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geladen wird, sich abermals zur Beratung zu- sammcnzutun. um eine neue -äera allgemeinen Wettrüstens zu verhüten. Sr fordert zu .morali­scher Abrüstung" aus. denn weder Verträge noch Abkommen allein genügen, die Völker in das richtige Verhältnis zu einander zu setzen.

Die Freunde des Völkerbundes freilich er­klären. was Herr Coolidge bezüglich der Not­wendigkeit, .zum Besten einer gemeinsamen6adbc Opfer zu bringen", zu sagen habe, passe recht gu: zu ihren allgemeinen Theorien über ge­meinsame Arbeit der Böller, und während man in Genf die Formeln suche mit denen sich dies bewerkstelligen lasse, stünden die Vereinigten Staaten abseits und der Präsident mache in seiner jüngsten Bede auch nicht die leiseste An­deutung über den Weg. der einzuschlagen wäre, um die Rückkehr zum alten Argwohn, zur alten .balance o f powci* zu verhüten. QHan muh zugeben, das, die G.nfer Vorkonferenz zur Welt- Abrüstungskonferenz wenig erreicht bat; gleich­zeitig aber darf man nicht in Abrede stellen, baß Amerika sich jener Dorbespreeyung gegenüber

sehr lauwarm gezeigt hat. Der Präsident mag einen aggressiven Schrill in dieser Rich­tung planen, ähnlich dem. den die Vereinigten Staaten unternahmen, als sie in Washington in so dramatischer Weife daS 5:5. 3-Siärke- verhältnis der Flotten vorschlugen. Vielleicht ist somit die ganze .Kreuzer-Sonate" nur ein Vorspiel

A n m. d Red.: Den Schluß dieses Vor­spiels hat inzwischen der Draht gemeldet: Coo- lidge hat mit ganz knapper Mehrheit feine Wunsche in bezug auf die Verzögerung deS Kreuzerbaues im Senat durchgefeht Da­mit aber ist der inneramerikanische Kampf um die Flottenverstärkung nicht beendet. Vor allem jedoch dürfte nun hie internationale Flot­tendebatte in Angriff genommen werden, sobald Coolidge die drängendsten m e r i k a n i- s ch e n Sorgen los geworden ist. Und an diesen Abrüstungsbestrebungen hat Deutschland ein ebensolches Interesse, wie an der Arbeit zur Rüstungsbeschränkung in Gens.

zur Entgegennahme li.|.r Sachen als nächster rechtmäßiger Er<e. Sein Gesuch wurde ihm trotzig und lakonisch abgeschlagen. Er beschwerte sich daraus bei Wallenstein. Dieser erwiderte aber kurz und barsch:Daraus kann nichts wer­den. Es ist so Brauch lei meirem Korps. Stirbt ein Rittmeister, so erbt fein Major, stirbt dieser, sein Oberst, und wenn solcher mit dein Tode ab­geht, fein General."Wer beerbt aber den General?", frag e der Beschwerde ührer. Wallen­stein, dem die Frage sehr ungelegen kam, schrie trotzig: ..Der Leusel!"Wenn dem so ist, so hab' ich nichts dawider", versetzte der Fra­ger. verneigte sich und verlieh das Zimmer.

Bernini wurde allgemein beschuldigt, bei dem Dau der PeterstirHe in Rom an der Kuppel ein Versehen gemacht zu haben, wodurch darin ein Rih entstanden sei. Der Bildhauer Machi hatte einige Bildsäulen für die Kirche verfett gt, die in Gegenwart des Papstes und mehrerer der vornehmsten Römer ausgestellt werden sollten. Unter ihnen befand sich auch die heilige Tcronila. Der Künstler hatte sie in einem sehr leichten Gewände und ihr Schnupftuch fast flat ernd dar­gestellt. Bernini war auch bei der Aufstellung dieser Statuen zugegen, und als die hei.i e V.ro- nila ihren Platz erhielt, fragte er den Bildhauer spöttisch: ..Wo in aller Welt mag wohl der Wind berlommen, der das Schnupftuch so sehr bewegen kann?"Aus dem Rih in der Kuppel," versetzte Machi trocken.

