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heben. Beide beeinflussen nicht nur ihr Handwerk selbst in schr günstiger Weise, sondern tragen da­zu bei, daß ihre Kunst auf breiter Basis Aner­kennung finde. Sie sind die Vertreter der deut­schen Qualitätsarbeit im Sinne des deutschen Werkbundes. Sie haben viele Förderer unter den Bibliophilen, welche zugleich auch Mitglieder sind, und viele Museen und andere Institute helfen ihnen treu in ihren Bestrebungen. Dann ist es der Liebhaber-Dilettantismus, wie ihn Al­fred Lichtwarck verkündete, der auch in be­achtenswerter Weise dem schönen Bucheinband dientI In Leipzig ist zum ersten Male das Jahrbuch der Einbandkunst" erschienen, von Prof. Dr. Hans Loubier und Dr. Er - Hard Klette herausgegeben, welches wertvoll. Beiträge zur Geschichte des Bucheinbandes von Kapazitäten bringt. Dem noch im verborgenen blühenden Kunstbuchbinder öffnen sich die Häuser, damit er die Büchersammlung zu dem gestalte, was sie dem Besitzer sein will, ein Tempel der Geistigen durch Liebe und Schönheit?

Oberhessen.

XlaiiDErcid Gietzen

CO Klein-Linden, 20.Juli. Aus der letz­ten Gemeinderatssitzung vom Dienstag abend ist zu berichten: Die Renovierung unserer Kirche und der beiden Schul­häuser wird beschlossen. Es handelt sich um die Wiederherstellung der Kirche in ihrem Innern und bei dem neuen Schulhause um den Treppen­bau. Im alten Schulhause dreht es sich um Flur und Schulsäle, deren Zustand schon lange aus­besserungsbedürftig war. Die Arbeiten werden unter den ortsansässigen Handwerkern ausge­schrieben. Punkt 2 betraf die Erweiterung des Ortsbauplans auf dem Gewann Schildberg. Mit Rücksicht auf die überaus hohen Kosten, die der Ausbau des Schildbergcs ver­ursachen würde, kann der Gcmeindevat diesem Teil des Ortsbauplanes nicht zustimmen. Die in letzter Zeit dort festgelegte Baufluchtlinie bleibt beibehalten. Das zur Straße abzugebende Ge­lände will die Gemeinde von den Privatanliegern zum Preis von 1 Mk. für den Quadratmeter käuflich erwerben. Dieses Kaufgeld soll auf die vock den Anliegern nach Ausbau der Straße ge­schuldeten Strahenbeiträge ausgerechnet werden. Das Baugesuch des Eifenbahnsekretärs S t e g e r ist damit erledigt. Aeber die Verwendung von 10 Proz. der Sondersteuer aus den Rechnungs­jahren 1924 und 1925 wird folgender Beschluß gefaßt: Der Erlös soll allen Bauinteressenten, die von der Gemeinde ein Baüdarlehen erhalten haben, zugute kommen, in dem allen eine gleich­mäßige Zinsbegünstigung gewährt wird. Punkt 5: Hin die Bauwirtschaft neu zu beleben, bleiben nach Beschluß des Gemeinderats alle Wohnungsbauten, die im Kalenderjahre 1927 be­gonnen werden, für dieses Jahr und die nächsten fünf Jahre nach der Fertigstellung auf Antrag von der Grundsteuer befreit. Entsprechendes gilt auch für den verhältnismäßigen Teil der Grund­steuer von solchen Reubauten, die nur teilweise Wohnungszwecken dienen. Das bebaute Grund­stück soll während der Dauer der Steuerfreiheit des Reubaues so zur Grundsteuer herangezvgen werden, als wenn es unbebaut geblieben wäre. Punkt 6: Der seitherige Gemeinderechner Wilhelm Germer hat ab 1. August L I. seinen Dienst gekündigt, und der Gemeinderat ist nun vor die Aufgabe gestellt, einen neuen Rechner zu ernennen. Die Stelle ist ausgeschrieben. Dem neuen Gemeinderechner bewilligt der Gemeinde­rat als Gehalt die Vergütung der Gruppe 5 der allgemeinen Deamtenbezüge, unter Vorbehalt der zu erwartenden Bestimmungen über die Besol­dung der Gemeindebeamten, die alsdann An­wendung finden soll. Zu Punkt 8 beschließt der Gemeinderat, dem Verein fürdas Deutsch- tum im Ausland mit einem Jahresbeitrag von 20 Mk. beizutreten. Punkt 9: Für die Auf- räumunasarbeiten des Flutgrabens soll den Arbeitern ein Stundenlohn von 70 Pf. bezahlt werden.

