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diesjährige n<rffe Sommer (ie6 die Dürfe nicht hochkommen. D-iher ift Da» Frgebnis der Treio- landen ein sehr klägliches Um so mehr muhten sich die Jäger beim Abschuß der Hasen 3urüd- Haltung auserlegen, damit fürs kommende Jahr ein gewisser Bestand erhalten bleibt.

Feldhühner, die man im vorigen Jahre in starken Äct'cn beobachten konnte, hatten in diesem Jahre auch kehr unter der Ungunst der Witterung iu leiden und treten deshalb wenig auf.

Füchse sind dank ihrer Schlauheit noch immer genug vorhanden, so dah ihretwegen vor­läufig noch kein»' Befürchtungen am Platze sind. Manche Weidmänner sollten aber von dem un- weidgemähen und tierquäloschen Fallenstellen ab'-hen und Meister Reinecke durch noch gröhere Schlauheit ins Varn locken.

Der Dachs, Meister Grimbart. der in un­seren Wäldern noch vorkommt, ist auch ein sel­tener Vast geworden. Vs ist rech' bebau rlich, dah diesem so nützlichen Tier derart nachgettellt wird, dah es fast aus dem Aussterbeetat steht Das Graben" eines Dachses mag ja für Onkel» und Xanten» ein recht schönes Vergnügen sein! Aber der echte Weidmann und Forstmann sollte diesen nützlichen Waldbewohner auf jede An zu er­halten suchen, zumal der Wert des Felles <5 bi­ss Mark) zu der ausgewandten Mühe und zu den Kosten des UnternchmTNs in keinem Verhältnis ftebt. Äier mühte das Interesse an der Erhaltung der Ärt stärker sein als ein blohes Vergnügen.

Schwarzkittel treten am Bande des Dvgelsberges recht häufig auf. Sie sollten scho­nungslos bekämpft werden, denn sie richten groben Schaden auf den Seibern an.

Wenn immer wieder darauf aufmerksam ge­macht wird, dah der Rückgang des Wildbeftandes in unseren Wäldern zu groben Befürchtungen Anlah gibt, so soll das keine Kritik an dem Ver­halten der weidgerechten heimischen Iüg-r sein. Diese wissen ihre Reviere zu b'handeln. Aber es gibt auch zahlreiche Jäger und Iag^esellschaftm, die unbedingt mit der Jagd aus ihre Kosten l. herauSkommen") toollcn. Wenn die Ideale schwinden und das Weibwerk als ein .Geschäft" angesehen wirb, bann ist es weit genug. Dann werden unsere Enkel die Xl-nrc, öle st ule oenn auch spärlicher wie früher noch in unseren Wäldern heimisch sind, nur noch in bei, zoologi­schem, Gärten bewundern können

Die Iagbergebnisse der letzten Zeit reden also eine beredte Sprache. Möge sie von allen Jägern verstanden und beherzigt werden! S.

Oberheffen.

SmiMrci« wichen

I Wieseck, 16. Rov. Am Sonntag ver­anstaltete der hiesige Turnverein einen Werbeabend, zu dem Mitglieder und Gäste sehr zahlreich erschienen toareit Aus die mit feinem Humor gewürz en Begrüßung-Worte von Fräulein Prolog" foiglen einige Liedervorlräge der Gesangsabteilung, eine stattliche An­zahl Frei-, Keulen- und Grabübungen der ein­zelnen Riegen, mehrere muntere Singspiele, Rei­gen und Volkstänze und schliehlich ein slott- gespielter Einakter. Besonderes Interesse fanden die Darbietungen der beidenSiegerinnen von Duisburg", wie auch die musterhaft vorgeführ­ten Kürübungen der BundeSmeisterin Fräulein Vetter. Die gesamte Vortragsfolge einschlieh- lich der während der Pausen gebotenen Musik­stücke fand den ungeteilten Beifall aller An­wesenden

