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durch eine Genugtuung zu geben, daß sie schleu- n.tgft eine öffentliche Ausstellung in Darm- iladt oder in Bad-Rauheim oder in beiden Orten aller in diesem Wettbewerb eingeforderten und eingegangenen Entwürfe und Doranschläge ver­anlaßt, eine Ausstellung, die es der hessischen Künstlerschaft sowie der breitesten Oessentlich- (eit möglich macht, zu der Entscheidung der 3u- roten Stellung zu nehmen?

7. Was gedenkt die Regierung zu tun, daß in Zutunst bei Vergebung öffentlicher künstleri­scher Aufträge in allererster Linie d i e hessische Künstlerschaft berücksichtigt

wird, aus der auf?er dielen drei genannten noch eine weitere Anzahl zu diesem Wettbewerb hätte herangezogen werden können?

3. Oft die Regierung bereit, in Zukunft bei Q3e ran Haltung solcher und ähnlicher künstlerischer Wettbewerbe dafür Sorge zu tragen, daß die vom Reichswirtschaftsverband bildender Künst­ler in jahrelanger ernster Arbeit aufgestellten Bestimmungen sorgfältigst beachtet und einge­halten werden, damit eine Wiederholung solcher zum schärfsten Widerspruch herausfordernden Vorgänge ein für allemal ausgeschlossen er­scheint?

Fahrplanwünfche der Provinz Oberhessen.

Der Verkehrsbund Oberhessen an die Rerchsbahndireklion Frankfurt.

(Schluß.)

Strecke Friedberg Hungen.

Der Zugverkehr auf dieser Strecke erscheint besonders dringend verbesserungsbedürftig. Per­sonen, die aus der mittleren Wetterau mit dem Personenzug 4253 nach Hungen reifen und dort 8.55 .Ufjr vormittags eintreffen, können, wenn sie Geschäfte von mehr als einer Viertelstunde Dauer haben, erst mit dem Personenzug 4260 5.33 Ahr nachmittags nach ihrem Wohnort zu­rückkehren. Auch die Reichsbahndirektion wird zugeben müssen, daß dieser Zustand in keiner Weise auch nur den bescheidensten Ansprüchen an die modernen Verkehrserfordemisse gerecht werden fann. 3n üebereinftimmung mit den Städten Hungen und Friedberg, sowie mit den an dieser Strecke gelegenen Landgemeinden be­antragen wir daher eine Verbesserung des Zug­verkehrs etwa nach folgenden Gesichtspunkten:

Es muh hier noch ein Zugpaar eingelegt werden, bei dem der Personenzug 4270 der Strecke MückeHungen seine Fortsetzung findet auf der Strecke HungenFriedberg dergestalt, daß er etwa 2.45 Ahr nachmittags im Anschluß an die von Gießen und Gelnhausen eintreffenden Züge in Hungen abfährt, etwa 3.45 Ahr in Friedberg eintrifft, dort etwa um 4.00 Ahr ab­fährt und um 5.00 Ahr nachmittags wieder in Hungen ist. Hierauf würde dann der Personen­zug 4260 folgen.

Strecke Hungen Laubach Mücke.

Allgemein ist hier zu sagen, daß eine Besse­rung der Verkehrsverhältnisse auf dieser Strecke insofern erstrebenswert ist, als die Züge über LaubachMücke besseren Anschluß auf der Strecke GießenLauterbach erhalten müssen. 3m besonderen ist zu bemerken:

Gic Verhältnisse auf der Strecke Laubach Mücke liegen zur Zeit so, daß man, um nach Laubach zu kommen, entweder morgend den 7-Ahr-Zug ab Hungen bzw. Mücke, ober den Rachmittagszug gegen 2 Ahr benutzen muß. Der letzte Zug von Laubach nach Mücke geht be­reits um 3.29 Ahr nachmittags von Laubach ab. Schon im Örüereffe der Besucher des Kranken­hauses in Laubach ist eine Verbesserung des Fahrplans dringend notwendig. Die Stadt Lau­bach und mit ihr der Verkehrsbund Oberhessen halten cs für notwendig, den Schülerzug 4267 morgens gegen 8 Ahr von Laubach nach Mücke weiterzuführen Hierdurch würde auch ein besse­rer Anschluß nach Fulda erzielt. Dieser Zug müßte dann auch werktags (nicht nur an Sonn­tagen wie jetzt) gegen 11 Ahr vormittags von Mücke nach Laubach zurückfahren Ferner wird beantragt, den Personenzug 4273, ab Hungen 7.55 Ahr abends, an Laubach 8.18 Ahr abends. I der jetzt in Laubach endet, nach Mücke weiter­zuführen und von dort zurückfahren zu lassen f 3m vorigen Sommerfahrplan wurde dieser Zug , an Sonntagen schon so gefahren. Außerdem ist ' es nötig, daß der Sonntagszug 4271 aus Richtung Hungen nach Mücke, der 3.20 Ahr nachmittags in Laubach abgeht, auf Station Laubacher Wald Halt bekommt: Zeit dazu ist genügenb vorhanden

Strecke Gießen Fulda.

Grundsätzlich ist auch für diese Strecke die Einführung von beschleunigten Personenzügen zu fordern, damit endlich auch hier zeitgemäße Ver­hältnisse für den Durchgangsreiseverkehr ge- schasfen werden

Märtyrer der Liebe.

Roman von I. Schneider-Förstl.

6 Sortierung. Nachdruck verboten

Er Ueh sich in einen Stuhl neben dem runden, weiß gedeckten Eßtisch fallen, steckte sich mit ner­vösen Fingern eine Zigarette in Brand und sah da­bei finster zu Helbertt hinüber, welcher scheinbar der ganzen Sache keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, denn er schrieb in aller Ruhe einen Posten Rechnungen, die toüiq waren, aus seinem Buche.

Nun?" frug Reichmann gereizt.

Hilbertt wandte sich langsam um und sagte ohne Hast:Ich habe alles gehött und werde alles be­folgen." Er klappte fein Buch zu und kam an den Tisch herüber.

Wie er so im Lichtkreis der Lampe stand, machte et den Eindruck eines etwa vierunddreißlg- bis fünsunddreißigjährigen Mannes. Lollschlank!Äa- pellmeistersigur" pflegte Reichmann spottend zu sagen. Das schwarze Haar halblang geschnitten, in einem tadellosen Linksscheitel geordnet, ein feines, dunkles Bärtchen, das kaum die Oberlippe befählt- tete, ein Paar tiefdunkle Augen, das schmale Gesicht etwas ms Blasse spielend, mit einem Kindermund und zwei Rcil)en tadelloser Zähne. Er war der AW goh der Damenwelt des kleinen Städtchens, ein tüchtiger Arzt, ein glänzender Gesellschafter und ein Dielbegeljrter Bewerber. Von den Müttern betrach­tete ihn jede als ihren Schwiegersohn. Aber er wollte nicht Feuer fangen. Das einzige Mädchen, für das sein Herz in Liebe geschlagen hatte, war Elisabeth von Merken gewesen. Seit sie die Braut seines Freundes geworden, suchte er Herr dieser Liebe ou werden. Aber es wollte nicht glücken. Reichmann wurde darum immer wieder von dem anderen gefragt:Liebst du sie auch wirklich in dem Maße, wie sie es verdient? Wenn du sie nicht glücklich machst, bist du der größte Schurke, den die Welt trägt!"

Das hatte Reichmann allmählich zur Verzweif­lung gebracht.

Lassen wir's also!" sagte Hildertt. ,3ch werde nie wieder fragen. Willst du teil essen oder roarm? Willst du Bier haben oder sonst etwas? Bier! Also gut."