Der Lordsherifs von Hüll sah einst einen Missetäter vor sich bringen, in dem er einen Schullameraden erkannte Er fragte ihn, wo die übrigen hingekommen feien.Ach. Mylord," ant­wortete der Delinquent,sie sind alle gehenkt, bis auf Sie und mich."

Warum stagniert unsere Ausfuhr von Fertigfabrikaten?

Don Dr.-Ing. G o t h e i n, ehem. Reichsschatzminister. Vorsitzenden des AußenhandelsverbandeS

Das Jahr 1926 hat uns eine erhebliche Besse­rung unserer Handelsbilanz gebracht. In den ersten 10 Monaten war im reinen Warenverkehr die Einfuhr mit 7891 Mill. Mark um 2843 Mill, niedriger, die Ausfuhr mit 8139,3 Mill. Mark um 926 Mill. Mark höher als in der gleichen Zeit des Vorjahres; die Gefamtbefserung der Bilanz betrug also 3769 Mill. Mark; sie war in diesen 10 Monaten mit 250 Millionen aktiv, doch dürfte dieser Aktivposten durch die voraussichtliche Passi­vität der letzten beiden Monate i.lm November betrug sie 122 Mill. Mark) nahezu ausgeglichen werden. Da in der Statistik aber nicht die direkten Sachlieferungen des Dawesplans erscheinen, dürste sich immerhin ein Aktivum von rund eine halbe Milliarde ergeben. Das deckt freilich nur einen recht bescheidenen Bruchteil der Reparations­leistungen, die wie auch das Dawesgutachten anerkennt, nur aus Ausfuhrüberschüssen bezahlt werden können.

Und es ist recht zweifelhaft, ob das neue Jahr uns wieder eine aktive Handelsbilanz bringen wird. Daß sie es 1926 war. beruhte in erster Linie auf der guten 25er Ernte; die letzte deutsche Getreideernte ist jedoch um 1,7 Mill. Tonnen geringer als die Dorangegangene, was allein eine Mehrgetreideeinfuhr im Wert von rund 400 Mill. Mark erfordert. Und 1926 zehrten wir noch viele Monate von den in 1925 getätigten großen Dorratskäufen von Rohstoffen. Don je 332 Mill. Mark Rohstoffeinfuhr in den Monaten Februar und März und 324,5 Mill. Mark im Mai stieg diese aber bis auf 484,5 Mill. Mark im Oktober und 505 Mill, im November. Auch kam uns der einmalige Glückssaktor des englischen Bergarbeiterstreiks zugute, worüber sich unsere Ausfuhr von Rohstoffen und balbfertigen Waren von 160 Mill, im Januar bis auf 232,6 Mill, im Oktober hob.

Nur verhältnismäßig wenig hat sich dagegen im Verlauf des Jahres unsere Ausfuhr von Fertigfabrikaten gehoben; von 568Mill, im Januar stieg sie zwar bis auf 686 Mill, im März, sank dann bis auf 580 Will, im Mai, blieb ungefähr auf dieser Hohe bis in den September und erreichte erst im Oktober den Höchststand von 602.3 Mill. Reichsmark, d. h. noch 43 Mill. Reichsmark weniger als im Oktober 1925. Dadurch wird das bei oberflächlicher Betrachtung sich ergebende günstige Bilanzbild erheblich be­einträchtigt.

Allerdings werden wir auch im kommenden Jahr mit wesentlich nichtigeren Preisen wichtiger ausländischer Rohstoffe zu rechnen haben als 1925, so vor allem bei Baumwolle Jute, Flachs. Hanf, Kautschuk, Blei. Kupfer, Zink usw.; sodann dürsten die für uns günstigen Auswirkungen des englischen Bergarbeiterstreiks wenn auch in sich ständig vermindernd nn Maste bis gegen Mitte des Jahres anhalten. Aber wenn es uns nicht gelingt, unsere Ausfuhr von Fertigfabrikaten in ganz anderem Maste als bisher zu steigern, sieht unsere Zukunft doch recht düster aus. Auf Dor- kriegswerte berechnet bleibt unsere Aus­fuhr noch um 2.8 Milliarden hinter der von 1913 zurück. Könnten wir sie auf die damalige Höhe bringen, so würden wir damit

