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Treue zum ..Mutterland" Polen gelobt und ver­sichert. dah man die Unmrtaft barfeit der pol­nischen Grenze mit dem Blute verteidigen wolle. Die ..unter deutscher Fremdherrschaft leidenden Brüder" werden auch nicht ver­gessen, und aufgefordert. Weiler treu zu ihrer ..nationalpolnischen Lieberzeugung" zu halten. Lum Schlüsse heißt eS, daß der Minderheit die Minderheitsschule nicht obgesprochen werde, daß man aber eine Auslegung der Genfer Konvention nicht zulafsen werde, die zurEntnationali­sierung der polnischen Kinder und damit zu einem Handel mit polnischen Kinderseelen" füh­ren könnte.

den Südtruppen überlaste». während S a t f ch a u , das als Knotenpunkt der Eisenbahn Jlanling Schanghai der wichtigste Punkt für die Einnahme Schanghais ist, von der Schantung-Armee seinem Schicksal überlassen wurde. Die Rodtruppen haben ihre Stellungen, ohne ernstlichen Diderftond zu leisten, preisgegeben. Aks Begründung für den über­raschend geringen widerstand der Tferdlruppen wird angeführt, dah verschiedene Untergenerale Tschang- tsuntschangs sich nur mit halbem Herzen für die Sache der Jlorbarmto einsehen. .Zwei Generale und ein Admiral sollen zu den Südkruppen über- gegangen sein. Die Truppen Tschonglsolins gehen nach ihrem Erfolg von Tschengtschau längs der Eisenbahnlinie Pekinghankau vor und treiben die Streitkräfte w u p c i s u s vor sich her. Dec christliche General Feng befindet sich mit seinen Truppen westlich von Tschengtschau. Eine fianfon- Armee rückt mit größter Beschleunigung von Süd- ost auf die huoeh-honan-Grenze vor, um dem Borgehen der Bordtruppen Einhalt zu ge­bieten.

3m Rechtsausschuh des Reichstags er­klärte am Samstag Abg. Keil <Soz.>. dah die jetzige Regierungsvorlage nicht zur Beruhigung der Bevölkerung beitragen werde. Anscheinend werde die Anregung nicht weiter verfolgt, die eine Erhöhung des Mindestsatzes vorsieht, zu dem die Gemeinden ihre Anleihen aus- werten müssen. Eine mclhvvlle Individualauf­wertung sei heute noch möglich, z. B. wo offen­sichtlich der Schuldner sich auf Kosten des Gläu­bigers bereichert habe. Es wäre wichtiger gc- w^en. den Reichsgläubigern ein verzinsliches Papier in die Hand zu geben.

Abg. Schäker (entrZ.) meint, die Bor­schläge des Abg. Best verewigten den Streit zwischen Schuldner und Gläubiger und bringen zum Teil eine unerträgliche neue Betastung und Berschvldung. Die Daweslasten würden nicht dadurch aufgehoben, dah wir etwa eine künst­liche innere Verschuldung neu schaffen. Manche Gemeinden würden Wohl zu höherer Aufwertung in der Lage fein.

Abg. Freiherr v. R i ch t h o f e n (Dem.) nennt die Vorlage ziemlich dürftig. Die Frage des Restkaufgeldes müsse einer gerechteren Lö­sung entgegengeführt werden und es sei weiter zu prüfen, inwieweit den durch die Inflations­verkäufe Geschädigten durch Verleihung gewisser Rechtsansprüche geholfen werden könne. Für die Aufwertung 6et Sparkassen müsse eine ein­heitliche Regelung im ganzen Reiche erfolgen. Für die Werksparkassen und Werlpensionstassen müsse ein Mindestsatz der Aufwertung festgesetzt und dieser eventuell durch staatliche Zuschüsse garantiert werden.

Der Znnenetat im Reichstag.

Berlin, 19. März. (V. D. Z.) Der Reichs­tag seht die zweite Lesung des Haushalts des Reichsministeriums des Innern beim Bil­dungswesen fort.