Weiter sind auf dieser Strecke die folgenden Verbesserungen als dringlich und notwendig zu bezeichnen:

Der Zug 3901, Gießen ab 5.20 Ahr morgens (Güterzug mit Personenbeförderung), der jetzt 8.40 Ahr morgens in Rieder-Ohmen eintrifft, müßte bis Alsfeld als Leicht-Dampfzug durch­geführt werden. Dafür könnte der Güterzug mit Personenbeförderung Wegfällen. Am Anschluß von Kirchhain aus nach Burg- und Rieder- Gemünden zu bekommen, könnte der erste Zug von Kirchhain ohne Bedenken etwa 30 Minuten früher gelegt werden. Dieser Leicht-Dampfzug würde einem großen Bedürfnis entsprechen, da der Abgang des ersten Zuges in Gießen auf der Strecke nach Fulda um 8.24 Ahr vormittags entschieden zu spät ist (Personerrzug 553). Die Rückfahrt dieses Leicht-Dampfzuges könnte so gelegt werden, daß dieser in Alsfeld Anschluß an den morgens von Fulda kommenden Trieb­wagen 570 erhält: er könnte etwa zwischen 8.15 und 8.30 Ahr vormittags nach Gießen zurück- fahren. Damit wäre eine durchgehende Ver­bindung von Fulda bis Gießen ohne besondere Mehrkosten geschaffen, die als eine außerordent­lich wichtige Verbesserung zu bezeichnen wäre, der Zug dürste dann gegen 10 Ahr vormittags in Gießen ankommen. Auch wäre zu prüfen, ob nicht bei dieser Regelung Personal gespart bzw. frei würde gegenüber der jetzigen Fahrt des Güterzuges.

Der Personenzug 557, Gießen ab 3.56 Ahr nachmittags, muh auch im neuen Fahrplan für den täglichen Verkehr unbebingt erhalten bleiben.

Der Personenzug 562, ab Fulda 1.20 Ahr nachmittags in Richtung Gießen, fährt Sonntags nur bis Alsfeld. Es ist notwendig, diesen Zug auchSonntags bisGiehen durchzuführen, da hierfür dringendes Bedürfnis besteht.

Strecke Alsfeld Hersfeld.

Hier erscheint es dringend notwendig, mor- genä einen Zug nach Grebenau zu fahren, der An­schluß nach Hersfeld bekommt. Gegenwärtig ist ein Anschluß auf der Strecke FuldaHersfeld - Bebra nur erst gegen 1 Ahr möglich.

Gleichzeitig erscheint es dringend geboten, daß morgens ein Zug von Grebenau nach Alsfeld gefahren wird, der um 7,00 Ahr in Alsfeld sein muß. damit die Arbeiter und Schüler zur rechten Zeit in Alsfeld ankommen können. Gegenwärtig kommt dieser Zug im Sommer erst um 7,47 Ahr in Alsfeld an; dies ist viel zu spät, sowohl für die Arbeiter, wie für die Schüler, da die Schule im Sommer bereits um 7.25 Ahr beginnt und die Arbeiter um 7.00 Ahr an ihrer Arbeitsstätte fein müssen. So. wie der Zug jetzt fährt, hat et praktisch überhaupt keinen Zweck.

Strecke LauterbachStockheim.

Auf dieser Strecke sind die Verkehrsverhält­nisse ganz besonders trostlos. Rach dem Sommer- sahrplan 1914 verkehrten auf der Teilstrecke LauterbachGedern 5 Zugpaare, denen sich für die Teilstrecke LauterbachGrebenhain an Sonn- und Feiertagen noch ein weiteres Zuapaar zu­gesellte. Der derzeitige Fahrplan weist für die Teilstrecke LauterbachGedern an Werktagen nur zwei Personenzugpaare und ein Paar Güterzüge mit Personenbeförderung aus. An zwei Tagen der Woche wird noch ein weiteres Personenzug- paar gefahren. Hiernach steht fest, daß diese Strecke in ganz besonderem Maße gegenüber den Vorkriegsverhälmissen benachteiligt ist.

Er drückte auf die Klingel neben seinem Schreib^ tisch. Eine ältere Frau erschien und nahm seine Wünsche entgegen. Geräuschlos entfernte sie sich wieder.

Es ist wirklich nicht wert, sich wegen einer sol­chen Lappalie in die Haare zu fahren", sagte Reich­mann und ließ sich eine neue Zigarette geben. Aber du bist einer von den Menschen, die einen zur Verzweiflung bringen können!"

Und gerade du mußtest dir die Last eines sol­chen Freundes aufhalsen", sagte Htlbertt mit einem verdächtigen Zucken um die Mundwinkel.