* Lollar, 16. Rov Am Sonntag veranstal­tete der hiesige Arbeiter-Gesangverein Vorwärts" unter der Leitung seines Lhor- meisters M e tz e r - Wieseck sein diesjähriges Winterkonzert, da- alle (5 r Wartungen über­traf Der geräumige Saal d-S Gasthauses .Zur Linde" war überfüllt. Mit dem schweren Sr- öffnungschor von tturti .Hoch empor" bewies der Verein sofort seine gute Schulung und sein her- vorrageitdes St immenmaterial. Die weiteren Mannerchöre, von denen besonders .Vesper" von Beethoven.Walderwachen" von Wildt und das bekannte Volkslied .Muh t denn, muh i Denn" spontanen Beifall auslösten, zeigten die starke 6änfler1<bar auf sehr beachtlicher Höhe Zum ersten Male trat d?r neu geschaffene Fra uen- chor in zwei gemischten Chören vor die Oeffent- lichkeit und erntete für feine cjaften Leistungen lebhaften Beifall. Der gesangliche Teil der Vor­tragsfolge war umrahmt von Darbietungen eines Orchester-, das unter der Leitung deS Herrn S chw a rz l os e-Giesten stand und ebenfalls

©er Reger der Dubarry.

Von Liesbet Dill.

(Rachbruck verboten.)

Jin Mus<c Carnavalet in Paris hängt ein Gemälde von Dan Loo von Zamor, dem Liebling der Marquise D u b a r r tz In roter, mit Gold bestickter Husarenjacke Weistern Turban, mit weiften Straußenfedern und dicken Perl­schnüren. schaut er uns listig und eitel lächelnd an... Er wurde von einem englischen Kap tän mit sieben Jahren herüberg bracht und der Du- barrD geschenl. Ein malerisches Dekorationsstück zwischen ihrem blauen Paradiesvogel, ihren toci- ficn Affen und dem berühmten Windspiel, dem der Schwetenkönig «in Diamantenbalsbanb um« hing In roter Samtlivree zog er mordens de grünen Moir^vorhänge des Bette- auf. worin sich die Dudarrv In ihren Stützen verschlafen lächelnd dehnte Er brachte ihr die Morg.n- fchokolade, stellte ihr die kleinen roten Seiden- pantöffelchen vor da» Bettt er war der erfte der die Dubarry des Morgens sah, und sie plau­derte mit dem kleinen drolligen Zamor. Er war bei den Diners zugegen Jeder kannte chn am Hofe, die Damen fütterten ihn mit Bonbon-, und felbft dem gelangweilten König Louis XV. nö­tigte Zamor durch seine kleinen Frechheiten ein mattes Lächeln ab ... Or fehlte bei keinem Empfang, bei allen Ausfahrten thronte er au dem Bock. Alan hatte mit Zamor zu rechnen, wi mit den Lieblingstieren der Dubarry Sie per- wöhnt ihn. weil er originell ist. Er darf sich alles erlauben, sie lacht nur darüber Man haßt ihn. aber ein Spielzeug der Marquil? wagt nie­mand zu kränken. Das alles steigt dem kleinen Za­mor zu Kopf. Cr sieht den König zu allen Tageszeiten. Während Zte anderen respektvoll braunen im Vorzimmer uxtrten. nifter un> Herzöge ungeduldig nach der IIbr seh.n und di Tomen sich i i den Svie'gelgal. r.en . 5 Schl^' drängen, geht Zamor aus un> ein. wie es ihm beliebt. In- Schlafzimmer, in» Anlleide» mmer. ja, zum Badezimmer hat er jederzeit Zutritt.

