Wirtschaft.
Die TexMkonjunktur.
Die Gesamtlagr der Textilwirtschaft stellt sich noch immer als sehr günstig dar. -Zwar ist, wie wir aus Fachkreisen erfahren, in einzelnen Sparten der Textilwirtschaft in den letzten Wochen ein Auftragsrückgang einge.retrn, der jedoch bisher den Stand deS Beschäftigungsgrades in der gesamten Textilindustrie noch nicht ungünstig beeinflußt hat. 3m übrigen sehen Fachkreise in dem Nachlassen des Auftragseinganges eine saisonmäßige Erscheinung und messen ihm darum keine besondere Bedeutung zu. 3n dem immer noch anhaltenden Rückgang der Arbeitslosigkeit sieht man eine Gewähr dafür, daß dem Textilhandel auch weiterhin neue Käufer mit ihrem Bedarf an Belleidungsgegensänden zugeführt werden. Außerdem rechnet man nach Beendigung der Ernte mit einem Zugang von Käufern aus der landwirtschaftlichen Beröllerung. die bisher bei der Ungewißheit über den Ausfall der Ernte recht zurückhaltend gewesen ist. Soweit die einzelnen Branchen in Frage kommen, kann im allgemeinen festgestellt werden, daß der Beschäftigungsgrad noch immer gut ist und daß Aufträge fror liegen, die für eine Reihe von Monaten eine unveränderte Beschäftigung sicher stellen. 3n den Baumwollspinnereien herrscht noch immer Hochkonjunktur. Da der Gesamtbeschäftigungsgrad der Textilindustrie immer günstig ist und die Zukunftsausfichten durchaus günstig beurteilt werden, so ist mit einem älmschwung der Preisbewegung vorläufig nicht zu rechnen. Was den Einzelhandel anbclangt, so sind übermäßige Lageranhäufungen bisher nicht festzustellen, wenngleich die Waren- Ic-.cr an und für sich mehr geleert sein könnten.
Befürchtungen, die an Lleberdispositivnen im Handel und namentlich in der Bekleidungsindustrie geknüpft worden sind, werden uns als unbegründet hingestellt.
' Günstiger Absatz in Braunkohlen. Die Absatzlage im Bereiche des rheinischen Braünkohlensyttdikats ist zur Zeit recht günstig. Die Werke sind bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit beschäftigt und können ihre Erzeugung dauernd steigern. Auch in den Kreisen der mitteldeutschen Braunkohlenindustrie wird die gegenwärtige Lage durchaus günstig beurteilt, und man rechnet für die nächste Zeit mit einer Steigerung des Absatzes.
’ Aktiengesellschaft f ü r Kohleverwertung. Lieber die Arbeiten d:r Aktiengesellschaft für Kohleverwer^ung gibt die „Deutsche Bergwerkszei ung" weitere Einzelheiten bekannt: Aach Freigabe der westfälischen Provinzialstraßen ist der Dau der Anlagen jetzt praktisch in Angriff genommen worden. Es sind von der Gesellschaft nicht nur erhebliche Röhren- aufträge, sondern auch die erforderlichen Aufträge an die in Frage kommenden Bauunler- nehmungen vergeben worden. Bei den Verträgen mit den nicht dem Aktionärkonzern angeschlossenen Werken handelt es sich um eine Lief rin enge von etwa 200 Millionen Kubikmeter jährlich, die sozusagen fest unter Dach gebracht sind. Das ist eine Gasmenge, die rund ein Drittel des gesamten Gasverbrauches der Stadt Derlln ausmacht. Die Verträge mit den Konzernwerken machen ein Vielfaches der erwähnten Menge aus. Die Hauptarbeiten der Aktiengesellschaft für Kohleverwertung konzentrieren sich auf die Rationalisierung der 3ndustriefeuerung. Die in der Industrie unterzubringenden Mengen sind so gewaltig, daß erst durch diese Grundbelastung die geplante billige Belieferung der Konsumenten ermöglicht werden wird. Das Interesse der Industrie an der Gasverwendung ist sehr groß.
* V om Stahlwerksverband. Die diesmouatigen Hauptversammlungen der Roh- stahlgemeiuschaft des /-V-Produk.enveröandes und des Stabeisenverbandes wurden gestern in Düsseldorf abgehalten. Die Marktlage wurde in allen Verbänden eingehend besprocken. und hierbei wurde sestgestellt. daß die Werke ausreichend beschäftigt sind. Beschlüsse über Preisänderungen wurden nicht gefaßt.