Laß das Spotten! Ich vertrag's nicht! Ich ver­trag' überhaupt nichts heute! Ich möchte am liebsten die ganze Wett beim Schopf nehmen und sie um­gekehrt stellen." Dabei streckte er seine beiden Arme und schüttelte an den Ecken des Tisches, daß Hildettt erschrocken nach Tellern und Gläsern griff.

Und dann entlub sich das ganze Ungewitter. Reichmann bediente sich dabei eines Stimmauf­wandes, daß Hilbertl eiligst anfftanb und die Fen­ster schloß, welche nach i? Sttaßenieite gingen.

Abfahrt hat es geheißen vier Wochen", schalt Reichmann.Und nun ist die gai.,;: Reise auf un­bestimmte Zeit verschoben, weil so ein verrücktes Gehirn von einem Engländer sich von einem Fran­zosen weismachen ließ, wir könnten als oedappte Spione kommen! Nun ist natürlich alles Essig, und ich hatte schon mein Testament gemacht."

Testament?" frug Hilbertt und legte die Gabel beiseite.

Warum nicht! Es hat schon manch einer auf Wiedersehen gesagt und ist nicht mehr zurückge­kommen. Dich hab' ich auch bedacht gehabt."

Mich?"

Frag' nicht immer hintennach! Da fribbclts mir in den Fingern. Ich hatte bestimmt, daß ich dir meine Frau . . . Ist ja alles Unsinn jetzt! Also ich hätte dir meine Frau vermacht samt Praxis, Auto, Haus und Garten. Doch schön, was?"

Warum beleidigst du mich?" fuhr Hilbertt auf, warum . . ."

Du bist köstlich! Ich geb' ihm mein halbes Leben als Erbe, und er macht eine Geste wie mein na, wie sag' ich denn sag' du es!"

.Ich weiß es nicht", gab hilbertt zurück. Er war verstimmt und wandte, zum Fenster tretend, Reich­mann den Rucken.

Zur Verbesserung dieser geradezu unhalt­baren Zustände ist es erforderlich, daß der Per­sonenzug 4138, ab Lauterbach 5,43 Ahr norm., unbedingt für den täglichen Verkehr erhalten bleibt. Ebenso auch der Güterzug 8392 mit Per­sonenbeförderung, Lauterbach ab 7,57 Ahr Dorrn.; schließlich muß auch der Personenzug 4112. ab Lauterbach 3,08 Ahr. erhalten bleiben. Rotwendig erscheint ferner, den Personenzug 4108, der jetzt ab Gedern nach Stockheim vermehrt, schon ab Lau­terbach zu führen; dort Abfahrt etwa 11,45 Ahr vormittags. Sehr erwünscht wäre dieser Zug auch Sonntags, da bis jetzt an Sonn- und Feiertagen von dieser Strecke aus überhaupt nur eine Früh- und Spätverbindung nach Frankfurt a. M. be­steht. Der Personenzug 4116. Lauterbach ab 5,40 Ahr nachmittags, muß nach der Ansicht der über die Sachlage unterrichteten Amtsstellen an dieser Strecke täglich bis Stockheim durchgeführt wer­den, da von hier aus Anschluß nach Frankfurt a. M. über Gelnhausen zu erreichen ist. Weiter wäre täglich noch ein Abendzug erforderlich, dessen Fahrzeit den Anschlußzügen der Strecke Gießen Fulda anzuvassen wäre. Als Aösahrtzeiten in Lauterbach kämen in Betracht: Werl.ags außer Samstags 7.20 Ahr, an Samstagen 8,03 Ahr. an Sonn- und Feiertagen 11,40 Ahr abends.

3n umgekehrter Richtung wären folgende Verbindungen erforderlich: der bisher nur werk­tags gefahrene Zug 4133 ab Gedern 4,49 Ahr, muß täglich verkehren, der bisher nur Mitt­wochs, Samstags und Sonntags gefahrene Zug 4103, ab Gedern 10,39, mutz ebenfalls täglich im Dienst fein; ferner täglich wie bisher, aber mit Anschluß auch an Sonntagen von Frankfurt a. M., der Personenzug 4147 jetzt ab Gedern 8,13 Ahr abends.

Strecke Bad SalzschlirfNieder-Aula.