Abg. Löwenstein <Soz.) fordert Auskunft über das Reichsschulgesetz und fragt, ob der Minister den Streik der evangeli­schen Elternbünde gebilligt habe.

Abg. Dr. He uh (Dem.) verweist aus die Rot der? Junglehrer. Die deutschen Bil- dungsbestrebungen sollten endlich vereinheitlicht werden. Die Familie sei das wesentlichste Ele­ment der Erziehung und die Rechte dec Eltern seien unbestritten.

Reichsmini st er des Innern von Keudell antwortet auf Anfragen wegen des Reichsschulgesetzes: Angesichts der Entwickelung, die die Fragen der Lehrerbildung in den ein­zelnen Ländern genommen haben, ist eine er­neute Entscheidung der Reichsregierung erforder­lich. Die Frage soll mit möglichster Beschleuni­gung vor das Kabinett gebracht werden. Denn die 'Verzögerung in der Frage des Reichs- ehrenmals dazu führen würde, dah in dieser Angelegenheit eine größere Einigung her­beigeführt würde, so würde ich die Verzögerung nicht bedauern. 3m übrigen ist die Reichsregie­rung sich bewußt, daß die Frontkämpferverbändr. bei denen alle politischen Richtungen vertreten sind, ein ganz gewichtiges Wort bei dieser Ent­scheidung mitzusprechen haben. Gegenüber den hohen internationalen Verpflichtungen hat das deutsche Volk auch einen sittlichen Anspruch auf ein gewisses kulturelles Existenz- m i n i m u m. Erschreckend ist das Elend, in dem sich fr? Geistesarbeiter befinden- Die Reichsregierung ist sich bewußt, dah die Mittel, die für geistige Zwecke aufgewendet werden, außerordentlich gering sind. Sie wird bemüht fein, hier helfend einzugreifen.

Abg. Fröhling <Bayr. Dpt.) wünscht, dah auch die Leibesübungen des weib­lichen Geschlechtes gefördert werden. Das Iugendherbergswefen müsse gefördert werden. Vom Schauturnen für Frauen solle.man lieber abfei) en.

Abg. Dr. Spuler (Dn.) erkennt die Rot- toenbigfeit nur für zwei höhere Schultypen an. die Gelehrtenschule und die Schule für diejenigen, die ins praktische Leben oder in die Technik gehen wollen. Die huma­nistische Bildung fei bei weitem die beste. Für auslöndifche Kunst seien Millionen ausge­geben worden. Zum Glück schienen _ Kubismus und andere Erscheinungen ziemlich überwunden zu fein.

Abg. Seiffert (Volk.) wünscht, daß die altgermanische Kultur zum Bildungsgut der ganzen Ration wird.

Reichsinnenminister v. Keudell betont die Rotwendigfeit, das Hebammen­wesen einheitlich zu regeln. Die Ausführungs­best immungen zum Gesetz über die Bekämp­fung der Geschlechtskrankheiten sind in Vorbereitung. Sie sollen im Einvernehmen mit den Ländern möglichst einheitlich erlassen werden. In Vorbereitung ist auch ein Land- streichergesetz: eine roichsgefetzliche Rege­lung der Tuberkulosebekämpfung be- aegnet angesichts der finanziellen Verhältnisse Schwierigkeiten.

Abg. Hemeter (Dntl.) begründet eine Ent­schließung. die Landesgeseye zur Velämpfung der Zigeunerplage verlangt, weil die Zigeuner die Viehseuchen verschleppten.

Abg. Dickes (D. Bp.) fordert eine Re­form des Krankenpflegewesens, der Säuglings­pflege und Wochenpflege durch Reichsgeseh.

Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) beantragt reichsgesetztiche Regelung des Hebammenwesens. der Krankenpflege und der Tuderkulose- bBrmofung

Finanzausgleich und Haushaltsdefizit.

Aus dem Lleuerausfchutz des Reichstages.

