Einzelbild herunterladen

zer am Horizont auf, und eine französische Ana- mitentruppe liegt bauemb hier. Ihre Offiziere nehmen bie Mahlzeiten in unserer beutschen Pen­sion ein unb benehmen sich so bescheiden und unauffällig, wie bie Franzosen in China über­haupt.

Am kriegsinteressiertesten ist ein alter Eng­länder, früher ein Deutschenfresser, jetzt sucht er den Umgang mit uns. Und während er im Weltkrieg den beutschen Kindern den Hungertod wünschte, überfüttert er sie jetzt mit Schokolade. Zweck der Freundlichkeit: Propaganda gegen China und Rußland. Wir können nicht umhin, ihn mit heimlicher Bosheit um die sonderbare Langmut der Engländer in Asien zu befragen. Wait and watchr< war immer unser Grundsatz, sagt er und doch merkt man ihm an, daß er mehr fürs Dreinhauen wäre. Gr spricht de» Chinesen jede Kultur ab, und wenn wir auf ConfrtcichS Hinweisen, so erschlägt er uns mit den Worten: Wenn sich die Chinesen von heute noch etwas aus den alten Kung einbilden, so ist das geradeso töricht, als wollten die Deutschen noch jetzt aus die Siege ihres Königs Attila (II) pochen. Hoppla! das ist die Geschichtskenntnis der Engländer!

Wir haben in unserer Pension auch Flücht­linge aus dem Kriegsgebiet in Schantung und hören mit Schaudern ihre Erzählungen an: Auf der Chungchin-Kohlenmine (in der Nähe von Linching, dem Ort des berühmten Eisenbahn- übersalls) werden die Südtruppen erwartet, nicht ungern, denn sie bringen ja Ordnung, Recht und Frieden, brechen mit dem verrotteten Bestechungs­system und erlösen Schantung von den gefürch­teten Räubern. Man stellt sich von ihrer Idee begeisterte Kämpfer Der. Da erscheinen sie: in Lumpen, mit Strohsairdalen, Gier in den Augen.50 000 Dollar, dann lassen wir euch in Ruh!" Man zahlt.100 000 Dollar ober ihr krepiert!" Man zahlt! Als Gegenleistung holen die Südtruppen die Bergräuber herbei, bewaffnen sie bis an die Zähne und lassen sie in die Mine hinein. Die Räuber erpressen und mork^n, ver­stümmeln die Leichen aufs entsetzlichste. Rur den einzigen Europäer, einen österreichischen In­genieur, lassen sie ungeschoren.Wir nehmen nur Rache an unseren persönlichen Feinden, du hast uns nichts getan!" Jede Rächt macht sich ein wichtiger chinesischer Minenbeamter heim­lich davon, und der Oesterreicher, der die Mine in der gefahrvollen Regenzeit nicht im Stich lassen will, wäre wohl eines Morgens allein unter Kulis und Räubern aufgewacht, wenn die Rord- truppen inzwischen nicht wieder die Ordnung hergestellt hätten.

Bor einigen Tagen haben 400 Banditen einen Ueberfall aus den Erpreß MukdenPeking geplant, nur zwei Stationen nnr unserem friedlich­stillen Badeort lagen die Räuber in Bereitschaft. Durch Verrat wird der schon heranbrausende Zug gewarnt, er fährt zurück und holt Soldaten herbei, die die Bande in die Berge zurück- scheuchen. Einen Augenblick denken wir: Welche Kleinigkeit für die Räuber, das männerlose Pei- taiko (die 20 Anamiten sind kaum zu rechnen) auszuplündern und die Europäerinnen für asiatische Begriffe stehen sie ja lächerlich hoch im Kurs. als Geiseln in die Berge zu führen. .Schleunigst abreisenl--115 Grad Fahrenheit

in Tientsin! Rein! Wir bleiben in unserem kühlen Paradies. Asiens Gleichnrut hat auch uns schon im Dann. Maski!

Oberhessen.

Von der PofLautoLinie Ulrichstein - Mücke.