' Schramm Lack- und Farbenfabriken A. G.. Offenbach. Die Gesellschaft beantragt Kapitalserhöhuno um 0,52 auf 1,6 Millionen Mark. Die neuen Akt en sollen zu 107 Proz. von einem Konsortium übernommen und den alten Aktionären im Verhältnis von einer jungen auf drei al e Aktien zum gleichen Kurse angeboten werden. Ein Restbetrag soll fest begeben werden.
* Großkraftwerk Mannheim A. G. Die G. V. erledigte die Regularien. Aus dem 2ieirg2toinn von 203 115 Reichsmark werden auf die Vorzugsaktien A 10 Prozent, die Vor'.ugsq aktien B 15 Prozent und die Stammaktien 7 Pro
zent verteilt. 30 000 Mk. werden dem Wohlfahrtsausschuß überwiesen und 12 715 Reichsmark auf neue Rechnung vorgetragen.
• Friedrich Krupp A.-G. Essen. Die Friedrich-Alfred-Hütte bestätigt eine Pariser Meldung. daß sie mit dem französischen Kolonialministerium einen Vertrag zur Lieferung von Eisenkonstruktionen für die Dahn in Indochina abgeschlossen habe. Die Bezahlung der Lie erung, die einen Gesamtwert von 4,5 Millionen Reichsmark haben wird, erfolgt aus Reparationsmitteln.
' Hoesch Eisen und Stahl A.-G., und Köln-Aeuesfener Dergwerks-A-G. In den gestern abgehaltenen AR.-Sitzungen der Hoesch A.-G. und der Köln-Aeuessener Derg- werks-A.°G. wurden die Dilanzen für den 30. Juli 1927 vorgelegt. Die Interessengemeinschaft ergab, nachdem bei Hoesch 7 107 071 und bei Köln-Aeuessen 4 007 352 M. Abschreibungen afc- gesetzt worden sind, einen Reingewinn von 9 432 389 M. Es wurde beschlossen, den zum 13. bzw. 14. Oktober einzuberufenden G.D. bei Hoesch die Ausschüttung einer Dividende von 8 Prozent und bei Köln-Aeuessen einer solchen von 9 Prozent vorzuschlagen. Ilm die Mittel für die beabsichtigten Aeu- und älmdauten zur Erweiterung und Verbesserung der Betriebe bereitzustellen, soll den G.V. beider Gesellschaften Erhöhung des St.-A.-Kapitals um je 16 Mill. M. vorgeschlagen werden.
e D i e Bank von Frankreich erhöht den Lombardsah um 30 Proz. Die Bank von Frankreich hat bestimmt, daß von nun ab bis 80 Prozent der deponierten Papiere lombardiert werden können. Das bedeutet eine Erhöhung des Lombardsahes um 30 Prozent. Der Zinsfuß bleibt auf 6 Prozent bestehen.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M, 16. Sept. Tendenz fest. — Die Börse verkehrte heute in angeregter und fester Haltung, wenn auch der Ge° schäftsumsang infolge der mangelhaften Beteiligung des Publikums nicht größer geworden ist. Die Baissespekulation fuhr in dem Abba u ihrer Baisse-Engagements fort und nahm heute Deckungen vor, veranlaßt durch die reibungslose Ueberwindung des gestrigen Zahltages. Verschiedentlich wurden auch Meinungsläufe vorgenommen, so besonders in I. G. Farben, da sich die Gerüchte über eine Er - fin düng der I. G. auf dem Gebiete des Kautschuk-Ersatzes verstärken. Bon Auslandseite sollen ebenfalls Kauforders vorgelegen haben. Anregend wirkte ferner die in diesem Wrsmaße ziemlich unerwartet gekommene Dividende nerhöhung bei Köln-A.mÄsen und Hoesch, sowie der günstige Bericht der Reichsbahn-Verwaltung über den Monat August. Am Geldmarkt bleibt Geld noch gesucht. Lagesgeld 7 Prozent. Bei Festsetzung der ersten Kurse verzeichneten die Effekten werte Kursgewinne von 1,5 bis 4 Prozent im Durchschnitt. Lebhafte älmsähe hatten wieder I. G. mif plus 4,5 Prozent. Stärker gefragt und gut befestigt lagen außerdem Siemens, plus 7,75 Prozent, und Harpener plus 5,25 Prozent. Von Bau- unternehmungen konnten Holzmann um 4 Prozent anziehen. Voigt u. Haeffner lagen mit minus 2 Prozent weiter abbröckelnd. Vernachlässigt und im Kurse unverändert blieben Scheideanstalt. Heimische Renten ruhig. Von fremden Renten setzten Anatolier ihre Haussebewegung fort. Daneben zeigte sich lebhaftes Interesse für Serben, Rumänen ttnZ> Russen. Im Verlaufe wurde das Geschäft allgemein still, die Kurse konnten jedoch weiter bis zu 2 Prozent anziehen. Für I. G. Farben erhielt sich größeres Interesse. Im Devisenverkehr gab es keine nennenswerten Veränderungen. Man hörte: Reichsmark gegen Kabel 4,2019, gegen London 20,434, London-Kabel mit 4,8535, Paris gegen London 124,02, Mailand 89,35 und Madrid mit 28,72.