Der Prinz von E nde glaubte einmal, von dem Abbe Dmsenon beleih gt zu sein. Er beklagte sich bitter ha rüber bei einem von dessen Freunden. An einem Courtage ging Voisenon zu dem Prinzen, um sich zu entschuld.gen. Sobald aber dieser den Abbe sah, drehte er ihm den Rücken zu. um ihn nicht zu sprechen.Run, mein Prinz," rief Voisenon laut,nun b.n ich zufrieden; ich sehe. Eie behandeln mich n'cht als Ihren Feind." ilnh woran sehen Sie das?" fragte der Prinz finster.Sie haben Ihrem Fernde niemals den Rücken zugekehrt."Lieber Abb6," sagte der große Feldherr,es ist unmöglich, Ihnen zu zürnen." Er hielt ihm die Hand hin, und der Friede war geschlossen.

volle Beschäftigung für alle unsere Arbeitslosen und Kurzarbeiter haben.

Freilich haben sich die Ausland - Absatz- Verhältnisse für uns wesentlich verschlechtert. DaS große russische Reich vor dem Krieg unser drittbester Abnehmer ist an die zehnte Stelle gerückt. Oeftcrreicß-Ungarn ist zerschla­gen und hie verarmten Nachfolgestaaten be­ziehen von uns nicht mehr entfernt so viel wie früher die Doppelmonarchie. Grostbritan- n i c n steht zwar in unserer Ausfuhr wieder an erster Stelle, bezieht aber auf Dorkriegswerte berechnet kaum mehr die Hälfte des früheren. Mit exorbitanten Schutzzöllen sperrt es sich gegen eine Reihe unserer wichtigsten Ausfuhrwaren ab. Aehnlich liegt es bei Frankreich, das uns 1913 für 790 Mill. Mark Waren abnahm, wäh­rend es 1926 keine 210 Mill. Reichsmark mehr fein werden, wozu allerdings noch rund ebenfoviel für Sachleistungen kommen, die wir aber nicht bezahlt erhalten. Sie bereinigten Staa­ten von Amerika haben ihre Zolle so er­höht. hast sie keine zwei Drittel mehr dessen an deutscher Ware aufnehmen, was sie früher bezogen haben usw.

Es wäre aber unklug, hie Schuld an her zurückgebliebenen Ausfuhr Deutschlands allein bei den andern und nicht auch bei uns zu suchen. Wenn wir beispielsweise an her Welt­versorgung mit elektrotechnischen Erzeug­nissen. worin wir vor dem Krieg weitaus an der Spitze standen, auf den dritten Platz well hinter Nordamerika und England gerückt und weitgehend selbst von Absatzgebieten verdrängt sind, wo wir die Meistbegünstigung nie verloren hatten, so liegt das zwar zum Teil daran, hast wir wegen unserer Kapitalarmut die großen Elektroanlagen nicht mehr so finanzieren können wie vor dem Krieg. Spielten hierbei aber niA4i andere Ursachen mit, so wäre eS nicht zu ver­stehen. hast auch unsere Ausfuhr an Maschi­nen, in der wir früher führend waren, eben­falls auf weniger als 2 3 zurückgegangen ist, wäh­rend die Englands 1925 immer noch einige 70 v. H. der früheren betrug, die her ^Bereinigten Staaten sogar auf 109 v. H. gestiegen ist. Dor hem Krieg waren wir has erste Ausfuhrland für Automobile und Fahrräder. Gegen­wärtig sind wir in ersteren ein ganz überwiegen­des Einfuhrland, ja 1926 überstieg unsere Ein­fuhr noch die von 1925, blieb die Ausfuhr sogar hinter her vorjährigen zurück und ebenso liegt es in Fahrrädern. Wie es denn überhaupt be­denklich ft mmen muß, hast wir von der weit­gehenden Ausschabung Englands durch dm Derg- arbeiterftreil für unsere Fertigfabrikataussuhr aller Art nur so geringe Vorteile gezogen haben.