Hervorragendes letftete. Besonders gilt dies von den Solisten, den Gebrüdern M an k-Wieseck mit ihren wunderbaren Plstonfolis. dem flöten» foli des Herrn Kehrmann und dem Tylophon- loto des Herrn Panitz, der sich mit seinen Variationen über das Volkslied .Lang. lang ift» her' zu einer Zugabe verstehen muhte. Frt Gisela Manner- Grehen fang im ersren Teil die Ar e her Undine au» der Oper .Undine von Sor)ing. im zweiten Teil des Programms .Zur Drossel sprach der Fink', .Der Obt:.manu" und den Strauhlchen Walzer .An der lchSnen blauen Donau". Besonder» der letzte Vortrag zeigte den Reichtum der vollen Sopranstimme. Der lebhafte Beifall veranlaßte eine .iugabe. Den Beschluß des genußreichen Abende bilbete .Die Post im Walde", ein Colo für Piston mit Chor- und Orchesterbea^eitung. Sirige.it, Ehvr. Orchester und die Solisten und nicht zuletzt die etwa ZOO Zuhörer Dürften m.t dem Verlauf des Abend» voll zufrieden fein.

Z Rödgen. 16. Rov. Der Männer gelang wird in unserem Dorfe mit Begeisterung und mit gutem Erfolge gepflegt. Da» zeigte erneut das Konzert Sc» Gesangvereins .H a r m onl e", das am Sonn agabend unter Mitwirkung des Mandol nen- und ®i arten - ö er ein» ,Reapolita"-D eßen in Balsers Saal gegeben wurde. Herr Kurth-- Giehcn hat. seitdem er den Be.ein leitet, eine auherordentlich erfolgreiche Tätigkeit entfaltet Wie ejraft wurden die Ehöre vorgetragen, wie schwollen die Akkorde zu mächtigem Forte an und wie zart und rein kam daS Piano. Der SängeZchar und ihrem Leiter wurde mit Recht l.bhafter Beifall ge­spendet. Gitarre und Mandoline kannten wir hier seither fast nur als Begleitinstrumentc. Die schönen Darbietungen des Verein- .Reapollta" zeigten, dah mit d.efen Instrumenten auch gute Musik selbständig ausgeübt werden kann. Re cher Beifall wurde auch ihm gute L

: Winnerod, 16. Roo. Seit zwei Jahren ver­wendet der Besitzer unseres Hosguics zur Be­stellung feiner Felder einen M o t o r p s l u g. Sie Erfahrungen mit dieser maschinenmäßigen Bearbei­tung sind günstig. Der Motor leistet etwa das, was 4 bis 6 Pierdegefpannc arbeiten können, und es ist nur ein Mann zur Bedienung nölig. Die Bearbei­tung mit dem Motorpflug erfolgt gründlicher als mit Pferdeaefpannen, vor allem geht er bedeutend mehr in die liefe. Durch eine solche tiefgründige Bearbei­tung wird die Ackerkrume vermehrt und verbessert, was nicht ohne Einfluß auf den Pflanzenwuchs bleibt. Bei der Aussaat im Frühjahr, zu der der Pflug nicht benutzt wird, werden Stultioator, Teller- egge und Saategge angehängt. Allerdings kann der Mowr nur auf Flächen mit großer Ausdehnung, wie wir sie bei unserem Hof gut haben mit Sorten verwendet werden. Besonders im Spätherbst, wenn der zweite Sturz der Stoppekacker zu erfolgen hak und die Witterung für Menschen und Vieh zur Plage wird, macht immer noch der Motorfahrer, unbekümmert um das Wetter, im Feld seine Rund­fahrten. Erst wenn Schnee und starker Frost ein- treten, muh auch der Motorpslug die Herbstarbelten einstellen t denn es besteht dann die Gefahr, daß der Motor einfriert.

