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Die Wetterlage
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Graf Solms vom Flug zurückgeireten. Köln, 15. Aug. (Wolff.) Könnecke
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Aus <tUer Welt.
Das fliegende Auto.
Aach einer Pressemeldung ist es einem Berlin lebenden Ingenieur gelungen, ein Flugzeug zu konstruieren, das sich in etwa fünf Minuten als Auto umstellen und im Straßenverkehr verwenden läßt. Nähere Einzelheiten über das Auto und seinen Erfinder fehlen noch, so viel aber ist bisher bekannt geworden, dah die Tragflächen dieses kombinierten Flugautos, die aus zwei halben Tragflächen bestehen, sich mittels einer senkrechten Doppelachse durch Zahnräder verschieben und nach hinten übereinander über den
sichtigten Ozeanflug in Aussicht genommen Köln ein getroffen.
Ilebernahme des größten Teiles der Kosten des Fluges durch den Grafen Solms keine Aen- derung eingetreten. Könnecke hat mit Bedauern von dem Rücktritt des Grafen Solms Kenntnis genommen, den er bei den Pvobeflügen mit hervorragendem Eifer hat arbeiten sehen. Einen besseren Flugkameraden habe er nicht finden können. Könnecke beabsichtige, nach einem erfolgreichen Flug mit einem für einen speziellen Zweck neu zu erbauenden Flugzeug im nächsten Jahre einen großen Flug zu unternehmen, bei welchem Graf Solms bestimmt fein Begleiter sein werde.
_______ „ . ... ......___ist heute mjrgcn 8,20 älhr zu einem dritten Probeslug aufgestiegen, und zwar mit der gleichen Belastung wie gestern. Aach der Landung erklärte Könnecke und Direktor 0-7oll von den Casparwerken, dah es noch fraglich sei, ob Graf Solms Könnecke auf seinem Fluge begleiten
der tschechoslowakische Generalstab seinen Truppenführern ein, wenn auch nur hypothetisch, Deutschland gerichtetes Thema gestellt hat.
Rumpf schwenken lassen. Die Maschine soll sich bequem in jeder Autogarage unterstellen lassen. Sie enthält einen starken Flugmotor und einen Automotvr, dazu eine viersitzige Passagierkabine. Was den Preis anbelangt, so verlautet, datz die
Heute abend ist der Funker Stehr, der als Begleiter des Fliegers Könnecke auf dem beab- ist.
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Anschaffungskosten nicht viel höher als die eineS besseren Autos im Preise von etwa 20 000 Mark seien.
Direkte Funkverbindung Deutschland—Philippinen.
Wie wir erfahren, ist gestern von der Trans- radio A. G. für drahtlosen Ueberseeverkehr in Berlin eine unmittelbare Funkverbindung zwilchen Deutschland und den Philippinen (Nauen—Manila) dem öffentlichen Verkehr übergeben worden, lieber diese Verbindung können gewöhnliche, dringende, LC- und Pressetelegramme von und nach den Philippinen befördert werden. Die Telegramme können bei sämtlichen Post- und Telegraphenanstalten am Schalter ober durch Fernsprecher aufgeliefert werden.
Gebrauchsmuster Jlr. 1 000 000.
Das Reichspatentamt, das kürzlich die Feier seines 50jährigen Bestehens beging, hat jetzt einen neuen Markstein in seiner Tätigkeit erreicht : Es trug das Gebrauchsmuster1 000 000 ein.
Line Brieftaube nach sieben Jahren heimgekehrt.
Eine Brieftaube eines Geflügelzüchters in Bergzabern startete im Jahre 1920 zu einem Wettbewerb nach Eisenach (240 Kilometer) und kehrte nicht mehr zurück. Am Sonntag kam nun die Taube nach siebenjähriger Abwesenheit wieder gesund in ihrem Heimatschlag an.
Geständnis eines Frauenmörders.
