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sich zum Teil jetzt auch anschicken, durch ein Heimatmuseum einen Zentralpunkt für dteauf die P'lcge der Heunalliebc grrrchteten Mtite- bungen zu schaffen. Daß .Hernmtmulcum m dem kürzlich von Dr. W P« bl er. Ä,'«! d«S Vaterländischen Museum- der S.abt Han-

notxr. her au-gegeben en grundig enden Werte .Da- Heimatmuseum im deutschen Sprachgebiet al- Spiegel deulicher Äul'.ur" lchon Erwähnung findet, erfüllt alle, die am Aufbau und der De- treuurrg unserer Sammlungen beteiligt sind, mit berechtigtem Stolze.

die

rahmengeietz unmittelbar vor der Beratung stehe, weil ferner das Verfahren der Abrechnung und Rückzahlungen kaum den dazu benötigten Auf­wand gerechtfertigt habe, c- außerdem inner­halb der Handwerkertreise nur eine Verschiebung von Person zu Person gebrach- hätte. Eine deut­liche Haltung nahm der Bericht de- Vor­sitzenden zu der hin und wieder geäußerten Anregung ein. ob im Interesse des Handwerks und Gewerbes nich' die Gründung ein?r selb­st ä n d i g e n Handwe rkerpartei lieye. Die Frage wurde verneint mit dem HinwciS. daß den Handwerkern in allen Parteien Gelegen­heit zu politischer Betätigung gegeben sei. Apo- theker Donal (Goddelau) machte im Anschluß daran mit den Verhandlungen bekannt, die der

duktiven Schossen behindern.

Vach der von Direktor Schüttler von der Handwerkskammer erstatteten Rtehnungsablage hielt Ehrenmeister Schmuck (Worms) einen recht interessanten Vortrag über

Bildungs-, Nachwuchs- und Lebensfragen im Handwerk.

Als ein Veteran des hessischen Handwerks sprach der Redner aus reicher Erfahrung. Der Quali­tätsarbeit in der Industrie stellte er die Qua­litätsarbeit im Handwerk gegenüber, die mit viel höheren Anforderungen an den einzel­nen herantritt und daher auch nur von Quali­tätsmenschen geleistet inerte i kann. Der Hand­werker müsse über ein reichliches Maß von All-

Tagung des Hessischen Handwerks- und Gewerbeverbandes

Gr nahm entschieden Stellung gegen

S chw arzarbeit und gegen die Deamten- kaufhäuser und wandte sich bei B;Handlung der Steuerfragen gegen die ständigen und häufi­gen Steuererklärungen, die er auf ein Mindestmaß zurückgeführt sehen will, weil sie die Zeit des tätigen Handwerkers über Gebühr in Anspruch nehmen und ihn fo in seinem pro-

Wahlauslchuh mit den politischen Parteien be­züglich Ausstellung von Handwerkern an aussichtsreicher Stelle der Landtags­wahl l i st e n gepflogen hat.

Sehr interessant war der Bericht, den Ge­werbeschulrat Dr. Bünnings (Gießen) über die Gewerbeförderungs- und Dclriebsbcratungsstelle der hessischen Handwerkskammer in Gießen

gab. Die Ausführungen zeigten, wie außer­ordentlich wichtig die Äeueinrichtung ist und wie segensreich sie sich noch in Zukunft für das Handwerk ouswirken wird. Eine Hauptaufgabe sieht die Gewerboförderungsstelle in der Be­triebsorganisation. die sich auf De- triebSausnahmen, Umstellung von Betrieben. Ver­besserung der betriebstechnischen Einrichtungen, Materialbeschaffung, Materialunterfuchung. Ab­satzmöglichkeiten. Unterlagen für Kalkulation und dergl. erstreckt, außerdem die Reklame pfle­gen und Ausstellungen anregen will. Zwei Berufe. daS Töpfer- und Schrcinerge- werbe, wurden zunächst eingehend bearbeitet. Ein ebenso wichtiges Arbeitsgebiet ist die Be­rufsausbildung. Der Leiter der Bera­tungsstelle wirkt ständig bei der Einrichtung bzte. bei dem Ausbau ' ?r Berufsbera­tungsstelle des Arbeitsamtes als Sachver­ständiger mit. Außerdem ist das Muster- schuh- und Patentwesen Gegenstand der Arbeit und Beratung, um den c i findend en Hand­werkern Wege zu zeigen, daß sie das von ihnen Erdachte auch richtig und nutzbringend verwer­ten können.