Berliner Börse.
Berlin, 16. Sept. Wieder waren es Bewegungen auf Spezialgebieten, die der heutigen Börse das Gepräge gaben. Nachdem schon der Vorbörsenverkehr ein freundliches Bild gezeigt hatte, konnte sich zu Beginn des amtlichen Verkehrs eine feste Stimmung durchsetzen. Im Mittelpunkt des Interesses standen Montan- und Farbenaktien, erstere besonders durch die in diesem Ausmaße unerwartet gekommene Dividendenerhöhung bei Hoesch und Köln-Aeuessen. Den weitaus größten Gewinn erzielten Klöckner mit plus 9 Prozent, da man hier gleichfalls mit einer höheren Dividende rechnet. In I. G. Farben sol'en u. a. auch verschiedene Auslandkaufaufträge oorge egen haben. Heber die im Durchschnitt 1 bis 2 Prozent betragende Erhöhung hinaus befestigt waren Loewe plus 4 Prozent, Bembcrg plus 7 Prozent und
Glanzstoff plus 8 Prozent. Heimische Anleihen lagen ruhig; Ausländer haussierend. Pfandbriefe ruhig, aber behauptet. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld noch etwas gesucht zu 5 bis 7 Prozent, Monatsgeld unverändert 7,75 bis 8,75 Prozent. Warenwechsel 6.12 Prozent und darüber. Im Verlauf blieb das Geschäft lebhaft und fest, besonders für Montanwerte und verschiedene andere Spezialpapiere.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M, 16. Sept. Die Weizen- preife bröckelten unter dem Druck der weichenden Auslandpreise immer mehr ab, während Roggen den Preis Qu halten vermag. Dementsprechend sind auch die Preise für Weizenmehl um 25 Pf. ermäßigt. Die Frankfurter Mühlen sind voll beschäftigt, dagegen soll eine Anzahl süddeutscher Mühlen über sehr geringen Mehlabsah klagen, woraus es sich auch erklärt, daß sich die Kleiepreise halten. Im übrigen ist die Stimmung unverändert. Es wurden notiert: Weizen, Wet- terauer 26,50, Roggen, inländ. 24,50 bis 24,75, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 28, Hafer, inländ. 23 bis 24, Hafer, ausländ. 24 bis 25, Lfiais (gelb) 18,75, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39,25, Roggen.nehl 35,25 bis 35,75, Weizenkleie 13 bis 13,25, Roggenlleie 13,75.
Berliner Produktenbörse.
B e r lin, 15. Sept. Der Markt nahm heute einen außerordentlich ruhigen Verlauf. Das Angebot aus der Provinz, besonders von Weizen, war etwas reichhaltiger. Die Mühlen bekundeten aber angesichts des wieder schlechteren Mehl- absahes ziemlich starke Zurückhaltung. Die Offerten für Auslandbrotgetreide waren leicht ermäßigt. Auf dem niedrigeren Aiveau fanden auch wieder einige älmsähe statt. Am Lieferungs- marrt waren sowohl Weizen als auch Roggen bei geringsten Umsätzen um 0,50 bis 1 Mark im Prei.e rückgängig. Weizen- und Roggenmehl hatten bei unveränderten Forderungen sehr ruhiges Geschäft. Hafer ist weiter fest gehalten. Die bessere Äachfrage erstreckt sich nunmehr auch auf mittlere Qualitäten, so daß nur noch allergeringste Sorten vernachlässigt sind. Wintergerste ist knapp offeriert und rege begehrt. Sommergerste begegnet nur in feinsten Drauqualitäteni größerem Interesse. Cs notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt 257 bis 261, Sept. 275, Oft. 274.25, Dez. 274,25 (ruhig); Roggen, märt 247 bis 250, Sept. 254,25 bis 257, Olt. 247 bis 247,75, Dez. 243 bis 243,75 (ruhig); Sommergerste 220 bis 265 (ruhig); Wintergerste und Futtergerste 215 bis 222 (fest); Hafer, märt 195 bis 211 (fest); Mais, La Plata 194 bis 195 (schw.); Raps 300 bis 310; für je 100 Kilo: Weizenmehl 33,75 bis 37,25 (ruhig); Roggenmehl 32,75 bis 34,75 (ruhig); Weizenkleie 15,25 (still): Roggenkleie 15,25 (still); Diktoriaerbsen 46 bis 52; kleine Erbsen 26 bis 29; Futtererbfen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau 15 bis 16; Rapskuchen 16 bis 16,40; Leinkuchen 22,60 bis 23,10; Trockenschnitzel 13,90; Soyaschrot 20 bis 20,50; Kartoffelflocken 22,60 bis 23 Mark.