Auf eine der Ursachen dieser bedauerlichen Tatsache machte mich dieser Tage eine soeben aus dem fernen Osten zurückgekehrte Persönlichkeit aufmerksam, die lx/8 Jahre in Niederländisch- Indien, China und Japan gewesen war und viel mit deutschen und einheimischen Importeuren dieser Länder gesprochen hatte, Ueberenslimmenb sei von diesen Klage über die stark gestiegene Unpünktlichkeit und mangelnde Zu­verlässigkeit der deutschen Warensendungen erhoben worden. Di' S'nbungcn träfen sehr

Ludwig XIV. hatte den Kardinal Fleury zum Lehrer und den Marschall Dilleroy zum Gouver­neur. Eines Tages wollte Dilleroy dem Kardinal etwas mitteilen und schrieb deshalb ein paar Zeilen an ihn. d e- aber so unleserlich waren, hast Fleury sie zurücksandte und. obwohl sehr höflich, um nähere Auskunft bat. Dilleroy sah ein. hast Fleury nicht unrecht halte und schrieb ein zweites Billet, besser und deutlicher, so daß her Kardi­nal ganz zufriedengestcllt war. Der artige Emp­fänger schloß feine Antwort, um jeden etwaigen Keim zum Groll zu unterdrücken, mit her scherz­haften Bemerkung:Ich bitte Sie. den Vorfall mit hem ersten Billet möglichst geheim zu hallen, damit hie Welt nicht witzle, her Dauphin habe einen Gouverneur, her nicht schreiben, unb einen Lehrer, der nicht lesen könne."

Bei dem Wallensteinschen Korps war ein Offizier gestorben; dessen Oberst nahm des Ent­seelten Nachlaß, Pferde. Waffen, andere Gerät­schaften und bares Geld an sich. Der Bruder des Verstorbenen meldete sich bei dem Obersten

Samstag, 22. Januar 1927

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Itr. 18 Zweites Blatt

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ii6 er dem Regierungshaushalts-Doranschlag mit

ai| dem Weg vom Weißen Hause inS Kapitol at. die Ausmerzung der Bewilligung für den

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uns unser Herr Jesus Christus bewahren möge, der die Iahrhurrderte der Jahrhunderte lebt und herrscht!

beschränkung hinweisende Geste, die seit her Washingtoner Konferenz gemacht worden ist. Unb sic ist nicht nur als Aufforderung an die Ameri­kaner gedacht, sie gilt der ganzen Welt, die vom Oberhaupt der großen Republik ein-

uebt.

dt 50.

in« Seele in die Hände des Versuchers, vor i'lcn schlauer Bosheit unb boshafter Schlauheit

begebt, baß sich her beseitige Kreuzerbestand bet (;qnatarmäd)tc zum Washingtoner Vertrag wie *:[gt stellt:

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issues her nächsten Kampagne um bentschafts-Nomination. wenn nicht Wahlkampagne selbst werben wirb.

Iebenfalls ist Herrn Coolibges Rebe bie bebeutungsvollste auf

Auserlesene Anekdoten und Schwänke.

Desammell von Hilarius Iocosus.

Sie Schuhe des Teufels", so heißt eines der tm Albert Wesselski in einem ausgezeich- jrtdn Buche gesammelten Märchen des Mittel- ^tucrä: Ci i D Halle einen dienstbaren Geist, und Jkr begleitete ihn bei jedem Siebstahl, und so oft e ergriffen wurde, befreite er ihn aus dem Itfer. Dadurch wurde der Sieb so dreist und ermutig unb vertraute auf bie Hilfe des Teufels Teßr, baß er eine Missetat nach bet anbem ver- ! c und schier unverhohlen stahl unb morbete, b so trieb er cs eine lange Zeit. Schließlich m wurde er gefangen, unb man führte ihn zum »chgericht; und er wartete, daß der Teufel ge- fntermaßen kommen unb ihn befreien werde. » Teufel kam denn auch, aber nicht eher, als i der Sieb unter dem Galgen stand, so baß es

MM aeg. flu e Gitteret zu leiben ocmm. Lchr. Angeb. u-Oti? m den Geh. Anz.

