Nr. 1'6 erster Blatt
177. Jahrgang
Donnerstag, 19. IHai (927
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Ibrlrrböktr«: Dr. JJnrbr wtlh Ce«g* Qrrammenh® «er Polu d Dr Fe Wild tenge; ftr
Btomlchr»« ftr bte le- prtgfitfd Rnrt Hilmoun. Ismtfich i« Oheim
Völkerrecht und Kriegführung.
Der Bericht des deutschen Unlersuchungsausschusses.
Eigener Druhtberickst de» .GtoheRer Anzeiger»'.
Berlin, IW. Viai Per Keich»«ag baue M etawn ganzen lag rri er wert, um Herrn Bell al» Vorsitzendem de» U:!«n.:ch^na»allkchtilk» Geieaen- Neil zu geben, da» fünftzandige Äkrf über bo • 8 r • t» b n I • bet U n l « r | u d) u n g e n über bi«
AI f e r r « 4) t • o e r I e ft u n a e n in Well« f rl<«e zu überreichen Man bott« damit gerechnet, dotz die gange Sache im Keich« log |iarf propogan- difksch *ulfle|»y<m werden fällte, um den |ed)»iab* eigen 'Srbeilen de» Buofchulto» auch eine starke Kefonuanz nach a u k e n zu geben und den #0*0*1 • zu erbringen, boh dier zum erst en mal der verbuch gemach« war. obleftio der Wahrheit eAN<r|ufommrn. Darauf war auch der Ben<bt •cm Herrn Bell selbst eingestellt Er mnnst die Huf- »aber, >e» üusf«huste», zeichnete feine tztrbeltsnretho- den und die QryfbniPe. hie im einzelnen den Nach« weil erbringen, datz veulfchlond sich sehr viel strenger an den Kähmen de» Völkerrechte, gehalten Hal at» andere Staaten. Leider wurde ?ire:
mehr moralische Wert der ganzen IIMion durch bk Buvioruche zunichte gemacht, wie da» rum einmal de» Lande» der -rauch ist. tonnte sich die Oppo - f i t i o n bte Gelegenheit nicht versagen. ihre eigenen Wege zu gehen, etwa» zurüchhuliend noch Herr Dr. Lew aan den coyatbemolraten. ooOtg bemmuno»lo» aber die Kommunisten und der ehe» r ■< Unabhängigen Pillmann,
die llinzeibeiten au» den Verhandlungen de» -u»- fchufie» herau»gnsten und oerallgemeinerten. um da-
"itn Eindruck zu ermetfen. a!» ob die ganzen -rb.iten de» Auefchuhe» nur den einen Zweck gehabt hatien. im Inkreste Deutschland» die Wahrheit zu oerheimlichen Dagegen machte energisch der Demokrat Schäcking nronl der frlbft ein Völkerrecht »tehrer von anerkannten inkrnationalen Qualitäten ist und dem sicher niemand den Vorwurf de» übertriebenen vationatinnu» machen farm; sehr old ichtaafertiger aber noch der frühere Minister Külz, eben Jo Oe Demokrat, der gegen diese» Verfahren gr- rode oom porlamentorilmcn StandpunM au» leb- haste Verwahrung einkgte Orbenfod» ist e» den Kommunisten und Sozialdemokraten gelungen, die Bedeutung de» Verithk» für den Kamps gegen bk Schuldtüpe ju e n t m e r te rt
Sitzungsbericht.