$(Brünberg,16. Rov. Aus den jüngsten ® e> meinderatssitzunaen ist u. a. folgendes zu berichten: Die Kanalisation der Londorfer Straße von der oberhefsifchen Eisenbahn bis zur Höfetränke wird beschlossen. Der vom Kulturbauamt Gießen oorgeschlagene Entwurf einer Pollzeioerord- nung für die Entwässerung der Grund­stücke wird genehmigt. Es sollen dementsprechend 10 Ps. je 100 Mk. Brandoersicherungswert der Hof« reite entrichtet werden. Der Berke hrsbund Oberhessen hatte an die Stadt Grünberg da» Ersuchen gestellt, einen Beitrag in Höhe von 150 Mk. für die Herausgabe eines Führers durch Oberhessen zu zeichnen. Es wurde beschlossen, an den Vorstand des Verkehrsbundes heranzutrelen mit der Bitte, den Betrag entsprechend der Deoölkerungszahl Grün­bergs festzusetzen. Der st ä d l i s ch e Grasgar - t c n an der Keilegasse wird einschließlich der anfal­lenden Gras- und Obsternte dem städtischen Wasser- wertsoerwalter gegen eine Gebühr von jährlich fünf Mark verpachtet. Für die Grabstücke (frühere Sehrtsche Grundstücke» an der Londorfer Straße wer­den an P a ch t für den Quadratmeter 2* Pf. für 1927 und folgende Jahre festgesetzt. Den Nach­trag zum Ortsbau st atut, der vom Öe- meinberat am 2. Juni d. 2. beschlossen wurde, hat das Ministerium in Darmstadt nicht geneh - in i g t. Der Gerneindercit Hai aus diesem Grunde k e i n I n t e r e s s e m e h r an der Durchführung die­ses Rachtrages und zieh« (einen Beschluß vom 2 Juni 1927 zurück.

Man Hot ihn zivilisiert, ihn Lesen unb Schrei­ben gelehrt: er wurde mit großem Pomp ge­tauft. die Dubarry war selbst seine Patin. QÖle Freiheiten sind ihm gestattet: alles lacht über ihn: die Marquise verwöhnt Zamor wie ibren Schoßhund ... Wenn man in denVieilles Mai- son», vieux papiers von Len otre blättert, wird uns klar, weshalb er die Dubarry ver-

3m Grurrde seines eitlen Herzens schlummerte ein unbändiger Regerstolz. grvßgezogen durch Verwöhnung und übertriebene Aufmerksamkeit, die man tiefem Aegerknaben widmete. Unb sie rächte sich furchtbar.

Dieser fielne Reger ungebildet und schmutzig, den man erst gelehrt hatte, sich zu walchrn. hatte an der Tafel mit dem König gesessen und am Bett der Dubarry geplaudert. Er hatte Mi­nistern den Eintr.tt verweigert oder gestattet, hatte einen Prinzen von Bourbon zum Tauf­paten gehabt, die Hvsleute schmeichelten ihm. wie man den Lieblingshund, das Windspiel der Du- barry. mit Diamanten beh ng . . Dann tarn die Schrecken» eit. die Revolution flutete über Paris und leert.- die glänzenden Schlösser. Die Du­barry war aus ihren Land'iy Louveeiennes ge­flohen, den ihr der König geschenkt hatte. Sie hielt sich dort, zurückgezogen von der Welt, versteckt: Zamor war immer noch bei ihr unb einige getreue Diener ...»Und in diesem welt­abgeschiedenen. flirten Schloß hätte T.e keine Angst zu haben brauchen, aber etwas Unerwartetes geschah ... Zamor verriet ihren Aufenthalt und zeigte seine Herrin, von der er nur Gutes er- fahren hatte der Behörde an Die Dubarry wurde verhaftet unb vor das Pariser Tribunal gebracht. Verzweifelt suchte sie sich zu vertei­digen Er wird als Zeuge oemomm. u. Zamor erscheint vor dem Tribunal revolutionäre. Sun hing die Marquise von feinet Gnade ab Von einem Worte von feiner Zeugenaussage: aber er übte keine Gnade Berüchtllch ohne M lleid. lieferte er seine Wohltäterin den Richtern au», und sie wurde zum Tode verurteilt. Während ihrer Hinrichtung befand sich Zamor

Ärri# Tübingen.