Unter lebhaftem Beifall sprach barm Dach­deckermeister Ressel (Seligenstadt) über ver­schiedene

brennende Fragen de» Handwerks.

Scmderbericht desGießener Anzeiger«".

Bab-Rauheim, 16. Okt.

liniere Stadt hatte für heute festlichen Schmuck angelegt, um auch äußerlich den inehr al« 500 nach hier geeilten hessischen Hand­werkern einen herzlichen Willkomm zu bieten. Den gestern schon in großer Zahl anwesenden Gästen wurde abend« im Sprudel Hotel von der hiesigen Vereinigung der Handwerker und Gewerbetreibenden ein wohlgelun­gener VegrühungSabend geboten, in dessen Verlaus Stadtverordneter Etzel seilen­de« hiesigen Handwerk- und Bürgermeister Dr. Ahl im Rainen der Stadt herzliche Be- grüßungSworte sprachen und der Deiangverc.n .Frohsinn" unter der bewährten Stabführung von Oberreallehrer D e ch t o l S h c i me r mit stimmungsvollen Liedervorträgen aufwartete.

Der heurige Hessische Handwerker- tag füllte den großen Bühnensaal des Kur» hause« bi- zum letzten Platz. Der De^andsvor- sitzende Rvhl (Darmstadt, freute sich, eine so stattliche Zahl von Sachlol legen begrüßen zu förmen und außerdem auch G ä ft e in größerer Zahl, darunter Reg-Rat Dr. Meyer vom Kreisamt Friedberg. Bürgermeister Dr. Ahl (Bad-RauheimOberbaurat Derck von Der Bad- und Kurverwaltung, Oberbaurat Haag vmi Hvchixruamt Frieoberg. KreiSschulrat Fe ue r- bad. Die vornehmste Ausgabe Des Canbedixr* bandeS sei es. das hessische Handwerk und Ge­werbe zu einer noch höheren Kulturstuse zu führen alS bisher, d. h. den Handwerkerstand zu einer noch größeren Leistungsfähigkeit heran­zuziehen. Don tiefem Verständnis für das heute schwer um seine Existenz ringende ehrbare Hand­werk zeugten die Worte, die Reg.-Rat Dr. Meyer in Vertretung des Kreisdirektors und Bürgermeister Dr. Ahl für die Stadt Dad- Rauheim als Gruß an die Versammlung richtete. Stadtverordneter Etzel, aus dessen Konto ein gut Teil der trefflichen Vorbereitung der Tagung zu buchen ist. hieß namens der Bad-Rauheimep Handwerker willkommen und dankte dein Lan­desverband dafür, daß er Bad-Rauheim als Ort seiner zweiten Tagung gewählt. Der von dem Vorsitzenden erstattete

Jahresbericht

führte dann hinein tn das große Arbeitsfeld, da« HandwerlSkammer und Landesverband zu beackern haben, und in die mancherlei beruflichen unb wirtschaftlichen Probleme, die noch der Lösung und Klärung harren. Daß bei der starken steuerlichen Belastung, die heute das Handwerk fast erdrückt. Steuerfragen immer wie­der im Vordergrund der Ausführungen und auch der folgenden Aussprachen standen, ist nur zu verständlich Der Landesau-fchuh unb die zeyn mit ihm arbeitenden Unterausschüsse haben in zusammen etwa dreißig Sitzungen ihr Möglichstes getan, um eine Besserung der wirtschaftlichen Lage de« Handwerk- zu erzielen, haben daneben ckher auch den bedeutsamen Fragen der Heran­bildung de« Rackwuchses und der Weiterbildung der jungen Handwerler, wodurch allein nur die LeistungSfähigleit und die Ertüchtigung zum Kon­kurrenzkampf gewährleistet teeren, ihre ganze Aufmerksamkeit geschenkt. ES ist im Rahmen diese- Berichtes leider nicht möglich, von jedem der Aus chüsse hier etwas zu sagen. Wir er­wähnen nur, waS der Eteuerausschaß durch seinen Vorsitzenden LandtagSabg. Haury (D. Dp.). aussühren ließ. Redner recht ertigte seine und seiner Fraktion Haltung bei Dem hes­sischen Gewerbe st euergesetz in längeren Ausführungen, für dessen Verabschiedung man nicht eingetreten sei. weil einmal daö Reichs-

Gberhefsischer Kunflociein.