Aus dem Vogelsberg geht uns der nach- fM?enbe Notschrei zu, dem wir die ernsteste Beachtung der Postverwaltung wünschen.

D. Red.

Schon öfter wurden an dieser Stelle Klagen des Vogelsberges über die Hintansetzung aller berechtigten Wünsche durch die O b e r p o st - direktion Darmstadt veröffentlicht. Aber scheinbar betrachten manche Herren am grünen Tisch doshessische Sibirien" als das letzte Rad am Wa­gen. Die Vogelsbergbewohner sind ja gutmütige Menschen, die sich alles bieten lassen. Die wieder­holten Klagen über die späte werktägliche P o st zu st e l l u n g , übec die Sonntagsbe- stellung und über den sehr primitiven Te­lephonverkehr sind spurlos an der Oberpost- direltion vorübergegangen. Sie hat bis jetzt nach nicht einmal zu all diesen, das flache Land sehr be­rührenden Fragen öffentlich Stellung genommen, noch viel weniger scheint sie das ernstliche Bestreben zu haben, den Wünschen des Vogelsberges entgegen- zukommen.

Hier werden Dolmetscher ausgeliehen.

Ern Rebenberuf von Weltbedeutung.

Von Dr. Paul Bloch.

Zur Hebung des Fremdenverkehrs und der Wirtschaftslage, zur Ueberbrückung der natio­nalen Gegensätze und zur Annäherung der Staa­ten soll in Berlin eine Reichsdolmetsche r- Zentrale gegründet werden. Der Organisator dieses Unternehmers will in besonderen Räu­men Dolmetscher für alle Sprachen bereit halten, die jederzeit für Auskünfte, Uebersetzungen, Ver« mittlungen zur Verfügung stehen. In ollen größe­ren Städten deS Reiches sind ähnliche Zentralen mit einer überall gleichlautenden Telephonstich- nummer beabsichtigt. Den ausländischen Staaten soll diese Einrichtung und die Telephonnummer bekanntgegeben werden, damit Ausländer bei Reisen in Deutschland leichter die Dolmetscher- zentrale in den einzelnen Städten erreichen. Auf diese Weise hofft man in vielen Fällen, in denen die Verhandlungspartner sich sprachlich nicht verständigen können, einen leichteren ge­schäftlichen Verkehr zu erzielen und irrtümliche, auf Sprachunkenntnis beruhende Geschäfte und Verluste zu vermeiden. Andererseits soll so den Ausländern, die, der deutschen Sprache nicht mächtig hierher kommen, die Möglichkeit gegeben werden, durch einen televhonischen Anruf sich zu orientieren, Auskünfte einzuholen und bei Der- ständigungsschwierigkeitcn Hilfe zu erhalten.

Der Gedanke an sich ist sicher gut. Das Gelingen des Planes wird aber davon ab- hänx^en, ob wirklich eine Zentrale derart sprach­kundiger Uebersetzer geschaffen werden kann, die den unzweifelhaft vorhandenen Uebelständen ab­helfen können. Das Bedürfnis hierfür ist vor­handen. Wir kennen in Deutschland nämlich keinen Dolmetscherberuf. Es gibt keine regel­rechte fachliche Ausbildung und keine Examina.