Der Seidenhändler Paul Gutowski. in dessen Wohnung in der Kurfürst enstraße in Berlin am 6. August bie Leiche eines Mädchens namens Hedwig Oesterreich gefunden worden war, und der sich nach mehrtätiger Flucht der Polizei selbst gestellt hatte, hat nunmehr gestanden, dah er der Mörder der Prostituierten Else Arndt ist, die anfangs Juli in einem Privathotel in der Stofen» thaler Strahe ermordet aufgefunden wurde. Er gibt an, die Arndt im Streite erwürgt zu haben. Ob der Tod der Hedwig Oesterreich tatsächlich, wie zuletzt angenommen wurde, auf einen Un* glücksfall zurückzuführen ist, wird stark bezweifelt. Die Ermittlungen in dieser Richtung werden fortgesetzt.
Mord und Selbstmord.
In Frose (Anhalt) hat gestern ein Arbeiter feine 15jährige Stieftochter, die er des längeren mit sträflichen Anträgen verfolgt hatte, erschossen und darauf Selbstmord begangen.
Beim Baden ertrunken.
Im Sportbad Berlin-Halensee ist gestern der 14jährige Schüler Herbert Heiden beim Baden entrungen. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Der 18jährige Kurt Riedel aus Berlin ist gestern beim Baden im Groß-Seddiner See ertrunken. Seine Leiche wurde später geborgen.
Schweres Lastkraftwagenunglück.
Aus Solingen wird gemeldet: Ein Lastkraftwagen, auf bem’ fid) 26 Mitglieder einer hiesigen Gesellschaft befanden, fuhr am Sonntag in einer Kurve in einem Fels einschnitt bei Beyenburg an der Wupper infolge Versagens der Bremse gegen den Bera. Bei dem furchtbaren Anprall wurde der Wagen vollständig zertrümmert. Ein Mcmn wurde getötet, 12 Pexsonen wurden schwer verletzt und in die Krankenhäuser von Schwelm und Lennep gebracht. Die übrigen Mitfcchrenden tarnen mit leichteren Verletzungen davon.
Die Sturmschäden in Frankreich.
Zu den gestern berichteten Sturmschäden in der Gegend von Eharvlles wird weiter gemeldet, dah die Dächer zahlreicher Webereien innerhalb einiger Sekunden weggerissen waren, wodurch mehrere tausend Arbeiter zur Arbeitslosigkeit verurteilt worden sind. Mehr als 10 000 Bäume finö entwurzelt worden. 3n B6thune sollte ein Start von Freiballons um einen Preis statt- finden, den die Besitzer der dortigen Bergwerke gestiftet hatten. Reun Freiballons waren auf dem Flugplatz von ©ernt) erschienen. Infolge des herrschenden Sturmes sind jedoch vier Ballons geplatzt, ein anderer wurde losgerissen und abgetrieben und nur ein einziger konnte starten.
Explosionsunglück. — Jflnf Tote.
In einem Arbeiterwohnhaus in Montreal entstand gestern früh ein Brand, der eine Explosion zur Folge hatte. Fünf Personen sind getötet, sechs verletzt worden.
gekennzeichnet werden.
Die „G e r m a n i a", die vor Resignation warnt, erinnert an Echterdingen, wo vor 19 Jahren das Werk Zeppelins in Trümmer ging. Unvergleichlich großer als die heutige Enttäuschung war die jener Tage von Echterbingen, und bennoch wuchs aus den brennenden Trümmern des Luftschiffes bie granbiofe Hilfsgemeinschaft bes ganzen Volkes, bie Zeppelins Gebanken zum Siege führte. Sollten nicht jetzt genug Gläubige unb Hilfsbereite sich Hoben, um aufs neue an bie Arbeit zu gehen, ober wenigstens bie Arbeit tatkräftig zu unterstützen?
