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Aus der Provtnzialhauptftadt.

Gießen, den 18. März 1927.

Der Dammrutsch bei Lang-Go is.

An der Wirderhcrstellung deS Eil en bahn Dämmte zwischen Lang-Göns uni) Großen-Linden wird in eifriger Weife Tag und Dachl gearbeilet. 3n beiden Arbeite'chichten lind je etwa 70 Ceutc tätig, die o,i der gebor­stenen östlichen Damm!eite Erde auf füllen. wah­rend andere gleichzeitig cm Fuße des Bahn- dommcs mit der Errichtung einer Stützmauer beschäftigt sind Die Llnsaillelle liegt etwa ein Kilometer nördlich '?on Lang-Göns in einem Abschnitt, der die höchste Erhebung des Bahn- damm-s an dieser Cirede darstellt. Die Ducht dec adgerullchten Erdmaslcn war so grob, daß uhrere 3 . Meter tief in den Bahndamm . gciTtaueitc ©teintigolen beileite gcfcrüdt ^o.c gehoben wurden, so daß daS schwere Stinmaterial zum Teil durcheinander geriet. Immerhin habe diese Rigolen bewirlt, dah der Sarimrutk lediglich auf d e östliche Seite der v Titlet langen SchadenS '.e le bcschränr. blieb, o dost das westliche GleiS Gießen Frankfurt ohne jede Gefahr, jclbft- n csländlich mit verringerter De'chwindigleit, b e - fahren werden kann. Die Rutschung ist aus den waflerunburchläs i jen Lettcboden zurückzu'ühren, den man bei Erbauung der Main- Weiervahn verwandt hat. Die Erdmassen waren bis gestern nachmittag noch nicht zum Stillstand gelcnimen, wenn auch das Arbeiten des Bodens wesentlich nachgelassen hat. Um den Crdmengen einen festen Halt zu geben, wurde im Laufe der letzten Dacht mit der Errichtung einer starken Stützmauer am Fuße des Bahndammes begonnen; diese Mauer wird zwei Meter tief auf gewachsenem Erd­boden aufgesetzt und übersteigt die Erdoberfläche um 2,5 Meter, so dah die Mauer also eine Gesamthöhe von 4,5 Meter hat, ihre Stärke wird 6 Meter Durchmesser betragen. Es ist also ein gewa tigeS Steinwerk, da» den rutschen­den Erdmassen entgegengestellt wird. Die Maurerarbeiten, die von der Bausirma Weiß in Drohen Linden auSgeführt werden, sind eifrig im Gange, damit die zu gleicher Zeit vom Scheitel des Bahndammes aus iwrgcnommenen AuffuUungsarbeiten zur Befesti­gung des Dammes die erforderliche wirksame Unter­stützung finden. Trotz aller Anstrengungen dürften ledoch noch einige Tage vergehen, bis der Schaden vollständig beseitigt ist und das Gleis Frankfurt Gießen wieder benutzt werden kann. Die zuständigen Gießener Amtsstellen der Reichsbahnverwaltung und die an der Unfallftelle eingesetzte Arbeiterschaft erwerben sich durch die eifrige, in größter Hingabe geleistete Arbeit zur möglichst raschen Behebung des Schadens und damit zur Wiederherstellung eines geordneten Fahrplanes auf der Frankfurter Strecke den Anspruch auf die Anerkennung der Oei'scntlich. feit. Ebenso anzuerkennen ist die große Aufmerksam­keit, die von den leitenden Beamten der zuständigen Dienststelle und dem beteiligten Streckenpersonal bei der bisherigen Beobachtung dieser schon lange nicht ganz festen Stelle des Bahnkörpers bewiesen wurde; dank dieser Ausmerkfamkeit und Voraussicht konnte das Gleis rechtzeitig gesperrt und dadurch ein Unglück verhütet werden, das im anderen Falle, ha der Dammrutsch in der Nacht entstand, sehr leicht zu einer furchtbaren Katastrophe für die bald nach dem Zeitpunkt des Rutsches fälligen Schnell­züge hätte fuhren können. Im Interesse einer schnelleren Durchführung der Reparaturarbeiten werden eine Anzahl Güterzüge über andere Strecken umgeleitet.

