neuer Kultur, seht sich in souveräner Geistigkeit mit der neuen 2Nodeerscheinung des Bubikopfes auseinander. Das Buch ist ganz historisch ausgemacht. eS beginnt bei dem vollen Lockenhaupt Agamcmnons und endet mit den haarlosen Köpfen der heutigen Regicrungsgroßen; eine Entwicklung, die die Männerwelt der Schilddrüse zu verdanken hat. die einmal Haarwuchs, das andere Mal Genialität produziert. Der Bubikopf der Frau bezeugt, wie Handke an Beispielen aus der Weltgeschichte nachweist, jedesmal das Streben der Frau, dem Manne gleichgestellt zu sein, ein Streben, das im Grunde nur geboren ist aus dem Wunsche, wieder als Frau gewürdigt zu werden und an erster Stelle des männlichen Interesses zu stehen. In Perioden der Frauenverehrung, wie in der -Zeit des Minnesangs, dachte keine Frau daran, sich einen männermähigen Haarschnitt zuzulegen. Es ist erstaunlich.. zu welchen Ausfällen auf unsere ganze Kultur dieser merkwürdige Gegenstand Anlaß geben kann. Wissenschaft und Kunst bekommen treffsichere Seiten- hiebe, durchaus berechtigte, und das ist der ernste Hintergrund des immer wihigen. in flüssigem, geistreichen Stil geschriebenen Buches, daß es nicht nur verspotten, sondern einen Spiegel Vorhalten will. 848
— Gegenwartsprobleme der deutschen Baumwollwirtschaft. (Weltwirtschaftliche Gesellschaft zu Münster i. W.). Bon Dr. A. Gildemeister, M.d.R. und Rechtsanwalt Dr. Th. Amfaldem. Gehestet 1,60 Mark. Verlag von Quelle L Meyer in Leipzig. — Gildemeister beleuchtet den Rohbaumwoll-Weltmarlt, seine Finanzierung und seine Kreditierung. Amfoldern beleuchtet die Stellung Deutschlands in der Weltwirtschaft, die Frage der aktiven oder passiven Handels- und Zahlungsbilanz und die Bachteile der Zwangswirtschaft und staatlichen Verwaltung gegenüber der freien Marltgestaltung. 749
— Wester Wälder Heimatkalender auf das Iahr 1927. (Verlag C. Ebner, Hachenburg. Preis 75 Pf.) — Ein Buch, aus dem tn levenswarmen Worten die Liebe zur Heimat spricht, ein Wegweiser in ihre von der Aatur gesegneten Gefilde, die uns ihre Schönheiten und charakteristischen Eigenarten offenbaren. Lebensvolle Beiträge zur Baturgeschichte wechseln mit poesiereichen Heimatdichtungen und humorvollen Anekdoten. Sagenumwobene Geschichten aus längst entschwundenen Tagen, aus der Epoche der Westerwälder Städtegründungen, ter Pestepidemie des Iahrcs 1613. historische Begebenheiten aus dem Seuchenjahr 1807, der Zeit der Zünfte, sind Etappen auf dem Wege, den uns der Heimatkalender führt. Wertvolle Fingerzeige in der Haus- und Landwirtschaft geben kurze, leicht verständliche Aufsähe dieser Art. Kalendarium und Marktverzeichnis geben erwünschte Auskunft. Zahlreiche Illustrationen ergänzen die textliche Ausstattung und charakterisieren in finniger Weise die humorvollen Erzählungen des Kalenders, den ein schmuckes Gewand umhüllt.
