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46. Fortsetzung

Nachdruck verboten

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(Fortsetzung folgt)

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gegen bas widerstrebende Kapital auSzurichnm vermögen. Nahezu ohnmächtig wären aber sozly» list.sche Minister in einer Groben Koalition. Der Landtagsabg. Leuschner erklärte, die Ge­werkschaften legten entscheidenden Wert darauf, dah das Reichsarbeilsministerium durch einen Sozialdemokraten verwaltet werde. Cs sei eine furchtbare Verelendung der Arbeiter­schaft in den letzten Iahren eingetreten, die wie­derum eine starke Radikalisierung der Massen eintreten l eb. Eine Folge davon wäre wiederum d.e Radikalisierung Per Abgeordneten.

Rundfunk-Programm.

Samstag, 22. Ianrar.

3,30 bis 4 Llhr: Sie Stunde der Jugend. 4,30 bis 5,45 älhr: Konzert des Hausorchesters:<}toei Seelen und ein Gedanke". 5,45 bis 6.05 Uhr: Der Briefkasten. 6,15 bis 6.45 Uhr:Frankfurt, eine Hochburg des Radsports", Dortrag von Chefredakteur Budzlnski. 6,45 bis 7,15 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für An an* ger und Fortgeschriitene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7,15 bis 7,45 Uhr:Sie einzelnen Zweige des kaufmännischen Berufs und ihre Aus­sichten", Dortrag von Erich Zimmermann. 7,45 bis 8,15 Uhr:Stilwandlungen in der Sprech­kunst der Bühne", Dortrag von Alfred Auer­bach. 8,15 Uhr: Vortragsabend Robert Koppel- Berlin. Anschließend bis 12,30 Uhr: Tanzmusik.

Oer Frosch mit d erMaske

Roman von Edgar Wallace.

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eineS Knochengewebes die aufeinanderfolgenden Stadien sch entwickeln, die vom Beginne einer Knochentuberkulose biS zur Zerstörung des Kno­chens in anschaulichster und einprägsamster Weise verfolgt werden tonnten. Aber auch der Ver­lauf komplizierterer Experimente kann oft besser durch schematische Zeichnungen als durch lange Beschreibungen dargestellt werden, wie am Bei­spiele der Blutunt-'rsuchungen ge^e gt wurde.

So hat der Dortraz grlr.-rt. welche Bedeu­tung dem Zeichnen gegenüber der sche.nbar mo­derneren und reicheren Vorführung von L cht- bildern im naturwissenschastlich n Unterrichte zu- kommt, und es will scheinen, daß die entwickelnde Art der zeichnerischen Methode insbesondere besser geeignet ist, daS weithin verloren g> gangene Vermögen zum Sehen im Sinne naturwissenfchaftl.cher Beobachtungsgabe wie­der zu entwickeln. Wie notwendig dies aber ist. beweisen d.e Ausführungen die der Mediziner P. Ernst auf der diesjährigen Versammlung Deutscher Raturforscher und Aerzte in Düsseldorf gemocht hat: .Ich pflege die Menschen, ins­besondere meine Zuhörer, in drei Klassen einzu­teilen: 1. die große Mehrzahl derer, dje bas nicht sehen und in sich verarbeiten können, was man- ihnen zeigt; 2. die verhältnismäßig geringe Zahl derer, die das können, und 3. die sehr kleine Zahl derer, die etwas sehen, was ihnen nicht gezeigt worden ist." L- H

