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Nr. 246 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)Donnerstag, 20. Oktober (027

Britisch-Zentral,Afrika.

Don Dr. lüoltcr Hagemann

MO O«dl Rhode« 1993 tnü 500 'Kann oon Polare au« feinen Mor gen 3*0 tn« JXatabde^L'aTti» cntrat. ftblug er fnri Jnttxiner auf tue Wnimj 3rnra(af rtfa«. Vie Duren, bte gerate t-tm Transvaal aus nordwärt« den VumxXro ubrtf<$tvium wollten die Port u- giefen welche fett 3<chrzehnten verfuchien die Tetäntnriti Zwischen Ihren Kolonien Angola und Mo^amdigne herzu'iellen und endlich die Deutschen, tue Id* im Begriff standen, eine CüntN-rficürfe zwischen Sstdwesl- und Oftafrifa zu schlagen

Rhodesia Hegt auf der Wasfcrfcheibe zwi­schen dem 3ndNchen imb dem Atlantischen Ozean und Me Flußsyfieme het Sambesi und C.mpo^o eruchgilchen evie ertragreiche 2lckawettfchajr, ebenso tote viele Hochländer für Viehzucht ge­eignet sind Lchw..r>- Atrten» und Ackerbau- . öiter sind vor allem tm Barone- und JUitabelc- Vunb zahlreich und die insgesamt zwei Rlil- honen eingeborenen liefern In zwar bescheide­nem, aber doch vvttäusig .'v^rcidx'nX'm JUche Arb. idSkrüfle. Ivichtiger als die lanteoirtschaft- ltchen Mdgiichie.ten aber sind ebenso wie in Cub- und Sstdwestasrika die mineralischen Raturschühe in fast allen Teilen de« Lärche« Vie Bezirke von Loti, Bulawayo und Salisbury besitzen grobe Vorkommen an Bold, Silber. 5>.a- manten, Kupfer, Blei. Zitm u. a_. die zum Teil schon tot >iahrhu:'.dert." «uSgebeulet wurden und deren Jabre»ertrag heute fünf Millionen englische PI und erreicht. Die Mehwahl der UliMn befindet sich in den Händen der Chartercd Company vf South Asrica, welche auch nad> Urfwrgabe ?ll-otesien« an die englische Krone noch bas entscheidende Mort in allen w.rlschaft- lichen Jragen zu sprechen hat.

Der Reichtum an Mineral en hat e« ermdg- llckt, daß au« einem machtpol irischen ein wirt­schaftliche« Unternehmen von groben Ausmahen geworden ist, da« in kurzer Zeit das Land durch Dahnen unb Skrähen wirtschaftlich erschlossen hat. Die 1893 von Dryburg in der Kapkolmiie l^egvnn ne Eisenbahn erreichte 1897 den Tati-Gol Distrikt und Dulawahv, zwei Zähre später wurde der Minendistrikt von Salisbury mit Beira am indischen Ozean. 1W2 Buliwatw mit Salisbury verbunden. Die l'lbsicht. eine Linie i»on Salisbury zum Tanganjika See cl« Zwi­schenstück der grohen Kap Äairo*9bue zu bauen, wurde wegen der hohen Kosten und toepen des deutschen Äiderstandss auf ac geben. und die Dahn über den Sambesi nordwestwärts in den belgi­schen Minendistrikt von Katanga vorgetrieben, den sie 1909 erreichte. Rach Dollendung der Lodito-Batz-Bohn wird Rhodesia nut dem 3ndi- Ichen unb Atlantischen Ozean durch eine di rekle Bohnllnte verbunden unt> der verkehrs- technische Rlitlelpunkt Zentral asr.- f a « fein

