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langen, daß bk Gerichtsvollzieher bei der kom­menden Bechloungsreform in die Anfangsgruppe der (Beamten des gehobenen mittleren Dienstes eingestuft werden, eine der berechtigten For­derungen des Bundes.

Die Erörterung der Amtsbezeichnung s- frage lieh das starke Befremden der Ver­sammlung über die von den maßgebenden Justiz­behörden offenbarte mangelnde Berücksichtigung der von den Gerichtsvollziehern seit vielen Jahren erhobenen Forderung nach Aenderrmg der jetzigen Bezeichnung erkennen, nachdem durch eine No- Delle zum Gerichtsverfassungsgeseh die gleichen Gesuche anderer Justizbeamtengruppen erfüllt vwrden sind.

Besonderen Wert legte die Versammlung ferner auf die Notwendigkeit, dem Gerichtsvollzieher für die Erledigung der Aufträge einen ge­wissen Spielraum zu lassen. Das hierfür schon heute bei sehr vielen Auftraggebern vorhandene Ver­ständnis für seine dadurch ihm selbst geschaffene bessere Lage überholt dann auch den Gerichtsvoll­zieher, der mit rücksichtsvoller Durchführung der Vollstreckung vorgcht, die den Sä/uldner stets ver­nichtet, dem Gläubiger aber in den seltensten Fällen wirklich und restlos zu seinem Recht verhilft. Aus dieser dem Gerichtsvollzieher längst offenbar ge­wordenen Erfahrungssache solle auch der Gläubiger zu seinem eigenen Nutzen lernen und das Vertrauen zu dem Gerichtsvollzieher haben, daß dieser bei seiner schwierigen Lage, den Ausgleich zwischen den Interessen der widerstreitenden Parteien im Ver­wirklichungsprozeß zu vermitteln, sehr wohl die Er­kenntnis für die notwendige Wahrung der Ansprüche des Gläubigers besitzt.

Oberhessen.

Landkreis ®ie&en.

Leihgestern, 17. Aug. Am vergange­nen Sonntag feierte der Gesangverein Eintracht" im Dereinslokal fein 66 jähri - ge s Stiftungsfest. Der Vorsitzende gab ainen kurzen Bericht über die im vergangenen Jahre geleistete segensreiche Arbeit und betonte dabei, daß der im Juni besuchte Gesangswett- ftreit außer dem Erfolg des 2. Preises in der 1. Stadtklasse auch noch einen bedeutenden Zu­wachs an Sängern und Mitgliedern zu ver­zeichnen hatte. Die sehr gut besuchte Versamm­lung legte Zeugnis davon ab, daß ein großes Interesse der Mitglieder an dem Verein bestcht, und dieses ein Beweis dafür ist, daß der Verein unter der Leitung eines noch jungen, aber erst­klassigen Dirigenten steht. Am Abend brachte der Deroin einem aus Amerika hier weilenden früheren Gänger, Jean Krick, ein Abschieds- ständchen. Aach einer kernigen Ansprache eines Sängers an Herrn Krick wurde letzterer durch Ueberroichung eines Ghrendiploms zum Ehren- mritglleb des Vereins ernannt. Letzterer ist auch in Amerika bereits Ehrenmitglied des Hessen- Darmstädter Dolksfestvereins. Der Jubilar dankte sichtlich gerührt unö nahm Gelegenheit, noch einige vergnügte Stunden mit dem Verein zu verleben.

!1 Daubringen, 17. Aug. Am kom­menden Svmrtag findet in Daubringen das Bergfest desLahn-Dünsberg-Gaues statt. Die zahlreich eingelaufenen Turnermeldun­gen versprechen eine recht rege Beteiligung. Der Platz, auf dem die Wettkampfe ausgetrogen werden, liegt auf den von Gutsbesitzer Pfeifer zur Verfügung gestellten Weiden am Abhang des linken Lumdaufers zwischen Daubringen und der Holze-Mühle und gewährt einen schönen Blick auf das ganze untere Lumdatal. Er ist in 10 Minuten von Station Daubringen aus zu erreichen, während der Festplatz unmittelbar vor dem Dorfe bei der Mühle Carle liegt.