Erweitertes Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 14. Sept. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Landwirt von Ober-Florstadt wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Da der Angeklagte leugnete, mußte eine große Reihe von Zeugen und Sachverständigen vernommen werden; ferner wurden über seinen Geisteszustand zwei Sachverständige gehört. Das Urteil lautete auf neun Monate Gefängnis.
Freigesprochen wurde ein Gärtner aus Friedberg von der Anll ge deS Sittlichkeits- Verbrechens, da die Verhandlung Zweifel über die Glaubwürdigkeit der Hauptzeugin ergab. Aach der Urteilsbegründung blieb ein sehr hoher Verdacht allerdings bestehen. Auch diese Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt.
Ein Schlosser von Gießen hat ein Fahrrad gestohlen und es unter Vorlage einer von ihm gefälschten Kaufbescheinigung weiter zu verkaufen gesucht. Ferner hat er sich einem Polize'wachtmeister gegenüber eines falschen Aamens bedient. Seiner Jugend und seines reumütigen Geständnisses wegen wurden mildernde Umstände in weitgehendem Maße angenommen. Er erhielt eine Gefängnisstrafe von einem Monat und fünf Tagen, sowie wegen der falschen Aamenangabe einen Tag Haft.
Kunst und Wissenschaft.
Rasmussen kehrt zurück.
Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, befindet sich der dänische Grönlandforscher Dr. Knud Rasmussen, der in diesem Sommer eine Expedition nach Thule auf Grönland unternommen hat, mit feinem Schiff „Sökongen" auf der Heimreise. Man erwartet ihn Mitte Oktober in Kopenhagen. An Bord ist altes wohl. Aach feiner Rückkehr will Rasmussen nach Aberdeen reifen, um die Ehrendoktvrschaft des dortigen Kollegs in Schottland entgegenzunehmcn.
Büchertisch.
— Ludwig Bäte: Gang ins Gestern. Eine Aovelle. Aachwort von Erckst Sander. 78 Seiten 8°. Reclam, Leipzig. Universal-Bi- bliothek Ar. 6781. Heft 40 Pf., Band 80 Pf. — Ludwig Bäte hat eine ganz eigene Art, Landschaft zu erleben, Landschaft und Mensch als Ganzheit zu erfassen. In der vorliegenden Rahmenerzählung befchwört er die Schatten bedeutender niederdeutscher Menschen, mit denen er sich, aus dem gleichen Mutterboden entsprossen, innerlich eins fühlt. Seine Menschen erscheinen mehr als Farben und Farbwerte eines Gemäldes, denn als Handelnde; in ihnen spiegeln sich die wesentlichen Züge des Landes: in Johanna von Voigt, der Tochter Justus Mösers, die unbedingte Zuverlässigkeit und Dauer, in die nur einmal, doch für ein Leben aufwühlend, ein großes Schicksal bricht; in Jerusalem die Schwermut der Ebene, in Hölty das ernste, gehaltene Träumen, in Grabbe der witte- kindstarre Trotz. Dos Sein und Wesen dieser Menschen findet in der Landschaft den geheimen Trieb; wunderbar hat der Dichter das den Dingen innewohnende Stimnrunoshafte in Worte, in Klänge uingefeht. Es ist feine berauschende, aufbrausende Melodie, sondern ein von Sonne und Schatten überspieltes Interieurblld, das an die holländischen Äteinmeifter der Malerei erinnert
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber {einerlei Verantwortung.)
Zahlungsbefehle.
