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§ ^rmarLtprerje.

Gustav Schneider zu Gie- Gesetzes über die Altersgrenze

Stelle. Eine Lehrerstelle für Lehrer an der Volksschule zu Kreis Friedberg, ist erledigt;

der Oberforstmeister ßen auf Grund des der Staatsbeamten.

** Erledigte einen evangelischen Nodheim v. d. $).,

verdanken.

Jener Vorgarten gehört einem Pedanten. Genau abgezirkelt steht hier ein Goldlack, da ein Goldlack, hier ein Nelkenbusch, da ein Nelkenbusch, und in der Mitte im geschorenen Grün eine steife Aloe. Ich glaube, hier ist selbst das Betreten der Wege verboten, weil es die korrekten Furchen der Harke im Kies zerstören kömtte.

Dafür ist es nebenan inn so gemütlicher. Da steht eine grüne Holztaube, in ihrem Weißgedeck- 1 ter Tisch, und hinter der Kaffeekanne und selbst­gebackenem Napfkuchen sitzen Sonntags Dctter, Mutter und zwei kleine Mädchen. Ihre Puppen­wagen haben tiefe Furchen in den Kies der Wege gegraben, und ein Ball liegt zwischen den Tausend­schönchen, die den kleinen Grasplatz einfassen.

Nücken an Rücken lehnt die Laube des Nach­bargartens. Dadurch Hot man zwar keine ge- meinsame, aber doch seine Unterhaltung, wenn . man so hübsch zuhören kann, was Nachbars sich vertraulich erzählen. Hier ist der Garten auf Nützlichkeit eingestellt. Küchenkräuter, ein paar Reihen grüne Bohnen, drei Tomatenstauden, Stachelbeer- und Johannisbeersträuche, und an der Wand sogar Spalierobst, dos sicher stückweise ge­zählt ist.

In den eleganten Straßen hat nur die Hand eines bezahlten Gärtners gewaltet. Englische Nasenstücke, Farren, eine Douglastanne in der Mitte, hochstämmige Rosen an den vier Ecken, oder rote Geranien, von blauem Lobelienband umschlungen.

Es gibt auch traurige Vorgärten, in denen nichts zu sehen ist. Verstaubtes, ausgefvanstes Gras, längst kein Rasen mehr, vielleicht eine alte Rhabarberstaude irgendwo, sonst Papierfehen, Apfelsinenschalen, Zigarettenstummel, achtlos in den lieblos gehaltenen Platz geworfen. Aber das smo zuni Glück nur Ausnahmen. Meist sind die Gärtchen eine Freude und Erholung für das Auge des Städlers, und geben dem glücklichen De-- siyer ein Gefühl von Naturverbundenheit, nach her die deutsche Sehnsucht trotz allem immer noch strebt. <3- v. M.

E nthüllung einer Gedenktafel für Prof. Friedrich Gottlieb Welcker.

Am gestrigen Mittwochvormittag wurde die Gedenktafel für den Professor Friedrich Gottlieb Welcker am Haufe Ecke Sonnen­straße uird Neuen Bäue feierlich enthüllt und der Oeffentlichkeit übergeben. Im Vestibül des Gesellschaftshauses in der Sonnenstraße sammelte sich ein kleiner Kreis geladener Teilnehmer, unter denen man als Vertreter der Stadt Gießen

** Personalien. Ernannt wurde am 1. Juli der Landgerichtsdirektor bei dem Landge­richt der Provinz Rheinhessen, Dr. Ernst Jungk, zum Senatspräsidenten beim Obcrlandesgericht in Darmstadt. In den Ruhestand tritt am 1. August

Deruß, ausfuhrre. Die mächtigen Eindrücke Roms und die beginnende Freundschaft mit Wilhelm v. Humboldt, Thorwaldsen, Rauch u. a. führten ihn dem Reu-Humanisnrus zu und ließen ihn seinen innersten Beruf er­kennen. Dein 1808 Zurückgekehrten trug man ein Ordinariat in Gießen an, das er aber ausschlug, weil er nach Rom zurückwollte. 3m folgenden Jahre kam es aber doch dazu, daß er Professorfür griechische Literatur und Archä­ologie" wurde. Er war der erste Inhaber dieses Lehrstuhls und ist der Begründer des Philo­logischen Seminars (1812). Welcker war in der Universität wie im Paedagogium ein beliebter Lehrer. Zu seinen Fulen haben die meisten der Jünglinge gesessen, die später die Gründer der Gießener Ur-Burschenschaft geworden sind, Karl Folien und seineSchwarzen". Als 1814 ein freiwilliges Jägerkorps errichtet wurde, zog Welcker als Offizier seinen Studenten und Schü­lern voran. 1816 sah er sich veranlaßt, um seine Entlassüng zu bitten, da er sich durch Aeußcrung seiner liberalen Ansichten mißliebig gemacht hatte. Er erhielt aber alsbald einen ehrenvollen Ruf nach Göttingen und dann nach Bonn. Dort hatte er 1819 die Ehre, zusammen mit C. Ä!. Arndt