# Lollar, 20. Juli. Aus der gestrigen öffentlichen Sitzung des Gemeindera^ts ist zu berichten: Für das ausgeschiedene Ge° meinderatsmitglied Schreinermeister Heinrich Geißler Vll. wurde der Landwirt Friedrich Geißler IV. neu eingeführt und durch den Bürgermeister verpflichtet. Der Schulvorstand Hot die Beschaffung von Stühlen für Der deutsche Starenkasten in Italien.

Don Gustav W. Eberlein (Rom).

Die Römer halten es natürlich bald heraus, daß der Tedesco in der Via delle Isole einen Vogel hat. Einen Spleen, wie alle Fremden. Er war einfach matto, a spinneta Teifi, um es münchnerisch zu sagen. Das erste, was er tat, als er in sein Villino einzog, war, die nütz­lichen Hühner aus den Zimmern hinauszujagen! Dann stellte er drei Mann an, die nichts zu tun hatten, als drei Wochen lang das Haus, in dem sich^ zwei kinderreiche Familien jahrelang wohl- gefühlt hatten, zu säubern, zu Weißen, zu malen, und für diesen Luxus zahlte er, ohne mit der Wimper zu zucken, das, was man ihm abver­langte. Verrückt. Er baute eine Garage und ließ sie nicht etwa, wie alle Bauten ringsum, kalkweiß, sondernbrachte Farbe hinein", wie er sich ausdrückte. Die abendrote Patina der alten Palazzi gefalle ihm so gut. Damit nicht ^nug, ließ er oben, über die ganze Breite der Einfahrt hinweg, eine sonderbare Vorrichtung anbringen, die ihm erlaubte, Relken und Kapu­ziner so anzupflanzen, daß sie über die Garage herunterhingen. Das Auto muß daher jedesmal durch einen Blütenvorhang hindurchfahren, und die Signora reißt das dumme Zeug nicht etwa herunter, sondern, sie hat eben auch einen sitzen, schiebt es lächelnd beiseite. Knickt ein paar Relken ab und steckt sie hinter die Windscheibe.

Aber es ist unmöglich, alle Verschrobenheiten aufzuzählen, deren ein Fremder in Italien fähig ist. schweigen wir von den Katakomben tief unter seinem Villino, die er nicht etwa zu­schütten. sondern zu einem Weinkeller ausbouen ließ, von der Grotta azzurra. die er ein- richtet, um es im Sommer kühl zu haben, von dem Badezimmer mit elektrischem Wärmesp'eichec und ähnlichen älebergeschnapptheiten. Das tut den Leuten schließlich nicht weh, da schauen sie nicht hinein. Aber nun diese Dinge, die man

von den Fenstern aus mit ansehen. die sich

einem aufdrängen, wenn man aus die Bäume klettern muh, um das Fortschreiten der Ge­hirnerweichung zu beobachten! Mühte er sich