):( Gelnhaar. 16. Rov. Am nächsten Montag 21. Rovernber. verläßt unsere Orts- einwohncrin Hedwig Kromm mit .hren oeiben Kindern unseren Ort. um nach ihrer reuen Heimat in Amerika überzuf.ecc.n Ihr Mann, der schon vor dem Kriege drüben war, kam nach Kriegsende nach Deutschland, aber in­folge der Inflation verlor er sein ganze« Geld Vor drei Jahren ging er als Backer wieder nach Amerika, unb nachdem er sich dort ein eigenes Heim erworben hat. läßt et jetzt seine 5rau unb Kinder kommen.

Ärcte Aricdbcrg

»s Friedberg. 16. Rov. Ein langjähriges Mitglied der Rationalliberalen Partei unb später der Deutschen Volkspartei, Gech 3ufrt»rat Win­decker. feierte dieser Tage seinen 70. Ge­burtstag. Er war jahrzehntelang Führer der Friedberger Ortsgruppe unb ist von dieser vor längerer Zeit zum Ehrenvor itzenden ernannt worden. Er hat feine Partei im Hessischen Land­tag unb später im Kreisausfchuh vertreten. Die Stadt Friedberg verdankt ihm viel, denn es sind beinahe 23 Jahre dah der Iubiiar ununterbro­chen als Beigeordneter hier tätig ist. Die Stadt- verordneteTwerlammlung hat ihn daher jetzt auf Vorschlag des Bürgermeisters zum Ehrenbür­ger der Stadt Friedberg ernannt. Der von Sau rat Metzger künstlerisch entworfene Ehrenbürgerbrief wurde dem Jubilar von Bürgermeister Dr. S e Y d überreicht.

WSR. Friedberg. 16. Rov Der neue Wafferturm auf dem W a r t b e r g geht feiner Vollendung entgegen. D.e er Turm, der weit in die Lande fchaut. ist gle.chzeittg gedacht als Kriegergedächtnis statte. Rach den Plänen des Schöpfers. Baurat Metzger, wird der untere elf Meter hohe Kuppelraum den ge­fallenen gewidmet (ein. Im Ehor eines Dome- stehen drei hohe Sarkophage, einer in der Mitte, zwei schräg zu beiden Seiten. Auf der Vorder­seite sind Die Hamen Der gefallenen Helden ver­ewigt. Auf den Sarkophagen liegt je em Stahl­helm bedeckt von Palmen, unb über dem mitt­leren Sarkophag schwebt ein gen Himmel weisen­des Kreuz.

Z Bad-Rauheim. 16. Rov Die Be­deutung, die man in unserer Stadtverwaltung Dem neuzeitlichen Wohnungsbau- Wesen beimißt. kommt dadurch deutlich zum Ausdruck, dah die Stadtverordneten im Rach­sommer zu Studienzwecken eine Fahrt nach Stutt­gart zweck- Besichtigung Der Werkbund- auSstellung unternommen haben. Die von Dort mitgebrachten Anregungen waren bann der Anlaß, daß jetzt eine zweite Studienfahrt, an der Bürgermeister Dr. Ahl, die Stadtver­ordneten mit wenigen Ausnahmen und die Be­amten des städtischen Hoch- und Tiefbauamtes teilnahmen. auSgesührt wurde. Sie galt der Be­sichtigung der neuen Frankfurter Sied- lungSthpen. die man unter anregender, fachkundiger Führung eines Frankfurter Bau­beamten kennen lernte. Zuerst betrachtete man Die neuen Häuser für Obdachlose. Die als Rot­wohnungen gedacht sind. Dann die Ginnheimer und Praunheimer Reichsheimstätten, die gegen Monatsmieten von 75 bzw. 90 Mark in 35 Jah­ren Eigentum des Mieters werden, außerdem Den großen Siedlungsblock in Rtederrad mit seinen sog. Zick^ackheimen. Die Siedlungen machen in ihrer Geschlossenheit, namentlich wenn sie farbig richtig behandelt sind, einen durchaus gün­stigen Eindruck unb zeugen von einem starken Willen, der hinter der Sache steht.