Berlin. 18. THal Als erster Punkt steht aus der Tagesordnung die Beratung des Berichts de» parlamentarischen Unter- suchungsausschusfes. Den Bericht über die Bölkerrechtsverletzungen im Kriege erstattet Abg Dr Bell föentr.). Die Aattonalveriammlung hatte dem Ausfchuh die .trage vorgelegt .Ob in der militärischen und wirtlchallllchen Kriege',.hrung Mahnahrnen an- geordnet worden find, hie Brrtchr flen des Dölker- rechts herleftt haben ober über die militärische und wirtschaftliche Rvtwenb gkri t hinaus graulam unb hart waren The Berlehung her brlgifiden Qhutralität durch den deutichen Einmarsch hat her Buslchutz noch nicht ablchltehend behandeln können. The militärischen Handlungen her belgischen Bevölkerung gegen da» deutsche Heer haben dm Haager Bortchnsten über den Bölkertneg nicht entsprochen. Ob b;< Deportation belgischer Arbeiter 1916 und 1917 oölkerrecht»widrtg war oder nicht, iätzt die Mehrheit des Ausschußes unentsch eben. Die Minderheit bejah t die Döllerrechi sw, dn gleit. Mitzstände In der Ausführung s.nd einst.mmig sestgesteli Der Unterleebootkrieg ist als Beprestalte gegen die völkerrechtswidrige englische Blockade für zulässig erklärt worden. Äuch das Recht zu Angriffen aus derLust auf alles, was alsKrafiquelle her feindlichen «reg», sührung gellen kann, i(i fest gestellt Der deutsche Gaskrieg ent'prach abgesehen von Grün- und Gelbkreuz-Granaten. dem Bölkrrrecht; aber diese wurden erst verwendet nachdem ha» frnnzöfi'che Heer mit Völkerrecht sw dri gen Gas- kampsmuteln vorgegangen war Die O e f a n • aenenbehanblung enlfprach an der Front bei keinem Heer ganz den Forderungen des Bölkerrrchtes
3m Wirtschaftskrieg standen sich font'mentalr Bulfastuo.q. die da» prioatrigenhim für ooan- tastbar hielt und enytische C mmon lew. da da» Prioatngtnlum vom mittlärischrn 3uar nicht au »nimmt gegenüber. Der Vu^chutz ball bk allgemeine Darchietzung der fontincutalea ÄuMafiung für eine Mulgobe der weiterdllbvng de» väikerrechte».
13 r. der Behandlung her Hospital- schiffeist von beiden Seiten in emxlner. Fällen gegen das Bölkerrccht Dedtonr- worden Die Zerstörungen bei den deutschen Rück- tzügen 1917 und 1918 erfolgten aus reinen mtli- tärudben Erwägungen. Ob Die rnilltäri'che Rvt- trenhigfeit in jedem Gin.>d»all ta: äch'lch oor'.a^ konnte nicht mehr zevrü't werde- Der Berichterstatter gib: am Schlutz 'einer A i» ührunger her Hofinur.a Clu»hrud dah die 2h»'iuharte:: 'cuj beitragen werde, her • ce- Deich« iz'or- schung die ZestfteUung der vistoT-.'chen Mahrc<i zu ermdglt^en. und datz cl her Bemeintchaft»- arbei: der Kulkurnakone- igen mö'e cv# den Cdabrunin he* SS.'lth '"Te.- de fj.m.i Neubildung deS Völkerrechts auf her ©runh^ge der chere chtigkei'. ur.h der Huma n i t ä t zu verwirlllchen. (Beifall.»
Abg Dr Levi ivoz.) hält die Jrststellun- lungen den Ausschüsse» in vielen Pu-ck'rn für unmcheig Die Deportationen her belgischen Arbeiter feien In keiner Weife zu rechtfertigen. Öw seien nicht einmal von hem Militär, sondern von deutschen Grotzin- hu h riellen oeranlatzt worden D.e 7111- fchung der Tlattrmm in den deutschen .Kriegsgefangenenlagern sei eine bewuhie Quälerei der befangenen getndvn. die mit dem 2)ölkervvcht nicht zu vereinbaren war. Man dürfte nicht
Gefangene bestrafen für bw Sünden ihrer Regierungen. Histvnsch sei der HVrl der Feststellungen de» Unteraus'chufles gleich ThiH. Die Wahrheit liege immer noch In den Akten.
