häufig nicht au der verabredeten Zett ein. Rot- wendige Leite fehlten, stellenweise lasse auch die technische Ausführung der Arbeit zu wünschen übrig. Alles Dinge, die man vor dem Krieg bei deutschen Warensendungen nicht gekannt hätte. Der Rückgang deS Absatzes deutscher Fahrräder im Osten sei wohl ausschließlich auf solche Wängei zurückzuführen Die Bemängelungen erstreckten sich keineswegs nur auf die vorgenannten, fon- dern auch auf andere Waren.
An der unpünktlichen Lieferung mögen die durch den Raub der deutschen Flotte wesentlich versch lechterten Schiffsverbindungen wesentlich mit Schuld tragen. Seitens der deutschen Exporteure ist mehrfach geklagt worden. daß die englischen Reedereien die ihnen übergebenen Eolli zurückstellten, um erst später eingelroffene englische Frachtstücke noch mit dem abgehenden Dampfer zu befördern. Das deutsche Stück gelangt dann erst acht bis vierzehn Tage, manchmal auch noch später zur Abfertigung.
DieBernögerungen erfolgen aber auch bisweilen in den deutschen Häfen. Weigern sich die Berlade- arbeiter Lieberstunden zu machen und muh das Schiff zur bestimmten Zeit abfahren, wie das bei Linienfahrten nicht anders geht, so wird die Sendung um viele Wochen verzögert. Der deutsche Fabrikant gerät dadurch unverschuldet in den Ruf der Unpünktlichkeit. Der deutschen Wirtschaft erwachsen daraus schwere Schäden, der Arbeiterschaft Arbeitslosigkeit.
Schwere Unzuträglichkeiten zieht bisweilen eine unzweckmäßige U e be rv r g a n i s a t i vn nach sich. So wurde mir dieser Tage berichtet, daß die Derkaufsabteilung einer großen Fabrik Motoren verpackt und versandt habe, ehe sie die Prüfstelle der Fabrik passiert hatten. Kein Wum der, wenn dann das deutsche Fabrikat seinen guten Ruf einbüßt!
Vielfach ist auch die Güte der Leistung des deutschen Arbeiters — namentlich des nicht schon vor dem Krieg ausgebildeten — zurückgegangen. Der Unfug, daß in den ersten Zähren nach dem Krieg die Spanne zwischen dem Lohn des gelernten und dem des ungelernten Arbeiters minimal war, lieh den Anreih vermissen, etwas Ordentliches zu lernen. Machte sich das doch nicht bezahlt, denn der Lehrling verdiente weniger als der gleichaltrige ungelernte Arbeiter. DaS massenhafte Einströmen der letzteren in die Gewerkschaften und ihr turbulentes Auftreten zwang diese, eine so verkehrte Lohnpolitik zu vertreten. Sozialdemokratische Gewerkschaftssekre- täre haben mir damals ihr Leid Über diesen 'Unfug geklagt, den sie mitzumachen gezwungen wurden. Heute fehlt es unserer Industrie wie dem Bergbau an gelernten Arbeitern, während von der Arbettslosigkeit in erster Linie dieUn- gelernten betroffen werden. Aufträge können vielfach nicht übernommen werden, weil es an gelernten Arbeitern fehlt. Die Lohnspanne hat sich inzwischen zugunsten der letzteren wohl etwas erweitert. aber noch nicht genug und es wird Jahre dauern, ehe wir die Schäden der zu geringen Spanne überwunden haben.
Unsere Waren müssen nicht nur gut, sie müssen auch billig fein, sollen wir unsere alte Stellung auf dem Weltmarkt wieder gewinnen. Die kräftig fortschreitende Rationalisierung gibt uns die Möglichkeit dazu. Aber freilich nur dann, wenn sie sich nicht nur im Unternehmergewinn. sondern in erster Linie in der Verbilligung der Ware auswirkt. Und davon ist bisher noch zu wenig zu merken, wenn auch der amtliche Großhandelsindex für industrielle Fertigwaren im Verlauf des Jahres 1926 von 158 auf 143,5, b. t um 9 ». H., zurückge- gangen ist.
Man soll gewiß nicht verkennen, wie unsagbar schwer es für das «verarmte, mit Steuern überlastete Deutschland ist, seine alte Welthandelsstellung wiederzugewinnen-, auch nicht verkennen, was darin bereits erreicht ist. Aber es muh noch ganz anderes geleistet und wenigstens im Innern alles weggeräumt werden, was hindernd im Wege steht.