Wie der Oberpostdirektion Darmstadt wohl aus den Statistiken hinlänglich bekannt sein dürfte, ist die Postautolinie Ulrichstein ck e eine der rentabelsten im ganzen Direktionsbezirk Darmstadt, wenn wir nicht irren, sogar die zweit­beste. Was den Stückgutverkehr der Pvstautolinien anbetrifft, so ist zu erwähnen, daß die Linie Ulrich­stein-Mücke mindestens die Hälfte aller Einnahmen aus dem gesamten Stückgutoerkehr im Bereiche der Oberpostdirektion Darmstadt aufbringt. Man kann also sagen, daß die Strecke Ulrichstein Mücke glänzend rentiert und der Oberpostdirektion reichliche Einnahmen abwirst. Jeder Privatunter­nehmer würde daraus die Konsequenzen ziehen und durch Indienststellung von leistungsfähigen, be­quemen und großen Autoomnibussen der Bevölke­rung zeigen, daß ihm daran liegt, seine Fahrgäste schnell, bequem, sicher und gut zu befördern, so daß diese mit den Leistungen des Unternehmens vollauf zufrieden find. Was tut aber dir Postverwaltung? Sie läßt auf der so glänzend rentierenden Strecke UlrichsteinMücke wie auf den gut rentierenden Strecken UlrichsteinLauterbach und Ulrichstein- Schotten Omnibusse laufen, die sich in etwas bevöl­kerten Gegenden nicht mehr sehen lassen können, ohne dem Spott des reisenden Publikums zu be­gegnen. Gemeint sind zwei seit 1919 auf den bezeich­neten Strecken laufende Omnibusse, die noch mit Vollgummi bereift finb. Das wäre noch nicht das Schlimmste, wenn nicht der Zustand der beiden Wagen ein derart mangelhafter wäre, daß man cs gelinde gesagt als einem Skandal bezeichnen muß, daß die Oberpostdirektion Darmstadt dem rei­senden Publikum zumutet, mit einem solchen Vehikel zu fahren. Es ist begreiflich, daß während einer so langen Zeit die Wogen vollkommen verbraucht und für den Dienst auf einer so verkehrreichen Strecke ungeeignet geworden sind. Ein Ingenieur, der in diesem Frühjahr die beiden Wagen untersuchte, stellte fest, daß sie für den Personenver- kehr ungeeignet seien und allenfalls zu Last­wagen für den Paketverkehr in den Städten umge- baut werden köimten. Die Postverwaltung entschloß sich darauf, in Ulrichstein, zwei neue moderne Wagen in den Dienst zu stellen. Aber da traten andere Bewerber auf, die die schönen Wagennötiger" brauchten: Orte, in denen die Postverwaltung sich mit alten Kasten keine Blöße geben will. Mittler­weile laufen die alten Wagen nach wie vor auf den bezeichneten Strecken ruhig weiter, zum großen Leidwesen des reifenden Publikums, der viel- geplagten Kraftfahrer und des Postamtes Ulrichstein, dem die drei Linien unterstellt sind.

In welchem Zustande sich die beiden alten, gicht- brüchigen Wagen befinden, mögen folgende Tat­sachen belegen: Vor einiger Zeit geriet einer dieser Wagen in Mücke in Brand. Es dauerte geraume Zeit, bis ein Minimar-Apparat herangeholt war, damit der Brand gelöscht werden konnte. Der Ober­bau der Wagen ist derart klapprig, daß bei der schweren Belastung des Verdeckes mit Koffern, Kisten und Stückgütern im Gewicht von mehreren Zentnern die Gefahr des Zusammenbruchs und eine ernstliche Gefährdung der Reisenden besteht. An dem einen Wagen find sogar die Fensterrahmen verfault, so daß Wind und Regen Zugang zu dem Inneren des Wagens haben. Nicht selten ist es, daß ein sol­cher verbrauchter Wagen unterwegs liegen bleibt. Dann erreichen die Reisenden ihren Zug nicht und müssen stundenlang auf der Straße warten, bis ein Ersatzauto kommt, wenn sie sich nicht entschließen, ihre so jäh unterbrodjene Reise perpedes aposto- loruni" fortzusetzen. Außerdem sind die beiden Wa­gen mit ihren 15 bis 18 Sitzplätzen viel zu klein für den starken Personenverkehr auf der Strecke Ulrich­steinMücke. Bei starkem Andrang werden die

Leute in dem engen Raum zusammengepfercht, daß es lebensgefährlich ist, oder sie müssen matten, bis das Auto die Reisenden, die Platz gefunden 'haben, an Ort und Stelle gebracht hat und zurückkommt, um auch die anderen aozuholen. Das sind Tatsachen, die in der Oberpostdirektion wohl hinlänglich bekannt, sein dürften, um deren Abhilfe sich aber kaum ernst­lich jemand bemüht. Die Postverwaltung sollte Ver­anlassung nehmen, auf den gutbenutzten Strecken im Vogelsberg endlich die alten, vollständig untauglichen Wagen auszurangieren und leistungsfähige, große, gegen alle Witterungs­einflüsse Schutz gewährende Autoomnibusse einzu- ftelien.