pb. Butzbach. 15. Rov. Der diesjährige Katharinenmarkt, der gestern und heute hier ftattfanb, wäre am gestrigen Tag wohl besser besucht gewesen, wenn er nicht mit dem Münzen beraer Martinimarkt zufammengefallen wäre. So olieb der größere Teil der Besucher auS den Ortschaften an der Butzbach-Licher Strecke au». Immerhin war der Befuch befrie­digend. Der heuttge Ferkelmarkt war nicht so gut befahren wie die vorletzten Märkte. Ins­gesamt waren 287 Ferkel aulgetrieben. Gezahlt wurden für Ferkel bis sechs Wochen 10 bis 12 Mark, von sechs bi- acht Wochen 14 bi» 16 Mk.. von acht bi» zehn Wochen 18 bis 20 Mark, und für solche über z^n Wochen 23 bis 25 Mk. Der Markt wurde geräumt.

! Gambach. 16. Rovember. Bei Er - neuerungÄarbeiten an unserem Kirch­turm stürzte heute vormittag ein Dachdecker au« beträchtlicher Höhe vom Gerüst ab. Der bedauernswerte Mann, der auf dem durch den Regen naß gewordenen Gerüst aus­

geglitten war he* Au.-rft auf da» Kirch^ndach. rutschte von dort ab auf eine dan.txnstehende Birke und glitt von da aui einen Ap'elbawn, von dem er einen Ast mit zu Boden riß. Aerzt- iiche Hilfe war rasch zur Stelle Be>. der ersten llnx-rtuchung des Verunglückten wurde in Arm- b r u ch und Verletzungen im Gel'ch' fest- gestellt: ob er noch innere Verletzungen Davon­getragen hat. kann etft eine genauer. Unler- 'uchung im Rieder-Wetteler Krankenhaus, wo- hin man den Wann verbrachte, ergeben.

Srtie cdiotten.

Schotten. 16. Rov. Tas Arbeit»- und Wirttchaftsminihertum hat sich bereit erklärt, eine Kommission aus den 25 Gemeinden des oberen Vogelsberg» zu empfangen. Zur Zeit ist man damit b< chäittgt. denSchaden im Sommer festrustellen. 4» wird die Anbausläche für Gerste Hafer und Wtnterge- treide 'est«stellt. der Prvzenttah Des Schadens und der Bedarf an neue n Saatgut Man ist davon abgekommen, von ieder Gemeinde zwe, Vertrauensleute nach Darmstadt zu 'enden, und will eine Kommission bilden, die aus je drei Mitgliedern de» Kreises Schotte, und de» Kreises Lauterbach besteht. Ehe die Kommission nach Darmstadt fährt, foä noch einmal eine Dertrauensmännerfitzung auf dem Hoherodskopf ftattfinDen.

§ lälrichstein. 16. Rov Gestern abend 8 Uhr fetzte hier plötzlich au» b »her unbekannter Urfache das elektrische Licht au», so daß unser Ort in völlige D u n kel heit gehüllt war, bei dem herrschenden dichten Nebel eine feh7 unangenehme und nicht ungefährl.che Sache. S» Dauerte etwa eine Viertelstunde, bis Die Leitung vom Umfchaltewerk Lauterbach au» wteder mit Strom versehen war. Fäll« dieser Art, wie sie vor noch n.chi a'.^ulangcr Zett häufiger vorkamen, zeigen auf» deutlichste, wie nötig Die Erbauung e ne» eigenen Um- schaltewer kes für Ulrichstein war Zum Glück geht diese- jetzt seiner Vollendung ent­gegen. so daß auf tret ende Störungen künftig von hier aus und nicht mehr in Freienseen reguliert werden können.