Abg Dr. 64)9 ding (Drm.) erklärt, der Ausschutz habe nicht zu untersuchen gehabt, ob der Krieg mit der nötigen Humanität geführt worden lei. Der Krieg lasse sich nicht humanisieren. Degen DrutfcNanb sei aber ein? ausgedehnte Propaganda getrieben werden mit der Behauptung. Deutschland, und nut Deutsch
Schwere Ztratzenbahnkatasttophe in Kaffel.
Selm Entgleisen eines vollbesetzten Straßenbahnwagens finden 11 Personen den Tod, 20 werden verletzt.
Kassel. 16. Mai. (®B.) Line furchtbare Stra- tzeubohnkaiastrophe ereignete sich heute abend gegen 7_3O Uhr auf der nach dem vrnseltal führenden Ctak der Grohen Kasseler Strafenbabn. 6In an der Kndstalion haltender wagen dieser Linie, an dem ein Anhänger angekoppelt werden sollte, stand o o 11 besetzt ohne Führer und Schaffner zur Ubfohrt bereit, al» ein Junge die Bremfe löste. Der wagen sauste führerlos mit zunehmender Geschwindigkeit da» Gefälle der Jür- si en berg st ratze bi» Ecke Brabon terftrafoe hinunter, sprang dort in der Korne an» den Schienen heran» und fuhr noch einige Minuten auf dem Fahedamm gegen die Bordschwelle, wo er sich voll ständig überschlug und. mit dem Dach nach unten, in den Straßengraben stürzte Der Unprall war so ungeheuer, datz der wagen uovftändig jerlrümmerl wurde. Dabei fanden zehn Personen den lob, während 20 Fahrgäste wehr oder weniger schwere Bertetzungen erlitten. Don letzteren wurden 15 in» Kranken hau» oom Roten Kreuz und fünf in die Klinik VON Sanitätwat Dr. Geeyer befördert. Don ihnen konnten nach Anlegung von Dotverbänden vier sofort entlassen worden Die loten wurden in die Leichenhalle de» Friedhof» au der Karolinenftratze gebracht. Ihre Identifizierung M la die Wege geleitet. Die Polizei und Bus sicht »de Horden erschienen alsbald an der Un follsieUe unb leiteten die Ermittelungen ein. Bus Unordnung de» Polizeipräsidenten wurde der Zustand de» veruuglückleu wogen» in seiner setzigen Lage zunächst unberührt gelassen und unter Bewachung gestellt, um bei Tageslicht die Untersuchung sortzusetzen. Die Tlamen der Toten werden oerössenklichl werden, sobald ihre Identität einwandfrei feststeht, wie die Direktion der Siratzenbohn zu der Katastrophe mlltrill. hatte der Führer den Wa gen verlassen, ura ans- jutreten. Der Schaffner, neben dem wogen
stehend, fertigte gerade einen Fahrgast mit Gepäck stücken ob. Er konnte nicht mehr auffpringen.
BVie wir weiter erfahren, war bet Otraben- bahnwogen her Linie 5 outzerorbentlich stark beseht, meist von Ausflüaleen. bie noch Ttzeenbigung ihres Ausfluges zurüdkehren wollten. Die Feuerwehr unb her AettungSbienst loto.e eine arotze Anzahl Tlerzte, b.r von den Zivilpersonen sofort alarmiert worben waren, leisteten die erste Hilfe. Die Feuerwehr richtete sofort nach ihrer Ankunft unter Leitung des Branddirektors den umgestürzten Wagen wieder auf unb machte sich an bie Bergung her Toten unb Schwerverletzten. Die Toten, zunächst sechs Frauen unb drei Männer, meist ältere Leute, wurden auf eine neben bet ©trabe liegende Wiese geltet. Auf dem Transport ins Krankenhaus verstarb ein weiterer Fahrgast. Gs ist zu befürchten, datz lich unter den Lchwer- verletzten noch einige Personen in ße- bensgesahr befinden
Der Regierungspräsident Hal eint Bekanntmachung erlassen, wonach bitjenlaen Personen, die Angehörige vermissen, sich beim Polizeipräsidium melden feilen, um auf bitte Weise bie Feststellung der Toten unb Schwerverletzten zu ermöglichen . Unter den Toten befindet sich der Geheime Juft irat iXinteln; de übrigen Toten konnten noch nicht feftgestellt werden.