Leider ist Postmeister M a t t h e i s (Ulrichstein), dem die erwähnten drei Postlinien unterstellt waren, vor einigen Wochen versetzt worden. Er hat die Be­lange des Vogelsberges insbesodere in bezug auf den Kraftwagenverkehr mit Energie und gutem Willen vertreten und manches Schlimme abgewen­det. Die verwaiste Stelle ist noch nicht wieder be­setzt. Wir wollen hoffen, daß die Oberpostdirektion Darmstadt, insbesondere die für das Kraftwagen­wesen maßgebende Persönlichkeit, sich endlich ent­schließt, für gründliche Beseitigung der jetzigen Uebel- stande zu sorgen.

Es gibt in ganz Deutschland überhaupt kaum ein halbes Dutzend wirklicher Dolmetscher. Denn eine Unterscheidung muß notwendig gemacht werden zwischen dem Ueoerseher aus fremden Spra­chen, dem Vermittler bei Verhandlungen und dem ausgesprochenen Konferenz-Dolmetscher.

Solche Konferenzdolmetscher benötigt bar allen Dingen der Staat, das Auswärtige Amt, bei den zahlreichen internationalen Kon­ferenzen, Besprechungen und Zusammenkünften, die im Verlauf der Friedensverhandlungen sich eingebürgert haben, und jetzt eine ständige Gin­richtung geworden sind.

Aber obwohl Dolmetscher eigentlich dauernd von amtlicher Seite benötigt werden, gibt es doch bis jetzt keinen einzigen im Hauptberuf. Die betreffenden Damen und Herren sind ent­weder anderweitig im Staatsdienst beschäftigt, werden kraft ihrer hervorragenden Eignung je­weils nebendienstltch mit der Aufgabe des Dol­metschens bei einer Konferenz betraut, oder aber sie sind Privatpersonen und erhalten neben­beruflich den Auftrag, als amtliche Vertreter und Dolmetscher und im Interesse des Staates tätig zu sein. Dieser Auftrag geht nur dn eine beschränkte Zahl von Personen: denn so un­geheuer groß die Zahl derer ist, die glauben, eine Fremdsprache zu meistem oder sie wirklich in Rede und Schrift beherrschen, so wenige gibt es doch, die den Anforderungen des Dolmäschens bei einer Konferenz gewachsen find.

Ihre Aufgabe ist mannigfaltig. Die müssen dos ist von größter Bedeutung unbedingt diskret und vertrauenswürdig fein, da sie ja oft Zeugen geheimster Verhandlungen, ja der Be­sprechungen untervier Augen" sind Sie müssen weiter ein hervorragendes Taktgefühl be­sitzen, politischen Spürsinn und Fingerspitzen­gefühl mrd vor allem auch sachliche Kenntnisse. Denn ihre Aufgabe besteht ja nicht im ruhigen älebersetzen Wort für Wort bzw. Satz für Satz.

Das ist der grundlegende Unterschied zwi­schen dem Uebersetzer und dem Dolmetscher.

Landkreis Gietzen.

-K- Heuchelheim, 15. Sept. Die Obst­ernte verspricht in diesem Jahre in unseser Ge­markung selten hohe Erträge abzuwerfcn. Vor allem find es die Aepfelbäume, dje einen sehr reichen Behang zeigen, während die Zwetschen- bäume sehr unregelmäßig tragen, jedoch als Durch­schnittsergebnis eine Mittelernte liefern. Auch Bir­nen gibt es reichlich, trotz der vorjährigen guten Birnenernte. Mit dem Ertrag der Kartoffeln *ft man recht zufrieden. Die Wurzeln .zeigen reichen Behang von ansehnlichen Knollen. Leider sind jedoch aus feuchteren Boden zahlreiche Knollen von Fäul­nis befallen, wodurch die Ernte etwas beeinträch­tigt wird.