Berlin, 19. Marz. Der Steuerausschuß des Reichstages setzte heute die allgemeine Aus­sprache über den Finanzausgleich fort. Abg. Dr. Fischer (Dem.) betont, daß nicht nur die Demo­kraten. sondern auch die Regierungsparteien die Aufhebung der Getränke steuern wollen. Die Finanzpolitik der Regierungsparteien könne im Ausland einen falschen Glauben an deutschemAeichtum Hervorrufen. Da sei es Pflicht der Opposition, diesen Glauben zu zer­stören.

Staatssekretär Dr. Popitz erklärte, die Sou- bergarantie für die Umsatzsteuer sei gefallen. Dies bedeute für das Heich die Ersparnis eines Betrages von 180 Millionen Mark, der auf Grund der Llmsatzsteuergarantie unter allen Um­ständen hätte gezahlt werden müssen. Die all­gemeine Garantie von 2.6 Milliarden konnte zu­gestanden werden, da eine entsprechende Re­serve in der Einkommen- und Körperschaftssteuer lag. Die Länder hätten die Summe aller Vor­aussicht nach auch dann bekommen, wenn die alte Garantie aufrechterhalten wäre. Hätten wir anders gehandelt, so würden wir eine stille Re­serve im Reichshaushalt geschaffen haben. Die Länder und Gemeinden hätten dann ihre Haus­halte zunächst auf die geringere Garantiesumme gestellt. Sie hätten dann sicher vielfach ihre Real steuern erhöht, keinesfalls aber an Senlungen gedacht. Roch nicht reif sei die Frage des Zuschlagsrechtes.

Abg. Rolte (Wirtschaftspartei) erklärte, die Wirtschaftspartei verlange nach wie vor einmütig die Beseitigung der Gemeinde-Getränfesteuer, fer­ner die Senkung der Real steuern und die Beseitigung der Zuckersteuer sowie baldige Aufhebung aller kleinen Verbrauchssteuern.

Abg. Dr. Preher (Dn.) führte aus, Dr. Fischer verlange ein direktes Dotations- s h st em, während vom föderalistischen Standpunkt aus unbedingt das Eigenleben der Länder ge­wahrt werden müsse. Es sei richtig, die Real­steuern zu senken, die die Wirtschaft am härtesten belasten. Im Zusammenhang damit fei eine völlige Aufhebung der Zucker st euer, die 265 bis 300 Millionen erbringe, allerdings unmöglich. Wenn der frühere Finanzminister Reinhold ein derartiges Versprechen abgegeben habe, ohne der Zustimmung des Reichstages sicher zu sein, so könne das heute feine bindende Verpflichtung mehr darstcllen. Die Oppositionsanträge seien derartig weittragend, daß sie ihrer Voraussicht nach Öen Etat aufs äußerste gefäbröea würden.

Abg. Dr. Brüning -Ztr.) erklärt, seine Partei würde sich ganz entschieden gegen eine Erhöhung der Umsatzsteuer wenden, sie bleibe auch bei dem Wunsch, möglichst bald zu einer Herabsetzung der Zucker st euer zu fommeg. An der Begrenzung des Aus- k o m mens aus der Lohnsteuer Halle das Zentrum fest. Eine Gefährdung der Destimmun- gen des Lohnsteuergesetzes durch die Erhöhung der Garantie auf 2,6 Milliarden sei nicht ge­geben. Riemand habe behauptet, daß Sj. Rein- hold Reserven böswillig aufgeführt habe. Das beste System der Lleberweisungen. das Dr. Fischer vorschlage, fei und bleibe ein Dotation^- system.

Die AusMttrmgsändrrungen.

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin. 20. März. Der R ech tsaus - schuß des Reichstags hat sich Freitag und Samstag mit den verschiedenen Vorlagen und An­trägen zur Abänderung der Auf wert ungs- gesehgebung befaßt. Das Ergebnis, soweit es sich bereits übersehen läßt, bedeutet nicht etwa eine grundsätzliche Aenderung der bisher in dieser Frage verfolgten und durch die bestehende Gesetzgebung geregelten Politik t insbesondere sind von den Koalitionsparteien durch den Mund ihres führenden Sachverständi­gen, deS Dolksparteilers Landgerichtsdirektor Dr. Wunderlich Erklärungen abgegeben worden, daß an den Grundlagen dieser Gesetzgebung nicht gerüttelt werden dürfe, weil dadurch die Rechtssicherheit gestört, die ganze deutsche Wirtschaft gefährdet und die Erledigung der Aufwertung um Jahre verschoben würde.

