Weise vorläufig abzuschließen. 2llS technischen Weg schlägt er vor: Vollmachten für Die Delegierten der betreffenden Mächte zu einTr b e - sonderen Konferenz in Senf neben der vorbereitenden Abrüstungskon.erenz, die am 21. März wieder anfangen soll. So würden die Abrüstungsbem Hungen nach der Idee von Covlidge nebeneinander herlau'en, au enander wirlen. einander nicht stören und doch in der gleichzeitigen Erörterung dem Gedanken nützen und ihn vor- wärtsbringen. Das ist durchaus zweckmäßig überdacht und nicht nur in dem Wunsche Eoolidgcs begründet, wieder einmal einen Erfolg zu haben, den er für sich und feine Partei natürlich auch braucht, wenn er selber an seine Wiederwahl 1928 dcnlt. Es ist vielmehr ebenso in den allgemeinen Grundsätzen und Gedan'en zur Abrüstung in Nordamerika begründet, mit denen jede europäische Politik rechnen muh.
Das) E nglond dcm zustimmt, begre.ft man ohne weiteres. Die vorgeschlagene Regelung ist in fcinerh Sinne und gibt den Gen'er anderen AbrüstungSsemühuntzen einen Stoß vorwar S. Ebenso freilich versteht man. warum Frank- reich und Italien dagegen und Japan doch ^emllch ablehnend find. In ihrer gemein^ samen Stellung hierin spieae't sich zugleich auch etwas wider: die Aufstellung der Machte im fernen Osten. Aber durchschlagend sind andere Gründe zunächst für alle drei. De vorge- schlagcne Lö'ung ist ohne Zweifel vor ollem im Interesse der angelsächsischen Mächte, deren Hebergewicht dadurch fritgeleg* wird und denen die schwächeren Länder bann eben zur See ouS- gelicfert sind.
Für Frankreich kommt noch hinzu, bah es seine eigeftcn Pläne dadurch empfindlich gestört sieht. Es bereitet die allgemeine Völker- bundslonferenz über die Abrüstung vor. und seine Ave an Covlidge stellt auch in den Vordergrund, daß es doch richtiger sei, im großen und allgemeinen Rahmen den AbrüstungS- aedanken im ganzen weiter zu behandeln, wofür der Völkerbund die einzig zuständige Stelle fei, als ein Stück hcrauszubrechen. DaS klingt gut, aber verschleiert schon nicht mehr die französische Tendenz. Frankreich ärgert sich, daß Rordamerika den Teil herauSnimmt. der praktisch vorwäris zu bringen ist und sein Gewicht dahinter legt, und natürlich kann Frankreich seine Interessen auf einer Völkerbunds onferenz besser vertr trn als auf einer Spezialkonserenz, bei der die Vereinig'en Staaten den Ausschlag geben. In dieser Ablehnung hat man nun in Frankreich gleich etwas unvorsichtig die Karten ausgedeckt, indem man aller Welt zu erkennen gibt, daß Rordamerika die Abrüstungsbewegung wirklich vorwärtsstößt und Frankreich sie mit seinen anscheinend allgemeineren und durchgreifenden Vorschlägen tatsächlich, wie es auch der Fall und Absicht ist, sabotiert.
Das ist für Frankreichs Stellung um so unangenehmer, als ja Covlidge damit indirekt auch in die französische Finanz - und Schuldendebatte hereinstößt. Es wird der französischen Politik etwas schwer fallen, gleichzeitig diese neue Anregung CoolidgeS abzulehnen und die Ratifikation beS Schuldenabkommens auch, da man doch von Rordamerika in der Finanzfrage bekannlermahen abhängig ist. Für den, der immer aufmerksam diese Zusammenhänge verfolgt, ist es aber durchaus keine Ileberraschung, daß Covlidge j et) t damit kam und Europa die abschließende Ordnung der finanziellen Kriegsliquibation seinerseits sehr bestimmte Forderungen in Punkto der Abrüstung erhebt, und daß es eben nach der ganzen Situation in der Lage ist, solchen Forderungen auch Rachdruck zu verleihen.