Die „DAZ." schreibt, nicht Mut, sonbern Wahnsinn wäre es gewesen, unter ben gegebenen Witte- rungsumftänben den Flug fortzusetzen. Der Abbruch werbe die Weiterverfolgung der Ausgabe nicht hindern. Je solider bie technische Basis sei, auf der ber erste beutsche Transozeanflug gelingt, um Jo großer werde ber Nutzen für bas Ziel fein, ein wirtschaftlich brauchbares Schnellverkehrsinittel für bie Ozeanüberquerung zu schaffen.
Alle Plätter sinb sich barin einig, daß man ben Mut nicht sinken lassen solle, unb daß ein unter günstigeren Umftänben wieberholter Versuch besseren Erfolg haben werbe.
Amerikas Bedauern.
A e u y o r k, 15. Aug. (WB.) Die U rn k eh r der .Bremen" hat allgemein tiefstes Bedauern ausgelöst. Dr. Kimball, der Meteorologe der Bundeswetterwarte, die den amerikanischen Ozeanfliegern die Wetterberichte geliefert hatte, äußerte sich gleichfalls bedauernd über das Mißlingen deL Fluges, da die „Bremen", falls es ihr gelungen wäre, die Stürme des Atlantiks zu durchfliegen, wertvolles Material über die Ozeanftürme geliefert hätte.
.Sun" sagt im Leitartikel, die Umkehr der Führer der .Bremen" fei ein Zeichen großer Klugheit gewesen. 3n keinem Falle-könne der Mut der Flieger beider Flugzeuge in Frage gestellt werden. Die Welt sei froh darüber, daß sie jenen größten Mut besahen, der vielleicht ein weiteres Unglück in der Bezwingung der Lust verhütet habe. Die „Bremen" und die „Europa" könnten ihr Unternehmen unter günstigen Verhältnissen wiederholen.
„ffiorlb" bezeichnet Köhl unb Looses Rückkehr nach Dessau als einen weisen Entschluß. Beibe hätten, wie ihre Vorgänger Linbbergh, Cham berlin unb Byrd, auf dem Ozean Detter v e r hältnisse oorgefunben, bie beim Abflug nicht voraussehbar waren. Auch ihre Erfahrung beweise erneut bie Notwenbigkeit besserer unb reichhaltigerer Berichte über bie Wetterlage im mittleren atlantischen Ozean, bie durch ben Funkdienst unb bie Mitarbeit ber Dampfer leicht erreichbar seien.
Das Echo in Frankreich.
Paris, 16. Aug. (WTB. Funkspruch.) Zum vorzeitigen Abbruch bes beutschen Transozeanfluges nehmen nur wenige Blätter Stellung. Der „Figaro" schreibt: „Der Wettkampf ist noch im Gange, aber bie Aussichten unserer Flieget erscheinen jetzt wieber in neuem Glanze. Man sagt, sie seien bereit, unb fie sinb es; sie erwarten besseres Wetter unb sie haben bamit vollkommen recht. Jede Uebereilung wäre unter diesen Umständen unangebracht. Die deutsche Expedition, wenn fie auch einen guten Ausgang genommen hat, ist ein deutlicher Beweis dafür."
„E r e Nouvelle" erklärt . „Das bedauerliche Ergebnis dieses übereilten Fluges zeigt, baß ber, ber zuviel beweisen wolle, überhaupt nichts beweist. Das Blatt wendet sich bann scharf gegen bie mysteriöse Haltung Leoines unb erklärt, bie einzige Mannschaft, auf bie heute Frankreich eine sichere Hoffnung setzen könne, seien Co sie unb le Brix.
Der „Exeelsio r" schreibt: „Was ein Triumph werben sollte, ist ein Mißerfolg geworden. Je mehr man nachdenkt, desto mehr wundert man sich, daß die beiden deutschen Mannschaften es gewagt haben, bei einem solchen Wetter das Abenteuer zu unternehmen. Die Kühnheitder Piloten und die Tüchtigkeit ber Maschinen haben aber die Ungunst der Elemente nicht überwinden können. Die Flieger müssen jetzt ihre übereilte Haltung bedauern.
