Nr. 244 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhestenj
Dienstag, 18. Gttober (927
Die Sudetendeutschen und Lord Rothermere.
Ben Ottmar Äallina. Mitglied bei Prag. Parlaments
<Aachbruck auch mit Qutilmanflabe »erboten I) Äarl»bab. Oktober 1927.
Die feit Monaten non Lord Rothermere » u Gunsten Ungarn», b b zu Gunsten der anläftlich der Pariser Borortsverträge von Ungarn losgerissenen und der Fremdhetrfcha't haft- erfüllim Feinde unterwodrncr. magyarstch n Nells:. Ue geführten QUtlon, hat in der Oefttni- lichkett eine mettt un-ut rett ende Beurteilung gründen. Meine» Grachten» ift e» weder r.chng. f.<ek Atlioi vom rem kapitalift schon ötdnbtu'Ui au» bcurtnien zu wollen, noch bei chrer -dcur- k-ilung sich nur von der öroäqung letten zu lasten ot' Lord Rothermere ein Feind oder ein .freund de» deutschen Volkes ift. Für die Stellung luihme muh die Xat<adK entscheidend fein, haft Lord Rothe rmer« mit dieser seiner Aktion gestützt aut den ihm zur Verfügung stehenden Preslekonzern in weiten Kreisen der Weitösfenl- uchlcit groben Widerhall (jef unten bat. B«eichnenderweise hat sich der tschechlfchen OeffentUchleit die grösttc Erregung bemäd) $t. u u» allein schon erkennen läftt. wer am mdficii die Auswirkungen dieser Aktion zu befürchten hat Für un» vudetendeutlche muh daher die UebeNeaung m ftgebend fein bab bier ein Mann welche Absichten ibn auch immer bewegen mögen. an der SPiste des mächtigsten 3c L- n,ng»konzernes der Welt stehend, die Hand auf eine der Eiterbeulen Mitteleuropa» gelegt hat. die sich al» Folge der fogenannten Fr.eden»- nerträge herau»gebildet haben.
Lord Rothermere hat im Aahmen seiner Ak- ".on, trotz seiner anerkannten deut« chf endlichen Einstellung sich bemühigt gesehen, zur Vertretung der magyarischen 3rUcrtflen die sch heute vor Ilern auf die m agyarische Sudslowake-, konzentrieren, die Begleitumstände, di.- zur Schas- l ..ng de» tschechischen.Vatlonalftaatetz" geführt Haden, zu schildern, aber auch die Tat- 'ache aufzuzeigen, daft dieser Staat von nur 50 Prozent Tschechen und von. wie er sagt, drei Millionen Deutschen, eine Million Magyaren um ihr Selbst bestimm ungörecht betrogen und ihnen im Interesse der Aufrechterhaltung de» Weltfrieden» die Rückkehr in ihr Vaterland ermöglicht werden mülle. Man kann die Aui- regung. die sich der tschechischen Streik bemächtigt hat voll und ganz verstehen, obwohl man es für unbegreiflich galten sollte, bah aus Grund der Aktion eine» .Priva 1 mannetz', al# den ihn tie olsizielle t'chechische Prelle in Rachahm.mg der bekannten Vogel-Strauhpolitik hinzustellen bemüht, von Prag au» streng vertrauliche Weisungen an die slowakischen Staatsbehörden her- ausgcgeben wurden, in welchen diese auf gefordert werden, in der nächsten 3dt keine Anträge mehr aus Errichtung neuer staatlicher Gebäude in der Slowakei zu stellen.