Wir können in Deutschland dieses neue . Vorgehen nur begrüßen. An sich ist Deutschland an diesen See'brüstungsfragen ja nicht beteiligt. I Aber es begr. '». wenn Rordamerika so an der europäischen Politik tcilnimmt, wenn es in Genf F mdirekt neben den Abvüstungslonserenzen des Völkerbundes mitarbeitet, in denen ja die * deutsche und amerikanische Vertretung fast durchgängig gemeinsam gestimmt haben. Und tvenn Coolidges Vorschlag behandelt wird, so muß Deutschland alles tun, was ihn vorwärts bringen Hilst. Hoffentlich erhalten dadurch auch die Arbeiten der vorbereitenden Abrüstungskonferenzen, die nach der Ratssitzung am 21. März wieder - beginnen sollen, einen Anstoß nach vorwärts. Denn hinter den Ausführungen Coolidges in seiner Botschaft an den Kongreß, die dort mit Begeisterung aufgenommen wurde, und seiner Denkschrift eben an die Mächte der Washingtoner Konferenz, ist der Deutliche Hinweis Rordamcrikas darauf zu erkennen, daß die Art. wie die aKiierien Militärs in Genf die Abrüstungssrage behandelt haben, genau das Gegenteil einer positiven Förderung dieses Gedankens ist. Das macht Frankreich jetzt eben mit dem Widerspruch gegen Covlidge reichlich plump erkennbar, indem es wieder mit seinen drei Forderungen kommt, daß sich die Abrüstung zu richten habe noch: 1. Sicherheit des eigenen Landes. 2. den sogenannten „potentiellen" Gesichtspunkten (Lage des Landes, Bevölkerungszahl, wirtschaftliche Kräfte u. dgl.) und 3. nur im gleichen Verhältnis der Rüstungen zu Land, zu Wasser und in der Luft und gleichzeitig erfolgen könne. Dieses Programm ist so wunderschön geschlossen und gründlich. daß zu seiner Durchführung eine sehr lange Zeit gehört, abgesehen von dem guten Willen, der ja gerade bei Frankreich eben nicht da ist. In Coolidges Anregung klingt hörbar eine Warnung in dieser Beziehung durch, und wenn man in Paris Ohren hat. zu hören, so muß man darauf hören! Denn schließlich haben die Vereinigten Staaten von Amerika heute die Macht und die Mittel, der Welk und damit auch Frankreich ihren Willen zu diktieren.
Ss iclplan der Zranksurtcr Theater.
Opernhaus. Sonntag. 20. Febr, nachm. 3' ,. bis nach 6 Uhr: Tiefland! 7*/. bis 10'/, Uhr: Der Opernball. Montag. 21., von 7 bis 10 Uhr: Don Juan. Dienstag, 22., von 7>,e bis 10 Uhr: Die Bohöme. Mittwoch, 23., von 7>3 bis nach 9 i Uhr: Elektra. Donnerstag, 2-1., von ZV» bis gegen 10' , Uhr: Der Troubadour. Samstag, 26., von 7 bis gegen 10' _> Uhr: Die Zauberflöte. Sonntag, 27.. von 8 bis 9- 4 Uhr: Elektra. —
Schauspielhaus. Sonntag. 20. Febr. vorm. von 11 bis 12'? Uhr: Erste Oltatinet Der Witz in der Weltliteratur', von 7 bis gegen 11 Uhr: Bonaparte. Montag, 21., von 8 brs 10i2 Uhr: Der Kammersänger, hierauf: Fräulein Julie. Dienstag. 22., von 8 bis 10 Uhr: Ein besserer Herr. Mittwoch. 23., von 8 bis 10' ? Uhr: Der Diktator. Donnerstag, 24., v^n 8 bis 10'/» Uhr: Der Diktator. Freitag, 25.. von 8 bis lO'/e Uhr: Der Diktator. Samstag. 26.. von 8 biS IO' » Uhr: Der Diktator. Sonntag. 27., von 3> _• bis 6 Uhr: Alt-Frankfurt! von 8 bis 10 Uhr: Sin befleret Herr.