5 Reiches mit dem ®lüd= m Reichspräsidenten ist dm ' Reichsminisler des 3nnern erbracht worden. Ser preiL ienschost, Kunst und Solfshil

Xus der ProvinzialyauplMdi.

Gießen, den 21. 3uli 1927.

Vorgärten.

Mchl nur Menschen haben ihre Gesichter. Duck die Dinge haben sie, ganze Städte und einzelne Häuser, und sie sind uns, wre dre mm ch- licken Gesichter, fremd oder vertraut, sympathisch oder unsympathisch, leer oder vielsagend. Die Bilder, die wir uns von ihnen machen, werden besonders in den Städten belebt und ergänzt durch die Vorgärten, und ich sehe manchmal mir auf sie, wenn ich so durch die Straßen dahrngehe, und versuche, mir ihre Bescher nach ihnen stellen. Manche stehen in gar keinem Derhaltnrs zueinander. Ein bißchen Rasen, em bchchen Kies ein paar offizielle Geranien m emem Mcktelbeet - das ist alles. Vielleicht steht noch em kümmer­licher Fliederstrauch in einer Ecke.

Aber nebenan blüht und dritte es das ganze Jahr hindurch. Hier erscheinen die erstenShnee- aV-v eben und Krokus, Osterlilien und Pftngst- rosei/ erzählen von biefen Festen, der Flieder blüht weit über den Zaun in die Straße hinein, sorgfältig gebundene Rosenstöcke wetteifern mit Stockrosen an der Hauswand, und noch im Herbst leuchten die Astern in nebelgraue Tage.

Dort wohnt ein Freund von Stiefmütterchen. Sie blühen ununterbrochen vom Frühling bis zum Sommerende, tragen weiche dunkle Sammetkleider- chen oder haben, wie besonders die gelblich-llla ge­streiften, direkt böse Gesichter, denen sie und ihre Artgenossen sicher ihren wunderlichen Namen

ler West.

von denen 250 Jugendliche waren.

XX Aus dem oberenDilltal, 20. Juli Die täglichen Regenschauer lassen es nicht zu. daß in unserer Derglandschaft die S) eu ernte glücklich vollendet werden kann, äleberall in den Wieseiigründen an der Dill, vor allem aber im Rehbach- und Scheldetal gilt es noch, viel Hev ernzubringen. Infolge der furchtbaren Gewitter­regen, welche vorige Woche über unsere Gegend niedergingen, wurden die Talwiesen überschwemmt und erhebliche Zerstörungen an den Fruchtfeldern angerichtet. Kartoffel- und Gemüsefelder zeigen durchweg einen üppigeil Wuchs und fast lücken­losen Stand, aber das Unkraut breitet sich mächtig aus und erschwert dem Landmann seine mühevolle Arbeit. Die starke Verunkrautung erfordert ein mehrmaliges Behacken der Gemüsefelder.

Oberbürgermeister Keller bemerkte, zu einer kleinen, würdigen Feier, in deren Verlaufe die Vorstände des Oberhessischen Geschichtsvereins und des Vereins der Freunde des humanistischen Gymnasiums die Takel der Obhut des Gesell- schaftsvereins ü6eramtoorteteix.

Prof. Dr. Herzog von der Universität hatte eS übernommen, der Versammlung ein Lebens- und Dchaffensbild Weickers zu ver­mitteln und führte in feinsinnigen Darlegungen etwa das Folgende aüs:

Eine Universität ehrt sich selber am meisten dadurch, daß sie die großen Männer ehrt, die ihr angehört haben. Zu diesen Männern in Gießen ist einer zu rechnen, der zu Beginn des vorigen Jahrhunderts hier wirkte: Friedrich Gottlieb Welcker. Durch die von Prof. Dr. Kalbfleisch angeregten Vorträge wurde die Beschafsung von zwei Gedenktafeln in Gießen und in Ober-Ofleiden ermöglicht.