pungen die Gemüter verwirrt. Ihre Ursache erblickt er in einer Störung des Derhäitniises zwischen dem geistigen Leben und dem politischen Wollen der Bölter, in einem MißklaNg zwischen Kul­tur und D o l i t i t. Dieser Mißklang ist es, der gerade den kulturell hochstehenden und eben darum auch für das politische Wirken des Staates unent­behrlichen Deutschen dem politischen Leben und seder Art von Parteipolitik entfremdet hat. Der politische Aberglaube von derBosheit der Macht", den Karl Boßler mit Recht geißelt, erzeugt ja nur spießbür­gerliche Gleichgültigkeit. Aber der Mangel an Kul­tur in unjerm politischen Leben, dem auch dieser Aberglaube entspringt, schreckt den oeistigen Men­schen von jeder Berührung mit der Politik ab. Die so entstehende geistige Verarmung dr Politik fuhrt zu jener Gleichgültigkeit, die der Münchner Rektor als die breiteste Gefahr des deutschen Volkes und als die schwerste Erschast vom alten Reich her be­zeichnet.Von Kaiser Wilhelm I., von Bismarck und seinen Beamten her gewöhnt, dah die Führung ge­schickt und zuverlässig, die staatlichen Emritchtungen gesund, unsre kritischen Bedenken aber überflüssig und nutzlos sind, haben wir unsre politische Unmündigkeit aus den Jahrhunderten des Absolutismus mit rührendem Biedersinn in die Neu­zeit gerettet, haben sie gefüttert und geschmückt, bis uns der Weltkrieg die Zipselhaube um die Ohren schlug." Aber der deutsche Michel hat seine Zipfcl- haube wieder aufgesetzt. Unverantwortliche Berufs­politiker haben die Unmündigkeit des Volkes ge­nutzt. sich in den obern wie untern Schichten wieg- lerisch betätigt und unsallerlei alte und neue poli­tische Mythen" eingeredet. Als solcheMythen" nennt Doßler nationalistische und imperialistische, denen zufolae unser Volk auserwählt, unsre ger­manische Rasse zur Herrschaft über alle andern ae- borcn. unser Staatswesen allgütig und allmählich sein sollte, ober sozialistische Mythen vom Klassen- t'ampf als Erlösung, vom Generalstreik als Läute­rung und Befreiung der Massen, von der Weltherr­schaft des Proletariats, von der Allgewalt der wirt- ,chastlict)en Kräfte, vom Untergang der kapitalisti- sehen Gesellschaft u. a. Das Gefährliche dieses Aber- glaubens liegt darin, daß er das Verhältnis zwi- schen Mensch und Wcltenlauf verdeckt und fälscht. Er redet seine Gläubigen die anaemaßte heillose Sicherheit ein, daß ihnen das Wagnis gelingen, ihnen das Schicksal Rede stehen und recht geben, ihnen die ewigen Mächte zu Diensten und zu belie­biger Verfügung sich halten müssen." So ist bei uns der politische Sinn, den man jedem Politiker nicht fein genug wünschen kann, a b g e ft u m p f t worden, ein Detäubungs- und Rauschmittel ist, zum täglichen Brot geroorb-n.

Aus all dem zieht Karl Voßler für die Deutsche Hochschule die Nutzanwendung: sie muß zu s e l b = ftänbigem, kritischem und wahrhafti­gem Denken erziehen. Wie notwendig das ist, das hat gerade die Reichsgründungsfeier ge» zeigt, bei der diese Rede gehalten wurde. Der frühere bayerische Kronprinz hatte sein Erscheinen abgelehnt, weil nicht ihm. sondern der Staatsregie- rimg dek Platz in der Mitte der ersten Reihe ein- geräumt worden war. Die Korporationsstudenten waren der Feier femgeblieben, weil der Rektor auch jüdische Verbindungen zumChargieren" zugelassen hatte. Eine Anzahl Professoren hatte die Beteili- gung abgelehnt und der ursprünglich vorgesehene Festredner hatte auf seinen Vortrag verzichtet, well an diesem Tage auf der Universität neben Schwarz- Weiß-Rot auch die Reichsfahne aufgezogen war. Und all diese Kleinigkeiten bei einer Reichsgrün- dungsseier, am Gedenktag der deutschen Einheit? Daß das [einedeutsche Art" war, hatte der Rek­tor empfunden, und so hielt er denn seinen Vortrag überPolitik und Geistesleben". Mit tiefem Ernst wandte er sich im besonderen an die Studen­tenschaft. Ihr gab er zu bedenken, daß sie in den letzten Jahren zwar viel getan habe, den Alko- holismus aus ihrem Leben zu entfernen, daß sie aber seit einigen Iahren Gefahr laufe, s i cha n politischen Phrasen und Mythen gei- st i g zu betrinken". Und er wünschte ihr drin­gend, daß sie. nachdem sie aus der Menge politi­sierender Religionen ..so viel Wagemllt, Hochsinn, Nadikali-mus, Unduldsamkeit, sektiererische Ab­wegigkeit und so viel Starrsinn" übernommen, nun auch vom wissenschaftlichen Denken und von der Selbstkritik sich einiges mit­teilen lasse. Man wird derKöln. Ztg." zustim­men. wenn sie zu dieser Rede Karl Daßlers sagt, der Geist, der aus ihr weht, ist erfrischend. Zu wünschen bleibt nur, daß er an der Stelle, auf die

DSA. Deutsche im Verein, trug an die ßörige, daru Frauen, 219 größte Keistaat) n Ugen. 3f Dittelrh! Brandenburg. J der ,Aord> d'e Reichs ^angehörig uud Turnerin vrn rund

dem Bennett nun mit Hilfe einer Landkarte, die er des nachts bei einem Papierhändler gekauft hatte, den Weg nahm. Nach einer weiteren Stunde kam er in einen waldbewachsenen Hohlweg und als er feine Starte befragte, fand er, daß er fein Ziel er­reicht habe.

