. QTW tebattt nt. W\to Mdelt 1)^
Mtt Dr. Äülj als Arichj! nonale Pttssvws. °r wird in nLchtzn chskmmissar auf-
au t>. Ofirimb. ebneten d. Rat» Kt Hiettntniym.
bunfl btf Jttntge am 16. Mai einer, len.
Welt.
Bltn.
lentenarfeitt toutik rin gestiftete Sc
an der Dien Srftduffühtung ton n“ ftatlfand. Air
;etetbdHRmn .rtreter her übri- ICT in "Berhthniq il v. Sitbenot
le„ der jjJSJ
°« vij^r
Es
istwirtsmest«.
am Kaiserdam» » ttoirtimefk eromui begannen mit em« rrmcifteri
e der Branche I« dehnung wn M* -den let * M Mdesga' ist iw bCT Dtr - rÄ ru*»**«
0 bahre all
aul König, der wSH b der Blockade bot lanb1 nach Amerile der zuräckbrachle, du . Kapitän König br 891, tarn später zm )f hier zum Äapüan -5 war er kurze jfü tb kehrte 19» in dir jb zurück, wo er setzi
S'&
S*tt es*
borksabrik.
’Sf®“ ’WäÄ 'b'Ä 2
b na4> oder en. 2^'A a^ «r »ES
inne ^gcn.^..; ch! Ä oh°cL ihlNikN uu
** - Gori»
KA
2tus der Provinzialhauptstadt.
(Sieben, den 21 März 1927
E. W. Mayer t-
D.e letzte Hummer bei „(Sieh. Lutz." bat uns die ZrauerboHd>afi gebracht, Dafi der leU etwa 3abte*lti|l im Ruhestand lebende ordentliche IkoMlor Der systemaiischcn 5bccU>gie an un- fercr Unioerfität D. l'r. Emil Walter Mayer im 211 ter von 72 Jahren Reim gegangen ist
Indem ich versuche, DaS Bild Des Ent- Ichlafenen vor dem inneren Auge wachzurasen, Kerben zwei Erinnerungen in mir lebendig, die eine, eine Hom in einem Aussatz bei Dichters Arthur Bonus aus dem Jahre 1924. die andere eine persönliche Begegnung aus dem Kricgsiahr 1917. Bonus kommt eines der Bücher Mayers in die Hand. Das berührt ihn wie .eine liebe 3u- «enderinnerung". .Emil Walter Mayer war eider nur für kurze Zeit mein Rcliqionslehrer auf dem Gymnasium, und dieser Religionsunter- richt ist es, der mir die Berwerfung des Schul- religionsunterrichtes, über die ich mir sonst klar bin, immer wieder erschwert. Denn dieser "Religionsunterricht war doch etwas! Es ist eben die alte Erfahrung, dah Persönlichkeiten alle Allgemeinsähe um ft cf)en Hier war ein Mensch voll Liebe und Leben ohne alle Sentimentalität unter uns getreten. Mayer verstand es, uns hinge Menschen mit wirklichem Interesse für religiöse Fragen zu erfüllen. . Da lohnte es zu- zuHoren. ES war eben die merkwürdige Tatsache, daß hier ein Mensch war mit menschlichem Interesse für uns als Menschen. Das Hal so aus unS eingewirkt, dah kaum einer von uns bis Gestalt aus jugendlicher Feurigkeit und "Reinheit aus dem Gedächtnis verloren haben wird. Ich erinnere mich eines charckfteristischen Bor- salls. Die Zwischenstunde war zu Ende Mayer war noch nicht gekommen. Solche Pausenverlängr- rungen wurden gewöhnlich sehr lärmvoll aus- gefüllt. So schien es auch jetzt werden zu wollen. Da erhob sich einer unserer Schwierigsten — im Sinne der passiven Resistenz Schwierigsten — und sagte: .Jungens, ich meine, Mayer ist der einzige, der uns anständig behandelt; da sollten wir ihm gegenüber das gleiche tun."