n. Grohen-Linden, 15. Sept. Die Be­zirkssparkasse Mathildenstift in Butzbach hat, wie schon kurz gemeldet, die hiesige Universi­tät s m ü h l e an einen Müller aus dem Rhein­land verkauft. Dieser wird die Mühle, die län­gere Zeit unbenutzt blieb, wiederin Betrieb setzen. Wenn auch, wie in Rr. 214 desGieß. Anz." berichtet wurde, der aus der Gemarkung Hörnsheim kommende Mühlgraben ander- weit verkauft ist und nun vielleicht trocken gelegt wird, so verbleibt der Mühle doch noch die Wasserkraft des Diefenbachs, auf die auch die Lochermühle bei Lang-Göns allein angewiesen ist. Hiermit ist der Zustand, wie er vor Jahr­hunderten war, wiederhergestellt. Da diese ein­zige Wasserkraft für jene Mühle etwas knapp war, bat seinerzeit der Besitzer der Mühle die Hömsheimer Grundbesitzer, sie möchten ihm er­lauben, von dem Kleebach bei Hörnsheim aus einen Wassergraben durch deren Grundbesitz an­zulegen, um diesen mit dem Diesenbach zu ver­einigen. Die Hörnsheim«: lehnten die Bitte ab. Als aber der Mühlenbesitzer damals immer wie­der jene Bitte erneuerte, erklärten ihm die Hörns- heimer eines Tags, sein Antrag sei genehmigt, wenn bis zum anderen Morgen das Wasser in dem projektierten Groben fliehen werde. Wahr­scheinlich glaubten die Hömsheimer, dies sei in der kurzen Zeit nicht möglich. Der Müller aber eilte nach Gießen, holte sich die dortigen Stu­denten, diese, mit Spaten und Schippen aus­gerüstet, arbeiteten die Rächt hindurch, und am anderen Morgen war der Graben fertig und die Mühle hatte mehr Wasseriraft. Das soll sich, nach mündlicher lleberlieferung, vor 250 fahren zugetragen haben, und von da ab hieß die MühleUniversitätsmühle". Anderer­seits wird auch erzählt, nicht Gießener Studenten, sondern herbeigeholte Soldaten hätten d,ese Glanzarbeit ausgeführt. Die Universität Gießen habe dem Müller Geld geliehen, und dadurch sei der RameUniversitätsmühle" entstanden. Tatsächlich hatte diese Mühle an die Gießener Universität Schulden zu bezahlen, die vor wenigen Jahrzehnten abgerentet waren. Heute hat die Mühle auch elektrische Kraft, so daß der Hömsheimer Wassergraben wohl entbehrt wer­den kann.

+ Lang-Göns, 15. Sept. Der Gemeinderat setzte die Gehälter der Gemeindebeam­ten wie folgt fest: Bürgermeister 3200 Mk., Ge­meinderechner 2800 Mk., Polizeidiener 1450 Mk., Bürgermeistereigehilfe 1450 Mk., Fasel- und Ziegen­bockhalter 1450 Mk., Flurschützl450 Mk., Nachtwäch­ter und Schweinehirt 1450 Mk. Am 1. Oktober soll eine Gemeindekrankenschwester noch hier kommen. Leider ist aber das Gemeindehaus für Kinderfchule und Schwesterwohnung noch nicht in Angriff genommen, so daß der Krankenschwester eine Wohnung im Orte beschafft werden muß.

ch A 11 e n - B u s e ck, 15. Sept. Die Bautätig- k e i t ift in diesem Jahre in unserem Dorfe im Ver­gleich zum Vorjahre gering gewesen. Neben einer Anzahl Um« ynd Anbauten find im ganzen nur zwei Wohnhäuser in der Schanzenstraße er­richtet worden. Die Wohnungsnot ift fo ziemlich be­hoben.