Welcker wurde am 4. November 1784 in Grünberg gebären. Er wuchs als drittes von 13 Geschwistern im Ober-Ofleidener Pfarrhaus auf. Den ersten Unterricht genoß er bei dem Vater, der bald die außerordentliche und glän­zende Begabung des Knaben feststellen konnte. Mit 16 Jahren sollte er das Gießener Päda­gogium besuchen, aber dessen Leiter erllärte nach kurzen Prüfung, Welcker solle lieber gleich ©tu- h'-ui werden. So studierte er denn Theologie, hörte aber auch andere Vorlesungen. 1803 wurde er Lehrer am Pädagogium und später auch Do- zent an der Hochschule. 1805 besuchte er auf einer Fußwanderung u. a. Goethe und scheint durch ihn auf den Gedanken einer Jtalienreise ge­kommen zu sein, die er 1806, meist zu Fuß wan-

Berliner Börse.

Esfekten-Friihverkehr.

Berlin, 21. Juli. (W. T. B. Funkspruch.) Bei ruhiaem Geschäft war die Tendenz des heutigen Fruyoerkehrs mehr abwartend. Kurse sind noch nicht zu hören. Farben taxiert man auf 310. Auch die Lage am Geldmärkte ist undurchsichtig. Am Devisen­markt nennt man Paris 124.02, Mailand 89.35.

Dienstwohnung ist vorhanden.

Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde. Am Freitag, 22. Juli, hält Prof. Dr. Rauch im Hörsaal 2 der Llniversität einen Vortrag über Mittelrheinische Kunst unter besonderer Be ücksichtigung i er Darmstädter Aus­stellung. Die Ausstellung im Landesmuseum in Darmstadt gibt zum erstenmal eine breitere und geschlossenere Anschauung der gewaltigen Kunst, die in unserem allen Kulturgebiet am Mittelrhein und Main durch die Jahrhunderte hindurch zur höchsten Blüte emporstieg. (Siehe heutige Anz.)

** Das erweiterte Darmstädter- h a u s. Mit dem 45jährigen Stistungsfest der Lands­mannschaft Darmstadtia, über deren Festkommers derGießener Anzeiger" berichtete, war auch die Uebergobe bes. Erweiterungsbaues des Darmstädter Hauses verbunden. Das vor zwanzig Jahren erbaute Haus der Landsmannschaft zeigte im Laufe der Jahre in der Raumverteilung mancherlei Mängel, die seine Benutzungsfähigkeit sehr beeinträchtigten. Dank der Opferwilligkeit der 260 Alten Herrn der Darmstadtia war es möglich, in einer Bauzeit von Dezember bis Pfingsten neue Räume zu schaffen, alte glücklich umzugestalten und so ein Heim zu er­stellen, das die Freude und der Stolz seiner Besitzer sein darf. Der Borsitzende des A. H.-Verbandes, Dr.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 bis 190, Matte 30 bis 35, Käse 60 bis 140, Wirsing 25, Weißkraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 biS 15, Römischkohl 15 bis 20, Bohnen, grüne 35 bis 40, Bohnen, gelbe 40, Erbsen 30 bis 40, Mischgemüse 15, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 20, Rhabarber 15 bis 20, Pilze 30 bis 40, Kar­toffeln 8 bis 9, Birnen 50 bis 90, Kirschen 50 bis 60, Heidelbeeren 45 bis 50, Stachelbeeren 15 bis 25, Johannisbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 50 bis 100, Himbeeren 60 bis 70, Zwetschen 70, Mirabellen 90, Honig 45 bis 50, junge Hahnen 100 bis 120, Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Eier 12 bis 13, Blumenkohl 20 bis 100, Salat 5 bis 10, Salat gurken 30 bis 60, Ober- Kohlrabi 10 bis 15, Rettich 10 bis 15; das Bund: Radieschen 10 Pfennig.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Abonnements-Konzert der Reichswehrkapelle: 8 UhrLiebigshöhe". Palast-Lichtspiele: Mädchenhandel". Astoria-Lichtspiele:Der Kampf im Pulverturm".