DaS ist ein Bild aus der Frühzeit des Ei 'chlafenen. Ich stelle daneben ein zweites Bild an. eigenem Erleben, die erste Begegnung, die ic. (clost mit ihm gehabt habe. ES war im Heibft 1917 Ich war vorübergehend alS Offizier zum Stabe des Generals von Mudra in S:. Avold kommandiert. Es war die Einrich- hing eine- Hvchschulkursus für die an der Front stehenden Sludenten geplant, die dazu für 14 Tage i .■Strastburg zurückgenommen werden sollten, iiin die Einzelheiten mit dem Rektorat zu verabreden. wurde ich nach Straßburg gesandt. In dem stolzen Universitätsgebäude. in einem der dunkelgetäfelten hohen Zimmer, empfing mich der Rektor der Strastburger Kaiser-Wilhelms-Uni- bedität. Emil Walter Mayer. Es war weder eine besonders schwierige noch besonders wichtige Angelegenheit, über die ich mit der Magnifizenz zu sprechen halte. Gleichwohl ist mir von da her unauslöschlich in Erinnerung das im besten Sinne Repräsentative seiner Persönlichkeit, die Lebhaftigkeit seines Temperaments, die gewinnende Art seiner Unterhaltung, die Leichtigkeit, mit der der ungewohnte Vorgang sich unter feinen Händen gestaltete. Diese- Straßburger Rektorat war Wohl die Höhe seines Lebens.
an Lächerlichkeiten, von denen ein Reisender in einer englischen Zeitschrift plaudert. In Gibraltar ist eS ein Verbrechen, wenn dort jemand geboren wird, der nicht britischer Untertan ist. denn ein Bericht des englischen Kolonialamtes erklärt, daß ..nach den gesetzlichen Bestimmungen kein Fremder ;n der Kolonie geboren werden darf ". Unter den Verordnungen in Los Angeles befinden fich i ie Verbote Schlangen auf der Straße zu verkaufen, zwei oder mehr Babys zugleich in einer Wanne zu waschen. M.?ed Pickles auf den belebten Straßen herzuftellen und Kinder unter 16 Jahren Schnupftabak anzubieten. Wenn jemand im Serie Zennor in Cornwall stirbt, fo darf er sich nicht unter einem marmornen Grabstein beerdigen lassen; es ist nur die Verwendung von Schiefer oder Granit gestattet. Die französische Abgeordnetenkammer erklärte es im vergangenen Jahr für ein Verbrechen. Gummi- pupven von Babys herzustellen.
Uur.l Walter Mayer war e.Mt uou Den seltenen Menschen, die sich ihr Vaterland selbst erwählen. 1854 in Lyon al- Sohn erne« deutschen evangelischen Pfarrers geboren, war er ganz in französischer Umgebung ausgewachsen und ausschließlich in französ llchrä Schulen gebildet. Der französischen Sprache wie feiner Muuersprache mächtig das Zeugnis eines ba- ch6liier in der Tasche, hätte er in Frankreich einen ebenen Weg ins Geben gefunden. Er sprach gern davon, daß es die Schönheit und Gröhe der deutschen Literatur gewesen ist. die ihn mit allem Bewußtsein daS Vaterland feiner beiden Eltern als das eigene erwählen ließ Er ging zum Studium nach Berlin und wurde dann dort Religionslehrer am Friedrich-Wil- Helm-Gymnasium Und diesem Vaterland, in
dessen Sprache er die Gedichte feiner Jugend geschrieben hat hat er auch im Alter die Treue bewahrt Als die Kaiser-Wilhelm-Universität in Straßburg, der Mayer seit 1892 als außerordentlicher. seit 1900 als ordentlicher Professor angehörte, vor. Franzosen mit Beschlag belegt wurde, ergab es sch von selbst, daß die Verhandlungen mit dem französischen General der Prorektor E. W. Mayer führte. Man fragte ihn erstaunt über die Sicherheit seiner Beherrschung der französischen Spruche ob er nicht als französischer Professor in Straßburg bleiben wolle, und warum nicht? Gr wählte den Weg in das niedergeworfene, armgewordene Vaterland, in dem cs zunächst sehr ungewiß war. wo er ein WirkungSfeld und ob er ein gesichertes Alter finden werde.
