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Montag. 21. März 1921

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Erscheinet täglich.autz« Sonntags und Feiertags.

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2 Netchsmark und 20 Reichspfenntg für Träger, lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüsfe: 51, 54 und 112

Anlchnft für Drahlnach» richten; Anzeiger rieste«. Postscheckkonto:

Sranhurt am Main 11686.

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Bereitungen Südslawiens an bet alba­nischen und italienischen Grenze, sowie die offen­bar aus gleicher Quelle stammende Information der LondonerTimes" über angebliche Absichten Südslawiens, einen Slaatsstreich in Albanien her­beizuführen und die gegenwärtige Regierung von Tirana zu stürzen, in allen Stücken er­funden sind.

Die Rolle Frankreichs.

Starte Erregung in Italien.

Rom. 21.Mörz. (TU.) Die nach italieni­scher Auffassung in allen Einzelheiten verbürgten Rachrichten über militärische Rüstungen Jugo­slawiens an der albanischen Grenze haben ganz allgemein große Beunruhigung und Empörung gegen d i e französische Politik her­vorgerufen. die man für das .jugoslawische Abenteuer" verantwortlich macht. Bezeichnend für die Stimmung der offiziellen italienischen Kreise ist eine Veröffentlichung des offiziellen Verordnungsblattes der faszistischen Partei, in der es heißt, das faszistische Italien verfolge mit absoluter Ruhe die Agitation der Belgrader Klique, wie der mUitärifd)en Kamarilla, an deren Spitze einige Größenwahnsinnige als Verantwortliche stünden, die zu jedem Verbrechen bereit seien. Italien sei sich seines Rechtes und seiner Krast bewußt, es werde seine Kaltblütig­keit nicht verlieren und verfolge mit derselben Kaltblütigkeit die Solidarität, die sich am politischen Horizont abhebe. Italien wisse, wo­her für Belgrad Hilfe und Ratschläge kämen. Die ganze Welt wisse trotz aller antisaszistischen Agitation, daß Italien den Frieden wolle, aber sie solle auch wissen, daß Italien keine Dro­hungen und keine Attentate dulden werde.Dir werden." so heißt es zum Schluß, nicht mit leeren Worten wieder auf dieses Thema zurückkommen. Untere Parole heißt: Schweigen und handeln."

Besorgnis in England.

London, 21. März. ($11.) Der jugoslawisch- italienische Konflikt wird in London im allge­meinen ruhig beurteilt, ohne dach die sich aus

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nisch-albanische Freundschafts - und Sicherheitspakl vom vorigen Jahre berge gewisse Gefahren in sich. Italien garantiere darin Albanien seinen politischen und territorialen Statusquo und man glaube, daß auf Grund die­ses Vertrages bereits alle Vorbereitungen fürTruppenentsendungen nach Durazzo und Balona getroffen würden. Daß Italien Son­derinteressen in Albanien und an der al-

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Eine Mitteilung dentalienischen Negierungin Berlin.

Berlin, 19.März. (WB.) 3m Zusammen­hang mit der Spannung auf dem Balkan ist ein diplomatischer Schritt der italienischen Regierung auch bei der deutschen Regierung erfolgt. Die italienische Regierung hat dabei daraus hinge- wiesen, daß nach ihren Beobachtungen in Jugo­slawien starke militärische Vorberei­tungen mit bezug auf Albanien getroffen würden. Die italienische Regierung beabsichtige nicht, hieraus mit militärischen Gegenmaßnah­men zu antworten. Sie werde aber der deutschen Regierung ebenso wie den übrigen am Balkan» interessierten Mächten zur Entkräftigung der im Zusammenhang mit diesen Rüstungen gegen Italien eingeleiteten Kampagne alsbald aus­führliches Material vorlegen, da« die tatsächliche Lage aufkläre.

Die Pariser Presse.

Paris. 20. März. (XU.) Die französische Presse versichert, die französische Regierung werde Belgrad zur Mäßigung raten, hofft aber andererseits, daß Frankreich dabei, wie es sich für eine Großmacht zieme, mit größ­ter Mäßigung vorgehen werde. Die Anschul­digungen italienischer Blätter, daß franzö­sische Persönlichkeiten in Jugoslawien gegen Italien agitierten, werden als unbegründet zurückgewiesen. Die italienische Regierung habe bereits entsprechende Dersiche- nmgen durch den französischen Botschaster in Rom erhalten.

ergebenden Gefahren unterschätzt werden. .Observer" wird darauf hingewiesen, daß, auch die Situation an sich fei, etwas an sich widersprechenden Berichten aus Rom Belgrad wahr fein müsse. Der i t a l i e

Breite örtlich 8, <uksu>4rts 10 Reichspfenmg, für Re­klameanzeigen von 70 mm Breit« 35 Reichspfennig. Dlatzvorschrifl 20', mehr

Ehefredaktenr

Dt. Friede Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wich Lange- für Feuilleton Dr H.THtzriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein,- für den An­zeigenteil i.Derir. H.Beck.

sämtlich in Gießen

Annahme Mi Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm HS he

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Um Albanien.