873
— Deutscher R e i ch s b a h n - K a l e n - der 1 92 7. Herausgegeben von Dr.-Ing. Dr. Hans Baumann. Berlin, im Konkordia - Verlag in Leipzig. Preis 4 Mk. — Vor uns liegt em Kunstwerk, wie wir es bisher nicht fanden unter den Kalendern, die zu diesem Weihnachtsfest . als Gabe dargebracht worden sind. Unter dem Zeichen „Mit der Reichsbahn durch deutsche Lande" gelangen Bilder von unbeschreiblicher Schönheit vor unser Auge, und die Erklärung darunter läßt uns Interesse gewinnen an den 1 schönen Gebieten Deutschlands. Bekanntlich ist die j Deutsche Reichsbahn in 30 Bezirke eingeteilt, und diese Bezirke werden uns in ihrer geschicht- . lichen Entwicklung mit Bildern vorgeführt. Wer wußte es bisher, in welcher Zeit die einzelnen Großstädte Europas von Berlin aus zu erreichen fini/2 Er erfährt es durch diesen Kalender. Er erfährt, daß täglich 37 mal die Reichsbahn um den Aequator fährt. Roch ein Bild fällt uns ins Auge: Siedlungen der Reichsbahn im Ahrtal, ein herrliches waldgeschmücktes Bild mit einem munteren Flüßchen und bunten Häusern. Wir erfahren, daß die Reichsbahn eine großzügige Siedlungspolitik treibt nicht allein durch dieses Bild, sondern auch durch verschiedene andere Darstellungen. Auch die Betätigung der Reichsbahn auf dem Wasser läßt uns die Bedeutung dieses größten deutschen Unternehmens erkennen. Mit der Reichshahn auf dem Bodensee fahren Dampfer seit 50 Iahren. Durch Fähren über die Ostsee werden die nordischen Länder durch direkte Züge mit dem Rorten verbunden. ilebcraU treffliche Bilder und sich einprägende Erklärungen. 876
Wirtschaft.
• Eine Anleihe des Landes Baden. Der badische Finanzminister hat einem von der DiZkontogesellschaft in Berlin geführten Bankenkonsortium, dem sogenannten Dauea-Kon- sortium, dem auch die große Badische Bank an- gehört, den Zuschlag auf eine mit 6 Prozent verzinsliche Anleihe im Rennwert von 33 Millionen Reichsmark erteilt. Der Erlös der Anleihe wird für die wirtschaftlichen Unternehmungen des Staates und für Straßenbauten Verwendung finden.
• Zur Kurssteigerung der Scheide- anftalt-Aktien. Die „ F. Z." meldet zur Kurssteigerung der I.-G.-Farben-Aitien, die sich bekanntlich auf Gerüchte über eine engere Verbindung der Deutschen Gold- und Silbersche.de- anstalt mit der I.-G.-Farbenindustrie stützt, daß sich die auf dem Gebiete der Ratriumverbin- dungen wie auf anderen Gebieten vorhandenen Abreden mit der I.-G.-Farbenindustrie in technischer Hinsicht durchaus im Rahmen der alten Beziehungen bewegen, die die Scheideanstalt mit der I.-G.-Farbenindustrie und deren Rechtsvorgängerin unterhalten hat. daß zu weiter- gehenden Vermutungen keinerlei Anlaß vorliegt, und daß insbesondere auch in finanzieller Beziehung keine Verhandlungen geführt oder beabsichtigt sind.
Berliner Börse.
Berlin, 19. Ian. Die Haussebewegung scheint jetzt zu einem vorläufigen Stillstand zu kommen. Rachdem der heutige Vorbörsenverkehr noch einen sehr festen Verlauf nahm, überwogen bei Beginn des amtlichen Verkehrs Realisationen der Spekulation, während auch das Publikum in seinen Käufen vorsichtiger ist. Die Gesamttendenz geftaltefe sich daher zunächst uneinheitlich, unter Berücksichtigung der vorausgegangenen Kurssteigerungen war aber eine beträchtliche Widerstandsfähigkeit nicht zu verkennen. In Anbetracht der flüssigen Geldmarktlage und infolge
Börsen wrie.
Berlin
Frankfurt a-M.
Sct)(u>>- i-Udr-
Aur»
19. 1.
19. L
18. I
Datum:
U.915
0,9125
'1.9226
0,895
16,95
10.