Rhodesio ist fafl ausschliestkch von Jingo« kuwohnt Do> erflärt sich ebenso sehr auS der Art und Geschichte ter Gründung wie aus der Persdnlichteft bte Gründers. Die politische Geg­nerschaft gegen da« burische Südafrika ist unev- HSrt scharf und macht einen politischen Anschlust .^bodv-iens an die Union, zu der es geocsraphisch gehdtt zur llnmbglidiMt. Sine 1923 in Südrho- befta nattgrhmtene Absttzmnnnw über die Po» l Irische 3rfunft bet Kolonie hat ehw große chrhetk gegen den Anschlust an Süd­afrika ergehen Richt geringer ist die Geg­nerschaft gegen Deutschland. Seil vielen 3ohöm ntanmt die oMi-deutfche Hetze in Süd­afrika regelmäßig ihren AuSgong in Rhodesia: nitgenteJo hat man tm Weltkriege dem Deut­schen so übel nrttgeipielt. und in feiner britischen Kolonie ist man nut ähnlicher Begeisterung in den Kolonialkrieg gezogen Rhodesia hat mit 5200 Mann bei 25 0&3 Anwohnern einen höheren Pronentsatz an Truppen al« irgendein britische« Land gestellt, 40 000 schwarze Hilfskräfte für den Kolonialkrieg ausgerüstet unb beim Dormarsche gegen Deutsch-O'ttsircka eine ganze Heeresgruppe Tüt sich gebildet. Don riwdef.lcher Seite begann auch die Hetze gegen t*e .deutsche Masieneiw- Wanderung" in Sudwestafrika. Die H.auptgeg- nettchaft sreillch r chtet sich heute, nachdem die deutsche Gefahr beseitigt ist. gegen die burifchcn Bestrebungen

Rhodesia tfl ja nur eine einzelne, freilich Me wichtigste der DrtHicbrr.cm britischen Des. Zun­gen Süd.'rikes llncrtftr'tKte in Me Union ringe- sprengt sind die direkt un-rr ber bntildx-n Krocae stehenden ®ingebon-TK-n-OV''telr Basuto- und Swazt-Land mtf zusaknm n fist rnrr Mil­lion dintoobnet, die 'ich freilich auf tee Dauer nicht werben hallen fitem en »graphisch w.ch-

:igcr ist der Fort: e'rand de« gewosi-.^n Land­gebiete« von Betchuana-Land da« zwar zum grüßten Teile von der Kalahari-Düste aus- gefüllt tt*tb und nur tn temtn östlichen Teilen einige Form- und Mlnendist ritte besi tzt das aber geopolitisch als Drücke zum Arlanlischen Ozean von grober B teutung ist. lieber diese« Gebiet hinweg soll die Rhodefio-Bal-n nach Dal­li s ch b a l) fübten, dem eingeschlossenen Biniten- lanbe eine neue Ausfall Pforte zum Atlantischen Ozean geben und den ilcbcrgang dwest - atrifa« in britische Hande nahelegen, an Plan, gegen den sich die Union nach Kräften fträuW.

Rhodesia befindet sich tn einer kmgtam.- - aber Äi. i j a>ä n*-.: tri if. : n a De emgrborene nma hat sich in 20 3obren um bc: Dop» p'-r < V- da« tM0t - . -.1 | 12 000 aus 39 000 vermehrt Dte Siedlet stam­men teil« au« Dritisch-Südafnka teils au# erg- lanb, nur wenige Buren und Deutsche sind dar» unter. Wegen her waten Derkchrs'vege und der teuren Frachten versprechen war Orofn:nten-- H- mungen Grsolg. und Me zur Siedlung erforbec- llchr Mindert summ« wrd auf 100 003 Mark ver­anschlagt. Der Handel ist fast erbt englisch. 15 S3rr-*crrf gehen durch amerikanische Hand. Deutschland kommt mit 2.6 Prozent an hrit- ter Steile duder Mais, Kaffee. lXau nvolle sind die wichtigsten Pffanzungser-e.:gnisse, die Diehausfuhr nach Katanga und Südafrika rammt merklich zu. 3m übrigen w rd es lange dauern, bis Rhodesia landw.rtfchaftiich Bedeutung ge­winnt. denn noch gibt es viel aünütger gelegenem Siedlung«land in den KüsteUoc; rlen, da« n.cht genützt wird.