Einführung neuer Sonntagsharten.

Um den SonntagSausflugSverkehr noch weiter zu heben, hat sich die ReichSbahn- direktion Frankfurt a. M. entschlossen, im Be­reiche ihres Bezirks nach zahlreichen Städten im Rhein-, Main- und Lahngebiet, sowie im TaunuS. Spessart, Vogelsberg und der Rhön die Verausgabung von Sonntagskarten neu einzuführen. Diese Aenderungen treten sämtlich zum 1. Apri< in Kraft. Deu eingeführt werden u. a. Sonntagskarten von Frankfurt a. M. nach Amorbach, Bad Salzhausen, Gießen, Michelstadt, Dingen. Hartmannshain oder Schot­ten; nach Frankfurt von Altenstadt (Ober- Hessen). Brandoberndorf bei Ufingen, Eppstein, Hofheim i. T., Lißberg, Ortenberg. Gießen nach Gedern oder Schotten. Hungen nach Bad-Rauheim, im Lahngebiet; Freiendiez nach

Desterburg oder Montabaur. Hadamar nach Bad Em» und Äoblcii). Stockhaulen naw L.mburg und Gießen; Dilunar nach G eßen und Weil­burg; im Dhön- und Speffartgebiet: von Hanau- Ost nach Milleburg ober Di.dflecken Obeniburg- Ellense'd, Kleinwallstadt und Miltenberg-Erbach, von Hetter.haui'en nach Fulda, von ,-,ea)enheün- Mai'kur nacy Wächtersbach und von BoUmerz nach Fulda ober Bad Brückenau 2Uf einigen Strecken lz. D. nach Bad EmS, okoblenz. Bingen. Gießen und Michelstadt werden künftig auch Son.tagsfahrkarten zweiter Klasse veraus­gabt. ©ämfliöc Fahrkarten werden zu einem .'reife abgegeben, der ein Drittel billiger ist als derjenige für gewöhnliche Fahrkarten

Boruottze».

Lageskalender für Freitag. Smdttheater. 7. Uhr: .Aus der Sonnenseite (Snbc gegen 9 4 Uhr). Loheland. 8 Uhr. .Kalhol. Verctnshaus": Gtzmnastil-Vorfühiung. Schachlluo Gießen. 8' , Uhr. Hotel Schütz: Si­multanspiel. - Eoangel. Stadtmission. 8- , Uhr: Vorlrag Lich.spielhaus. Bahnhofstraße: .Die keusche Susanne'. Astoria-Llchifpicle .Der Gaunerstreich aus der Felton-Farm

Aus dem S t a dt t h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Zur Aufführung des .Glöckchen des Eremiten" am kommenden Sonntag fei ausdrücklich darauf hingewiefen, daß. um stärkeren Beuch zu ermöglichen, nur Ope­rettenpreise für bi?fc Dorstellung genommen werden.

Die^Dolkshochschule Gießen weist aus ihren Schlußabend hin, der am mflrgigen Samstag. 19. d. M, in der Tumhalle der Dbcrreab schule stattfinden und an dem u. a. das Schelmen- fpiclDer Harnineldieb" aufgeführt werden wird. (Siehe Anzeige in der heutigen Nummer.)

Eine öffentliche Kriegsbeschä­digte n - K u n d g e b u n g soll am nächsten Sonn­tagnachmittag im Gewerkschastshaus ftattfinöcn. Näheres im heutigen Anzeigenteil.

' DaS oberhessische Schwurgericht tritt, wie jetzt amtlich mitgeteilt wird, am kom­menden Dienstag vormittag zur Erledigung des FememordprozesscS gegen den Chausseur Schwing und den früheren Leutnant von Sa­lomon, beide von Frankfurt a. M., sowie den früheren .Stahlhelm"-Dcdakteur Heinz von Magdeburg zusammen. Die Anklage lautet auf Mordversuch bzw. Beihilfe. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Cramer. Die Anklage ver­tritt Staatsanwalt Justizrat Weidemann, Verteidiger find Dechtsanwalt L u l e h - Gießen für Schwing, Dechtsanwalt Dr. Cuetgebrune Göttingen, für von Salomon und Dechtsanwalt S ch l i n k - Gießen für Heinz.