Preußen.
Kreis D-cijlar.
n Oberkleen, 18. Febr. Auf Dem hiesigen Rathause fand dieser Tage eine Güter- versteigerung statt. Die Zahlungsbedingungen waren entgegen den allgemein üblichen so gestellt, daß Der dritte Teil deS Kaufpreises jeweils am ll.Rovemöer 1327, 2L 3un> 1923 und am 11. Rvvember 1223 zu zahlen ist. Trotz der geringen Kauflust wurden gaiu annehmbare Preise erzielt. Das Höchstgebot aus einen Aaer von 22.11 Ar Inhalt betrug 2030 Mk. gleich 0,93 Mk. je Quadratmeter, für 33,13 Ar Ackerland wurden 1200 Ml. gleich 0,35 Mk. pro Quadratmeter geboten, für 23.51 Ar Ackerland 1740 Mk gleich 0,85 Mk. für den Quadratmeter, für 19,97 Ar Ackerland 775 Mk. gleich 0 39 Mk. pro Quadratmeter, 6,03 Ar Ackerland 305 Mk. gleich 0,50 Mk. für den Quadratmeter: 2.68 Ar Baumgrundstück 200 Mk. gleich 0,75 Mk. pro Quadratmeter; für 31,90 Ar Acker (geringer Qualität) 250 Mk. gleich 0,08 Mk. pro Quadratmeter. Für eine Wiese, 13.95 Ar groß. lautete daS Angebot auf 770 Mk. gleich 0,55 Mk. für den Quadratmeter. Die Preise können als angemessen bezeichnet werden. Zwei andere Besitzer erteilten für eine Wiese von 13,49 Ar und einen Acker von 18 Ar infolge zu niedrigen Gebotes keinen Zuschlag. _
- . Vollnkirchen, 18. Febr. Bei Der Ruy- und Brennholzversteigerung im hiesigen Gemeindewald wurden sehr hohe Preise erzielt. Es kosteten Fichten-Derbstangen 1. Klasse 25 bis 30 Mark je 10 Stück, 2. Klasse 17 bis 22 Mark je 10 Stück, 3 Klasse 6 bis 9 Mark je 10 Stück, 4. Klosse 30 bis 40 Pfennig je 1 Stück. Für Brennholz wurden folgende Durchschnittspreise gezahlt: Buchenscheithvlz 34 biS 36 Mark [c 2 rm, Buchenknüppel 25 bis 30 Mark je 2 rm, Eichenscheiter 22 bis 26 Mark je 2 rm. Buchen- reifer 12 bis 14 Mark je 6 rm, Eichenknüppel 16 bis 20 Mark je 2 rm, Eichennutzscheiter (Küferholz) 45 Mark je 1 rm.
Kreis Bievcnkops.
WSN. Biedenkopf, 18.Febr. Der Rennfahrer Horts, der am letzten Marburger Berg- rennen teilnahin, fuhr mit seinem Motorrad, auf dessen Soziussitz ein Lehrer aus Dem Kreise Biedenkopf faß, bei Gladenbach einen Berg hinunter. Dabei stieß er mit einem zweiten Motorradfahrer zusammen. Während Horts unter das Rad zu liegen kam, wurde der Lehrer im hohen Bogen auf die Straße geschleudert. Die Verletzungen des Lehrers find ernster Natur, während Die beiden Fahrer nur leicht verletzt wurden.