Reichsschulgesetz und deutsche Zukunft.

Don Oberstudtenbirefrot Dr. F. Wuess Ing.

Die pädagogische Wtsienschaf: der Gegenwart hat un« bte ausgezeichneten Erkenntnisse der Typenpsychologie unb Strutturlehre geschenkt. Klar sind durch sie u. a. herausgoarbeilei die WesenSzüge de« sindlichen Menschen mit seiner Asseklbetontheit, feinem Drang zu unmittelbarer motorischer Umfetiung seelischer Dorgänge, seiner Ichbezogenheit unb Zchringeschl slcntze t. der Der» wurzelung seine« Denken« Im Anschaulichen al« Ausgangspunkt und der Rückziehzmg aus da« Gegenständliche, seiner unbedingten Diesseiligkeit und seinem naiv-gutmütigen Materialismus.

Die pädagogisch interesiierte Well weih allo heule hinreichend genau, wie Lehrplangestaltung und Dildungözlel beschaffen sein müssen, damit die Anlagen und Fähigkeilen de« Kinde« tn den ersten Schuljahren organisch sich entfaten können, damit es vor Berfrühung r nerlcit« und zum anderen vor Derkrüppelung der Totalität seine« werdenden ©eelentum« geschützt bleibe und damit bei Anerkennung der Polarität alle« Lebendigen seine Entwicklungsstufe nicht bloß Im Hinblick auf da« Srwachsenenalter. sondern auch in seiner Eigenständigkeit gewertet wird.

Run aber sollen nach dem ReichSschulaesetz- enkwuri die abstrakten nur auf das Tran­szendente gerichteten Formeln höchst gesteigerter Dialettik antiker Phllosophie unb mittelalter­licher Theologie in den Mittelpunkt de« ilnler- richt« und de« B:ldung«we!en« unferer Kinder gerückt werden. Kann die Liebe von Batet und Mutter zu ihren frischen unverbildeten 'Buben und Mädel« e« wirllich al« AuSflust ihre« Tlternrecht« fordern, dah die Gesetze aller CTu- gendpspchologic. die Freude und Fruchtbarkeit in den Unterricht e>nziehen lassen wolien, sp gröblich vernachlässigt werden?

Die Rattonalstaaten sind auf adfchbave Zett lebenskräftiger denn je. Mer sogiale und kul­turelle Fortschritt vollzieht sich wefentllch tn ihrem Rahmen, auf ihrem Boden Mit ßhrem Bestände ist ihr gegenseitiger immer mehr wach­sender Wettsireit gegeben, trotz aller gleich­zeitig zunehmenden Internationalisierung der MDiuatar'fdwn Lebensformen. Oh* Ration, die die char>akterltchen. werkdaften und rntellettuellen Fähigkeiten ihrer Jugend nicht in allen Schul­gattungen bis zur höchsten Aufsteigerung pilegr, kommt bei br.n Tempo aller heutigen Onttrnd» lungen reihend schnell in« Httrtertreften.

Haben wir nun nicht schon eme Volks­schule. die grundsätzlich vorzertig entblutet und gekSpsl wird, die allenthalben in Dörfern unb kleinen Städten eine viel zu geringe Klassen» differenzierung auf weist, haben wir nicht sc^on eine höhere Schule, die durch zu früh» .zeitige radikale Trennung von der Volksschule mit falschberatenem Schü^erballast beschwert wird, die In ihrem OnzvklopädismuS zur Oherslöchlich» feit erziccht, die in ihrer starren Topen^iiederung wertvolle Kräfte txrrfürrmem lästt. unlustig macht und verbittert, weil ihre Absolventen die Har­monie zwischen der Struktur ihre« geistigen Cha­rakter« und der ihr auf genötigten B ldung-güter