Diese Tatsache allein läftt tief blicken und erkennen. bah die Aktion dieles .einsluhlofeii" Privatmanne». in Prager Regiei ungskreisen denn doch sehr ernst beurteilt wird. Für un» Sudetendeutsche muh c* weiter von ausschlaggebender Bedeutung sein, bah durch diese Aktion her grösste Teil der Weltöfsentlichleii über die in diesem Staate herrschenden 3uflänbc in politischer und wirtschaftlicher Beziehung. unter be- 'anderer Kennzeichnung der skandalösen Vorgänge l»ei der Durchführung der Bodenreform aufgeklärt wurde Weiter, bah dieser englische Lord, dem selbst sein gröstter volit.scher Gegner nicht DeutschfreundUchkcit vorzuwerfen vemag, ungewollt und vielleicht auch unbewuht durch alle biete Feststellungen der Subetendeutschen Sache einen groben Dienst erwiesen bat S» wäre aber verfehlt, auch nur einen Gedankenlang zu glauben bah dieser Lord für un» Subetendeutsche auch nur einen Finger zu nihren bereit wäre benn er erfl3rt ausdrücklich in seinen Veröffentlichungen, bah da» Eubeten- beutschtum in diesem Staate voll besriedigt
i st und behaupte! dahr. ur die Mag a re n I unterdrück t seien. \Se ist unp.-gre ' v wie
Sachlage
deitung den Standpunkt vertreten !c n; ■ da» Sudetendeutschrum r..ien grotzen palinschen
' . . - ’ h ■
nicht sreud rauch. nd dem engsilchen Lcrd zu Fühen gefallen sei. Ann hat bas gleicht Vlatt vor Monaten, trotz aller Warnunge den Eintritt deutscher Parteien in die Regler ung begrüht und n ist heute l .n G.heini- nitz mefcr. bab tiefes Jteg erur<;*c < »xnmeru zumvcha den betzSubetenbeuttchtumtz vollständig mil glückt ist 3m Interesse ter sudetend. at chen Sache wäre c» daher tu be- erühm. bah solche vorschnelle un> horte Urteilr. d.^rnb.-r» bei mangelnder Äenn*ni» der tatsächlichen Verhältnisse, in Zukunft unterbleiben
Wir Subetendeutschen sind un dessen bewubt. bah Lord Rothermere nur un Dienfte der im- perialist.schen c-*.git*2>en Pr'.itck handelt wenn er sich heute ber magyar» chen 3nt<rJ an- nimir.t und unsere Sach ist es fall» f cy im Verlaufe tiefer Aktion die Möglichkeit Krtcl. unteren ludet ende utschen Volk am: eres fen zu
bienen, tiric Gelegen',:tt nicht ungenützt zu lassen. Von bu .■ i Standpuntt au» knnen wir dem Lrrb gewift die Anerlennung nicht versagen, daß er bie a-.^,;ilanlsche Welt über die unhaltbaren Zustänbe in Mitteleuropa, beton bere in dem von Dr. Venesch al» Eldorado der Denwkratie gepriesenen Tschcaxnstaate aui- ccflärt bat und da st er v^r aller Wei' festgesteilr hat. baft anläftlich der Friedensverträge Volk»- teile unter brutaler Vorentstellung de» .Selbstbestimmungsrechte»' in fremde Staaten eingepfercht wurden. Besonder» wertvoll ift aber seine Schlussfolgerung, daß diese unterdrückten VolkSteile eine schwere Ve drohung ber Ausrechterhallung de» Weltfrieden» bebeuten freilich. Lord Rotherm w nur von zwei Elfab'Lothrinzen .n Südost- evroba wissen und zwar einem in ber Slowa - fei unb einem in Rumänien also soweit Magyaren in Frage kommen, ö» wirb Aufgabe de» Subetendeutsrhtum» sein müssen ber Welt klar zu machen, bah Subetenbeutschland da» grohtc .Elsaft«-Lothrtngen" ist. bah 3> „■ Millionen Sud.tendeutlche. loöger.ssen vom beutfdtxn Sprachgeb eie. trotz bcutfdjer Re- gierungsteilnahme ber schwersten Unter- brüdung unb Entnationalisierung auSgeliesert sind Dir Sudetendeutschen müssen endlich begreifen, bah wir nicht daraus hoffen dürfen daß unsere schwere Rot irgend eine Persönlichkeit auf dem weiten Erd ni rund, um de» une. angetanen schweren Unrechte» willen, bewegen wird, sich unserer anzunehmen, sondern wir müssen selbst unsere» Schicksal» Schmied werden.