Die Maßnahmen, die der Rechtsausschuß nun­mehr empfehlen wird, beziehen sich also lediglich auf die Milderung von Härten und auf die Verbesserung von Unzulänglich- feiten, die vor fast zwei Jahren bei Erlaß des Gesetzes noch nicht vorauszusehen waren. Verlangt wurde u. a. für eine Reihe von Pfandbriefen, Obligationen und ähnlichen Schuld­verschreibungen eine Veränderung des Auf­wertungstermins' an Stelle des Tages der Entstehung soll derjenige der Aufwer­tung treten. Ferner soll für Ansprüche, die auf der Veräußerung eines Grundstücks nach dem 1 Januar 1919 beruhen, das llmrechnungs- Verhältnis für die Feststellung des Gold­wertes durch die damals bestehende Absicht der Beteiligten bestimmt werden, in welchem Ver­hältnis der Erwerbspreis zum Werte des Grund­stücks stehen sollte. Das würde in der Praxis bedeuten, daß in zahlreichen Fällen feftgefullt werden müßte, ob sich der Verkäufer klar dar­über war, daß der erhaltene Papiermarkpreis unter dem wirklichen Wert des Grundstücks lag. und in welchem Ausmaß. Es wird deshalb schwer sein, eine Formulierung für diese Steuerung zu finden, die den Interessen der beiden Teile gerecht wird. Besonders wichtig ist demgegenüber die vom Reichsjustizministelium angefünöigte Ab­sicht, 25 Millionen u. a. dafür zur Verfügung zu stellen, um Kleinrentnern bei Bedürftigkeit ihre Aufwerlungshypotheken abzukaufen, so daß sie sofort in den Besitz von Bargeld gelangen, ebenso sollen Personen über 65 Jah­ren mit Einkommen unter 3000 War! ihre Aus - lvsungsrechte in bar abgelöft werden.

Wie man sieht, bewegen sich die Absichten der Regierung und der Regierungsparteien im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Forderun­gen, die der bisher völkische Abg. Dr. Best vertrat, ausschließlich auf dem Gebiete der so­zialen Fürsorge und halten sich fern von allen Maßnahmen, die da« Gebiet der grundsätzlichen Eingriffe in das geltende AufwertunMrechl be­rühren. Die Erklärungen des Abg. Wunderlich lassen für den Rotfall noch weitere Bemühungen um Milderung von ilnbitligleiten aus Staats­mitteln erhoffen, gaben aber zugleich ein Bild von dem Gang der ganzen Aufwertungs-Ab Wick­lung, das vielfach mit den Behauptungen der Aufwertungs-Organisationen im Gegensatz steht. Ein Richtfunktionieren scheint in der Hauptsache auf der bisher ungenügenden Zinszahlung zu beruhen, die zahlreiche Schuldner, allerdings nach den Buchstaben des Gesetzes, wegen der nur allmählich erfolgenden Eintragung der Aufwer- tungshhpotheken ihren Gläubigern bisher vorent­halten haben. Rachdem bereits 81 Prozent aller Auf Wertungssachen erledigt sind, wird auch triefe Beschwerde in Kürze beseitigt sein.

Abstimmungsgedenktag in Oberschiesien.

Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".