181 180,75
126,25
18t
162,13 1
160
I 183.5
163,25
154,76
175
; 104.5
0,9125 0,905 0,905
0,89 1 0.89
181
200
d37
145
388
146,75
Schlich- Kur*
188 75
265
118.5
147.9
67.75
44
176
217,75
176
176 5
184.25
19)
128.5
83
6,5
191.4
269.5
115.5
146
183 .88,75
Anfang i ^iiro
175 215,5 128.5
103
184
126
192
192.75 20ü
0.93
0.9.in.'>
0,59
0.9102
189 «90 200 179 193
92 224 156 i:jo 140
264.5 219
190
223.5
156
129.9
141 9
263
217.5
191.5
19t.4
201
177
189,9
92,5
223,5
156.5
128,5
142
263.75
217.75
191
0.88
101,7
der Situationsberichte verschiedener Großbanken wagte sich die Baisse-Spekulation mit größeren Abgaben noch nicht hervor, wenngleich bei einer großen Anzahl von Papieren die Kurse die tatsächlichen Verhältnisse beträchtlich übersteigen. Schwächer lagen Maschinen- und QHoto- r e n to e r t c. In eine Haussebewegung gerieten heute Vereinigte Glanzstoff, die in kurzer Zeit um fast 20 Proz. anzogen. Einiges Kaufinteresse bestand für Montanwerte. Chemiewerte lagen ruhig. Elektrowerte notierten bis zu 4 Proz. über den Vortagsschlußkursen, wobei sog. Lieferungswerte bevorzugt waren. Am offenen Geldmarkt herrscht starkes Angebot in Tages- und Monatsgeld. Der Geldüberfluh führte wieder zu bedeutenden Dollarkäufen, so daß die Reichsmark mit 4.2165 bis 4,2170 gegen Kabel weiter schwach lag. Die kontinentalen Valuten lagen gegen das Pfund überwiegend schwächer. Mailand-London auf 112 erholt.
158
177,5
163
159.5
176,25
161.25
281.75
220
282
195,5
187
। 183.5
i 202
188.75
: 10 6
181
191.5
120.4
277.5
221
282.5
194.5
162 !
183 !
130
219.5 .
279 1
194,25
186 ।
185.9
203.5 |
186
10.5
I 16.8
I 44.25
275
220,25
282
194
186.75
184
202
187
10,75
180.25
188.5
125
155
110
<38
145 5
2;o
176 9
176
182
>88
143 b
176.75
217
129 ' iu2;
43.75 I
67 |
190 .67
156 5
109
428.25
147
261
176 25
176.75
185.5
190
144.75
175
219 5
124.5
104.25
190! 124,55-
i89;
190 |
199 1
179.75 ■ 19-1.75
90 224
155
128
139 5 । 265
218 -
190 1
130 |
158 4 |
1159 25
H75.62 i 162
82
216.6
129.5
82
2.8
191
68 5
118.25
147.5
5% Deutsche Reichscmleibc . 4% Deutsche Reichsanlcihc .
3'/9% Deutsche Ncichsanleihe 3% Ternsche Rcichsanlethe . Deutsche Svarprämicnanleihe 4% Preußische ötonsolS . . - 4° o Hessen...........
3'/.,% Hessen 3% Hessen Deutsche Wcrlb. Dollor-Anl- dloDoU.-Schav-Anweisng. .
4% Hofllürfcii.........
5% tJoldmexikaner ....
Berliner HandLlßqcsellschast. Commerz, und Privat-Bank. Darmst. und Paiionalvank . Teutiche Bank Diskonto Commandit .... Dresdner Bank Mclallbaut Mitteldeutsche Kreditbank. . Lcsle! reichliche Kreditanstalt. RcichSdank...........
Bochumer Guß .......
Buderus.......
Caro .............
Teulsch-Luremburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bcrgdan......
Kaliwerke AschcrSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln.....
Laurabülke ManneSmann Mans'klder. Lderbedarf ..........
Pdönir Bergbau Rheinische Braunkohlen .. . Rbciuslnbl...........
Nie bett Montan TellnS Bergbau
Bereinigte Stahlwerke . . . .
Hamburg Amrrila Paket. . . Borddcuischcr Lloyo . . .
Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philivv Holzmaun......
Anglo Cont Guano Chemische Mäher Alaptn. . . »-oldschmidt.........
Holzverkohlung- . . I G Faroen-Jndustrie. . . Nntgerswerke........
Echetd.annalt.......
Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann .........
El ktr. Lieferungen...... Lichi und Kraft Mainkra lwcrke ........ Schuckcrt • . • Siemens & Halske Adlerwerke Kleher ...... Daimler Motoren. ...... Hehligrnstaedt.........
'".eguin Mannheimer Motoren . . .
frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . Mctallgesell djart Frankfurt. Per Union A.-G Schnh abril Herz Sichel..............