Hessische Malerei. Moderne Graphik.

Der Oberhessische Kunst verein hat gestern, nach 'Beendigung der Sommerpause und der inzwischen vorgenommenen Srnenerungs- arbelten im Treppenhause seine Pforten am Brandplatz wieder geöffnet; die erste Ausstel­lung vereinigt Oelbilder. Aquarelle. Pastelle und Zeichnungen von Emil B e i t h a n (Buchschlag,, tz. Mueller-Leutert (Gießen). H. Falt (Hersfeld). K. Doerbecker (Marburg) und Ilse Graef (Gießen) mit graphischen Arbeiten von Emil O r l i k, HanS Meid und Wae S l e nogt.

Um mit der Malerei und den Künstlern der engeren Heimat den Anfang zu machen: Muel­ler-Leu ter t (Gießen) ift unter ihnen ohne Frage und auf den ersten Blick der modernst«, feine Arbeiten sind sämtlich geteiffermafen mit den Jahreszahlen 1926 oder 1927 stilistisch fest­zulegen. ©le zeigen alle den charakteristischen Anschluß an bie bi-her jüngsteRichtung" im Wandel der künstlerischen Ausdrucksbestrebungen. Hier ist die sog. und sehr merkwürdigeneue Sachlichkeit" mit allen typischen Stilformen in Landschaften und Bildnissen unverkennbar. Un$ fehlt leider die Kenntnis früherer Arbeiten Rl u e l l e r - L e u t e r t -. um bie gegenwärtigen, hier ausgestellten, die so ohne jede vermittelnde Verbindung nach rückwärts dasteben. im Zusam­menhang seiner Entwicklung zu erfassen; ohne eine solche Verbindungslinie sind aber unseres Er­achtens kaum entscheidende Aufschlüsse über der­artige Bilder zu gewinnen, die die Formgebung eines ausgesprochenen llebergang-stile- darstel­len. Für Die Landschasten ift zunächst eine 'Be­tonung der linearen Dildelemente zu beachten, die in manchen Stücken (Gleiberg" z. B.) aufjallend flächige Wirkungen ergibt. Eine unterhalb der Bildmitte durchgehende, scharfe Horizontale zer­legt beide Landschaften in zwei merkwürdig un­verbundene. fast auseinanderfallende Teile; wo­bei der Vordergrund mit nahezu naturalistischen Details gearbeitet ist. der Hintergrund aber blaß und zerfließend erscheint. Viel c.nheitlicher und gedrungener in der Bildwirkung find der ..Bahn­damm" und dieLandschaft"; beide in plastt'cher Raumgestaltung. daS erste durch eine wie mit dem Zirkel konstruierte, schwingende Kur e be­herrscht. die von einet meHetfdjatf nach recht« hinten gelegten Diagonale aufgefangen wird; Die

Landschaft" zwingt den Blick energisch in- Bild- innere und zeigt eine bemerkenswerte Tiefen­gliederung; bad Ganz« ist fast wie eine reliefierte Landkarte angelegt, während tiefe Schlagschatten und schwere, fette Farben raumverle.lende Funk­tionen erfüllen. Eine gewisse Leere, das Fehlen jeglicher ötimmungötoerte. ist in diesen be.den Landschaften ebenso charakteristisch, wie die Starr­heit und AusdruckSlosigkeit eines Porträts vor betont nüchternem Hintergrund. In der Bild- Wirkung am geschlossensten empfanden wir bie Fabrik", mit wenigen undifferenzierten Grund­farben und scharfen Konturen. Von beinah phan­tastischer Rüchternheit die ..Häuser in Dünen", ein Bild, das auf jegliche ..Schönheit", malerische Anmut, selbst auf eine einheitliche Wirkung (be­wußt' verzichtet. Erwähnt seien noch eine Anzahl Bleistift- unb Feberskizzen. die in minutiöser Filigranarbeit allerlei botanische Motive be- hanbeln.