~ Biedenkopf, 18. Febr. Rach langen und nicht immer leichten Verhandlungen mit der Unterrichtsverwaltung ist es unseren Stadt- Vätern gelungen, für den 1. April den Ausbau des Realgymnasium« zu einer Dollanstalt auf Kosten der Stadt durchzusehen. Oberschulrat Prosessor Dr. Zühlke unterzog kürzlich Die aufblühende Anstalt einer Revision
~ Gladenbach, 18. Febr. Auch hier im Hinterlandkreis stand einst die Schweinezucht in Blüte. Ueberall in den Ortschaften gab es viele Sclbstzüchter, und große Herden wurden auf die Weide getrieben. Reben der Schafzucht ist aber besonders die Schweinehaltung hier sehr in Abgang gekommen: die meisten Landwirte kaufen ihre Jungtiere von Händlern. Tierzuchl- inspektor Dr. Tornede ist es nunmehr gelungen, zur Förderung der Schweinezucht die Selbstzüchter unseres Bezirks, etwa 25 an der Zahl, in einen Vereinzusammen- zuf assen. Er wies in einer gut besuchten Versammlung Darauf hiit, daß die günstigen Verhältnisse auf Dem Gebiete der Schweinezucht und -Haltung eine tatkräftige Mitarbeit der Landwirte in züchterischer Hinsicht erfordere, damit endlich ein einheitliche- Zuchtziel geschaffen würde bei Verwendung von nur erstklassigem Zucht- materlal.
T Waldgirmes, 18. Febr. Durch Den Ausfall Der Kraftpost von hier nach Frankenbach abends ist auch Die Morgenfahrt um 8.30 Uhr von hier nach Wetzlar ausgefallen. Das wird hier und in Raunheim mißlich empfunden. Gerade dieser Wagen war immer beseht von Leuten, die in Wetzlar und Gießen Geschäfte zu erledigen hatten. Die Fahrt um 7 Uhr ist dazu zu früh. Wenn Die Post morgens um 8 Uhr eine Rundfahrt Wetzlar, Garbenheim, Dorlar. Waldgirmes, Raunheim. Wetzlar einlegen würde, käme sie sicher auf ihre Rechnung. Abgesehen davon, daß die Postsachen für Garbenhetm, Dorlar und Atzbach Damit befördert werden könnten, wäre auch für Dorlar. Atzbach und Kinzenbach eine Fahrgelegenheit nach Wetzlar geboten, da zwischen 7 Uhr morgens und 1.30 Uhr nachmittags auf Der Lollarer Strecke Irin Zug nach Wetzlar fährt. Hoffentlich hat eine diesbezügliche Eingabe an diePo st Erfolg.
Kreis Marburg.
)( Marburg, 18. Febr. In dem idyllisch am Schlohberg gelegenen Forsthof, der bekanntlich von dem Studentenheim vor einiger Zeit käuflich erworben wurde, soll ein Heim für Theologie-Studierende eingerichtet werden. Die in Frankfurt abgehaltene evangelische Landeslirchenversaminlung beteiligte als Jubiläumsgabe zu diesem Zweck 10000 Mark. — Der jetzt wieder hier abgehaltene Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von rund 700 Ferkeln und Läufern zu verzeichnen. Bezahlt wurde
pro Stück: 4 biS 6 Wochen alt 25 biS 30 Mark, 6 bis 8 Wo. e., alt 35 biS 40 Mark, 8 bis 10 Woa^en alt 40 bis 50 Mark: Läufer 60 bis £0 Mark. Bei langsamem Handel nahezu ausverkauft.
ftrctd Kirchhain.
WER. Kirchhain, 18. Febr. 6m j u - gendlicher Strolch versuchte auf der Straße von Echweinsberg nach Kirchhain eine Bauersfrau zu berauben. Als sich die Ueberfallene zur Wehr setzte und um Hilfe rief, ergriff der Räuber die Flucht und verschwand in Richtung Amöneburg. Er konnte bisher noch nicht ermittelt werden.
Dillkreis.
WSR. Bischoffen, 18. Febr. Schwer verunglückt ist gestern das siebenjährige Söhnchen des Vorarbeiters Wetz von hier. Das Kind spielte mit seinen Schulkameraden an der vom Dorfe abgelegenen Mühle und setzte sich hierbei auf eine Welle. Diese setzto sich plötzlich in Bewegung und schleuderte detz Knaben mehrmals herum, wobei er hesiig mit Kopf und Beinen auf die Erde aufschlug. Z:m Glück gelang es dem 10jährigen Müllerssohn, die Mühle abzustellen und das äußerste zu verhüten. Der Derbet- gerufene Arzt stellte mehrere Arm- und Beinbrüche fest. Der Kleine fand Aufnahme im Herborner Krankenhaus.