O Herchenhoin, 16. Noo. Der hiesige Zweigverein des B. H. E. hat die Herstellung einer Stibabn mit Spru ngscha nze an dem herrlich gelegenen Ernstderg beschlossen. Am Ab­hänge der Herchenhoin er he soll ein Uebungsfprunghüael gebaut werden. Man hofft, dadurch den Wintersport im Sogeisberg noch reger zu machen. Der neue Dorstand De* Zweig- Vereins besteht aus Den Herren Kinkel. Hadermotzl, Euken, Schroch, Schminke und Eckhardt.

O Hartmannshain, 16. Nov Oerstrei»- a u » s ch u ß des Kreises Schotten bat zu Dem Bahn- bau Birstein Hartmannshain ffir 10 000 Mark Aktien übernommen.

,.?" Eichelsdors, 16. Bov Bei ber Land- tagswahi Dürfte unsere Gemeinde wohl mit die größte Wahlmüdigkeit aufzuweisen haben. Don etwa 550 Wahlberechtigten gingen nur 75 tue Wahlurne, war einer Wahlbeteiligung von 13 bis 14 Prozent entspricht. Auch die oorau ^gehenden Dahlen zeigten niedrige Beteiligungszisfern.

+ Glashütten, 16. Noo Dem hiefigei. Po- li^eibiener Ott wurden anläßlich seines 8 0. ® e burtstages besondere Ehrungen feiten» Des Ortsvorstandes und Des Gesangvereins ..Sanger- lüft" zuteil. Der hochbetagte, zugleich ältester Ein­wohner des Dorfe» unb Veteran von 1870,71, hofft, in 3i Jahren sein 50sährige» Dienftfubilaum feiern zu können.

Kreis «ls-elv.

er. Homberg a. d. Ohm., 16.Nov. Da» Stück der Landstraße Homberg Vüßfeld, das bei der Station Neuhaus an Den Schienen beginnt und etwa 100 Meter lang rft befindet sich in einem schrecklichen Zustande. Infolge de» Negens und der starken Benutzung des Wegeftückes mit schweren Lastwagen liegt dort ber Schlamm fast 15 Zentimeter hoch. Passanten können kaum durch­kommen, und ber Besitze! der dort liegenden Wirt­schaft fuhrt aus begreiflichen Gründen Mage über diese unhaltbaren Zustände Dor kurzem geriet ein Auto an dieser Stelle ins Nutschen rannte gegen einen Daum und wurde stark beschädigt, auch der Führer Des Wagens trug Verletzungen am stopfe davon. Aufgabe der Provinz wäre es. hier durch Pflasterung baldigst und qrunblid) Ab- Hilfe zu schaffen. Der verschönerungs - und verkehrsoeretn eröffnete den Neigen der im Winterhalbjahre ftattfmbenben Unterh iltungsadende am Sonntagabend mit einem Musikalischen Abend im Saale des Frankfurter Hofes. Vie Bor- trogsfolge ließ die Werke verschiedener Meister zu

unter Den Zuschauern unb ging hinter Dem Kar­ren her. Der Die Dubarry unter Dem Johlen Der Menge nad) Dem Richtplatz führte Er fühlte nichts für sie, toeDer M.tleib noch Dankbarkeit. Ein paar Monate später würbe Zamor selbst In Den Kerker geworfen. Er gehörte .mit Dazu". Es batte ihm nicht- genützt, fe'ne Herrin verraten -u haben. Al- er au» Der Haft entlassen würbe war Die Herrlichkeit weggeblasen. Riemanb fragte mehr nach Zamor. niemanD brauchte seine D enste: er war arm unD einsam. Denn seine alten 5mmDe waren tot ober geflohen.

In Der Rue Perdue bewohnte er ein kleines schmutziges Zimmer. Da- er felbft reinigte Seine Wände waren mit Bildern von Maral unb Ro­bespierre. ben Helden Der Revolution, geschmückt, für bas anacn regiemc hatte er nur B.tterkeiten. aber Die neue Zeit bankte ihm seine Beaeisterung schlecht. Riemartt» kümmerte sich um Zamor tot Zivil. Er trug keinen weihen periengeschmückten Turban m*br mit Helbenfebern keinen Säbel an Der Seite, er brachte keiner Herzogin mehr Die Morgenschokolabe ans Bett ..