Wer ihn gekannt hat, der weiß, und auch jene beiden Bilder, die hier aus seinem Leben stehen, lassen eS erkennen, daß dieser Deutsche nach dem Blut und aus Wahl gleichwohl aus der französischen Umwelt feiner Kinderjahre edle Züge feines Wesens übernommen hat: die un- gemein geistvolle und lebensprühende Art. wie wir ihn zu uns sprechen hörten, die graziöse Form auch seiner wissenschaftlichen Bücher, die , politessc de coeur", die ihm eigen waren, berührten unS nordische Menschen wie ein Hauch aus jenem Land einer südlichen Sonne.
Und nun noch ein kurzes Wort von dem reichen Lebenswerk dieses Gelehrten. An der Schwelle seines Schrifttums stehen zwei an Umfang kleine Arbeiten, die aber bereits die Linien erkennen laffen, in denen sein Forschen und Gestalten gegangen ist: die erste ist seine Schrift über das ..Verhältnis der Kantischen Religionsphilosophie zum Ganzen des Kantischen Systems" — wohl die Dissertation, mit der er als 25jähriger promoviert hat, die zweite. »Die christliche Moral im Verhältnis zum Recht" ist eine Schulprogrammarbeit, die ihm — wahrscheinlich ein Fall ohne Analogie und ein beredtes Zeugnis ihrer Bedeutung — die Berufung in das EriraorDinariat für systematische Theologie an der Universität Straßburg eintrug. Zeigt ihn die erste Schrift auf der Bahn in diejenige Richtung der Theologie, die. von Kant und Schleiermacher her kommend, ihren Führer in Albrecht Ritsch! gesunden hat und der eigentümlich ist. die Religion abgewandt von aller Metaphysik und Spekulation, nicht als ein Wissen, sondern als im Unmittelbaren wurzelnd und als Kraft des sittlichen Lebens zu verstehen, so mag man die zweite Schrift als ein erstes Wort über das Thema feines letzten hier in Gießen geschriebenen Buches „lieber die christliche Ethik" betrachten.
Die vielen Denkmäler aus dem Zriedhos in Gießen, die die Erinnerung an bedeutende Männer in uns wachhalten, werden durch einen Stein mit einem im Geistesleben leuchtenden Rainen vermehrt. Uns, die wir den Entschlafenen gekannt und mit ihm gearbeitet haben, wird dieser Rame immer wieder das Bild eines edlen und liebenswerten Menschen in das Gedächtnis rufen. Hans Schmidt.
LZornotizen.
— Tageskalender für Montag. Evangel. Stadtrnission: 8'.. Uhr. Vortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Unsere Emden". Astoria-Lichtspiele: „Die Gespensterfarm".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Herrn T e l e k y s Verhinderung hat eine vollständige Aenderung des Spiel- planes nötig gemacht. Am kommenden Dienstag wird .Einsame Menschen" gegeben, am Mittwoch neueinstudiert Halbes „Jugend". In dieser Ausführung führt Herr Schubert, der auch den Pfarrer Hoppe spielt, die Regie.
