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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 17. Qluguft 1927.

Sonnige Menschen.

Auch in unserer gewiß nicht durch sonnigen Himmel ausgezeichneten Welt finden wir sie noch, die sonnigen Menschen, und wer ihnen begegnet, sollte trachten, sie für eine Weile festzuhalten.

Sie sind die Gnadenkinder, und wo sie auf­treten, herrscht Sonnenschein, auch wenn ein trüber Himmel auf der Erde ruht. Sie sind auch wie Magnete, ja wie das strahlende Licht des Llbends, zu dem alle Geschöpfe hinstreben, angezogen von jener geheimnisvollen Lichtkraft, der alles Lebende unterworfen ist. Dringt ihr Lachen durchs Haus, so horcht man auf und wundert sich ein weniw wie es möglich ist, daß dicht neben eigner Grübelei solche Sorglosigkeit und Heiterkeit, gedeihen kann. Begegnet man ihnen, so fällt wie von selbst ein Wort, das wie ein blinkendes Goldkörnchen in unsere Seele dringt. An uns selbst liegt es dann, ob wir es be­wahren und fortleuchten lassen, oder mit dem Schutt unserer Grübelei zudecken, daß eS verloren geht. Sitzen wir ihnen gegenüber und ver­nehmen ihre Worte, so staunen wir meist, wie einfach und schlicht ihre Welt ist. Nirgends Komplikationen, nirgends Konflikte. Klar und offen liegt alles vor ihnen. Mit naiver Kindlich­keit gehören sie den Dingen, und alles, was sie sehen, gehört ihnen, weil sie es als ihren Be­sitz betrachten. Nicht als tatsächlichen, sondern als vorübergehenden und nur vermeintlichen Be ih. Besitz für die flüchtige Minute, und die nächste bringt andere Freuden. Eine Blume am Wege findet ihre Aufmerksamkeit und ihr Bewundern wie der Schmetterling, der über die Blumen schwebt; ein fast inhaltloses Wort wird in ihrem Munde zum gei st sprühenden Epigramm. Oft find es dieselben Worte, die andere gebrauchen, aber durch den Ton ihrer Worte, durch das Lächeln ihres Mundes wirken sie anziehend, und alle Welt horcht hin und stimmt zu. Bringen sie aber Ansichten zutage, denen man nicht zustim­men kann, so findet sich selten einer, der durch Widerspruch den schönen Klang der Stunde stört.

Darin haben wir eines der Geheimnisse des Erfolges, nach dem alle streben und den nur wenige erreichen, so erreichen, daß er sie be­friedigt. Freundlichkeit und Gefälligkeit in den kümgangssonnen werden von jedem erwartet. Sie find nichts Besonderes, oder sollen es wenig­stens nicht sein, lieber den Durchschnitt aber ragt hinaus, wem die Natur noch die besondere Fähigkeit verliehen hat, durch seine Wesensart für sich einzunehmen und so leicht zu erveichen, was anderen schwer oder gar nicht gelingt, wer offene Türen findet, die andern verschlossen sind. Durch eine stark ausgeprägte persönliche Note läßt sich gewiß ebenfalls viel erreichen, aber sie ist doch auch eine zweischneidige Waffe im Kampfe uins Dasein und richtet sich oft, besonders wenn sie mit Eigensinn gepaart ist, gegen den, der sie gebraucht.

Gewiß ist es nicht jedem gegeben, das Leben leicht zu nehmen. Sehr viele sind durch eine harte Lebensschule gegangen und haben ihre Brust schweren Schicksalsschlägen darbieten müssen. Das lähmt gar manche Regung zur Freude am Kleinen. Otter es braucht nicht zu verdrossenen, unfreundlichen, nörgligen Menschen zu machen. Die Mnge werden um kein Haar besser, wenn man ihnen verdrießlich begegnet und sich grü- belnd mit ihnen herumschlägt. Sehr oft aber wirkt eine frohe Lebensbetonung Wunder. Man vergegenwärtige sich mir einmal, was man sicher auch selbst schon erlebt hat: Manches, was schwarz und schwer aussah. erschien uns plötzlich hell und leicht, als wir durch irgend einen, vielleicht ganz geringen Anlaß zu freundlicherer Betrach­tung gelangten. Und traten wir in dieser Seelen- verfafsung an die Probleme heran, so ergaben sie sich uns überraschend' leicht.