Die italienisch-jugoslawische Spannung

Die ttantonttuppen in Schanghai

Ausbruch des Generalstreiks.

Schanghai. 21. Würz. (IBIB.-luuffprud).) Die Südtruppen find in die Lhinesenfiadl von Schanghai eingedrungen. Der Kommandeur der Schontung-Truppen in Schanghai hat sich in die französische Konzession geflüchtet. 3n Schanghai ist der Generalstreik ausgebrochen. Die Rordarmee hat nunmehr sowohl 5 u n f i a n g als auch 2Baf Ian g

Sechzig Jahre nationalliberale Partei

Reichsminister Stresemann auf der Feslversammlung in Hannover.

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Am Sonntag mittag fand am Bennigsen- Denkmal die

Gedächtnisfeier für den Gründer der Partei statt. Dazu hatten sich mehrere tausend Personen eingefunben. Um 12 Uhr begann die Feier mit dem feierlichen Glvckengeläute der Marktkirche. Reichslagsabgeordneter Albrecht hielt die Gedächtnisrede, in der er das Wirken Bennigsens als des erfolgreichen Wegebereiters für Deutsch lands Einheit und Freiheit umriß und die natio­nale Arbeit der Partei in dem 1871 endlich ent­standenen geeinten Deutschland würdigte. Zu den Problemen der Gegenwart überleitend, führte der Redner dabei u. a. auS: Das Erbe Bennigsen haben feine Rachfolger treu behütet. In schwer­ster Zeit hat Dr Stresemann das Steuer ergriffen und zugleich mit unserem Partcifchiff auch das Reichsschiff hervorragend geführt. Daß er in der wildesten Inflation die Zügel fest- hielt, daß er den Ruhrkampf abbrach, die rheinische Bevölkerung stützte und Reichswehr nach Sachsen einmarschieren ließ, das Reich beruhigte, wird ihm in der Geschichte nicht vergessen werden. Auch jetzt kommt er aus Gens zu uns nicht mit leeren Händen, sondern bringt uns die Befreiung der Saar von französischer Besetzung nach einer kurzen, fest vereinbarten Frist. Wir haben keinen fehnlicheren Wunsch, als daß Dr. Stresemann dem Reiche und unserer Partei als Führer noch lange erhalten bleibt. Rachmittags fand dann die Feier mit einem Festmahl ihren Abschluß. Geheimrat Kahl hielt die Begrüßungsrede. Reichsminister Dr. Stresemann gedachte der um die Partei verdienten Persönlichkeiten und verlaß die ein­gegangenen Telegramme, u. a. das des Reichs­präsidenten von Hindenburg. Hieran schloß sich eine Ansprache des Ehrenvorsitzenden der Deutschen Volkspartei. Geheimrat Vogel, Dresden, der besonders die Bedeutung des 60- jährigen Jubiläums unterstrich und mit einem Hoch auf die Partei schloß

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dänischen Unabhängigkeit habe, sei durch Frank­reich. Großbritannien und Japan in einer Er­klärung der Botschafterkonferenz vom 9. Olr- vember 1921 anerkannt worden und alle dr Mächte hätten sich verpflichtet, ihre Vertreter beim Völkerbund anzuweifen, daß im Falle ir gendwelcher Grenzstreitigkeiten in Albanien d.. jrage der italienischen Schiedsge­richtsbarkeit überlassen bleiben soll-.' Der kürzliche Abschluß des italienisch-albanische Vertrages gehe aber wesentlich über diese Er flärung hinaus, indem Italien neben der pol'- tischen und territorialen Unabhängigkeit Alb-. nienS auch jeden Schutz gegen Angriff, aus seine gegenwärtige Regierung zusage.