„Qu o tibi en" schreibt: „Die Verantwortung derjenigen, bie Riszties und Loose ben Befehl zum Start gegeben haben, ist beträchtlich. Der nationale Stolz, bie Ersten sein zu wollen, hat nicht bas Recht, in biesek Weise Menschenleben leichtfettig aufs Spiel zu setzen. Wenn die „Bremen" unb bie „Europa" trotz bes Sturmes weitergeflogen wären, so wären sie sicher irgenbroo an der amerikanischen Küste abgeftürzt.
„Gaulois" erklärt: Der doppelte Mißerfolg zeigt wieder einmal bie Schwierigkeit bes Unternehmens. Er beweist uns anmaßenben Menschen, baß bie Natur unseren Unternehmungen wenn nicht unüberwinbliche, so dock) gefährliche Schranken in ben Weg stellt.
„LeSoi r" schreibt zu bem beutschen Ozeanflugversuch vor Bekanntwerben berNach- richten von ber Umkehr: „Bravo! Man muß ben M u t ber beutschen Flieger begrüßen. Diese großen Europäer zeigen ben Rückweg nach Amerika. Wir empfinben_ bie Abfahrt der Deutschen vor den französisck)en Fliegern nicht als Erniedrigung. Die Antwort der Alten Welt ist abgegängen, das Flugzeug „Bremen" überbringt sie. Wir werden, wenn der Flug der Junkersflugzeuge gelingt, darauf ebenso stolz sein, wie, wenn dieser Flug der amerikanischen „MH Columbia" ober ben Franzosen Nungesser unb Coli gelungen mär*
Die Meinung in Wien.
Wien, 16. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter bringen bie Berichte über den deutschen Ozeanflugversuch in großer Aufmachung und betonen allgemein, daß es angefichts der ungünstigen Wetterlage ein Wahnsinn gewesen wäre, den Flug fortzusetzen. Die Heiinbringung ber beiben Flugzeuge wirb von ben Fachleuten über- einftimmenb angesichts ber katastrophalen Wetterlage als eine ganz hervorragenbe Sei» ft u ri g bezeichnet.
O wofKemos 0 neuer. 3 haro Gedeckt - wofklo. • Gedeckt • i'W' Sehnet △ Graupeln » NeGeL ■RGe*'it'ir,(g)windstille. «O< st** leichter o$i massiger SOdsudwesi q stürmischer nordWtsl Vie Piene fliegen mit dem winde. Die Gei den Stationen stenenden Zahlen geoen die Temperatur an. Die Linien VerGinden Orte mit-gieKneO au# Meeresniveau umoerechneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Roch Fortdauer des unbeständigen, wechselnd wolkigen, auch aufheiternden kühlen ^Wetters mit einzelnen Regenschauern bei auffrischenden nordwestlichen Winden. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 18,5 Grad Celsius, Minimum 11,5 Grad Celsius. Niederschläge 15 Millimeter. Sonnenscheindauer 1 Stunde. Heutige Morgen" temperatur: 14,4 Grad Eelsius. — Witterung»" aussichten für Donnerstag: Wolkig, auch viel" fach aufheiternd und meist trocken.
ben Entwurf in seiner jetzigen Fassung a b l e h n t. Eine ähnliche Erklärung würbe von bem Ringver- banb ber geschäbigten Auslanbbeutschen unb Ver- brängten abgegeben. Die Vertreter beiber Verbänbe nahmen nach Abgabe ber von ihnen verlesenen Erklärungen an ber Besprechung nicht weiter teil. Mit den übrigen Verbänden wurde ber Gesetzentwurf in großen ßügen burchgesprochen. Seitens bes Reichsfinanzmimsteriums wurde bie Auffassung ber Regierung zu ben einzelnen Bestimmungen bes Entwurfs bargelegt. Die Vertreter ber Verbänbe brachten bie wieberholt erörterten unb gegen ben Stanbpunkt ber Regierung sprechenben Gedanken- gänge zum Vortrag.