3n Mitteleuropa wohnen bekanntlich rund 40 Millionen Menschen in Unfrei beit. Deutsche. Ukrainer, Magyaren und Vulgaren stellen da» Hauptkvnlingenl S» war zwar möglich, diese Volk»teile unter Bruch seierlich gegebener Versprechungen im 3ahre 1918, pochend auf die .M a cd t der Waffen", in die verschiedenen Fremdstaaten hincinzupressen. Doch wird niemand dehaupten können, bah solche im SiegoS- taumel biftkrte . FriebenSbestimmungen" auf die Dauer aufrecht erhalten werden können wenn die betreffenden Volksteile die Anerkennung diese» unwürdigen Zustande» ablehnen, und an ber Erlämpsung be» heiligsten Raturrechte» ber .Selbstbestimmung'' festhalten.
Von diesem Standpunkte au» betrachtet ist bie Aktion be» Lord Rothermere unb die gut organisierten Bestrebungen ber Ulra.ner ein B. wei» dafür, bah wir in Mitteleuropa noch weit von einem trirflicben FtiebenSzustand entfernt sind unb bah ber wahre Friebe erst einkehren wird, wenn ulkn unterdrückten Dolls- teilcn da» 2l<cht auf freie und unbeeinfluftte 2ll'ftimmung üb^r ihr staatliches Schicksal zu>-r- kannt sein wird. Aus dem Wege zu diesem Ziel bildet die Aktion Roihertnere» nur eine Etappe, doch muh He al» ein erfreuliche» Zeichen für einen teilweisen Umschwung der Wclt-
wmnung t evachtet werden da noch vor kurzem auch ber leiseste Auf nach Aenderung der unhaltbaren Bestimmungen ber Parlier Sr.eben»- vertrüge als eine Bedrohung bej Weltfriedens ausgelegt ®urbr 0-» ist daher dekeutunasvoli bah sich heute betrtt» im Lager der Schöpfer
d«e : V.rträgs Ctimmen erheben bie «uv solche üeiberung. wenn auch vorläufig nur des Trianvn- we» ' rbcin unb zwar mit ber aegenfat»- lich^'Vegn'indung buh ihre Abänderung ‘m 3 nrcresfe ber Aufrechterhaltung des Friedens notwendig erscheint
5. H. 5. oder 5.0.5.?
Von anktem itaitentsche» H-Kerrefpondenten.
Xom. Mitte Ohib.
Aoch Huben die Xanrnen nicht gelprvche> noch scheint ein 5Kneg zwilchen 3ugv!lawien u id
Uitiinatum an Amer.ka. und schon zeihnen Ich Sympathien und Antiv-tthien wie sie im Weltkrieg eine k aroste Xo.k g vielt haben kst-.itl ch ab Die entlcherdende Part.-, ber Unoeteiitgren cigrcUi Partei. Frankreich s^bftverf.Endlich lür Vclgrad. Italien ebenfr seib'tverständiich für Sofia. Eine Veteiligung. bir nicht nur her Viuch in der alten Entente sondern auch i'.rrät. wie man .Svmpathie" übetkren kami. mit fron- zöfifchen. italienischen, engl 'chen Werten Mit l ei!iagtn, Aatarurrwendigleiten. heil gen Grenzen und fo weiter. Wenn dann der grrt*r Augenblick kommt, werden Iicherlich auch die edlen Men« fchensreun.de sich etnfteUm .zum Schutz der kleinen Rationen".
Ein Vlick au- da» Sch ichbrelt und man erkennt sie alle wieder, die heben alten Figuren.
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mögen He augenblicklich auch etwa» ander» stehen Da ist zunächst der Mord, der die Äugei in» Rollen zu bringen Hal. Da Serbien bekanntlich niemals zu einem derart verwerflichen Mittel gtgufren hat. ift seine Empörung über die maz- donischen Revolver nicht mehr wie' billig. Di Mazedonier haben ihrerfrit» bk* Fahne he* Selbstbeftimmungsrechte» entrollt.