6L Herborn, 18. Febr. Zur Ansiedlung im Osten haben sich aus Den Reihen der Bauernschaft des Kreises etwa 12 0 ©teDlungö- lustige gemeldet.
Kreis Marburg.
ss Marburg, 18. Febr. In Der Nacht zu gestern statteten Diebe dem Historischen Seminar im Kugelhause, Der sog. Propstei, einen Besuch ab. Sie entwendeten mehrere Stempel, einen „Geschichtlichen Atlas von Hessen und Nassau", zwei große Lupen, eine Linse für einen photographischen Apparat mit der Aufschrift „Noterstock- Eucyner" und andere Sachen. Es ist ein Mann gesehen worden, etwa 25 Jahre alt, 1,65 bis 1,68 Meter groß, schlank, dunkelblondes Haar, rötliches Gesicht, bartlos, graue Patschmütze, schwarzer Mantel und schwarze Schuhe.
.Vitecd LLcslcrbrng.
CO Westerburg, 18. Febr. Ein imposantes Wahrzeichen der Umgebung Westerburgs ist dahinge schwunden. Es ist der Kamin Der sog. alten Grube an der Langenhahner Chauisee, Der von einer Elzer Firma umgelegt wurde, nachdem er von der Stadtverordnetenversammlung zum Preise von 250 Mark privater Hand zum Abbruch zugestanden worden war. — Wie In vielen ländlichen Gegenden, so herrscht auch auf dem Westerwald noch immer eine große Abwanderung in Die Städte, ein Umstand, der wohl die größte Schuld an unserer großen Erwerbslosen- Rot trägt. So wandern nunmehr wieder zwei Familien aus Emmerichenhain aus, da sie den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen einerseits und Dem scharfen Wettbewerb andererseits nicht mebr gewachsen sind. Daß die Landwirtschaft allein kaum imstande ist, eine Familie zu ernähren, — rächt der letzte Grund ist wohl die Übergroße Besteuerung deS Kleinbaucrnbetriebs — beweist die Einschätzung deS Wertes der verschiedenen Grundstücke. Bei der letzten Landper- fteigetung brachte durchschnittlich die Rute Wie- senlanD 1,50 Mark, die Rute Ackerland 2,70 Mk, Dabei zählt daS Dors Emmerichhain bei einer Einwohnerzahl von 400 Personen 7 Wirtschaften, 3 Bäckereien, 4 Metzgereien, 4 Butterhänd- ler, 2 Spenglereien und 3 Kolonialwarenhandlungen. Früher, als in Den umliegenden Ortschaften noch keine Geschäfte bestanden, stand eS entschieden besser. — Nachdem von den Stadtverordneten der Stadt Westerburg und dem Magistrat die Mittel zur Erhaltung der Realschule bewilligt worden waren, fanden gestern in Anwesenheit zweier Herren von der Regierung zu Wiesbaden Besprechungen zur Ausgestaltung der hiesigen Schulverhältnisse statt. Danach werden in Westerburg im ganzen sieben Lehrkräfte von Ostern ab angestellt sein, ein Rektor wird der Schule vorstehen.
Maingau.
Frankfurt a. M., 18. Febr. In einem hiesigen größeren Benzinlager wurden durch die Kriminalpolizei fortgesetzte Diebstähle an Autobetriebsstoffen aufgedeckt. Als H a u p 11 ä t e r wurde Der Nachtwächter ermittelt, Der mit Hilfe seines Sohnes und zwrier Werksangestellten seit Jahresfrist größere Mengen Betriebsstoff stahl und Diesen zu einem Spottpreis weiterverkaufte. Zuletzt verkaufte er das Benzin faßweise. Insgesamt hat Die Diebesbande etwa 3000 Liter Benzin gestohlen und verkauft. Der Erlös wurde geteilt.
Kreis Fulda.