den Zeichensaal beantragt, da die seitherige Ausrüstung mit dreibeinigen Schemeln für die Schüler als auch für den Unterricht sich nach­teilig erwiesen haben. Es wird beschlossen, die Stühle aus dem Gemeindesihungssaal und dem Lehrerzimmer der Schule für den Zeichrnsaal zu überweisen und für das Lehrerzimmer 10 Stühle mit Kunstledersiy zum Preise von je 10,50 Mk., für den Gemeinüesitzungssaal 14 Stühle zum Preise von je 5,80 Mark neu zu beschaffen. Am Rathausdach sind Ausbesserungen notwendig geworden. Beschlossen wird, die Ge­stellung des Gerüstes auszuschreiben, die er­forderlichen Schreiner- und Dachdeckerarbeiten freihändig zu vergeben. Der Gemeinberat hat in einer früheren Sitzung für die G e - i meindeschulden eine Auswertung von

15 Prozent beschlossen. Das Kreisamt Gießen hat Dagegen Einspruch erhoben und fordert eine Aufwertung von 20 Prozent. Man erklärt sich damit einverstanden. Gemäß einem Schreiben des Finanzamtes Gießen gibt der Gemeinderat seine Zustimmung, daß die im Jahre 1927 be­gonnenen Reubauten für 1927 und weitere fünf Jahre von der Grundsteuer befreit bleiben. Für den Ausbau der Stein st raße liegt ein Kostenvoranschlag in Höhe von 8200 Mark vor. Der TiefbauuntLrneh.i'.er Ruhl, der im Doriahre auch den Ausbau der Lumixistraße durchgefüyrt hat, soll mit den Arbeiten beauf­tragt werden. Der Mieterschuhver­ein fordert in einem Schreiben die Beschlag­nahme von zwei Wohnungen. Der Bürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder Klinke! und Rohrbach werden beauftragt, die Räume zu besichtigen.

/ Mainzlar, 20. Juli Schon verschiedene Male trat die WassergenoilenschaftGlückauf" welche die Orte Lollar, Staufenberg und Mainz­lar umfaßt, an unsere Gemeindevertretung heran, ihr den am Ortsausgang nach Staufenberg ge­legenen sogenanntenH a n s i s b r u n n e n" zu verkaufen. Diesen Hansisorunnen welcher in jeder Beziehung einwandfreies Trinkwasscr lie­fert wollte man fassen und zur Punipstatton ausbauen. Auch die Menge, welche der Brunnen liefert, hätte zur Versorgung des Ortes reichlich genügt. Das Kulturbauamt Gießen, welches mit dem Entwurf eines Kostenvoranschlages beauf­tragt wurde, stellt nun in seinen Berechnungen fest, daß die Fassung des Brunnens bis zum Anschluß an das vorhandene Ortsnetz mit Ein­schluß der Pumpe und des Motors ungefähr 16 000 Mark kostet. Dazu käme noch die Er­werbung eines Grundstückes bei dem Brunnen selbst, sowie der Einbau einer Brandveserve am jetzigen Wasserbasfin und die Abstandsumme vm die GenossenschaftGlückauf". Letztere dürfte auch noch eine erhebliche Summe Aufwertungs- schulden repräsentieren. Auf Grund dieser Be­rechnungen hat der Gemcinderat in einer seiner letzten Sitzungen dieses Projekt vorläufig auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Den Hansis- brunnen will man jedoch nicht verkaufen.