Mit einer großen und sehr guten Auswahl von Bildern ist Emil B e i t h a n vertreten, der ja wohl auch außerhalb der hessischen Grenzen nicht mehr unbekannt ist. Von ihm sieht man Landschaften und Porträtköpfe, deren beste Stücke lebhaft an Vantzer erinnern, wir denken hier z. D. an den prächtig vor eine Helle Landschaft gestellten Kopf einer jungen Schwälmerin. In allen diesen Bildern findet man eine ausreiste, beruhigte, ganz und gar unproblematische Mal­weise. bodenständig im guten Sinn. d. h. ohne Enge und (Sigenbröbelei. ihre- gediegenen Kön­nen- in jedem Pinselftrich bewußt. Richt« von Stil", keineRichtung", keine Tendenz, kein Er- periment; Deithans Malereien sind vom Im­pressionismus ebenso weit entfernt teie von Der Sachlichkeit unserer Tage. Die Bauernbilder zei­gen liebevoll modellierte, in« Eigentümliche ver­tiefte Köpfe. Gelichter, Hände, Figuren; meist groß vor euren sonnig aufgehellten Prospekt hessischer Landschaft hin,testen.. Wir greifen her­aus;Bauer unb Kuh'. Der Blinde unb der Lahme", zwei sehr dekorative Stücke, denQüten Schwülmer" unb die mit viel Humor gesehenen Kunstfreunde", Schwalmer Mädchen" und ein Strlleben mit Kleinplastik, das farblich von be­tonterer Feinheit ist.

Auch Doerbecker. Marburg, der hier schon inehrfaa) ausstellte, ist uns kein Fremder mehr; ?le«ir.al zeigt er eine Reihe von Bildnissen, unter Denen uns ein kräftige- Selbstporträt und ein großformatiges Brustbild bei Marburger Uni­versitätslehrer« Professor Otto angenehm auf-

gemetnfrJbung verfügen. Mit der Ausbildung deS Lehrling« müsse wieder, wie früher, cm Sttick Erziehungsarbeit verbunden werden. Ganz und gar vernachlälligt werde leider die Weiter- bilbung der Gesellen, so daß bis zur Meister­prüfung eine Lücke in der Ausbildung klaffe, die dringend der Ausfüllung bedürfe. Das Hand­werk müsse wieder von Beruf-stolz erfüllt 'ein und ;n der Organisation noch mehr al- bis­her die gemeinsamen Aufgaben beachten. Zu letzteren gehöre die Bekämpfung de- Sub- j millionswesens und der staatlichen und kommu­nalen Eigenwerkstätten.

In der Aussprache zu dem Dortrage ergriff u. a. auch der alS Gast anwesende LanDtagsabg. Dr. Leuchtgens das Wort. Er bekundete die Sympathien des Hessischen LandbundeS für das Handwerk, da- mit Dem Bauerntum den Mittelstand bilde. LandtagSabg. Bauten- bacher (Ztr.) sprach anschließend über das ThemaBedeutung des gewerblrchen Mittelstände - ; m Staatlichen. Erst wenn llch Handwerker und Gewerbetreibende voll-wirtschaftlich als eine große Srnheit füllten, würde eine Dellerung der schwerbedrängten Mittelstandsberufe eintreten.

Das letzte Referat hielt Architekt M e r t e s (Mainz) über

Einwirkung neuzeitlicher Bestrebungen im Wohnungsbau auf da» Handwerk".

Seine Forderungen wurden tn nachstehender, ein­stimmig angenommener Entschließung zu- sammengefaßt :

Die in Bad-Nauheim am 16. Oktober 1927 i tagende Hauptversammlung des hessischen Hand­werks- und Gewerbeoerbandes ersucht die hessische Regierung, darauf hinzuwirken, daß ein Teil der vom Reich der Rcichsforschungsgesellschaft für Wirt- [ fchaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen zur Ver- fügung gestellten Mittel im Volksstaat Hessen ver­wendet wird. Ferner wird die hessische Regierung ersucht, daßbeiWohnungsbautennurhei- matliche Materialien verwendet werden und feine Konstruktionen zur Anwendung kommen, die ausländisches Material benötigen, sowie solche, deren Wirtschaftlichkeit und Haltbarkeit noch nicht bewiesen ift. Bauten, welche als Fremd­körper im Landschaftsbild erscheinen, wolle die hessische Regierung die Genehmigung versagen und bei allen Wohnungsbaufragen dem Handwerk und dem Privatarchitekten Gelegen- beit geben, im Sinne eines gesunden Fortschritts, gestützt auf Erfahrungen in der Praxis, mitzu arbeiten.*