med. Reinewald, der Schöpfer des Hauses in seiner früheren Gestatt, fand bei dem Umbau kn Architekt Ernst Schmidt einen Helfer, dem es sti der glücklichsten Weise gelang, die Ideen und Wünsche der Bauherrn zur Tat werden zu lassen. Aussästieh- lich Gießener Handwerker und Geschäftsleute arbei­teten zum Gelingen des Ganzen Hand in Hand. Durch den Umbau war es möglich, alle Rebenräume wie Küche, Garderobe ufw. aus dem alten Haus herauszunehmen und dadurch in diesem Gesell- chafts- und Kneipräume zu schaffen, die bei dem tarten Besuch des 45jährigen Stiftungsfestes ihre Eignung auch für größere Veranstaltungen aufs beste erwiesen. Durch den Neuerwerb eines Grund- tückes war es möglich, den gärttxerischen Rahmen für den größern Bau zu erweitern und so auszugestalten, daß das ganze Anwesen an der Klinikstraße sich heute als ein geschlossenes und freundliches Bild dem Auge des Beschauers darbietet.

WSN. Hihschlag und Sonnenstich. So sehr sich Hihschlag und Sonnenstich in ihren Erscheinungsformen gleichen, so verschieden sind sie doch in ihrer Entstehungsursache. Der Hitz- schlag kommt durch eine Art Wärmestauung im Körper zustande, die besonders durch ange­strengte Arbeit und eng anliegende oder dunlle Kleidung entsteht, zumal wenn dem Organismus zu viel feste und zu wenig flüssige Nahrung zu­geführt wird. Der Hihschlag entsteht also durch Hemmung von Wärmeabgabe. Beim Sonnenstich handelt es sich um eine starke Erhitzung des Körpers durch direkte Sonnenbestrahlung; be­sonders zur Mittagszeit, wenn man den ent­blößten Kopf zu lange den Sonnenstrahlen aus- seht, kann Sonnenstich eintreten. Er besteht darin, daß bei abnormer Steigerung der Körperwärme die Hirnhäute stark gereizt werden. Der vom Sonnenstich Befallene verliert das Bewußtsein, und es kann sogar der Tod eintreten. Vor dem Sonnenstich schützt man sich am besten durch Be­deckung des Kopfes während der Mittagszeit.

*' D i e landwirtschaftliche Landes­ausstellung in Darmstadt wird nicht nur das rein landwirtschaftliche Gebiet umfassen, sondern auch über den Stand des hessischen Obst-, Ge­müse-, Garten- und Weinbaues ein sehr viel­seitiges Bild geben. 3m Gemüsebau werden die bewährtesten und auch neueren Sorten vorgeführt. Säften, Obstweinen und Konservon von Obst und Gen'.üse ist ebenfalls Raum gegeben.

A uftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 860 Kälber, 137 Schafe, 353 Schweine, 66 Stück Großvieh.

** Briefe an die Redaktion. Ilm unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir alle für die Redattion besttmmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Re­dakteure zu versehen, sondern allgemeinan t>ie Redattion" zu richten. Rur dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden.

und seinen Bruder Karl, der als 3urist in Bonn lehrte, in eine Untersuchung wegen demagogischer Umtriebe verwickelt zu werden. 3n Bonn lei­stete er als Wissenschaftler Hervorragendes und brachte die Universitätsbibliothek, die er leitete, von 30 000 auf 115 000 Bände. 1859 konnte er unter außerordentlichem Glanz fein 50jähriges Professorenjubiläum begehen. Er war zuletzt erblindet rastlos tätig, bis ihm der Tod am 17. Dezember 1868, 84jährig, die Feder aus der Hand nahm.

Die am alten Pädagogium nunmehr an­gebrachte Tafel ehrt sein Andenken als Sohn unserer oberhessischen Heimat, als Gelehrten, als Jugenderzieher und Vaterlandsfreund.

Im Anschluß an die Darlegungen gedachte Prof. Herzog mit Worten herzlichen Dankes aller derer, die am Zustandekommen der Gedenktafel mitgeroirft haben, und übergab diese der Obhut des Gesell- schastsvereins.

Nachdem ein Vertreter des Gesellschaftsvereins die Tafel übernommen hatte, begab inan sich auf die Straße, worauf alsbald die am ersten Stock­werk des Eckhauses angebrachte Tafel enthüllt wurde. Sie ist nach Entwürfen der Bildhauer Ködding und Schmidt gearbeitet und zeigt in schlichten Lettern folgende Inschrift:

Friedrich Gottlieb Welcker, am 4. November 1784 zu Grünberg geboren, am 17. Dezember 1868 in Bonn gestorben, wirkte in diesem Hause seit 1803 am Pädagogium, 1809 bis 1816 als ordentlicher Pro­fessor der griechischen Literatur und Archäologie an der Universität, getreu ihrem Wahlspruchlitteris et armis ad utrumque parati".