Hcirat! «eheunbeica. stbr lütbufle» Mdchui nn Liellunfti 2 d- nlt nm ßiaor Smb, für bnS die 0»OB eitern iornrn, u» einen WlB ,,e Win'- Mfitikiu^'miiing unö niffe poi'bonb. idijrl. duicbtl'l"«nL iiil2 nn

at, bie Ausmerzung bet Bewtlllgt

*3(111 dreier weiterer Kreuzer, die schon 1924 vom U-igreß genehmigt worben waren, sowie den ^(äufigen Ausschub der Erbauung zweier Riesen- .j^pcline für bie Marine mit bem Hinweis auf he derzeitigen Genfer Abrüstungsunterhanblun-

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werde» evnlierl nn. U

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fn begründete. Kaum lag das Budget dem Jmfc vor, Da machte sich der pennsylvanische Ab- Srbnctc Butler als Vorsitzer des Marine- sschusses, bis an die Zähne mit Säten und ?k legen bewaffnet, auf den Weg nach bem 3*ißen Hause unb ließ vor bem Präsibenten in t Reihe Ziffern aufmarschieren, aus der her-

J-ften?

Herr Coolidge scheint aber von diesen Ziffern tfy hinreichendbeeindruckt" worden zu sein, i restand darauf, daß es mit der Friedenspolitik Jltri.rikas unvereinbar fei. wenn b eRegierung sich er. bem Wettrüsten beteilige, gab aber Herrn 3utier den Trost mit auf den Weg, daß er ihm versicherte, seine Butlers Dorlage, Ke außer den vor zwei Jahren betoilllgten acht l:suzem, von denen drei noch nicht in An- jiifft genommen sind, wei.ere zehn schnelle Kreu- k: vor.ieht, habe seine volle Unter- Dung. Sic drei Kreuzer bekommt die Ma- rtL-Druppe im Hause vorläufig nicht, dafür hlcnimt sie aber weitere zehn auf bem 's «Pi er.

Ein Gesetz, das ben Bau eines Schiffes gut- {tilüt, hat jeboch die Eigentümlichkeit, erst bann u Äraft zu treten, wenn das dazu nötige Geld hnDiOigt ist. Sie Dutler-Dillautorisiert" die tie Kreuzer von je 10 000 Tonnen, mit einer L «ndengefchwindigk.it von 35 Knoten und acht- *[l?.gen (20 Zentimeter) Geschützen unb beraumt Le Baufrist bis 1931 an. Gleichzeitig ermäch­

tigt sie aber auch ben Präsidenten nach eige­nem Ermessen die Surchführung des Pro­gramms ganz oder teilweise zu suspendie­re n. Samit gibt sie Herrn Coolidge einen star­ken diplomatischen Trumpf in bie Hand, sie setzt ihn in bie Lage, andere Mächte Darauf auf- rnerbam zu machen, daß er ermächtigt ist. aufK einem Gebiete das durch den Washingtoner Ver­trag von 1922 nur hinsichtlich der Tonnage, nicht aber der Zahl der Schiffe einer Be­schränkung unterworfen ist, in ein solennes W e t t r ü st e n cinzutreten.

Aber jeder Zweifel daran, baß der Präsi­dent gewillt ist. cs auf eine Kraftprobe mit den Befürwortern einer starken Flotte ankommen zu lassen, mußte durch seine anläßlich der 150- Jahrseier her Schlacht bei Trcnton dort ge­haltene Rede zerstreut werden. Abermals ap­pellierte Calvin Coolidge an das amerikanische Voll, jeneOpfer zu bringen, die nötig sind, um ein Zurückgleiten in das alte Wettrüsten jur See zu verhüten". Man kann nicht umhin, in diesem Appell eine Herausforderung an d i e Flotten-Enthusiastcn im Kon­gresse unb außerhalb zu erblicken, vielleicht sogar die Srohung. daß er, sollten sie sich mit seinen Plänen nicht zufrieden geben, die Freuzer-Frage zu einer Frage her nächsten Präsident- schaftskampagne machen werde. In den Augen des Präsidenten hat sich sein Standpunkt dadurch, daß er der Butlcrschen Vorlage seine Zustimmung gab. in keiner Weise geändert, und er kann nicht einsehen. weshalb man ihm vor- Werse, er sei von seiner allgemeinen Politik, bie er in der ganzen Angelegenheit von allem Anfang an eingefchlagen und bis heute bei- behalten hat. abgcwichcn. Ob er allerdings eine Marine-Dewilligungs-Dill mit seinem Veto be­legen wird, ist eine offene Frage. Vielleicht wird sich ihm Gelegenheit hierzu bieten. Senn auch im Kongreß gibt cs harte Köpfe.