Oberhesfen.
Landkreis Gietzen.
X Wieseck, 20. Ian. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Bau - und <5ie» öelungS-Vemeinschaft hatte für gestern o&enb zu einer öffentlichen Versammlung im Saal von Bierau eingeladen. Den Vorsitz.führte Weihbindermeister F r i e d r i ch D e i b e t III. Der Br- zirksleiter von Oberhessen. Essinger- Butzbach, hielt einen längeren Vortrag über »W o h - nungsbau mit zinslosem Geld". Den parteipolitischen Standpunkt gegenüber dem Wohnungselend ablehnend, Öen wirtschaftspolitischen hervorkehrend, schilderte der Redner an Beispielen den alten Weg des Zinsendienstes unter Beleihung von Objekten mit 30 Proz., mit den Gefahren de« Zwangs- oder Rotverkaufs beim Unvermögen, die Zinsen aufzubringen: ihm gegen* über biete der neue Weg zinslos Darlehen für 23 Jahre: in dieser Zeit leiste die D. B. S. G bei einem Verwaltungskostenzuschlag von 10 Proz. öie Verwaltungsarbeit. Die Löschung derHvpothek und de« Vorkaufsrechts trete ein bei Abtragung der Schuld. Die Pflichtrückzahlung betrage mindestens 4 vom Tausend im Monat. Seit ihrer Begründung am 1. April 1925 konnte die jetzt 24 500 Köpfe zählende Gemeinschaft 402 Darlehen au 10 000 Mk. begeben. In der Aussprache wies Pfarrer Sattler auf die von der Kirche auf dem Gebiete des städtischen und ländlichen Sied- lungswesens unternommenen Schritte hin. Die Frage nach einer Beteiligung der D. B. S G bei kirchlichen Gemeindehäusern, Klcinkinderschulen u. a wurde von dem Vortragenden dahin beant- wo tet, daß eine solche nur möglich sei, wenn in öen betr Hamern zugleich ein Teil als Wohnung emgcnchtei werde. Der Vorsitzende gab bekannt daß die Ortsgruppe, die noch weitere Versammlungen hier plant, demnächst die Ge» m *1 n.h c öur Anmeldung ihrer Mitgliedschaft auffordern wird. r ' 1
CD 3 o U a r. 21. Jan. Die gestrige Sitzung des ^>mmffrTnR C ra 16 befaßte sich wiederum mit dem Erlaß einer neuen Friedbossord. nung. Rach längerer Aussprache stimmte die Mehrheit für die Annahme in der vom Kreisamt Gießen ausgearbeiteten Fassung. Aus den De- .^s ^°^oben. daß spätestens 60 Jahre nach Schließung des jetzigen Friedbo»« sämtliche Erbbegrabnisplähe in den Besitz der Gemeinde zurückkommen und daß nach Inkrakt. treten der neuen FriedhofSordnung sämtliche Zeichen innerhalb 24 Stunden, ärztliche Leichs schau vorausgesetzt, nach der Leichenhalle verbracht werden müssen. Zustimmung fand eine gleich
zeitig mit der Friedhofsordnung zu erlassende Polizeiverordnung, wonach Vergehen gegen die Bestimmung der Leichenüberführung mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. bestraft werden können. Die Friedhofsordnung kommt jetzt 8 Tage zur Offenlegung. — Auf der rechten Seite der L u m d a st r a h e hat die Gemeinde einen schmalen Geländestreifen liegen. Durch dessen Zusammenlegung mit einem Geländestück des Otto Franl und Zukauf von etwa 300 Quadratmeter von Karl Verlach Witwe ist es möglich, drei Dauvlätze zu gewinnen, davon einen als Gemeindebesitz. Die Vorlage fand Zustimmung. Der Kari Gerlach Witwe sollen für den Quadratmeter 2,50 Mk. geboten werden bei Uebernahme der Vermessungs- und Gerichtskosten aus die Gemeinde. Der gewonnene ®c- meindebauplah wird beim Zustandekommen der Zusammenlegung dem Ernst Frank zugesprochen. — D:e Miete für die Rotwohnungen wurde auf 10 Mk. für die Dreizimmer- und auf 7,50 Mk. für die Zweizimmerwohnung festgesetzt. Da noch einige sehr bringende Wohnungsanforderungen zu befriedigen sind, wurde die Erbauung einer toeiter en Baracke angeregt. Beschlüsse hierüber jedoch nicht gefaßt.
