnen will, wird beschlossen, die Her­stellung der Straße im Laufe des kommenden Winters durch Rotstandsarbeiten vorzur.ehmen. Bei diesem Punkt der Tagesordnung wird auch beschlossen, die Alexander-, Stöpler- und Schille.- straße im Laufe des Winters durch Rotstands^ arbeiten restlos sertigzustellen. Das Kreis- gesundheilsamt hat beim Kreisamt beantragt, die Gemeinde anzuhalten, eine moderne bzw. neue Kläranlage zu errichten, da eine ge­nügende Klärung der Abwässer nicht stattfinde. Rach den Ausführungen des Bürgermeisters wurde die Kläranlage ums Jahr 1912 errichtet und mit den modernsten Einrichtungen aus- gestattet. Die Hrsache einiger ÜÄißstände sei darin zu suchen, daß die Anlage seither täglich nur etwa 12 Stunden im Betrieb war und während der Kriegsjahre überhaupt stillgelegen habe. Es sei aber eine Besserung dec Verhält­nisse zu erwarten. Der Stadtvorstand beschließt hieraus, von der Erbauung einer neuen Klär­anlage vorerst Abstand zu nehmen, jedoch bei der Erbauerin derselben Vorschläge über die Modernisierung unb neuzeitliche Ausgestaltung einzuholen. Rach den Mitteilungen des Bürger­meisters beabsichtigt die Mitteldeutsche H a r t st e i n i n d u st r i e an die Stadt mit dem Ersuchen heranzutreten, den jährlichen Pachtpreis zu ermäßigen. Der Gemeinderat beschließt, an dem seitherigen Pachtbetrag von 15 000 Mk. nach wie vor sestzuhalten. Weiter wird be­schlossen, eine Besichtigung des Bruches vorzu­nehmen und sich davon zu überzeugen, ob dieser auch tatsächlich den vertraglichen Bestimmungen entsprechend abgebaut wird. Die im Dezember 1926 beschlossene Ortsbausatzung und Baupolizeiordnung hat 'dem Mini­sterium zur Genehmigung Vorgelegen. Dieses hat verschiedene und zwar durchweg redaktio­nelle Aen. e.u .gen vorge.iomme.!. Der Gemeinde- rat stimmt innen ohne weiteres zu. Der Voranschlag der Realschule für 1928 toirb nach Dur bb:ratung devattelos angenommen bzw. genehmigt. Der van der Stadt zu leistende

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