nicht finden können? Diese höhere Schule züchtet zu einer intellektuellen Sinfcitlgfeit heran, al« bestehe der Sinn der Welt im Pri­mat des Verstandes und in der Scheidung unseres Dolles in hochmütige. inteUeltudU Aristo­kratie unb herabla'send behandeltes, seelisch ver­kümmertes Handarbeiter-.wn nut all seinen jer- setzenden Ressenlimenterf cheinungcn.

Wenn deshalb nicht schon da« pädagogische unb soziale Gewissen d es alS bie der Stunde bcgreien lehn, dah wir au<b durch Ausbau und Deist der Schale mit aller Anstren­gung versuchen müssen, Dolk zu werden, eme alle Dolksglleder tragenb? DolkSkuliur zu schaffen, dann must es da« nationale Dslichtgesühl als daS Gebot der deutschen Zukunft vorschrei­ben. nicht zur politischen Ohnmacht eine neue Quelle der Leistung«- unb Geltungshemmung zu setzen. Alle« ist vlelm^r au« dein Weg zu räu­men. was die Ration durch die Organisation untere« Schulwesen« fafternnählg weiter zersplit­tert und einen erheblichen Teil unterer Jugend in Zwergschulen verdampfen und verkümmern lüstt.

Run aber glaubt da« drohende ReichSschul- gesetz zu diesen vorhandenen Schwächen untere« BildungSweferc« uns auch noch den Rachtell einer Aufspaltung in katholische, evangelische, jüdische, freidenkerische, baplistische. naffeniäuivte- risch-ctheistische usw. Schulen bescheren zu müssen. Hat es elementare pädagogische Sinsichi und der B SelbsterhaIhma« 1 nstinkt des Staate« nur verhindert, die Schule de« Dolle« in

en der Parteien und Stände auseinanderreisten zu lassen, damit sie mm in Kirchen- und Sektenschulen ausein- anbervreche?

Wir hatten auch geglaubt, datz Hingabe- fählgveit, Frische, Ausgeglichenheit. Orfülluams- vernidgen, mumdllche Devuld. Au^.aeschlossc-nheit der Sinne und de« HerMmS den Iügenbvildner machen, der unsere Kinder begeistern, zur Selbst- kätigtzeit bringen und sie über sie hinausführen

Run aber sagt der Getetzentwurf' Diese Eigenschaften mag ein pädagogisch einsichtsvoller Leiter und Vorgesetzter, mag da« besorgte Eltern­haus schützen, aber entscheidend für die Brauchbarkeit unserer Lehrer ift, da st Tic getreu die Dogmen de« Aposwlicum« oder de« Lutheri­schen KatechiSmu« oder der Thora oder be« Positivismus LomteS und Karl Marf' oder de« Monismus HaeckelS .befolgen" und al« Lehrstoff tDelterge&m.

Um die Verfehlt hellen unterer Schulgl i ebe- rung und die Einseitigkeit unsere« offiziellen 7>Übung«ibcal« de« Intellektualismus unb der invividualistischen DrsvlgSanbetung im Drwerl'S- lAen einigermaßen auszugleichen darf ein Reichsschulgesetz, das sich feiner kulturellen und nationalen Verantwortung bewußt ist. nur eine« bringen: die Volksschule für daS gan»? Doll, die soziale Kulturschuke, die daS allen deutschen Kindern gemeinsame deutsche

unb meT-'chheilllche DWungSaut tn sindilch« Ar. gemessen Perl in den Mtttetpuntt ihves Gr» 1 bui e »werke« stellt, m der em Wer wsien»

r WahrheitAfinn. tn der bte 1bf* V<Vr.\ ?lläch:e der abendländischen Kultur und bie rsurcht vor dem Göttlichen den Gecst de« gememtemen tlnternchts tra?en. Tkmeben ke: ct unb sollen die Konfessionen unb UMt« anrqm*.iyruMxix fre und auAgid* g auch ihre bildenden unb unterrichtlichen Aufgaben p'legen.