Alles was fein zufälliger Freund aus dem Zuge berichtet hatte, bestätigte sich. Er sah ein Hermelin, das einem erschrockenen Kaninchen nachraste, einen Habicht, der unaufhörlich mit ausgebreiteten Fitti­chen über ihm kreiste und plötzlich fand er, wonach er auf der Suche war: den kunstvoll versteckten Eingang zu einem Dachsbau.

In den Jahren, in denen er feinem Steckenpferd nachging, hatte Bennett so manche Schwierigkeit be­fielt und dabei viel gelernt. Und heute wollte er be­weisen, daß früheres Mißgeschick ihn die Kunst ge- lehrt habe, sich zu verbergen. Er brauchte lange Zeit dazu, um seinen Apparat In einem wilden Lor­beerbusch ouszustellen und war trotzdem darauf ge­faßt, daß es nötig sein würde, eine lange Aus. nähme zu machen, denn er kannte den Dachs al» das scheueste Tier seiner Art. Es waren junge Dachs« im Bau. Bennett sah ihre Spuren und er wußte, dah ein Dachs, der Junge hat, doppelt scheu ist. Bennett hatte den pneumatischen Auslöser, der die Kamera zur Kurbeln brachte, durch eine elektrische Erfindung ersetzt, die ihm mit größerer Sicherheit zu arbeiten erlaubte. Er rollte die Schnur ihrer Sanzen Länge nach ab und nahm selbst auf dem dhang des Hügels, etwa fünfzig Meter entfernt, feinen Posten ein. Dort machte er es sich bequem. Er legte seinen Rock ab, der ihm al» Kisien dienen sollte und nahm seinen Feldstecher zur Hand.

Er hatte eine halbe Stunde gewartet, als er eine

Politik und Geistesleben.

Ein großer Teil der deutschen Nation, so heißt es einem Ausiatz derKölnischen Zeitung", hat seit dem Zusammenbruch von 1918 fein seelisches Gleich­gewicht noch nicht wiedergcfunoen. Seine Seele leidet, nicht nur aus wirtschaftlicher, fast noch mehr aus politischer, aus geistiger Not. Und seine geistige Not wurzelt weniger in der Not der Gegenwart als in der Not der Vergangenheit, die den deutschen Menschen in tausend Abhängigkeiten er- zogen und ihn nicht an selbständiges politisches Den­ken gewohnt hat. Diese Deutschen können immer noch tein inneres Verhältnis zum neuen deutschen Staatcgedanten finden: sie starren wie gebannt in die Vergangenheit, als ob es nicht auch in der Gegen­wart manches Gute gäbe, als ob es nicht von der Zukunft doch Besseres zu erwarten wäre. Wenn es sich nur um ein absterbendes Geschlecht handelte, das für den Aufbau des neuen Staates wenig ober nichts bedeutet, könnte man es feinem Schicksal überladen. Aber dem ist nicht so. Wichtige Bolks- kräst«, die wir für die nationale Arbeit Deutsch­lands brauchen, können sich von einer überlebten Gedankenwelt nicht loslösen, und was das schlimmste ist: auch Teile der Jugend, im besonderen dcr aka­demischen Jugend, sind in ihr befangen. Es ist verständlich, daß Gesellschaftsschichten, die mit den alten Herrschaftsformen unlösbar verbunden waren, sich mit dem Wandel der Dinge noch nicht abzufii'.den vermögen. Aber daß auch junge Men­schen, die die Dergantzenheit meist nur vom Hören­sagen können, völlig in ihrem Bann stehen, das ist schwer zu begreifen. Die Jugend pflegt sich doch ihre Ideale selbst zu formen, und sie eilt in der Regel der Zukunft voraus. Was aber tut ein Teil der deutschen Jugend? Er steht fremd dem Geschehen der Zeit (tynüby; und spürt das Werden eines neuen Völlegefühls nicht, das über alle Klasfcnfchranken hinweg Ausdrucksformen eines neuen Gemeinschaftslebens sucht. «Hier rächt sich das schrankenlose Wirken der Parteiherrschast, die den Geist in einem Netz von Schlagworten gefangen hält. Hier rächt sich aber auch die Gleichgültigkeit, mit der der neue Staat bisher die Seeele des Vol­tes ihrem Ringen überlassen hat.