* Geilshausen, 17. Aug. Am Sonntag fand das diesjährige Preisabschießen des K l e i n k a li b e r s ch ü tz e n v e r e i n s Geils­hausen statt. Mittags um 2 Uhr zogen die Jungschützen unter den Klängen der Musik­kapelle Merlau zum Schießstand. Trotzdem das Wetter viel zu wünschen übrig ließ, entwickelte sich ein sehr eifriger Kampf um die schönen Preise. Den 1. Preis mit 35 Ringen erhielt Karl Börger, 1. Vorsitzender des Vereins; den 2. mit 34 Ringen Jungschühe Heinrich Hof­mann; den 3. mit 32 Ringen Emil Rau; den 4. mit 32 Ringen Jungschühe Wilhelm Stroh, den 5. mit 31 Ringen Friedrich Schomber I. Die Preisverteilung fand abends im Saalbau 2. Hofmann statt. Zugunsten der Jungschützen verzichtete der 1. Vorsitzende auf seinen 1. Preis, ein prächtiges Jagdgemälde, und stiftete es dem jungen Verein als Wanderpreis zurück. In frohgestimmter Geselligkeit blieb man dann noch einige Stunden beisammen.

* Lauter, 17. Aug. An den beiden ersten Sonntagen dieses Monats hielt der hiesige 'Kleinkaliberschühenverein sein dies­jähriges Preisschiehen ab. Erster Sieger wurde Karl Schmidt jun. mit 35 Ringen, ferner wurden preisgekrönt: Ernst Sann, Karl Schmidt III., Otto Volp, Reinhard SroHer, ^Qeo Schlosser, Heinrich Weber, Wilhelm Z t mm e r mit je 34 Ringen; Th. Männchen und Otto Reidt mit je 33 Ringen; Karl Me- b u s, August S ch 1 ö r b, Ernst Zimmer und Ernst Schlosser mit je 32 Ringen; Alben Groller mit 31 Ringen. Die Ehrenscheibe errang Karl Schmidt Hl.

* Trais-Horloff. 17. Aug. Die Er- weiterungs- und A m st e 11 a rb c i t e n Öer

® Lr ouf der ehemaligen Grube

Friedrich schreiten rüstig vorwärts. Aach den Umbauarbeiten des Anschlußgleises ist nun das Maschinenbaus un Rohbau vollendet, baä mit einem flachen Dach einen guten Anblick darbietet. Gegenwärtig werden die Fundamentierungs- Libeiten des Schwelereibaues vorgenommen. Die .Sunbamentmauem werden in einem Meter Stärke ganz aus Beton errichtet, um den mächtigen Bau von 38 Meter Höhe, der zumeist aus Eisenbeton und Eisenkonstruktion erstellt wird, zu tragen Die ausführende Firma Holzmann von Frankfurt hat in letzter Zeit eine größere Zahl Maurer Zimmerleute, Beton- und Hilfsarbeiter eingestellt' so daß etwa 100 Arbeiter von ihr beschäftigt werden. Daneben finden bei den Maurermeistern Rudloff von hier und Dietz von Utphe noch eine größere Zahl Arbeiter bei der Anlage einer neuen Verladerampe Verdienst, für die nach Vollendung der erforderlichen Erdbewegungs­arbeiten nun die Mauer- und Betonarbeiten her- gestellt werden. Auf dem Felde nach Inheiden zu werden gegenwärtig zwei gewaltige Bagger- türme ganz in Eisenkonstruktion aufgebaut, die, 35 Meter hoch, als Führung des neuen großen Baggers dienen. Die Teile des Baggers sind i

bereits eingetroffen, wie auch die Maschinen des Maschinenhoujes bereits größtenteils hier lagern. Die Bau- und Montag.arbeiten sollen so be­schleunigt werden, daß die CBaggcravLeitcn bis zum Vorwinter beginnen können. Die Klein­pflasterungsarbeiten auf der Provinzial- Durchgangsstraße KreuzUtphe gehen ihrer Vollendung entgegen. Materiallieferung und Aus- fütjrung hat die Firma Johannes A i ck e l von Ober-Widdersheim übernommen. Im kommenden 3a$r soll die Strecke Utphe-Berstadt mit Klein- Pflaster versehen werden.