** Dektor Müller 65 Jahre alt. Seinen 65jährigen Geburtstag und damit die für Beamte gesetzlich festgelegte Altersgrenze erreichte gestern (Donnerstag- der in weiten Streifen der Bevölkerung sehr verehrte, um da- Schul- und Gemeindewesen Gießens hochverdiente Leiter der Schillerschule iStadtmädchenschule), Dektor Va­lentin Müller. DaS Lehrerkollegium bet Schule ließ durch seinen Sprecher dem förpre- und geistesfrischen. Jubilar einen prächtigen Blu- menlorb überreichen, wofür der Geehrte in seiner bekannten, eindrucksvollen Art herzlichst dankte.

* AuS dem Gießener StandeS- amiStegister. ES verstarben in der Zeit vom 1. bis 15. März: l.März Heinrich Weller, Weißbindermeister, 60 Jahre alt, Großer Stein­weg 12 , 1. März Konrad Lotz, ohne Beruf, 81 Jahre alt, Licher Straße 74; 2. März Amalie Will, geb Borchert, Witwe. 79 Jahre alt, Mäi^- bürg 12: 6. März Heinrich Dambmann, Oberpost- fefretär. 58 Jahre alt, Ludwigsplay 14; 7. März David Jacob, Kantor. 62 Jahre alt, Deuenweg 10; 8. März Jakob Balser, Gepäckträger i. R.. 78 3ar;rc alt. Wolfstraße 10; 10. März Christina Dühl. geb. Wagner. 56 Jahre. Wilsonstraße 11; 10. März HanS Pfeuster, 3 Monate alt, Walltor- straße 33; 11. März Ludwig Sauerwald. Kauf­mann. 25 Jahre alt, Alter Rödger Weg 12, 13. März Wilhelm Klappert, ohne Beruf, 69 Jahre alt. Licher Straße 74; 15. März Ludwig Gerstenschläger. 5 Monate alt, Wetzsteingasse 43.

* Fahrplanänderung. Der Personenzug 565 (werktags) GießenGrünberg, der nachmittags 5.35 Uhr in Gießen abfährt, erhält vom 21. d. M. ab in Göbelnrod einen ständigen Aufenthalt.

* * Eine Wiedersehensfeier bet ehemaligen Angehörigen des Sta­be- der 2 5. Infanterie-Division soll

am 23. und 24. April in Darmstadt stattfinden. Die Divisionskommandeure Erz Kühne und Er», von Dreßler haben ihr Eriche.nen zu- gesagt, ebenso viele frühere Offiziere. Sin Orts­ausschuß ist in der Gründung begriffen. Ehe­malige Angehörige des Stabes, die Interesse an der Feier haben, werden gebeten, ihre An- schritten an den ehemaligen Kommandanten deS Stabsguartiers. Graf Hardenberg. Darm­stadt. Schloß, zu senden, damit ihnen Nähere- betannt gegeben werden kann.

" Raubvogelfrechheit. Man schre.bt unt: Ein Vogelliebhabcr in Darmstadt läßt feinen Kanarienvogel .n der auf der Rückseite seines Haukes be'indlichen Glasveranda frei umher- fliegen. Als vor wenigen Tagen der Vogel nabe an einer Fensterscheibe saß. gab es plötzlich einen gewaltigen Schlag wider die Scheibe. Ein Sperber, der den kleinen gelben Gesellen offen­bar bemerkt hatte, suchte ihn zu erhaschen, stieß aber unversehens so heftig w.der die Glas­scheibe daß er durch den Zusammenstoß halb ohnmächtig wurde und auf den vor der Veranda sich hinziehendcn Gartenweg fiel. Hier lag er. mit den Sängen um s:ch schlagend, auf dem Bücken. AIS ihn der Kanarienvogelbefitzer er­haschen wollte kam der Raubvogel wieder zu sich und strich ab. Kanarienhähne sind für Raub­vögel offenbar fein angenehmer Leckerbissen.