Schhoff Aschaffenburg. . . . Srflrto ( Waldhof. . . . .
.fitlkeriabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
Kurs
18. 1.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung
18. Jan-
19. Jan.
■zuiitlicbe 'Jioti rung
Amtliche 'Jiottetunj
cüctb
Brie-
OlClb
Briet
Ani't.» :Hon
168,45
168.87
168.43
168,83
Bu n Airc
1,739
1,743
1,738
58.55
1.712
ihrss.-?lnrw
>1.55
58,6'1
68.68
Lhristiania
197.6.
107.93
107.34
107.611
JlüD.'nbnfl.'ii
112.24
112.44
112,21
112,49
2lodbo(m
112.41
112.69
112.38
<12,66
Öelfinafotj
-0.59'
10.632
10.592
10,632
Italien . .
18.0:5
18.0?
18,25
18.29
London. . .
.0,437
-0.487
-0,439
20,491
Neunork . .
1.211
1.221
1,21 i
1,221
PoriS. . .
i6,75
16,79
16.725
16,745
Crbwci; . .
-1.-0
•8.26
51,30
51.10
51,10
Dpa t:n .
08,14
67.91
68,09
Japnu . . .
',053
2.057
2.055
2,059
1.497
*h'io b? Jan Wie» in D--
.493
0.495
1.493
Ceft. abgeit
39,37
59.57
59,365
69,512
Prag ....
12,47
12.57
12.468
12,508
Bclirad .
7.41
7.43
73.83
7.412
7.412
Dudav?>t.
73.63
73.69
73,87
Bul-arien
j.u4
d.0.5
u.O4
3.05
l'iffabon .
U.565
.1,615
21.545
21,59j
Damm. . .
51,53
81.72
11,52
51,72
-Honfi ntin
-.122
2,132
2,12
2,13
Alben. . .
5.40
5,42
5.39
5 41
Canada
1,2-H
1,211
4.201
4.211
Uni uaö .
1.24.1
4.255
4.245
4.23.
Cairo . . .
iO.941
21,001
20.951
21,006
Banknoten.
Berlin, 18 Jan
Geld •
Bricr
Amcrikaniiche 'Jtoten.....
4.193
4,215
Belgische Polen .
68,35
58,65
Touiiche Poren .......
11'2,01
112.56
Englische Molen. .......
20,392
2Ü.49Z
Franzöiische Polen......
16.74
16.81
Holläub-schc Polen......
168.0.;
168,82
Italienische 9)otcn......
18 06
18.14
Parmenische Polen......
107,33
107,88
Deutsch Oeslerr. ä 100 .stronen
oU,28
69,58
Rumänische Polen......
—
Schwedische Poten......
112.07
H2.6I
Schw.--->r Polen.......
81.16
K1.5G
Spanische Polen.......
68,13
68.47
Tschechollowakischc Noten . .
12,44
12.511
Ungarische Polen.......
73,42
73.78
x.utfc.
Frankfurt a. M.. 19. Ian. Tendenz: leicht abgeschwächt. — Durch die bisher beobachtete große Zurückhaltung der Spetulation, die die letzte Haus e eile für Gewinnsicherungen benutzte, und durch die anhaltende Flüssigkeit des Geldmarktes ist ein größerer Kur sein br uch verhütet worden, so daß es nur zu einer schwächeren Gesamttendenz kam. Rach wie vor lagen größere Kaufaufträge aus Publi- kumskrei'en vor, wodurch sich die Kursrückgänge in engen Grenzen hielten. Eine Ausnahme bildeten von vornherein Elektroaktien, die I unter Führung von Siemens & Halske weiter an- üogen. Siemens plus 1,5 Prozent. Lahmever plus 2 Prozent. Don Montanw erten lagen
oberschlesische Werte weiter fest, auch die Rhein- Elbe-Gruppe blieb ziemlich widerstandsfähig. Rur Gelsenkirchen leicht ermäßigt. Kal i a k t i e n stärker gedrückt. Westeregeln minus 5Pzt., Aschersleben minus 0,65 Prozent. Metallwerte gut behauptet. Hirsch Kupfer plus 1,25 Prozent. Bankaktien schwächer, lcionders Darmstädter minus 4,5 Pzt., Deutsche minus 1,5 Pzt. Metall- banlkonzern und Scheideanstalt aus Realisationen weiter schwächer. Scheideanstalt minus 3,5, Metallbank minus 