^11 uxiKten Hauptrolle» sind beschäftig: Sri Scherer und hte Herren Eisig. Hanke und Gerhart
•• Der Dammrutsch auf der Bahn- t r e d « Lang-Göns Großen-Linden. ViS heute ist dre Bewegung der Erdmassen an dem Eisenbahn-Dammrutsch bei Lang-Göns immer noch nicht ganz zum Stillstand gekommen, wenn sic auch an Umfang crhebltch nachgelassen lat Sie Wvderherftcllungsarbeitcn sind in Tag- und Nachtschichten jetzt soweit gediehen, daß die mit Erbe zum Auffüllen belaßenen Güterwagen aut daS außer Betrieb gefetzte GlerS geschoben werden können wodurch die Entladung der Wagen wesentlich rascher als bisher mögllch ist. Durch die Wiedermanspruch- nähme deS von dem Dammrutsch berührten Gleises werden nun die Zugpausen auf dem Rach- borgtet* entbehrlich, der Verkehr wird hierdurch wieder flüssiger gestaltet. Die Stützmauer am Fuße der Rutschstelle ist jetzt zum größten Xctl fertig, die arbeitenden Erdmassen haben dadurch Halt bekommen. Wenn keine neuen Zwischenfälle eintreten, dürfte von etwa Mitte dieser Woche ab das GleiS Frankfurt-Gießen für den durch- gehenden Zugverkehr wieder verfügbar sein
•• Vorsicht bei der Mitnahme von Hunden in Feld und Wald! Rach Art. 25 des Hell. Iagdstrafgesctzes vom 1«. Juki 1S5S macht sich derjenige ftrasbar. der einen Hund in fremdem Jagdgebiet bei sich hat und diesen außerhalb der erlaubten Verbindungswege über hundert Schritte von diesen entfernt frei herum- laufen läßt. Das KreiSamt Gießen hat die OriS- polizeibehörden und die Gendarmeriestationen des Kreises beauftragt, alle Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen.
" Friftadlaus für Lohnsteuer- Erstattungen am 31. März. Das Reichs- f inanAminifterium weist nochmals daraus hin. daß die Anträge der Arbeitnehmer, die wegen Verdienstaussalls oder wegen besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse Erstattung der Lohnsteuer für 1926 beanspruchen. biS zum 31. März 1927 be: dem Finanzamt eingereicht werden müs- sen. in dessen Bezirk die Arbeitnehmer am 31. Dezember 1926 ihren Wohnsitz gehabt haben Zristversäurnr.is hat Ablehnung der Erstattungs- anträge zur Folge. Merkblätter, aus denen sich die Einzelheiten ergeben, uni) Vordrucke zu Erstattungsanträgen. die auf VerdienftauSsall gestützt werden, sind bei den Finanzämtern unentgeltlich erhältlich.
" Einbruchsdiebstahl. Ein Äiingeljabrer Hal gestern in unserer Stabt eine Gastrolle gegeben Der Dieb ist in eine Mansarde eines Hauses in der Goethestraße durch Zertrümmerung der Gkasjcheibe in der Korridortür eingeb rangen und hat bann, drei Servelatwürste, zwei Seiten Speck und zwei Stücke Dörrfleisch entwendet. Die Beute verpackte er in einen an Ort und Stelle vorhandenen alten i)anb- kosjer von brauner Farbe mit weißem Beschlag und doppelt-einfachem Verschluß Der Koffer ist etwa 60X4*1 Zentimeter groß. Bon dem later fehlt noch jede Spur. Wahrnehmungen zur (fnnilrtung des Spitzbuben und zur Wiederbcschaffung der gestoh lenen Sachen werden an die Kriminalpolizei (fließen erbeten.