Das beschlagnahmte deutsche Eigentum.
Wafhinglvn, 16. Aug. (WTD.-Funkspr.) Das Staatsdepartement veröffentlicht den Aotenwechfel mit der britis chen Regierung über die bttttfch-amettkanifche Einigung betr. das deutsche Eigentum, das in den beiden Ländern während des Krieges auf Grund des Verbotes, Handel mit dem Feinde zu treiben, beschlagnahmt worden ist. Danach erhalten amettkanische Frauen oder Frauen in den alliierten Ländern, die vor dem 6. April 1917 mit Angehörigen der Zentralmächte verheiratet waren, in gewissen Fällen ihr Eigentum zurückerstaltet. Ferner werden den britischen und amettkanischen Gläubigern Zugriffe auf das beschlagnahmte Eigentum deutscher Schuldner unter gewissen Bedingungen g e st a t t e t.
Kommunistische Auss^reitungen
Breslau, 15. Aug. (Wolfs.) Aach dem Pvlizeibettcht ist es am Sonntagnachmittag in der Michaelisstrahe zu Ausschreitungen der Roten Frontkämpfer, die gestern einen Gautag in Breslau veranstalteten, gekommen. Ein berittener Polizeibeamter, der in einer Lücke des Umzuges der Roten Frontkämpfer ritt, wurde hinausgedrängt, und btt dem Versuch, den Platz wieder einzunehmen, tätlich angegriffen. Einigen Beamten, die zu Hilfe ttlten, ging es ebenso. Mit Fahnenstöcken und Musikinstrumenten schlugen die Frontkämpfer auf die Polizei. DrerPolizisten wurden verletzt. Mit Hilfe von Gummiknüppeln und durch den Dertttschaftswagen der Schutzpolizei, der am Ende des Zuges fuhr, wurde die Ordnung wieder hergestellt.
Ruhland lehnt ab.
Genf, 15. Aug. (WTB.) Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur. Die Sowjetregierung hat dem Sekretariat des Völkerbundes mitgeteilt, dah sie sich auf der dritten allgemeinen Verkehrs - und Tranfitkonferenz nicht mehr vertreten lasse. 3n einem Bries vom 26.Juli hatte der russische Außenkommissar berichtet, die russische Regierung werde auf der Konferenz vertreten fein unter der Voraussetzung, daß Rußland den Mitgliedern der Verkehrs» und Transitorganisation gleichgestellt werde. Für innere Angelegenheiten der Organisation, die nur Mitglieder betreffen, sind jedoch nur diese selbst zuständig. Zwei derartige Fragen stehen u. a. auch auf der Tagesordnung der Konferenz und aus diesem Grunde hat nun die Sowjetunion auf ihre Teilnahme verzichtet.
Regelung des englisch- abesfinischen gwischenfalles.
London, 16. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Times" bettchtet aus Addis Abeba, daß ber Regent Ras Safari einer Untersuchung des im 3uni erfolgten Angriffes abesfi - nischer Truppen auf eine britische Karawane durch eine gemischte englisch- abessinische Kommission unter einem neutralen Vorsitzenden zugestimmt, fein tiefes B e- dauern über den Vorfall ausgesprochen und eine persönliche Spende von 1000 Pfund Sterling für die Verwundeten und die Familien der getöteten britischen Somalis gegeben hat. Der Regent ersuchte auch den btttischen Gesandten, dem König zu telegraphieren, daß er den Zwischenfall bedauere.
Franzosen schon gar nicht geeignet, bei ber saattänbi- schen Bevölkerung Sympathien für ben französischen Nachbarn zu erwecken. Die überhaupt allgemein ein- getretene Verschlechterung ber Lage im Saargebiet sollte unserer Reichsregierung Veranlassung geben, bie bevorstehende Genfer Tagung zu benutzen, um ben Völkerbund dahin zu bringen, sich etwas mehr als bisher um bie Politik speziell ber französischen Verwaltung ber Sa ar grub en zu kümmern.