4, Metallgrsellschast minus 1,25 Prozent. Freigabewerte (be'ondcrs Schiss- ahrtswerte) infolge der Berzögerung in der Frei- gobeangclcgenheit weiter leicht abgeschwächt. Holzdestillationswerte uneinheitlich. Holzverkohlung 4,12 Proz. schwächer, dagegen Chemische Frankfurt plus 4.12 Proz. Von A u t o w e r t e n büßten Kleher auf Berliner Abgaben 4,5 Proz. ein, während Daimler 1,25 Proz. anzogen. Zellstoff- aktien bis 1,5 Proz. niedriger. Der weitere Börsenderlauf wurde, ausgehend vom Elektromarli. nach mehrfachen Schwankungen wieder reundlicher, wobei sich auch I. G.-Forben und die anderen Chemiewerke erholten. Am heimischen Anleihemarkt lagen Kricgsanl.ihe schwächer, dagegen bayerische 'Vorkriegsrenten fest. Der Geldmarkt ist weiter außerorden'lich flüssig. Tagesgeld unverändert 3 Proz., Monatsgrld erneut leichter mit 45/s bis 6 Proz. Warenwechsel 43 >. Dankakzepte 37/s Proz. Im Devisenverkehr war Paris gegen London leicht abgeschwächt mit 122,20. Mailand-London 112. London-Kabel unverändert 4.8535. Die Reichsmark liegt gegen Kabel weiter schwach mit 4,2165.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 19. Ian. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29 bis 29.65; Roggen, inländischer, 25.75 bis 26; Sommergerste, für Brauzwecke 26 bis 27.50; Hafer, inländischer, 20.50 bis 21.50: Mais, gelb, 18.25 bis 18.50; Weizenmehl, inländisches, Spez. 0, 40.50 bis 41; Roggenmehl 37 bis 37.50; Weizenkle'.e 13; Roggenkleie 13.25 bis 13.50 Mark. Tendenz: fest.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 18. Ian. Im Berliner Produktengeschäft bestand heute für Weizen wie auch für Roggen vereinzelt Declungsfrage, so daß die Märkte ziemlich fest eröffneten. Hinzu tarnen erhöhte Forderungen des Auslandes, kleines Provinzangebot und höher gehaltene Preise des Inlandes. Weizen wurde im Durchschnitt 1 Mk. höher. Roggen IV2 Mk., Iuli sogar 21/2 Mk. über gestern. Für Gerste und Hafer haben sich die Offerten in mittleren Sorten gemehrt, doch zeigt sich nur Bedarf für beste Qualitäten. Das Mehlgeschäft wickelt sich weiter recht stockend ab. Die höheren Getreidepreise bringen keine Anregung. Don sonstigen Artikeln behält Kleie gute Frage bei fester Tendenz. Auch Kartoffelflocken und Serradelle werden zu höheren Preisen gesucht. Es notierten für 1000 Kilogramm: Weizen (märt.) 264 bis 268, Roggen 244 bis 248, Sommergerste 217 bis 245, Wintergerste 191 bis 207, Hafer (märt.) 179 bis 189, Mais loko Berlin 185 bis 187; für je 100 Kg.: Weizenmehl 34.75 bis 37.50, Roggenmehl 34.25 bis 36.25, Wcizenkleie 14 bis 14.25, Roggenkleie 14, Diktoriaerbsen 52 bis 66, kleine Speiseerbsen 30 bis 32. Futtererbsen 21 bis 24, Peluschken 21 bis 22.50, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 23 bis 24.50, Lupinen (blau) 15 bis 16, Lupinen (gelb) 15.50 bis 16.50, Serradelle (neu) 30 bis 32.50, Rapskuchen 16.40- bis 16.50, Leinkuchen 20.80 bis 21.20, Trockenschnitzel 10 50 bis 10.60, Soha-Schrot 19.10 bis 19.80, Kartoffelflocken 29.60
•Buntes Allerlei.
Der „König der Lebensretter".