Berlin, 21. März. Am Sonntag waren es sechs Jahre, daß durch jene Abstimmung vom 20. März 1921. durch die trotz aller Schikanen und Bedrückungen seitens Polens offenkundig bar» getan wurde, daß das oberschlesischeVolk deutsch sei und deutsch bleiben wolle, trotzdem wichtige Teile Oftoberschlesiens an Polen ab­getreten werden mußten und damit für diese Gebietsteile eine Zeit grausamster Verfolgungen begann, die trotz klarer Entscheide seitens des Präsidenten der Gemischten Kommission für Ober­schlesien niemals von Polen unterlassen wurden. Im Gegenteil, kaum hatte man während der letzten Ratstagung eine gewisse einigende Form gefunden, nach her die Schulfrage geregelt wer­den sollte, und schon kommen neue Meldun­gen über polnische Schikanen aus die­sem Gebiet. Wenn sich diese Meldungen auch noch nicht bestätigen lassen, so steht doch das eine fest, daß der Zustand nicht eher beendet sein wird, als bis das deutschfühlende und deutschdefendr ebict Ostoberschlesien fieber mit bem Mut- terlanbc Deutschland vereinigt ist. Diese Forderung wurde auch bei der Gedenk­feier in der Stadthalle des Berliner Stadthauses zum Ausdruck gebracht, die von den Vereinigten Verbänden heimattreuer Oberschlesier veranstaltet wurde und deren Leitmotiv mar: Oberschlesien ist Gemeingut des deutschen Volkes und muh es bleiben! In einer Entschließung wurde die Forderung an die Regierungsstellen gerichtet, jede Gelegenheit, die uns die Mitgliedschaft im Völ­kerbünde biete, auszunuhen, um den bedrängten oberschlesischen Landsleuten ihr Los unter frem­der Herrschaft zu erleichtern.

In G l e i wi tz sand ebenfalls eine vom Ver­ein heimattreuer Oberschlesier veranstaltete Ge- den!feier statt. Von den vier Flammenbecken des Denkmals leuchteten riesige Flammen. Bürger­meister Dr. E o l d i tz gedachte der unvergäng­lichen Taten des Sell>stschuhes und forderte die Jugend auf, dem Beispiel dieser Tapferen nach» zueifern und verlieh dem Glauben an den Wieder­aufstieg Deutschlands beredten Ausdruck. Zum Schluß der eindrucksvollen Kundgebung wurde folgende an den Reichspräsidenten ge­richtete Entschließung gefaßt: ,Heute sind sechs Jahre verflossen, daß die oberschlesische Be­völkerung mit dem Stimmzettel in der Hand ihre Treue zu* Heimat und Reich be» wi'scn hat. Die Bevölkerung der Stadt Gleiwitz, i ie sich in der Totengedächtnishalle versammelt he. um die gefallenen Helden des Selbstschutzes au eh'.en, protestiert erneut gegen den 5ef)l- sprach der Botschafterkonserenz vom ? Oktober 1921 und bittet die Reichs- und L ao -l ebörhen. alles tun zu- wollen, damit der c-rau?te Teil Oberschlesiens wieder mit sei­ne m deutschen M utterland bereinigt werde. Bei dieser Gelegenheit bitten wir un­teren Reichspräsidenten, unseren Heros Hin- ' o u v g. recht dringend, auch einmal Ober- , chlcsien besuchen zu wollen, and uns Ge- legenheit. zu geben, untere unwandelbare Treue persönlich zu geloben."

In Gleiwitz fand schließlich auch nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Oberregierungsu ratev Dr. Wehrmeister in Vertretung des (tiranffen Oberpräsidenten Dr. ProSke die Ur­aufführung des Deulig-FilmsLand un­ter m Kreuz" statt. In seiner Festrede sprach der frühere deutsche Abstimmungslommis'ar Land' i<it Dr. Urbanct die Hoffnung aus, daß das in Oberschlesien vergewaltigte deutsche Recht wiederhergestellt werde.

Polnische Propaganda- k mdgebung in Kattowitz.