h L i ch. 20. Juli. In der jüngsten Sitzung beschäftigte sich der S t a d t v o r st a n d u. a. mit Ortsbauplanfragen. Bei der Beratung dieses Punktes wirkten Regierungsrat Dr. Krü­ger vom Kreisamt Gießen und Baurat Schnei­der vom Hochbauamt Gießen mit. Der Antrag des Kveisamtes Gießen ging dahin, die äußere Ringstraße an der Ecke der Ziegelgasse-Egelsee- weg in anderer Weise zu gestalten, die dort vor­handene S-Kurve zu vermeiden und weiterhin das Gelände an der Stadtmauer zwischen Obermühle und Schwanensee als unbebaubar unter ent­sprechender Wahrung in der Ortsbausahung zu erklären. Rachdem der Vertreter des Kreisamtes Gießen eine eingehende Begründung zu den An­trägen gegeben hatte, beschloß der Stadtvorstand nach längerer Debatte, den Anträgen dahin­gehend beizutrelen, daß der Egelseeweg gerad­linig durchgeführt, eine gut abgerundete Kurve bei der Einmündung in die Ziegelgasse geschaffen, und hinsichtlich des zweiten Antrages dieser zum Beschluß erhoben wird. Ein Gesuch des Ver­eins für Rasenspiele, die Stadt möge mit dem Verein «inen Vertrag über die Benutzung des städtischen Marktplatzes als Sportplatz ab­schließen, verfiel der Ablehnung. Gleichzeitig wurde zum Ausdruck gebracht, daß dieser Platz, soweit er nicht von der Stadt selbst für städtische Veranstaltungen oder für Zwecke der Schule be­nötigt wird, dem Verein für Rasenspiele oder anderen Sportvereinen zur Benutzung zur Ver­fügung steht. Sofern mehrere 'Vereine dort gleich- nicht etwa, statt sich in die Sonne zu legen, ein Dilles Jahr schweißtriefend ab, die herrlich mit Ziegeln eingefaßten Beete, die runden und ova­len. die wie liebliche Kindergräber aussahen, zu zerstören, einzuebnen, wo sie doch für das Wäscheaufhängen so bequem waren, undFlä­chen anzulegen"? Dann sah man ihn Säcke öffnen, die er sich Gott weiß woher kommen hatte lassen, und es ist keine Hebertreibung säen, Gras säen! In einem römischen Garten!

,, Saat ging auf, der Rasen gedieh, blühte schließlich. Das war zuviel. Mein Rachbar kam. der von rechts, wie nicht unwichtig zu bemerken, sah mich mitleidig an, stemmte die Arme in ine Seiten und sagte:Ich habe es ja voraus- gesehen! Das konnte nichts anderes werden! Run haben Sie die Bescherung: «ine Wiese, hahaha, ein Prato, zum Totschießen! Was sollte es denn, per bacco, was dachten Sie sich denn eigentlich, was es werden sollte?"

Eine Wiese, ein Prato." Da drehte er sich auf dem Absatz um. Foppen lieh er sich nicht. Wrr sind geschiedene Leut«. Dec Ruf meiner Wunderlichkeit wuchs. Die Kinder zielten den Ball so geschickt daneben, daß sie jeden Tag Gelegenheit fanden, in den komischen Garten des Tedesco zu kommen. Di« Nachbarschaft amü­sierte sich köstlich.

Man kann das ja den Leuten auch nicht ver­denken. Ertappte ich mich doch eines Tages dabei, wie ich einen Starenkasten zimmerte. Ich hangt« ihn, nach eingehender Prüfung der besten Wetterlage, einladend auf, zog den Efeu herum keine Katze konnte heran, es muhte eine Lust sein, darinnen zu wohnen und zu l^ben Der erst«, der ihn zu Gesicht bekam, war oer Spenq- lermeister. Was das sei, fragte er. Ein Ristkasten, antwortete ich, wissen Sie, für Singvögel...

Er nickte, wie man zu der Behauptung eines 3rr| innigen nickt, und machte sich mit sch.retten Schritten davon. Bald darauf kam der Straßen- kehrer. um sein Ostertrinkgeld einzukassieren. Oh sagte er, Sie fangen doch endlich an sich zu akkli­matisieren, daö freut mich, Signore' Kriege ich dann auch ein paar uccelletti?