Kreis Friedberg

2$. Bad-Aauheim, 17. Aug. In der gestern unter Vorsitz von Bürgermeister Dr. Ahl stattgehabten Stadtverordnetensihung bewilligte man einen Zusahkredit von 20 000 Mk. für den Bau des bereits vor einigen Wachen ge­nehmigten Jsolierhauses, das a.s Bestand­teil des neuen Krankenhauses am Hochwalds er­stehen wird. Die 20 000 Mark sind nötig, weil man im Obergeschoß des Jsolierhauses 8 Beiten für tuberkulöse Kranke mit einbauen will. Das im Gesamtkrankenhauspryjekt vorgesehene selb­ständige Tuberkulosen Haus, das erheblich größere Kosten verursacht hätte, wird dadurch gespart. Gegenstand längerer Aussprache war die Frage des Mietpreises in den städtischen Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 1918 errichtet worden sind. Ain 14. April hatte die Stadtverordnetenversamw. ng mit ganz knapper Mehrheit eine Erhöhung der Mietpreise auf 110 Proz. mit Wirkung vom 1. Juli beschlossen. Verschiedene Mieter hatten die Stadtverwaltung ersucht, die Mieterhöhung wieder rückgängig zu machen. T längerer Debatte wurde ein Antrag der 2iniv... d.e Mieten in den städtischen 'Neu­bauten von 110 auf 100 Prozent ab 1. Juni Herabzuseyen, mit Mehrheit angenommen. Der Radsahrer-Be : .igung 1892/S6 wurden nachträglich 215,50 M>. bewilligt, die zur An­schaffung von Ehrenpreisen gelegene lich des Gausommersestcs des Lahngaues im Bunde Deutscher. Radfahrer Verwendung gefun­den Huben. Zwecks Defchafsung eines Ehrenpreises wurden 50 Mark auch dem Sportschießverein e. D. Bad-Aauheim bewilligt für sein Herbst-Wurf­taubenschießen, das am 20. und 21. August auf dem Goldstein stattfindet. Der Waldwirt- schaftsplan für 1928 wurde genehmigt, fer­ner ein Zusatz zu dem Mietvertrag mit der Reichsversorgungskuranstalt gutgcheißen In der nichtöffentlichen Sitzung stand das Woh­nungsbauprogramm 1927 zur Aussprache. U. a. ist beabsichtigt, 20 000 Mark für Instand­setzung unbrauchbar gewordener Altwohnungen aufzuwenden.

Krcis Büdingen.

* Aidda, 17. Aug. Hier ereigneten sich in den letzten Tagen drei Unfälle von hiesigen Motorradfahrern. Während ein Steuersekretär durch Fall voin Rade mit leichten Ver­letzungen davon kam, erlitt Zahnarzt L i st in a n n aus gleicher Ursache einen Knöchelbruch; Kaufmann Dingel hier fiel heute bei Unter- Schmitten von seinem Motorrad, als er einem Dauernfuhrwerk aus weichen wollte. Er trug mehrere Rippenbrüche, Verletzungen an der einen Hand und am Kopfe davon. Angeblich hat der Fuhrmann das Signal des Radfahrers wegen Schwerhörigkeit nicht gehört und ist zu spät ausgewichen.

KreiS Schotten.

+ Schotten, 17. Aug. Vom Gemeinde­rat: In städtischen Häusern sitzen einige schlecht zahlende« Mieter, denen ge­kündigt wurde. Um diese anderweitig unterzu­bringen, beschloß der Gemeinderat den Ankauf von Eisenbahnwaggons, die durch die Lieferantin, eine Darmstädter Firma, wohnbar hergerichtet worden sind. Andere Gemeinden ha­ben mit diesen Notwohnungen gute Erfahrungen gemacht. Der Gemeinderat beschloß ferner die Einführung einer allgemeinen Wertzu­wachs st euer nach der vom Ministerium aus­gearbeiteten Mustersahung. Für das neue Krankenhaus, mit dessen Dau bereits be­gonnen ist, wird die Ausnahme eines Kapitals von 20 000 AM. bewilligt. Eine feldpolizeiliche Anordnung, nach der die Felder nach Dun­kelheit nicht mehr betreten werden dürfen, wurde, wie auch in den Vorjahren, be­schlossen. Um das Ueberhandnehmen derKohl- Weißlinge einzudämmen, werden Fang- Preise ausgesetzt.

Laubach, 17. Aug. Die Getreide - ernte erleidet durch die regivrifd)? Witterung eine unliebsame Verzögerung Im übrigen kann sie nach jeder Richtung befriedigen. Die O b ft» ernte hat auch, außer Zwetfchen, gute Aus­sichten. Auch die Gartenfrüchte stehen gut.