Sie Ueberzeugung aller Flotten-Sachverstän- bigen geht einstimmig dahin, daß in bezug auf Kreuzer-Tonnage bie Der. Staaten heute an dritter Stelle liegen, während das Wa­shingtoner Abrüstungsabkommen ein amerikanisch­englisch-japanisches Stärkeverhältnis 553 fest- sehte. Sogar Frankreich wird Amerika in dieser Schiffskläsfc überflügeln, wenn es feine gesamten Pläne verwirklicht Präsident Coolidge glaubt jedoch, daß entweder bei der Völkerbunds- Abrüstungskonferenz oder bei einer von ihm selbst einzuberufenden etwas herauskommen wird, unb daß es daher töricht von feiten bet Der. Staaten wäre, wollten sie jetzt versuchen, England oder selbst Japan einzuholen. Er scheint sich dem Glauben hinzugeben her allerdings durch die Tatsachen in keiner Weile unterstützt wird daß auch die anderen Mächte in der Verwirklichung ihres Seerüstungsprogramms ein langsamer.es Tempo cinschlagen werden, wenn sie sehen, daß Amerika nicht mittut. Unö schließlich ist Calvin Coolidge nicht danach veran­lagt, jetzt eine Reihe Schiffe bauen zu lassen, bie unter Umstänben später von einer weiteren Konferenz in Acht unb Dann getan werben.

Im Senat wie im Repräsentantenhause dürf­ten etliche fünfzig Prozent der älteren Repu­blikaner zugunsten einer starken Kriegsflotte sein, für die ja bekanntlich alle republikanischen Präsidenten mit Ausnahme Hardings eingetreten sind. Theodore Roosevelt würde sich im Grabe umdrehen, erführe er, daß einer feiner Nachfolger aus seiner eigenen Partei bem Canbe zumutet, ben anderen Seemächten nicht zu zeigen, was die Amerikaner für Kerle sind. Wie das Volk im allgemeinen sich zu bem in Aussicht stehenben Kampfe zwischen Coolidge unb benbig navy men" im Kongreß wie in ben Zcitungsredaktio- nen stellen wird, bleibt abzuwarten. Bislang hat er bie Unterstützung des größeren Teiles her Presse gefunben, seitens her Demokraten ist ihm sogar zum Vorwurf gemacht worben, er habe bamil, daß er den Bau weiterer zehn Kreuzer autorisierte, vor ben Flottenenthusiasten den Rückzug angetreten. Wenn erst im Kongreß die Debatte über bie brei noch zu bauenben Kreuzer erhebt, wirb auch bas Publikum von sich hören lassen, unb bie Möglichkeit liegt nahe, baß bie

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in unmöglich gewesen wäre, noch Buße zu tun ,|'t: zu entrinnen, unb ba erschien er ihm. und ii hatte eine Menge abgenützter und an den V£lcn zerrissener Schuhe bei sich. Unb baß jtreut, sagte her Dieb zu ihm.Warum hast bu Vnigc verzogen unb meine Befreiung hinaus- ittioben? Sa wies ihm her Teufel bie vielen ]ütr Schuhe, bie allesamt abgenützt unb zer- öch«:rt waren, unb sagte: .All bie Schuhe habe ich »ckkraucht, inbem ich mit bir ging unb bich immer ir. i'er rettete, auf daß ich dich sicher machte unb ik>ch> zu biefer Etunbe führte unb bich in eine brächte, daß bu nicht mehr entweichen !k<-rsl. Sas genügt mir. unb ich habe bich sicher *irb brauche nicht mehr zu besorgen, baß ich bich

AmerikasKreujer"=Sonate.