Ein 80jähriger Holländer, namens Dorus Rijkers, hat den Ruhmestitel „Der König der Lebensretter" erhalten. Die Liste der von ihm aus Todesgefahr geretteten Personen beträgt gegenwärtig 511 Personen, und dazu kommen noch 42 Schiffe, die er aus gefährlicher Lage in Sicherheit gebracht hat. Er besitzt holländische, englische, belgische, ita'imische Rettungsmedaillen, und besonders stolz ist er auf eine goldene IHjr, die ihm 1837 von dem späteren Kaiser Friedrich überreicht wurde: von Wilhelm II. erhielt er eine diamantbesetzte Goldnadel 1911. Der greife Lebensretter befinde' sich augenblicklich in Paris, und zwar ist er zu dieser Reise auf merkwürdige Weise gekommen. Man hat kürzlich in Holland eine Volksabstimmung veranstaltet, um hcrauszu- befommen, wer der beliebteste Mensch des Landes sei, und der Auserwählte sollte mit einer Reise nach Paris belohnt werden. Da zeigte es sich nun. daß Dorus Rijkers die meisten Stimmen erhalten hat, und so kann er denn noch auf seine alten Tage die Herrlichkeiten der Seinestadt besichtigen, für die er das lebhafteste Interesse an den Tag legt.
Das INobelmagazin des französischen Staates.
Die französische Regierung ist jetzt dabei, ein Inventar aller Gegenstände aufzustellen, die sie in ihren so überaus reichen Magazinen besitzt. Es handelt sich nicht etwa um Gegenstände, die sich in den Etaatsmuseen von Paris oder der Provinz befinden, sondern nur um die „Einrichtungen", die z. T. in den Ministerien und öffentlichen Gebäuden und in den Botschaften sind. In dem Inventar werden u. a. auch die Möbel aufgeführt, die sich in den GesanN'cha'tspalästen von Berlin, London. Rom, Madrid, Washington, Peking usw. befinden. Iede französische Gesandtschaft ist mit herrlichen Möbeln ausgestattet, die z. T. von großen Meistern des Kunsthandwerks stammen, mit kostbaren Teppichen, mit Gobelins der französischen Staatsmanusakturen, mit Porzellanen von Sdvres und Limoges. Aber nur ein kleiner Teil dieses riesigen Möble- ments ist in Gebrauch. Die meisten Sachen sind in den Möbelmagazinen des Staates aufgespeichert, und nur ein Zwanzigstel dieser Dinge wird im Laufe eines Iahrcs von menschlichen Händen berührt. Der größte Teil schlummert wohlverwahrt und reichlich verstaubt viele Iahr- zehnte, und es ist dringend nottoenbig. daß einmal ordentlich nachgesehen und „gelüftet" wird. Zu den Schätzen dieses Staatsmöbelmagazins gehören Teppiche des 17. und 18. Iahrhunderts, die mehr als 70 Fuß lang und 30 Fuß breit sind: sie stehen seit vielen Iahrzehnttn, mit Pfeffer und Raphthalin dngemottet, zusammengerollt in den Ecken, und es lind 40 Mann notwendig, um einen solchen Teppich aufzurollen und auszuklopfen. Man fürchtet, daß sie durch das lange Herumstehen gelitten haben. Die schönsten Gobelins von Beauvais, die aus echten Gold- und Silbersäden gearbeitet sind, hängen in Serien zu Dutzenden an den Wänden und werden höchstens einmal im halben Iahr ab- gestaubt. Hinter Stahltüren ruher in den
Bodenräumen der Magazine, unter fußhohen Staubschichten begraben, merkwürdige Eichen- und Mahagonikästen, die Gold- und Silbersachen enthalten, es sind Teller. Schüsseln und andere Tischgcrätschasten. alle sorgfältig in Futterale gesteckt, die von Motten zerfressen sind. Es sind dies die Tischservice, die einstmals die französischen Herrscher bei ihren Prunkbanketten verwendeten, und dazu kommen noch. Hunderte von Gold- und Silbersachen, die aus Kirchenbesitz lammen, und bei der Säkularisierung der Kirchen- schätze eingezogen wurden. Der Wert aller dieser Kostbarkeiten, die jetzt genau registriert werden, wird auf über 400 Millionen Mark geschätzt, aber es tft auch möglich, daß sich bet der genauen Berechnung die zweifache oder fünf- ache Summe ergibt. Man beabsichtigt, alle diese Kunstwerke, mit Ausnahme derjenigen, die bei besonderen Gelegenheiten in Paris gebraucht werden, aus die scanzosischen Provinzialmuseen zu verteilen.