Es ist ein erfreuliches Zeichen der allmählich fortschreitenden Selbstbesinnung, daß die zur gei­stigen Führung der Nation, namentlich der akade­mischen äugend, berufenen Männer anfangen, .gegen die Politik der Schlagworte, die unser ganzes öffentliches Leben vergiftet, entschieden Front zu machen. Nachdem im vorigen Jahr der Heidelberger Universitätslehrer 7 Alfred Weber in einem ausgezeichneten Vortrag die geistige Durchdringung der Politik als notwendige Voraussetzung des neuen deutschen Aufstiegs gefor­dert hat, ist dies jetzt auch bei der Neichsgründungs- feier der Universität geschehen in der der Gedenkrede ihres Rektors, Geh. Rat Karl Voßler, des be­rühmten Romanisten. Er sprach von derpoliti- tischen Schwarmgei st erei", von der alten Unvernunft, die in immer wieder neuen Derpup-

in Knightsbridge zurück. Am nächsten Tage regnete es und sie erreichten Valdock erst spät am Nach­mittag. Unter dem Schutze einer Hecke öffnete Brady den Brief und las ihn, während fein Gefährte ihn erwartungsvoll beobachtete:

Du wirst von Baidock abzweigen und den nächsten Zug nach Bath nehmen. Dann gehst Du auf der Landstraße nach Gloucester. Im Dorfe Laoerstock wird Du Carter entdecken, daß Du mit Lola Baffano verheiratet bist. Du wirst ihn in denRoten Löwen" führen und es ihm dort so herausfordernd wie möglich mitteilen, um einen Streit vom Zaune zu brechen. Aber unter feinen Umständen darfst Du ihm erlauben, sich von Dir zu trennen. Ihr geht weiter nach Jdbley Copse. Dort wirst Du einen Landstrich finden, wo drei abgestorbene Bäume stehen. Dort machst Du Halt, nimmst das Geständnis, daß Du mit Lola ver­heiratet bist, zurück und entschuldigst Dich. Du trägst eine Whiskyflasche bei Dir und mußt zu dieser Zeit das Schlafmittel schon mit dem Whisky vermengt haben. Nachde mer eingeschlafen ist, gehst Du weiter nach Gloucester, Hendreystraße Nr. 289, wo Du eine vollkommene Neuaus­rüstung finden wirst. Hier rasierst Du Dich und kehrst mit dem 2.19-Zug in die Stadt zurück."

Lew las jedes Wort, jede Silbe wieder und wieder, bis er sich den Inhalt eingeprägt hatte. Dann entzündete er ein Streichholz, hielt das Pa­pier daran und sah zu, wie es verbrannte.

Was hast du für Instruktionen?" fragte Ray.

Dieselben wie du, vermute ich. Was hast du damit gemacht?"

Auch verbrannt", sagte Ray.Weißt du, wohin wir gehen?"

Wir schlagen die Straße nach Gloucester ein. Das heißt, daß wir über Land geljen müssen, bis wir die Straße nach Bach erreichen. Dort können wir den Zug nach Bath nehmen."

Gott sei Donkl" sagte Ray inbrünstig. ,Lch glaube nicht, daß ich noch einen Schritt machen Fann."

Um sieben Uhr abends fliegen zwei Vagabunden auf dem Bahnhof von Bath aus einem Wagen dritter Klasse. Einer, der jüngere, hinkte leicht und setzte sich auf eine Bahnhofsbank.

Komm weiter, hier können wir nicht bleiben", fagte der andere mürrisch.Wir müssen in der Ltadt ein Bett kriegen. Es gibt hier irgendwo eine Hellsarrnee-Unterkunft."

Warte noch", sagte der jüngere.Ich habe vom Sitzen in dem verfluchten Wagen den Krampf de- kommen. Ich kann mich kaum rühren."