•• Schlllerferientarten und Personalausweis. Dcu» Hcsf. Landesamt für das BilDungswefen bat den Schulleitungen folgende Mitteilung der Reichsbahndirektion Mainz zwecks Belehrung der Schüler zur Kenntnis gebracht Rach der besonderen Aussührungsbestimmung zu § 12 des Eisenbahn-'Verkehrsordnung hat der Benutzer von Schülerferienkarten einen Perfonen- ausweis bei sich zu führen, Der mit Lichtbild versehen und eigenhändig unterschrieben fein muß. Der Ausweis ist bei Lösung der Fahrkarte und auf Verlangen auch sonst vorzuzeigen. Aus Verlangen bat der Schüler feine Unterschrift zu wiederholen. Der Personen ausweis muß von der Gemeinde- (Ortspolizei-» Behörde oder von der Schulleitung ausgestellt fein. Von Der Schulleitung ausgestellte Personenausweise müssen neben dem Stempel der Schule die Unterschrift des Schulleiters tragen. Der Personenausweis für Schüler von Blinden- und Taubstummenanstalten braucht nicht mit Lichtbild versehen zu sein, wenn aus ihm hervorgeht, daß der Inhaber blind oder taubstumm ist. Obwohl die Tarifbestimmung schon feit Jahren besteht, ergeben sich oft Weiterungen an den Schaltern, weil die Schüler keinen Perfonenausweis bei sich führen.
Die ünAutTäati4trtint betreffe* haepri ächt ich die Schüler von Gymnasien. Realschulen ufte. und von Fachschulen weniger die Besuch« nem Hochschulen. Du werft ohnehin einen d«rionenauSweiS besitzen müssen Wir bitten, Die Schulen aus di« Rotwendigkeil der Mitführung eine# Personen- au-weises aufmerksam zu machen und txionders die auswärtigen Schüler unterrichten zu lasse».
ee Der Konsularbezirk des polnischen Konsulate - in Köln, zu Dem bisher nur das Desatzungsgebiet gehörte, ist jetzt aus die ganze Provinz Hessen-Rassau sowie aus den gesamten Freistaat Hessen erweitert worden. Demgemäß ist vom 1 April ab daS polnische Konsulat in Köln allein für Den Freistaat Hellen und die Provinz Hessen-Rassau zuständig
•• Auftrieb auf Dem heutigen Frankfurter -»chlachtviehmorkt: Ochsen 243. Lullen 42. Kühe 593. Fresser 274, Kälber 471. Sdjafe 457. Schweine 5381.
Kundgebung für die Frankfurter Messe.
WSA. Frankfurt a M.. 19. März. In einer Eingabe an da- RrichswirtfchastSministe- rium nimmt Die Industrie- und H^i n d e l S- fatumer Frankfurt a. M.-H a ß a u als Vorort des Verbandes Heffen-Rafsauischer In- dustrie- und Handelskammern Stellung zur and fef rage und präzisiert ihren Standpunkt Segen über der Frankfurter Melle in folgenden emerkenSwerien Ausführungen
Die Stadl Frankfurt hat mit Der Erneuerung ihrer Messen *an eine fast zehn Jahrhunderte alte Tradition angeknüpft. Die fünfzehn Messen, die seit der Erneuerung der Frank- furtcr Messen stattgefunden. haben ihre Lebensfähigkeit durchaus erwiesen. Die Frankfurter Messen haben auch nach und nach einen besonderen Charakter angenommen, in Dem He sich stark aus Die Gebiete der Tertik- w i r t s ch a s t und der Lederwirtschaft stützten. Dafür liegen die Ursachen zu Tage. Der Teztilhandclsplatz Frankfurt hat seine alte und begründete Bedeutung. Für Die LeDerwirlschast ist es das gut gelegene Zentrum wichtigster Produktionsgebiete Von anderen Industriezweigen. die aus Grund der StandortSbedingun- ,-en sich für die Frankfurter Messe besonders eignen, sind zu erwähnen Die Möbel- und Holz- bearbeitungSindustne. die Rahrungs- und ®enuß- inittclinDuftrie und die Edel- und Schmuckwaren- inbuftrie. Darüber hinaus ist Frankfurt als Der- lehrszentruin ersten Grades und als Im AuS- lande in besonderem Ansehen stehender Platz anziehuitgSkräsfig. Die Beschickung der Messen i aus Dem AuSlande. zum Teil offizieller Form i durch kollektive Beschickung seitens amtlicher 3!eilen, zeigt welche Bedeutung Frankfurt als Markt für Den internationalen Aus tausch gewonnen bat. Eine Ration a.1 isierung des deutschen Messewesens, die von ver- lchiedenen Seiten gefordert und gefördert wird, muß Frankfurt daS kommt auch namentlich ni der hieraus beaüglicben Denkschrift de« AuS- ltellungs- und Messeamt- der Deutschen Industrie zum Ausdruck — feinen Charakter als Internationale Messe, Die sich vorzüglich auf die bei Den genannten Gebiete Der Teetil- und Leber» wirtschaft stützt, erhalten und schützen. Die Frank- furtcr Messen find nicht nur eine gesunde und ausbaufähige Einrichtung, die der deutschen Wirtschaft gute Dienste zu leisten vermag, sie wird im besondeven auch von den wirllchastlichen Kräften unsere- Bezirke- getragen. Die auf diese« wichtige Mittel geschäftlicher Aufbauarbeit nicht verzichten Kimen.