Fiankie.ch wird i.: wa» ihm (niu 3nicrdkii gebieten und ängland opencn Isfort mit der Mc igm dem ^rühmten Gleichgewicht Die Bauern un grob gewordenen Vulkan brennen tat auf. geschoben zu werden
Der iazedoni'chen Fahiie s,nd m Italien Anda. r erstunden, die ilch mit Feuereiter hir sie einfetzen, als ob es im alten Europa nicht Völler genug gebe. Millionrnftämme. die unter hem.'cr xrrfchaft leben. Den niaz^omlchen Srribeitvg.-ih begreift man h.-n deutlchcn nicht
Ab»r Italien mühte mch; faiziftisch fein wenn c» keine Männcc nutzr hätte, die solchen y.ulillen bei allen Diplomatie das offene Wort voijiebci wie e* dein taern egoismo ansteht E» hegt aut der Hand, dah 3talien unmöglich auf der Seite »eine» Erbfeindes fein kann Nr immer der jeweilige Adrianachbar fein wird. Al» ich feinerzeit den sogenannten Adr lapakt den Freundschaf isvenrag Italiens mi: ZugoHawien aU unnatürlich und daher brüchig* von GeduN an bezeichnctc laurbe ich bös angefahi.n. befonders von .PaziHsten". bi.* es belfer tri'kn muhten, weil sie. wie immer, weit vorn Schuft Iahen, heute macht kein Mensch mehr em .v)tbl daraus, dah bir ^kitunooerträgc lang’: duich sie Zeit ave gehöhlt und durch dav Ablommen Fraickreich» mit Serbien vollends untauglich gemacht wurden, so dah sich ihre Xaiisiz:ci ung wirklich erübrigt Jugoslawien, so lieft nun heute In her sakzistilch'ii Preffe der Hauptstadt, ist nicht nur das ständige Epizen- Itum brr Valkanerfchütlerungen. ein Staat, bei- zu häufig von sich i eben macht, es ist auch ber n stinktive Feind 3raliens. Geboren au» ber starrköpfigen Dummheit eines Wilfon fo steht das wörtlich da ist er in der Haupt lach.* au» Äioakn und Slowenen zusammengcknt die das zertrümmerte Habtzburgerreich zu wildem Hast gegen Italien erzog, tiv hat von Ocst.rreich- Ungam die unerträgliche Lage aul unserem anderen Adriauser unb mancherlei ungeivchikr- ti’te Dinge geerbt, er ist die künstliche Schöpfung eine» in afirn euiop.u'chen Fragen stcckunwik senden Pedanten, den Europa leider zu seinem Schulineister sich aufspielen lieh.
Dann wird abgeurteilt, xtugoflawien al» alleinschuld.n befunden und die .Pflicht der europäifchen Vrohmächte' formullerl: Älar und en«schieden in Belgrad begreiflich zu machen, dah e» nicht genügt, ein klein«» 'Volk zu fein, um das Recht auf Anrnasmng unb Friedensstörung zu Haben: andernfalls könnte lich bas S. H € In bas .jeichen S. O. S. Dertixinbeln!
Da» ift. follte man meinen, unrnihverst ä n b I i ch. SS tragt sich nur ob Serbiens Gönner eine solche Sprache nicht eher In Sofia für angebracht halten werden. Rom unb Paris werden fich jedenfalls schwerlich über die Adresse einigen unb Optimisten, bie da glauben Italien gebe sich gegenwärtig nur so bulgarophil weil Hönig Doris gerade in Rom fei uiü> man von einer Verlobung mit der zweitjüngsten Tochter Viktor Emanuel munkle, sind fchlecht informiert. Italiens Blick wird nie mehr vom anderen Adria ufer vegzulenken sein, er geht sogar bereits darüberhinaus aufs Schwarze Meer unb Bulgarien kann ein Stützpfeiler für diese Brücke fein
Lpreckistunden der Redaktion.