Die Forderungen der Saarbergleute.
Eigener Drahtbericht bes ..Gießener Anzeigers-.
Berlin, 16. Aug. In Verfolg der Demonstrationen, die sich vor einigen Tagen in Saarbrücken abgespielt haben und die sich gegen die Engherzigkeit der sranzösischen Grubenverwaltung richteten, haben die Vertreter der Saarbergleute der Regie- rungskommissiion gegenüber eine Anzahl Forderungen aufgestellt, die darin gipfeln, daß Frankreich unter Bevorzugung der Einfuhr aus dem Saargebiet vor jeder andern die Saarkohle abnehmen solle, die vorgekommenen Entlassungen mit den Gewerkschaften zur Prüfung der Wiedereinstellungsmöglichkeiten gemeintam nachkontrollitzren solle, daß «Reueinstellungen nicht borgenommen würden, dah für die Feierschichten eine höhere ilnterftütjting (gewährt leerte, ferner daß die Regierung verschiedene soziale Maßnahmen in Kraft sehen, die Erwerbslosen-Anter- stützung erhöhen und eine allgemeine Unter» stühungsaktion für die Bergleute durchführen solle. Die Saarregierung hat sich bereit erklärt, mit der Grubenverwaltung zwecks Unterstützung der Wunsche der Grubenarbeiter zu verhandeln: und die letztere hat den Bergarbtttern in bezug auf Entlassungen und Wiederttnstel- lungen auch einige flehte Konzessionen gemacht, aber in der Kernfrage — Unterlassung weiterer Feierschichten und Verstärkung des Absatzes nach Frankreich — ihre vergangenen Sünden nicht wieder gut gemacht.
Das Kriegsschädenschluhgesetz.
Berlin, 15. Aug. (WTB.) Im Reichsfinanzministerium fand beute die in Aussicht genommene weitere Besprechung über den Entwurf eines Kriegsschäbenschlußgesetzes mit ben Spitzenverbänben ber Wirtschaft unb ben Interessenvertretungen statt. Die A r d e i t s gern c i n s ch a f t für ben Ersatz von Kriegs- unb Ver- brängungsschäbcn legte in einer formulierten Erklärung ihre B b e n r c n gegen bie Bestimmungen * des Entwurfs bar unb brachte zum Ausdruck, daß sie
Leistung aus. Die „T ä g l. Rundschau" j ( An einer W i n d st ä r k e 12 über dem Atlantik zer bricht jeder menschliche Wille. Der Flug der Dessauer muß als eine flugtechnische Tat ersten Ranges
Tschechische Manöver gegen Deutschland.
Eigener Drahtbericht bes ..Gießener Anzeigers-.
Berlin, 16. Aug. Die tschechoslowakischen Manöver werden nach zuverlässigen Nachrichten aus Prag dieses Jahr von Pribam gegen die bayerische Grenze unb von Jung-Vunzlau gegen bie sächsisch-schlesische Grenze entwickelt werden. Den Führern des tschechoslowak. Heeres soll durch die Entwicklung beiber Gruppen Gelegenheit gegeben werden, sich in der Initiative unb Entschlußfähigkeit bei Derteibigung ber Westgrenzen der tschechoslowakischen Republik untereinander zu messen. Man wirb sich hüten müssen, dem noch nicht näher bekannten strategischen Grundgedanken dieser Manöver irgendeine politische Auslegung zu geben. Es ist aber bekannt, baß bie tschechoslowakischen Manöver seither hauptsächlich nur der Durcharbeitung von Einzelheiten ber im Weltkrieg entstandenen Kampfmethoben galten. Daß die ersten Manöver des tschechoslowakischen ! Heeres mit einem großen strategischen Grundgedanken gegen bie beutsche Grenze entwickelt werben sollen, wirb beshalb in Deutschland einiges Befremden erregen, und man wird sich bei uns mit Recht fragen; warum
I einen gutgeschulten Funker rnitzunchmen, der die zu fahrende Route genau kennt. 3m Interesse der Durchführung des Fluges ist G r a f S o l m s zu dem Entschluß gefommen, daß die Bedienung der Funkanlage des Flugzeuges in die Hände ttnes erstklassigen Funkers gelegt wird. Durch den Rücktritt des Grafen Solms ist in der
Die •Bergarbeiternot im Saargebiet.