Er wohnte in Der Rue Perdue. einer tristen, grauen, stillen Straße in Der Die Armen leb­ten... Er gab Dem Kinbern Unterricht in Spra­chen. aber er war lo grausam. Daß man Die Ohr­feigen. Die er seinen Schülern verabreichte. Durch Die Wänbe schallen hörte. Bon was er lebte, weiß niemanD. Sein Haar war grau geworben seine Farbe von Der Kerkerhaft gebleicht, er war nicht mehr rri»enD. nicht mehr Drollig, nicht mehr schön: er war ein alter Reger verlacht von Den Kinbern auf Der Gaffe. Aus feinem Rachttisch fanDen sich noch Drei Frank, als er starb. Se nem Begräbnis folgte niemanD .Wer nr.rD Denn Da begraben?" fragten Die Poettersfrauen in Der Ruc Perdue ...

.Das ist Zamor. Der Die Dubarry verraten hat', tagten Die Leute

UnD man schaute Dem ärmlichen Sarge ohne Mitleid nach. Er tpur.'e ohne k rchliche Feier aut Dan Kirchho» De Baugirarb ft'st begraben

$ranffurter Theater

Das Frankfurter Schauspielhaus hat eine an Jubiläen reiche Woche hinter sich, zwei Fettvorstellungen zum Jubiläum De» 25: äh eigen Bestehen» De» Schaufpielhaufes und eint wir Jubiläumsfeier Mathieu Pfeils. Auch für chn hat sich Die Zahl Der Jahre, die er m Ver­band Der Frankfurter Schau'^relbühne tätig ist. zur ftattlichen 25 gerundet Ein Viertestahrhun- Dert ist es her, daß Pfell vom Leffingtbeater te Berlin Dem Ruft Emil Elaar» nach Frank­furt folgte und hier bank seiner führenden künst- leri'chen Persönlichkeit einer Der markantesten und eindrucksvollst en Mittler -wachen dem Dichter und dem Publikum wurde. Die 'chaufpielerifche Be­deutung Pfeil» reicht bi» hinüber nach Amerika, das er zuerst mit den Meiningern besuchte spät« wirkte er vier Jahre lang am Irving Piece- Theater in Reuyork Frankfurt ist dem gebotenen Kölner zur zweiten Heimat geworben, die 25 Jahre feines Hie riet ns lletzen chn fest wut- Sln Im Herzen aller die ton ferner Darttellunas- nft erfüllt wurden So gestaltete sich auch die Iublläumsfeier zu einem mächtigen Beweis der Dankbarkeit unb der Verehrung für den Künst­ler der. 1863 geboren bereit» auf eine 48- lährige Theatertättakeit zurücke licken kann. Er hatte sich die Rolie de» Pfarrer» Hoppe in Ma» Halbes u g e n D6 au diesem 3ubt- läumsaoend gewählt Die 2uf'uhr»ng unter Ben Spanier» Regie ließ da» Derk In eindrucks­voller Schlichtheit erstehen neben dem prächtig iütigen Hoppe de» Jubilar» wußte Robert a u b e Den Äoplan Gregor übcr)<uaeeD zu charaktcrllieren. ebenso Mae Kontnlki den Idioten Amandus Herta Schwarz fand ton Annchen die Rolle, die ihrer künstleritchen Be­fähigung entspricht, dagegen hätte man sch lllrch Arles Han» neben ihr gelöster gewün'cht. Zum Scheu', füllten 7-iche B'umentpenden die Bühne, der Applaus wollte nicht mden und Pier! dankte, von der Rchruna üoerwältigt. oettegten. herzlichen Worten Dem Publikum für keine Antettnahme L W.