Hartmannshain, 17. Aug. Das hessische Ministerium hat den Bahnbau Bir- stein Hart in an nshain genehmigt. Mit den Arbeiten soll noch in diesem Jahre be­gonnen werden.

Starkenburg.

Lpd. Darmstadt, 17. Aug. Heute vor­mittag fand eine Besichtigung des Hoch­wassernotstands- und Sprengkurses für Beamte der hessischen Polizei durch den Po­lizeiobersten Carraciola in Mainflingen statt. Obwohl der Kursus erst am 1. August d. I. be­gonnen hat, zeigte die Mannschaft unter Führung von Hauptmann Jennewein bereits weit vor­geschrittene Leistungen in der Herstellung von behelfsmäßigen Rettungssahrzeugen, dem Fahren mit ihnen auf dem Main, im Schnellbrückenbau und in der sorgfältigen Durchführung von Spren­gungen. Die Besichtigung, an der Minister Dr. Kirnberger teilnahm, dauerte etwa vier Stunden und schloß mit Ansprachen des Polizei- Obersten und des Ministers, die ihre Befrie­digung über das Gesehene Ausdruck gaben.

Lpd. Darmstadt, 17. Aug. Als Nach­folger des verstorbenen Geh. Oberkonsistorialrates Dr. D. W. D e r n b e ck tritt Dechnungsrat Eduard Schneider als Mitglied in den Provinzial­landtag ein. Für den Provinzial-Ausschuß ist Landgerichtsrat Heinrich Raab Nachfolger.

* Darmstadt. 17. Aug. Die diesjährige Tagung der südwe st deutschen Di­plomhandelslehrer findet am 2-1. und 25. September in Darmstadt statt. In Hebstahl (Kreis Erbach) wurde der 17jährige Landwirt A Scheuermann auf dem Schieß st and durch einen Schuß ins Herz getötet Mehrere junge Leute übten auf dem Schießstand ohne, Aufsicht, darunter war auch Scheuermann, der über die Schußbahn ging. In der Nähe von

I Affolterbach wurde der dreijährige Sohn 2ldam des Däckerineisters Peter Sattler von Olsen von einem Auto überfahren undgetötet. Eine ©eite Reise hat ein Kinder- b a 11 o n zurückgelegt, der hier in einem Garten auf gefunden wurde. Nach einer Karte, die am Ballon befestigt war, ist er am 15. August in Laon an der Aisne aufgelassen worden.

Preußen.

KrciS LiZeljlar.