Der Zug, mit dem sie angekommen waren, fuhr zur selben Zeit wie der Londoner Zug in die Halle ein und die Passagiere hasteten die Stufen zum untern Durchgang hinab, während Ray ihnen nei­disch nachblickte. Die hatten eine Heimat, wohin sie gehen konnten, reine, bequeme Betten, um darin zu schlafen. Der Gedanke daran verursachte ihm Pein.

Plötzlich blieb sein Auge an einer Gestalt in der Menge hasten, einem großen, vierschrötigen Mann, und Ray fuhr zurück.

Es war sein Vater.

John Bennett ging die Stufen hinab und sein zufälliger Blick erfaßte im Vorüberstreifen die zwei schmutzigen Stromer auf der Bank. Er lieh sich nicht träumen, daß der eine von ihnen [ein Sohn war, über dessen Zukunft er gerade Pläne geschmiedet hatte.

Er ging in die Stadt, holte seine Kamera in einer Schenke ab, wo er sie zurücktzelassen hatte, hob den schweren Kasten auf den Rücken und machte sich, mit seiner Reisetasche in der Hand, auf den Weg.

Ein Polizeimann sah ihm mißbilligend nach und schien unschlüssig, ob er ihn nicht zurückhalten solle.

Die Stärke und Ausdauer des grauhaarigen Mannes waren bemerkenswert.

Er erstieg einen Hügel ohne feinen (Bang zu verlangsamen, erreichte den Gipfel und schritt auf der weißen Straße weiter. Unter ihm erstreckte sich das Wiejengelände von Somerset, weite Felder von Viehherden gesprenkelt und glitzernd von Licht, wo der Fluß sich durch sie hinwand. Der Himmel über ihm war leuchtend blau, hie und da mit weißen Wolken besät.

Wie er so dahinging, ward sein Herz leicht. Alles, was schön und glücklich in seinem Heben gewesen war, fiel ihm ein. Er dachte an Ella und an all das, was sie ihm bedeutete und an Dick Gordon aber, das war ein Gedanke, der ihn schmerzte. Und er flüchtete zu der (Erinnerung an die Zeitungs- tritifen feiner Filme zurück.

Er fchrift stetig aus. Man hatte ihm gesagt, daß man In dieser Gegend Dachse zu sehen bekäme. Ein Mann, den er im Zuge gebrochen hatte, hatte ihm ein wahre» Paradies für Naturliebhaber genau bezeichnet und es war dieser schöne Flecken, zu

Ach Gott im Himmel," staunte Ray, als er die Stimme erkannte.Lew Brady?"

Nichts davon!" fnurrt^ter andere.Ich heiße Phenan und du bist Cart^DSetz dich ein bißchen nieder, ich bin todmüde.

Was soll jetzt geschehen?" fragte Ray, als sie nebeneinander sagen.

Zum Teufel, woher soll ich das wissen?" fragte der andere wild und zog mit vorsichtigen Bewegun­gen seine Stiefel aus, um die wunden Füße zu reiben.

Ich hatte keine Ahnung, daß Sie es sind!" sagte Ray.

.Lch habe es ganz gut gewußt," sagte der andere. Aber wozu man die Aussorderuna an uns hat er- gehen lassen, einen Ausflug in bie|e schöne Gegend zu machen, das weiß Gott?

Nach einer Welle war Lew genügend ausgeruht, um den Weg sortzusetzen.

Es gibt da irgendwo eine Scheune, die dem Kaufmann im nächsten Dorf gehört. Er wird uns für ein paar Pence dort schlafen lassen."

Aber warum versuchen wir nicht ein Zimmer zu bekommen?"

Sei kein Idiot!" fiel ihm Lew ins Wort.Wer wird ein paar Landstreicher aufnehmen? Wir wis.en, daß wir rein sind, aber die nicht. Nein, wir müljen schon den Weg gehen, den Landstreicher nehmen.

Wohin? Nach Nottingham?"

Ich weiß nicht. Wenn man dir geschrieben hat, daß wir nach Nottingham gehen sollen, |o sage ich dir. daß es der letzte Platz auf der ganzen Welt ist. wohin wir gehen sollen. Ich habe ein versiegeltes Kuvert in der Tasche. Wenn wir Baldock erreichen, soll ich es aufmachen."