Oberheffcn.

3ad Nauheimer ^üracrmcifferfrofle.

DER. Bab- Ra uheim. IS. Ott. Ise vor rini» gen Tagen verbreitete Rochnchl. dost d<m tz,< > >>n tbargermnstel tr. «hl bit i.onbent twlle hr» Mzeprn identen ter beffifAc n c nar e 11jchen stirchcnreaierung ongetragen worden fei. trifft in dllirr Fonn mchi ml Dr Ähl stehl ober^umer den Perttmsichkeiten. bte ter bte Stell* in Frage kommen, in engster 'tu .1 h ! T\i- mit «st alio mit einer gewissen 1 hrfchcmiui b«e Möglichkeit gegedrn bist Tr. «hl oon ter y< t rrn- Denretung gewählt wird Bevor diese Wahl n.cht erfolgt ift. sind alle weiter an di,d- tinflekgenhnt geknüpften Folgerungen jalsctz. In^i.fondcte . ' .» oosurd. dnflc<irt)t« dieser Sachlage schon Annen für Me mögliche Nachfolge Dr. nbl« zu nennen.

Der (^rünOcrflcr (Aallusmarlt

X!X Orünberg, 19. Oft. Der diesjährige ®allutmarfl bat beule morgen, eingeldtct durch Marschmusik bt* bieiigen Musikoereln- leinrn Anfang genommen. Der ftnnmcl zeigte ein freund­liche« (Besicht, eine für fflrünberger (BaUueminM» lape seltene Erscheinung. Schon mit den ersten aiigcn kamen zahlreiche Besucher au» der '^a- Henau, au* der ltziestener, Licher unb Alsfelder sitegend. Unsere Landleiite sv nmn sich in die en lagen einige Stunden der Erholung, sie lasten die Arbeit ruhen. Auch werden Einkäufe aller Art ge­tätigt, die man sich für den (tzallusmarkt befonber« nnf,hhoben hat. Es berrfchte in den Straßen, (He* fch Uten unb (tzaslhäufern halb ein flotte« Treiben.

Der erste Tag war für den Schweine- markt norgefeben. Eine endlose Dagenkolonne bewegte sich oon ber Conborfer unb Marttstraste noch bem Marktplatz aus ber siä»wiese Der Schmeinemarkt war recht gut beschickt E« waren SSO Ferkel, 70 Läufer und 1 Eber ausgetrieben. Da» (Befdyäft ging anfangs lebhaft, flaute aber später merklich ab, so daß großer Ucbcrftanb zu ver­zeichnen war Die Preise waren Im allge­meinen gering, eine Tatsache, die Infolge be« Ikberangcbol« oerftänblich ift. Ferkel Im «Iler non 6 Wochen kosteten 10 bi» IS Mk., von 7 bis s Wochen 1R bi» 23 Mk. von 9 bi« 18 Wochen 23 b.o 32 Mk unb fläuftr 32 bi» 40 Mk

Um die Mittagszeit oon 1 bl» 2 Uhr konzer­tierte die Kapelle ß 0 r ft auf bem Marktplatz mit einem besonder» auogcmäblfen Programm Der Nachmittag be» ersten Tage» zeigte rolfbemm frohes Leben auf bem vielgestaltigen 3 11 r p I n ti. fowie geschäftige» Treiben aus dem Kramermarkt. In den Gasthäusern und beten (BadmarffetDlrt auf ber siäowlefe waren für den Abend für atferfei Unterhaltungen Sorge getragen.