Eine weiter angenommene Entschließung, die von zwölf Tagungsteilnehmern eingereicht wor­den war, will der Zersplitterung der hand­werklichen Organisationen durch Ausstellung eines Werbeprogramms entgegengearbei* 1e t haben.

Zum Schluß kamen noch die verschiedensten Handwerkersragen zur Erörterung. Eine längere Aussprc- ' e rief derReichstarifoertragfür das Baugewerbe hervor. Die verschiedensten Redner, die dazu Stellung nahmen, vertraten die Meinung, daß die bestehenden Besoldungsverträge durch Tarifverträge nicht außer Kraft gesetzt wer­den könnten.

Nach dem Beschluß, daß 1929 eine Landes- gewerbeausstellung veranstaltet werden soll, schloß der Vorsitzende bie arbeitsreiche, an­regend verlaufene Tagung, in der das hessische Handwerk dof aller Oefsentlichkeit einmütig seinen Willen zur Mitarbeit am Ausbau des Staates be­kundet, aber auch die Beachtung feiner berechtigten Forderungen verlangt hat. Arn Nachmittag nahmen zahlreiche Besucher oer Tagung noch an einer Be­sichtigung des Bades und seiner öir.r (btungen teil.

Berliner Börse.

Berlin, 17. DU. (WTB. Funkspruch.) Die neue Woche beginnt weiterhin in vollkommen stiller Haltung. Die Tendenz ist zurückhaltend, die Kurse eher abbröckelnd, zumal der mitteldeutsche Braun­kohlenstreik jetzt dock in Kraft getreten ist. Man hört Farben mit 290,291 und Gessürel mit 305. Am Devisenmarkt hört man Paris 124,04, Mailand 89,075 und das Pfund mit 4,87.

fielen. Ferner wären zwei größere Pastell- bilder zu erwähnen, die sich teils durch die figür­liche .Komposition, teils durch die farbliche Be­handlung auszeichnen. Falk ist mit einer größeren Kollektion von heimatlichen Landschafts­bildern zur Stelle. Locker hingesetzte, lebhaft kolorierte und malerisch gesehene Aquarelle hinterlassen gute Eindrücke; in größeren Oel- bildern wiederholt sich eine dort zu beobachtende, fleckig und mosaikartig wirkende Malweise in kurzen Pinselstrichen.Hersfeld" (Spitzer Turm) und eine Odenwaldlandschast seien hier besonders der Aufmerksamkeit empfohlen. Die Ausstel­lung der Einheimischen wird ergänzt durch eine Folge kleiner, kunstgewerblich-dekorativer Male­reien und Schattenrisse von Ilse Graes. Die als literarische oder tanzbildnerische Illustratio­nen gedacht sind.

Es war ein guter Gedanke, mit den hier gezeig'en Arbeiten von Slevvgt, Orlik und Meid einen Ausschnitt au- dem Schaffen un­serer führenden Graphiker zu vermitteln; mit diesen drei Romen ist. wenn man etwa von der Kollwih absehen will, das Beste bezeichnet, was gegenwärtig auf diesem Gebiete in Deutsch­land geleistet wird. Drei Romen, drei künst­lerische Temperamente, drei scharf getrennte etil­formen .... drei große Könner, denen in sou­veräner Beherrschung der technischen Voraus­setzungen jeder Federstrich gelingt, keine Kon­tur. auch die zarteste nicht, daneben gerät.