12 di» 1 Uhr mittag», 5 dl» 7 Uhr nachmiNnq». Samtlag nachmittag nefchloflrn
Wn jf Iflf nauilrÄr, - sind lediglich an die Seschäslssteile zu rl.'dm
„Hier werd qeiappt“
Alt-Zraatsurter Apklweialchcnken.
Von Adrian Mayer.
Für die Befucher der dcullchen Städte namentliv aus dem europäifchen und amcrilam- ichen Ausland sind di« alteren Stadtvierlcl mit ihren Straften und Plätzen von befonderem Reiz: hier lebt noch bie Stimmung früherer Jahrhunderte und gute alle Baukunst de» Bürgertum» Hier aber hat lich auch — abfeit» vom noch manche bodenständige und originelle Eigenart erhalten au» welche die Qlufmcrflainlcit des fremden Befucher» nicht immer gelenkt wird, die aber gerade deswegen ihm reizvolle Eindrücke und Reifeerinnerungen vermitteln wird. Die Besucher 21! ü n ch e n » werden kaum ver- ’äurnen. dae Hofbräuhaus am Platz! mit einem cd)t banenf4) vollerümlichen Treiben au'zusuchen unb sich ihr Mast Bier eigenhändig vom Schank- nfch zu holen Weniger zahlreich schon werd.-. ’ie in Äöln bie kleinen Schenken auffuchen :n denen der Kölner da» bekömmlich« heimlsax
Altdier' zu trinken pflegt, oder etwa in der Moleihadt Trier die am Zluftuser und sonst n der Sladi zerstreuten Lokale wo da» uukl- laniscv« Rativi»alge:ränk der Aplelwehier
^ie.z' ixnannt da» au» dem Lareinifchen dc» alten N?mctlanbe» überkommene Wort bedeutet >" «i. > am . an Stelle des Weine» au» den. Por« hem axihen S eingutbecher, r eileicht
Auher dem Trierer Land Thüringen und Schwaben ist Frankfurt mir dem Hain 4«bkt und Rasfau besondere Domäne de» Harber im Herbst zur ÄeUcrjeii fühen Avfe'lrankee. Hier m Frankfurt har er ferne gefestigte Tor« ji*- stellung unter den ortsüblichen Getränk: be- «oahn unb ein besonderes Äcnncrtum heraus- gebiidcr von fo gefestigter Erfahrung und kriti- ’chem Urteil, daß man die ofr in Logan" vereinigten Geniester al» ..Ebbelwvi-Ge’vworeno" benennt. Vielleicht war c» auch ba» von Eha- rakrer gutartige ®«Uän? da» dem cmgefeHenen Sütaertum der allen Freien Reichsfiadr feine fprichwörrl.ch gutmütige Eigenart durch horte Zeiten erhalten hat.
Der Apfelweni wird in 5ranlhir: auch in groheren guten Restaurant» inmitten ber Ver- kehrtzvierlri um bie Haupt wache, den Rörncr-
berg und ben Dorn n oen Wein u.ib Bier au»- gcfi.'nf4.. Bon besonderem Reiz bleibt icdoch der 2. such ber mehr ahgelezenen kleineren 6 lamm- lokale, wo sich besonders am Abend ein dem Müna ?ner H: brau verwandt es Volk treiben cr.ttDiucIt. Äus re Idöftattung legt man hier keinen Wer!: man fitzt ohne Ansehen der Älasscnunterschiede »rnd der Äleibung auf Bänken um den blank gescheuerten Holzl. H, und die Hauptfach« ist b.c non den Äunb gen sehr fck-arf geprüfte Qualität be» ,Stoische Die 5!aslis«che S'.ätre her Frank!urter Apfelwei: Ichenken (i der süblich b;ö Hlairiö gelegene ölabl.c.l Sachsenhausen. wv es d:.