Landkreis GieHe»

Kleln-Llnben, kV. Oft. Mnnt 8 3 Geburt« t a g begeht moegm der älteste Altvetera n unseres Dorf»!', der Schaffn r t. 2t Heinrich Knapp. Gr hat an den Fr^s. zügen von 186b und 187071 al« Deutzer Kürassier tdlgcTTommen. Der (Tubilar erfreut sich einer guten körperlichen und geistig«! Frische. Aich r Knapp lebt in unserem Dorfe nur noch -An Kriegsteilnehmer von 1886 itzid 187071, der 82jährige OrtSgerichtSmann PHLItpv CT u n g An Alt Veteranen von 187071 sind nvcy zwei. Bahn- beamter t. 2t August S t eg,er und Landwirt Ioh. Schmidt, vorhanden.

§ Mainzlar, 19 Oft. Gqgenwärtlg ist man hier eifrig mit bem Rohrlegen unftrrr Rana- Hfation beschäftigt Bis zum (Eintritt des Win­ters hofft man, die für diese» Fahr oorgefehene Bahnhof- unb Staufenberger Straße, Me zusammen eine Länge oon ca 600 Meter laben, kanalisieren zu können. 3m nächsten Jahre erfolgt die Entwässe­rung der übrigen Dorfftraßen. 3n der Bahnhof­straße wird nach Beendigung ber Arbeiten der

Gießener Stadttheater.

Aran; Löhar:Der Zarewitsch".

Die neue Qper^t? von L 6 h a r scheint auch ohne Ricvard Tauber, den grieierten Bcrlrnrr .terewisich Mioscha, tin grober unb volkstüm­licher örtelg werden zu sollen, bic Musik er­innert des öfteren an die Io übe rau« beliebt ge­wordene. sangbare Melodik be« .Paganim'...

Gern hab' ich bte Frauen geküßt."

Unb was das Libretto angeht, das Dela Fen dach und Hc^nz Reichen jm immer: haben, so darf man seststclien, daß die Operetten- airtoten ihre alte Vorkrieg-liebe für Fürsten. Prinzen. Hofstaat. Diplomatie unb militärischen v'runf lieaceich auch in bie neue Zeit ber Demo­kratie hinübergc rettet haben unb wie der Erfolg teig«, fahren fte nicht schlecht dabei.

Dte Getzchich^! vom rusii chen Thronfolger, tn Kürzen der Zarewitsch ist in die Zahre gekommen, wo man eine Frau nimmt. Soll heiraten. Dill aber nicht. 3fl bagegen. Gegen bi« Frauen im allgemeinen unb gegen bic Verehelichung im I-*- onderen. Zarewisiche sind unoerechenbar. Dieter ist für männliche Einsamkeit unb rhythmisch« Shnrnafrif: nn Zimmer hängt cm Trapez' er 'chläft tm Felbbett. E,n ernster Fall alfo. Gr "üblt sich. russisch, lchwermüttgim goldenen jen, ohne eigenen Willen. Da« IKotW der 57ronprinzenlragir ist ja rncht neu; iber für di« Oper«»« ist mir bi« eine Seite, nn Zipfelchen davon zu brauchen. (Unb e« ist n allen Operetten ba« gleiche !

Man läßt also einen Veriuchsballon steigen: n ber ganz menschlichen Gestalt eines jungen rfcherkofen. ber bie 2üjfmerffamfeit des Zare- vitsch beim Tanz im Theater erregt hat. Mil Iktlaub: bet Tscherkcsfe ist gat lein Ttchct'e'c. Sondern eine Frau: Sonja. Zawvhl. sogar fetzt iübsch. Zarewlifch wütet, als er den Betrug entdeckt. Dann befinnt et sich, und dann findet er *4 erträglich, unb bann fängt er Feuer, verliebt ^ch ... unb als bie richtige Prinzessin auftreten oH,_ da ist es leider Idjcri zu spät. RLan hatte xtfäuml, den Detsuchsballon beizellen eimu» «t-hen.