Die französische Verwaltung der Saararuben nimmt gegenwärtig zahlreiche Arbeiterentlassungen vor, die in ber Bevölkerung eine nicht zu beschrei- benbe Erbitterung ausgelöst haben. Massendemonstrationen gegen die Politik der Grubenverwaltung verpufften leider wirkungslos, weil es dank bem Auftreten kommunistischer Agitatoren oder auch französischer Provokateure zu hefttgen Zusammenstößen mit der Polizei kam. Dennoch verdienen bie Vorgänge im Saargebiet ernsteste Aufmerksamkeit vor allem bes Völkerbundes, dem dieses Jndustrierevier zu treuen Händen anoertraut wurde, von dem sich aber nicht behaupten läßt, daß er sich um das Saargebiet unb seine Bewohner schon jemals gekümmert hak. Er glaubt sich durch die Regierungskommisston in Saarbrücken gut vertreten, die aber wegen ihrer Zusammensetzung nichts anderes als ein Instrument ber Franzosen ist, und bie ihre Aufgabe nur darin erblickt, ber französischen Grubenverwaltung gefällig zu fein unb ihrer Ausbeutungspolitik keine Hindernisse in ben Weg zu legen. Wäre es anders, dann -würden die Franzosen es nicht wagen, mit ben deutschen Bergarbeitern so umzuspringen, wie sie das jetzt tun. Oft genug ist auf die Methoden der Franzosen hingewiesen worden, die von bem Saararbeiter bei niebrigften Löhnen höchste Leistung verlangen unb an der Saar kohle einen Raubbau treiben, wie er sich schlimmer nicht vorstellen läßt. Ganze Ott- f (haften sinb bebroht, weil man selbst bie Sicherheitspfeiler abbaut, viele Häuser mußten von ihren Bewohnern geräumt werben, da infolge ber Bobern jenkuygen eine Einsturzgefahr besteht. Die Regie- rungskommisfion ist dagegen bisher niemals ein geschritten, fie hat sich auch noch nie ber Arbeiterschaft angenommen, obwohl in Genf fortgesetzt für eine Sozialpolitik die Trommel gerührt wirb, bie ben Arbeitnehmern den Himmel auf Erden verspricht. Daran denkt man aber nicht dort, wo ber Völkerbund maßgebenden Einfluß besitzt, auch nur einen Teil ber von Genf befürworteten Sozialpolitik zu verwirklichen. Statt dessen mußten vor kurzem viele Arbeiter, bie körperlich nicht auf ber Höhe sind, ober schon eine gewisse Altersgrenze überschritten haben, bie Gruben verlassen. Da es sich aber nur um Deutsche handelt, macht sich bie französische Verwaltung keine Kopf- chmerzen darüber, was mit ihnen weiter geschieht, ie denkt auch gar nicht daran, bie Belegschaften durch Die schlechteren Zeiten hinburchzuschleppen. Für sie kommt es nur darauf an, möglichst hohe Gewinne aus ben übereigneten ©aatgruben herauszuschlagen unb bie Ausgaben bis auf das kleinste Maß zu drosseln. Sollte es in Paris noch Leute geben, die da glauben, Frankreich werde bei ber Volksabstimmung im Jahre 1935 die Saarlänber auf feiner Seite finden, bann geben sie. sich einer großen Täuschung hin. Ganz abgesehen von der Treue, bie bie Saarbevölkerung bem Deutschen Reich burch alle Zeiten ber Not hindurch bewahrt hat, ist das Vorgehen ber
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