* Ruttershausen, 16. Sept. Arn morgi­gen Samstag, 17. September, kann Frau Rebekka Kann Hierselbst in körperlicher und geistiger Gesundheit und Frische ihren 8 0. Geburts­tag begehen. Sie führt ihren Haushalt noch selbständig und betätigt sich auch noch eifrig im Garten.

t Treis a. Lda.. 15. Sept. Dieser Tage wurden auch an der hiesigen Schule die Re ichs- jugendwettkärnpfe ausgetragen, wobei sich die beiden obersten Klassen beteiligten, und zwar 17 Knaben und 21 Mädchen. Das Turnen der Knaben bestand im Fünfkampf (Reck. Barren, 100-Meter-Lauf, Schlagballweitwurf und Weit­sprung), das der Mädchen im Dreikampf (75- Meter-Lauf, Schlagballweitwurf und Weitsprung). Von den Knaben siegten: 1. Hrch. Rtckel (99 Punkte), 2. Ernst Hettche (93 P.), 3. Hrch. Weber (83 P.). 4. Hrch. Pfeil (82 P.), 5. Wilh. Amend

Dieser kann auf Grund eines optischen Eindruckes des Textes eventuell mit Hilfe von Wörter­büchern und Rachschlagewerken das fremdsprach­liche Schriftstück sinngemäß übertragen. Es wer­den an ihn außer der genauen Sprachkenntnis keine außergewöhnlichen Anforderungen gestellt. Die Tätigkeit Des Dolmetschers ist völlig anders geartet. Er wohnt den Konferenzen bei. Er hört die Reden der Delegierten und Diplomaten mit an, nimmt sie in sich auf, ihren Wortlaut, ihren Stil, ihren Tenor und ihren Inhalt: er muß sie wiedergeben in anderer Sprache, muh den psychologischen Eindruck festhalten und vermitteln und oft nach einer halben Stunde erst die Rede rekonstruieren. In fremder Sprache sie von neuem halten. Ihr logischer Gehalt, ihr Sinn, ihre Redewendungen und Wortspiele und nicht selten auch das. was nicht deutlich aus­gesprochen wird, aber leise im Unterton der Rede mitschwingt, muß er auszudrücken in der Lage sein. Es gehört zu solcher Leistung eine hervorragende schnelle Auffassungsgabe und vor allem auch unerhörtes Gedächtnis, die genaue Kenntms der Materie und ihrer besonderen Formeln vorausgesetzt. Aufzeichnungen können eine Stühe bilden. Kurze stenographische Tlotizen über besondere Wendungen können eine Hilfe fein und eine optische Gliederung der Aufzeichnungen, gewissermaßen ein Satzspiegel (einrüden, aus- rücken, Summastriche, Verbindungszeichen usw.), das Skelett der Rede öarbieten und so die nach­herige Wiedergabe erleichtern.

Früher wurde Satz für Sah übertragen. Diese Zeit ist vorbei. Heute geht es darum, Rede für Rede zu übersetzen. Das ist die Schwie­rigkeit. das ist die große Kunst. Wir haben einen Dolmetscher, der eine Rede von einstün­diger Dauer zu dolmetschen in der Lage ist, mit allen Feinheiten, mit allen Rüancen. Es ist das eine phänomenale Leistung. 11m zu ihr zu ge­langen, gehört eine Berufung. Man kann das nicht erlernen. Aller Unterricht ist fast um* sonst. Alle Examina werden überflst/sig. Man

(75 P.), 6. Karl Iungk (74 P.), 7. Wilh. Kehr (73 P.), 8. Wilh. Greif und Wich. Opper (72 Psi. 9. Karl Hettche (71 P.), 10. Wilh. Becker (69 Psi. Von den Mädchen errangen Siege: 1. Kath. Meyer (65 Punkte), 2. Luise Amend (57 P.). 3. Marg. Zecher (54 P.), 4. Marie Euler (51 P.) 5. Anna Amend (50 P.), 6. Christine Ruhn (49 P.), 7. Anna Pfeil (48 P.). 8. Marie Hof­mann (45 P.), 9. Anna Klein (44 P.), 10. Elisa­beth a Oest (43 P.), 11. Emma Schneider (41 P.). 12. Margarete Opper und Marg. Benner (40 P.).

w Kesse 1 bach , 15. Sept. Am nächsten Sonn­tag findet hier der diesjährige ordentliche Sänger­tag des Ohm-Lumdatal-Sängerbun- d e s statt.