<> Hörnsheim, 17. Aug. Der hiesige Turnverein veranstaltete am Sonntag ein Werbeturnen, mit dem die Reichs­jugendwettkämpfe der Turnvereine der Bürgermeisterei Rechtenbach verbunden waren. Die Wetttämpse, die vormittags unter Leitung des Obmannes Johs. Reih- Hochel­heim ftattfanben, hatten folgendes Ergebnis: Lu- genddreikampf: 1. E. Hahn, Hörnsheim, 53 Punkte; 2. Wilh. Ludwig, Hörnsheim, 47 P.; 3. W. Grimbo, Hörnsheim. 45 P.; 4. W. Weber. Hörnsheim. 39 P.; 5. W. Hensel, Hörnsheim, 36 P.; 6. E. Spengler, Lützellinden, 34 P.; 7. O. Weber, Hörnsheim, 30 P. Kugelstoßen: 1. Friedrich Jung, Hochelheim, 10,28 Meter; 2. Hermann Weber, Hochelheim, 10,27 Meter; 3. Heinr. Bork, Hörnsheim, 9,65 Meier. Stein- st o ß e n: 1. Frieorich Jung, Hochelheim, 5,65 Me­ter; 2. Karl Jung, Hochelheim, 5,53 Meter; 3. Heinr. Bork, Hörnsheim, 5,56 Meter. Frei­hochsprung: 1. Herrn. Weber, Hochelheim, 1,55 Meter; 2. Karl Hahn, Hörnsheim, 1,50 Me­ter; 3. Heinr. Rinker, Hörnsheim, 1,40 Meter. Stabhochsprung: 1. Karl Jung, Hochelheim, 2,60 Meter; 2. Heinr. Faber, Hochelheim und Friedr. Birkenstock, Hochelheim, je 2,50 Meter; 3. Heinr. Gürnbel, Lützellinden, Albert Faber, Hörnsheim und Albert Damm, Hörnsheim, je 2,40 Meter. Weithoch: 1. Hermann Weber, Hochelheim, 14 P.; 2. Karl Hahn, Hörnsheim, Albert Damm, Hörnsheim und Heinrich Gürnbel. Lützellinden, je 13 P.; 3. Alb. Rinker, Hörns­heim, Friedr. Jung, Hochelheim, Wilh. Bops, Lützellinden und Heinr. Jung, Lützellinden, je 11 P. 100-Meter-Lauf: 1. Hermann We­ber, Hochelheim, 11,8 Sek,; 2. Friedr. Birkenstock, Hochelheim, Alb. Faber, Hörnsheim und Karl Jung, Hochelheim je 12 Sek.; 3. Friedr. Jung, Hochelheim und Heinr. Franz, Lützellinden, je 12,2 Sek. Weitsprung: 1. Herrn. Weber, Hochelheim, 5,72 Meter; 2. Wilh. Bopf, Lützel­linden, 5,19 Meter; 3. Heinr. Franz, Lützel­linden, 5,01 Meter. 1500-Meter-Lauf: 1. Friedr. Faber, Hochelheim. 6.47 Mim; 2. Fritz Rütz, Hörnsheim, mit 50 Meter Abstand und 3. Heinr. Schneider, Hörnsheim, mit 80 Meter Abstand. Nachmittags fanb das Schauturnen und eine Begrüßung der Turner durch den Vor­sitzenden des hiesigen Turnvereins, Heinrich Bork, statt. Großen Beifall fand eine von dem Turnverein Großen-Linden gestellte Werberiege, die Vorführungen- am Barren, Reck und Pferd zeigte. Für den Verband für Leibesübungen im Kreise Wetzlar sprach dessen Vorsitzender G. Fischer, Wetzlar.

n. Hörnsheim, 17. Aug. In seltener geistiger und körperlicher Frische vollendet am 20. August der älteste Mann hiesiger Gemeinde, der frühere Gemeindevorsteher Joh. Borck, sein 8 0. Lebensjahr. Er hat den Feldzug 1866 und 1870,71 mitgemacht. Jahrzehnte lang war Borck Mitglied des Kreisausschusses des Kreises Wetzlar und Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Wetzlar, noch heute ist er Vor­steher des Ortsgerichts Hörnsheim und Bei­geordneter der Bürgermeisterei Rechtenbach.

DillkrciS.

bl. Sinn, 17. Aug. Der Turnverein hat den Dau einer Turnhai le mit Turnerheim beschlossen. Gc-eianetes Gelände ist vorhanden. Vom Staat erhofft man einen angemeffenen Bauzuschuß zu bekommen.

Lpd. S) a i g e r, 17. Aug. Nach Mitteilung der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. ist der an der Strecke HaigerRabenscheid gelegene Haltepunkt Haiger-West für den Personenverkehr eröffnet worden. Der Haltepunkt ist un^eletzt. Dort zusteigende Rei-- sende erhalten Fähe arten durch das Zugpersonal. Zeitkarten (Monatskarten, Wochenkarten u. dgl.) können nur auf den Zielstattonen gelöst werden.

KreiS Limburg.

Lpd. Limburg, 17. Aug. Infolge der starken Regengüsse, besonders im oberen Lahn­tal, 'ist die L a h n seit vorgestern abend fort­während im Steigen begriffen. In der Nacht vom Montag auf Dienstag flieg das Wasser so rapid, daß gegen 2 ÜIHr die wegen der Ausbaggerung trockengelegte untere Schleuse infolge Nachgebens der am Ausgang der Schleuse befindlichen Sperrwand voll Wasser lief, sodaß die Arbeiten im Schleusenkanal stillgelegt wurden. Dis gestern abend war das Wasser bereits um mehr als 1,50 Meter gestiegen.

MSN. Limburg, 17. Aug. Dem Kaufmann 3t. He11bach gelang es vorige Woche, im Eschen- höser Wald bei Limburg drei kapitale Neh- b ö ck e zu schießen. An einem Morgen brachte er innerhalb einer Stunde zwei starke Sechserböcke zur Strecke, und drei Tage später konnte er einen dritten kapitalen Bock von solcher Güte erlegen, wie man in unserer Gegend selten einmal einen Bock zu Gesicht bekommt. Weidmannsheil!