Die Flamen der Deriehten find:
Heinrich Molitor, 38 Jahre all. aus Lehrte bei Hannover. Albert Marr aus Kafsel. 011t Marr aus ©munb. Else Löwenberg aus Kastel. Ingrid Molitor aus Dresden. Ruth Marton Molitor aus Dresden. Frau ® e r t b aus Kastel. Frau Lilly Molitor aus Dresden. Frau darola tta p i t o aus Kastel. Eva Bocktmeitr aus Kastel. Heinrich Gehrke aus Kastel. Dora Du ba aus Kastel Avsa Kunkel aus Kastel, Dora Gehrke au» Kastel
Wie wir noch hören, wurden die beiden Stratzenbahnbeamten. die den Wagen zu bedienen hatten, verhaftet. Ihre Bernehmung dauerte in den ersten Nachtstunden noch an
Keine Konzessionen in der Rheinlandsrage.
Das (Ergebnis der Londoner Besprechungen.
London. II. Mai. (WIB.) Umilich wird mit geteilt: Brian» und Lhomderinin hatten längere sehr sneundschafilicht Untrrrrbungen. in deren Verlauf für die verschiedenen internationalen Probleme prüften. Die Belprrthunaco ergaben vollständige Uebeeeinstimmung der Uns- Idfiungrn Beide stellten erneut die Festigkeit der Tn le »le cordiale zwischen Frankreich und Grotzdritannien sowie bk Tlclrocnbigfril fest.
Kbeinlandbeietzung gemacht werdeg konnten, solange die Reidb»regirrang nicht alle i h e gestellten Bedingungen erfüllt habe unb solange deren Mutfübning nicht festgestellt sei.
Ein merkwürdiges französisches „Zugesiändnis".
xeifeC&af! fein, ob lich khf.nl anbes mit dtofer
treppen im Rbeinlanbe alt DorRofe brr vollkommenen Bän arg beit-ä fiat hätten Fmr.krrich wolle bek nr lich *on t irr Trox vor dem 15. Juni, ast» vor B^nbamu’ der Ferstörani der CRir’T--an’. n I *) t e nht*r' €» I brtn- aber auch. d:tz € ar-brrtain die UrT.*- verirrte. datz keine Konzessionen hmtzchtlich der
Beränberun g her A«gimen:»ab »eich e n aidriedengebrn w-rb. 2Li' alle Fällt stellt ! b-rter fre^ i'cht Bortchlag ein rech ei x-, rti ^s politisches Berbalttr dar unb läfti lich kaum mit den üblichen polf.lchtn Begriffen in Bcreü»- • barung bringen
Eigener Drahtbericht de» .Gietzener Unzeiger»'
Berlin, 19. Mau Wärt heute der 1. April <o Braue man glauben, bie Meldung aus Paris über die Beränderung brr br.nlan^ödahung wäre ein allerdings reche billiger AprUscherz. Leider ist aber heute nicht her 1. April, unb so mutz man annehmerr, datz bufer Iranzö'i'che Vorschlag zumindest eine Groteske barftellt Danach soll man in Pars folgendes Bert obren erwägen Die Zahl der organisierten Einheiten brr französUchen Ahe-.narmee toll herab- gtsetzr werden unb zu gleicher Seit sollen bie ubrigbleibenber. Iknbetier auf i b re volle Stärke gebracht werden Auf btefe Weite glaubt man den Wunsch der deutschen Aeir.erung erfüllen zu können ohne bk tren- zöstschk 2\-,cr-r»*ar:nee zu schwächen, d h. al'o mcr. steck: bie Colbatm des vlc-gimcr.ie Ar. 182 in bie Unitom des 3ej jneat» Ar 179 unb b t - lötzi im übrigen brn -iarr. im Aheinla.ib. Cs
len. d5tz C-anbedain und Brian» sich Mnpt>ä*)li*