Zu einer durchgreifenden Verbesserung des Verkehrs auf dieser Strecke ist es notwendig, einen vermehrten Triebwagenverkchr zu schaffen, wozu nach Ansicht der Sachverständigen alle Vor­bedingungen gegeben sind.

Die Abfahrtszeit des Personenzuges 2511, ab Bad Salzhausen 3,07 Ahr legt den Reisenden aus Richtung Fulda bzw. Gießen einen unnötig langen Aufenthalt auf. Wir beantragen, die Ab­fahrtszeit dieses Zuges auf 2,50 Ahr sestzuseyen; trotz dieser Früherlegung bleibt auch den Reisen­den aus Richtung Gießen genügend Zeit zum Amsteigen.

Personenzug 2510, ab Schlitz Sonntags 2,34 Ahr, an Bad Salzschlirf 2,57 Ahr, hat jetzt weder nach Fulda, noch nach ©teilen Anschluß. Es wird beantragt, diesem Zuge uner allen Amständen in Bad Salzschlirf Anschluß zu geben an den Personenzug 555 der Strecke GießenFulda, ab Bad Salzschlirf 2,43 Ahr. Für die Strecke Schlitz- Riederjossa ist der Anschluß in Bad Salzschlirf wichtiger als der Anschluß nach Hersfeld.

Ferner ist es notwendig, den Zug 2502 werktags ab Schlitz 4,55 Ahr morgens auch Sonntags verkehren zu lassen.

Strecke Gießen Lollar Grünberg.

Die Einlegung eines Zugpaares am Vor­mittag ist auf dieser Strecke dringend notwendig. Der Frühzug 2553 ist, da er dem Arbeiterverkehr dienen muh, ständig sehr überfüllt, ferner liegt er für das übrige nach Gießen reisende Publikum auch zu früh. Dem Aebelstande wäre abzuhelfen durch ein Zugpaar wie vor dem Kriege, etwa ab Grünberg 8,00 Ahr, an Gießen 9,15 Ahr täg- l i ch, zurück ebenfalls täglich im Plane des jetzigen Sonntagszuges 2552, ab Gießen 9,48 Ahr. an Grünberg 11,00 Ahr. Hierdurch würde auch der Anschluß des Lumdatales an den beschleunig­ten Personenzug 763 der Strecke GießenFrank­furt, ab Gießen 9,42 Ahr, erreicht, ferner wäre es der Bevölkerung möglich, in günstiger Weise die Amtsstellen in Gießen und Grünberg aufzu­suchen.

Dringend wünschenswert ist es, den Per» sonenzug 2569, ab Grünberg 8,45 Ahr abends, der jetzt nur bis Londorf gefahren wird, bis Gießen durchzuführen.

Endlich sei der Reichsbahndirektion auch im eigenen Interesse eine Verbesserung des Sonn- taysverkehrs von Gießen nach dem Lumdatal drtngend empfohlen, da hierdurch der Ausflügler- verlehr mir gefördert werden kann.

Strecke Wetzlar Lollar.

Zur Verbesserung des Sonntag -Abendver- kehrs ab Gießen über die Strecke WetzlarLollar regen wir an, im Anschluß an den Personenzug

Du kannst schon wieder ein bißchen Luft her- einlässen!" sagte Reichmann.Ich bin fertig."

Im selben Augenblick schrillte aus Hilbettts Ar­beitszimmer das Telephon. Während dieser an den Apparat trat, streckte sich Reichmann auf dem brei­ten Diwan des Eßzimmers aus und sah den Rauch, ringeln nach, die er in die Lust blies. Er war schon wieder ganz zufrieden, denn sein Gesicht zeigte einen vollkommen ruhigen Ausdruck. Ein paarmal horchte er nach dem Gespräch, das Hilbertt führte, dann griff er nach einer Zeitung, die neben dem Diwan auf einem kleinen Tische lag. Er war in den letzten Rächten fast regelmäßig aus dem Bett geholt n)or den und sehr übermüdet. Die Zeitung glitt raschelnd zu Boden. Die Ruhe schläferte unbewußt das Den» [en ein und er war gerade im Hinüberschluinmern, als Hilbertt wieder eintrat Ein Lächeln ging über sein Gesicht.