Wenn wir aber selbst schon solche Erfahrun­gen gemacht haben, warum sollte es nicht mög­lich sein, in der Welt um uns viel öfter die Lichtseiten zu sehen und zur rechten Zeit unser frohes Lachen aufklingen zu lassen, uns zu jener freieren Weltauffassung hinzufinden, die nicht überall Hemmungen und Schwierigkeiten sieht, sondern auch den Weg, diese Schwierigkeiten zu überwinden? S*r-

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. 1. Sonderkonzert der Reichswehrkapelle: 8.15 Uf)t Liebigshöhe". Palast - Lichtspiele:Die .Frauengasse von Algier". Astoria-Lichtspiele: Das Geheimnis einer Stunde".

* * Kirchliche Personalien. Durch Be- sch-uh der Kirchenregierung wurde der evange­lische Pfarrer Georg Ritter zu Friedberg auf

sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner lang­jährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1.0k- tvber d. 3. ab in den Ruhestand verseht.

Der schwindende Tag. Wenn es recht schön, hell und sonnig ist. dann merkt man es weniger. Aber an wolkigen, trüben und schwer­mütigen Tagen, da wird man es doch schon recht empfindlich gewahr: die Tage werden merklich kürzer. Es wird jetzt am Morgen doch schon wieder fast fünf UJjr. bis daS volle Tageslicht das letzte Dämmcrgrau der Nacht verdrängt hat. Und am Abend da ist es jetzt um acht Uhr schon wieder dunkel. Während man so einen schonen August schmerzlich früh zur Ne ge gehen und im Dunkel versinken sieht, ziehen oben in den Lüften Ketten von Bögeln ihre abendlichen Uebungs- reigen, mit denen sie mählich zur großen Herbst-- fahrt üben und rüsten.

* Briefschaften i n s Ausland. 3n der Beförderung der Brieischasten nach Aegyp­ten. Palästina, Syrien und Cypern wie auch der Briefsendungen nach Mesopo-amien und Sudwest - perficn, soweit sie mit der Wüstcntraftpost HaifaBagdad ober der Luftpost KairoBag­dadBasra weitergeleitet werden sollen, ist dieser Tage eine Aenderung eingetreten. Der Post­schluß für die Br.es'endungen nach den genannten Gebieten wird bei den Leitpostanstglten in Frank­furt a. M. und München vom 15. August ab um 24 Stunden hinausgerückt, also vom Donners­tag auf den Freitag verlegt. Für die Brief­schaften nach Mesopotamien und Südwestpersien, die mit der Wüstenkrastpost HaifaBagdad oder Luftpost KairoBagdadBasra tocuergefanbt werden sollen, bringt die Aenderung eine Be­schleunigung in der Beförderung um 24 Stunden. 3m Verkehr mit Estland sind fortan zoll­pflichtige Gegenstände in geschlossenen Driesen ausgenommen Wertbriese zulässig. Die Sen­dungen müssen auf der Aufschriftseite mit dem vorgeschriebenen grünen Zollzettel versehen sein.

* * Umsahsteigerung durch Schau­fenster-Lichtwerbung. 3m Mai des ver­gangenen 3ahres schlossen sich die Haupigemein- schaft des deutschen Einzelhandels und der Ver­band deutscher Elektro-3nstallationsfinnen E. V. mit noch mehreren interessierten Verbänden zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen mit dem Ziel, durch Schaufensterbeleuchtung eine Belebung des Absatzes zu versuchen. Bis Mitte dieses Jahres waren 46 Städte mit rund 38 000 Ladengeschäften angeschlossen. Die nunmehr vorliegenden Berichte zeigen, daß der Zweck der Veranstaltung im vollen Maße erreicht wurde. Die verbesserte Schaufensterbeleuchtung hat allgemein eine starke Anziehungskraft auf die Kundschaft ausgeübt.

* Heute Ziehung der Klassen­lotterie. Wie bereits gemeldet, beginnt heute, Mittwoch, 17. August, vormittags 8 Uhr, die Ziehung der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotte­rie. Die Ziehung dauert bis zum 16. September.