Ein Lund der Richtrauch«--
Eine Gesellschaft der Richtraucher hat sich in England gebildet, die es sich zur Ausgabe macht, die „immer unerträglicher werde.den Liede g.i,‘e" der Raucher zu betämpfen. Als Grund für diese Vorherrschaft der Raucher wird angegeben, daß sie durch die Damen eine gewaltige Stärkung erfahren haben. Seitdem auch das schönere Geschlecht im Eisenbahnabteil und im Restaurant raucht, sind denen, die dem Rikotin anhängen, immer mehr Vorrechte eingeräumt worden. Die Zahl der Räume in den Lokalen und öffentlichen Gebäuden, in denen nicht mehr geraucht werden darf, nimmt immer mehr ab. Die Gesellschaft der Richtraucher will dafür eintreten, daß in Theatern, Kinos, Straßenbahnen. Telephonzellen usw. das Rauchen verboten ist, daß auch in der Untergrundbahn den Äichträuchern die genügende Anzahl Wagen zur Verfügung steht und daß die Richtraucher nicht, wie es sich jetzt immer mehr durchsetzt, überhaupt für „Luft" angesehen werden.
DaS Diner der Riesenschlangen.
Eine unausrottbare Abneigung gegen die vielfach harmlosen und nützlichen Cö^langen liegt uns nun einmal im Blute, vielleicht ein uraltes Erbteil des Sündenfalls, bei dem die Schlange eine so verhängnisvolle Rolle spielte. Aber dieser Schauder vor den schleichenden Reptilen erhält doch eine gewisse Berechtigung, besonders durch die Angriffart und Freßweite dieser Tiere, die ähnlich höchst selten angetroffen wird. Die Mahlzeit einer Riefenschlange ist ein so furchtbares und grausiges Schauspiel, daß man es den Besuchern der Tierparks und Zoologischen Gärten nicht zumutet, sondern die Fütterung in die Abendstunden legt, wenn die Schlangenhäuser bereits geschlossen sind. Es genügt schon zur Erweckung des Grauens, wenn man die Riesenschlange bei der Verdauung beobachtet und den in der Magengegend unförmig aufgetriebenen Körper sieht. Den Schleier, der das Bild der Riesenschlangenfütterung bisher gnädig bedeckte, hebt nun Ludwig Zukowsky in eine genauen Schilderung, die er in „Carl Hagenbeck's Illustrierten Tier- und Menschenwelt" bietet Im Hagenbeck- schen Tierpark befinden sich gegenwärtig etwa 100 Riesenschlangen, die lebende Schweine, Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten und Hühner erhalten. Glücklicherweise brauchen die riesigen Reptile nur alle 3 bis 4 Wochen gefüttert zu werden; ja, sie können sogar zur Rot ein ganzes Iahr fasten. Die unglücklichen Opfer ahnen nich'.s von dem Schicksal, das ihnen droht, und werden zunächst von den zusammengerollten Schlangen kaum beachtet Erft allmählich regen sie sich, un& der Riesenkorper schiebt sich unter ständigem Züngeln langsam durch den Raum. Borbedingung für die Tötung durch sicheren Stoß und Biß ist bei jeder Schlange das S-förmige Zurücklegen deS vorderen Korperdrittels. „Der Kopf bleibt wie versteinert an eine Stelle des Bodens geheftet, während der Hals eine weit nach vorn gelagerte Schlinge beschreibt," so schildert Zukowsky den Vorgang. „Ein Zischen — ein graues, schattenhaftes Durcheinanderfliegen — ein kurzes Aufschreien des umklammerten Opfers sind gewöhnlich Bruchteile einer Sekunde. Im Augenblick liegt das nächste Szenenbild vollendet und ruhig vor uns> Der Llebersall auf das Beutestück geht in so überraschender und schneller Weise vor sich, daß es meist nicht möglich ist, den Vorgang mit dem Auge zu verfolgen.' Wir erblicken nun das