* sogenannten Heckenwirt schäften" in Fülle g bk. Sir sind keineswegs da» ganze Jahr hindurch alle geöffnet; zum Zeichen, daft der Betrieb im Gang ist unb Apfelwein gezapft" wird, hängt bet Wirt an dem Eiknhaken vor der Tür einen arünen Tann<nlranz heraus Ist ber rwrhandene Vortal «fcköpsi odtr zieht ber Inh:« er ror < d) auf Tage oder Wochen ber Ruhe hir^ugeben, <o steigt er auf bi: Leiter, holt ben Äranz herunter und rerfchlieftl Tür und Fenstenäben. o.tz b?r Äellcr wi der geiuU: ist. Für de 3tammkunblchaft ist die Äenntni» hiervcn natürlich von erheblicher Bedeutung; die Sache spricht fich mit Interess« herum, und die weilet« OZienilichkoit wirb jede Woche durch eine ständ ge Rubrik im lokalen Intelt.grn'!*ia.t be» Stadtte letz auf bem Lau- knbtn gehalten unter dem bedeutsamen Titel .Wo werd gezappt. Darunter lieft mau dann bie vielfach originell volkstümlichen Hamen von 20 oder 30 d eler Lokale, wie etioa: .Zum Ffchtekränzi . Zur Mainlchanze". .Zum Fahr- vaam". «hem oü Stub" .Zum flaue -achte- Häuter . Zum lange Fritz . e3m Schmärmche" lim Voiort Bomheim: ,Zum Hrielche u. a. m
Der Genuft wird zumeist geloben durch die von den S.amaigäften mitge5.:d>kn ober vo Ädlner — der zumeist SchoriL oder Jean he .fei — ausgen'chten Wurst- Schinken- und Ääse- brötchen. Es erscheint aber auch a.Sbald der . D r e z e l b u b" mit gefülltem 5iorb; ein anderer bringt d.« beliebten heimischen „Äninmel- tree!'. und es enlspinnen f»ch m der Regel belebte Zweg«lpräch« mit ber. witzigen und den ctdinrngarten eit 3ahrcn wohloeka .nle Verde» autzgefche
ErvffeS bilde: d e Ve’uchet^ahl da» iutxr \i-Hige Batomrter .l: das Lokal dich: gefüllt lo fanr. mein der G<1 *c be» Getränke» *errich«n fehl.
Der Ausschank erfolgt au» gro en ©teinfrüger ..V e m be l' genannt, die schwebend .n Gestellen aus bem Schcmknfch hangen . nd übet de» in grober Zahl ringsum an ben Wänden al» Schmuck aufgestellt lind 3n einem beliebten Apselwein- lokal in engem Gästchen hinter der historischen Paulskirch« wacht noch aelch.chtl dx (Ir.nneruna: e» war zur Zeit der ersten deurichen Rationai- verfammlung 1M3 noch Weinlokal unb hierher xegen fich in ben Sinungspauleu de» Parlament» Die erholungtzbedürsngen Abaeorbneieiz mit Vorlieb« zurück. An ber Wand hängt ein aller Stich mit den Männer' der Paul-k.rche und darunter steht noch ber alte schwere Eichentifch. um den Robert Vlurn unb sein« Gesinnungsfreund« in den Tagen Ix» Äampse» um em neues Deutschland gerafirt haben Zuweilen kommen ameri- kar.i'che Gäste, um an historischer Stätte mit bem guten Apfelwein auch die alte Snmmung und D»-ihe be» OtK» n sich aufzunehmen Mehrfach wurde von ihnen 'chon bet Wunfch nach Erwerbung be» Eiche: k'ches als gerichtlichen E. inneruiigSstücketz ausg.lproche:' doch 'st er vis heute an ber allen Stätte vervliebrn
TOartburgfeft 1927.