• Watzenborn-Steinberg. 21. Jan. Der Gesangverein „Germania", der älteste am Orte, wird die Feier der 60. Wiederkehr seines Gründungstages in diesem Jahre durch Abhaltung eines S ä n g e r f e st e s am 18.. 19. und 20. 3uni begehen Mit dieser Veranstaltung ist ein Gesangwett st reit verbunden. Da der Verein sich wiederholt erfolgreich an auswärtigen Gesangwettst reiten beteiligt hat und dort reiche Erfahrung sammelte, dürste es ihm nicht schwer fallen, die Veranstaltung so zu treffen, daß sie von den teilnehmenden Vereinen als mustergültig anerkannt werden muh. Die Dole- giertenversammlung findet am Sonntag, 20. Februar statt.
T Allendorf a. Ö. Lahn. 21. 3an. Die Feldbereinigungsarbeiten in unserer Gemeinde sind in letzter Zeit soweit fortgeschritten, daß nun die Versteigerung der Massengrundstücke vorgenommen werden kann. Als Versteigerungslag ist Montag, 31. Jan., vorgesehen. Zu der Versteigerung werden auch viele auswärtige Steigerer erwartet, die seither schon Landbesitz innerhalb unserer Gemarkung ihr eigen nennen konnten.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 21. 3an. Die heutige Stadtverordnetensitzung beschloß u. a. die Errichtung eines neuen Reun-Retor- teno sens im Gaswerk zum Preise von 24 000 Mk. Eine lange und teilweise sehr erregte Debatte eni'pcmn sich um die Frage des Reu» baues eines städtischen Wasser- türme;, da die Rechte und die Linke aus Ersparnisgründen die künstlerischen Anlagen um den Turm nicht ausgeführt wissen wollte. Schließlich wurde ein Antrag mit 22 gegen 2 Stimmen angenommen, der eine teilweise Ausführung der Anlagen oorsieht. Weiter wurde ein Antrag Leuchtgens einstimmig angenommen, für den Bau des Wassertumrs einen öffentlichen Wettbewerb auszuschreiben. Die Frage der W a h l eines Slternbeirats wurde dahin entschieden, daß eine Wahl nicht ftattfinöet.
Bad-Nauheim, 21. Jan. Mit dem vor bald Jahresfrist vom Hessischen Landtag beschlossenen Bau des balneologisch-medizini'- schen Instituts wurde jetzt begonnen, nachdem der ursprüngliche Termin, der den Baubeginn für vergangenen Herbst vorsah, aus verschiedenen Gründen nicht eingehalten werden konnte. Das Gebäude, das nach dem neuesten Stand der Wissenschaft eingerichtet wird, kommt in den Park zu stehen, und zwar in unmittelbarer Nähe des Sprudelhofes.
!?k Vilbel, 21. 3an. Auf ein 25jahriges Bestehen kann die hiesige Bolksbiblio- thek zurückblicken. 3m Jahre 1902 trat eine Gruppe bildungssreundlicher Männer zusammen, gründete den Ausschuß für Dolksvorlefungen und legte damit den Grundstock zu der heute reich aus- gestatteten Bücherei. Die Mittel wurden zum größten Teil durch freiwillige Spenden aufgebracht. Zum ersten Bibliothekar wurde Lehrer Burk ernannt der das Amt bis auf den heutigen Tag in gewissenhafter Ordnung führte. Da der Ausschuß für Volksvorlesungen während des Krieges seine Tätigkeit einstellte, wurde die Bibliothek statutengemäß der Schule als bildungsforderndem 3nstitut ungegliedert. Hoffentlich bleibt sie von dem parteipolitischen Gezänk verschont, so daß ihr eine ungestörte Weiterentwicklung auch fernerhin erhalten bleibt.
Me Bürgermeistersteve in Bad-Nauheim.
sc B a d - Nauheim, 21. Ian. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer heutigen Sitzung die Ausschreibung der Bürgermeisterstelle, die im Juni dieses Jahres frei wird. Die Meldefrist läuft schon mit dem 15. Februar dieses Jahres ab.
aufen, 21. 3an. Studien-
_ , . , -----> der schon längere Zett hier
wohnt, aber an der Realschule Ridda angestellt ist, hat von Landwirt Wilhelm 11 h l l. in Ridda an der Sallhäuser Straße einen Bauplatz getauft, um sich ein Wohnhaus in Ridda^uen zu
Kreis Büdingen.