Briefkasten der Redaktion.
B. D. Im allgemeinen sind die Sitzungen öftent» lich, nur auf besonderen Beschluß sind sie für ge wisse Punkte nichtössentlich.
h. B. in U. Wenden Sie sich an die Alice.Schule in Gießen. Dort tonnen Sie alles Nähere erfahren.
Lprrchstnttdeti der WrDnfHon.
12 bi» 1 Uhr mittag9. 5 bis 7 Uhr nachmittags. Sa.nstag nachrnitlag geschlossen.
Für unverlangt eingefandte Manuskripte ohne beigcsügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.
Unzeigenausträge sind lediglich an die Gejchästsstelte zu richten.
Märtyrer der Liede.
Roman von I. Schneide'-Förstl.
29 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Reichmann mußte zur Morgensprechftunde nach Hause und sand, zurückgekchrt, die Kleine noch immer in tiefem, ruhigem Schlaf, (fr nahm dessenungeachtet den Verband ab und befühlte die Achseldrüien. Sie waren bedeutend zurückgegangen, die rote Linie begann abzublassen. Sorgjam tauchte er Derbandwatte und Gaze in eine frische Lösung von essigsaurer Tonerde, wickelte den kranken Arm Darein, legte Pergament Darüber und umhüllte ihn noch einmal mit trockenem Verbandstoff. Nella ließ den Blick nicht von seinem Gesicht. Aber sie las keine Sorge mehr in ieinen Zügen. Damit noch nicht beruhigt, legte sie ihre Hand auf seinen Arm und zwang ihn, sie anzusehen.
„Du wirst dein Kind behalten!" tröstete er.
Sie hob beide Arme an seine Schulter und drückte aufweinend ihr Gesicht hinein. Er schütelte sie nidjt ab und ließ sie ruhig gewähren. Zu Ren kell sagte er erklärend: ..Ihr Frau und ich kennen uns schon aus der Jugendzeit und haben uns vor vielen vielen Jahren sogar einmal liebgehabt. Später haben wir uns Dann aus den Augen verloren. sind aber gute fiameraben geblieben. Wenn Sic gestatten, möchte ich das Du der Kinderjahre beibehalten
„Don Herzen gerne."
„Willst du. Nella?" frag Reichmann und zog ihre Arme herab.
Sie nickte ftumm unter tränenschweren Lidern, seine Rechte umspannend. Er hob ihre schmale, zitternde riand an 'eine Lippen, sie sollte wisien, daß die Vergangenheit keinen "charten mehr warf, daß das Häßliche der gestrigen Noch» aus seinem Gedächtnis gelöscht fei.
Beim Abschiebnehmen leuchteten ihre großen, blauen Wunderaugen, die ihn sahrelang in feinen Iräumen verfolgten, an. Ich danke dir für alles, was Du mir getan hast," sagte sie schlicht. „Grüße deine Frau von mir und bitte sie für mich um ihre Freundschaft."