Di. Gedenkfeier bet Deutschen Burfchen’chaft begann in Eifenach am vergangenen C-onrtag ui t ei nein allg. ein Ä rchganz 3n drei Go't«- bäv<em tichaNeu ’.ch Bannar •.mb Bursche um die Alkr. Rach be-> Gvttesbienst fammdkn fich die 173 Vurichenlchaflcn aus d. n Reich au» Danzig. Deutfichöstervrich, T^chschollowaki unb Siebenbürgen mit ihven Alten Herren zu: yrh- mg auf Me Wartburg Ds.- Zage ttnn *.<ii alle Burfchenschwer: unb bie Surichen'chaHet- fahne vom erstem Warlburgfest vvoangeiragm. Ter farbenroiche Zug nahm im groben Bargbr' gegenüber bem Minnefängersaal Aufstellung. Der E 'machet Obedget '.iher Tr 3 a n » e n be- grüftt« bi« Gäste ber Stabt Ferner überbrachte-.i ückwünfche Sez Hunn . us für d-e arofiherzogliche 5amilic deren Ahnörrr Äart August die Bi richenkcha«: gegen y'erfotg-unjgvr. gefchüyi halte, unb der Rektor b;r Umoeriitö: 3ena Prof. Dc Berger für feine Hochschule, an bet einst bie Buricyenschast gsarunde! worben war. Rach bem gemeint amen tx* Ehovols .Ern feste
Bura ist un<er Doti" hielt ber I-nrisch« CManbie in Ämrm.o ?r Mor ahth bie Festvede See klang rn bie Maftimmg aut da» Ne Burichen-
kbaft gdreu bem Ditzm .rttwoN. jeder Deutfche solle un cnbern zuerst den Deutschen unb nicht ben politischen Degncr sehen, ba» Feuer ihr:r vaterlänkifchen Ergrifsenhei'. in alle Richtungon unb Parteien heranttagen müsse. Ein junger Burschenfa;afl»t. V.cgierung»referenbar 3a r- m c r, stellte bie Aufgabe der Iungburschenfchasi herau», an d.r vom liorrebner gesorbetlm Volks- q- meinlchafl im Sinne Hindenburgs, brr Jugend- -nd Dehrl Regung zu arbeiten. Da» Deutschlandlied b.<ti;oh die Feier -- Am Rachmitlag bildet« fich auf bem Markt ber Zug von neuem und zog zum V .rfchenschafterbenkmal. Dort gedachte Pfarrer Mahnert ber gefallenen Bur- fdcnfcbaftei des Wellkrieg«» unb der Kriege, die zur Einheit des Reiches geführt hatten. - Am M'ieiid fammriien fich die Feftt«iln.hn»er in den bnt grohten Sälen ber Stabi zu feierlichen Kvm- merken
Am Ih riafl« halten sich bi« Burschenschafter . eu •- la; ulen Feier »er uiigt, um ben Freund unb den Künder ihrer Gedanken, Walter 5 1 et. zu ehrem An ber Stätte wv ber D.ch'er
-b Burkchenfchasler ba» Acht bet Weil erblickte tie die V iv nigung aller Burschenschafier senach eint Ermvcrungstafel anunngen lasten
Der Weih« dieser Tafel galt bie Zusammenkunft.
^leiftteier in Frankfurt a. d Oder
B« ber Fr aicks urter Al eih feier fprach *r Pro!ident der Sektion für Dichtkunst bet äteuh-.scheu Akak«nlie ber Künste. Dr Wilhelm von Scholz, über b<*n Menschen Kleist tat Beziehung ju den Menschen unlerer Zeit unb zu hren Problemen. Seine Ausführungen gipfeklen 'n der eherischer- Ir.terprctotiou. duft ber Aebe XletH» zu fetnetr. Pteuhen-^Deutfchland nur ber ?cgcTuoart»fmri für eine Befriedung ber M nsch- beit für ein e-rige» Europa an hie Seite zu teilen «ei, und dah auch nur au» einer solchen hr.hdlung herau» hie Veretistcmrung be» grohten heursch-'i T-ich'.ers heuizutaae verbanden werben Wilhelm von Schol- unb Prvsestvt Dilber ma n n wurden mi Ehrenmitgliedern bet Klei ft gesellfchaf t ernannt A^^rdem wurden Profestot Minde-Pouet j-l, der Famllier^eEbGnd derer von Kleist durch Heberr tr-ma einer neugefchofsenon Kleistplakelte aeehf. Behr en» (Koverchogen) über
brachte Drüfte aus DöiWnunck vno ben norixfepen Staaten.