△ Ridda, 2L 3an. Die beiden hiesigen Geldinstitute, die Bezirkssparkasse und die R i d d a e r Bank, haben für jede der 32 3um Sparkassebezirk gehörigen Gemeinden einen Tag bestimmt, an dem die Auswertungsgläubiger ihre S p a r k a s s e b ü ch e r vorlegen können, damit die Eintragung der Aufwertungsbeträge der früheren Einlagen erfolgen lann. Durch diese Maßnahme wird jeder Gläubiger genaue Kenntnis über die ihm Anstehende Aufwertung erhalten, und eine Angelegenheit erledigt, die schon zu vielen Fragen und Vermutungen Anlaß gegeben hat.
△ Nidda, 21. Jan. Die hiesige l a n d w. Bezugs- und Absaggenosscnfchaft hatte gestern abend zu einer Dersamlung im „Darm- ftaöfer Hof" hier eingclaben, in der zwei sehr lehrreiche Vorträge gehalten wurden. Zuerst sprach Landwirtschafterat Dr. S ch a d , Direktor des Land- wirtschaftsamts Nidda, über „Steigerung der Boden- durch Düngung und Bodenbearbeitung-, «eine Ausführungen wurden durch fchemaiifche Abbildungen auf großen Tafeln unterstützt. Der jedermann verständliche Vortrag wurde sehr beifällig aufgenommen. Als zweiter Redner sprach Landwitt-
50 c ’or 2)r Günther von hier über „Schweinemast- Der /Vortragende redete ganz besonders der Ruhlsdorfschen Fütterungsmelhode das Wort, die er u. a. ausführlich beschrieb. Auch dieser Redner erntete großen Beifall.
y. Bad-Salzh tat- Brauuewell,
lassen. Der Quadratmeter kostet 2 Mark. Ferner hat sich der Käufer auch das Vorkaufsrecht für einen zweiten anliegenden Bauplatz des gleichen Besitzers Vorbehalten. Das Baugelände liegt zwischen den Bahnstrecken Ridda—Gießen und Ridda —Schotten und mißt beinahe 3000 Quadratmeter.
' Echzell, 21. Jan. Am Donnerstag ereignete si chhier ein schwerer Unglücksfall. Ein zehnjähriger Iungc hatte sich an einen Müllerwagen gehängt und rourde beim Abspringen von einem Auto überfahren. Er erlitt einen so schweren Unterfchen kelbruch, daß er ins Friedberger Krankenhaus gebracht werden mußte. — Die Zahl der Erwerbslosen beträgt zur Zeit hier etwa 50. — Vom 2 chulvor fianb wurde in seiner letzten Sitzung, in der auch die neugswählten Mitglieder verpflichtet wurden, eine Feier des 100. Todestages Heinrich Peska- l o z z i s beschlossen. — Der Krankenpflegeoer e i n hielt eine Hauptversammlung ab, in der über die Weilerführung des Vereine beraten wurde. Der Verein, der im letzten Jahre 230 Mitglieder zählte, ist in der Kriegszeit zur Unterstützung des im von Harnierschen Schlosse eingerichteten Lazaretts entstanden. Er ermöglichte dann nach dem Kriege eine geordnete Krankenpflege in der hiesigen Gemeinde. Nach Wegzug des Pfarrers Strack, dessen Tochter in den letzten Jahren als Krankenpflegerin gewirkt hatte, ergab sich die Notwendigkeit, für eine neue Pflegerin zu sargen. Diese fand sich in einer zur Zeit hier bei ihren (Eltern weilenden Schwester Fräulein Bocher. Sic hat si chbereit erklärt, die Pflege der Kranken, die vom Arzie als pflegebedürftig bezeichnet werden, zu übernehmen. Als Ziel wrude öie Daueransiellnng einer Schwester des Darmstädter Diakonissenhauses ins Auge gefaßt. Zu den Mitgliedsbeitrügen, die man durch freiwillige Beiträge jolcher, die den Segen der Krankenpflege genießen und zu einer Mehrleistung imstande sind, zu erhöhen hofft, bat die Gemeinde einen erheblichen Zufchuß in Aussicht gestellt, so daß der Verein außer den laufenden Ausgaben noch ein Kapial wird an= sammeln können, das die feste Anstellung einer Schwester ermöglichen soll.
Kreis Schotten.
O 2 a u b a ch, 20, 3ait. Heute fand Die erste Holzversteigerung der Stadt Laubach statt. Es tarnen im Durchschnitt der Raum > meter Buchenscheit auf 10 bis 12 Mk., Knüppel 6 bi« 8 Mk.. Stöcke 5 bis 6 Mk.. Astreiser 1 Mk. Sehr verschieden war der Preis der Knüppel. Es kamen Stammknüppel bis 9Mk!, die übrigen Knüppel wurden schon von 5 Mk. an versteigert. Was an Ruhholz versteigert wurde, ist nicht nennenswert. Das Brennholz war fast durchgängig erste Qualität.