aber die Herabsetzung der Besatzung» - ' dürfte all erb -g» 'cbr
die Lutmte a I» sicherste Grundlage de» europäischen Frieden, ;u stärken
lieber die Unterredung bericht, t ferner der 6aeofront rrter in London: Cbambrrlain or.d Bei and Haden sämtliche interuGlionakn DroMcmt. bk gegenwärstg die Uurmerkiamkrtt der Welt auf sich tenken, durch gefproehm. Obwohl non in den offiziellen ftrriIm nicht. Genaue» hat eriatjrm können, kann man doch leicht au nehmen. Satz der albanische ftonsiikt. die Beziehungen zu den Sowjet», die Dorgänge in China und vielleicht sogar tot langer- Der Handlingen b. rührt worben sind 3n allen diesen 5ragen haben die beiden Butzenvloister die U e b e r- e i n st immun» ihrer Uofichten feststtllen können. <o zeigte stch von neuem, datz Frankreich und <£ng- land nötwmdiarrw.ile in der wclt eine solidarische Politik betraten müllen, deren Betörung bereit» die Cefana sämtlicher cmtzeupalitischrr Sdjrrkrigfrilm avtz rordenllich rdeidilrm wird. — flach b< ..Matiu-o-rst^rt mir. In ‘•-r iäen ftrti-
I a n b allein, habe sich über alle Xrgdn N Bölkerrccht» hlnwegatkdt Wäre Mef.-t Bvrtourl bercchfig! gewesen, bann hätte bie Ontentc hem heulschen Bolk mch« den Wunsch abzuschiagen brauchen bah diese Boewürte von e i *e m neutralen Gericht geprüft werben mühten. Der Ausschuh hat auch keineswegs alle Mahnahmen her deutschen Kriogindrung völkerrechtlich gerechtfertigt. Bölkerrrchisdiüch^ her einen Geile rechtfertigen Aeprrsfalien von der anderen Seite. Aur unter dem Geficht»punkt her Aepref lalle hat der Ausschuh den un- beschränkten U-Boot-Krieg gebilligt
wenn man Hunderttausende deutscher Menschen, die nicht ftr leg» tri Inet) met sind, zum Sterben nötigt durch eine absolut redH»roihrige f)nrgrr- blockade. bann ist ba» Recht zur Repressalie gegeben
(Beifall recht» )
Abg Di tt mann (öo») erklärte, wenn br; Ausschutz seine Aufgabe darin geleben hat. die Barbarei der deutschen Äriegrüfrrung zu beschönigen. dann liefert er damit nur den frone fischen Nationalisten Material zu neuer Propaganda gegen Deutschland Uns hat doch der Krfi^sminister tv Stein seinerzeit gesagt, datz die Feinde nich imstande seien, uns die neue Waffe der Gistgasgranaten nachzumachen. Wie will man da von Aepressalien reden? Der Bericht des Ausschusses fei eine Täuschung her Oefscntlichkeit 0» müsse f.s^estellt werden, datz nicht her ganze Reichskug hknter dieser T'iufchuiig stehe. (Zischen rechts)
Abg Dr. Bel l (3entr) wendet sich gegen die Au-sührungen der Sozraldemctraten Manch, dieser Ausfiibrungen könnten den Eindruck erwecken. datz wir uns nicht In einem deutschen Parlament befinden. (Unruhe links.) 8» scheint fast, dah es hier Kreise gibt, benot das Ergebnis der Untersuchungen unbequem geworden IK. Die hier geübte Kritik ist dem Ansehen der hutschen Aepudlik sicher nicht förderlich (Beifall bei den bürgerlichen Parteien.)