Zgvewitsch will von der Prinzefsin nichts wissen, flieht mit Sonja nach Rcapcl: obschon man sie ißm in der übelsten Weife oerdächtig gemacht, unb sie. auS lautet Liebe. Dazu ge­schwiegen hat. DaS Zdyll im sonnigen Guben wird läblingrf zerstört: man holt ben flüchtigen, pflichlvergesiencn Zarewitsch heim ... auf den Thron. Der alte Zar ist tot. Unb die Sonja bleibt blutenden Herzen- allein.

venlatton tn tert Operette: fte friogen sich nicht ! Es acht bös aus. Der Schluß, tme schon manche« im ersten Att. ist dementsprechend ganz opernhaft-instrumentiert. Aber die emscheidendet-. is.ndrucke hinrerlasien doch die durchaus ope- retterchai: gest.mmren Terle Xr Paotttur. bie ohne originell zu fein aticruyalbcn den Glanz und die blühende MelodiT einer nrusckasifchen Li­nienführung eaipfinden läßt, wie sl« von je bte Pud. llumswi rkung ber LHharoperette be­stimmt hat.

Einige«, beileibe nicht alles, muß man näher hLzetchnen: vor allem da« Arrttttts du eti des ersten Aktes (Jtoan und Mascha . das treu ckalisch zum Giückltchslen zählt, was 'm» -anze Wett ulerhaupt bietet: eui brillanter. Siinurama fdßci- iendet Auftakt. Dann bas lyr.fch-melancholsiche colo, dem ber Zarewitsch sich vorfdellt. Aus dem zweiten Akt neben etner Kasai'chka zu vieren daS große Duett .Bieid bei mir. . hab nur dich allein. unb bie prickelnde Weife .Willst du. willst du komm unb mach mich glücklich!" 5vr Schlußakt ist musikalisch am wenigsten er­tragreich (das einleitend« Duett ift sogar rechr senttmemal bringt aber d e theattalifch auf- gemachte, die Spannung noch ctiunai fatmutlnbe AbschedSszene mit der Zarenhuldigung unb der einsam zurü<Li erbenden Her^allettiebsten: der Qhtoficng ist, wir Tagten e« schotr, gar nicht operettei.mähig, fonbem fo treur.g wie tn der .Butterfly": aber der Grfvlg ist der gleiche. SS geh: ans Gemüt, und man teertet schon bar­er?, bah bte Taschentücher gezückt werden. Da fällt, gerade zur rechen Zeit, der Dorhwtg.

Die Aufführung war musikalilch (am Diri­gentenpult: Kapellmeister Reff' frisch stim­mungsvoll und in allen Teilen tauber. Becker« Regte hatte bas Ensembte qjü in ber Hoetd,

nahm bie ersten Akte mit Schwung, ver sich ad- aber darausi den schleppend einseyenden Schluß- att energisch zusammenzufasfen: hier kann etliche gestrichni werden.

Steinbrecher« Zarewitsch: barstellerisch von erfreulicher Wärme, auch gesanglich im ganzen nicht übel, in der Hohenla ?? aber rm.hr- <ad) durch Unreinheiten beeinträchtigt. Hannh Schantz hatte für bic Tänzerin Sonja ein rassiges Figürchen, gleichmäßig sicher«« und ge- sch-nackvolles Spiel unb gute, den Anforderu'.'^n ter ftellentxife über den Operel tendurchichnitt hinauSvagend-.m Partie jederzeit gzt- nsime Stimmitte'. Bon ben übrigen: Hechinger (Droßfürft). Schrveber (5toan) unb Käthe 3tter (Mascha-.

Applaus. Wieberhslungen: Blumen. Dr. Th.

Uraufführung im Hessischen Landestheater.