Aber gewiß, antworte ich. froh, endlich ein­mal einen vogelfreundlichen Italiener zu sehen. Wenn ich genügend heranzüchten kann

zeitig spielen wollen, ist di« Benutzung von der Bürgermeisterei zu regeln. Im Anschluß hieran wurden die Verzeichnisse der erlassenen und uneinbringlichen Außenstände und der liqui­dierten Außenstände der Rechnung der Stadt Lich für das Rechnungsjahr 1925 geneh­migt. Weiterhin wurde für di« bauliche Untergattung der landwirtschaft­lich e n S ch u l e ein Kredit von 250 Mk. und für Reparaturarbeiten am Kleinkinderschulgebäud« ein solcher von 200 Mk. bewilligt. Aus Antrag des Kreisamtes wurde beschlossen, daß hiesige Wohnungsbauten, die im Kalenderjahr 1927 begonnen werden, für das zur Zeit der Fertigstellung laufende und für die nächstfolgen­den fünf Rechnungsjahre auf Antrag grund­steuerfrei bleiben. Ein Bau soll als begonnen gelten, wenn mit der Ausführung des Mauer­werks angefangen wurde.

Grünberg, 20. Juli. Der heute hier abgehaltene Schweine- und Krämer­markt war im Vergleich zu dem im Juni abge­haltenen gut beschickt. Das Geschäft war infolge der geringen Rachfrage sehr gedrückt. Der Ver­kaufspreis für Schweinefleisch steht allerdings mit dieser Tatsache in krassem Widerspruch. Es wurden ausgetrieben 416 Ferkel und 10 Läufer. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 10 bis 12, für 8 bis 10 Wochen alte 12 bis 15, für 10 bis 13 Wochen alte 18 bis 25 und für Läufer 25 bis 30 Mk. bezahlt. Die Hälfte der aufgetrie­benen Ferkel wurde nicht an den Mann gebracht.

*!* Bersrod, 20. Juli. Dieser Tage hielt Landwirtschaftsrat Trautmann, Direktor des Landwirtschaftsamts Grünberg, hier einen sehr lehrreichen Feldrundgang ab. Der Rund­gangleiter führte die zahlreich erschienenen Land­wirte durch verschiedene Winter- und Sommer­felder und besprach mit den Landwirten die ihm ausgefallenen Mängel und Fehler in der Bestel­lung, der Saaigutauswahl, der Saatgutpflege, der Beizung des Saatgutes, die Bekämpfung dec Pflanzentranlhetten und den Saatgutwechsel. In Weizen fiel die starke Verbreitung von Wind­halm auf. Die Roggenernte wird aller Voraus­sicht nach recht gut werden. Bei Sommersrucht wurde viel Lagern beobachtet. Insbesondere trat dies bei Gerste zutage, die allenthalben zu dicht gesät ist. Der Hafer ist infolge der f*'"'ten Be­stellung fast überall sehr kurz im Halm geblie­ben. An Kartoffeln, die an stich einen guten Stand auftozifen. wurde besonders Schwarzbeinig­keit festgestellt. Die erschienenen Landwirte folg­ten mit großer Aufmerksamkeit den Ausführun­gen Direktor T r a u t m a n n s. 2m Interesse der Landwirte dürften derartige Veranstaltungen vom Landwirtschaftsamt alljährlich abgehalten werden.

Kreis Friedberg

LPD. Friedberg, 20. Juli. In der letzten Vollversammlung der Industrie- und Handels­kammer berichtet« der Syndikus bei dem Plan der Gründung einer Handelsschule über den Stand der Angelegenheit und gab Kenntnis von den Verhandlungen der Hanbels- kommission am 7. Juli. Die Handelskammer be­schloß einstimmig die Errichtung einer öffent­lichen Handelslehranstalt mit zweijährigem Lehr­gang. Die Eröffnung soll, wenn das Landesamt für Bildungswesen seine Zustimmung erteilt, am 1. April nächsten Jahres stattfinden.