In dieser Tatsache sieht man in Londe: offenbar gewisse Gefahren. Man weist da raut hin. daß eine italienische Intervention leicht zu einer Periode der Unrast führen könne, wie h nach der Annexion Bosniens und der Herzes toi na durch Oesterreich-Ungarn im Jahre 19 erfolgt fei. Obwohl die Hände Grvßbritannic. und Frankreichs durch die Erklärung vom Iah 1921 in verschiedener Hinsicht gebunden K - lege man Wert darauf, daß die Haltung (Brot britanniens nicht, wie das offenbar auch u Belgrad geschehe, als unbedingte Unter stüyung Italiens aufzufassen fei. 'Bei den ernsten Konsliktmöglichkciten und der heikl juristifchen Lage auf der anderen Seite toür?. man es nicht ungern sehen, trenn der Völker bundsrat aus Grund des Artikels 11 sich der Angelegenhrit annehmen und zunächst Ita­lien und Jugoslawien verpflichten würde, jede militärische Aktion zu unterfallen, bis eine Sonderkommissivn des Völkcrb u n- des den Konflikt an Ort und Stelle geprüft habe. Die Voraussetzungen deS Artikels 11 für einen entsprechenden Antrag für ein Eingreifen des Völkerbundes werden als sofort gegeben er­achtet

Der Völkerbund.

Paris, 21. Mär;. (DTV.-Funkspruch.) Die Agentur haoas berichtet: (Sestern hat Botschafter o. h o e s ch mit dem Generalsekretär Im Außenmini­sterium, Bert Helokh. in Abwesenheit Brlaub darüber verhandelt, ob angefldjts der stallenlfch-jugo- slawischen Spannung die (Einberufung des Völkerbundes erforderlich fei. Brianb wird heute nach Paris zurückkehren und den italienischen Dotfchafter empfangen. Ls hat auch ein lebhafter Meinungsaustausch zwischen den Großmächten im Verlause des gestrigen Tages ftattgefunden. Die jugoslawische Regierung hat sich übrigen- bereit er­klärt, sich einer Lnguette der alliierten MilitarattachLs zu unterwersen. die genau prüfen könnte, was an militärischen Vorbereitungen an der albanisch-serbischen Grenze vorgenommen werde. Rach demJournal soll jedoch die Bel­grader Regierung beschlossen haben, die Angelegen, heil dem Völkerbunde zu unterbreiten. Das Blatt ist der Ansicht, daß die Probe, die der Völkerbund in diesem Fall zu bestehen habe, ernster sei als die anläßlich des bulgarisch-britischen Kon­fliktes.

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Hannover, 19. März. (WTB. > Als Auf­takt zu den Feiern aus Anlaß des 60jährigen Jubiläums der Deutschen Volkspartei sind aus allen Teilen des Re.ches und auS den abge­tretenen Grenzgebieten zahlreiche Führer und Veteranen der alten Rationalliberalen Partei und der Deutschen Vollspartei eingetroffen. Leb­haft begrüßt wurden Geheimrat Vogel aus Dresden, der Ehrenvorsitzende des Zentralvor- standeS, der der Partei seit der Gründung an- gehört, ferner Senator FuchS aus Danzig, der Abg. K a l l i n a von der Deutschen Rational­partei der Tschechoslowakei, Staatsrat Dr. Lan­genhahn von der Großdeutschen Volkspartei Oesterreichs, sowie die Vertreter aus dem Saar­gebiet. Rach einer kurzen Beratung des Parieivorst an des. die sich mit organisatorischen Fragen befdjvltigtc. trat der Zenlralvor- ftand der Deutschen Volkspariei heute nach- mittag zu einer Sitzung zusammen, in der nach kurzer Aussprache einmütig folgende

Kundgebung

beschlossen wurde

Der Zentralvorstand der Deutschen Volks- Partei, zur Feier deS 60jährigen Bestehens der Rationalliberalen Partei in Hannover versam­melt, bekennt sich an diesem Tage erneut z u den alten Zielen und Bestrebungen des deutschen na­tionalen Liberalismus. Die Deutsche Dolkspartei ist durch den Beschluß des Zentral­vorstandes der Rationalliberalen Partei vom 15. Dezember 1918 die Fortsetzung der Rationallibe­ralen Partei geworden. Deshalb wünsch! die Deutsche Dolkspartei zu bekunden, daß die un­zerstörbaren Ideale nationalen und liberalen Den­kens und Wollens in ihr forileben und die Grund­lage ihrer Bestrebungen sind und sein werden. Die Deutsche VolkSPariei glaubt, der nationalen Idee, die sie allen andern voranstellt, am meisten au nutzen durch öle Zusammenfassung der Kräfte, wissend, daß Deutschlands Wie­deraufbau nicht das Werk einer Partei, sondern nur das Werk des zusammengefaßten na­tionalen Willen S der dazu bereiten Kräfte des deutschen VvlkeS sein kann. Unverrückbar ist und bleibt die liberale Grundeinstellung der Partei. Aus dem Gebiete der Entsaftung der geistigen Kräfte innerhalb des christlichen <8r- ziehungs- und Bildungsideals wird sie das hohe Gut des liberalen Gedankens, der Du 1 ds a m - feit gegenüber andern Gesinnungen, als ihre Aufgabe bewahren und neben dem Willen der Eltern Hüterin der Freiheit der Lehrerpersönlich­keit und der Hoheitsrechte des Staates sein. Die Freiheit derPersönlichkeit wird sie als ein ganz besonderes Gut schätzen gerade in einer Zeit, in der Massenwillen und Masseninstinkte sich dem Willen und der Erkenntnis einzelner ent­gegenstemmen. Frei von jeder berufsmäßigen Ern- ftellung, jedem Klaffenvorurteil widerstrebend, ist die Versöhnung der Stände, der Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit, die Siche­rung selbständiger Existenzen inmitten der Zu­sammenballung großer Wirtschastsbetriebe. die Wiriberherstellung eines lediglich dem Staat er­gebenen Beamtentums, ihre Aufgabe.