WSR. Fulda. 18. Febr. 3n der vergangenen Nacht brach kurz nach 12 Uhr in dem nahen Petersberg ein Brand aus, Der daS den Einwohnern Wilhelm Schäfer und Franz Gaul gehörige Doppelhaus völlig i n Asche legte. Die Orisseuerwehr und die rasch eingetroffene Kreismotorspntze FuldaS verhinderten ein Uebergreifen des FeuerS auf bie Nachbarhäuser. Durch Den Brand sind drei Familien obdachlos geworden.
Die Orgel im Frankfur'er Handwerkerhaus.
Als vor zwei Jahren der Dau des kürzlich eingcwrihten Frankfurter Handwerkerhauses beschloßen war, wurde von einigen Seiten angeregt, in dem großen Saal, der zur Abhaltung von Feierlichkeiten bestimmt ist, eine O r g e» einzubauen. Die Orgelbauanstalt von Förster u. Nicolaus In L i ch wurde mit dem Bau betraut Da der Raum für die Orgel in bezug auf feine Ausmaße etwas stiefmütterlich behandelt war, bestanden für bei Einbau dieses WerleS eine Menge technischer und akustischer Schwierigkeiten, Die von der aussührenden Firma
sehr gut gelöst wurden. 5he Orgel ist ht einem eigens dafür angebauten Raum hineingebaut Bei der Abnahme der Orgrl, die ein rechtes Kunstwerk und Juwel des Handaxrkerhauses ist, durch Den Organisten und Orgelrevi e.uen H. Sonntag wurde das Werk in allen Teilen dem Voranschlag und den Dispositionen entsprechend befunden. Die vorzügliche Charakteristik der einzelnen Stimmen u.ib die durch den Org:I- raum bedungene besondere Konstruktion und Intonation sind ein rühmliches Zeugnis des Erbauers. Orgelbaumeister Emst RicolauS. Das Kunstwerk mit seiner mächtigen Tonfülle und seinen bezaubernden Solostimmen ist mit allen Neuerungen des modernen Orgelbaus ve-seben. Diese Orgel ist daS 318. Werk der Firma Förster u. Nicolaus. Der Orgelbau selbst wird in Lich schon über 300 Jahre auSgeäbt. Karl Nicolaus sen. ist der Er'inder des frei schweben "'en Ventils und der WindlcOe mit den frei schwebenden, nach unten schließenden Ventilen.
Kirche und Schule.
Torskirchenvorstehcr-Taqung zu -Utendorf a. d. Lumda.
X Rach Dem starken Be'uch. Den die Tagung in dem günstig gelegenen D ufen-h o s e n am 11. Januar aufzuweisen hatte, war eS ein Wagnis, eine auf einen Nachmittag sich beschränkende Tagung in daS entlegene Lumdatal mit seinen aber vtel schlechteren Bahnverbindungen einzu- berufen. Das Wagnis ist am Montag geglückt dank der guten Vorbereitung durch den K i r - chenvorstand Allendorf, an seiner Spitze Pfarrer Andres, der regen Teilnahme der dortigen Schule und Gemeinde, der Gastfreundschaft der Quartiergeber und Der Selbstzucht, mit Der alle Redner die ihnen zu Gebote stehende Zeit eingehalten haben.
Es nahmen 150 Kirchenvorsteher Der nächsten hessischen und preußischen Dekanate an der Tagung in Allendorf teil. Beim GottLsdienst versah Der Ortsgeistliche den Altacdienst Ein Chor der Mädchenvereinigung und zwei Schülerchöre, unter Leitung von Lehrer Strack gut vorbereitet und gelungen, umrahmten nach einem Loblied der Gemeinde die Predigt des Prälaten D. Dr. Dieh l - Darmstadt über 2. Kor. 4.6—10 der u. a. betonte: 3n Zeiten einer hochgehcnden religiösen Welle hat gerade auch die hessische Landcstirche schwere Kämpfe zu bestehen: besonders fehlen auch ihr zu unbedingt in Angriff zu nehmenden Aufgaben die finanziellen Mittel. Der preußische Staat gibt zu jeder Pfarrstelle jährlich 4500 Mark, der hessische noch keine ICO. Da aber das Größte in der Geschichte immer in Tagen deS Zusammenbruchs und Niedergangs geschieht, brauchen wir das trotzige »aber und das freudige „auf daß".