Sie verbrachten die Nacht in der Scheune, einem zugigen Schuppen, der, wie es schien, von Hühnern und Ratten bevölkert war. Ray hatte eine schlaflose nadit und dachte sehnsüchtig an sein liebes Bett In Maytree Haus. Merkwürdig genug, sehnte er sich feinen Augenblick nach feiner fürstlichen Wohnung

er zunächst gewirkt hat, nicht so bald vergehe und daß er darüber hinaus das politische Leben in Deutschland befruchte. Es ist ja sicher so, wie der deutsche Reichsminister des Aeußern kürzlich in Dresden gesagt hat: Der deutsche Aufstieg wird ein geistiger jein, oder er wird nicht fein. Unter dem Zwang der Verhältnisse haben wir in den letzten Jahren uns vornehmlich mit unfern wirt­schaftlichen Nöten beschäftigt und darüber der geisti­gen Not unseres Volkes zu wenig geachtet. Eine geistige Erneuerung tut allen Schichten des Volkes not, ganz besonders unserer akademischen Jugend, die einmal zur Führung der Nation be­rufen fein soll. Es wird Zeit, daß im Ringen um die deutsche Seele die geistigen Kräfte wie­der die Oberhand gewinnen.

3ur Regierungskrisis.

Die Stellung der hessischen Sozialdemokratie.

Von unserer Darmstädter 2t chatt io n.

Darmstadt, 20. 3an. Eine Landes- ausschuhsitzung der Soz.aldemolratischen Partei Hessens hat eine Entschließung angenom­men, in der d e Erwartung ausgesprochen wird, daß die Re.chstcgssraktion das Zustandekommen einer nach rechts gerichteten Regierung mit allen ihr zu Gebote stehenden parlamentarischen Mitteln verhindert. Ferner wird in dieser En schließung die sozialdemolratifche Rcichstags- fraltion aufgefordert, energisch auf Anteil­nahme au der Regier ungsgewal t hin- zuarbeiten. Der Annahme der Entschließung war ein Vortrag des Reichstagsabgeordneten und Reichsministers a. D. Dr. D a v i d vorausgegan­gen, dessen Gedankengänge in ihr niedergelegt sind. W.e dieser über die gegenwärtige politische Lage im Reich denkt, geht deutlicher aus einer Rede hervor, die er seht in Darmstadt vor An­gehörigen seiner Partei gehalten hat. Die Rede ist besonders bemerlenswert, weil Dr. 'David Ge­dankengänge entwickelte, die zeigen, daß er in taktischen Fragen teilweise eine andere Hal­tung einnimmt, als manche Mitglieder seiner Partei in Hessen. Dr. David ist Anhänger der Anschauung, daß die Sozialdemokratie sich an der Regierung beteiligen müsse: er kämpft übrigens schon längere Zeit für diesen Gedanken. Er hätte es gerne gesehen, daß dies bereits geschehen wäre nach dem Ausscheiden der Deutschnationalen aus der Regierung nach Abschluß des Vertrages von Lo­carno. Er meint, es fei möglich gewesen, unter dem Demokraten Kcch eine Regierung zu bilden, wenn die Sozialdemokratie damals ernst­lich gewollt hätte in die Regierung einzu­treten. Durch den weiteren Verlauf der politischen Ereignisse wären viele sozialdemokratische Frak­tionsmitglieder zu der Erkenntnis gekommen, daß es falsch sei, die Regierungsgewalt anderen zu überlassen. Dr David führte u. a. aus:Der in den ersten Zähren der Republik von uns vertre­tene Standpunkt: .Keine Regierung ohne die Sozialdemokratie!" muß wieder Gel­tung gewinnen. Seine Amkehrung:3ei)e Re­gierung ohne die Sozialdemokratie ist uns lieber als eine Koalitionsregierung, in der wir selbst die Verantwortung mitzutragen haben", verdient die schärfste Kritik. Unter dem jetzigen System bedeutet der freiwillige Verzicht auf Re­gierungsgewalt ein politisches Ve r sagen, das auf die Dauer die Wählerschaft abstoßen muß." Zum Schluß erklärte der Redner, daß es für ihn nicht entscheidend sei, ob die Große Koalition jetzt komme oder nicht. 3m Augerüdlick scheine eine Regierung der Mitte mit An­lehnung nach links als einziger Ausweg übrig zu bleiben. Aufgabe seiner Ausführungen sei es, jene psychologische Einstellung zu erzeugen, die den Willen zur Macht in den Vorder­grund stellt. Reichstagsabg. Q u e s s e l stimmte in einigen Punkten Dr. David zu, wandte sich dann aber gegen dessen .übertriebene Be­wertung der M i n i st erp o st e n". Die Grundlagen proletarischer Macht seien zunächst die Anhänger der Sozialdemokratie, dann die Zahl der Mandate und ganz zuletzt erst die Mi­nisterposten. Es sei eine gefährliche Politik, dem Proletariat die Minister als große Machtfaltoren hinzustellen. Sie führe zu einer großen Ent­täuschung, sobald sich die Sozialdemokratie an der Regierung beteilige und die Proletarier bemerkten, wie wenig im Grunde die Minister

Franz Neuberger f.