Ka I t ow i tz, 21. März. (211.) In Katlowitz fanb eine mit allen Mitteln vorbereitete Demon­stration anläßlich des 6. Jahrestages der Ab­stimmung statt, für die man polnischerseits keine Mühe noch Kosten gescheut hatte. Mit den fahr­planmäßigen Zügen und in 20 Sonderzügen hatte man die erforderlichen Massen herbeigeschafft. Volle drei Siunden zog man durch die Straßen der Stadt. Die Zahl der Teilnehmer wird amt­lich auf 150 000 beziffert. Dabei ist allerdings festzustellen. daß der größte Teil der Teil- nehmer aus Staats- und kommunalen Beamten bestand, die zur Teilnahme an der Demonstration gezwungen wurden, aus Aufständischen und den fertigen militärischen Organisationen, die ab- kom.nandiert waren, aus Arbeitern, besonders von den staatlichen Gruben, die angesichts der drohenden großen Arbeiterentlassungen notge­drungen teilnahmen, um nicht Brot und Arbeit zu verlieren, denn die Richtbeteiligung wäre einer staatsfeindlichen Erklärung gleichgekommen. Hin- zutcinmen noch die vielen Schulkinder, und man muß sagen, daß eS unter diesen Umständen nicht schwer gefallen fein kann diese Massen aufmarschieren zu lassen, um dann dem Aus­lande durch die zahlreich geladenen Pressevertre­ter verkünden zu lassen, daß das oberschlesische Volk sich treu zum .Mu11erlande" Po­len bekenne

Gegen drei Uhr wurden durch Megaphone Ansprachen der Behördenvertreter gehalten. Von der Regierung war der Handelsminister Kwiat­kowski erschienen, der u. a. ausführte, daß Polen ohne Schlesien und Schlesien ohne Polen Nicht existieren könnten und daher kein Fuß- breit polnischer Erde aufgegeben werden dürfe. In einer Entschließung wird die unerschütterliche

Abg. P e h o l d t Wirtschaftspartei i beschwer* sich darüber, daß für Menschenfürs orge nur 400 000 Mark, für Tierfürsorge dagegen 1 200 000 Mark zur Verfügung stehen sollen. Weiter- beratunq Montag.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident von Hindenburg wohnte am Sonntag in der Dreifastigkeitskirche einer Einsegnung bei. Er begrüßte die Rorfirmanben und richtete ernste Worte an sie Eine der Konfir­mandinnen überreichte dem Reichspräfidenten einen Strauß roter Rosen.

Der Reichsminister des Innern hat auf Beschluß der Reichsregicrung den von der Reichsarbeitsge meinschaft der Aufwertungs-Geschädigten und Mül ter-Organisationen gestellten Antrag aus Zulassung eines Volksbegehrens zugunsten eines Gesetzes über die Wiederherstellung des Dolksver mögens abgelehnt.

Der am 26. d. M. in Wilhelmshaven vom Stapel laufende kleine Kreuzer B wird ^Königsberg" gc tauft werden. Er wird damit den Namen des Kren zersKönigsberg" tragen, der im Jahre 1915 nach erfolgreichen Kreuzerfahrten im Indischen Ozean an der Rudfidjimündung in Deutsch-Ostafrika von den Engländern entdeckt und nach mehrfacher schwerster Beschießung durch eine englische Flotte schließlich am 1. Juli 1915 auf Befehl des Kommandanten ge sprengt wurde.

Die Beratung des Kultusetats füllt» auch die ganze Samstagssitzung des Preußischen Land­tags aus. Besonders der Abschnitt »Universitäten und Unterrichtswesen" rief eine längere Debatte hervor, in der der Konflikt mit der Deutschen Studentenschaft ausführlich behandelt wurde.

Der frühere Reichsinnenminister Dr. Külz hak den ihm angebotenen Posten als Reichs- k o m m i s s a r für die Internationale Presseaus­stellung in Köln angenommen. Er wird in nächster Zeit seine Tätigfeit als Reiehskommissar auf­nehmen.

Die ehem. Abgeordnete Frau v. Oh ei mb, bie sich mit dem Reichstagsabgeordneten v. Kar- dorff verlobt hat. ist an einer Ricrenentzün- dung schwer erkrankt.

Der Präsident der französischen Republik wird der Einladung des Königs von England, ihm in London am 16. Mai einen Besuch abzustatten, Folge leisten.

Aus aller Hielt

Veelhooenfeier in ölen.