Hast dich müde gepoltert! Schlaf nur!" sagte er freundlich.

Was war's denn?" frug Reichmann mit unvsr- stecktem Gähnen.

Ich muß nach Regendach zu einer Geburt. Scheinbar etwas nicht in Ordnung. Du kannst ja bleiben, bis ich wicderkomme!"

Sehr nett von dir! Uebrigens schlafen kann ich zu Hause auch. Fährst du mit dem Rod'?"

Rein! Ich werde nach einem Mietauto tele- phonieren."

,,'Jhmm das meine!" sagte Reichmann und er­munterte sich.Mein Chauffeur hat zwar Urlaub, kann aber möglich sein, daß er zu Hanse ist Wenn nicht, fahr' ich dich selbst."

Rein, mach dir keine Mühe!"

Nimm deine Tasche und komm!" sagte Reich- mann, ohne auf den Einwand zu hören.

Zehn Minuten später glitt Reichmanns Kraft­wagen über die mondüberflutete Landstraße, die Richtung nach dem Hochwald nehmend, von dem Regendach umschlossen war.

,Zch danke dir", sprach Hilbertt, als nach kaum einer Viertelstunde Fahrt der Wagen vor einem kunstvoll geschnörketten eisernen Parktor hielt Fahr' nach Haus, Georg! Den Rückweg mach' ich zu Fuß!"

Schon gut", gab Reichmann zur AntwortIch warte hier auf dich! Mach', daß du weiterkommst!

707, ab Gießen 6.19 Ahr, der von Lollar nach Wetzlar leer zurückfahrenden Lokomotive einen Personenzugwagen anzuhängen, damit die Be­wohner der Strecke LollarWetzlar von Gießen bis zu ihrem Wohnor? zurückfahren können.

Schlutzbcmcrkungen.

Allgemein möchten wir noch^ die Anregung geben, der Wiedereinführung vonT riebwagen auf den oberhessischen Strecken zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisfe zwischen den Fahrzeiten der Hauptzüge das größte Augenmerk zu schenken mit dem Ziel, diesen Erfordernissen schnellmöglichft Rechnung zu tragen.

Zur Besprechung der hier vorgebrachten Fahrplanwünsche erfdieint es uns zweckmäßig, ttaft die Deichsbahn-Direktion Frankfurt a. M. auch diesmal wieder wie im September 1926 die oberhessischen Fahrplan-Interessent.-n zu einer Fahrplankonferenz in Gießen auf am* menruft, um hierdurch Gelegenheit zu geben, im mündlichen Meinungsaustausch schnell und gut zu einer Regelung zu kommen, die sowohl den berechtigten Verkehrsinteressen der 'Scvöfferung, wie auch den wirtschaftlichen und betrieblichen Erfordernissen der Reichsbahn-Direktion in aus­reichender Weis« entspricht

Bauernfänger" auf der Reichsbahn.

WSR. Frankfurt a.M., 21. Febr. Hier wurden vor einigen Tagen zwei Bauern­fänger. die das bekannte Bctrugschiel ü m- melblä11chen" tätigten, fest genommen. Die Betrüger haben in der letzten Zett ihr Be­tätigungsfeld auf die Reichsbahn verlegt Sie bereisen vorwiegend vom Publikum stark benutzte Fernstrecken. um ihrem gemeingefähr­lichen Gewerbe nachgehen zu können. Die Sach« vollzieht sich ganz unauffällig, indem in ein Abteic zwei anscheinend ganz unbekannte Herren einsteigen. Auf der Fahrt beginnt nun einer mit dem Spiel, entweder mit seinem Komplizen, oder, toenn es gelingt, gleich mit einem Mitreisenden, dem sich dann später der Komplize anfchließt Bekanntlich muß bei dem Spiel eine Karte von dem Mitspieler erraten werden. Anfänglich voll­zieht nun der Gauner das Mischen der Karten so, daß das ausersehene Opfer gewinnt. Auch bei eingetretenen Verlusten läßt man ihn, sobald er mutlos wird, wieder gewinnen, bis man ihm schließlich ein schönes Stück Geld abgejagt hat Reisende, die solche Burschen in den Zügen be­obachten werden gebeten, die nächstbeste Gelegen­heit wahrzunehmen, die Burschen der Polizei zu überweisen.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichteit der

Schristlettung.)