Preutzen.

Krc:s Wetzlar.

IS Wetzlar, 20. Juli. Das Kreistier- schaufest für den Kreis Wetzlar, das zeitlich fast zusammenfiel mit der großen Kurhessischen Tierschau in Fulda und dem Bauerntag in Idstein, hat den Beweis geliefert, daß weite Teile der heimischen Bauernschaft gewillt sind, an einer kraftvollen Auf­wärtsbewegung unserer Landwirtschaft und im be- sondern unserer Viehzucht m.tzuarbeiten. Die bei dem diesjährigen Kreistierschaufest gezeigten Z u ch t- ergebnisse, besonders bei der Rindviehrasse, haben bewiesen, was für eine glänzende Aufwärts- entwicklung trotz mancher Hemmnisse die Viehzucht in den letzten drei Jahren genommen hat. Dasselbe gilt auch für die Schweine, von denen ebenfalls Prachtexemplare vertreten waren. Leider scheint der Wille auf Erzielung von Höchstleistungen noch nicht in alle Kreise der Landwirtschaft übergegangen zu sein. Das dürfte wohl in erster Linie darauf zurück­zuführen sein, daß bei dem vielen bäuerlichen Klein­besitz das Geld für solche immerhin mit Unkosten verknüpften Arbeiten fehlt und das gehaltene Pieh in erster Linie für Gespanndienste gebraucht wird. Dazu kommt, daß die weiter abseits gelegenen Dür­er bei der Wetzlarer Schau wegen der großen Ent- ernungen nur wenig vertreten sein konnten. Den tärfften Auftrieb an Vogelsberger Vieh hatte Hörnsheim mit 29 Stück aufzuweisen. Ihm folgten Griedelbach mit 11 Stück, Reiskirchen mit 10 Stück, Hochelheim mit 9 Stück, Nauborn mit 7 Stück, Lützellinden und Garbenheim mit je 5 Stück, Nieder­kleen mit 2 Stück, Oberkleen mit 1 Stück ufw., wäh­rend Dornholzhausen, Ebersgöns, Groß- und Klein- Rechtenbach mit Großvieh überhaupt nicht vertreten waren. Neben dem Rotvieh war auch die Simmen­taler Rasse mit einigen Exemplaren, und zwar aus Hochelheim, Niederkleen, Lützellinden und Schmal­bach auf der Ausstellung erschienen und konnte eben­falls mit einigen Preisen den Heimweg antreten. Zu wünschen wäre, daß auch größere Güter im Kreise, die sich bei der diesjährigen Ausstellung mit Großvieh überhaupt nicht beteiligt hatten, künftig, wie vor dem Kriege, der Zucht erstklassigen Rvtviehs ihr Interesse zuwendeten, nicht allein wegen der Zucht selbst, sondern auch als Führer und Wege­bereiter für die Kleinlandwirtschaft. Es wird Sache der beteiligten Kreise sein, aus den Erfahrungen der diesjährigen Tiersck)au die praktischen Schlüsse zu ziehen.

-t- Tiefenbach, 20. Juli. Die Gemeinde beabsichtigt, bei unserem Orte eine neue Lahn- brücke zu erbauen. Die bereits bestehende, der Kruppschen Dergverwaltung gehörige Brücke kann nur von Fußgängern benutzt werden, so daß der Fuhrverkehr nach dem nahegelegenen Stockhaufen große Umwege erfordert Die projektierte Brücke dürftt auch für den A" wdurchgangsveickehr von Bedeutung sein. Am oberen Ortsausgange nach Braunfels befindet sich ein reiches Vor­kommen des seltenen Diabas-Grün st eins.

DaS bisher bvachlieaeade Vdetnkwer ist fett kur­zem etnem oberhessischen Unternehmer zur 2Uis- Wartung überlassen, der di« schwereren rohen Grünsteinblöcke direkt mit der Bahn zur weiteren Verarbeitung weiterbefördert.

Lützellinden, 20. Juli. Dieser Tag? fand in dem in der Gemarkung Grohen-Linden, also auf hessischem Gebiet« gelegenen Markwald der hiesigen Gemeinde eine Hol zv e r st e i g e - rung statt, bei Wucher folgende Durchschnitts- preise erzielt wurden: Kiefernknüppel 8 bis 9 Ml., Mchlenknüppel 7 bis 8 Mk., Kiefernwellen 6 bis 7 Mk., Fichtenstöcke 2 bis 3 Mk. je Raummeter, Fichtenwellen 5 bis 6 Mk., Kiefernwcllen 6 bis 7 Mk. je 50 Stück. Für Fichten- und Kiefern- stammholz der höheren Klassen wurden im Durch­schnitt 35 bis 44 ML je Festmeter bezahlt.