* * 3 n den Pala st-Lichtspielen läuft zur Zeit ein bemerckenswerter Film:Die Frauen­gasse von Algier". Er behandelt dgs gleiche Thema wie das vor kurzem hier gezeigte und besprochene AufklärungsdokumentMädchenhan­del^'. Während dort)och das Hauptaugenmerk der Hersteller auf eine sachliche Feststellung des Tatbestandes und eine volkserzieherisch wirkende Schilderung gerichtet war, entstand hier unter den Händen eines (auch auf der Sprechbühne) bewährten Regisseurs, Dr. Wolfgang Hoff­mann-Harnisch ein reiner Spielfilm von romanhafter Handlung (Manuskript: Robert Reinert), der sich vor allem durch Echtheit und Schönheit des landschaftlichen Rahmens der Be- gebercheiten, sowie durch eine interessante, groß­zügig angelegte und ihrer Wirkung jederzeit sichere 3nszenierung auszeichnet. Auch fordert das kompositionelle Gefüge des Ganzen nicht die schwerwiegenden und verstimmenden Einwände heraus, die bei jenem früher gezeigten Film nicht verschwiegen werden konnten. Un5 mit der dar­stellerischen Besetzung des neuen Werkes darf man auch zufrieden fein; in den Hauptrollen erscheinen Maria 3 a c o b i n i und die jugendliche Camilla Horn, Warwick Ward und 3ean Bodin; von den Chargen wären Adalbert v. Echlettow und Paul Otto mit besonderer Anerkennung herauszugreifen.

D ie Volkshochschule schloß im 3uli ihr 17. Semester. Die zwölf Kurse und Arbeits­gemeinschaften, die durchgeführt werden konnten, waren von über 160 Personen besucht, und in­folge der Neigung der Hörer, mehr als nur einen Kurs zu belegen, blieb die Teilnehmerzahl nur wenig hinter der des Wintersemesters zu­rück. Erfreulich ist dabei vor allem, daß dies­mal besonders viele Hörer aus früheren Se­mestern wiedergekommen sind, und daß die Leh­rer es verstanden haben, das Interesse ihrer Hörer bis zum Sernesterschluß zu fesseln. Daher lieh der Kursbesuch nur wenig nach. Das sind

gute Zeichen für die Entwicklung der Binbekrast unserer Volkshochschule. Da die Tiefe ihrer Aus­wirkung und die Gründlichkeit auch der wissen­schaftlichen Kurse von der Treue der Hörer mitabhängt, so wird die Volkshochschule, wie schon in diesem Sommer, auf die Entfaltung eines Gerneindelebens auch fernerhin das größte Ge­wicht legen. Ein Werbeheft mit einer Reihe von Aufsätzen, eine sehr stark besuchte Eröffnungs­feier, ein Sonntagstreffen am Kernberg, wo Professor Mitterrnaier überArbeit und Erholung" sprach, eine Sonnwendfeier und ein volkstümlicher Schlußabend, sowie eine Reihe klei­nerer Veranstaltungen sollten über die Kurse hinaus Verbundenheit schaffen helfen. Auch der Verkehr mit der benachbarten Volkshochschule Wetzlar wurde gepflegt. Aus der Mitte der Hörerschaft entstand eine lose Hörervereinigung, der jeder Hörer beitreten kann, und die auf mehreren Arbeitsgebieten mitzuwirken berufen ist. Mit alledem sucht die Volkshochschule Gießen die Gestalt zu gewinnen, die die führen­den deutschen Volkshochschulen heute aufweisen, und die ihre erziehungswissenschaftliche Be­gründung hauptsächlich in den Schriften W. Flitners überDie Abendvolkshochschule" und Laienbildung" gefunden hat. Um ihre Auf­gaben ernsthaft durchzuführen, bedarf jedoch die Volkshochschule einer ganz wesentlichen Verbreite­rung ihrer finanziellen Basis. Es werden daher Schritte vorbereitet, um die Öffentlichkeit in Hessen stärker für die freie Volksbildungsarbeit zu interessieren und die fruchtbare Weiterarbeit der noch existierenden hessischen Volkshochschulen sicherzustel.en. Die Voltshochschule führt über die Sommerserien ihre Arbeit in einzelnen Kursen fort. Eine Arbeitsgemeinschaft überFragen der Lebensgestaltung jn der Literatur der Gegen­wart" kW. H e. g a r) beginnt Donnerstag, 18. August, abends 8 Uhr, in der Oberrealschule. Der KursRhythmische Gymnastik" (H. Stein­bach und Maria K ü b el) findet jeden Dienstag statt.

"* Der Neubau desKulissenhauses in der 3ohanniesstraße ist bis jetzt auf Sockel­höhe .gediehen. Schwierigkeiten bei der Funda­mentierung des Heizkellers, sowie Abbruch des alten Wohnhauses brachten bisher eine Ver­zögerung im Fortgang der Arbeiten, sonst wäre der Bau schon weiter gediehen. Nachdem in den nächsten Tagen die in Eisenbeton herzustellende Kellerdecke ausgeführt sein wird, dürfte der Dau in kürzester Frist im Rohbau erstellt sein.