" Die diesjährige Hauptver­sammlung des Hessischen Philo- kogenvereins findet am 21. und 22. April in Offenbach statt. Die Fachsitzungen werden den einzelnen Fachgruppen der hessischen Philologen Gelegenheit geben, ihre Erfahrungen über die hessischen Lehrplanentwürse auszutauschen und ihre Anregungen und Wünsche für die end­gültige Gestaltung der Lehrpläne zum Ausdruck zu bringen. Der zweite Tag ist der Besprechung der allgemeinen schul- und standespolitischen Fra­gen gewidmet. Den repräsentativen Höhepunkt der Veranstaltung bildet die Festversammlung. Auf ihr wird der bekannte Leipziger ilninerii- tätsprofesfor Theodor Litt, der Verfasser zahl­reicher grundlegender Arbeiten zur Kultur- Philosophie und Pädagogik, den Festvonrag über die psychologischen Grundlagen des Arbeüsschul- gcdankens halten. Damit wird von sachkundigster Seite ein Thema behandelt, das nicht nur für den engeren Kreis der Philologen, sondern für die weitere gebildete Oeffentlichkeit von zeitgemäßem Interesse ist, weil der Arbeitsfchulgedanke dnm der Kernpunkte der modernen Schulreform dar- stellt.

Dorfkirchenvorsteher-Tagung für das südliche Oderhessen.

- a- Wölfersheim. 16. März. Vorgestern tagte in unseren Mauern die Dorfkirchen­vorstehertagung für das südliche Oberhessen. Heber 160 Mitglieder der Kirchenvorstände aus 41 Orten der Wetterau hatten sich emgefunben.

Der Prälat der hessischen Landeskirche, D. Dr. Dieh l. der mit dem Superintendenten der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wag - n e r, erschienen war, hielt in unserer schönen, im letzten Jahre wiederhergestellten Kirche die Festpredigt. An Hand von 2. Kor. 4 zeigte er aus der Geschichte der Gegend vor 300 Jahren, den Jahren der katholischen Gegenresormal.on. wie damals die Glaubenskraft der evangelischen Kirchenvorsteher und der Familienväter während der Jahre der Vertreibung der evangelischen Pfarrer standgehalten habe, und rief zu gleicher Glaubenskraft in heutiger Zeit auf.

Zwei Vorträge wurden geboten. Pfarrer Waldeck, jetzt am Glisabelhenstift zu Darm­stadt. legte die Notwendigkeit des Kin» dergottesdienstes gerade in heutiger Zeit wo so viele andere Sinslüsse auf die Kindesfeele einbringen, und wo so oft das Elternhaus ver­sagt. in warmen Worten dar und zeigte die Möglichkeit der Einführung und Durchführung auch auf dem Lande. Rach einer Mittagspause, während welcher die auswärtigen Tellnehmer Gäste der Wölfersheimer Familien waren, wurde in die Besprechung dieser Frage eingetreten und die Schwierigkeiten der Einführung auf dem Lande besprochen. Betont wurde, daß der Kinder­gottesdienst nichts mit dem Religionsunterricht gemeinsam habe, da dieser dazu da sei. religiöses Wissen zu vermitteln, wahrend der KindergotteS- dienst den Kindern eine religiöse Feierstunde, einem Gottesdienst in der ihrer kindlichen Fas- sungstrast und ihrem kindlichen Gemüt gemäßen Form bieten soll.

Mit großem Beifall wurde dann der zweite Vortrag, den Pfarrer Köhler. Ridda hielt, aufgenommer. Er handelte von der Pflege des Kirchhofs und des Friedhofs. Ist auch der Friedhof E.gentum der bürgerlichen Ge­meinde. «o bat doch der Kirchenvorstand, der daS meiste Verständnis für die Pflege dieser heiligen Stätte haben muß. die heilige Pflicht, dafür zu sorgen, daß er in würd:gem Zustand ist. Mittel und Wege, seinen Einfluß geltend zu machen, gibt es überall. An Beispielen wurde das Bild eines Friedhoss. wie er sein soll, vor Augen gestellt, aber auch Bilder der Ver­schandelung gezeigt Ebenso wurde die Stätte deS alten Friedhof» der Umgebung der Kirche, in den Kreis der Betrachtungen gezogen und auch hier gezeigt. waS zu tun ist. Der stimmungsvolle, poetische Vortrag schloß mit dem Appell an die