Don unserem .VN.^.-Berichterstatter (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

2 euyork, im Januar 1927.

Prälibent Coolidge hat in der Marinepolllik m Bereinigten Staaten einen Ton angeschlagen, u bem der amerikanische Kongreß ober hoch zu- iibeft eine einflußreiche Gruppe im Repräsen- crlenßaufe, die nötige Harmonie nicht zu finden vimag. Don Tag zu Lag wird ofiensichtlicher. it bie Sparsamkeitspolitik deS J e i ß e n HaufeS unb des Präsidenten ehr-

Bestreben, der Well mitgutem Beispiel" -j mnzugehen unb sich nicht an bem Wettbewerb i Ba" schneller Kreuzer zu beteiligen, auf den »kvar stärksten Wiberstand seitens her arme^cutc stoßt, die daraus bestehen, baß

Vereinigten Staaten, bie jetzt schon in biefer chisssklasse so weit hinter England unb Japan unid sind, die für Neubauten nötigen Bewilli- j gen unverzüglich ins Budget aufnähmen.

Es ist dies in verhältnismäßig kurzer Zeit ; i > dritte Mal, daß der llnterhauSausschuß für !> .rineangelegenheiten einem Präsidenten den ^idehandschuh h.nwirst. Das erstemal geschah c3

zehn Jahren, als Präsident Wilson die Er- äck-f.gung zum Bau von zehn Schlachtschiffen erlangte. DaS zweite Renkonlre spielte sich ab, ls 5) a r h i n g in Liebereinstimmung mit dem ö-tshingtoner Abrustungsvertrag die Qlbtoradung «mrr Anzahl Schisse forderte. Ser dritte Anlaß lot sich, als Lo o l i d g e in dem Begleitschreiben,

Ein großer Herr baute einmal ein Kloster, und als ihm bann das Geld ausging, sagten ihm feine Räte, er solle den Abt dieses Klosters um einiges fragen und sich von ihm. wenn er keine Antwort wisse, ein großes Stück Geld zahlen lassen, llnd die Fragen, die der Herr stellte, waren, welche sechs nichts taugten, welche Steine die drei besten, und welche bie drei schlech­testen seien, welche vier niemand halten könne und wie weit Glück und ünglüd voneinander seien. Da aber der Abt nichts zu antworten wußte, riet man ihm. den Schäfer zu fragen und Frist zu verlangen. Das tat er. und der Schäfer mußte den Abt machen.

Unb als her Herr tarn, faß der Schäfer in der Kutte auf bem Stuhl Des Abtes und sagte. Sic sechs, bie nichts taugen, sind Salz säen unb Kiefdftcine mähen, aus leerem Decher trin­ken unb einem Blinden Winken, vom Tische auf- stehen mit leerem Magen unb in her Mühle Harfe schlagen." Und er antwortete, die drei besten Steine feien der Taufstein, her Wetzstein und her Mühlstein, die drei schlechtesten der Hagelstein, der Stein im Auge und der Blasen­stein. Unb er antwortete, die vier, bie niemand halten könne, seien die: niemand kann halten den Wolf an der Braue. Den Bären an den Klaue, bie Schlange am Zagel. ben Habicht am Schnabel. Unb er antwortete, Glück unb Unglück seien voneinanber so weit wie heute unb gestern: unb um ben Grund gefragt, antwortete er:Weil ich gestern Schäfer war und heute Abt bin." Unb her Herr, der bas Kloster gestiftet hatte, sagte:So sollt Ihr benn immer Abt sein."

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Anzahl

Tonnage

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75 000

England

40

194 290

Japan

19

102 005

Frankreich

3

16 731

Italien

8

30 784

3m Dau befindliche Kreuzer Gefechtsllnie:

der ersten

Land

Anzahl

Tonnage

Der. Staaten

2

20 OOO

England

11

110030

Japan

6

54 200

Frankreich

6

53 619

Italien

2

20 000

?.'billigte, aber noch nicht tm Dau befindliche erstcku ge Kreuzer:

Land

Anzahl

Tonnage

Der. Staaten

3

30 000

England

3

28 000

Japan

Frankreich

Italien

1

10 000