<xd Grünberg, 15. Sept. Die jüngste Gc - meinderatssitzung hat folgendes beschlos­sen: Der Gemeinderat beschließt, daß die vom Kreisamt Gießen in Vorschlag gebrachte vsr- läufige Sondergebäude st eue r der Gc- meinde im Rechnungsjahr 1927 mii 39.2 v;,ro- zent auf 1 Mk. Steuersoll mit zusammen 11150 Mark erhoben wird. Die Grundsteuer 'cf: mit 24 Pf. auf je 100 Mk. Steuerwert d^r O - bäude und Bauplätze, insgesamt 9150 M7. und mit 69 Pf. auf 100 Mk. Steuerwerk des lar.')» und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes, ins­gesamt 23100 Mk.. erhoben werden. Die Ge­werbesteuer wird a) mit 144 Pf. aus je ICO Mark gewerbliches Anlage- und Be.riebskanitai. insgesamt 8380 Mk.; b) auf 1 Mk. staatliche Gewerbeertragssteuer vom Rechnungsjahr 1925 mit 165 Pf., insgesamt 8580 Mk. erhoben. Die vorstehenden Steuersätze wurden sämtlich auch vom Kreisamt Gießen zur Erhebung in Vorschlag gebracht. Die städtische O b st v e r st e i g e- r u n g ist auf den 26. September festgesetzt wor­den, und zwar gegen Barzahlung des versteiger- len Obstes. Auf dem hiesigen Sportplatz steht mitten ein großer Lichtmast, der die Aus­übung des Sportes sehr behindert. Der Ge­meinderat beschloß auf eine Eingabe des Fuß- ballvereins, den behindernden Lichtmast entfernen zu lassen. Fernerhin wurde die notwendige Ver­längerung des Platzes nach dem Gallus- markt in Aussicht gestellt. Der jetzige Platz soll nach der Licher Eisenbahn bis zum Lang- heckenweg vergrößert werden. Die von Karl Heinrich Fulda t zu Bauzwecken erworbenen Gärten werden für zwei Reubauten (Reichsbeamte) Verwendung finden. Die Straßen­front soll aber wenigstens 19 Meter betragen. Die Aussteinung der verlängerten B isma r ck st r ahe und der beiden Bau­plätze wird demnächst erfolgen. Die übrigen Punkte der Tagesordnung wurden in nichtöffent­licher Sitzung beraten.

Kreis Friedberg.

WSR. Butzbach, 15. Sept. Augenblicklich ist man hier bereits mit Vorbereitungen für das im nächsten Jahre hier stattfindende G a u t u r n- feft des Turngaues Hessen beschäftigt. Unter Teilnahme von Gauoberturnwart W i 11 - Gießen erfolgte eine Besichtigung unseres über 20 000 Quadratmeter umfassenden Turn- unb Wettkampfplatzes. Der hiesige Turnverein, der kürzlich sein 80jähriges Bestehen feiern konnte, ist einer der ältesten und erfolg­reichsten des Mittelrheinkreises.

am. Stamm beim, 15. Sept. Dieser Tage wurde die Errichtung unseres Kriegerdenk- mals durch Submission vergeben. Im Beisein des Architekten S ch w i n g , der das Denkmal entrnnij n hat, wurden die Angebote im Gemeinderal geisift.et. Gegen eine Stimme entschied man sich für den Biiv- bauer Scholl in Darmstadt, der mit der Au.-r ih' rung beauftragt wurde. Man hofft, daß am To sonntag das Denkmal eingemeibt werden kann. Es wird neben die Kirche zu stehen kommen.

Kreis Büdingen.