Als Auftakt zur Beethovenzentenarfeier toutbe eine vom Männergesangverein gestiftete G c - denktaf el im Theater an der Wien enthüllt, wo seinerzeit die Erstaufführung von Beethovens Oper .Fi de <V stattfand. Zur Feier hatten sich sämtliche 2 eder des Männer

gesangvereins und zahlreich. ctreter der übri­gen Wiener Gesangvereine, ferner in Vertretung des deutschen Gesandten Konsul v. Dievenot und der schwedische Legationsrat Wachtmeister eingefunden.

Kapitän Paul König 60 3ahre alt

Sonntag beging Kapitän Paul König, der wäh­rend des Krieges und während der Blockade bot UnterseebootDeutschland" nach Amerika führte, und es Doilbclaben wieder zurückbrachle, die Feier seines 60. Geburtstages. Kapitän König be­gann feine Offizierslaufbahn 1891, kam später zum Norddeutschen Lloyd und wurde hier zum Kapitän befördert. Während des Krieges war er kurze Zeit bei der Marineleitung tätig und kehrte 1920 in die Dienste des Norddeutschen Lloyd zurück, wo er jetzt die nautische Abteilung leitet.

(Eröffnung der Reichsgastwirtsmess«.

In der alten Autohalle am Kaiserdamm in Berlin wurde die Rcichsgastwirtsmesse eröffnet. Die Eröffnungsfeierlichkeiten begannen mit einer Rede des Berliner Oberbürgermeisters Dr. Böß, ;n der er darauf aufmerksam machte, daß diese Messe die größte Fachmesse der Branche sei und noch nie in ihrer Ausdehnung von gleich­artigen Messen erreicht worden sei. Die Gast- wirtSmesse bietet ein einheitliches Bild des ga­stronomischen Gewerbes und ist von den ver­schiedensten Jndustriegruppen mit großen Aus- stellungsgeaenständen vertreten. Der Katalog allein weist über 500 Rummern auf, ein Be­weis dafür, wie mannigfach die Ausstellung beschickt worden ist.

Großfeuer in einer fiorffabrit

Infolge einer Staub-Explosion entstand am Samstagabend in einer Korkmuhle in Murr (Wttbg.i ein Brand, der sich außerordentlich rasch ausdehnte. Die Fabrck brannte vollständig nieder. Ein 17jähriger Arbeiter ist wahr­scheinlich mitverbrannt. Durch eine etn- stürzende Mauer wurde ein Mann schwer verletzt, während drei Person«! leichtere Verletzungen erlitten. Der Obermüller erlitt schwere Brand­wunden, an denen er in der Rächt verstarb.

Tczanne und feine Heimat

Die Stadt Aix in der Provence, die Bat«- stadt des französischen 'Maler- Eezanne. hat sich um ihren großen Sohn, solange er lebte, nicht gekümmert, und wollte auch nach seinem Tode lange nichts Don ihm wissen. Inzwischen aber ist der Ruhm Cezannes der neuen Zeit auch nach Aix gedrungen, und nun mußte man fest­stellen. daß das Museum der Stadt kein einzige- Bild ihres berühmten Sohnes aufweist. Einen Eezanne zu kaufen ist aber bei dem jetzigen Stand des Franken und bei den Rieseniummen, die für seine Werke gezahlt werden, unmöglich Man hat unterdessen in den Mappen der Kunstschule von Aix. die Eezanne einst besucht hat, einige Zeich» nungen von ihm aufgefunden, die als Studien gewiß ihren Wert besitzen, und man hofft nun daraus durch Tausch gegen diese Zeichnungen vielleicht ein Bild von Eezanne erhalten zu kön­nen. Bisher ist es aber nicht gelungen, und so müssen sich die Bürger von Äi? weiter ohne eine Probe der Kunst ihres berühmten Landsmannes oehAlfen.

komische Verboke.

Deutschland gilt zwar als das Land der meillen Verbote, unter denen sich auch sv manche wiberfinnige befinden, aber auch sonst auf der Welt wird viel verboten, und es fehlt da nicht

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