Einer der besten Männer deö ungarländischen Deutschtums ist gestorben: Dr. Franz Heu­berger, immer bereiter Bekenner seincS Volks­tums. Als Sohn eines kerndeutjchen Heidebauern wurde er im Jahre 1383 in Zancgg geboren und seit 1910 bekleidete er das Amt eines Pro­fessors an dcr landwirtschaftlichen Akademie in Llngarisch-Altenburg. Auf poli.iichem Gebiet trat er erst nach dem Kriege, der ihn an der Front sah, im Jahre 1922 hervor, und zwar zunächst als der Vertreter der Einheitspartei im Reu­siedler-Bezirk: nach Gründung des ungarländisch- deutschen Velksbildunasvereins wurde er dessen VollzugsausschußmltgUed und In den jüngsten ungarischen Parlamen'swahlen geffRinw er wie­derum, diesmal als Vertreter des Altenburger Wahlbezirkes, ein Abgeordnetenmandat.

Die Bedeutung des allzu früh Dahingeschie­denen liegt vor allem in seinem Clnstehen s ü r d l e Erhaltung des bodenständigen! Deutschtums in Ungarn, in der mutigen Bekämpfung der alten ungarischen Mlnder- heitenbchandlung, in der entschlossenen Forde­rung einer ehrlichen und aufrichtigen Rationali­tätenpolitik. die das unveräußerliche Dolksrecht des siryal gesinnten ungarländlschen Deutschtum- nicht mehr antastet. 3n einer der letzten Voll­versammlungen des Dolksbildungsvereines gab Reuberger dem Fühlen und Denken deS deut­schen Volkes in Ungarn in folgenden Sätzen lebendigen Arcsdruck:Untere Gegner mögen wissen, daß w.r bleiben, was wir waren, gute ungarische Patrioten, die im Verein mit unseren ungarischen Mitbürgern aufopferungs­voll, wenn es sein muß, mit der Hingabe un­seres Blutes, unsere Pflicht dem Vaterland« gegenüber erfüllen. Wir wollen keine Privi­legien, unsere Blicke sind nicht auswärts ge­richtet. aber an unserer deutschen Kul­tur, an unserer Muttersprache wollen wir durch alle Höllen treu und stark fest- halten!"

3n dem Rachruf, welchen ein anderer Führer deS Deutschtums In Ungarn, Dr. Jakob Bleher. dem Verstorbenen imSonntagsblatt" widmet, ist die tiefe Wirkung, die Reuberger als Politiker und Mensch ausübte, in den schönen Worten zusammengefaßt:Uns aber, seinem inniggeliebtcn deutsch-ungarischen Volke, soll sein ungarischer Patriotismus. soU aber auch fein deutscher Bekennermut ein mahnendes Beispiel fein und feine stolzen, aus der Tiefe feiner Seele entsprungenen Worte auf unserer lebten Vollversammlung ein heiliges Vermächtnis blei­ben. Rur so kann und sein Geben und feine Arbeit zum Segen werden und fegenSrelch weiter wirken von Geschlecht zu Geschlecht. Ehre seinem Andenken unter unserem Volke immerdar!"

Bewegung an der Mündung des Baues zu sehen glaubte und langsam seine Gläser danach richtete. Er sah eine schwarze Nasenspitze und ergriff den Ballen des Auslösers, bereit, die Kamera kurbeln zu lassen. Minuten folgten auf Minuten, fünf zehn fünfzehn, aber es kam keine weitere Bewegung In das Dickicht und fast war John Bennett froh darüber, denn die Wärme des Tages ließ ihn zu­sammen mit seiner Müdigkeit, wie er so auf Grase lag, ein Gefühl körperlicher Erschlaffung ver­spüren. Tiefer und tiefer wurde dieses wohlige Ge­fühl der Ermattung, das wie ein Nebel auf " herabsank, bis cs alles Sichtbare und Hörbare dunkelte.