,Lch werde dir Elisabeth schicken, sie weiß alles! Du brauchst keine Angst vor ihr zu haben." Noch einmal hob er ihre Hand an seine Lippen.
Nenkell begleitete ihn trotz des strömenden Regens zum Wagen. Sein Dank an den Doktor war ohne Maß und Grenzen. Annemarie lebte würde wieder wie sonst sein Heim mit ihrem Lachen und kindlichen Plaudern erfüllen. Wenn Reichmann die Hälfte feines 'Vermögens als Honorar gefordert hätte, würde er es ohne Besinnen gegeben haben und sich trotzdem noch immer als dessen Schuldner betrachten. Es waren seinerzeit die kostbarsten der Gobelins aus dem Merkener Ahnenbesitz in das Herrenhaus nach Regendach gewandert. Die sollte die junge Frau des Doktors als Geschenk bekommen. Nella würde schon Wege finden, wie sich das am besten machen ließ, ohne gegen Reichmanns Man- nesstolz und Elisabeths feines Fühlen einen verstoß zu machen Renkell war jo allen Glückes voll, daß er beide Hände gegen die Brust stemmte, ehe er wieder zu seiner tfrau ins Zimmer trat, oie erhob sich und ging ihm entgegen. Das hatte sie bis heute nie getan. Er schritt eilig auf sie zu uni) fegte fernen Arm um sie.
. Weine nicht mehr, mein Liebes, es wird ja alles wieder gut", mahnte er, zärtlich ihre Finger streichelnd.
Sie sah erst nach Annemarie und horchte, sich meberbeugenb. lange auf Deren Atemzüge: dann faßte sie ihren Mann bei der Hand und zog ihn neben sich in einen der tiefen Stühle nahe dem Kamin, in welchem ein leises Feuer knisterte Ihre Beichte mar alles umfassend, den Irrmm ihrer ersten Che. die stets wieder auilodernde Liebe zu dem (fle- spielen ihrer Jugend, jenen letzten Abend vor seiner Hochzeit, nichts sollte ihm ,zu wissen oorenthalten jein.
„Ich weiß, daß cs dir bitter wehe tun muß," bemerkt» sie in aufrichtigem Bereuen. „Denn ich dir den Vorschlag mache, dich von mir zu trennen, muß ich dir noch eine größere Wunde schlagen. Denn — Annemarie kann ich dir nicht lassen. Ich würde sie mit mir nehmen ober ihr selbst die Dahl laßen, ob sie sich für dich oder für meine Person entscheidet. Ich fürchte nur zu sehr . . ."
„Daß sic keines von uns beiden missen will", unterbrach sie Renkell. „Dos du da übrigens vom
Trennen sprichst, ist barer Unsinn. Du wirst doch nicht onnehmen, daß ich dich so ohne weiteres freigebe. Wir sind Mann und Frau! Da sprich: man doch wegen gewesener Dinge nicht einfach vom Scheidenlasien. In intimere Beziehungen bist du ja, soviel ich deiner Erzählung entnommen habe, zu Reichmann nie getreten?"
„Stein, das nicht!"
„Nun also! Nachdem ich nun schon einmal dem Beichtvater geworden bin, steht mir ohnedies das H<cht za, (fleneralabfolution zu erteilen. Reich- mann kannst du doch nicht mehr Haden. Du mußt schon mit mir oorliebnehrnen."
„Gern!" entschlüpfte es ihr.
„Also siehst du. es bleibt alles beim alten!"
„Um Gottes willen, nein!“ fuhr sie ihm zwi jchen die Rede. „Ich habe so viel nadnußolen — an w;ebe — bei dir und Annemarie. Hilbert sagte mir kürzlich, baß Clifabeth Reichmann ihren Mann unsagbar verwöhnt. Ich will sehen, ob ich das auch fertigbringe.'