3m Kleinen Hause beS Hessischen Lan- beStheater« in Darm'iadt erlebte bic Dia- Icftpoffe .Der Lumbe-Awenb" oder.Mann t« Mann ' von Dr. Ceorg Büchner und 2to6ert Schneider ihre llrcu ra.g Der Derla' er entstammt ber Familie Büchner, ker ber Dich!er Georg Büchner I.Daruon» Tod'. .Wohzc^, .Lcorice unb Lena"), ber naiurwisienschafllichc Schv.ftsteller unb Arzt Ludw'^g Büchner (.Kraft und Stofs") und bie Frau envochtlerin unb Dich­terin Luise Büchner angehören Dr. Georg Büch­ner ist ein Resse Georg Büchners: er hat sich berellS in feinen 3ugend. ahren als Dialektdichter betätig! unb vor etwa 43 Zähren ist fein Lust­spiel mit ben Titel .Der geplagte Famllren- vabdett preisgekrönt worben, bas seitdem viel­fach von Darmstädter Tkreinen und tm Lattbes- thcater erfolgreich ausgefühtt wurde. Robert Schneider, fein M.kvettasser, ist ber bedeutendste der jetzt lebenden Dialektdichter. Die neue Posse ist nicht literarisch zu bewerten aber ein fehk wittutigsvolles Theaterstück, das mit Recht einen vollen Erfolg davontruA. Wie in allen Darm- städtet D.alekldramcTt, auch in ben klassischen Stücken RiebergallS, wird die Wett der Klein­

bürger votgefühtt und leicht hxmtftert 3m M-ttelpuickt steh« bieflmal ein lldäckermeister unb Rudels abrikant. der mit fetnm Freunden eine Rocht b.nburdj ben Lebemann spielt unb «um ersten Male eine Bar auf sucht, wo er sein Herz an eine jugendliche Schöne verliert. 3n Wirk­lichkeit ist er bas Opfer eines ckögekarteten Spiels, denn bie vermeintliche Tänzerin ist bie Braut seines Sohne«: ebne sie zu kennen, war er nämlich geg; t d.efe Ttetb-.nbnitg lieber tat Umweg r.ner Pl zetwachtstuoe, wohin alle megni Lärmens gebracht wurden, gelangen sie nach Haust, unb bie nächtlichen Grliwnisie sinden schließlich ihren harmonsichen Aus klang m dec Vettobung seines vohntv. Den statten Erfolg verdankte bie Posse einer ans drastische Wir­

schen Dcr:n'iäd1er mun^»ar:lichen Ansbrücken unb nicht zuletzt ber vortrefflichen Darstellung durch bie 2mtgfiebrr ber Hessische» Spielgem« l^^aft.

(kitt (ksfolg der Tverfreunde.

Ter Buiib der Tierfreunde Denifchland« hatte sich bereits vor längerer Zeil f ü r eine härtere Bestrafung der Tier- quäler e.ngeletzt und eine batzingehende ®.n- gabe an bie zuständigen Behörden chtet. Die Ctr.qibe war von vielen taufend betanrnen Per» fonl chk^-ilen beS öffenllichen Lebens unt-tA.-ichnet worden und forderte neben den erhöhten Strafen auch einen besonderen Schutz der Tiere. Diese Eingabe dürfte in der nächsten Zeit zu posi­tiven Maßnahmen führ-.n. Einen Erfolg ha', b e Eingabe aber bereit« jetzt schon gehabt. E« ist nämlich soeben ein« Bettä;4ng ergangen, bie bas limberfüßren von T am zbären auf ben Straßen. W<zen unb Plätzen verbietet.

soll auch künftighin keine Erlaubnis mehr in dieser Richtung hin an bie Unternehmer erteilt werden. Tiefe Verfügung bedeutet in der Tat für die Tierfreunde schon eine» gctoaltigcn Fort­schritt ihrer 23cftreirangen. denn die armen, meist verhungerten Tcm-bären fntb stet- in ärgernis- erregenber Weife mißbraucht worden.