Im Kuppelfaal der Stadlhalle fand dann die große Festlundgebmig statt. Der riesige Saal ist bis auf den letzten Platz befeht. Unter reichem Grünschmuck sind unter den schwarzweißroten Farben die Düsten von Bismarck. Bennigsen und Basser mann ausgestellt. Rach einem Dorspruch aus dem ersten Satz aus derEroiea" nahm

Reichsauhenminis^er Dr. Stresemann das Wort zu seiner Festrede, in der er u. a. auSfÜhrle: Wenn die Deutsche Dolkspartei heute das 60jahrige Bestehen der Rationalliberalen Partei in Hannover begeht, so weiß sie sich auf geschichtlichem Boden, denn hier in Riedersachfen toar die Geburisstätte Rudolf v. Bennigsens, somit hier auch die Geburtsstätte der Rational­liberalen Partei, denn die großen Schöpfungen gehen Don den Persönlichkeiten aus. Hier in Hannover war auch die 'Geburtsstätte der Deut­schen Dolkspartei. als anderwärts alles wankte und mancher vielberufene Wann unsere Fahne verließ. Der Rame hat sich geändert d i e G e - danken sind geblieben. Wir waren, find und werden bleiben eine nationalliberale deutsche Volkspartei. Sin lieues Deutschland ist entstan­den als Folge eines unglücklichen verlorenen Krieges. Wir alte, die wir das alte Deutschland kannten und in dem neuen Deutschland leben, find, um ein Wort von Walter Fier zu variieren, Wanderer zwischen zwei politischen Welten.

jür uns gilt das wort eines partcitrcunbes oon dem alten Deutschland, das wir lieben und dem neuen Deutschland, für das wir leben. Vir werden uns dem Ruf, an unscrm Staat im republikanischen Deutschland mitjuarbeifen, nie versagen, und werden lieber Unpopularität in gewissen Zetten auf uns nehmen, als billige Agitationspolitik treiben.

Aber wer mitarbeitet, der sei sich klar darüber, daß wir weder den nationalen noch den liberalen Ge­danken jemals aufgeben werden, daß wir vielmehr wirken und weben dafür, daß der Liberalismus ge­rade in der Gegenwart das Trennen de über- windet und die gemeinsame Kulturauffassung

Die Lage an der Grenze.

Rom, 20. März. (WTB.) Giornale d'Italia meldet aus Tirana: Die albanische Regierung trifft im Hinblick auf die Vorbereitung Südslawiens D e r- teidigungsmaßnahmen. Pläne für eine Zusammenziehung von Streitkräften im Norden werden mit Beschleunigung geprüft. Die Vorberei­tungen Südslawiens treten besonders sudlichoon Djakova in Erscheinung. Sie begannen mit der angeblichen Fahnenflucht von Offizieren, die die Bergbewohner zum Aufstand und zur Bandenbil« düng aufreuen. Die südslawische Regierung ließ an der albanischen Grenze ein Plakat anbringen mit der 2Uifforberung an alle Gegner der Regierung von Tirana, sich von der Grenze zu entfernen. Damit will die Regierung Europa beweisen, daß sie alles getan Hai, um einen Aufstand oder einen Marsch von Aufständischen gegen Tirana zu verhindern.

3n Belgrad.