-s- Hartmannshain. 20. 3an. Die Straßenverwaltung des Kreises Schotten hat durch eine große Zahl von Arbeitern sämtliche Straßen im oberen Vogelsberg für den Auto- und Wagenvertehr wieder frei- gemacht. Der Auto- und Wagenveickehr konnte fetzt überall wieder einsehen. Auch der enteilte Schneefall kann vorläufig nicht hinderlich im Wege stehen.
Kreis Alsfeld.
„ Obcr-O§men, 21. 3an. Einen empfindlichen Verlust erlitt der Landwirt Lud- wig Müller Hierselbst. Der Mann hatte feinen Äofhund, um ihn vor Kälte zu schützen, in den Schweinestall gesperrt. Als die Hausbewohner am anderen Morgen den Stall betraten, fanden sie die beiden Läuferschweine im Gewicht von 80 bzw. 100 Pfund tot vor. Der Hund hatte in der Rächt den Schweinendie Kehle durchgebissen und daraus begonnen, stch an dem Fleisch des einen Schweines gütlich zu tun.
Starkenburg.
=!= Offenbach a.M., 21. 3an. Aus der Stadtverordnetenversammlung: Die Stadtverwaltung ist an die Stadtverordnetenversammlung mit dem Antrag heran getreten, den Stadtbe b auu ngsplan einer lieber» Prüfung durch den Städtebauer der Darmstädter Hochschule, Prof. Roth, unterziehen zu lassen, was 3000 Mark kosten soll. Die Kommunisten zeigten dafür keine Reigung. und zwar aus Sparsamkettsrücksichten. Trotzdem gelangte der Antrag zur Annahme. Man verwies darauf, daß die gerade gegenwärtig durch die Siebe- lungsbauten hervortretende bauliche Ausdehnung der Stadt, die auch sonstige zeitgemäße Fragen, so namentlich her Bau großer Au - to mo b i 1 f er nst ra h en , es dringend geboten erscheinen lassen, den Gesamtbebauungsvlan von einer Persönlichkeit beurteilen zu lassen, die frei von den örtlichen Details die ganze Sache von einem neutralen großen Gesichtspunkte aus betrachtet.
Rheinhessen.
WER. Mainz, 21. Ian. Das Stähl. ®e- lunbhettsamt teilt mit: Rach den bei der Ortskrankenkasse erstatteten Meldungen befindet sich die sog. Grippe ini Rückgang. Die Krankheit hat den milden Eharakter beibehalten, und es besteht nach wie vor keinerlei Anlaß zu ir- gerchwelcher Beunruhigung. Es ist anzunehmen, daß mit der Aenderung der Wetterlage die Zahl der unter dem Sammelnamen Grippe begriffenen Erkältungskrankheiten in Kürze sich weiter erniedrigen wird.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
WSR. Wetzlar, 20. Jan. Die landwirtschaftlichen Organisationen des Kreises Wetzlar hatten beim Regierungspräsidenten die Einsüh- führung einer Quarantäne al« Schutz gegen die im erheblichen Umfange wütende Maul- und Klauenseuche beantragt. Der Bund Deutscher Viehhändler hat gegen diese Maßnahme Einspruch erhoben. An sich wäre auch diese Maßnahme wirlungSlo«, solange die Landwirte nicht selbst Disziplin üben und nicht gegen die Anzeigepflicht und öie angeordneten Bekämpfungsmaßnahmen verstoßen. Die Regierung hat daher den Antrag zunächst abschlägig befrieden.
~ ©leiberg, 21.3an. Unser Bezirks- Vorsteher W. L a u ch t muhte wegen fortgesetzter Krankheit sein Amt niederlegen. An seine Stelle wurde fern Sohn. Wllh. Laucht gewählt.
Kreis Kirchhain.
WSM Kirchhain, 20. 3ait Sic Vieh. w i r t sch a ft im Kreise Kirchhain, die ourch d»e Kriegsmaßnahmen und ihre Folgen ftorE reduziert worden war, scheint jetzt wieder
auf der alten Höhe anac kommen zu sein. 6p wurde dieser Sage in Schweinsberg von der dortigen Fleckviehzuchtgenossenschaft ein neuer Zuchtbulle mit einem Gewicht von 18l/; Ztr. aufgestellt. Er dürfte der schönste unk» stärkste im ganzen Kreise sein.