Nach einer Kaffeepause in den Quartieren eröffnete Pfarrer Mahr- Gießen die Verhandlungen mit einem Gruß besonders auch an Prälat D. Dr. Diehl, Oberkirchenrat Wagner, die Dekane Gußmann -Kirchberg und Schmidt- Grünberg und die gastfreie Gemeinde Allendorf. LanDesiugendpfarrer von der Au -Darmstadt sprach Dann auf Grund eigener Studien sehr anschaulich über »Amt und Arbeit der alt- hessischen Kirchensenioren-. Heber diesen Vortrag ist gelegentlich der Tagung in Dutenhofen bereits näher berichtet worden. In Der Auslvrache schlug Prälat D. Dr. Diehl Die Drücke von der Geschichte zur Gegenwart. Ausgehend von der Klein-Umstädter Seniorenordnung von 1580 zeigte er, wie französische Revolution und Aufklärung Den Seniorrat stürzen halfen: Der Pfarrer wurde kirchlicher Beamter. Beaufsichtiger des Lehrers. Nach Den 70er Jahren verloren Die Autoritäten ihr Fundament. Heut« sind äußerliche Autoritäten noch mehr dahin, hinzu kommt die Auflösung Der Familienautorität. Als Ziel kann nur vorschweben die Gewinnuna freier Hilfskräfte für bestimmte Ausgaben und Die Orientierung Der Pflichten der Kirchenvorsteher und Kirchengemeindevertreter an der Vergangenheit. So seien wünschenswert Programm« sür Kirchenvorstands- und Gemeindevertretung-- sihungen des ganzen JahreS.. Rach weiteren Ausführungen von Superintendent Wagner und nach dem Weggang der in der Gießener Dichtung fal, .iden Gäste wurden d e Verhängungen unter Dem Vorsitz von Dekan S ch m i D t - Ärünberg zu Ende geführt.
Buntes Allerlei.
Lin Mundharmonika-lvetfbewerb.
Ein homerischer Wettlampf, bei dem sich Polizisten, Soldaten und Matrosen. Bergleute. Töpfer und Weber beteiligen, wird demnächst in London ftartsinden. Es ist der große Wettbewerb des englischen Mundharmonila-BerianDes, zu dem sich bereits über 150 Teilnehmer gemeldet haben Der gegenwärtige Harmonika-Champion Englands, Samuel Haywood, ein Londoner Schutzmann, wird feinen Titel gegen eine große Anzahl anderer Virtuosen zu verteidigen haben. Auf Die „Favoriten" find bereits gro'-.e Wetten abgeschlossen worden. • Es gibt Virtuosen der Mundharmonika, Die diesem unscheinbaren, von der Kinderwelt mißbrauchten Instrument di« wundervollsten Töne entlocken, so daß man glaubt, eine Anzahl ©eigen oder gar ein Harmonium -u hören. Der verstorbene Harmonika-Virtuose Robinson verdient« mit dieser Kunst 3000 Mk. dl« Woche
Der Slrohhclm Der Fliegerin.
Die zunehmende Verbr.i.ung des Flugzeugt als Verkehrsmittel hat auch Die Modeschöpfer vor neue Probleme gestellt. Denn Die Dame, Die diesen Reiseweg wählt, muß auch ein dem Milieu besonders angepaßtes Kostüm besitzen. Diese Kleidung soll natürlich ebenso praktisch wie kleidsam sein. Der Lederhelm, dem die Eigenschaft der Kleidsamkeit durchaus nicht zu- gesprochen werden kann, wurde früher für unentbehrlich gehalten. Darin ist nun ein Wandel eingetreten. Die Modefchöpscr bringen in diesem Frühjahr einen festanliegenden, federleichten Hut aus sehr seinem Stroh heraus, Der, die Form des Kopses wiedergebend, bis über Die Ohren herabreicht. Er wird m.t DrTt ebe aut
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