O Aus dem Kreise Wetzlar, 20. Juli. Es ist vor einiger Zeit imGießener Anzeiger" (vgl. Nr. 98) auf die Notwendigkeit hingewiesen worden, die noch aus dem Jahre 1920 her be stehende Polizei Verordnung, bett, den Schutz der Maulwürfe, aufzuheben, da in vielen Teilen des Kreises diese Tiere durch den jahrelan­gen Schutz, den sie genossen haben, geradezu zu einer Plage für d i e Landwirtschaft ge­worden seien. Der Regierungspräsident zu Koblenz hat nunmehr eine Polizeioerordnung erlassen, nach der der Landrat ober mit deren Ermächtigung die Ortspolizeibehörden (Bürgermeister) berechtigt sind, auf begründeten Antrag und nach Anhörung des Direttors der Landwirtschafti. Schule den Fang und das Töten von Maulwürfen auf eigenen Grund­stücken zu gestatten. Die Erlaubnis darf aber nut für eine bestimmte Zeit erteilt werden. Die Polizei­verordnung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft ge­treten.

0 2lu s dem Kreise Wetzlar, 20. Juli. Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat eine für den Kreis Wetzlar gültige Polizeiverordnung erlassen, die die Regelung des Schieß­sportes betrifft. Nach der Polizeiverordnung darf der Schießsport mit Handfeuerwaffen (Ue° bungs-, Kleinkaliber-, Preis- und Wettschießen), abgesehen von dem ortsüblichen und volkstiim- lichen Vogelschießen auf Schützenfesten, nur auf Schießständen ausgeübt werden, die von der Ortspolizeibehörde genehmigt und abgenommen sind.

Dillkreis.

M. Dillenburg, .20. 3uli. Das Un­wetter der letzten Wochen hat auch an einigen Orten des Kreises Schaden angerichtet. Insbeson­dere litten die Kartoffeläcker und das Getreide, wie auch die Heuernte beträchtlich geschädigt wurde. In Driedorf überschwemmte das Wasser ben halben Ort und sammelte sich, Heu und Ge­bälk mit sich führend, an der neuen ^Talsperre. Mancher Landwirt erlitt beträchtliche Verluste.

bl. Herborn, 20. 3uli. 3n der Zeit vom 1. April bis zum 1. 3u.Ti wurde der Wohl fahrtsdienst des Dillkreises von rund 1300 Wanderern besucht, die fast alle mittellos und

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Mag würbe auf bem 0hl'- i unter großer xeilnabme her eftünte Pomt-leM^rüL'M-

Locher sand auf dm MN°l OT.

t worauf sich ein unüberl h kreisten zahlreiche Flugzeug- ^In, von tenenem^ Blumuigebinbe abwars j iÄStS,;

Vermischtes.

Lin vierjähriges Musikgenie.

Ein vierjähriges Mädchen, Dorothy Johnson, die Tochter einer Musiklehrerin aus Hawaii, hat kürzlich die Lehrerschaft der Musikhochschule von Chicago in das größte Erstaunen Bei

einem Wettbewerb, bei dem die Dichter hinter einem Vorhang verborgen waren, so daß sie die Spielenden nicht sehen konnten, trug die kleine Dorothy die Mondscheinsonate von Beethoveir, ein Präludium von Bach und andere klassische Musik vor. Die Richter hielten ihr Spiel für das eines erwachsenen und ausgezeichneten Pianisteir und gaben ihr einen der Preise. Sie erllärten diese Leistung nachher für denerstaunlichsten Fall eines Nachahmungstalentes". Das kleine Musikgenie, das besser spielt als die besten Schü­ler der Hochschule, ist bisher von ihrer Mutter nur wenig unterrichtet worden, .hat aber mehr als 30 schwierige Klavierstücke durch bloßes Zu- hören gelernt. ___________________________________

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Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft i. V. Dr. Hans Thyriot.

Herr Professor! burtstage spreche ich «tKner

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5en Al bie malerische Forn. in bcn ^nen ba; laffe ich Ihnen hiermit ben

M-Hen. Meine besten weiteren Schaffen unb Ären. )en. In vorzüglicher hoch gez. d. hinbenburg.