unglückliche Opfer von zwei wie Eisenklammern wirkenden Schlingen des muskelbepackten Schlan- genleibcs umwickelt, während der Kopf des Reptils in einiger Entfernung vor der Beute verharrt. Beim Lieberfall packt die Schlange durch blitzschnellen Vorstoß mit dem -ahnbewehrten Rachen das Opser beim Kopf, und im gleichen Augenblick schlingen sich zwei Ringe ihres Körpers um den Leib des Tieres, dem durch den gewaltigen Muskeldruck sogleich der At?m und bald auch die Besinnung genommen i-t. Der Tod eines Warmblüters erMot gewöhnlich innerhalb 1 bis 5 Minuten. Die Scblanae kann an dem allmählichen Rachlassen und Aufdören der Zuckungen genau feststellen, wieweit dos S erben ihrer Beu'e vorgeschritten ist. Die Riesenschlange hat weiter eine genaue Schätzung über die Kraft und die Tötungszeit des von ihr zu erwürgenden Tieres, wie sie auch seine Größe genau zu f(höben vermag. Verspürt sie in dem Körver fein Leben mehr, so lockern und losen sich allmählich die erbarmungslosen Ringe, und der Kadaver wird gierig bezüngelt." Run fetzt der Schkingokt ein: ..Die Schlange packt mit tocVaufceriifenrm Rachen den Kopf des toten TiereS und schlägt die rückwärts gerichteten Zähne nach und nach weiter in ihre Beute, abwechselnd die Kieferhälften vorschiebend. Rachdem die enorm dehnbaren Bänder des Kieferbogens iFire größte Spannuni erreicht haben, ift der Schlund für den Durchtritt deS Kadavers geeignet. Höchst merkwürdig ll'ht eine Riesenschlanae in diesem Stadium des Schsing- aktes aus. Obwohl am Kopf kaum eine Veränderung nochzuweiscn ift, verzerrt und bläht sich ilnkrüefer und Kehlpartie zu einem unförmig weiten Beiüel. Die größte Schwierigkeit bereitet beim Lleberfchlucken eines Säu^eieres der Schultergürtel und beim Bogel die Flügel. Interessant ift der Anblick der je nach der Stärke deS Kadavers mehr oder weniger weit unter diesem aus dem Rachen der Schlange bervorstebenden nackten Luströhre. Hatte das Revtil nicht diese treffliche Einrichtuna. so müßte es als Cungenatmer bei der lonnmierigcn Schsingarbeit ersticken. Sobald die ftärlsten Körperteile unter dem Schlunde liegen, ist nut zu beobachten, wie die Beute stetig hoeiter- gkilet und schließlich in der Magengegend Haltmacht. Runzlig und faltig hänat jetzt der Unterlider herab und langsam ziehen sich die stark veränderten Muskeln und Bänder wieder zurecht."
*
__i
Itr.
PtlM
Dir Sd
2
(M ifrinentitW1"
J 51, »4UI1 aniNA riiteir
Zkaiilsxllami
unööie
2c
« ist e ftaiyösilchen reich W ' mitt). Dem ab in beide viele irrige m vielem innerftanzöf fo follle mar schätzen, nod fichten feinci cs ift nicht ff nationale 2 willig 2ri einftafen mu| ist jeule auch im Augenblu FHerimenls ' drm er alkii itilti die to Marin dazu zur Deendiss
Der Gtimi denn die fln; nicht heftiger nur in bre vorigen Jahr schuld daran die übermüd) hier mit Sid düngen ein von früherer |ranjü[i/d;#n l durch eine im wrfd/eqen, ab, Elinuntn, wie Hat unb nüd) mnßtn bättei Mdmlten Ai wenn der poln (einer Propagi ’MenminiHer (ehr rühr! iicUen JBelpn nuch m we hohen und hö Männern der
Beachtet 1 nur zu bald vtellung war . ^urschen 2'utfchna te W'nenmimfter 9'erfür benufil ift es eir n|d)t Politik, f Reifen U offen aus, ? Reich Scherungen, i "in btm © L Letzten , ff??
hanjöfi] L°°" den dur tzcho
n>ehr als
Sr tzrL" 'tA9’’ M '^en6?? öei Angriff mi; mS ?“f ein.
5 Utb?- reg^ die Ä
«in
kKi !>>»<.