Orlik: der temperamentvollste und. wenn man so tagen darf, der deutlichste unter ihnen; ein Porträtist von hohem Rang und unbeding­ter Eigenart. Seine Bildnisse etwa Schopen­hauer. Klinger. Hauptmann. Thimig. Selbst­bildnis sind sowohl in der exakten Endgültig­keit. die kein Scheitelhärchen überfielt, w e in der saft unheimlich sicheren Belchränkuna auf ein paar große Linien meisterlich. Bon hohem Reiz ist es dann, den skizzenhaft hingeworfenen Umrissen der spanischen Zigeunerinnen zu sol- gen; die Plastik dieser bei aller Kürze des Entwurf-, bei aller Andeutung nirgends flächig wirkenden Köpfe und Siguren ist frier und dort noch durch ein paar oberflächliche Wischerstriche oder eine flüchtige Rötelkolorierung in derDild- bafti gleit verstärkt, im Rfrl thmu? der Linien- führ.mg vertieft. Don gerate j raffinierter Fein­heit im E rich ist eine Eh.natandschaft. die eine verblüffende Einfühlungsgabe in den fernöstlichen

Oberhessen.

Landkret» Wirken.

* Lang-Göns, 17. Okt Bei der grftngee Beigeordneten st ichwahl erhielt der sozial­demokratische Kandidat Ä. Fober 503, sein Gegen­kandidat, der Landwirt Anton Müller XXX1L, 470 Stimmen. 28 Stimmen waren ungültig. Faber ist somit als Beigeordneter gewählt. Die Dahl- bctcikgung betrug über N) Prozent der Wahlberech­tigten. Damit sind nun unsere Wahlen, wir hatten zwei Bürgermeisterwohlen nebst Stichwahlen und eine Beigcordnctenwahl nebst der heutigen Stichwahl, beendet. Über bald kommen ja die Landtagswahlen!

4- Lang-Göns, 16. Okt In der letzte» Gemeinderatssigung wurde einstimm g be­schlossen, beim Krcisschulamt dahin zu wirken, daß die zu besetzende Lehrer st eile dem Lehrer August Merz zu Fränkisch-Erumbach, der ein ge­borener Lang-Gönser ist, übertragen wird Der Schulvorstand schloß sich einstimmig dem Vor­schlag an.

I Holzheim, 16. Ort Die Bautätigkeit ist auch in unserem Dorfe recht rege, wenn auch nicht in demselben Maße gebaut wird wie im be­nachbarten G a rn b a ch, wo in der Rähe'der Dahn ein neues Viertel aus der Erde wächst. Aber so nach und nach wird die Querstraße, dieBeune". in der unser neues Schulhaus steht, ausgebaut. Fünf Käu­fer, eins davon noch im Rohbau, sind fertig Ein weiteres ist im Entstehen. Auch an der Südostseite ift ein neues Haus bezugsfertig. In der Gemarkung hängt immer noch viel Obst, ein Beweis für die gewaltige Ernte. Die Kartoffelernte ist vorzüglich ausgefallen. Zur $eli sieht man hoch- beladene Wagen nach Lang-Göns zur Station fah­ren, wo sie zum Preise von 4 Mark für den Zentner eingeladen werden. Es handell sich dabei um die Speisekartoffel.Industrie".

Al len Dorf a. b. Lda.. 16. Okt Der freie Platz an unterer Kirche wirb zur Zeit an Stelle einer brüchig gewordenen 3aimeinJaHung mit einer Schichtrnauer umfriebigL In bi« Innenseite dieser Mauer werben mehrer« alte Grabsteine eingefügt, von denen be­sonders zwei Sanbsteinbenkplatten aus ben 3afr» ren 1666 und 1663 sich durch gute Formen auSzeichnen. Diese- Vorgehen dürfte sich all­gemein empfehlen, um alle erhaltenswerte Grab­denkmäler vor Dem Untergang -u schützen. In letzter Zeit konnte hier eine eigenartige Raturerscheinung beobachtet werden. In ben Ge­höften der Marltstrahe zeigte sich hin unb wieder ein Star mit schneeweißem Schwanz. Es handelt sich hier offenbar um eine Albino-- erfefreinung, tote sie bei allen Tiergattungen auf­tritt. Sie ist auf das Fehlen des Pigment«, eines Hautfarbstofses. zurückzuführen.

: Grünberg. 16. Okt. Da» neue Fi­nanzgebäude. das an die Thev-Koch'Elraßs zu stehen kommt, ist bis auf Siockhähe ged eben. Wenn der Winter nickt va früfr komm', und die Regenzeit Dem Baugeschäft kein vorzeitiges Ende setzt, wird der Dau im Spätherbst ntxfr unter Dach unb Fach kommen.