Z. Bad-Rauheim, 20. Juli. Aus der jüngsten Stadtverordnetensihung ist zu berichten: Der Butzbach-Licher Eisen­bahn, die zur Verzinsung des im vergangenen Rechnungsjahre erlittenen Geschäftsverlustes in Höhe von etwa 75 000 Mk. rund 6700 Mk. be­nötigt, wurde ein Zuschuß von '400 Mk. geneh­migt (gefordert waren von Bad-Rauheim 950 Mk. Wie der Bürgermeister auf Befragen mitf:Ut*e, ist mit dister Zinszahlung keine Verpflichtung zur anteilmäßigen Deckung D?6 gesam en Defizits der Kleinbahn verbunden. Der Voranschlag des städtischen Arbeitsamtes, der in Ein­nahme und Ausgabe mit 147 000 Mk. abschließt, wurde gutgeheißen. Einstimmig angenommen wurde ferner, daß die in 1927 begonnenen Reu­bauten in diesem Jahve und in den nächsten 5 Jahren wie von der staatlichen auch von der städtischen Grundsteuer frei bleiben. Der Ver­fass u n g s t a g soll am 11. August durch eine städtische Feier begangen werden. Die Kirch­weihe, das altbekannte Saisonschlußfest der Bad-Rauheimer wird am 2. und 3. Oktober ge­feiert. Der Bürgermeister fonnte Mitteilen, daß ihm gelegentlich der Anwesenhett des

Verständnislosigkeit starrte mich an, daß ich schnell schwieg. Kaum war der Mann gegangen, wollte mich ein passionierter Jäger, toi« er sagte, sprechen. Er habe gehört, ich habe eine neuartige Vogels all« erfunden, die Deuckchen f,Ten ja groß im Erfinden, ich

Ich fange keine Vögel, sagte ich. Ohne zu hören, hatte der Rimrod inzwischen den Staren­kobel von allen Seiten geprüft. Run brach er in ein schallendes Gelächter aus.Richts für ungut, lieber Herr, aber so wird Ihnen niemals ein Vogel da hineingehen, nicht einmal ein Spatz, Sie haben ja vergessen, die Anflugstange mit Leim zu bestreichen!"

Aber es ist unmöglich, all« Dummheiten auf­zuzählen, die ich in Den Augen der Vogellieb­tzaber beging. Ich leimte nicht, feuerte nicht, stellt« keine Rehe und wollte doch Vögel haben! Ra ja, fein Wunder, daß di« Deutschen den Krieg verloren.

Mit unnachahmbarer äleberlegenheit han- tterte der Rachbar von gegenüber vor dem Küchenfenster so mit seinem Vogelspieß herum, daß ich ihn, vor Reid erblassen müssend, nicht umhin konnte zu sehen: Amsel, Drossel, Fink und Star, und die ganze Vogelschar ja, da waren sie hintereinander aufgereiht, braun ge­röstet, nur je durch ein leckeres Brotscheibchen getrennt. Ist das nicht beschämend? schien der glücklichere Jäger zu fragen.

ilnb, um der Wahrheit die Ehre zu geben, ick) fing an, mich zu schämen. Richt wegen meines Mangels an Geschicklichkeit, sondern weil mein Starenkasten auch für die freundlichst gesuchten Mieter so gar keinen Eindruck machte. Die Leute lachten über mich, schön, das wäre ja zu ertragen, aber da war auch «in netter junget Mann, mit dem ich bisher immer gut Freund gewesen war. Der hatte meiner Arbeit inter- effiert zu gesehen, ich hatte ihm nie etwas zu- [eibe getan, aber wie das Ding fertig war, sah auch er es sich einmal von links an, dann von rechts, erschrak und machte sich aus dem Staube. Seither habe ich ihn nie mehr gesehen Zaunkönig hieß «r.