Maingau.

LPD. F r a n k s u r t a. M. 17. Aug. Der Magi­strat hat den Antrag auf Errichtung eines Röntgen-Instituts, für dessen Schaffung auf dem Gelände des städtischer Krankenhauses Sachsenhausen mit der Allgemeinen Ortskranken­kasse bezüglich der Finanzierung und Nutzbar­machung vertragliche Vereinbarungen getroffen sind, zugestimmk. Der Dau des Röntgeninstituts ist mit rund 500 000 Mcnck veranschlagt. 3n der vergangenen Nacht gegen 3,20 Ahr stteß in der Darmstädter Landstraße ein Lastkraft - wagen beim Aeberhvlen mit dem Pferdefuhrwerk eines Herrn Stroh aus Sprendlingen zusammen. Deide Fahrzeuge waren mit Obst und Gemüse beladen. Während der Kraftwagenführer Hangen aus Worms mit leichteren Verletzungen davonkam, erlitt der in dem Auto sitzende Beifahrer Herzberger aus Bensheim und eine Fran L o r k aus Als­bach schwere Verletzungen, so daß sie durch die Rettungswache ins Heiliggeist-Hospital gebracht werden mußten. Das Pferd des Fuhr­werks trug eine leichte Verletzung davon. Beide Wagen wurden in den Ehausseegraben geschleu­dert, so daß die Feuerwchr die Aufräumungs­arbeiten übernehmen mußte.

Helft den Unwettergeschädigten!

Die Landwirtschaftskammer für Hessen, die Ber­einigte freie rheinhessische Bauernschaft, der Hessische Bauernverein Lorsch und dec Hessische Landbund er­lassen einen gemeinsamen Aufruf zur Hilfe» leiftung für d i e durch Unioctterfata- strophen geschädigten Landwirte in Nheinhessen, Starkenburg und Oberhessen. In dem Llusrus wird u. a. gesagt:

Unsere betroffenen Berussgenossen, die auf eine gute Ernte Hinblicken durften, haben f a st alles verloren. Die elementare Gewalt hat sie des Er­folges ihrer mühevollen Arbeit beraubt. Die be­dauernswerte Bevölkerung dieser Gebiete befindet sich in großer Notlage. Staat und Reich werden hier eingreifen und die schwergeprüfte Bevölkerung un- terstützen müssen. Das große Unglück erfordert aber auch, daß mir Landwirte uns zusammenschließen, den vom Unwetter betroffenen B e r u f s g e n o s - sen zu helfen, und die in ihrer wirtschaftlichen Existenz schwer geschädigten Landwirte zu unter- stützen. Da die Getreide- und Hackfiuchternte zum großen Teil vernichtet ist, fehlt es an Futter, Saat­gut und sonstigen zur Aufrechterhaltung der Betriebe und zur Lebenshaltung notwendigen Bedarfsstoffen. Da Einnahmen fehlen, sind Geldbeträge zur Unter­stützung und Herbeischafsung von Existenzmitteln für die vom Unglück Betroffenen notwendig. Es gilt daher durch Sammlungen und Spenden auch aus unseren Rethen Mittel aufzubringen, um den Geschädigten für die nächste Zeit zu helfen. Rasche Hilfe tut not! Deshalb ergeht an alle Land­wirte der Ruf, nach Kräften beizusteuern, um diese Rot zu lindern! Die unterzeichneten landwirtschaft­lichen Drganifahonen wenden sich daher an ihre Verbandsangehörigen und Mitglieder mit der Ditte, überall in den Orten Sammelstellen einzurichten und Geldbeträge und Naturalien reichlich zu spenden. Sie hoffen, daß ihr Ruf um Hilfe für die Geschä­digten nicht vergebens erschallt und daß angesichts der Notlage der schwer geschädigten Bevölkerung jeder Landwirt, der vor solchem Unglück bewahrt, seine Ernte einigermaßen gut nach Hause zu brin­gen in der Lage war, gern einen Beitrag stiftet. Jede, auch die kleinste Spende, wird dankbar ange­nommen."