Die Deutsche Propaganda-Gesellschaft Berlin W. 62, Lutherstrahe 50, hat sich auch in Friedberg und Umgebung durch gerissene Agenten zahlreiche Anzeige-Bestellungen verschafft für ein angebliches Buch „Deutschlands Bäder und Städte in Wort und Bild" und verklagt nun massenweise die betrogenen Geschäftsleute, die sich weigern, die Inseraten-Aufträge voll zu bezahlen. Der eigentliche Leiter des Unternehmens, Kaufmann Kurt Haschke, ist bereits wegen Betrugs erheblich vorbestraft.
Wie wir nun hören, hat der Oberstaatsanwalt bei dem Landgericht 2, Berlin AW. 40, Rathe- notoer Straße 79 unter der Geschäftsnummer 4 c. I. 1014/27 dem Präsidenten des Amtsgerichtes Berlin Mitte davon Kenntnis gegeben, daß die sogenannte Deutsche Propaganda-Gesellschaft, „seit Jahren einen groß angelegten Schwindel betreibt“ und daß gegen den Kaufmann Kurt Haschke abermals „Anklage wegen fortgesetzten Betruges erhoben“ worden ist, und zwar am 4. Juni 1927.
Für den Laienverstand bleibt es deshalb unfaßbar, daß die Deutsche Propaganda-Gesellschaft noch immer mit „Zahlungsbefehlen" arbeiten darfl Wo ist die zuständige Amtsstelle, die endlich verhindert, daß weiterhin ehrlich und sauer verdientes Geld unter behördlicher Mitwirkung in üble Hände gerät?
Ein Rechtsunkundiger.
Rundfunk-Programm
des frankfurter Senders.
(2Iu4 der .Radio-Umsckcm*.) Samstag, 17. September.
15.30 bis 16 Ubr: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchesters: Wunschnachmittag. 17.45 bis 18.05: Die Lese- stunde (für die reifere Jugend). 18.15 bis 18.30: Liebertragung aus Kassel: Stunde Haus und ©arten, Vortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18.30 bis 19: Der Briefkasten. 19 bis 19.30: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Zum bevorstehenden Franz-Schubert- Iubiläumsjahr", Vortrag von Herrn, v. Schmei- del. 19.30: Uebcrtragung aus dem Frankfurter Opernhaus: Hoffmanns Erzählungen. O-er in drei Akten, einem Vor- und einem Aachspiel von Jacques Offenbach Anschließend: Tanz- Programm.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
~~iC ^i‘-t t nn Papieren angesutzr'en Ziffern geben die 5)öhe der zuletzt befchlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent.
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273
277
Nat Automobil .
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120.13
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137,25
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Doigi & Hoewter .
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191
189
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192
Sudd Zucker
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1411
141
140
Banknoten.
15. Septbr.
16. Sevtbr.
Amtliche Noli.runa
Amtliche Notierung
Geld
Briet
(Selb
Briei
Amst-Non
168,23
168,57
168,23
168,5?
Buen^Aire-
1.793
1,797
1,794
1,793
Bnst^Antw
58,455
58,575
68,455
68,575
Ehristiania
110,89
111,11
H0,b9
111,11
Kovenhogcn
112,39
112,61
112,45
112,67
Skockdolm .
112,86
113,08
112,89
113.11
SelfingforS.
10,58
10,60
IO,58<
10,603
Italien. .
22,865
22,905
22,85
22,89
London. . .
20,415
20,455
-0,415
20,455
Wennort . .
4.198
4,206
4,1975
4.2055
Pari-....
16,40
16,50
16,465
16,505
Schweiz . .
*0,97
>1,13
6Ü,96.>
81,125
Svanien . .
71.04
71,18
71,08
71,22
Javan . . .
1,573
1,977
1,96s
1,974
stio de Jan
.49.
1.499
0.4975
1,4295
Wien in D--
Cfft. obgeft
59,185
•>9,305
59,18
59.30
Prag ....
12,412
12,463
12,449
12,469
Belirad . .
7,398
7,412
7,395
7,499
Budavest. .
73.42
73,56
<3,39
73,53
Bulgarien
j.Ooü
-.036
o,032
>,036
Lissabon
20,52
20,56
20.56
10.60
Danag. . .
81,34
81,60
81,36
81,54
Konfl.ntin.
2,138
2,142
2,139
2,143
Alben. . .
5,591
>,616
5,594
6.606
Kanada
1,199
4,207
4.198
4.206
UruuiiaO - -
(.176
4.184
4.176
4.184
Tatro
20.937
20,977
20.945
20.9X4
Berlin, 15 Septbr
"leid
Brie'
Amerikannche Noten.....
Belgische Noten......
Dänische Noten......
Englische Noten.......
4.184
58.28
112.13
20.387
4.204
58.52
112.57
20.467