Dann stellt? sich ein junges Pärchen ein, Meisen hießen sie. Beglückt ging ich ihnen ent­gegen: Bitte, nur einzutreten, meine Herrschaften, gang reizende Wohnung das, mit allem Korn­

Hessen-Darmstädter Dolksfestver- e in d in vergangener Woche 400 Mk. zur Ver­fügung gestellt worden feien, die zur Linderung besonderer Rot Verwendung finden sollten.

5 Heldenbergen, 20. Juli. Der ®« meinderat hat beschlossen, die Forderung der hiesigen Spar- und Leihkasse mit 15 Prozent aufzuwerten. Ferner sah sich der Gemeinderat zu dem Beschluß genötigt, zwei bis drei Eisen­bahnwaggons aufzukaufen und als R o t Woh­nungen für solche Mieter einzurichten, Die trotz wiederholter Mahnung die Zahlung der Miete verweigern. 1800 Mark an rückständigen Mieten hat Die Gemeinde zur Zeit zu verzeichnen. Der Voranschlag unserer Gemeinde schließt mit 72 757 Mk. gegenüber 62 807 Mk. im Rech­nungsjahr 1926 ab. Es lag ein Antrag auf Kürzung des Bürgermeistergehaltes um 23 Proz. vor. Er wurde aber abgelehnt.

L Wisselsheim, 20. Juli. Bei unserem schon im Wettertale liegenden Orte "befand sich einst eine alte Saline, die um 1600 von Roland Krug errichtet wurde und um 1830 eingegangen ist. In diesen Tagen stieß man beim Einschlagen von Pfosten wieder auf Reste eines ehe­maligen Gradierbaues, man fand beim Aus heben Der Erdlöcher auch den charakteristischen Domstein. Die Wiesen an der Wetter sind noch heute sehr salzreich. Auf ihnen hat sich eine Gruppe seltener Salzpflanzen erhalten. Die Ratur- freunde in größerer Zahl anziehen. Am Samstag weilte das Botanische Institut der älnioetfität Gießen unter Führung von Professor Dr. Küster zum Sttidium der interessanten Salz- flora bei uns.

Kreis Büdingen.

II Büdingen, 20. Juli. Am letzten Sonn­tag fand in Bad Selters der diesjährige Kreis­feuerwehrtag statt. Kreisdirettor Dr. Gaß- ner eröffnete die Versammlung und begrüßte Die 70 Bürgermeister und Beigeordneten Der Kveisgemeinden. Vertreten waren 70 Feuerweh­ren Kreisfeuerwehrinsvettor Gockel erstattete Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Zahl der freiwilligen Wehren im Kreis hat sich um zwei vermehrt. Sechs Brände waren ausgebrochen und wurden durch das rechtzeittge Eingreifen Der Wehren auf ihren Herd be­schränkt. Im kommenden Winter sind Unter- richtskurse für Führer geplant. Bemängelt wurde, daß das ileberlauDtocri Ooerhessen noch nicht mit der im Vorjahr in Aussicht gestellten Aus­bildung von je zwei Feueuwehrelektrikern in jeder Gemeinde begonnen habe, ferner wurde angeregt, das lieber Umbtoert möge A^sschalt- vorrichtungen in Den einzelnen Ortsstraßen an­legen. um Die BeDienungsmannschaften vor den Gefahren einer Berührung der Leitung mit dem Wasserstrahl zu schützen, ohne doch Den ganzen Ort während eines Brandes vom elektrischen Strom abzuschließen. Der Stundenlohn bei DrandHilf« wurde aus 70 Pf. festgesetzt. Als Tagungsort für Den nächsten Kreisfeuerwehrtag wurde Altenstadt bestimmt. Ein Brandangrifs wurde von Den freiwilligen Wehren Selters und Ortenberg unD der Buderusschen Werksfeuer­wehr Hirzenhain schneidig Durchgeführt.