An unsere Herren Mitarbeiter.

Es ist uns leider nicht möglich, von den in großer Fülle aus allen Teilen unseres Ver­breitungsgebietes eingesandten Berichten über Pestalozzifeiern im einzelnen Ge­brauch zu machen. Daß diese Festveranstaltun­gen in Oberhessen unb im benachbarten Preußen in würdiger Weise verlaufen sind, haben wir am Samstag in einer zusammenfassenden Betrach­tung bereits berichtet.

Rundfunk-Programm.

Mittwoch, 23. Februar.

3,30 bis 4: Tüe Stunve Oec Jugend 4,30 bis 5,45: Konzert des Hausorchesters: Ehopin. 3,45 bis 6,05: Die Bücherstunde. 6,45 bis 7,15: Die Schachstunde. 7,15 bis 7,30: Senckenberg­viertelstunde:Das Gehör'. Vortrag von Dr. T. Edinger. 7,30 bis 8,00: Funkhochschule:Reue Seelenforschung III, Vortrag von Dr. Hans Prinzhorn. 8,15 bis 9,15: Opern-Abend. 9,15 bis 10,15: üebertragung von Kassel. .Das fatale Ei". Fabelgroteske in einem Art von P?rdcs-Milo und Georg Runsky, Musik von Walter Schütt.

Sprechstunden der Acdaktio.i.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne deigesügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten.

Einen in dieser Stunde unnütz warten zu lassen, ist Grausamkeit."

Das Zucken, das dabei nm seinen Mund ging, gab Hilbertt während des ganzen kurzen Weges, den er noch zurückzulegen hatte, zu denken.

Du bist die Ruh', der Frieden mild! Die Sehnsucht du und was sie stillt.

Du bist das Grab, in das hinab Ich allen meinen Stummer gab.

Auf sammetweicl-en. sehnsuchtsschwcren Flüaelst zogen diese Worte in die Rächt, schwollen an. ebbten ab und verschwommen im Rauschen des Hochwaldes.

Aus dem nachts'.illen Herrenbaus auf Regendach rann ein weiches, weißes Licht in den schlafenden Park. Die Fenster des Terrajsenzimmers waren weit geöffnet und ließen die Töne des Liedes ungestört in die Weite ziehen. Das Echo gab den letzten Klang hauchkeise zurück.

Reichmann klinkte das Gittertor auf, horchte, bog von dem Kiesweg und schritt über den Rasen der Terrasse zu. Dott horchte er wieder. Aber es kam fein Laut mehr aus dem Zimmer, das im Hochparterre lag.

Mit sachten Füßen nahm er die steinerne, breit ausbiegende Treppe. Die beiden Flügeltüren, welche ins Innere führten, standen weil offen. Die Seiden- Vorhänge blähten sich kaum merkbar in dem leichten Wind, der vom jluffe herauf strich. Reichmann spähte mit Dorgebogencm Oberkörper durch eines der Fenster, mit den Händen zerwühlte er die Kle- matisblüten. die ihn am Sehen hinderten. Seine Sippen kniffen sich ein, wurden schmal und zeigten scharfe Ecken.

Blitzschnell trat er zurück.

Eine Frauengestalt von wahrhaft königlichem Wuchs trat eine Sekunde später auf die Terrasse. Wenn je ein Weib schön war, dann durfte Rella Renkell das von sich behaupten. Dieser tannengleiche Körper, der trotz seiner Ueppigkeit das köstlichste Ebenmaß aufwies, war von einem Hauskleid aus malvenfarbener Seide umhüllt. Tiefblondes, ins Rötliche sprühendes Haar bauschte sich zwanglos um eine femgemeißelte Stirne, die das eigenartige Pu­derweiß aller nicht mit Sommersprossen behafteten Rotblonden zeigte. Rur der Blick tru$ eine fröstelnde Kühle zur Schau. Wer sie zum ersten Male sah, fragte sich, ob er täuschen wollte ober Wirklichkeit zeigte. (Fortsetzung folgt.)