Rom. 20. März. iWTB)Secolo meldet aus Belgrad, die südslawische Regierung habe von der Kammer außerordentliche Doll­machten verlangt, und die Erledigung des Kriegsbudgets auf dringlichem Wege gefordert, das eine fünffache Erhöhung gegen bisher bedeute. Da die Opposition Schwierigkeiten machte, habe ein Ministerrat einige kleine Ab­striche vorgenommen, um die schleunige Erledi­gung des Budgets zu ermöglichen. Die Kammer halte drei Sitzungen am Tage ab. Es sei auch die Bildung einer nationalen Konzen­trationsregierung in Dorbereitung, der auch die beiden nationalistischen Führer P r i - itschewisch und Davidowitsch angehören sollen, die einander nicht mehr bekämpften, und nun angeblich vor der Berföhirung stehen.

In der Skupschtina führte Außenminister P e- ritfch über die außenpolitische Lage u. a. aus: Die Politik gegenüber Italien gründet sich auf den ehrlichen Wunsch nach guten nachbarlichen und freundschaftlichen Beziehungen, gegenüber Frank- re i ch besteht eine vollständige Heberrinftimmung der Anschauungen und 3ntereffcrL Wir hoffen, daß Großbritannien uns immer in unseren Bemühungen, den Frieden zu erhalten, unter­stützen wird. Zu Deutschland sind untere Beziehungen sehr gut und Handrisvertragsver- handlungen werden bald beginnen. Es ist schwer, zu bestimmen, ob der gegenwärtige Zustand Sow- jet-Ruhlands hinreichend geklärt ist. Unter Bezugnahme auf jugoslawische Rüstungen erklärte der Minister: Wir versichern feierlich, daß unsere Derteidigung nicht den Charakter des normalen Standes übcrfd&rcitct. Wan soll Jugoslawien nicht die Schuld an albanischen Unruhen zuschreiben.

Die Agentur Avala meldet. Wir sind er­mächtigt zu erklären, daß die vom römischen Giornale b3talia veröffentlichten Rachrichten über angebliche militärische Dor-

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zur Geltung bringt. Wir tasten uns nicht cinjpanncn in das enge Bett der parteipolitischen Schlagworte. Wir sind keine Rechtspartei und wir sind keine Linksvartei, sondern gehen selbständig unfern Weg auf Grund selbstgewonnencr Erkenntnis, und unser Fuhlen und Denken bleibt die-nationalliberale Ge­dankenwelt unserer Vater. Wir neigen uns in Ehr­furcht vor den Männern, die einst mit dem fchwarz- rot goldenem Bande der Burschenschaft zu­erst die Gedanken von Einheit und Freiheit ver­kündeten, als engherziger Fürstengeist es nicht zur Einheit Deutschlands kommen lieft. Wir wissen, daft Staatskunst, verbunden mit militärischen Siegen, den Freiheitstraum der Deutschen erfüllte, daft die Nationalliberale Partei ihre Entstehung B i s mord verdankt, weil sie ihin folgte, oorahnend, daß sie der Vollender sein werde seiner Ideen. Aber mir bcgrüften auch in Ehrfrucht die Männer der P a u l s k i r ch e, die die Vorarbeit für die Einigung Deutschlands getan haben, und die in ihrem Idealis­mus dem Tage des 18. Januar 1871 vorgeleuchtet haben, als es in andern Hirnen noch dunkel war.

Immer war Deutschland am größten, wenn es kampsen muhte um feine beffcrc Zukunsl.

Der großen Periode der Kämpfe um das Ideal der deutschen Einheit folgte die große Zeit der Ausge­staltung des Reiches. Ihr folgte eine Soturiertheit und ein 21 b ft i e g von der Zeit Wilhelms I. Vielleicht war uns diefe Prüfung auferlegt, um vor der Welt zu zeigen, daß wir doch die Kräfte in uns haben, wieder zu einer besseren Zukunft aufzusteigen. Geschichtlich gesehen, wird man einst bewundern, was das deutsche Volk nach tiessteni Fall in wenigen Jahren für seine innere Konsolidierung geleistet hat. Wir wißen, haft der Wiederaufbau nicht von einer Partei geleistet werden kann. Wir lehnen es ab, dos deutsche Volk zu zerfleischen in angeblich nationale und nichtnationale Kreise. Natio­nal ist für uns, wer feine Pflicht tut gegen sein Land. Möge die Zeit kommen, in der ein großes Volk, einig in seinen Stämmen, sich verbindet in Mitarbeit am deutschen Volkstum, in dem Be­kenntnis zur Einigkeit und Recht und Freiheit?

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Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnick und Verlag: vrühl'sche Umversilät5-Vuch- und Stcmöruderei B. Lange in Sietzen. Schriftlenung und Seschästrftelle: 5chlllstratz« V

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