ED Nidda, 20. Juli. Aus der jüngsten G e - meinderatssitzung ist folgendes zu beridjten: Als Bauplatz für den in Der vorigen Sitzung be­schlossenen Kleinwohnungsbau hat die'Bau- lommission das Grundstück in Der Hopfengasse, links der Straße, in Vorschlag gebracht. Es soll vorerst ein Doppelhaus für zwei Familiien er­richtet werden. Die Pacht für den der Firma Drott & Wirth verpachteten Steinbruch auf den Goldäckern wird für das Jahr 1926 auf 1500 Mark ermäßigt, während die Pacht für den Nest der Pachtzeit jeweils am Schlüsse Der einzelnen Pachtjahre festgesetzt werden soll. Die Unterhaltung der Zufuhrstraße zu dem Steinbruch erfolgt aus Kosten der Pächterin. Der Waldwiri­sch a f t s p l a n sowie der Voranschlag dei Realschule für das Rj. 1928 werden genehmigt. Infolge der Neuaufforstung ist eine Reineinnahme aus dein Wald nicht zu erwarten, der Zuschuß der Stadt zu den persönlichen und sachlichen Kosten der Realschule beläuft sich auf rund 14 000 Mark. Für die Autohalle in Ulfa hat der Zweckverband ein Darlehen von 10 000 Mark ausgenommen, für das die Bürgschaft übernommen wird. Das Grundstück des Wilhelm Bähr im Iohanniterhof nebst Feld scheu er wird für den Betrag von 6000 Mk. erworben. Der Flutgraben soll ausgemäht und außerdem von der Einmündung in die Nidda fort, Dach mit Ablauf, da dringt kein Tropfen Waster durch, garantiert, und sehen Sir nur das schmucke Grün herum, ein wahres Paradieschen bitte sehr. Meisens sahen sich's an, sahen Die Villa an fort, nichts wie fort!

Hier ist es Sitte," sagte Die Signora,durch Heraushängen entsprechender Gegenstände auf Den Charakter eines Ladens oder einer Weri- ftätte aufmerksam zu machen. Zum Beispiel die Matratzenhändl-g: locken Durch Kapok an. Wir wollen Flaum aushängen!" Schnitt in das Feder­bett auch so eine deutsche Schnelle und holte Drei Finger voll des allerweichsten Rest­köders heraus. Und siehe da. Das Deutsche Wun­der in Italien begab sich: ein Star, ein richtiger Star kam, sah und siegte über unsere Schlau­heit: No, Signori, ich bin fein Heuriger mehr, Da müßt Ihr schon einen Dümmeren suchen, Der Euch in diese plumpe Falle geht!

Es war traurig. Riemand glaubte uns. Ach, es hatte ja kein Rotkehlchen und kein sieben- gescheiter Star zu fein brauchen, wenn nur über­haupt ein Mieter gekommen wäre. Hoffen wir auf die Spatzen, die sind zuttaillicher, meinte meine Frau. Ja, sagte ich, hoffen wir, und dachte: inerkwürdig, bei Den einen heißt man's zutraulich, bei den andern frech.

Die frechen Spatzen waren bisher unsere treuesten Gesellschafter gewesen, unsere wenigst furchtsamen. Sie haben seit Drei Jahren eine hübsche Anzahl von Kindern aufgezogen, Denn mein Rachbar Mussolini sein Garten grenzt im Osten an kann die Schießerei auf Sperlinge auch nicht leiden. Er richtet seine Kanonen lieber auf größere Ziele. Unö so kommen nun Die braunen Kerlchen bald bei ihm, bald bei mir zu Gast. Ich hängte also, ein Aeußerstes zu tun, ein Plakat an die Starenvilla:

Est locanda!

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Umfonft. Selbst Die Spatzen pfiffen auf un­sere Gastfreundschaft. Trotz der Wohnungsnot. Alle wittern eine Falle. Ich hab« Muße, über Den Spleen, an Spieß und Retz gewöhnten Krea­turen ein friedliches Heim anzubieten, nachzu­denken ...