„Nur das nicht!“ wehrte Renkell. „Ich bin schon zufrieden, wenn du ein Lächeln für mich haft! Weißt du, Nella. wenn ich abends aus der Fabrik komme, habe ich ein Bedürfnis nach einem lieben Wort und beim Zubettgehen noch einem freundlichen (flute Nacht! Wenn du mir das erfüllen willst, bin ich der zufriedenste Ehemann, vorausgesetzt. daß Annemarie an allem teilhat!'
„Du verlangst wenig!“ nickte sie. „Aber gerade dein Begnügen läßt mich erkennen, wieviel ich dich bis jetzt entbehren ließ.“
Annemarie setzte sich erwachend in den Kissen hoch und stützte sich mit dem Ellenbogen der Rechten. Die Mama lehnte on Papas Brust. Das Halle sie noch nie gesehen, lind nun bog Mutti befien Sopf herunter und küßte ihn.
Das Kind gab keinen Laut von sich urb wagte kaum zu atmen. Leise ließ es sich wieder zurück gleiten und nahm dieses herrliche Bild mit hinüber in seine Träume.
Im Doktorganer. zu Eijenbadi blühten die letzten Herbstblumen. Astern, schwarze Malven, feinroter TbTor. Die Dege waren mit bunten
Blättern besternt und das Laub der wenigen Obst- bäume leuchtete in Gelb und Rot und mattem Grün. Wolkenlos hing der Himmel über der früchteschweren Erbe. Altweibersommer schaukelte in den Lüsten und zöge feine Fäden über die Stoppelfelder. Der Rauch der Hirtenfeuer kräuselte sich von den Wiesen hoch und schwamm den Bergrücken des Falkensteins hinan. An den Wegrändern graften Geißen, Gänse und Enten watschelten über die obgeernteten Felder und badeten im rauschenden Schilf.
In der Küche des Doktorhauses stand Hanna an dem neuen Herd, den Reichmann ihr zuliebe hatte jctzen lassen, well sie sich mit der Bratröhre des alten nicht hatte vertragen können. Sie hing etwas nach vorne und machte jeden Ktichen höckerig. Das war Hanna allmählich auf die Nerven gegangen, und sie hatte Reichmann ihr Leid geklagt. Die Liese war noch immer das Knausern gewohnt und sand den alten Kachelofen ganz gut. Aber der Doktor war ein vernünftiger Mann. Nun lachte die junge Frau doch, wenn sie den schönen Warnsler anguckte. Und Kuchen buk die Hanna, daß es nur so eine Augenweide war.
Sie schob die großen Ringe beiseite und legte Späne in die schwarze, gähnende Deffnung. Mit ihren Gedanken aber war sie nicht bei dieser Beschäftigung: denn sie mußte ein zweites Zündholz anstreichen, che die dürren Aeste ausslackerien. Das kam äußerst selten vor. Man fing mit einem Streich Holz zu sparen an und nicht mit einem Markstück war ihr Grundsatz.
Aber es gab hin und wieder Tage, an denen alle Grundsätze über den Haufen flogen. Die Freundschaft mit den Regendächern machte der guten Alten läglich mehr Kopfzerbrechen. Sie empfand förmlich ein körperliches Unbehagen Dabei. Wenn das Der selige Herr noch erlebt hätte. Da hätte es Schwefel ..ch Salzsäure geregnet. Weiß Gott, ja! Schuld war dieser Renkell ja nicht gewesen, daß die Merkens verarmten. Aber er saß nun doch drinnen in berer. ganzem, reichem Besitz. Regenbach und Ludwigstal, olles gehörte ihm, und dos Unheimlichste an allem war ihr die blonde stolze Frau. Die jagte ihr jeder mal ein Frösteln über den Leib.
.Die bringt dir kein Glück, Liefe — liebe Fra'l Doktor!" verbesserte sie.
^Fortsetzung folgt)