* * D i e 10. Ausstellung und Zucht­viehversteigerung für rotes Höhenvieh aus dem Verbände mitteldeutscher Rotviehzüch- ter am 22. September in Gießen wird mit etwa 50 Bullen über 1 3ahr und 30 weiblichen Tieren (Kühen und z. T. tragenden Rindern) beschickt werden. Die Unterverbände Oberhessen, Wetzlar, Biedenkopf, Odenwald, Westfalen, Waldeck und Kurhessen stellen aus ihren besten Herden ein hochwertiges Zuchtmaterial vor. U. a. sind die bekannten Zuchten Fischer- Zwiefalten, Velten- Göbelnrod, Dersuchswirt- schast Selgenhof, Obermockstadt aus Oberhessen, Dr. R i t g e n - Wormeln und Freiherr von Wendt- Gevelinghausen aus Westfalen,

Brand-Strothe aus Waldeck, Reih» Kleingladenbach aus Biedenkopf urti) weitere Zuchten aus Kurhessen mit wertvollen Zuchttieren vertreten. Die Veranstaltung wird wie bisher einen Ueterblick über die fortschreitende Ent­wicklung der Rotviehzuchl in den westlichen Zucht­gebieten geben und den Gemeinden. Genossen­schaften, Züchtern und Liebhabern des Aotviehs eine große Anzahl von Zuchttieren zeigen, aus denen sie bequem und einfach ohne besondere Kosten das notwendige Zuchtmaterial für die Verbesserung erwerben können. Die Gießener Versteigerungen haben bisher stets den Bei­fall der Beschicker durch Erreichung lohnender Preise bei gutem Umsatz und der Käufer durch Erwerb hochwerfiger Tiere zu Wohlfeilen Preisen gefunden.

== Die diesjährige Reichs ta - g u n g des BundesHaus und Schule" soll vom 2. bis 4. Oktober hier abgehalten wer­den. Der Bund ist die älteste Organifation für christliche und evangelische Erziehung. Die Fest- predigt hält Dr. Schlegel; als Redner sind ferner gewonnen Direktor Professor Schmidt aus Raheburg, Universitätsprofessor H u p f e l d aus Rostock und Pastor Wo 11 r ich aus Breslau.

Don der Kriegerkameradschaft H a s s i a. Wie früher mitgeteilt wurde, sollte am 28. August erstmalig ein oberhessischer Hassia- 3ugenbtag abgehalten werden. Da Voranmel­dungen aber nicht eingelaufen sind, muh das Treffen ausfallen. Dagegen kommt der Hassia» 3ugendtag für die Provinz Starkenburg zustande. Er findet am 4. September am Felsenmeer aus dem Felsberg im Odenwald statt. Wettkämpfe sind damit verbunden; für die besten Leistungen hat das Präsidium verschiedene Preise gestiftet.

3n nächster Zeit finden in Oberhessen ver­schiedene Hassia-Dezirkstagungen statt, auf deren Tagesordnung u. a. die Berichterstattung über den Verbandstag in Schlitz steht. ES tagen: der Bezirk Ortenberg In Hirzenhain am 4. September, der Bezirk Grünberg in Atzenhain am 28. August, der Bezirk Friedberg in Weckesheim am 28. Aug., der D^irk Vilbel in Dortelweil am 27. August.

3m städtischen Krematorium auf dem Friedhof am Rodberg wurden seit seinem Bestehen 72 Leichen eingeäschert; davon entfaUert 64 Einäscherungen auf das erste Betriebsjahr (1. 3uli 1926 bis 1. 3uli 1927). Auf die einzelnen Vierteljahre verteilen sich die Einäscherungen wie folgt: 1. Quartal 20, 2. Quartal 8, 3. Quartal 17, 4. Quartal 19.

' Grummetgras-Versteigerung der Stadt Gießen. Das Grummetgras von den städtischen Wiesen wird am Montag, 22., und Dienstag, 23. August, öffentlich meistbietend versteigert. (Näheres in der heutigen Bekannt­machung.)

* Briese an die Redaktion. Um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir, alle für die Redaktion bestimmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Re­dakteure zu versehen, sondern allgemeinan die Redaktion" zu richten. Nur dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden

Kunst und Wissenschaft.

Pros. Dr. Hermann Adert f.