Nidda, 15. Sept. Herrschender Holz- mangel zur Zeit der abflauenden Baufusrn zwingt die biesige Himmelsbachsche Holz- i n ö u ft r i e, ihren Betrieb wieder a u f e i n e 211 beitsschicht zurückzuschrauben. Damit ist die Entlassung von etwa 40 Arbeitern verbunden, die nur auf Zeü eingestellt waren. Ob eine weitere Einschränkung chich den Stamm der Arbeiterschaft in Mitleidenschaft zielst, ist vorerst noch nicht abzu- seben. Seitdem bie stark gelichteten Wälder des Vogelsbergs und der anstoßenden Mittelgebirge nur noch einen geringen Teil des Bedarfs der beimischen Sägewerke zu decken vermögen, haben diese dauernd mit Schwierigkeiten ausreichender Holzbeschaffung zu kämpfen. Dazu kommt, daß ihre Lage am Fuße des Gebirges nicht zentral genug tft, aus entfernten Gebieten größere Holzmengen rasch heranzuführen. Die jedenfalls dauernde Stillegung des Zweig werks Ei chelsdorf ift gleichfalls darauf zu- rückzufübren, daß die Holzzufuhr aus dem Vogels­

h'at diese Begabung ober man hat sie nicht. Trotzdem muß eine gewisse Ausbildung, ein Training vor allem angewandt werden.

Eine kleine Zahl von Konferenzdolmetschern wurde so in Tminingskursen nach Kriegsschluß, als das Bedürfnis aufkam, herangebildet, die nunmehr in der Lage sind, auf Grund der be­sonderen Aufträge an den Verhandlunaen teilzu- nehmen und bie Programm- und Diskussions­reden zu dolmetschen unabhängig von ihrer Dauer.

Besonders geeignet erscheinen Iuristen. Die Probleme, um die es sich zumeist dreht, sind ja gewöhnlich Rechtsfragen, die Formeln der Ver­träge zum mindesten sind juristische, so daß eine fachliche Vorbildung beinahe unerläßlich ist. Daneben sind nationalökonomische und allgemeine Kenntnisse von Bedeutung. Liebe und Interesse, Gefühl und Takt für politische Fragen selbstver­ständliche Voraussetzung. Frauen scheinen nicht in demselben Maße sich zu Konferenzdolmetschern zu eignen. Es fehlt ihnen zumeist die sachliche Voraussetzung und das politische Fingerspitzen­gefühl, auch bie Ruhe. Immerhin gehört zu den wenigen ständigen Konferenzdolmetschcrn auch eine Same. Die Gattin eines bekannten Berliner llniversitätslehrers, eines Juristen. Als Eng» länberin von Geburt, beherrscht sie diese Sprache vollkommen, als Gattin eines Rechtswissen­schaftlers hat sie das Interesse und das Wissen von den furistischen Dingen gewonnen, unb so vermochte sie in ausgezeichneter Weise bereits mehrfach (so im Haag stnb bei den Handels­vertragsverhandlungen mit Japan) als Dolmet­scher tätig zu fein. Verlangt werden Dolmetscher zumeist für Französisch unb Englisch. Das sind bie Diplomatensprachen und in 90 v. H. wieder ist Französisch die Sprache der Verhandlung. In seltenen Fällen werden Dolmetscher auch für Spanisch und Italienisch verlangt: ganz selten auch (für Konferenzen im Osten) Russisch und orientalische Sprachen.

testen mafch" Teils weiter ld.

15. 5 die M ter 6 voll ( aufzu Dcrnx w Dorb 0

berfl, \ tam, st Bal"

ab 9^

$ mei; unter; dem meinb goni Diese Unter: bald! MN-. 1000 Witt migt. m die amt 1 jwed sprech die ebenf Zwect Die: zu D einige willig gönne wenig Einig' bW mit toenii Hur weil' De ist ' rege: türf. Sch fern best< sein, Dat ein

l die gew Tenet ern obst Herb fer a Ob ft Im o arbi fiele auf . Hast: ernte mit weist brrf. Feld im' neu find die fein

des den der Ech gelsl einer

l