Abg Stöcker (Kom.) bestreitet bie Objektivität des Abg Dr. Bell Die Kommunisten hätten den Willen, den Krieg überhaupt zu br- seifigen. Sie fühlten sich den englischen, französischen und italKnifchen Proletariern enger verbunden. al» den deutlchen Al »lxutern.
Abg Dr. Schneider (D. Tp ) bemerkt b.m Abg Stöcker gegenüber. Ido Pazifismus nehme sich seltsam aus. angesichts der Politik der ruf- fischen Kommunisten
Abg Dr. K ülz (Dem.) erklärt Die Arbeit des Ausschusses Härte eine gerech ere Würdigung verdient Die Debatte könne leicht im Ausland den Grndruck erw.cken. al» leien die De bie Hauptschuldigen am Krieg
Damit schlietzt bie Beratung 8s folgt die Beratung der kommun.stischen Anträge zur
ärifenfürforge.
Abg Becker- Herborn (S ) b*grürb;l eine sozialdemokratische Interp.l'ation. tn der her Ae chsorbeitsminister er'ucht wirb, hie geplante Aufhebung her Krisensürforge zu unterlos en unb feine Verordnung zurück»u«iehen
Aeichsarbeitsminifter Dr Brauns erklärt, seine Berorbnung aut 8mschrä>ckung her Krisenfürsorge sei bestimmt worden von der Auck- sicht aus bie Besserung de» Arbeitsmarktes An eine Aushebung der Krisenfür- forge habe kein Mensch gedacht T e Beschränkung her Bezugsdauer Der Arbeitslo emnier» stützung sür einzelneBerufe au LS Wo en ha. e sich au» der gesetzl ichen Bestimmung ergeben. dah eine Ausdehnung auf 39 Woä e ■ nur für Berufe mit besonders ungünstigen Berhältnisfen au ä slg fei Die Be hä tn s e in den drei von dem 8ksetz betrogenen Beru en hätten sich aber günstig entwickelt Im Lpinn- stof cetoerce bestehe fe.are»u eve Hoch onjunfiur und es zeige sich dort bereit» ein Mangel an Facharbeitern Im Berviel äl igldts- gewerbe und in der Gärtnere '-ei es ähnlich 8ine be onbere Ungunst d s Arbcltsmartte^. de dos 8e etz zur Borousfiyung her längeren Bezugsdauer macht liege allo in den drei 2km ei n cht vor. und das Ministerium sei demnach zu s.iner Matzra'-me gesetzlich vcrp llchtet i.etre ei. Sollte ein einzelner <-oe g e.nes (Dex-erte» be- «ondec» ungünstige BrrhäUnil'e haben, so werde h e er Iwdg aus der Verordnung Ve.au»' er.om- rrer werden Der Minister bittet um Abkinung her lommunistischen Art äg.'
Der -inm-r st.sche Antrag wirb barauf gegen die Drmofratrn, SoziaIdemrkraten und Kommunisten al gelehnt
Vie Ardei>slosenversicherung.
(hrfflie 'Icbattt int sozialpoliiifchcn Ausfchntz
"Berlin 19 Mav (3D 3-1 Dtr chs- tagsauslchuh für lo-iaie Ange^genheUer. setzte tr.t Berarung her Araeitslosenprr ich-ru^.g rrt. Die A^ erungsParteien toolen b;e A.ich..e; e- rang erfucher dem Reichstag im Herbst b. I. einen Drfe'enltojri corjulejen, der
1 hie Dorau-sezungen für bie 3 u I a f I n n g von Erschlossen zur öffentlichen Rcicho- ftßTJerorrf.ifccrung neuregeü zugleich die Rechte und Pflichten der Srsaykafien feftlc*’