Am 13. d. M. ist in Stuttgart der ordenlliche Professor der Musilwissenschaft an der Universi­tät Berlin: Dr. Hermann Abert, im Alter von 56 3ahren gestorben. Der hervor­ragende Musikforscher war ein geborener Stutt­garter, Schüler seines Vaters 3ohann 3osef Abert und des Stuttgarter Konservatoriums. Er studierte klassische Philologie in Tübingen und Berlin, bestand das Oberlehrerexamen und wid­mete sich von 1838 bis 1901 an der Berliner Universität dem Studium der Musikwissenschaft, besonders unter O. Fischer und M. Fried­länder. 3m 3ahre 1902 habilitierte sich Abert an der Universität Halle für Musikwissenschaft, wurde 1909 ordentlicher Honorarprofessor, er­hielt spä er das dort neugcgrünbere etatsmäßige Extraordinariqt für Musilwilsenschaft und 1918 die Ernennung zum Ordinarius. Ein 3ahr später kam Abert nach Heidelberg, von wo er 1920 nach Leipzig als Nachfolger Hugo Riemanns und 1923 nach Berlin als Nachfolger H. Krehschmars übersiedelte. Außer meh­reren Studien über altgriechische und mittel­alterliche Musik in den Sammelbänden der Inter­nationalen Musikgesellschaft, veröffentlichte er: Die dramatische Musik am Hose Herzog Karls von Württemberg" 1905;Die Musikanschauung des Mittelalters" 1905:Geschichte der Robert- Franz-Singakademie" 1908;Nicolo Iommelli als Opernkomponist" 1908;Robert Schumann", l.Aufl. 1903, 3. Ausl. 1917;3. 3. Abert, sein Leben und seine Werke" 1916;W. A. Mozart" 1919'21 11, 2. Aufl. 1924;Goethe und die Musik" 1922.

Berliner Börse.

Berlin, 17. Aug. (W. T. D. Funkspruch.) Das Geschäft im heutigen Frühverkehr ist sehr klein. Die Tendenz ist als abwartend, jedoch freundlich zu bezeichnen. Aus günftige Meldungen aus Amerika über die wahrscheinlich beschleunigte Verabschiedung der Freigabe-Bill finb Scheff- fahrtswerte etwas stärker gesucht. An Kursen hört man: Hapag 156,25, Nordd. Lloyd 157,75, Schuckert 214, Siemens 303, 3.-G.-Farben 316,5, Mannesmann 193b, Dessauer Gas 218,5, Zell­stoff Waldhof 352/353. Am Devisenmarkt kommt LondonParis auf 124,02, Kabel 4,8625, Brüssel 34,925, Mailand 89,30, Madrid 28,81.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Tenders.

(Aus der .Radio-Umschau".)

Donnerstag, 18. August:

13.30 bis 14.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Mittagskonzert der Kasseler Hauskapelle. 16.30 bis 17.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Ungarische Musik. 17.45 bis 18.05 Uhr: Die Lesestunde. 18.15 bis 18.45 Uhr; Uebertragung von Kastel:Der deutsche Schäferhund", Dortrag von Direktor Her­berg. 18.45 bis 19.45 Uhr: Vortragsstunde Fritta Brod: Ernste und lustige Geschichten von Ant. Tschechow. 20.15 Uhr: Zum 60. Geburtstag Gals- worthys:Fenster", Komödie in drei Akten von John Galsworthy. Anschließend: Spätkonzert: Händel.

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Bekanntmachung.

Beim städtischen Bolkskindergarten zu Gießen sind die Stellen 7493C

einer geprüften Kindergärtnerin und einer geprüften Kinderpflegerin (Kindergärtnerin 2. Klaffe) zu besetzen.

Die Anstellung erfolgt auf Grund Pri­vatdienstvertrags.

Bewerbungen sind schriftlich unter Bei­fügung eines Lebenslaufs und von Zeug­nisabschriften über seitherige Beschäfti­gung und der bestandenen Prüfung und unter Angabe der Gehaltsansprüche bis zum 25. August 1927 bei dem städtischen Wohlfahrtsamt einzureichen.

Gießen, den 15. August 1927.

Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt).

Dr. Frey.

Bullenverkauf.

Die Gemeinde Treis a. d. Lda. beabsich­tigt, einen erstklassigen fetten 8487D

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Schriftliche Angebote pro Zentner Le­bendgewicht sind bis zum Freitag, nach­mittags 5 Uhr, auf der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Zahlungs­bedingungen eingesehen werden können.

Treis n. d. Lda., den 15. August 1927.

Hessische Bürgermeisterei Treis a. d. Lda.

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