Es sei bei dieser Gelegenheit auch noch einmal an den Aufruf erinnert, den wir in unserer Ausgabe vom Dienstag, 9. August, an unsere Mitbürger in Stadt und Land zwecks H i l f e l e i st u n g für die durch Unwetter schwer heimgesuchten Land­wirte Hessens, insbesondere in den Kreisen Schot- t e n und Lauterbach, gerichtet haben. Geld­spenden werden in der Geschäftsstelle desG i e- {jener Anzeiger s", Gießen, S ch u l st r. 7, gerne angenommen.

Vermischtes.

Sparkafsentaq in kiel.

In diesem Jahr findet der Allgemeine Deutsche Sparkassen- und Kommunalbankentag in Kiel in der Zeit vom 31. August bis 1. Sep­tember statt. Für den 31. August sind internet Sitzungen der Derbandsorgane und eine Ver­sammlung der Svarkassenbeamten vorgesehen, auf der Vorträge über betriebsorganisatorische Fra- ?en gehalten tverden. Die Haupttagung am .September behandelt die Beziehungen, der Sparkassen zum Mittelstand. Die Vortragsthemen lauten:Der neue Mittelstands- begrisf , Referent: älniversitätsprosessor Dr. Bredt, Marburg;Zeitgemäße Mittelstands­politik", Referent: Oberregierungsrat Dr. Höp- k e r, Vizepräsident des Preuß. Etat. Landes­amts, Berlin;Sparkassen und Wohnungsbau", Referent: Finanzminister a. D. Dr. Schall, Stuttgart;Mittelständischer Betriebskredit der. Sparkassen", Referent: Direktor W e n h o l d, Bremen. Außerdem wird der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Geh. Reg.-Rat Dr. Kleiner, einen zusammenfasseir- den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr und die wichtigen Derbandsangelegenheiten geben. Der Sparkassentag in Kiel ist die vierte große Tagung des im Jahre 1924 gegründeten Ein­heitsverbandes.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keiner.c Verantwortung.)

Zur Umgestaltung der Westanlage.

Die Bewohner der Westanlage freuten sich sehr, als nach jahrelangem Warten bekannt wurde, daß die Straße nun endlich neu ge­pflastert wird. Wer diesen Stadtteil kennt, weih, daß er durch Lastautos, Autos und schwer­beladene Fuhrwerke sehr befahren ist, so daß die Häuser mitunter in ihren Grundmauern er­schüttern. Zu meinem größten Staunen las ich jedoch vergangene Woche imGießener An­zeiger", daß die Straße vollkommen verlegt werden soll, und zwar bis fast unmittelbar an die Häuserreihe,um eine Anlage anzu­legen und auszustatten". Run werfe ich die Frage auf: aus welchem Gruirde kann die auszustaltende Anlage nicht auf dem sogenannten breiten Sandtrottoir entstehen, da. wo die schö­nen Lindenbäume durch ihren prächtigen Wuchs so herrlichen Schatten spenden? damit würde sich doch auch der ilcbergang der Straße zur Nord­anlage (Oswaldsgarten) und oberen Westanlage (Bahnhofstraße) besser gestalten. Eine Verschöne­rung des Bahndammes von dessen Höhen die pustenden Lokomotiven ihren Qualm hernieder­senden, die Ruhflocken fliegen und die sprudeln­den Wasserdämpfe den Passanten wiicklich nicht erfreuen finde ich nicht gerade angebracht. Wie soll übrigens diese Anlage nördlich an der städtischen Waage und südlich am bebauten Geil- fusschen Anwesen verlausen? Die Häuser der Destanlage haben durchweg mehr oder weniger gepflegte Vorgärten, wodurch eine anschließende Anlage unbedingt an Reiz gewinnen konnte. Denn natürlich durch diese Verlegung der Straße unsere schöne Lahn, wie in so vielen anderen Städten, eine Zierde und ein allgemeiner Ge­nuß der Einwohnerschaft würde, formte man das neue Projekt mit Freuden begrüßen. Aber leider ist heute nichts mehr an dem gemachten Fehler unserer Väter zu ändern, die durch die Anlegung des Bahndammes den schoren Anblick der Lahn abgesperrt haben. Vielleicht genügen meine heutigen Zeilen die sicherlich im Sinne vieler Bewohner der Westanlage sind, die vorgesehene Umgestaltung nochmals einer Prü­fung zu unterziehen.

Ein Einwohner der West anlag e. Verantwortlich für Politik: i. V. Emst Blumschein.