Kreis Biedenkopf.
J[ Friedensdorf, 21. Jan. 3m westlichen Teil des Kreises Biedenkopf und im angrenzenden Dillkreis machen sich in der leh- tpi Zeit Wildschweine bemerkbar. Die Schwarz. littet stammen jedenfalls au« den Dickichten bei ^chelderwaldes, ober sind auch von oben aui dem Rothaargebirge hierher gewechselt. Bei einer S reib jag b, an der Qirfelöer und Frcchen- Ijäufer 3äger tellnahmen, mußte ein Schütze, al« ein angeschossener Keiler auf ihn einstürmte, auf einem Hochsitz Zuflucht nehmen, und mit ansehen, wie das wütende Tier seinen Hut und Mantel unten in Stucke riß. Bei Münchhausen im DillkreiS zeigten sich bei einer am gleichen Tage abgehaltenen Treibjagd fünf Sauen auf einmal, wovon ein Keiler zur Strecke gebracht wurde. Auch hier muhten einige Treiber aut Bäumen Zuflucht suchen. Bcinerlt sei. daß seit dreißig Jahren in diesen Gegenden nicht« von Wildschweinen bemerkt wurde.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M., 20. Jan. Fest- genommen wurde gefterft -nadmüttag in Wiesbaden von Frankfurter und Wiesbadener Kriminalbeamten der angebliche Schriftsteller Friedrich K o n h aus Querscheid bei Saarbrücken, her in Frankfurt a. M. unter dem selbstzugelegten Titel und Rainen eines Regierungsrats a. D. Dr. jur. Friedrich Wilhelm K ontze groh- angelegte Betrügereien und Schwindeleien begangen hat. Er hat mit verschiedenen Bausiedlungsgenossenschaften Verbindung gesucht, um Bestellungen auf sein angeblich später erscheinendes Werk über bas Siedlung«toefen in Deutschland zu erhalten, und sich Anzahlungen auf bas Honorar geben lassen.
Kirche und Schule.
Dekanatskonferenz in Gießen.
>< Die erste Dekanatskonferenz des Dekanats Gießen im neuen Jahre fand am Dienstag im Markussaal in Gießen statt. Außer den beiden Vortragenden war Oberkirchen- rnt Wagner als Gast zugegen. Da der Dekan am Erscheinen verhindert war. leitete Delan- stellvertreter, Pfarrer Groth. Rödgen, die Verhandlungen, die er mit Schriftlesung und Gebet eröffnete. Unter den amtlichen Mitteilungen waren von weiterem Interesse zwei Eingaben der Dekanatskonferenz Ridda an das Can- deslirchcnamt. Die auf Schaffung eines einheitlichen KonfirmationstermtnsamSvnn- t a g nach Ostern für ganz Hessen abzielendc wurde vom Landeskirchenamt bereits für erledigt erklärt: verschließt man sich auch bn Dekanat Gießen nicht den zutage getretenen Mängeln der Oftertonfirmation. so hält man hier doch eine Aenderung auch aus sozialen Gründen für ausgeschlossen. Einig ging inan mit dem Dekanat Ridda in der Ausfassung, daß der hie und da einreihenden Unsitte, kleine Kinder als P a t e n anzunehmen, die bis zur Konfirmation durch Erwachsene vertreten werden, energisch gesteuert werden müsse. Ein Vortrag von Pfarrer zur Rieden, Huhdors, über die nach dem Krieg mit neuer Kraft wieder aufgelebte Organisation zur Ausbreitung des Evangeliums unter den Katholiken fand ein Korreferat durch einen Laien, den Konvertiten Schultes, der als früherer Angehöri ger der katholischen Jugendbewegung sehr anschaulich aus dem modernen religiösen Katholizismus zu berichten wuhte.
Dckailatökonfcrenz in Lchotten.
wg. Schotten, 21. Ian. Unter dem Vorsitz von Dekan Volv, Laubach, tagte hier die erste diesjährige Konferenz der Geistlichen de« ©banget Dekanats Schotten. Rach der üblichen Eröffnung mit Schriftlesung und Gebet berichtete Dekan Volp über die kürzlich in Gießen stattgehabte Konferenz der Dekane Oberhessens, und teilte sodann mit, daß im Laufe des Jahre« wieder ein Dekanatstag stattfinden werbe. Die Konferenz nahm dann Stellung zu
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