Vorsteher, sich ihrer Pflicht gegenüber der Stätte der Toten bewußt zu fein, an dem man die .Seele deS Dorfes' erkenne. 6.ne sehr lebhafte Aussprache setzte ein. an der sich auch eine Anzahl Kirchenvorsteher beteiligten Von einem Vertreter der bürgerlichen Gemeinde wurde die Notwendigkeit des Handinhandarbeiteirs von bürgerlicher Gemeinde und Kirchengemeinde be­tont. Alle waren sich darüber einig, daß die Friedhvse .heiliges Land" sind, und daß fit einer belferen Pflege bedürfen. Diesen Gedanken in die Gemeinde htnauszutragen. wird als erste Pflicht der Kirchenvorsteher genannt. MS un­mittelbare praktische Ergebnisse der Tagung wurde gefordert, zunächst dafür zu sorgen, dah es kein ungepflegtes Grab mehr geben dürfe, und daß Wege gesucht werden müßten, auch die Gräber derer, die ferne Angehörigen mehr haben würdig zu pflegen. Verwahrlosung der Gräber, wie auch häßliche Unrathaufen an sichtbarer Stelle müssen überall vermieden werden. ES wurde eint Entschließung angenommen, die Regierung zu bitten, durch ein Gesetz dafür zu sorgen, daß in den . Friedhofskommissionen" ein Mitglied des Kirchenvorstandes Sih und Stimme haben müsse. Wertvolle Winke und Anregungen gab ein Vertreter deS KreiSbauamtS. Er wies daraus hin, daß im Kreisbauamt eine Beratungsstelle für Reuanlagen von Friedhöfen und Wahl der Grabdenkmäler vorhanden fei.

Der Sonntag gestaltete sich für die Orte» gemeinde zu einem Festtag. In dein Fest- gottesdienst zeigte bet Prediger. Prof Keller. Friedberg, und in dem Gemeindeabend Pros. L a m p a S. Friedberg, in zündenden Wor­ten. letzterer an Hand der Geschichte. waS wir an unserer Kirche haben. Beide Veranstaltungen waren sehr stark besucht.

Der Vorsitzende der Dorfkirchenvereinigung. Dekan Scriba, Eichelsdori. richtete an die Gemeinde ein herzliches DegrühungSwort. in dem er besonders ausführte. WaS die Dorfgemeinde an ihrer Dorfkirche hat. und zur Treue zu ihr auflief.

Preußen.

ft ixi6 Wctzlar.

WSR. Wetzlar, 17. März. Bei der Ver­pachtung der Gemeindejagd Aßlar konnte eine übet 50prozentige Ermäßi­gung der Jagdpacht festgestellt werden. Ein Äevierteil, das bisher 4720 Mk. Pacht erbracht hatte, wurde für 2030 Mk. loSgeschlagen ein weiterer Revierteil ging von 1250 auf 610 Mk. Pachtertrag zurück. Meistbietende waren in beiden Fällen westfälische Industrielle.

Kreis Marburg.

Marburg. 17. März. Der hiesige Früh» jahrs-Pserdemarkt war mit rund 400 Pferden und Fohlen beschickt. Dezahlt wurden für Bel­gier 1000 bis 1600 Mark. Oldenburger 1000 biS 1600 Mark; mittlerer Schlag 600 bis 1000. minderwertige Tiere 100 bis 600 Mk per Stück, junge Rusfenpserde 1200 bis 1300 Mark daS Paar. Der Handel war flau. Während deS lebhaftesten Verkehrs warf heute nachmittag in der W e 11 e r g a J f e ein Mann feine Möbel nebst Bettzeug aus dem Fenster auf die Straße. Die Polizei nahm den Mann in Schutzhaft.

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