KreiS Büdingen.

nb. Ridda. 16. OEt Kirckenrat i.R Pfar­rer Wilhetm Werner wurde unter sehr großer Beteiligung der Einwohner Ridda«. der Filialen und auswärttqer Freurcke und Be­kannten zur etelgen Ruhe bestattet. Der Verstorbene war über 30 Iahre lang P'arrer in Ridda unb lebte feit seiner Pensionieru-m in ben letzten sechs Iahren bet seinem Schwieger­sohn, Professor Keller in Friedberg. G.rn [am er noch hierher, wo er sich tn allen Kreisen der größten Liebe unb Wertschätzung erfreute, und oft den Wunsch äußerte, in Ribda nach begraben zu sein, wo seine Frau, eine erwachsene Tochter unb die Schwiegermutter bere t» ruhten. Um 3 Ufrr wurde der Sarg in der Kirche vor dem Altar ausgestellt. Der Kirchenchor ehrte bas Andenken des Sntschlafenen durch zwei er­greifende Grablieder. Die Gedächtnisrede hielt Vfacrer Laut von hier. Ec schilderte die Ver­dienste des lang ährigcn Geistlichen unsere- Kirch­spiels. Dekan Scriba von Eichelsdorf hob die Tättgkeit des Kollegen im Dekanat und als Mitarbeiter hervor, der während seiner Miäfrrt- gen Dienstzeit mit allen seinen Kollegen ft et«

nen läßt und aenbe

Raumwirkung aus einfachen Regationen, durch Aussparung breiter Flächen im Bildraum ge­winnt.

Dann Meid. 6r ist. neben Orlik. weicher, flüchtiger, unbestimmbarer als jener; lyrischer auch unb malerischer, außerdem viel nervöser unb unruhiger im Strich Man vermißt unwill­kürlich aus seinen Blättern bie zarte Pastell­tönung. bie manche seiner D Lber wie ein spiele­rischer RachklaiJ bcs Rokoko so entzückend über­haucht. Einige Stücke wirken geradezu tote Szene« von Watteau, nur ohne Farbe, ganz in- Linear«, in- nüch'.eme Schwarz-Weih transponiert, in Licht und Schatten al- eiivz.^e, äußerste Bild- elcinente aus gelöst; wie denn überhaupt ein ge­wisser Esprit in der Behandlung seiner Motive, bie unverkennbare Freude an der Körperlichkeit seiner Modelle mehr französischer, al« germani­scher Auffassung zu entspringen scheint. D c Tier­gartenstudien, .Florenz'. .Monte Pincw'. ..Fra« mit Zofe". .Zirku«", -Der verlorene dofrn** ... da- sind etwa bie Blätter, bie wir im Sinn» des Gesagten für besonder- charakteristisch hal­ten. unb auf Me wir besonder« aufmerksam machen möchterr.

Endlich Slevoa t: frei ifrm ist alle« blühende Phantasie, sprudelnder Einfall, wirb­lige« Linienspiel, tfr ist ein Märche, i lustrato« von unübertrefflicher Realistik, ein Geschichten­erzähler von hohen Gnaden. Berühmr ist die Leberstrumpf"-Reihe, von der man einige Blätter hier findet; auf großartige Ginzelbeiten kann im Dorübergehen nur eben fr in gebeutet werben; man beachte etwa den körperlichen Rhythmus der 'Figuren .aus der Treppe^ oder des Indianer-, welcher sich niederbückt, ein Messer aufzuratten. lleberqueilender Humor, bi­zarre Laune wirbelt die zartesten Federstriche zu einer köstlichen Märchen!zenerie für ben .König Dro'telfrart" zusammen, des en tmmbc.-famc Ge­schichte und von ben Brüdern Grimm tn den Kinder- und Hausmärchen überliefert wurde.

Der Vorsitzende des Kun st verein-, Land- aerichtSdirrk or Bücking, übergab am gestrig« Vormittag die neue Ausstellung der Oeffentlich- feit, indem er die Erschienenen willkommen freß und in einem kurzen HeberbHcf auf da« Schaft« der im Turmhause vereinigten Künstler hinwieck. hth